Kategorie: Accounting

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Aktuelle Entwicklungen zur Risikotragfähigkeit

Die BaFin hat am 24. Mai 2018 zusammen mit der Deutschen Bundesbank den √ľberarbeiteten Leitfaden ‚ÄěAufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragf√§higkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung (‚ÄěICAAP‚Äú) ‚Äď Neuausrichtung‚Äú final ver√∂ffentlicht, welcher den bisher g√ľltigen Leitfaden aus dem Jahre 2011 abl√∂st. G√ľltig ist der Leitfaden f√ľr alle national von der BaFin regulierten Institute. Somit sind in erster Linie alle nicht von der EZB direkt √ľberwachten Institute von der Neuregelung betroffen. Jedoch orientiert sich der neue Leitfaden in Bezug auf die aufsichtliche Erwartungshaltung eng an dem im November 2018 von der EZB finalisierten ICAAP-Leitfaden (Leitfaden der EZB f√ľr den bankinternen Prozess zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung (Internal Capital Adequacy Assessment Process ‚Äď ICAAP)), so dass EZB und nationale Aufsicht in Deutschland hier grunds√§tzlich gleichgerichtete Anforderungen an die Institute stellen.

Der BaFin-Leitfaden gibt die Erwartungshaltung der Aufsicht an die institutsinterne Aus­ge­staltung der Risikotragfähigkeit wider und ist damit erster Beurteilungsmaßstab in Bezug auf die sachlich-methodische Angemessenheit der Risikotragfähigkeit des jeweiligen Institutes.

Der neue Leitfaden unterscheidet nicht mehr in die Perspektiven der Fortf√ľhrung (‚Äěgoing concern‚Äú) und Liquidation (‚Äěgone concern‚Äú) sondern zwischen √∂konomischer und normativer Perspektive. Die normative Perspektive basiert dabei auf den Mindestkapitalanforderungen f√ľr Banken in der Baseler S√§ule 1 sowie SREP- und sonstigen Eigenkapitalzuschl√§gen. Auf dieser Betrachtung liegt das Hauptaugenmerk der Beaufsichtigung bei Kreditinstituten, da sie auch als Ausgangspunkt f√ľr die Kapitalanforderungen unter Betrachtung verschiedener Szenariorechnungen (Basis-, adverses Szanario) dient.

Bis auf Weiteres erlaubt die deutsche Aufsicht gem√§√ü Annex zum Leitfaden jedoch auch noch die weitere Nutzung der so genannten ‚ÄěGoing Concern-Ans√§tze alter Pr√§gung‚Äú, weist jedoch explizit auf die unbestimmte zeitliche Begrenzung dieser Regelung hin. Entscheidend f√ľr die Dauer dieser √úbergangsregelung d√ľrfte der weitere Fahrplan der EZB hinsichtlich der √úberwachung der weniger signifikanten Institute (LSI) sein. Hiervon sind auch Finanzdienstleister und somit Leasinggesellschaften betroffen.

Da die Anforderungen der Säule I auf Finanzdienstleistungsinstitute und damit auch Leasinggesellschaften nicht anwendbar sind, kann die normative Perspektive in dieser spezifischen Form nicht zur Anwendung kommen. Dies bedeutet zunächst, dass weiterhin eine Kapitalplanungsrechnung zu erstellen ist, um die Kapitalanforderungen unter Betrachtung verschiedener Szenarien ermitteln zu können.

Die weiteren Auswirkungen auf Leasinggesellschaften hängen stark von der bisherigen Vorgehensweise bei der Risikotragfähigkeitsbetrachtung ab.

Leasinginstitute, die bei der Risikotragf√§higkeitsrechnung den Substanzwert in die Betrachtung einbeziehen, erf√ľllen sicherlich die Anforderungen einer √∂konomischen Perspektive.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die deutsche Aufsicht f√ľr die √∂konomische Perspektive im Leitfaden ein Konfidenzniveau von 99,9 % bei der Quantifizierung von Risiken (z. B. mit Hilfe von Value at Risk-Ans√§tzen) fordert. Viele Leasinginstitute erreichen dieses Niveau im Rahmen ihrer RTF-Rechnung derzeit noch nicht und m√ľssen sich somit Gedanken machen, wie auch bei den erh√∂hten Anforderungen die Risikotragf√§higkeit k√ľnftig sichergestellt werden kann.

