Leasing OnLine

Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT (BAIT) – Neue Herausforderungen für Leasinggesellschaften

Als Finanzdienstleistungsinstitute müssen Leasinggesellschaften umfangreiche aufsichtsrechtliche Anforderungen erfüllen. Mit den BAIT verschärft die Aufsicht ihren Fokus auf den Bereich IT – neben den Anforderungen aus der erwarteten MaRisk Novelle 2016 – weiter.

Was sind die BAIT?

Mit den BAIT will die BaFin die MaRisk um spezifischere Anforderungen mit Bezug zur IT konkretisieren. Speziell betrifft das die im allgemeinen Teil 7.2 der MaRisk „Technisch-organisatorische Ausstattung“ noch nicht oder noch nicht abschließend geregelten Sachverhalte. Diese sollen detaillierter aufgegriffen und damit die Erwartungshaltung der Aufsicht transparenter dargestellt werden.

Welche Inhalte sind zu erwarten?

Bereits jetzt ist erkennbar, dass mit den Anforderungen das unternehmensweite IT-Risikobewusstsein im Institut und gegenĂĽber seinen Auslagerungsunternehmen erhöht werden soll. Die BAIT definiert Anforderungen u. a. in den Themenbereichen IT-Strategie, Informationssicherheitsmanagement, Informationsrisikomanagement und Berechtigungsmanagement.

Wann kommen die BAIT?

Die Übersendung der Konsultationsentwürfe erfolgt voraussichtlich Anfang 2017. Das Datum der finalen Veröffentlichung ist heute noch nicht bekannt, wird jedoch für das Jahr 2017 erwartet.

Gibt es Erleichterungen?

Für Leasing-Gesellschaften gelten diese Anforderungen dann gemäß dem bereits bekannten Proportionalitätsprinzip.

Fazit:

Der aufsichtsrechtliche Regulierungsdruck für Leasinggesellschaften im Bereich IT wird sich neben der MaRisk Novelle 2016 auch durch diese BAIT kurzfristig weiter erhöhen. (Finanzdienstleistungs-)Institute sollten sich daher frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut machen und noch bestehende Schwachstellen identifizieren.

IFRS 16 – das Leasingverhältnis

Um ein grundlegendes Verständnis über den IFRS 16 zu gewinnen, bieten die „PwC-Shortcuts“ eine gute Gelegenheit. Hierbei werden einzelnen Aspekte und Fragestellungen visuell aufgearbeitet und Lösungen anschaulich erklärt. In der ersten Folge werden die Besonderheiten und Herausforderungen bei der Identifizierung von Leasingverhältnissen an einem praktischen Beispiel dargestellt.

Ăśbernahmen von IFRS 9 in EU-Recht

Durch die Veröffentlichung der Verordnung (EG) Nr. 2016/2067 im EU-Amtsblatt am 29. November 2016 hat die EU Kommission IFRS 9 Finanzinstrumente endgültig in EU-Recht übernommen. Der neue Standard tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Der neue Standard beinhaltet Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung, ein neues Wertminderungsmodell zur Abbildung erwarteter Verluste und neue Regelungen zum Hedge Accounting.

Leasingforderungen sind grundsätzlich vom Anwendungsbereich des IFRS 9 ausgenommen. Anzuwenden sind lediglich die Regelungen zum Abgang und zum Impairment. Für die Leasingbranche sind daher insbesondere die Änderungen aufgrund des neuen Wertminderungsmodells bedeutsam, wobei IFRS 9 für Leasingforderungen ein Wahlrecht enthält. Für Leasingforderungen kann der erwartete Verlust wahlweise in Höhe des erwarteten 12-Monats-Verlustes (12-month expected loss) oder in Höhe des über die gesamte Restlaufzeit erwarteten Verlustes (Life-time expected Loss) erfasst werden.

 

Quelle: http://ec.europa.eu/finance/company-reporting/index_de.htm#161125

IFRS 15 – Implikationen für Leasinggeber

Mit dem IFRS 16 hat das IASB einen für die Leasingbranche bedeutenden Standard veröffentlicht. Das für Leasinggeber wichtige Zusammenspiel sowie Abgrenzungsfragen zum IFRS 15 (EU-Endorsement: 29. Oktober 2016) beschreibt der Artikel „Zusammenspiel und Abgrenzung von IFRS 16 und IFRS 15 aus Sicht des Leasinggebers“ in der FLF Nr. 6/2016 (Seite 254-258).

Leasingbilanzierung nach IFRS 16 – ein Zwischenfazit

Abschlussadressaten forderten seit langem eine Verbesserung der Transparenz in der Bilanzierung von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer. Am 13. Januar 2016 hat der IASB den neuen Standard zur Leasingbilanzierung „IFRS 16“ veröffentlicht. Die Grundidee – das bilanzwirksame Right-of-Use-Modell – ist trotz zum Teil erheblicher Kritik umgesetzt worden.

Die Leasingnehmer sehen sich mit umfangreichen Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Komplexität und Kosten der Abschlusserstellung erhöhen sich dadurch erheblich.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert. Neue Anforderungen betreffen hier insbesondere Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen ergeben sich aus möglichen Nachfrageänderungen der Leasingnehmer. Daher sollten auch sie ihre IT-Systeme auf eventuelle Schwachstellen in Bezug auf die neue Leasingbilanzierung untersuchen. Dies sowohl für Besonderheiten in der Leasinggeberbilanzierung als auch für neue Angebots- und Produktgestaltungen, welche zur Befriedigung der zu erwartenden Nachfrageänderungen entwickelt werden. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber neben dem Risiko Marktanteile zu verlieren, auch die Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch eine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass sich insbesondere die Identifizierung von Leasingverhältnissen auf Basis des im IFRS 16 verankerten Kontrollkonzepts als komplex erweisen kann. In dem Zusammenhang bestehende Auslegungsfragen werden die Praxis noch vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig eröffnet diese Komplexität wiederum Möglichkeiten zur Vertragsgestaltung, um eine Bilanzierung nach IFRS 16 zu vermeiden.

