Kategorie: Regulatory

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Digitale IdentitÀten im Leasingprozess

“Sie können Ihren Leasingvertrag auch gerne bequem von zu Hause unterzeichnen.” – Stellen Sie sich vor, solche SĂ€tze sind bald nicht mehr reine Zukunftsmusik, sondern gehören zum Alltag in der Kommunikation mit Ihren Kunden bzw. Interessenten.

Amazon, Google und Apple – alles Unternehmen, die einen signifikanten Einfluss auf das Konsumverhalten bzw. die Anforderungen an das Kauferlebnis von uns als Konsumenten haben. Durch die Angewohnheit WertgegenstĂ€nde und / oder Dienstleistungen mit wenigen Klicks zu kaufen, sind auch bereits lang etablierte Unternehmen aus den unterschiedlichsten Industrien und Branchen gezwungen neben der Effizienzsteigerung im Back- und Middle-Office auch die Frontoffice Prozesse nachhaltig zu optimieren.

Leasingforum 2018 – Wir freuen uns mit spannenden Themen auf Sie

In unserem jĂ€hrlichen Leasingforum möchten wir Ihnen unsere Sicht ĂŒber aktuellen Themen, welche die Branche bewegen, vorstellen und diese mit Ihnen diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir fĂŒr Sie eine spannende Agenda vorbereitet.  

Das Thema Digitalisierung steht hierbei im Mittelpunkt.. Hierzu möchten wir mit Ihnen die rechtlichen Aspekte der Digitalisierung in Bezug auf die EU-Datenschutzgrundverordnung und deren Umsetzungsstand beleuchten sowie neue technologische Möglichkeiten wie den Einsatz von Robotics in der Praxis betrachten.

Da Innovation, agiles Handeln und neue Herangehensweisen an Herausforderungen – nicht nur im Bereich der Digitalisierung – insbesondere in der Leasingbranche  wesentliche Differenzierungsfaktoren sind, werden wir Ihnen einen Einblick in unser Experience Center bieten, wo Sie in verschiedenen Kurzworkshops Innovation selbst erleben können.

DarĂŒber hinaus informieren wir Sie kurz und prĂ€gnant ĂŒber weitere aktuellen Themen, die die Branche betreffen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9.30 bis 12:45 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Donnerstag, 30. August 2018, Frankfurt am Main     
Donnerstag, 06. September 2018, DĂŒsseldorf
Dienstag, 18. September 2018, MĂŒnchen

Unter folgenden Link können Sie sich unser Leasingforum anmelden:www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen. 

 

DSGVO – der Countdown lĂ€uft (Teil 2)

Teil 1 des Interviews finden sie hier.


Teil 2:

Was sind aus Ihrer Sicht die Aspekte mit der höchsten PrioritÀt, die im Rahmen der Umsetzung zu beachten bzw. umgesetzt werden sollten um das Risiko von Sanktionen zu minimieren?

In erster Linie ist es natĂŒrlich ratsam alle Anforderungen die sich z. B. auf die Kommunikation gegenĂŒber dem Kunden auswirken bzw. in der Außendarstellung des Unternehmens liegen möglichst bis zum 25. Mai 2018 abzuschließen. Im Moment versenden sehr viele Unternehmen ihre an die EU-DSGVO angepassten allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen und/oder neue EinwilligungserklĂ€rungen. Sofern dies noch nicht geschehen ist, empfehlen wir dringend dies kurzfristig nachzuholen.

Zudem erwarten wir ab dem 25. Mai 2018 einen sprunghaften Anstieg von Auskunftsersuchen der Betroffenen. Daher empfehlen wir den Unternehmen einen strukturierten Prozess zu etablieren, um die Anfragen effizient und compliant beantworten zu können.

Aus unserer Sicht hat es sich in der Praxis bewĂ€hrt zuerst die Zielaufbau- und Ablauforganisation zu konzipieren und hieraus resultierend einzelne Teilprojekte und Maßnahmen umzusetzen.