Leasinggesellschaften, welche dagegen keinen Substanzwert ermitteln oder diesen bei der Risikotragf√§higkeitsrechnung nicht ber√ľcksichtigen, erf√ľllen regelm√§√üig nicht die Anforderungen einer √∂konomischen Betrachtung. Sie k√∂nnen derzeit noch die √úbergangsregelungen (Annex) in Anspruch nehmen, jedoch empfiehlt es sich, die Risikotragf√§higkeitsrechnung im Hinblick auf die √∂konomische Betrachtung sowie die steigenden Anforderungen hinsichtlich des Konfidenzniveaus fr√ľhzeitig weiterzuentwickeln, denn die M√∂glichkeit der fortgesetzten Nutzung aktuell implementierter Going Concern-Ans√§tze ist unserer Einsch√§tzung nach als ‚ÄěPlatzhalter‚Äú f√ľr die k√ľnftige Entwicklung eines √∂konomischen Ansatzes zu verstehen.

Die Bedeutung der Substanz¬≠wertrechnung als Basis auch f√ľr die Risikotragf√§higkeitsermittlung gewinnt vor diesem Hinter¬≠grund weiter an Bedeutung. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich die Substanzwertrechnung bei der Weiterentwicklung des ICAAP noch einmal auf den Pr√ľfstand zu stellen bzw. ‚Äď sofern eine solche bislang nicht erstellt wird ‚Äď die Notwendigkeit f√ľr deren Erstellung erneut zu beurteilen.

Gem√§√ü dem Anschreiben der BaFin zum √ľberarbeiteten RTF-Leitfaden sind zun√§chst keine Fristen f√ľr die Institute zur Umsetzung der aktualisierten Vorschriften verbunden. Ein wesentlicher Grund liegt sicherlich in der weiteren Zul√§ssigkeit der bestehenden Going Concern-Ans√§tze (Annex). Die BaFin weist jedoch explizit darauf hin, dass sich diejenigen Institute, welche die bestehenden Going Concern-Verfahren weiter nutzen wollen, heute schon Gedanken √ľber die zuk√ľnftige Umsetzung der jetzt aktualisierten Anforderungen (z.B. im Rahmen von Proberechnungen) machen sollten. Diese Sichtweise kommt aktuell wahrnehmbar auch im Rahmen von Sonderpr√ľfungen nach ¬ß 44 KWG und den bank¬≠auf¬≠sichtlichen Jahresgespr√§chen mit der Gesch√§ftsleitung¬† sehr deutlich zum Ausdruck.

Bei Fragen hilft Ihnen unser Experte Daniel Puls (daniel.puls@pwc.com) gerne weiter.

Das PwC-Leasing Team w√ľnscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2019

In einem kurzen Video wollen mein Kollege Michael Benner und ich gemeinsam mit Ihnen das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Was die Leasingbranche und uns in den letzten Monaten bewegt hat, sehen Sie im PwC-Leasing Jahresr√ľckblick 2018.

Wir bedanken uns bei Ihnen f√ľr das entgegengebrachte Vertrauen und wollen bereits an dieser Stelle versichern, dass wir Sie auch im kommenden Jahr mit aktuellen Themen rund um das Thema Leasing auf dem Laufenden halten werden.

Besinnliche Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr w√ľnscht Ihnen,

Michael Henneberger und das gesamte PwC-Leasing Team

IFRS 16 Рder Countdown läuft

Der neue Leasingstandard IFRS 16 ist ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden. Die wesentlichen Ver√§nderungen ergeben sich dabei f√ľr die Leasingnehmer, die grunds√§tzlich alle Leasingverh√§ltnisse ‚Äěon balance‚Äú abbilden m√ľssen. In der praktischen Umsetzung zeigt sich, dass dies Unternehmen vor gro√üen und sehr unterschiedlichen Herausforderungen stellt. Um Ihnen zu den aktuellen Herausforderungen einen einfachen und schnellen √úberblick zu vermitteln, hat PwC eine Serie von IFRS 16 Videos erstellt, die Sie unter folgendem Link finden:

www.youtube.com/pwc/IFRS_16

 

Neben den allgemeinen Herausforderungen ergeben sich auch branchenspezifische Besonderheiten des Financial Services Bereichs. Diese werden in IFRS 16 im Banken ‚Äď und Finanzdienstleistungssektor beleuchtet.

