Kategorie: Accounting

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Accounting RSS-Feed

Aktuelle Entwicklungen zur Risikotragfähigkeit

Die BaFin hat am 24. Mai 2018 zusammen mit der Deutschen Bundesbank den überarbeiteten Leitfaden „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung“ final veröffentlicht, welcher den bisher gültigen Leitfaden aus dem Jahre 2011 ablöst. Gültig ist der Leitfaden für alle national von der BaFin regulierten Institute. Somit sind in erster Linie alle nicht von der EZB direkt überwachten Institute von der Neuregelung betroffen. Jedoch orientiert sich der neue Leitfaden in Bezug auf die aufsichtliche Erwartungshaltung eng an dem im November 2018 von der EZB finalisierten ICAAP-Leitfaden (Leitfaden der EZB für den bankinternen Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP)), so dass EZB und nationale Aufsicht in Deutschland hier grundsätzlich gleichgerichtete Anforderungen an die Institute stellen.

Der BaFin-Leitfaden gibt die Erwartungshaltung der Aufsicht an die institutsinterne Aus­ge­staltung der Risikotragfähigkeit wider und ist damit erster Beurteilungsmaßstab in Bezug auf die sachlich-methodische Angemessenheit der Risikotragfähigkeit des jeweiligen Institutes.

Der neue Leitfaden unterscheidet nicht mehr in die Perspektiven der Fortführung („going concern“) und Liquidation („gone concern“) sondern zwischen ökonomischer und normativer Perspektive. Die normative Perspektive basiert dabei auf den Mindestkapitalanforderungen für Banken in der Baseler Säule 1 sowie SREP- und sonstigen Eigenkapitalzuschlägen. Auf dieser Betrachtung liegt das Hauptaugenmerk der Beaufsichtigung bei Kreditinstituten, da sie auch als Ausgangspunkt für die Kapitalanforderungen unter Betrachtung verschiedener Szenariorechnungen (Basis-, adverses Szanario) dient.

Bis auf Weiteres erlaubt die deutsche Aufsicht gemäß Annex zum Leitfaden jedoch auch noch die weitere Nutzung der so genannten „Going Concern-Ansätze alter Prägung“, weist jedoch explizit auf die unbestimmte zeitliche Begrenzung dieser Regelung hin. Entscheidend für die Dauer dieser Übergangsregelung dürfte der weitere Fahrplan der EZB hinsichtlich der Überwachung der weniger signifikanten Institute (LSI) sein. Hiervon sind auch Finanzdienstleister und somit Leasinggesellschaften betroffen.

Da die Anforderungen der Säule I auf Finanzdienstleistungsinstitute und damit auch Leasinggesellschaften nicht anwendbar sind, kann die normative Perspektive in dieser spezifischen Form nicht zur Anwendung kommen. Dies bedeutet zunächst, dass weiterhin eine Kapitalplanungsrechnung zu erstellen ist, um die Kapitalanforderungen unter Betrachtung verschiedener Szenarien ermitteln zu können.

Die weiteren Auswirkungen auf Leasinggesellschaften hängen stark von der bisherigen Vorgehensweise bei der Risikotragfähigkeitsbetrachtung ab.

Leasinginstitute, die bei der Risikotragfähigkeitsrechnung den Substanzwert in die Betrachtung einbeziehen, erfüllen sicherlich die Anforderungen einer ökonomischen Perspektive.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die deutsche Aufsicht für die ökonomische Perspektive im Leitfaden ein Konfidenzniveau von 99,9 % bei der Quantifizierung von Risiken (z. B. mit Hilfe von Value at Risk-Ansätzen) fordert. Viele Leasinginstitute erreichen dieses Niveau im Rahmen ihrer RTF-Rechnung derzeit noch nicht und müssen sich somit Gedanken machen, wie auch bei den erhöhten Anforderungen die Risikotragfähigkeit künftig sichergestellt werden kann.

