Kategorie: Regulatory

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der Regulatory RSS-Feed

Konsultation der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) – Neuerungen für Leasing- und Factoringgesellschaften

Mit Datum vom 12. November 2020 hat die BaFin den Entwurf zu Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) zur Konsultation gestellt. Die Konsultationspflicht endet am 4. Dezember 2020. Mit der Veröffentlichung der finalen Verordnung wird im Jahr 2021 gerechnet.

Erfreuliche Erleichterungen ergeben sich dem Konsultationspapier nach für Leasing- und Factoringgesellschaften. Sofern diese ausschließlich das Leasing- und Factoringgeschäft betreiben, sollen diese gem. Artikel 1 Abs. 1 Satz 2 der Verordnung künftig von der Anwendung befreit werden. Begründet wird diese Erleichterung damit, dass die Verordnung keine erhebliche Steuerungswirkung entfaltet. Weiterhin zu beachten haben Leasing- und Factoringgesellschaften allerdings die Vorgaben nach § 25a Absatz 1 Satz 3 Nummer 6 KWG.

Konsultation der neuen MaRisk – Auswirkungen für Leasinggesellschaften

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 26. Oktober 2020 ihre Konsultation zum Entwurf der Neufassung der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk; Konsultation 14/2020) veröffentlicht.

Welche Bedeutung hat der von der BaFin ĂĽberarbeitete MaRisk-Entwurf fĂĽr Leasinggesellschaften?

Anforderungen an das Management notleidender und gestundeter Risikopositionen

Hintergrund der Anpassung:

Umsetzung der Anforderungen aus den EBA-Richtlinien zu notleidenden und gestundeten Risikopositionen (Guidelines on management of non-performing and forborne exposures – NPL Guidelines).

Kernelemente:

  • Augenmerk auf die Implementierung und Weiterentwicklung von fundierten Forbearance-Methoden
  • regelmäßige ĂśberprĂĽfung der Angemessenheit getroffener MaĂźnahmen
  • Definition und Klassifizierung von non-performing exposures (NPE) anhand eines klaren und konsistenten Kriterienkatalogs
  • tiefgreifendere Anforderungen an das Management von high-NPL-Instituten (Brutto-NPL-Quote > 5%)

Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften:

  • geringe Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften, da der NPL-Bestand in der Regel eher gering ist 

Anforderungen an das Auslagerungsmanagement

Hintergrund der Anpassung:

Umsetzung der Anforderungen aus den EBA-Richtlinien zu Auslagerungen (Guidelines on out-sourcing arrangements – Outsourcing Guidelines).

Kernelemente:

  • Steuerung und Ăśberwachung von Auslagerungen hat zukĂĽnftig auf Basis einer tiefergehenden Risikoanalyse zu erfolgen
  • Die Risikoanalyse sollen spezifisch fĂĽr jede Auslagerung relevante und potentielle Risikotreiber identifizieren und bewerten
  • Die laufende Ăśberwachung von Auslagerungen soll stärker darauf abzielen, die Leistung des Auslagerungsunternehmens sicherzustellen und die mit Auslagerungen verbundenen Risiken zu steuern
  • Die Möglichkeit ein zentrales Auslagerungsmanagement sowie die Möglichkeit einer vollständigen Auslagerung der besonderen Funktionen (Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision) auf Gruppen- bzw. Verbundebene wird unter bestimmten Umständen eingeräumt 

Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften:

  • hohe Bedeutung auch fĂĽr Leasinggesellschaften aufgrund deren regelmäßiger Auslagerungsaktivitäten

Anforderungen an die Risikotragfähigkeitsrechnung

Hintergrund der Anpassung:

Anpassung der MaRisk-Regelungen an den überarbeiteten BaFin-Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte (ICAAP).

Kernelemente:

  • Leitfaden ist auch fĂĽr Leasinggesellschaften bereits anwendbar
  • wesentliche Neuerung des BaFin-Leitfadens sind die EinfĂĽhrung der normativen und die Nachjustierung der ökonomischen Perspektive
  • eine Ăśbertragbarkeit der Grundsätze und Kriterien des Leitfadens ist nicht ohne weiteres auf Finanzdienstleistungsinstitute möglich und geboten; beispielhaft wird dafĂĽr die normative Perspektive, aufgrund der fehlenden Eigenkapitalanforderungen genannt

Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften:

  • Anpassung der MaRisk stellen keine Neuerungen fĂĽr Leasinggesellschaften dar

Anforderungen an das Notfallmanagement

Hintergrund der Anpassung:

Die Implementierung der ICT-Risks (Guidelines on ICT and Security Risk Management – ICT Guidelines) in die Vorgaben der MaRisk.

Kernelemente:

  • Identifizierung von zeitkritischen Aktivitäten und Prozessen auf Basis einer Auswirkungsanalyse sowie Erstellung einer Risikoanalyse fĂĽr diese Aktivitäten und Prozesse
  • Darstellung von Ersatzlösungen sowie die RĂĽckkehr zum Normalbetrieb im Notfallkonzept basierend auf einer Ăśbersicht ĂĽber alle Aktivitäten und Prozesse
  • Regelmäßige PrĂĽfung der Angemessenheit und Wirksamkeit

Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften:

  • hohe Bedeutung fĂĽr Leasinggesellschaften mangels Erleichterungsvorschriften

Zusammenfassung

Leasinggesellschaften werden zum Anwenderkreis der bevorstehenden Neuerungen im Bereich der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ zählen, folglich werden Anpassungen in der Branche zu sehen sein. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die BaFin hinsichtlich des konkreten Anwenderkreises für die einzelnen Regelungen im Rahmen der jüngst gestarteten Konsultationsphase noch eine Überprüfung vornehmen wird.

Digitale Identitäten im Leasingprozess

“Sie können Ihren Leasingvertrag auch gerne bequem von zu Hause unterzeichnen.” – Stellen Sie sich vor, solche Sätze sind bald nicht mehr reine Zukunftsmusik, sondern gehören zum Alltag in der Kommunikation mit Ihren Kunden bzw. Interessenten.

Amazon, Google und Apple – alles Unternehmen, die einen signifikanten Einfluss auf das Konsumverhalten bzw. die Anforderungen an das Kauferlebnis von uns als Konsumenten haben. Durch die Angewohnheit Wertgegenstände und / oder Dienstleistungen mit wenigen Klicks zu kaufen, sind auch bereits lang etablierte Unternehmen aus den unterschiedlichsten Industrien und Branchen gezwungen neben der Effizienzsteigerung im Back- und Middle-Office auch die Frontoffice Prozesse nachhaltig zu optimieren.

/* */