Leasingforum 2018 ‚Äď Wir freuen uns mit spannenden Themen auf Sie

In unserem j√§hrlichen Leasingforum m√∂chten wir Ihnen unsere Sicht √ľber aktuellen Themen, welche die Branche bewegen, vorstellen und diese mit Ihnen diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir f√ľr Sie eine spannende Agenda vorbereitet.  

Das Thema Digitalisierung steht hierbei im Mittelpunkt.. Hierzu möchten wir mit Ihnen die rechtlichen Aspekte der Digitalisierung in Bezug auf die EU-Datenschutzgrundverordnung und deren Umsetzungsstand beleuchten sowie neue technologische Möglichkeiten wie den Einsatz von Robotics in der Praxis betrachten.

Da Innovation, agiles Handeln und neue Herangehensweisen an Herausforderungen – nicht nur im Bereich der Digitalisierung – insbesondere in der Leasingbranche  wesentliche Differenzierungsfaktoren sind, werden wir Ihnen einen Einblick in unser Experience Center bieten, wo Sie in verschiedenen Kurzworkshops Innovation selbst erleben k√∂nnen.

Dar√ľber hinaus informieren wir Sie kurz und pr√§gnant √ľber weitere aktuellen Themen, die die Branche betreffen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9.30 bis 12:45 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Donnerstag, 30. August 2018, Frankfurt am Main     
Donnerstag, 06. September 2018, D√ľsseldorf
Dienstag, 18. September 2018, M√ľnchen

Unter folgenden Link können Sie sich unser Leasingforum anmelden:www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begr√ľ√üen zu d√ľrfen. 

 

Sind Leasinginstitute bald auch Zahlungsinstitut?

Die Frage, ob Leasinggesellschaften nicht nur Finanzdienstleistungs- sondern auch Zahlungsinstitute sind, besch√§ftigt die Branche derzeit intensiv. Zahlungsinstitute sind dabei Gesellschaften, die Zahlungsdienste gewerbem√§√üig erbringen. Regelungen f√ľr Zahlungsdienste finden sich im Zahlungsdienstaufsichtsgesetz (ZAG). Gem. ¬ß 1 Abs. 2 ZAG werden sechs Dienstleistungen abschlie√üend als Zahlungsdienste definiert. Insbesondere das Finanztransfergesch√§ft ist dabei f√ľr eine Vielzahl von Unternehmen von gro√üer Bedeutung. Es umfasst letztlich die Geldannahme von Kunden und Weiterleitung an einen dritten Dienstleister. Klassische Beispiele hierf√ľr sind ‚ÄěWestern Union‚Äú aber auch gem. ‚ÄěLieferhelden-Urteil‚Äú des Landgerichts K√∂ln vom 29. September 2011 (Az. 81 O 91/11) Vermittlungsportale im Internet. Leasinggesellschaften k√∂nnten insofern betroffen sein, da sie h√§ufig Leasingvertr√§ge mit zus√§tzlichen Leistungen anbieten, welche letztlich durch Dritten erbracht werden. Die Leasingzahlungen vom Kunden werden dann anteilig vom Leasinggeber an den Dienstleister weitergeleitet. Hierzu k√∂nnten neben z.B. Wartungs-, Versicherungsleistungen und auch die Zahlung von GEZ-Geb√ľhren z√§hlen.

Ob Leasinggesellschaften auch als Zahlungsinstitut zu klassifizieren sind, ist derzeit Gegenstand einer Diskussion des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) und der BaFin.

