Kategorie: Accounting

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Institutsvergütungsverordnung – wesentliche Auswirkung für Leasinginstitute

Zur Umsetzung von internationalen Richtlinien und Vorgaben wurde die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) angepasst und am 4. August 2017 in Kraft gesetzt.

Eine gute Nachricht für die meisten Leasinggesellschaften besteht darin, dass die Identifizierungspflicht von Risikoträgern für alle Institute nicht umgesetzt wurde. Weiterhin besteht diese Verpflichtung nur für die bedeutenden Institute. Insbesondere aufgrund des Schwellenwertes von § 17 Abs. 1 InstitutsVergV in Höhe von € 15 Mrd. Bilanzsumme im Durchschnitt der letzten drei Jahre, dürften nur wenige Leasinggesellschaften hiervon sowie den damit verbundenen weiteren Änderungen betroffen sein.

Obwohl die Verordnung gem. § 28 InstitutsVergV erst mit Beginn des nächsten Bemessungszeitraums i.S. § 19 InstitutsVergV umzusetzen ist, ist bereits heute zu beachten, dass sich Änderungen in einzelnen Definitionen ergeben haben. So wurde die Definition der variablen Vergütung dahingehend angepasst, dass alle Bestandteile, die nicht gem. § 2 Abs. 6 InstitutsVergV fix sind, als variabel anzusehen sind. Hiervon betroffen sind grundsätzlich auch Abfindungen und Zulagen, welche nur unter engen Voraussetzungen als fixer Bestandteil klassifiziert werden können. Auswirkungen in Bezug auf den Bonus Cap gem. § 25 Abs. 5 KWG sind für Leasinggesellschaften allerdings nicht von Bedeutung, da diese gem. § 2 Abs. 7a KWG von deren Anwendung ausgenommen sind.

In Bezug auf Abfindungen haben Leasinggesellschaften künftige Grundsätze zu fixieren, die einen Höchstbetrag oder Kriterien für die Bestimmung regeln. Darüber hinaus ist das Vergütungssystem jährlich zu überprüfen und sofern Mängel festgestellt werden, ein Maßnahmenplan zu erstellen und die umgesetzten Maßnahme zu dokumentieren.

Da die neuen Vorschriften bereits Gegenstand der anstehenden Jahresabschlussprüfung sein werden, sollten Leasinggesellschaften im Rahmen einer GAP-Analyse den individuellen Anpassungsbedarf ermitteln und entsprechende Maßnahmen definieren bzw. bereits umsetzen.

Weitere Informationen zur Institutsvergütungsverordnung finden Sie hier.

Leasingforum 2017

In unserem jährlichen Leasingforum möchten wir mit Ihnen unsere Sicht über aktuellen Themen, die die Branche bewegen, vorstellen und diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir für Sie eine spannende Agenda vorbereitet.

Die Themen Digitalisierung und Informationstechnologie stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Dabei ist das Wachstumspotential aus dem digitalen Wandel für die Leasingbranche Gegenstand unseres ersten Vortrags und wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

In Anbetracht der jüngsten Cyberangriffe und der aktuellen IT-Prüfungsschwerpunkte der BaFin werden wir auch das Thema IT-Sicherheit betrachten. Unsere IT-Experten werden dazu unter anderem auf die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT sowie auf Fragen zum Thema Cyber-Security eingehen.

Des Weiteren erwartet Sie ein Vortrag über die Neuerungen der 4. EU-Geldwäscherichtlinie, welche mit Wirkung zum 26. Juni 2017 mit der Veröffentlichung im Bundesblatt in Kraft getreten ist. Den heute aktuellen Stand der Diskussion finden Sie auch in dem folgenden PwC Blog-Beitrag.

Auch in Bezug auf die steuerlichen Neuerungen für Leasinggesellschaften werden Sie durch unseren vierten Beitrag auf den aktuellsten Stand der Entwicklung bringen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9:00 bis 13:30 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Dienstag, 29. August 2017; 60327 Frankfurt am Main

Donnerstag, 7. September 2017; 40227 Düsseldorf

Dienstag, 19. September 2017; 80636 München

Unter folgendem Link können Sie sich für unser Leasingforum anmelden: www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrüßen zu dürfen.

Abschlussprüfungsreform – Auswirkungen auch auf Leasinggesellschaften?

Seit dem 17. Juni 2016 gilt die neue Abschlussprüfungsreform (AReG), die sich vor allem an Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public Interested Entities „PIE“) und deren Abschlussprüfer richtet.

PIEs sind wie folgt definiert:

  • Unternehmen, deren übertragbare Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind,
  • Kreditinstitute,
  • Versicherungsunternehmen und
  • Unternehmen, die von den Mitgliedstaaten als Unternehmen von öffentlichem Interesse bestimmt werden.