Die nach innen gerichteten Maßnahmen, wie z.B. die bereits erwĂ€hnte Anpassungen von IT-Systemen zur Umsetzung der Sperr- und Löschfunktionen können durchaus in einer spĂ€teren Projektphase umgesetzt werden, dĂŒrfen aber abschließend nicht vernachlĂ€ssigt werden.

GrundsÀtzlich empfehlen wir aber die Projekte nicht unnötig in die LÀnge zu ziehen, da es sich um die Umsetzung notwendiger regulatorischer Anforderungen handelt.

 

Besteht die Möglichkeit fĂŒr unsere Mandanten im Rahmen eines DSGVO-Pre-Checks dem eigenen Umsetzungsstand prĂŒfen zulassen und mögliche LĂŒcken zu identifizieren?

In vielen FĂ€llen existieren bereits teilweise Prozesse und Verfahren zum Datenschutz, welche am BDSG ausgerichtet aber fĂŒr die DSGVO-Compliance nicht ausreichend sind. Daher empfehlen wir ein Projekt immer mit einem solchen Pre-Check zu starten. Dabei können relativ schnell diejenigen Handlungsfelder identifiziert werden, die den grĂ¶ĂŸten Handlungsbedarf und die höchste PrioritĂ€t haben sollten. Darauf aufbauend kann dann eine dem Kontext der Organisation angepasste Projektplanung fĂŒr eine Umsetzung erstellt werden. Bei komplexen und langlaufenden Projekten empfehlen wir, auch sogenannte Quality Gates mit ZwischenprĂŒfungen durchzufĂŒhren.

SelbstverstĂ€ndlich unterstĂŒtzen wir unsere Mandanten bei der DurchfĂŒhrung eines Pre-Checks / einer ZwischenprĂŒfung und begleiten auch die Umsetzung mit unseren interdisziplinĂ€ren Expertenteams aus dem Rechtsbereich sowie der Beratung.

ZusĂ€tzlich können wir die Wirksamkeit des Datenschutzmanagementsystems (DSMS) bescheinigen. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn das Unternehmen sein DSGVO-Projekt abgeschlossen hat und einmalig oder regelmĂ€ĂŸig die DSGVO-KonformitĂ€t bescheinigt haben möchte. Hierzu prĂŒfen wir das im DSMS verankerte Kontrollsystem auf Basis des internationalen PrĂŒfungsstandard ISAE 3402 oder ISAE 3000. Da es derzeit noch keine sonstigen Instanzen gibt, die eine Datenschutzzertifizierung anbieten, erscheint uns dieses Vorgehen derzeit als die beste Möglichkeit, um den Kunden gegenĂŒber die Wirksamkeit der zum Datenschutz ergriffenen Maßnahmen nachweisen zu können.

DSGVO – der Countdown lĂ€uft (Teil 1)

Das Ende der Umsetzungsfrist fĂŒr die EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) liegt in greifbarer NĂ€he. Die Unternehmen haben nur noch wenige Tage Zeit die Anforderungen umsetzen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um mit unserem Experten RĂŒdiger Giebichenstein in zwei BlogbeitrĂ€gen den aktuellen Umsetzungsstand sowie wesentliche Handlungsfelder zu diskutieren.

Kurze Vorstellung RĂŒdiger Giebichenstein:

RĂŒdiger Giebichenstein ist Partner im Bereich Risk Assurance Solutions Financial Services bei PwC und mit seinem Expertenteam bundesweit fĂŒr Datenschutz- und Informationssicherheit, Business Continuity Management sowie IT-Compliance tĂ€tig.

 

 

In weniger als einem Monat tritt die neue EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Wie ist Ihre EinschÀtzung zum aktuellen Umsetzungsstand der Mandanten?

BezĂŒglich des aktuellen Umsetzungsstands erleben wir ein eher verteiltes Bild. Einerseits haben einige Mandaten, insbesondere die große Unternehmen, hierzu bereits 2017 entsprechende Projekte gestartet und sind auf einem guten Weg die EU-DSGVO bis zum 25. Mai 2018 in zumindest den GrundzĂŒgen umzusetzen.

