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Anhebung der GWG-Grenze ab 2018: Chancen für Leasinggeber

Mit dem „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ wurden auch die steuerlichen Grenzen für die sofortige Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG) angehoben. Besondere Relevanz für Leasinggeber ergibt sich, wenn geringwertige Wirtschaftsgüter auch Teil ihrer Angebotspalette sind und sie damit von der Ausweitung dieses steuerlichen Wahlrechts profitieren können. Die Erhöhung der steuerlichen Grenzen sorgt dafür, dass durch die Sofortabschreibung das steuerliche Ergebnis und damit ggf. auch die steuerliche Belastung im Jahr der Anschaffung stärker reduzieren werden kann.

Gem. § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG können Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.Dezember 2017 angeschafft werden, bis zu einem Betrag von € 800 (netto) im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden (bisher € 410 (netto)). Sofern das Wahlrecht nach § 6 Abs. 2a EStG in Anspruch genommen wird, können Sofortabschreibungen von Wirtschaftsgütern mit Anschaffungskosten- oder Herstellungskosten in Höhe von € 250 (netto) (bisher € 150 (netto)) vorgenommen werden.

Die Voraussetzungen für geringwertige Wirtschaftsgüter (selbständige Nutzbarkeit) bleiben unverändert.

Die Bildung eines Sammelpostens i.S.d. § 6 Abs. 2a EStG im handelsrechtlichen Abschluss ist zulässig, sofern die betreffenden Vermögensgegenstände einzeln oder in Summe für den Abschluss von untergeordneter Bedeutung sind. Sofortabschreibungen gem. § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG dürfen unabhängig von dieser Betrachtung vorgenommen werden

Neuerungen durch das Geldwäschegesetz: von der Gefährdungs- zur Risikoanalyse

Die bislang geltenden Anforderungen des Geldwäschegesetzes (GwG) stellten Leasinginstitute schon bisher vor große Herausforderungen. Dennoch enthält das zum 26. Juni 2017 in Kraft getretene Geldwäschegesetz weitere, deutlich verschärfte Anforderungen an die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Dabei bilden die Anforderungen an die Ausgestaltung der Risikoanalyse (bisher bekannt als Gefährdungsanalyse) einen zentralen Aspekt der GwG-Novelle.

Verpflichtete müssen grundsätzlich über ein angemessenes und wirksames Risikomanagement, das neben der Risikoanalyse auch interne Sicherungsmaßnahmen beinhaltet, in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verfügen. Bei der Erstellung der Risikoanalyse sind die in den Anlagen 1 und 2 zum neuen Geldwäschegesetz genannten Risikofaktoren sowie Informationen aus der nationalen Risikoanalyse in Bezug auf das eigene Institut zu berücksichtigen.

Diese Risikofaktoren stellen allerdings nur eine Orientierung dar und sind nicht als abschließend zu betrachten. Verpflichtete sind angehalten, im Rahmen der Risikoanalyse Risiken aus der Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierung zu ermitteln und zu bewerten. Dabei muss jede Geschäftsbeziehung und Transaktion individuell im Hinblick auf ihr individuelles Geldwäscherisiko beurteilt werden, pauschale Vorgehensweisen wie z.B. die Anwendung der vereinfachten Sorgfaltspflichten für einzelne Fallgruppen sind nicht mehr möglich.

Die Risikoanalyse ist schriftlich zu dokumentieren, regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren. Auf Verlangen der Aufsichtsbehörde haben Verpflichtete die jeweils aktuelle Fassung zur Verfügung zu stellen. Werden die Risiken nicht ermittelt bzw. wird die Risikoanalyse nicht angemessen dokumentiert, überprüft oder aktualisiert, liegt ein Bußgeldtatbestand vor. Leasinginstitute müssen daher kurzfristig prüfen, inwieweit ihre bisherigen Maßnahmen den neuen Anforderungen genügen.

Mehr zum Thema Geldwäsche erfahren Sie unter:

https://blogs.pwc.de/compliance-fs/

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