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IFRS 16 – der Countdown läuft

Der neue Leasingstandard IFRS 16 ist ab dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden. Die wesentlichen Veränderungen ergeben sich dabei für die Leasingnehmer, die grundsätzlich alle Leasingverhältnisse „on balance“ abbilden müssen. In der praktischen Umsetzung zeigt sich, dass dies Unternehmen vor großen und sehr unterschiedlichen Herausforderungen stellt. Um Ihnen zu den aktuellen Herausforderungen einen einfachen und schnellen Überblick zu vermitteln, hat PwC eine Serie von IFRS 16 Videos erstellt, die Sie unter folgendem Link finden:

www.youtube.com/pwc/IFRS_16

 

Neben den allgemeinen Herausforderungen ergeben sich auch branchenspezifische Besonderheiten des Financial Services Bereichs. Diese werden in IFRS 16 im Banken – und Finanzdienstleistungssektor beleuchtet.

IFRS 16 – Übernahme in EU-Recht

Durch die Veröffentlichung der Verordnung (EU) 2017/1986 im EU-Amtsblatt am 9. November 2017 hat die EU Kommission IFRS 16 Leasingverhältnisse endgültig in EU-Recht übernommen. Die Erstanwendung des Standards ist bis spätestens zum 1. Januar 2019 vorgesehen. Eine vorzeitige Anwendung zum 1. Januar 2018 ist möglich.

Der neue Standard beinhaltet insbesondere weitreichende Neuerungen für Leasingnehmer. Die Grundidee der Bilanzierung auf Ebene des Leasingnehmers basiert dabei auf dem Right-of-Use-Modell. Die Leasingnehmer sehen sich damit umfangreichsten Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Die Komplexität und die Kosten der Abschlusserstellung werden sich dadurch erheblich erhöhen.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert, neue Anforderungen betreffen hier insbesondere neue Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen können sich aber auch für Leasinggeber aufgrund  möglicher Nachfrageänderungen der Leasingnehmer ergeben. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber das Risiko Marktanteile zu verlieren aber auch die  Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch seine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

 

Chancen im Rahmen des erhöhten Informationsbedarfs der Leasingnehmer nach IFRS 16

Am 13. Januar 2016 ist der finale IFRS-Standard zur Leasingbilanzierung (IFRS 16) erschienen. Er ist für alle nach IFRS bilanzierenden Unternehmen ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden, eine vorzeitige Anwendung ist möglich. Die IFRS-Regelungen sehen vor, dass sämtliche Leasingverhältnisse beim Leasingnehmer in Form von Nutzungsrechten mit korrespondierender Leasingverbindlichkeit in der Bilanz erfasst werden. Dies erhöht die Komplexität und den Aufwand bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen für Leasingnehmer und kann damit die Attraktivität von Leasing für nach IFRS bilanzierende Leasingnehmer deutlich reduzieren bzw. die von Alternativen (z.B. Kauf) stärken.

Der umfangreiche Informationsbedarf, der zur Umsetzung der neuen Bilanzierungsvorgaben von Leasingnehmern benötigt wird, stellt diese vor große Herausforderungen, da die notwendigen Informationen meist weder zentral noch elektronisch vorliegen. Im Rahmen einer durch PwC durchgeführten Umfrage unter 48 Unternehmen mit Sitz in Deutschland im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016 haben 47% der Umfrageteilnehmer geschätzt, über mehr als 1.000 Leasingverträge zu verfügen. Der sich hieraus ergebende Aufwand, diesen Vertragsbestand elektronisch zu inventarisieren, ist erheblich.

Um diesen Aufwand zu bewältigen, hat PwC zusammen mit dem Fraunhofer Institut ein Leasingvertragstool entwickelt. Bei dem Leasingvertragstool handelt es sich um eine lernfähige Softwarelösung, welche in der Lage ist, aus im PDF-Format vorliegenden Leasingverträgen automatisiert die zur Bilanzierung notwendigen Informationen herauszulesen und in eine standardisierte Bedienoberfläche zu übertragen.