Es gibt aber Unternehmen, die den Umsetzungsaufwand und dazu zĂ€hlen insbesondere die mit komplexen GeschĂ€ftsmodellen und IT-Landschaften deutlich unterschĂ€tzt und demzufolge die Projekte tendenziell zu spĂ€t gestartet haben. FĂŒr diese Unternehmen wird sich die Umsetzung der EU-DSGVO auch noch deutlich bis nach Ende Mai 2018 hinziehen.

Im Mittelstand zeigt sich, dass hier noch deutlicher Nachholbedarf existiert. Dort wurden die Entwicklungen zur DSGVO nicht oder nicht ausreichend verfolgt und beim Top Management wenige Projekte initiiert bzw. entsprechendes Bewusstsein geschaffen.

 

Wo sehen Sie noch die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden, Handlungsbedarf bzw. Unklarheiten im Rahmen der Umsetzung, die aktuell viele Mandanten vor Herausforderungen stellen?

Die wesentliche Herausforderung ist, dass die EU-DSGVO sehr generisch formuliert und die notwendige Konkretisierung an vielen Stellen bisher fehlt. Da es auch noch keine einschlĂ€gige Rechtsprechung gibt, sind die Unternehmen im Rahmen der Umsetzung dazu gezwungen, eigene Interpretationen zu liefern und entsprechende Annahmen zu treffen. Insbesondere sind dabei die Themen DatenschutzfolgeabschĂ€tzung oder DatenportabilitĂ€t zu nennen, die so im BDSG bisher nicht aufgefĂŒhrt waren. Je frĂŒher ein Unternehmen mit der Umsetzung dieser Themen begonnen hat, umso schwieriger war es fĂŒr diese auf good-practices oder etablierten Lösungen zurĂŒckzugreifen. Vor diesem Hintergrund ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass gerade kleine und mittelstĂ€ndige Unternehmen den Beginn der Umsetzungsprojekte verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig lange hinausgezögert haben.

Auch die bisher im BDSG relativ konkret benannten technisch organisatorischen Maßnahmen (sog. TOM‘s), die zum Schutz von personenbezogenen Daten verpflichtend waren, sind durch generischere Formulierungen von sog. Schutzzielen abgelöst wurden, die allerdings z.T. bereits aus dem Bereich der Informationssicherheit bekannt sind. Dadurch werden den Unternehmen zwar zusĂ€tzliche Freiheiten eingerĂ€umt, die Schutzmaßnahmen an den fĂŒr sie relevanten Risiken auszurichten, gleichzeitig erfordert dies aber auch die Etablierung eines angemessenen Vorgehens zum IT-Risikomanagement was wiederum fĂŒr viele Unternehmen neu ist.

Viele Unternehmen tun sich auch schwer damit, die abstrakt formulierten Anforderungen an die Nachweis und Rechenschaftspflichten in fĂŒr den jeweiligen Kontext des Unternehmens passende Prozesse und Governance Strukturen zu ĂŒberfĂŒhren. Wir empfehlen daher unseren Mandanten den Aufbau eines sog. Datenschutzmanagementsystems (DSMS) und dieses eng mit ggf. bereits bestehenden Governance-Strukturen wie z.B. einem Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) oder dem internen Kontrollsystem oder anderen Compliance-Funktionen zu verzahnen. Dadurch kann ĂŒblicherweise der Aufbau von unnötigen Doppelstrukturen vermieden werden und Synergien zu weiteren regulatorischen Anforderungen wie z.B. denen des IT-Sicherheitsgesetzes oder den MaRisk und den Konkretisierungen fĂŒr die IT (BAIT und VAIT) wenn man beispielsweise den Finanzsektor betrachtet, erzielt werden.