Leasinggesellschaften, welche dagegen keinen Substanzwert ermitteln oder diesen bei der Risikotragfähigkeitsrechnung nicht berücksichtigen, erfüllen regelmäßig nicht die Anforderungen einer ökonomischen Betrachtung. Sie können derzeit noch die Übergangsregelungen (Annex) in Anspruch nehmen, jedoch empfiehlt es sich, die Risikotragfähigkeitsrechnung im Hinblick auf die ökonomische Betrachtung sowie die steigenden Anforderungen hinsichtlich des Konfidenzniveaus frühzeitig weiterzuentwickeln, denn die Möglichkeit der fortgesetzten Nutzung aktuell implementierter Going Concern-Ansätze ist unserer Einschätzung nach als „Platzhalter“ für die künftige Entwicklung eines ökonomischen Ansatzes zu verstehen.

Die Bedeutung der Substanz­wertrechnung als Basis auch für die Risikotragfähigkeitsermittlung gewinnt vor diesem Hinter­grund weiter an Bedeutung. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich die Substanzwertrechnung bei der Weiterentwicklung des ICAAP noch einmal auf den Prüfstand zu stellen bzw. – sofern eine solche bislang nicht erstellt wird – die Notwendigkeit für deren Erstellung erneut zu beurteilen.

Gemäß dem Anschreiben der BaFin zum überarbeiteten RTF-Leitfaden sind zunächst keine Fristen für die Institute zur Umsetzung der aktualisierten Vorschriften verbunden. Ein wesentlicher Grund liegt sicherlich in der weiteren Zulässigkeit der bestehenden Going Concern-Ansätze (Annex). Die BaFin weist jedoch explizit darauf hin, dass sich diejenigen Institute, welche die bestehenden Going Concern-Verfahren weiter nutzen wollen, heute schon Gedanken über die zukünftige Umsetzung der jetzt aktualisierten Anforderungen (z.B. im Rahmen von Proberechnungen) machen sollten. Diese Sichtweise kommt aktuell wahrnehmbar auch im Rahmen von Sonderprüfungen nach § 44 KWG und den bank­auf­sichtlichen Jahresgesprächen mit der Geschäftsleitung  sehr deutlich zum Ausdruck.

Bei Fragen hilft Ihnen unser Experte Daniel Puls (daniel.puls@pwc.com) gerne weiter.

Das PwC-Leasing Team wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2019

In einem kurzen Video wollen mein Kollege Michael Benner und ich gemeinsam mit Ihnen das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Was die Leasingbranche und uns in den letzten Monaten bewegt hat, sehen Sie im PwC-Leasing Jahresrückblick 2018.

Wir bedanken uns bei Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und wollen bereits an dieser Stelle versichern, dass wir Sie auch im kommenden Jahr mit aktuellen Themen rund um das Thema Leasing auf dem Laufenden halten werden.

Besinnliche Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr wünscht Ihnen,

Michael Henneberger und das gesamte PwC-Leasing Team

IFRS 16 – der Countdown läuft

Der neue Leasingstandard IFRS 16 ist ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden. Die wesentlichen Veränderungen ergeben sich dabei für die Leasingnehmer, die grundsätzlich alle Leasingverhältnisse „on balance“ abbilden müssen. In der praktischen Umsetzung zeigt sich, dass dies Unternehmen vor großen und sehr unterschiedlichen Herausforderungen stellt. Um Ihnen zu den aktuellen Herausforderungen einen einfachen und schnellen Überblick zu vermitteln, hat PwC eine Serie von IFRS 16 Videos erstellt, die Sie unter folgendem Link finden:

www.youtube.com/pwc/IFRS_16

 

Neben den allgemeinen Herausforderungen ergeben sich auch branchenspezifische Besonderheiten des Financial Services Bereichs. Diese werden in IFRS 16 im Banken – und Finanzdienstleistungssektor beleuchtet.

Leasingforum 2018 – Wir freuen uns mit spannenden Themen auf Sie

In unserem jährlichen Leasingforum möchten wir Ihnen unsere Sicht über aktuellen Themen, welche die Branche bewegen, vorstellen und diese mit Ihnen diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir für Sie eine spannende Agenda vorbereitet.  

Das Thema Digitalisierung steht hierbei im Mittelpunkt.. Hierzu möchten wir mit Ihnen die rechtlichen Aspekte der Digitalisierung in Bezug auf die EU-Datenschutzgrundverordnung und deren Umsetzungsstand beleuchten sowie neue technologische Möglichkeiten wie den Einsatz von Robotics in der Praxis betrachten.