Zahlungsinstitute unterliegen ‚Äď ebenso wie Finanzdienstleister- der Aufsicht durch die BaFin / Bundesbank. Unterschiede ergeben sich in den anzuwendenden Vorschriften. Beispielsweise m√ľssen Zahlungsinstitute auch Vorschriften in Bezug auf das Eigenkapital gem. ‚ÄěVerordnung √ľber die angemessene Eigenkapitalausstattung von Zahlungsinstituten und E-Geld-Instituten nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz‚Äú (ZAG-Instituts-Eigenkapitalverordnung – ZIEV) ber√ľcksichtigen. Da f√ľr den Ausweis in der Bilanz und GuV die Vorschriften der ‚ÄěVerordnung √ľber die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute E-Geld- Institute‚Äú (RechZahlV) und f√ľr den Abschlusspr√ľfer die ‚ÄěVerordnung √ľber die Pr√ľfung der Jahresabschl√ľsse der Zahlungsinstitute sowie die dar√ľber zu erstellenden Berichte‚Äú (Zahlungsinstituts-Pr√ľfungsberichtsverordnung – ZahlPr√ľfbV) gelten, k√∂nnten sich sowohl √Ąnderungen im Ausweis von Bilanz und GuV als auch beim Pr√ľfungsscope und dem Inhalt des Pr√ľfungsbericht ergeben. F√ľr Leasinggesellschaften erg√§be sich aus einer Doppelaufsicht dar√ľber hinaus noch ggf. ein Mehraufwand aus der notwendigen Abstimmung mit zwei Referendariaten bei der BaFin, von denen man k√ľnftig betreut werden w√ľrde.

Der BDL empfiehlt bis zur grundsätzlichen Klärung eine Abstimmung mit der BaFin bzgl. des eigenen Geschäftsmodells und einer sich daraus möglichen Betroffenheit zu suchen.

MaRisk Novelle 2017: Handlungsbedarf f√ľr Leasinginstitute

Am 27. Oktober 2017 hat die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die neuen Mindestanforderungen f√ľr das Risikomanagement (MaRisk) bekannt gegeben. Wie erwartet differenziert die BaFin in den MaRisk hinsichtlich der Umsetzungsfristen nach

  • Klarstellungen, die keine neuen Regelungsinhalte mit sich bringen und lediglich die existierende Verwaltungspraxis widerspiegeln bzw. verdeutlichen,
  • Neuerungen, h. alle sonstigen √Ąnderungen und
  • Umsetzungsfristen f√ľr den Bereich AT 4.3.4 (Risikodatenaggregationen)

W√§hrend Klarstellungen direkt (mit Ver√∂ffentlichung der Endfassung) umzusetzen sind, gilt f√ľr Neuerungen eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Oktober 2018. Zur Ermittlung des aktuellen Handlungsbedarfs ist f√ľr Leasinggesellschaften daher die Unterscheidung zwischen Klarstellung und Neuerung von zentaler Bedeutung.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen kurzen √úberblick √ľber wesentliche Klarstellungen, die von Leasinggesellschaften direkt umzusetzen sind.

Risikotragfähigkeit gemäß AT 4.1

Im Hinblick auf die Angemessenheit der Methoden und Verfahren zur Risikotragf√§higkeitsrechnung liegt der Schwerpunkt – in Anlehnung an die BCBS-Anforderungen – auf der Angemessenheit der Annahmen und Datens√§tze sowie der Modellrisiken. Leasinginstitute m√ľssen mittels eines Inventars oder Katalogs jederzeit einen aktuellen und vollst√§ndigen √úberblick √ľber ihre zur Risikoquantifizierung verwendeten Methoden und Verfahren gew√§hrleisten. Sofern externe Daten in die Risikorechnung einflie√üen, darf die Verwendung nicht unreflektiert erfolgen.

Stresstests gemäß AT 4.3.3

In AT 4.3.3 Tz. 2 der MaRisk stellt die BaFin klar, wie sie den Begriff der ‚ÄěStresstests auf Gesamtinstitutsebene‚Äú auslegt. Der Gesamtinstitutsstresstest fasst institutseigene und marktweite Ursachen zu einem kombinierten Szenario zusammen. Dabei sollen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Risikoarten simuliert werden, um deren Effekte differenziert zu betrachten. Insbesondere kleinere Institute stehen vor der Herausforderung die Anforderungen passend zu ihrer Gesch√§ftst√§tigkeit sowohl f√ľr die Institutsebene als auch f√ľr die Gruppenebene umzusetzen. Dies bedeutet f√ľr die Institute ggf. eine Neukonzeption der Stresstests.