Wie bereits erwĂ€hnt haben viele Unternehmen zudem den tatsĂ€chlichen Umsetzungsaufwand deutlich unterschĂ€tzt, da einige Anforderungen auch tiefgreifenden Anpassungsbedarf der einzelnen IT-Anwendungen erfordern. Insbesondere sind dabei das Recht auf „Vergessen werden“ und das Recht auf „EinschrĂ€nkung der Verarbeitung“ zu nennen, da viele Anwendungen bisher gar keine Möglichkeiten geboten haben, DatensĂ€tze strukturiert und nachvollziehbar zu löschen und stattdessen die DatensĂ€tze einfach fortschreiben.

Gerade zum Abschluss der Projekte sehen wir derzeit hĂ€ufig, dass es noch einmal erheblicher Anstrengung bedarf, um die umgesetzten Maßnahmen zum Datenschutz auch nachhaltig in der Unternehmenskultur zu verankern. Wir sind der Meinung, dass gelebter Datenschutz ein wirksames Instrument ist, um das Vertrauen der Kunden in eine Marke nachhaltig zu stĂ€rken. Die Unternehmen sollten sich nicht der „VerfĂŒhrung“ hingeben, Daten anders als zu dem Zweck zu dem sie erhoben wurden zu verwenden oder wichtige Maßnahmen zur Datensicherheit aus KostengrĂŒnden zu vernachlĂ€ssigen und somit das Vertrauen der Kunden zu verspielen. UnabhĂ€ngig hiervon hat der Gesetzgeber signifikante Sanktionsmaßnahmen vorgesehen (bis zu 20 Mio. EUR oder bis zu 4% des konzernweiten Umsatzes).

 


Teil 2 des Interviews finden Sie hier.

BaFin veröffentlicht Entwurf zur Verwaltungspraxis im Umgang mit dem neuen GeldwÀschegesetz

Die BaFin hat die lange erwarteten Auslegungs- und Anwendungshinweise zum GeldwĂ€schegesetz in Konsultationsfassung veröffentlicht (BaFin-Konsultation 05/2018). Der nun vorliegende Entwurf bezieht sich auf das aktuelle GeldwĂ€schegesetz vom Juni 2017 und gilt fĂŒr alle Verpflichteten, die unter der Aufsicht der BaFin stehen.

Die Auslegungs- und Anwendungshinweise gliedern sich in vier Hauptkapitel und haben in ihrer Konsultationsfassung einen Umfang von 88 Seiten. Hinzu kommen die ESA Risk Factors Guidelines, die als Anlage der Auslegungs- und Anwendungshinweise nunmehr auch verpflichtet anzuwenden sind. Wir haben fĂŒr sie den Aufbau und die wesentlichen Regelungsbereiche in der nachfolgenden Übersicht zusammengefasst.

Die BaFin hat in der vorliegenden Konsultationsfassung der Auslegungs- und Anwendungshinweise bislang keine expliziten Konkretisierungen fĂŒr Leasing/-Factoringgesellschaften aufgenommen.

Stellungnahmen können der BaFin bis zum 11. Mai 2018 ĂŒbermittelt werden. Zudem plant die BaFin, eine entsprechende Anhörung am 2. Mai 2018 in Bonn durchzufĂŒhren.

CIO Forum 2017 – IT-Entscheider diskutieren aktuelle Trends in der Finanzbranche

Die IT-Abteilungen von Leasinggesellschaften stehen heute vor komplexen Herausforderungen, da sie nicht nur funktionale, strategische, wirtschaftliche und regulatorische Anforderungen unter einen Hut bringen mĂŒssen, sondern zu diesem Zweck auch die neuen technologischen Möglichkeiten sicher und effizient einsetzen sollen.

Aus diesem Grund möchten wir Sie, nicht zuletzt wegen den vor kurzen veröffentlichten bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (MaRisk, BAIT), ĂŒber die neuesten regulatorischen Entwicklungen informieren und Ihnen anhand von Praxisbeispielen aufzeigen, wie sich technologische und sicherheitstechnische Herausforderungen, etwa bei der Nutzung von Cloud Services, bewĂ€ltigen lassen.