Im Gegensatz zu Kreditinstituten – sofern diese das Kredit- und das Einlagengeschäft betreiben – gelten Finanzdienstleistungsinstitute nicht als geborene PIE, weshalb der überwiegende Teil der Leasinggesellschaften nicht unter die PIE-Definition. Ausnahmen können sich ergeben, sofern Leasinggesellschaften z.B. börsennotiert sind. Gehören Leasinggesellschaften einer Unternehmensgruppe an, welche auch einen PIE beinhaltet, können die Auswirkungen aufgrund interner Gruppenvorgaben auch für die Leasinggesellschaft relevant werden.

Die Abschlussprüfungsreform betrifft vor allem die folgenden Bereiche:

  • Externe Rotation des Abschlussprüfers,
  • Durchführung von Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer,
  • Aufgaben des Prüfungsausschusses (als Teil des Aufsichtsorgans) sowie,
  • die Berichterstattung des Abschlussprüfers (Bestätigungsvermerk).

Leasinggesellschaften sollten sich daher auch mit den Regelungen der Abschlussprüferreform vertraut machen und die Relevanz der neuen Regelungen auf ihr Unternehmen überprüfen. Für mehr Informationen Klicken Sie auf folgenden Link:

http://www.pwc.de/de/abschlusspruefungsreform.html

Chancen im Rahmen des erhöhten Informationsbedarfs der Leasingnehmer nach IFRS 16

Am 13. Januar 2016 ist der finale IFRS-Standard zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) erschienen. Er ist für alle nach IFRS bilanzierenden Unternehmen ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden, eine vorzeitige Anwendung ist möglich. Die IFRS-Regelungen sehen vor, dass sämtliche Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer in Form von Nutzungsrechten mit korrespondierender Leasingverbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden. Dies erhöht die Komplexität und den Aufwand bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen für Leasingnehmer und kann damit die Attraktivität von Leasing für nach IFRS bilanzierende Leasingnehmer deutlich reduzieren bzw. die von Alternativen (z.B. Kauf) stärken.

Der umfangreiche Informationsbedarf, der zur Umsetzung der neuen Bilanzierungsvorgaben von Leasingnehmern benötigt wird, stellt diese vor große Herausforderungen, da die notwendigen Informationen meist weder zentral noch elektronisch vorliegen. Im Rahmen einer durch PwC durchgeführten Umfrage unter 48 Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016 haben 47% der Umfrageteilnehmer geschätzt, über mehr als 1.000 Leasingverträge zu verfügen. Der sich hieraus ergebende Aufwand, diesen Vertragsbestand elektronisch zu inventarisieren, ist erheblich.

Um diesen Aufwand zu bewältigen, hat PwC zusammen mit dem Fraunhofer Institut ein Leasingvertragstool entwickelt. Bei dem Leasingvertragstool handelt es sich um eine lernfähige Softwarelösung, welche in der Lage ist, aus im PDF-Format vorliegenden Leasingverträgen automatisiert die zur Bilanzierung notwendigen Informationen herauszulesen und in eine standardisierte Bedienoberfläche zu übertragen.

Das Vertragstool ermöglicht durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die standardisierte Auswertung und Verarbeitung der Vertragsunterlagen bei weiterhin möglicher individualisierter Vertragsgestaltung entsprechend der Bedürfnisse der Leasingnehmer. Für Leasingnehmer bietet sich hierdurch die Möglichkeit enormer Zeit- und Kostenersparnis.

Eine weitere Alternative zur Verwendung des Leasingvertragstools und Chance für die Leasinggeber besteht darin, dass sie die notwendigen Daten über den Vertragsbestand ihren Kunden zur Verfügung stellen könnten. Neben der Zeitersparnis für den Kunden stärken Leasinggeber hiermit ihre Kundenbeziehung. Aufgrund der Erstanwendungsfrist beginnen Leasingnehmer derzeit mit entsprechenden Umsetzungsprojekten und Leasinggeber sollten daher frühzeitig in die Kommunikation mit den Kunden über die Umsetzung von IFRS 16 einsteigen.

 

IFRS 16 maßgeschneidert, das neue PwC-Poster

Mit der Veröffentlichung des IFRS 16 stehen insbesondere Leasingnehmer künftig bei dessen Umsetzung vor großen Herausforderungen. Um hierfür gewappnet zu sein, haben wir die wesentlichen Regelungen im Poster „Schnittmuster für die neue Leasingbilanzierung“ übersichtlich zusammengefasst. Auch Leasinggeber bietet das Poster die Gelegenheit, sich über die neuen Fragestellungen und Ansprüche ihrer Kunden zu informieren um mögliche Maßnahmen frühzeitig abzuleiten.