Risikoberichterstattung gemäß BT 3.1 und BT 3.2

Die Klarstellungen in Bezug auf die Risikoberichterstattung sollen die Qualit√§t der Risikoinformationen sowie die Zeitn√§he und Vollst√§ndigkeit der Berichtsinhalte an die Unternehmensleitung und den Aufsichtsrat f√∂rdern. Erh√∂hter Anpassungsbedarf besteht ggf. aufgrund der Anforderung, dass die Risikoberichte auch eine zukunftsorientierte Risikoeinsch√§tzung (qualitativ sowie quantitativ) beinhalten und sich nicht ausschlie√ülich auf aktuelle und historische Daten st√ľtzen sollen. Dar√ľber hinaus sind √Ąnderungen der wesentlichen Annahmen oder Parameter, die den Verfahren zur Beurteilung der Marktpreisrisiken zugrunde liegen, explizit anzugeben.

Technisch-organisatorische Ausstattung gemäß AT 7.2

Neu aufgenommen in die MaRisk wurden Anforderungen an das IT-Risikomanagement. So fordern die MaRisk in AT 7.2 Tz. 4 angemessene √úberwachungs- und Steuerungsprozesse f√ľr IT Risiken. Dies gilt gem. AT 7.2 Tz. 5 auch f√ľr den Einsatz von selbst entwickelten Anwendungen (sog. Individuelle Datenverarbeitung ‚Äď ‚ÄěIDV‚Äú). Somit sind IT Risiken als eigenst√§ndige Risikokategorie zu behandeln und folglich in einem umfassenden IT-Risikomanagement abzubilden. Konkretisierend hat die Aufsicht Anfang November 2017 mit dem RS 10/2017 (BA) ‚ÄěBankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT)‚Äú Ihre Erwartungshaltung klar gestellt. Grunds√§tzlich gelten f√ľr die BAIT und die in diesem Zusammenhang stehenden MaRisk Regelungen keine Umsetzungsfristen, was einige Institute vor Herausforderungen stellen k√∂nnte.

Auslagerungen gemäß AT 9

Dar√ľber hinaus wurde der Abschnitt AT 9 angepasst. Nach unserem Verst√§ndnis handelt es sich teilweise um redaktionelle Anpassungen bzw. Klarstellungen (u.a. zivilrechtliche Gestaltung, gruppenweite sowie einheitliche Rahmenvorgaben f√ľr die Risikoanalyse, Eskalation bei Schlechtleistung, im Auslagerungsvertrag abzudeckende (Mindest-)Regelungen und sonstigen Sicherheitsanforderungen), die sofort g√ľltig sind. Weiterf√ľhrende Informationen finden Sie im nachfolgenden Blogbeitrag unter https://blogs.pwc.de/leasing-online.

Fazit

Die dargestellten Klarstellungen zeigen auf, dass auch f√ľr die Leasinginstitute durchaus auch kurzfristig ein erh√∂hter Anpassungsbedarf bestehen kann.

Da sich der Aufwand je nach Institutsgr√∂√üe und Komplexit√§t des Gesch√§ftsmodells unterscheidet, kann der aktuelle MaRisk-Umsetzungsstand des Weiteren Anlass zu Diskussionen in den derzeit laufenden Jahresabschlusspr√ľfungen geben. Ebenfalls wird er zum Gegenstand der n√§chsten Gespr√§che mit der Aufsicht werden. Bereiten Sie sich zeitnah darauf vor und schlie√üen Sie bestehende L√ľcken m√∂glichst fr√ľhzeitig.