Unser diesjĂ€hriges CIO Forum „IT-Entscheider diskutieren Markttrends in der Finanzbranche“ findet im November und Dezember 2017 bundesweit an drei Standorten statt (jeweils von 16:00 – ca. 20:00 Uhr):

 

28. November 2017: Frankfurt a. M.

05. Dezember 2017: DĂŒsseldorf

11. Dezember 2017: MĂŒnchen

 

Weiteren Informationen zur Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung (kostenfreie Teilnahme) finden Sie unter:

http://www.pwc-events.com/cioforum2017

Neuer Leitfaden RisikotragfĂ€higkeit – Auswirkungen auf Leasinggesellschaften?

Die BaFin hat am 5. September 2017 den Leitfaden „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner RisikotragfĂ€higkeits­konzepte; Neuausrichtung des aufsichtlichen Leitfadens nebst deren prozessualer Einbindung in die Gesamt­banksteuerung (ICAAP – Internal Capital Adequacy Assessment Process)“ im Entwurf veröffentlicht und damit ihr Schreiben vom Dezember 2011 inhaltlich und strukturell weiterentwickelt. Die BaFin gibt allen Betroffenen die Gelegenheit einer Stellungnahme bis zum 17. Oktober 2017, um dann auf dieser Grundlage eine weitere Erörterung im MaRisk Fachgremium vorzunehmen.

Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick ĂŒber die wesentlichen Neuerungen des Diskussionspapiers und deren Auswirkungen auf Leasinggesellschaften.

 

Neue Perspektiven in der RisikotragfÀhigkeit

In AnnĂ€herung an die von der EZB veröffentlichten Erwartungen an die Ausgestaltung des ICAAP und des ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) hat die BaFin mit dem Diskussionspapier einen Vorschlag zur Weiterentwicklung der RisikotragfĂ€higkeitsrechnung unterbreitet. Die BaFin spricht in diesem Zusammenhang von der EinfĂŒhrung einer normativen Perspektive und der Nachjustierung der ökonomischen Perspektive.

Im Sinne der europĂ€ischen Leitlinien wird von der deutschen Finanzaufsicht explizit ein Bezug der bisherigen Perspektiven „going concern“ und „gone concern“ zu den neuen Perspektiven hergestellt. Die Betrachtung der normativen Perspektive folgt vorwiegend dem Ziel der „FortfĂŒhrung des Instituts bzw. der Gesellschaft“ (Going Concern) und die Betrachtung der ökonomischen Perspektive dem Ziel der Sicherung der Substanz der Gesellschaft sowie dem Schutz der GlĂ€ubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (Gone Concern).

Normative Perspektive:

In dieser Perspektive soll das Risikodeckungspotential ĂŒberwiegend aus regulatorischen Eigenmitteln bestehen und die Risikoquantifizierung regulatorischen Vorgaben folgen.

FĂŒr Leasinggesellschaften kann aus unserer Sicht als Risikodeckungspotential – wie auch bisher – der Substanzwert nach BDL-Ermittlungsverfahren herangezogen werden. Die fĂŒr einen Going- Concern getĂ€tigten Annahmen – einschließlich der von der Gesellschaft definierten Mindestkapitalquote – stehen mit der normativen Perspektive unseres Erachtens weiterhin im Einklang. Die Erwartung der Aufsicht, alle wesentlichen Risiken der Gesellschaften in der normativen Perspektive zu berĂŒcksichtigen, wird u.E. dann ausreichend Rechnung getragen, wenn im Rahmen der ökonomischen Perspektive eine BerĂŒcksichtigung erfolgen kann.