Da Innovation, agiles Handeln und neue Herangehensweisen an Herausforderungen – nicht nur im Bereich der Digitalisierung – insbesondere in der Leasingbranche  wesentliche Differenzierungsfaktoren sind, werden wir Ihnen einen Einblick in unser Experience Center bieten, wo Sie in verschiedenen Kurzworkshops Innovation selbst erleben können.

Darüber hinaus informieren wir Sie kurz und prägnant über weitere aktuellen Themen, die die Branche betreffen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9.30 bis 12:45 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Donnerstag, 30. August 2018, Frankfurt am Main     
Donnerstag, 06. September 2018, Düsseldorf
Dienstag, 18. September 2018, München

Unter folgenden Link können Sie sich unser Leasingforum anmelden:www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrüßen zu dürfen. 

 

Sind Leasinginstitute bald auch Zahlungsinstitut?

Die Frage, ob Leasinggesellschaften nicht nur Finanzdienstleistungs- sondern auch Zahlungsinstitute sind, beschäftigt die Branche derzeit intensiv. Zahlungsinstitute sind dabei Gesellschaften, die Zahlungsdienste gewerbemäßig erbringen. Regelungen für Zahlungsdienste finden sich im Zahlungsdienstaufsichtsgesetz (ZAG). Gem. § 1 Abs. 2 ZAG werden sechs Dienstleistungen abschließend als Zahlungsdienste definiert. Insbesondere das Finanztransfergeschäft ist dabei für eine Vielzahl von Unternehmen von großer Bedeutung. Es umfasst letztlich die Geldannahme von Kunden und Weiterleitung an einen dritten Dienstleister. Klassische Beispiele hierfür sind „Western Union“ aber auch gem. „Lieferhelden-Urteil“ des Landgerichts Köln vom 29. September 2011 (Az. 81 O 91/11) Vermittlungsportale im Internet. Leasinggesellschaften könnten insofern betroffen sein, da sie häufig Leasingverträge mit zusätzlichen Leistungen anbieten, welche letztlich durch Dritten erbracht werden. Die Leasingzahlungen vom Kunden werden dann anteilig vom Leasinggeber an den Dienstleister weitergeleitet. Hierzu könnten neben z.B. Wartungs-, Versicherungsleistungen und auch die Zahlung von GEZ-Gebühren zählen.

Ob Leasinggesellschaften auch als Zahlungsinstitut zu klassifizieren sind, ist derzeit Gegenstand einer Diskussion des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) und der BaFin.

Zahlungsinstitute unterliegen – ebenso wie Finanzdienstleister- der Aufsicht durch die BaFin / Bundesbank. Unterschiede ergeben sich in den anzuwendenden Vorschriften. Beispielsweise müssen Zahlungsinstitute auch Vorschriften in Bezug auf das Eigenkapital gem. „Verordnung über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Zahlungsinstituten und E-Geld-Instituten nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz“ (ZAG-Instituts-Eigenkapitalverordnung – ZIEV) berücksichtigen. Da für den Ausweis in der Bilanz und GuV die Vorschriften der „Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute E-Geld- Institute“ (RechZahlV) und für den Abschlussprüfer die „Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Zahlungsinstitute sowie die darüber zu erstellenden Berichte“ (Zahlungsinstituts-Prüfungsberichtsverordnung – ZahlPrüfbV) gelten, könnten sich sowohl Änderungen im Ausweis von Bilanz und GuV als auch beim Prüfungsscope und dem Inhalt des Prüfungsbericht ergeben. Für Leasinggesellschaften ergäbe sich aus einer Doppelaufsicht darüber hinaus noch ggf. ein Mehraufwand aus der notwendigen Abstimmung mit zwei Referendariaten bei der BaFin, von denen man künftig betreut werden würde.

Der BDL empfiehlt bis zur grundsätzlichen Klärung eine Abstimmung mit der BaFin bzgl. des eigenen Geschäftsmodells und einer sich daraus möglichen Betroffenheit zu suchen.

