Schlagwort: Vergütung

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Vergütung RSS-Feed

EIOPA Konsultation zur Überwachung von Vergütungsgrundsätzen

EIOPA hat am 25. Juli 2019 ein Konsultationspapier zum Entwurf einer Stellungnahme zur Überwachung von Vergütungsgrundsätzen im Versicherungs- und Rückversicherungssektor veröffentlicht. Die Stellungnahme ist Teil des Technical Advices im Zusammenhang mit dem Solvency II-Reviews 2020, der im zweiten Quartal 2020 veröffentlicht werden soll.

BaFin veröffentlicht Auslegungsentscheidung zur Vergütung

Am 20. Dezember 2016 hat die BaFin eine Auslegungsentscheidung zu Aspekten der Vergütung im Rahmen der Vorgaben des Art. 275 DVO (EU) 2015/35 veröffentlicht.  

Für alle Erst- und Rückversicherungsunternehmen, die unter die Vorschriften von Solvency II fallen, gelten die Anforderungen an Vergütungsleitlinien und Vergütungspraktiken des Art. 275 DVO (EU) 2015/35. Die Vorschriften richten sich an eine Bandbreite unterschiedlichster Gesellschaften mit vielfältigen Vergütungsleitlinien und Vergütungspraktiken, so dass dem Proportionalitätsprinzip laut BaFin hier eine besondere Bedeutung zukommt. Wie bereits häufig kommuniziert führt die Anwendung des Proportionalitätsprinzips nicht zwangsläufig zu einer Absenkung der Anforderungen, sondern kann auch eine strengere Handhabung erfordern.

Grundsätzlich weist die BaFin darauf hin, dass Erst- und Rückversicherungsunternehmen sich mit der Vergütung aller Mitarbeiter auseinandersetzen müssen, was auch bestehende tarifliche Vereinbarungen beinhaltet. Darüber hinaus müssen spezifische Vergütungsvereinbarungen mit Vorstandsmitgliedern, Personen die das Unternehmen tatsächlich leiten, Schlüsselfunktionsinhabern und Mitarbeitern, deren Tätigkeiten Auswirkungen auf das Risikoprofil des Unternehmens haben, getroffen werden. Eine Trennung der Vergütung in fixe und variable Bestandteile ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Eine reine Fixvergütung ist zulässig, wenn daraus keine Anreize zur unangemessenen Steigerung der Risikoneigung oder zum Eingehen unverhältnismäßiger Risiken entstehen. Ungeachtet der Ausgestaltung der Vergütung darf eine angemessene Kapitalausstattung zu keinem Zeitpunkt gefährdet werden.

Ergänzend spezifiziert die BaFin für den im vorhergehenden Absatz genannten Personenkreis mit fixer und variabler Vergütung, dass der wesentliche Teil der variablen Vergütung über einen Zeitraum von drei Jahren gestreckt auszuzahlen ist. Die Untergrenze dieses wesentlichen Teils beträgt gemäß Aufsicht auf Vorstandsebene mindestens 60% und bei den darunterliegenden Ebenen mindestens 40% der variablen Vergütung, wobei eine Erhöhung angemessen sein kann. Für alle Mitarbeiter hat das Unternehmen das Verhältnis zwischen fixem und variablem Vergütungsanteil zu prüfen, um durch zu hohe variable Bestandteile hohe Risiken zu vermeiden.

Für die Freigrenze zur Zurückbehaltung des wesentlichen Teils der variablen Vergütung ist die Höhe des vereinbarten variablen Bestandteils maßgeblich. Eine gestreckte Auszahlung des variablen Vergütungsanteils ist laut BaFin nicht notwendig, wenn der wesentliche Teil der variablen Vergütung unter 35.000 € bzw. 20% des festen Vergütungsbestandteils (bei unterstellter 100%-iger Zielerfüllung) liegt. Besteht die Möglichkeit, dass diese Grenze bei Übererfüllung der Zielvereinbarung überschritten wird, so ist auch in diesem Fall keine gestreckte Auszahlung gefordert. Bei Überschreitung dieser Grenzen (bei unterstellter 100%-iger Zielerfüllung), also bei einem variablen Anteil von mehr als 35.000 € oder 20% der Festvergütung, unterliegt der gesamte wesentliche Teil der variablen Vergütung einer gestreckten Auszahlung.

Mit ihren Ausführungen nimmt die BaFin im Wesentlichen zwei Klarstellungen vor. Zum einen wird verdeutlicht, dass die Bedeutung des Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmens keine erhöhten Anforderungen bedingt und das Proportionalitätsprinzip hier zum Tragen kommt. Zum anderen wird der wesentliche Teil der variablen Vergütung mit einer prozentualen Untergrenze definiert.

/* */