Ökonomische Perspektive:

FĂŒr die ökonomische Perspektive ist vorgesehen, das Risikodeckungspotential grundsĂ€tzlich unabhĂ€ngig von der Abbildung in der externen Rechnungslegung zu ermitteln. Bei barwertiger Ermittlung sind dabei sĂ€mtliche Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und außerbilanzielle Positionen zu berĂŒcksichtigen. Unter Anwendung des ProportionalitĂ€tsprinzips besteht die Möglichkeit, von Bilanz- und GuV-GrĂ¶ĂŸen auszugehen, wobei dann – wie bisher – das bilanzielle Eigenkapital um stille Reserven und Lasten zu bereinigen ist.

FĂŒr Leasinggesellschaften kann auch hier – nach wie vor – der Substanzwert ermittelt und angesetzt werden. Im Gegenzug zu der ermittelten Substanz sollen die Risiken konsistent zur Bestimmung des Risikodeckungspotentials konservativ ermittelt werden, wobei grundsĂ€tzlich eine Anlehnung an die internen Modelle der SĂ€ule 1 erfolgen soll (Konfidenzniveau von mittlerweile ĂŒblichen 99,9%).

Die Aufsicht erwartet außerdem eine enge VerknĂŒpfung der beiden Perspektiven. Aufgrund der Abgrenzung des Begriffs „ICAAP“ nunmehr als Prozess zur Sicherstellung der RisikotragfĂ€higkeit mit den wesentlichen Komponenten RisikotragfĂ€higkeitsrechnung, Kapitalplanung und Stresstests ergibt sich fĂŒr die VerknĂŒpfung der Perspektiven die Notwendigkeit Schnittstellen zwischen RisikotragfĂ€higkeit, Kapitalplanung und Stresstests zu validieren.

Aus Sicht der Aufsicht ist das ĂŒbergeordnete Ziel des ICAAP weiterhin die langfristige FortfĂŒhrung der Unter­nehmens­tĂ€tigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft. Sie erwartet, dass die Gesellschaften beiden Schutzzielen (Going Concern und Gone Concern) Rechnung tragen. Deshalb soll die Gesellschaft explizit intern dokumentieren, wie beide Perspektiven in der Steuerung berĂŒcksichtigt werden. Es soll aber nach wie vor deutlich gemacht werden mit welchem Ansatz die Gesellschaft gesteuert wird.

Die BaFin erachtet die Weiternutzung der bestehenden Going-Concern-RisikotragfĂ€higkeitskonzepte – als so genannte „Going-Concern AnsĂ€tze alter PrĂ€gung“ – bis auf weiteres als zulĂ€ssig fĂŒr die normative Perspektive, entsprechend werden die bisher geltenden Anforderungen in einen gleichnamigen Annex ĂŒberfĂŒhrt.

 

Herausforderungen – auf den ersten Blick

Die aktuellen VorschlĂ€ge der deutschen Aufsicht erfordern bei Leasinggesellschaften eine ÜberprĂŒfung der RisikotragfĂ€higkeitsrechnung und damit implizit auch der Kapitalplanung sowie der Stresstests. Aufgrund der nicht anwendbaren regulatorischen Vorgaben fĂŒr Eigenmittel und Risikorechnung erscheint der Handlungsbedarf nach ersten Analysen ĂŒberschaubar.

InstitutsvergĂŒtungsverordnung – wesentliche Auswirkung fĂŒr Leasinginstitute

Zur Umsetzung von internationalen Richtlinien und Vorgaben wurde die InstitutsvergĂŒtungsverordnung (InstitutsVergV) angepasst und am 4. August 2017 in Kraft gesetzt.

Eine gute Nachricht fĂŒr die meisten Leasinggesellschaften besteht darin, dass die Identifizierungspflicht von RisikotrĂ€gern fĂŒr alle Institute nicht umgesetzt wurde. Weiterhin besteht diese Verpflichtung nur fĂŒr die bedeutenden Institute. Insbesondere aufgrund des Schwellenwertes von § 17 Abs. 1 InstitutsVergV in Höhe von € 15 Mrd. Bilanzsumme im Durchschnitt der letzten drei Jahre, dĂŒrften nur wenige Leasinggesellschaften hiervon sowie den damit verbundenen weiteren Änderungen betroffen sein.