MaRisk Novelle 2017: Handlungsbedarf für Leasinginstitute

Am 27. Oktober 2017 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die neuen Mindestanforderungen für das Risikomanagement (MaRisk) bekannt gegeben. Wie erwartet differenziert die BaFin in den MaRisk hinsichtlich der Umsetzungsfristen nach

  • Klarstellungen, die keine neuen Regelungsinhalte mit sich bringen und lediglich die existierende Verwaltungspraxis widerspiegeln bzw. verdeutlichen,
  • Neuerungen, h. alle sonstigen Änderungen und
  • Umsetzungsfristen für den Bereich AT 4.3.4 (Risikodatenaggregationen)

Während Klarstellungen direkt (mit Veröffentlichung der Endfassung) umzusetzen sind, gilt für Neuerungen eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Oktober 2018. Zur Ermittlung des aktuellen Handlungsbedarfs ist für Leasinggesellschaften daher die Unterscheidung zwischen Klarstellung und Neuerung von zentaler Bedeutung.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über wesentliche Klarstellungen, die von Leasinggesellschaften direkt umzusetzen sind.

Risikotragfähigkeit gemäß AT 4.1

Im Hinblick auf die Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Risikotragfähigkeitsrechnung liegt der Schwerpunkt – in Anlehnung an die BCBS-Anforderungen – auf der Angemessenheit der Annahmen und Datensätze sowie der Modellrisiken. Leasinginstitute müssen mittels eines Inventars oder Katalogs jederzeit einen aktuellen und vollständigen Überblick über ihre zur Risikoquantifizierung verwendeten Methoden und Verfahren gewährleisten. Sofern externe Daten in die Risikorechnung einfließen, darf die Verwendung nicht unreflektiert erfolgen.

Stresstests gemäß AT 4.3.3

In AT 4.3.3 Tz. 2 der MaRisk stellt die BaFin klar, wie sie den Begriff der „Stresstests auf Gesamtinstitutsebene“ auslegt. Der Gesamtinstitutsstresstest fasst institutseigene und marktweite Ursachen zu einem kombinierten Szenario zusammen. Dabei sollen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Risikoarten simuliert werden, um deren Effekte differenziert zu betrachten. Insbesondere kleinere Institute stehen vor der Herausforderung die Anforderungen passend zu ihrer Geschäftstätigkeit sowohl für die Institutsebene als auch für die Gruppenebene umzusetzen. Dies bedeutet für die Institute ggf. eine Neukonzeption der Stresstests.

Risikoberichterstattung gemäß BT 3.1 und BT 3.2

Die Klarstellungen in Bezug auf die Risikoberichterstattung sollen die Qualität der Risikoinformationen sowie die Zeitnähe und Vollständigkeit der Berichtsinhalte an die Unternehmensleitung und den Aufsichtsrat fördern. Erhöhter Anpassungsbedarf besteht ggf. aufgrund der Anforderung, dass die Risikoberichte auch eine zukunftsorientierte Risikoeinschätzung (qualitativ sowie quantitativ) beinhalten und sich nicht ausschließlich auf aktuelle und historische Daten stützen sollen. Darüber hinaus sind Änderungen der wesentlichen Annahmen oder Parameter, die den Verfahren zur Beurteilung der Marktpreisrisiken zugrunde liegen, explizit anzugeben.

Technisch-organisatorische Ausstattung gemäß AT 7.2

Neu aufgenommen in die MaRisk wurden Anforderungen an das IT-Risikomanagement. So fordern die MaRisk in AT 7.2 Tz. 4 angemessene Überwachungs- und Steuerungsprozesse für IT Risiken. Dies gilt gem. AT 7.2 Tz. 5 auch für den Einsatz von selbst entwickelten Anwendungen (sog. Individuelle Datenverarbeitung – „IDV“). Somit sind IT Risiken als eigenständige Risikokategorie zu behandeln und folglich in einem umfassenden IT-Risikomanagement abzubilden. Konkretisierend hat die Aufsicht Anfang November 2017 mit dem RS 10/2017 (BA) „Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT)“ Ihre Erwartungshaltung klar gestellt. Grundsätzlich gelten für die BAIT und die in diesem Zusammenhang stehenden MaRisk Regelungen keine Umsetzungsfristen, was einige Institute vor Herausforderungen stellen könnte.

