Schlagwort: Leasing

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Konsultation der neuen MaRisk ‚Äď Auswirkungen f√ľr Leasinggesellschaften

Die Bundesanstalt f√ľr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 26. Oktober 2020 ihre Konsultation zum Entwurf der Neufassung der ‚ÄěMindestanforderungen an das Risikomanagement‚Äú (MaRisk; Konsultation 14/2020) ver√∂ffentlicht.

Welche Bedeutung hat der von der BaFin √ľberarbeitete MaRisk-Entwurf f√ľr Leasinggesellschaften?

Anforderungen an das Management notleidender und gestundeter Risikopositionen

Hintergrund der Anpassung:

Umsetzung der Anforderungen aus den EBA-Richtlinien zu notleidenden und gestundeten Risikopositionen (Guidelines on management of non-performing and forborne exposures ‚Äď NPL Guidelines).

Kernelemente:

  • Augenmerk auf die Implementierung und Weiterentwicklung von fundierten Forbearance-Methoden
  • regelm√§√üige √úberpr√ľfung der Angemessenheit getroffener Ma√ünahmen
  • Definition und Klassifizierung von non-performing exposures (NPE) anhand eines klaren und konsistenten Kriterienkatalogs
  • tiefgreifendere Anforderungen an das Management von high-NPL-Instituten (Brutto-NPL-Quote > 5%)

Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften:

  • geringe Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften, da der NPL-Bestand in der Regel eher gering ist 

Anforderungen an das Auslagerungsmanagement

Hintergrund der Anpassung:

Umsetzung der Anforderungen aus den EBA-Richtlinien zu Auslagerungen (Guidelines on out-sourcing arrangements ‚Äď Outsourcing Guidelines).

Kernelemente:

  • Steuerung und √úberwachung von Auslagerungen hat zuk√ľnftig auf Basis einer tiefergehenden Risikoanalyse zu erfolgen
  • Die Risikoanalyse sollen spezifisch f√ľr jede Auslagerung relevante und potentielle Risikotreiber identifizieren und bewerten
  • Die laufende √úberwachung von Auslagerungen soll st√§rker darauf abzielen, die Leistung des Auslagerungsunternehmens sicherzustellen und die mit Auslagerungen verbundenen Risiken zu steuern
  • Die M√∂glichkeit ein zentrales Auslagerungsmanagement sowie die M√∂glichkeit einer vollst√§ndigen Auslagerung der besonderen Funktionen (Risikocontrolling, Compliance und Interne Revision) auf Gruppen- bzw. Verbundebene wird unter bestimmten Umst√§nden einger√§umt 

Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften:

  • hohe Bedeutung auch f√ľr Leasinggesellschaften aufgrund deren regelm√§√üiger Auslagerungsaktivit√§ten

Anforderungen an die Risikotragfähigkeitsrechnung

Hintergrund der Anpassung:

Anpassung der MaRisk-Regelungen an den √ľberarbeiteten BaFin-Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragf√§higkeitskonzepte (ICAAP).

Kernelemente:

  • Leitfaden ist auch f√ľr Leasinggesellschaften bereits anwendbar
  • wesentliche Neuerung des BaFin-Leitfadens sind die Einf√ľhrung der normativen und die Nachjustierung der √∂konomischen Perspektive
  • eine √úbertragbarkeit der Grunds√§tze und Kriterien des Leitfadens ist nicht ohne weiteres auf Finanzdienstleistungsinstitute m√∂glich und geboten; beispielhaft wird daf√ľr die normative Perspektive, aufgrund der fehlenden Eigenkapitalanforderungen genannt

Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften:

  • Anpassung der MaRisk stellen keine Neuerungen f√ľr Leasinggesellschaften dar

Anforderungen an das Notfallmanagement

Hintergrund der Anpassung:

Die Implementierung der ICT-Risks (Guidelines on ICT and Security Risk Management ‚Äď ICT Guidelines) in die Vorgaben der MaRisk.

Kernelemente:

  • Identifizierung von zeitkritischen Aktivit√§ten und Prozessen auf Basis einer Auswirkungsanalyse sowie Erstellung einer Risikoanalyse f√ľr diese Aktivit√§ten und Prozesse
  • Darstellung von Ersatzl√∂sungen sowie die R√ľckkehr zum Normalbetrieb im Notfallkonzept basierend auf einer √úbersicht √ľber alle Aktivit√§ten und Prozesse
  • Regelm√§√üige Pr√ľfung der Angemessenheit und Wirksamkeit

Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften:

  • hohe Bedeutung f√ľr Leasinggesellschaften mangels Erleichterungsvorschriften

Zusammenfassung

Leasinggesellschaften werden zum Anwenderkreis der bevorstehenden Neuerungen im Bereich der ‚ÄěMindestanforderungen an das Risikomanagement‚Äú z√§hlen, folglich werden Anpassungen in der Branche zu sehen sein. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die BaFin hinsichtlich des konkreten Anwenderkreises f√ľr die einzelnen Regelungen im Rahmen der j√ľngst gestarteten Konsultationsphase noch eine √úberpr√ľfung vornehmen wird.