Das Poster „Schnittmuster für die neue Leasingbilanzierung“ steht Ihnen in unserem PwC-Publikations-Shop zur Bestellung zur Verfügung.

IFRS 16 – das Leasingverhältnis

Um ein grundlegendes Verständnis über den IFRS 16 zu gewinnen, bieten die „PwC-Shortcuts“ eine gute Gelegenheit. Hierbei werden einzelnen Aspekte und Fragestellungen visuell aufgearbeitet und Lösungen anschaulich erklärt. In der ersten Folge werden die Besonderheiten und Herausforderungen bei der Identifizierung von Leasingverhältnissen an einem praktischen Beispiel dargestellt.

Übernahmen von IFRS 9 in EU-Recht

Durch die Veröffentlichung der Verordnung (EG) Nr. 2016/2067 im EU-Amtsblatt am 29. November 2016 hat die EU Kommission IFRS 9 Finanzinstrumente endgültig in EU-Recht übernommen. Der neue Standard tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Der neue Standard beinhaltet Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung, ein neues Wertminderungsmodell zur Abbildung erwarteter Verluste und neue Regelungen zum Hedge Accounting.

Leasingforderungen sind grundsätzlich vom Anwendungsbereich des IFRS 9 ausgenommen. Anzuwenden sind lediglich die Regelungen zum Abgang und zum Impairment. Für die Leasingbranche sind daher insbesondere die Änderungen aufgrund des neuen Wertminderungsmodells bedeutsam, wobei IFRS 9 für Leasingforderungen ein Wahlrecht enthält. Für Leasingforderungen kann der erwartete Verlust wahlweise in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlustes (12-month expected loss) oder in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes (Life-time expected Loss) erfasst werden.

 

Quelle: http://ec.europa.eu/finance/company-reporting/index_de.htm#161125

IFRS 15 – Implikationen für Leasinggeber

Mit dem IFRS 16 hat das IASB einen für die Leasingbranche bedeutenden Standard veröffentlicht. Das für Leasinggeber wichtige Zusammenspiel sowie Abgrenzungsfragen zum IFRS 15 (EU-Endorsement: 29. Oktober 2016) beschreibt der Artikel „Zusammenspiel und Abgrenzung von IFRS 16 und IFRS 15 aus Sicht des Leasinggebers“ in der FLF Nr. 6/2016 (Seite 254-258).

Leasingbilanzierung nach IFRS 16 – ein Zwischenfazit

Abschlussadressaten forderten seit langem eine Verbesserung der Transparenz in der Bilanzierung von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer. Am 13. Januar 2016 hat der IASB den neuen Standard zur Leasingbilanzierung „IFRS 16“ veröffentlicht. Die Grundidee – das bilanzwirksame Right-of-Use-Modell – ist trotz zum Teil erheblicher Kritik umgesetzt worden.

Die Leasingnehmer sehen sich mit umfangreichen Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Komplexität und Kosten der Abschlusserstellung erhöhen sich dadurch erheblich.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert. Neue Anforderungen betreffen hier insbesondere Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen ergeben sich aus möglichen Nachfrageänderungen der Leasingnehmer. Daher sollten auch sie ihre IT-Systeme auf eventuelle Schwachstellen in Bezug auf die neue Leasingbilanzierung untersuchen. Dies sowohl für Besonderheiten in der Leasinggeberbilanzierung als auch für neue Angebots- und Produktgestaltungen, welche zur Befriedigung der zu erwartenden Nachfrageänderungen entwickelt werden. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber neben dem Risiko Marktanteile zu verlieren, auch die Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch eine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass sich insbesondere die Identifizierung von Leasingverhältnissen auf Basis des im IFRS 16 verankerten Kontrollkonzepts als komplex erweisen kann. In dem Zusammenhang bestehende Auslegungsfragen werden die Praxis noch vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig eröffnet diese Komplexität wiederum Möglichkeiten zur Vertragsgestaltung, um eine Bilanzierung nach IFRS 16 zu vermeiden.

Fazit: Aufgrund der Komplexität der neuen Leasingbilanzierung sollten sich sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber möglichst frühzeitig umfassend mit den Änderungen befassen. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen und sich daraus ergebenden Reaktionen der Marktteilnehmer die neue Leasingbilanzierung zur Folge haben wird.

 

Weiterführende Links zu diesem Thema:

http://www.pwc.de/de/rechnungslegung/online-fragebogen.html

http://www.pwc.de/de/deals/unsere-pwc-experten-im-gespraech-auswirkungen-der-neuen-leasingbilanzierung-auf-die-kaufpreismittlung-im-rahmen-von-transaktionen.html