Auslagerungen gemäß AT 9

Darüber hinaus wurde der Abschnitt AT 9 angepasst. Nach unserem Verständnis handelt es sich teilweise um redaktionelle Anpassungen bzw. Klarstellungen (u.a. zivilrechtliche Gestaltung, gruppenweite sowie einheitliche Rahmenvorgaben für die Risikoanalyse, Eskalation bei Schlechtleistung, im Auslagerungsvertrag abzudeckende (Mindest-)Regelungen und sonstigen Sicherheitsanforderungen), die sofort gültig sind. Weiterführende Informationen finden Sie im nachfolgenden Blogbeitrag unter https://blogs.pwc.de/leasing-online.

Fazit

Die dargestellten Klarstellungen zeigen auf, dass auch für die Leasinginstitute durchaus auch kurzfristig ein erhöhter Anpassungsbedarf bestehen kann.

Da sich der Aufwand je nach Institutsgröße und Komplexität des Geschäftsmodells unterscheidet, kann der aktuelle MaRisk-Umsetzungsstand des Weiteren Anlass zu Diskussionen in den derzeit laufenden Jahresabschlussprüfungen geben. Ebenfalls wird er zum Gegenstand der nächsten Gespräche mit der Aufsicht werden. Bereiten Sie sich zeitnah darauf vor und schließen Sie bestehende Lücken möglichst frühzeitig.

IFRS 16 – Übernahme in EU-Recht

Durch die Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2017/1986 im EU-Amtsblatt am 9. November 2017 hat die EU Kommission IFRS 16 Leasingverhältnisse endgültig in EU-Recht übernommen. Die Erstanwendung des Standards ist bis spätestens zum 1. Januar 2019 vorgesehen. Eine vorzeitige Anwendung zum 1. Januar 2018 ist möglich.

Der neue Standard beinhaltet insbesondere weitreichende Neuerungen für Leasingnehmer. Die Grundidee der Bilanzierung auf Ebene des Leasingnehmers basiert dabei auf dem Right-of-Use-Modell. Die Leasingnehmer sehen sich damit umfangreichsten Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Die Komplexität und die Kosten der Abschlusserstellung werden sich dadurch erheblich erhöhen.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert, neue Anforderungen betreffen hier insbesondere neue Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen können sich aber auch für Leasinggeber aufgrund  möglicher Nachfrageänderungen der Leasingnehmer ergeben. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber das Risiko Marktanteile zu verlieren aber auch die  Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch seine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

 

Institutsvergütungsverordnung – wesentliche Auswirkung für Leasinginstitute

Zur Umsetzung von internationalen Richtlinien und Vorgaben wurde die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) angepasst und am 4. August 2017 in Kraft gesetzt.

Eine gute Nachricht für die meisten Leasinggesellschaften besteht darin, dass die Identifizierungspflicht von Risikoträgern für alle Institute nicht umgesetzt wurde. Weiterhin besteht diese Verpflichtung nur für die bedeutenden Institute. Insbesondere aufgrund des Schwellenwertes von § 17 Abs. 1 InstitutsVergV in Höhe von € 15 Mrd. Bilanzsumme im Durchschnitt der letzten drei Jahre, dürften nur wenige Leasinggesellschaften hiervon sowie den damit verbundenen weiteren Änderungen betroffen sein.

Obwohl die Verordnung gem. § 28 InstitutsVergV erst mit Beginn des nächsten Bemessungszeitraums i.S. § 19 InstitutsVergV umzusetzen ist, ist bereits heute zu beachten, dass sich Änderungen in einzelnen Definitionen ergeben haben. So wurde die Definition der variablen Vergütung dahingehend angepasst, dass alle Bestandteile, die nicht gem. § 2 Abs. 6 InstitutsVergV fix sind, als variabel anzusehen sind. Hiervon betroffen sind grundsätzlich auch Abfindungen und Zulagen, welche nur unter engen Voraussetzungen als fixer Bestandteil klassifiziert werden können. Auswirkungen in Bezug auf den Bonus Cap gem. § 25 Abs. 5 KWG sind für Leasinggesellschaften allerdings nicht von Bedeutung, da diese gem. § 2 Abs. 7a KWG von deren Anwendung ausgenommen sind.