Fazit: Aufgrund der Komplexität der neuen Leasingbilanzierung sollten sich sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber möglichst frühzeitig umfassend mit den Änderungen befassen. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen und sich daraus ergebenden Reaktionen der Marktteilnehmer die neue Leasingbilanzierung zur Folge haben wird.

 

WeiterfĂĽhrende Links zu diesem Thema:

http://www.pwc.de/de/rechnungslegung/online-fragebogen.html

http://www.pwc.de/de/deals/unsere-pwc-experten-im-gespraech-auswirkungen-der-neuen-leasingbilanzierung-auf-die-kaufpreismittlung-im-rahmen-von-transaktionen.html

 

Leasing OnLine – der neue PwC-Blog

Heute startet der neue PwC Blog Leasing OnLine. Der bei PwC Financial Services fĂĽr Leasing verantwortliche Partner Michael Henneberger fĂĽhrt hierzu aus:

Warum noch einen Blog bei PwC Financial Services?

Ein Blog ist das ideale Medium, um aktuelle und wichtige Informationen schnellstmöglich zu kommunizieren. Tatsächlich gibt es bereits ein umfangreiches Angebot an Blogs bei PwC. Keiner jedoch wird den spezifischen Besonderheiten des immer komplexer werdenden Leasinggeschäfts gerecht – daher widmen wir dem Thema Leasing nun einen gesonderten Blog.

Was soll Inhalt des Blogs sein? Wird sich bei diesem Blog alles nur um die Rechnungslegung drehen?

Nein, überhaupt nicht. Wir wollen einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen des Leasinggeschäfts und seines Umfeldes geben. Dies umfasst neben Accounting-Themen beispielsweise auch regulatorische Anforderungen, das Risikomanagement, Herausforderungen im Bereich IT, steuerliche Urteile und Entscheidungen sowie alle weiteren für die Leasingbranche interessanten Entwicklungen. Digitalisierung wäre hier als Beispiel zu nennen. Die Vielfalt der Themen wird auch durch die verschiedenen Blogger aus unserem Netzwerk sichergestellt. Der Blog richtet sich daher an alle an dem Thema Leasing Interessierten – Leasinggeber, Leasingnehmer, Finanzierungspartner oder auch Studierende.

Dient der Blog der Aus- und Weiterbildung? Macht er Beratungsgespräche überflüssig?

Der Blog soll den Leser zeitnah, schnell und prägnant auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam machen, ohne alle Facetten des Themas zu beleuchten. Falls weitere Informationen gewünscht werden, besteht die Möglichkeit, direkt über den Blog in Kontakt mit unseren Experten zu treten.

MaRisk 2016 – Herausforderungen fĂĽr die Leasingbranche im Ăśberblick

Zum Jahresbeginn hat die BaFin den Startschuss für die lang geplante fünfte Novelle der MaRisk gegeben. Die Anpassungen resultieren dabei insbesondere aus Erkenntnissen aus Sonderprüfungen sowie Empfehlungen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zu Grundsätzen der Aggregation von Risikodaten und Risikoberichterstattung (BCBS 239).

Damit Sie umfassend über den aktuellen Stand informiert sind, möchten wir den folgenden kurzen Überblick geben und Sie in weiteren Beiträgen detaillierte auf die neuen Herausforderungen vorbereiten.

  • Wie ist der aktuelle Stand der Konsultation?

Der Konsultationsprozess ist abgeschlossen. Es sind im Vergleich zum Zwischenentwurf vom 24. Juni 2016 nur redaktionelle Anpassungen und Klarstellungen zu erwarten.

  • Wann werden die MaRisk in finaler Fassung veröffentlicht?

Wir gehen davon aus, dass die neuen MaRisk noch vor Weihnachten veröffentlicht werden.

  •  Wann sind die MaRisk 2016 umzusetzen?

In Bezug auf die Umsetzungsfrist ist zwischen Neuerungen, Ă„nderungen und Klarstellungen zu differenzieren. Die Klarstellungen konkretisieren bereits bestehende Anforderungen und finden somit unmittelbar Anwendung. Diese Klarstellungen sind somit bereits bei der JahresabschlussprĂĽfung 2016 vom WirtschaftsprĂĽfer zu beurteilen. Die sollte die Leasinginstitute dazu veranlassen, die konkrete und sachgerechte Umsetzung frĂĽhestmöglich zu ĂĽberprĂĽfen. Die Neuerungen/ Ă„nderungen werden voraussichtlich erst nach einer gewissen Umsetzungsfrist ihre Wirkung entfalten .

  • Welche Neuerungen, Ă„nderungen und Klarstellungen sind zu erwarten?

Neben den Neuerungen zur Risikoberichterstattung, zum Datenmanagement, zu Auslagerungen und zur Risikokultur sind in der fünften Novelle Klarstellungen und teilweise Änderungen zur Risikotragfähigkeit (RTF) und zum Stresstesting, zum Liquiditätsmanagement sowie zu IT-Risiken enthalten. Weitere Neuerungen lassen sich unter die Begriffe Validierung, Neue-Produkte-Prozess (NPP), Cooling-off bei Personalwechsel, Konkretisierungen bei den besonderen Funktionen und der Prüfungsplanung der Internen Revision subsumieren.

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