IFRS 16 ‚Äď √úbernahme in EU-Recht

Durch die Ver√∂ffentlichung der Verordnung (EU) 2017/1986 im EU-Amtsblatt am 9. November 2017 hat die EU Kommission IFRS 16 Leasingverh√§ltnisse endg√ľltig in EU-Recht √ľbernommen. Die Erstanwendung des Standards ist bis sp√§testens zum 1.¬†Januar 2019 vorgesehen. Eine vorzeitige Anwendung zum 1. Januar 2018 ist m√∂glich.

Der neue Standard beinhaltet insbesondere weitreichende Neuerungen f√ľr Leasingnehmer. Die Grundidee der Bilanzierung auf Ebene des Leasingnehmers basiert dabei auf dem Right-of-Use-Modell. Die Leasingnehmer sehen sich damit umfangreichsten √Ąnderungen konfrontiert. Die f√ľr sie k√ľnftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingvertr√§gen f√ľhrt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Die Komplexit√§t und die Kosten der Abschlusserstellung werden sich dadurch erheblich erh√∂hen.

F√ľr Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unver√§ndert, neue Anforderungen betreffen hier insbesondere neue Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen k√∂nnen sich aber auch f√ľr Leasinggeber aufgrund¬† m√∂glicher Nachfrage√§nderungen der Leasingnehmer ergeben. Eine ver√§nderte Nachfrage birgt f√ľr den Leasinggeber das Risiko Marktanteile zu verlieren aber auch die¬† Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zus√§tzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch seine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

 

Institutsverg√ľtungsverordnung ‚Äď wesentliche Auswirkung f√ľr Leasinginstitute

Zur Umsetzung von internationalen Richtlinien und Vorgaben wurde die Institutsverg√ľtungsverordnung (InstitutsVergV) angepasst und am 4. August 2017 in Kraft gesetzt.

Eine gute Nachricht f√ľr die meisten Leasinggesellschaften besteht darin, dass die Identifizierungspflicht von Risikotr√§gern f√ľr alle Institute nicht umgesetzt wurde. Weiterhin besteht diese Verpflichtung nur f√ľr die bedeutenden Institute. Insbesondere aufgrund des Schwellenwertes von ¬ß 17 Abs. 1 InstitutsVergV in H√∂he von ‚ā¨ 15 Mrd. Bilanzsumme im Durchschnitt der letzten drei Jahre, d√ľrften nur wenige Leasinggesellschaften hiervon sowie den damit verbundenen weiteren √Ąnderungen betroffen sein.

Obwohl die Verordnung gem. ¬ß 28 InstitutsVergV erst mit Beginn des n√§chsten Bemessungszeitraums i.S. ¬ß 19 InstitutsVergV umzusetzen ist, ist bereits heute zu beachten, dass sich √Ąnderungen in einzelnen Definitionen ergeben haben. So wurde die Definition der variablen Verg√ľtung dahingehend angepasst, dass alle Bestandteile, die nicht gem. ¬ß 2 Abs. 6 InstitutsVergV fix sind, als variabel anzusehen sind. Hiervon betroffen sind grunds√§tzlich auch Abfindungen und Zulagen, welche nur unter engen Voraussetzungen als fixer Bestandteil klassifiziert werden k√∂nnen. Auswirkungen in Bezug auf den Bonus Cap gem. ¬ß 25 Abs. 5 KWG sind f√ľr Leasinggesellschaften allerdings nicht von Bedeutung, da diese gem. ¬ß 2 Abs. 7a KWG von deren Anwendung ausgenommen sind.

In Bezug auf Abfindungen haben Leasinggesellschaften k√ľnftige Grunds√§tze zu fixieren, die einen H√∂chstbetrag oder Kriterien f√ľr die Bestimmung regeln. Dar√ľber hinaus ist das Verg√ľtungssystem j√§hrlich zu √ľberpr√ľfen und sofern M√§ngel festgestellt werden, ein Ma√ünahmenplan zu erstellen und die umgesetzten Ma√ünahme zu dokumentieren.

Da die neuen Vorschriften bereits Gegenstand der anstehenden Jahresabschlusspr√ľfung sein werden, sollten Leasinggesellschaften im Rahmen einer GAP-Analyse den individuellen Anpassungsbedarf ermitteln und entsprechende Ma√ünahmen definieren bzw. bereits umsetzen.