Das Vertragstool ermöglicht durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die standardisierte Auswertung und Verarbeitung der Vertragsunterlagen bei weiterhin möglicher individualisierter Vertragsgestaltung entsprechend der Bedürfnisse der Leasingnehmer. Für Leasingnehmer bietet sich hierdurch die Möglichkeit enormer Zeit- und Kostenersparnis.

Eine weitere Alternative zur Verwendung des Leasingvertragstools und Chance für die Leasinggeber besteht darin, dass sie die notwendigen Daten über den Vertragsbestand ihren Kunden zur Verfügung stellen könnten. Neben der Zeitersparnis für den Kunden stärken Leasinggeber hiermit ihre Kundenbeziehung. Aufgrund der Erstanwendungsfrist beginnen Leasingnehmer derzeit mit entsprechenden Umsetzungsprojekten und Leasinggeber sollten daher frühzeitig in die Kommunikation mit den Kunden über die Umsetzung von IFRS 16 einsteigen.

 

IFRS 16 – das Leasingverhältnis

Um ein grundlegendes Verständnis über den IFRS 16 zu gewinnen, bieten die „PwC-Shortcuts“ eine gute Gelegenheit. Hierbei werden einzelnen Aspekte und Fragestellungen visuell aufgearbeitet und Lösungen anschaulich erklärt. In der ersten Folge werden die Besonderheiten und Herausforderungen bei der Identifizierung von Leasingverhältnissen an einem praktischen Beispiel dargestellt.

IFRS 15 – Implikationen für Leasinggeber

Mit dem IFRS 16 hat das IASB einen für die Leasingbranche bedeutenden Standard veröffentlicht. Das für Leasinggeber wichtige Zusammenspiel sowie Abgrenzungsfragen zum IFRS 15 (EU-Endorsement: 29. Oktober 2016) beschreibt der Artikel „Zusammenspiel und Abgrenzung von IFRS 16 und IFRS 15 aus Sicht des Leasinggebers“ in der FLF Nr. 6/2016 (Seite 254-258).

Leasingbilanzierung nach IFRS 16 – ein Zwischenfazit

Abschlussadressaten forderten seit langem eine Verbesserung der Transparenz in der Bilanzierung von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer. Am 13. Januar 2016 hat der IASB den neuen Standard zur Leasingbilanzierung „IFRS 16“ veröffentlicht. Die Grundidee – das bilanzwirksame Right-of-Use-Modell – ist trotz zum Teil erheblicher Kritik umgesetzt worden.

Die Leasingnehmer sehen sich mit umfangreichen Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Komplexität und Kosten der Abschlusserstellung erhöhen sich dadurch erheblich.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert. Neue Anforderungen betreffen hier insbesondere Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen ergeben sich aus möglichen Nachfrageänderungen der Leasingnehmer. Daher sollten auch sie ihre IT-Systeme auf eventuelle Schwachstellen in Bezug auf die neue Leasingbilanzierung untersuchen. Dies sowohl für Besonderheiten in der Leasinggeberbilanzierung als auch für neue Angebots- und Produktgestaltungen, welche zur Befriedigung der zu erwartenden Nachfrageänderungen entwickelt werden. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber neben dem Risiko Marktanteile zu verlieren, auch die Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch eine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass sich insbesondere die Identifizierung von Leasingverhältnissen auf Basis des im IFRS 16 verankerten Kontrollkonzepts als komplex erweisen kann. In dem Zusammenhang bestehende Auslegungsfragen werden die Praxis noch vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig eröffnet diese Komplexität wiederum Möglichkeiten zur Vertragsgestaltung, um eine Bilanzierung nach IFRS 16 zu vermeiden.

Fazit: Aufgrund der Komplexität der neuen Leasingbilanzierung sollten sich sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber möglichst frühzeitig umfassend mit den Änderungen befassen. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen und sich daraus ergebenden Reaktionen der Marktteilnehmer die neue Leasingbilanzierung zur Folge haben wird.

 

Weiterführende Links zu diesem Thema:

http://www.pwc.de/de/rechnungslegung/online-fragebogen.html

http://www.pwc.de/de/deals/unsere-pwc-experten-im-gespraech-auswirkungen-der-neuen-leasingbilanzierung-auf-die-kaufpreismittlung-im-rahmen-von-transaktionen.html

 

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