Obwohl die Verordnung gem. § 28 InstitutsVergV erst mit Beginn des nĂ€chsten Bemessungszeitraums i.S. § 19 InstitutsVergV umzusetzen ist, ist bereits heute zu beachten, dass sich Änderungen in einzelnen Definitionen ergeben haben. So wurde die Definition der variablen VergĂŒtung dahingehend angepasst, dass alle Bestandteile, die nicht gem. § 2 Abs. 6 InstitutsVergV fix sind, als variabel anzusehen sind. Hiervon betroffen sind grundsĂ€tzlich auch Abfindungen und Zulagen, welche nur unter engen Voraussetzungen als fixer Bestandteil klassifiziert werden können. Auswirkungen in Bezug auf den Bonus Cap gem. § 25 Abs. 5 KWG sind fĂŒr Leasinggesellschaften allerdings nicht von Bedeutung, da diese gem. § 2 Abs. 7a KWG von deren Anwendung ausgenommen sind.

In Bezug auf Abfindungen haben Leasinggesellschaften kĂŒnftige GrundsĂ€tze zu fixieren, die einen Höchstbetrag oder Kriterien fĂŒr die Bestimmung regeln. DarĂŒber hinaus ist das VergĂŒtungssystem jĂ€hrlich zu ĂŒberprĂŒfen und sofern MĂ€ngel festgestellt werden, ein Maßnahmenplan zu erstellen und die umgesetzten Maßnahme zu dokumentieren.

Da die neuen Vorschriften bereits Gegenstand der anstehenden JahresabschlussprĂŒfung sein werden, sollten Leasinggesellschaften im Rahmen einer GAP-Analyse den individuellen Anpassungsbedarf ermitteln und entsprechende Maßnahmen definieren bzw. bereits umsetzen.

Weitere Informationen zur InstitutsvergĂŒtungsverordnung finden Sie hier.

Leasingforum 2017

In unserem jĂ€hrlichen Leasingforum möchten wir mit Ihnen unsere Sicht ĂŒber aktuellen Themen, die die Branche bewegen, vorstellen und diskutieren. Auch in diesem Jahr haben wir fĂŒr Sie eine spannende Agenda vorbereitet.

Die Themen Digitalisierung und Informationstechnologie stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Dabei ist das Wachstumspotential aus dem digitalen Wandel fĂŒr die Leasingbranche Gegenstand unseres ersten Vortrags und wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Ihnen.

In Anbetracht der jĂŒngsten Cyberangriffe und der aktuellen IT-PrĂŒfungsschwerpunkte der BaFin werden wir auch das Thema IT-Sicherheit betrachten. Unsere IT-Experten werden dazu unter anderem auf die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT sowie auf Fragen zum Thema Cyber-Security eingehen.

Des Weiteren erwartet Sie ein Vortrag ĂŒber die Neuerungen der 4. EU-GeldwĂ€scherichtlinie, welche mit Wirkung zum 26. Juni 2017 mit der Veröffentlichung im Bundesblatt in Kraft getreten ist. Den heute aktuellen Stand der Diskussion finden Sie auch in dem folgenden PwC Blog-Beitrag.

Auch in Bezug auf die steuerlichen Neuerungen fĂŒr Leasinggesellschaften werden Sie durch unseren vierten Beitrag auf den aktuellsten Stand der Entwicklung bringen.

Das Leasingforum wird an drei Standorten von 9:00 bis 13:30 Uhr an folgenden Terminen stattfinden:

Dienstag, 29. August 2017; 60327 Frankfurt am Main

Donnerstag, 7. September 2017; 40227 DĂŒsseldorf

Dienstag, 19. September 2017; 80636 MĂŒnchen

Unter folgendem Link können Sie sich fĂŒr unser Leasingforum anmelden: www.pwc-events.com/leasingforum

Wir freuen uns, Sie als Teilnehmer des Leasingforums in unseren Niederlassungen begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen.