Weitere Informationen zur Institutsverg√ľtungsverordnung finden Sie hier.

Leasingforum 2017

In unserem j√§hrlichen Leasingforum m√∂chten wir mit Ihnen unsere Sicht √ľber aktuellen Themen, die die Branche bewegen, vorstellen und diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir f√ľr Sie eine spannende Agenda vorbereitet.

Die Themen Digitalisierung und Informationstechnologie stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Dabei ist das Wachstumspotential aus dem digitalen Wandel f√ľr die Leasingbranche Gegenstand unseres ersten Vortrags und wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

In Anbetracht der j√ľngsten Cyberangriffe und der aktuellen IT-Pr√ľfungsschwerpunkte der BaFin werden wir auch das Thema IT-Sicherheit betrachten. Unsere IT-Experten werden dazu unter anderem auf die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT sowie auf Fragen zum Thema Cyber-Security eingehen.

Des Weiteren erwartet Sie ein Vortrag √ľber die Neuerungen der 4. EU-Geldw√§scherichtlinie, welche mit Wirkung zum 26. Juni 2017 mit der Ver√∂ffentlichung im Bundesblatt in Kraft getreten ist. Den heute aktuellen Stand der Diskussion finden Sie auch in dem folgenden PwC Blog-Beitrag.

Auch in Bezug auf die steuerlichen Neuerungen f√ľr Leasinggesellschaften werden Sie durch unseren vierten Beitrag auf den aktuellsten Stand der Entwicklung bringen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9:00 bis 13:30 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Dienstag, 29. August 2017; 60327 Frankfurt am Main

Donnerstag, 7. September 2017; 40227 D√ľsseldorf

Dienstag, 19. September 2017; 80636 M√ľnchen

Unter folgendem Link k√∂nnen Sie sich f√ľr unser Leasingforum anmelden: www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begr√ľ√üen zu d√ľrfen.

Abschlusspr√ľfungsreform – Auswirkungen auch auf Leasinggesellschaften?

Seit dem 17. Juni 2016 gilt die neue Abschlusspr√ľfungsreform (AReG), die sich vor allem an Unternehmen von √∂ffentlichem Interesse (Public Interested Entities ‚ÄěPIE‚Äú) und deren Abschlusspr√ľfer richtet.

PIEs sind wie folgt definiert:

  • Unternehmen, deren √ľbertragbare Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt zugelassen sind,
  • Kreditinstitute,
  • Versicherungsunternehmen und
  • Unternehmen, die von den Mitgliedstaaten als Unternehmen von √∂ffentlichem Interesse bestimmt werden.

Im Gegensatz zu Kreditinstituten ‚Äď sofern diese das Kredit- und das Einlagengesch√§ft betreiben ‚Äď gelten Finanzdienstleistungsinstitute nicht als geborene PIE, weshalb der √ľberwiegende Teil der Leasinggesellschaften nicht unter die PIE-Definition. Ausnahmen k√∂nnen sich ergeben, sofern Leasinggesellschaften z.B. b√∂rsennotiert sind. Geh√∂ren Leasinggesellschaften einer Unternehmensgruppe an, welche auch einen PIE beinhaltet, k√∂nnen die Auswirkungen aufgrund interner Gruppenvorgaben auch f√ľr die Leasinggesellschaft relevant werden.

Die Abschlusspr√ľfungsreform betrifft vor allem die folgenden Bereiche:

  • Externe Rotation des Abschlusspr√ľfers,
  • Durchf√ľhrung von Nichtpr√ľfungsleistungen durch den Abschlusspr√ľfer,
  • Aufgaben des Pr√ľfungsausschusses (als Teil des Aufsichtsorgans) sowie,
  • die Berichterstattung des Abschlusspr√ľfers (Best√§tigungsvermerk).

Leasinggesellschaften sollten sich daher auch mit den Regelungen der Abschlusspr√ľferreform vertraut machen und die Relevanz der neuen Regelungen auf ihr Unternehmen √ľberpr√ľfen. F√ľr mehr Informationen Klicken Sie auf folgenden Link:

http://www.pwc.de/de/abschlusspruefungsreform.html

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