Kategorie: IT

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Bankaufsichtsrechtliche Anforderungen an die IT – Herausforderungen für Leasinggesellschaften

Das Thema IT ist bei Leasinggesellschaften aufgrund seiner wachsenden Bedeutung weiter in den aufsichtsrechtlichen Fokus gerückt. Mit der Festlegung von IT-Prüfungsschwerpunkten bei Leasinggesellschaften hat die Aufsicht dies bereits in 2016 unterstrichen. Ein weiterer wesentlicher Schritt ergibt sich aus den „Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT“ (BAIT), welche derzeit zur Konsultation stehen und von Leasinggesellschaften – unter Berücksichtigung der Proportionalität – analog anzuwenden sind.

Mehr dazu erfahren Sie von unseren Kollegen aus FS Risk Assurance Solutions (RAS).

 

 

Leasingforum 2017

In unserem jährlichen Leasingforum möchten wir mit Ihnen unsere Sicht über aktuellen Themen, die die Branche bewegen, vorstellen und diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir für Sie eine spannende Agenda vorbereitet.

Die Themen Digitalisierung und Informationstechnologie stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Dabei ist das Wachstumspotential aus dem digitalen Wandel für die Leasingbranche Gegenstand unseres ersten Vortrags und wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

In Anbetracht der jüngsten Cyberangriffe und der aktuellen IT-Prüfungsschwerpunkte der BaFin werden wir auch das Thema IT-Sicherheit betrachten. Unsere IT-Experten werden dazu unter anderem auf die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT sowie auf Fragen zum Thema Cyber-Security eingehen.

Des Weiteren erwartet Sie ein Vortrag über die Neuerungen der 4. EU-Geldwäscherichtlinie, welche mit Wirkung zum 26. Juni 2017 mit der Veröffentlichung im Bundesblatt in Kraft getreten ist. Den heute aktuellen Stand der Diskussion finden Sie auch in dem folgenden PwC Blog-Beitrag.

Auch in Bezug auf die steuerlichen Neuerungen für Leasinggesellschaften werden Sie durch unseren vierten Beitrag auf den aktuellsten Stand der Entwicklung bringen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9:00 bis 13:30 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Dienstag, 29. August 2017; 60327 Frankfurt am Main

Donnerstag, 7. September 2017; 40227 Düsseldorf

Dienstag, 19. September 2017; 80636 München

Unter folgendem Link können Sie sich für unser Leasingforum anmelden: www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrüßen zu dürfen.

Chancen im Rahmen des erhöhten Informationsbedarfs der Leasingnehmer nach IFRS 16

Am 13. Januar 2016 ist der finale IFRS-Standard zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) erschienen. Er ist für alle nach IFRS bilanzierenden Unternehmen ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden, eine vorzeitige Anwendung ist möglich. Die IFRS-Regelungen sehen vor, dass sämtliche Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer in Form von Nutzungsrechten mit korrespondierender Leasingverbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden. Dies erhöht die Komplexität und den Aufwand bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen für Leasingnehmer und kann damit die Attraktivität von Leasing für nach IFRS bilanzierende Leasingnehmer deutlich reduzieren bzw. die von Alternativen (z.B. Kauf) stärken.

Der umfangreiche Informationsbedarf, der zur Umsetzung der neuen Bilanzierungsvorgaben von Leasingnehmern benötigt wird, stellt diese vor große Herausforderungen, da die notwendigen Informationen meist weder zentral noch elektronisch vorliegen. Im Rahmen einer durch PwC durchgeführten Umfrage unter 48 Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016 haben 47% der Umfrageteilnehmer geschätzt, über mehr als 1.000 Leasingverträge zu verfügen. Der sich hieraus ergebende Aufwand, diesen Vertragsbestand elektronisch zu inventarisieren, ist erheblich.

Um diesen Aufwand zu bewältigen, hat PwC zusammen mit dem Fraunhofer Institut ein Leasingvertragstool entwickelt. Bei dem Leasingvertragstool handelt es sich um eine lernfähige Softwarelösung, welche in der Lage ist, aus im PDF-Format vorliegenden Leasingverträgen automatisiert die zur Bilanzierung notwendigen Informationen herauszulesen und in eine standardisierte Bedienoberfläche zu übertragen.

Das Vertragstool ermöglicht durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die standardisierte Auswertung und Verarbeitung der Vertragsunterlagen bei weiterhin möglicher individualisierter Vertragsgestaltung entsprechend der Bedürfnisse der Leasingnehmer. Für Leasingnehmer bietet sich hierdurch die Möglichkeit enormer Zeit- und Kostenersparnis.

Eine weitere Alternative zur Verwendung des Leasingvertragstools und Chance für die Leasinggeber besteht darin, dass sie die notwendigen Daten über den Vertragsbestand ihren Kunden zur Verfügung stellen könnten. Neben der Zeitersparnis für den Kunden stärken Leasinggeber hiermit ihre Kundenbeziehung. Aufgrund der Erstanwendungsfrist beginnen Leasingnehmer derzeit mit entsprechenden Umsetzungsprojekten und Leasinggeber sollten daher frühzeitig in die Kommunikation mit den Kunden über die Umsetzung von IFRS 16 einsteigen.

 

Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT) – Neue Herausforderungen für Leasinggesellschaften

Als Finanzdienstleistungsinstitute müssen Leasinggesellschaften umfangreiche aufsichtsrechtliche Anforderungen erfüllen. Mit den BAIT verschärft die Aufsicht ihren Fokus auf den Bereich IT – neben den Anforderungen aus der erwarteten MaRisk Novelle 2016 – weiter.

Was sind die BAIT?

Mit den BAIT will die BaFin die MaRisk um spezifischere Anforderungen mit Bezug zur IT konkretisieren. Speziell betrifft das die im allgemeinen Teil 7.2 der MaRisk „Technisch-organisatorische Ausstattung“ noch nicht oder noch nicht abschließend geregelten Sachverhalte. Diese sollen detaillierter aufgegriffen und damit die Erwartungshaltung der Aufsicht transparenter dargestellt werden.

Welche Inhalte sind zu erwarten?

Bereits jetzt ist erkennbar, dass mit den Anforderungen das unternehmensweite IT-Risikobewusstsein im Institut und gegenüber seinen Auslagerungsunternehmen erhöht werden soll. Die BAIT definiert Anforderungen u. a. in den Themenbereichen IT-Strategie, Informationssicherheitsmanagement, Informationsrisikomanagement und Berechtigungsmanagement.

Wann kommen die BAIT?

Die Übersendung der Konsultationsentwürfe erfolgt voraussichtlich Anfang 2017. Das Datum der finalen Veröffentlichung ist heute noch nicht bekannt, wird jedoch für das Jahr 2017 erwartet.

Gibt es Erleichterungen?

Für Leasing-Gesellschaften gelten diese Anforderungen dann gemäß dem bereits bekannten Proportionalitätsprinzip.

Fazit:

Der aufsichtsrechtliche Regulierungsdruck für Leasinggesellschaften im Bereich IT wird sich neben der MaRisk Novelle 2016 auch durch diese BAIT kurzfristig weiter erhöhen. (Finanzdienstleistungs-)Institute sollten sich daher frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und noch bestehende Schwachstellen identifizieren.