CSR-Richtlinie Umsetzungsgesetz: Bedeutung fĂŒr Leasinggesellschaften

Mit der Verabschiedung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) am 19. April 2017 hat die Bundesregierung die Richtlinie 2014/95/EU „CSR-Richtlinie“ in deutsches Recht umgesetzt.
Betroffen durch das CSR-RUG sind große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit hoher Mitarbeiterzahl. Konkret liegt eine Berichtspflicht vor, sofern die folgenden drei Kriterien erfĂŒllt werden:

  1. große Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB (Bilanzsumme grĂ¶ĂŸer € 20 Mio.; Umsatzerlöse grĂ¶ĂŸer € 40 Mio.)
  2. Kapitalmarktorientierung i.S.d. § 264d HGB
  3. BeschÀftigung von mehr als 500 Mitarbeitern im Jahresdurchschnitt

Gem. § 340 a Abs. 1.a HGB n.F. sind Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute bereits zur Anwendung verpflichtet, wenn sie die Kriterien 1 und 3 erfĂŒllen. Befreiend wirkt jedoch der Einbezug der Gesellschaft in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens (§289b Abs. 2 Nr. 1 HGB n.F.), der in Einklang mit der EU-Bilanzrichtlinie steht und eine nichtfinanzielle ErklĂ€rung enthĂ€lt.

FĂŒr diese Unternehmen besteht damit erstmals eine Berichtspflicht zu bestimmten nachhaltigkeits- und diversitĂ€ts bezogenen Themen fĂŒr nach dem 31. Dezember 2016 beginnende GeschĂ€ftsjahre. Gem. § 289b Abs. 3 HGB-E rĂ€umt der Gesetzgeber ein Ausweiswahlrecht ein, ob die Offenlegung dieser nichtfinanziellen Informationen integriert in den Lagebericht oder in einem separaten Berichtsformat erfolgt.
Gefordert werden Angaben zum GeschÀftsmodell, Angaben zu nichtfinanziellen Aspekten, namentlich:

  • Umweltbelange
  • Arbeitnehmerbelange
  • Sozialbelange
  • Achtung der Menschenrechte
  • BekĂ€mpfung von Korruption und Bestechung,

sowie der Verwendung von Rahmenwerken. Mit diesem letzten Aspekt erfolgt der BrĂŒckenschlag, zu dem von vielen Unternehmen bereits freiwillig erstellten Nachhaltigkeitsbericht, da eine Orientierung der nichtfinanziellen ErklĂ€rung an nationalen, europĂ€ischen oder internationalen Rahmenwerken (z.B. Deutscher Nachhaltigkeitskodex, G4 Guidelines der Global Reporting Initiative etc.) zur nichtfinanziellen Berichterstattung möglich ist. Im Gegensatz zum Aufsichtsrat besteht fĂŒr den AbschlussprĂŒfer keine Pflicht zur inhaltlichen PrĂŒfung der nicht finanziellen Berichterstattung. Die ersten Erfahrungen zeigen jedoch, dass der Aufsichtsrat eine freiwillige PrĂŒfung durch den AbschlussprĂŒfer beauftragt.

Aufgrund des Mitarbeiter-Kriteriums dĂŒrfte die Relevanz des CSR-RUG fĂŒr Leasinggesellschaften nur in AusnahmefĂ€llen gegeben sein. Dennoch kann es auch fĂŒr Leasinginstitute sinnvoll sein sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, insbesondere wenn ihre refinanzierende Banken aufgrund des CSR-RUG oder auf freiwilliger Basis, Nachhaltigkeit („Sustainability“) verstĂ€rkt in ihr eigenes GeschĂ€ftsmodell implementieren. AnsĂ€tze zur Integration in die Kreditvergabe bzw. BonitĂ€tsanalyse bestehen bereits. Dies kann aber durchaus auch eine Chance darstellen, da verschiedene Studien eine positive Korrelation zwischen Kapitalkosten und nichtfinanzieller Berichterstattung aufzeigen.

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