In Bezug auf Abfindungen haben Leasinggesellschaften künftige Grundsätze zu fixieren, die einen Höchstbetrag oder Kriterien für die Bestimmung regeln. Darüber hinaus ist das Vergütungssystem jährlich zu überprüfen und sofern Mängel festgestellt werden, ein Maßnahmenplan zu erstellen und die umgesetzten Maßnahme zu dokumentieren.

Da die neuen Vorschriften bereits Gegenstand der anstehenden Jahresabschlussprüfung sein werden, sollten Leasinggesellschaften im Rahmen einer GAP-Analyse den individuellen Anpassungsbedarf ermitteln und entsprechende Maßnahmen definieren bzw. bereits umsetzen.

Weitere Informationen zur Institutsvergütungsverordnung finden Sie hier.

Leasingforum 2017

In unserem jährlichen Leasingforum möchten wir mit Ihnen unsere Sicht über aktuellen Themen, die die Branche bewegen, vorstellen und diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir für Sie eine spannende Agenda vorbereitet.

Die Themen Digitalisierung und Informationstechnologie stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Dabei ist das Wachstumspotential aus dem digitalen Wandel für die Leasingbranche Gegenstand unseres ersten Vortrags und wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

In Anbetracht der jüngsten Cyberangriffe und der aktuellen IT-Prüfungsschwerpunkte der BaFin werden wir auch das Thema IT-Sicherheit betrachten. Unsere IT-Experten werden dazu unter anderem auf die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT sowie auf Fragen zum Thema Cyber-Security eingehen.

Des Weiteren erwartet Sie ein Vortrag über die Neuerungen der 4. EU-Geldwäscherichtlinie, welche mit Wirkung zum 26. Juni 2017 mit der Veröffentlichung im Bundesblatt in Kraft getreten ist. Den heute aktuellen Stand der Diskussion finden Sie auch in dem folgenden PwC Blog-Beitrag.

Auch in Bezug auf die steuerlichen Neuerungen für Leasinggesellschaften werden Sie durch unseren vierten Beitrag auf den aktuellsten Stand der Entwicklung bringen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9:00 bis 13:30 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Dienstag, 29. August 2017; 60327 Frankfurt am Main

Donnerstag, 7. September 2017; 40227 Düsseldorf

Dienstag, 19. September 2017; 80636 München

Unter folgendem Link können Sie sich für unser Leasingforum anmelden: www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrüßen zu dürfen.

Abschlussprüfungsreform – Auswirkungen auch auf Leasinggesellschaften?

Seit dem 17. Juni 2016 gilt die neue Abschlussprüfungsreform (AReG), die sich vor allem an Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public Interested Entities „PIE“) und deren Abschlussprüfer richtet.

PIEs sind wie folgt definiert:

  • Unternehmen, deren übertragbare Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind,
  • Kreditinstitute,
  • Versicherungsunternehmen und
  • Unternehmen, die von den Mitgliedstaaten als Unternehmen von öffentlichem Interesse bestimmt werden.

Im Gegensatz zu Kreditinstituten – sofern diese das Kredit- und das Einlagengeschäft betreiben – gelten Finanzdienstleistungsinstitute nicht als geborene PIE, weshalb der überwiegende Teil der Leasinggesellschaften nicht unter die PIE-Definition. Ausnahmen können sich ergeben, sofern Leasinggesellschaften z.B. börsennotiert sind. Gehören Leasinggesellschaften einer Unternehmensgruppe an, welche auch einen PIE beinhaltet, können die Auswirkungen aufgrund interner Gruppenvorgaben auch für die Leasinggesellschaft relevant werden.

Die Abschlussprüfungsreform betrifft vor allem die folgenden Bereiche:

  • Externe Rotation des Abschlussprüfers,
  • Durchführung von Nichtprüfungsleistungen durch den Abschlussprüfer,
  • Aufgaben des Prüfungsausschusses (als Teil des Aufsichtsorgans) sowie,
  • die Berichterstattung des Abschlussprüfers (Bestätigungsvermerk).

Leasinggesellschaften sollten sich daher auch mit den Regelungen der Abschlussprüferreform vertraut machen und die Relevanz der neuen Regelungen auf ihr Unternehmen überprüfen. Für mehr Informationen Klicken Sie auf folgenden Link:

http://www.pwc.de/de/abschlusspruefungsreform.html

/* */