Leasing: Eine Investition in Nachhaltigkeit?

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft fest im Griff. Aktuell erleben wir eine beispiellose Wirtschafts- und Gesundheitskrise. Eben jene wirtschaftlichen Herausforderungen f√ľhren typischerweise dazu, dass Unternehmen weniger investieren und Projekte neu priorisieren. Das Thema Nachhaltigkeit droht dabei oftmals ins Hintertreffen zu geraten. Eine profane M√∂glichkeit den bevorstehenden Investitionsstau abzumildern, bieten Leasingangebote.

Leasing erm√∂glicht die Objektnutzung ohne Eigentumserwerb, wodurch die Liquidit√§t des Leasingnehmers geschont wird. Im Austausch f√ľr die Nutzungs√ľberlassung des Leasingobjekts zahlt der Leasingkunde monatliche Raten. Diese kann der Kunde h√§ufig aus den erwirtschafteten Ertr√§gen des Leasingobjekts (Pay-as-you-earn) realisieren. Dar√ľber hinaus kann die erg√§nzende Inanspruchnahme von Serviceleistungen rund um die Objektnutzung (z. B. Wartung und Reparatur) die Plan- und Kalkulierbarkeit des Investitionsobjekts erh√∂hen.

Allein f√ľr das Erreichen der europ√§ischen Energie- und Klimaziele m√ľssten in den Mitgliedstaaten der EU laut Kommission bis 2030 j√§hrlich zus√§tzlich 260 Mrd. EUR investiert werden.1 Den Finanzintermedi√§ren der Leasingwirtschaft kommt bei der Erreichung der Energie- und Klimaziele somit eine besondere Bedeutung zu.

Ein Blick auf den Stra√üenverkehr verdeutlicht, dass die Leasingbranche einen erheblichen Anteil des deutschen Fahrzeugmarktes finanziert, denn schon jetzt wird ein Gro√üteil der modernen und umweltfreundlicheren Fahrzeuge geleast. Gleiches gilt f√ľr die Elektrifizierung des Automobils und den Ausbau des √∂ffentlichen Personennahverkehrs ‚Äď auch hier macht die Finanzierungsform des Leasings den L√∂wenanteil aus. Am deutlichsten sichtbar werden die neuen Mobilit√§tskonzepte der Sharing-Economy in Gro√üst√§dten, wo die Mobility-on-Demand Angebote zur gemeinschaftlichen Nutzung von Autos, Fahrr√§dern oder auch E-Scootern inzwischen zum festen Stadtbild geh√∂ren.

Der Erfolg der Sharing-Economy w√§re ohne die Nutzung digitaler Kommunikationsangebote nicht m√∂glich gewesen. Moderne Leasinganbieter verstehen sich deshalb nicht nur als reine Finanzierer, sondern zeitgleich als IT-Dienstleister, welche den Austausch von G√ľtern √ľber internetbasierte Plattformen √ľberhaupt erst erm√∂glichen. Gerade konventionelle Leasinganbieter stehen somit in der Pflicht ihr Gesch√§ftsmodell in Anbetracht der digitalen Transformation kontinuierlich zu hinterfragen und gegebenenfalls ihre Produktpalette anzupassen.

Die Objektperspektive der Leasingbranche richtet ihr Hauptaugenmerk bereits vor Vertragsabschluss implizit auf die √Ėkobilanz. Denn der Leasinggeber nimmt das Objekt am Ende der Vertragslaufzeit in der Regel zur√ľck, somit geraten umweltfreundliche √úberlegungen ‚Äď wie ein m√∂glichst langer Lebenszyklus oder Wiederaufbereitungsm√∂glichkeiten (Refurbishing) ‚Äď automatisch ins Interesse der Leasingwirtschaft. Schlie√ülich tr√§gt diese auch die Chancen und Risiken aus der Verwertung der geleasten Wirtschaftsg√ľter (Restwertrisiken).

1 Quelle: BDL

Umsatzsteuersatzsenkung bei Leasingverträgen

Die temporäre Senkung des Umsatzsteuersatzes im Zuge der Covid19-Krise lässt zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch einige Fragen offen. Gerade im Hinblick auf sog. Dauerleistungen, zu denen auch Miete und Leasing zählen, gibt es Besonderheiten zu beachten.

 

Grunds√§tzlich ist bei der Frage, welcher Umsatzsteuersatz nun anzuwenden ist, stets der Zeitpunkt ma√ügebend, in welchem die jeweilige Leistung ausgef√ľhrt wird. Bei Lieferungen ist dies der √úbergang der Verf√ľgungsmacht und bei sonstigen Leistungen der Zeitpunkt der Vollendung.

Leasing kann als Dauerleistung nicht eindeutig als Lieferung oder sonstige Leistung qualifiziert werden. Vielmehr kommt es auf die Ausgestaltung des Leasingvertrags an, welcher Umsatzsteuertatbestand vorliegt.

 

Im Fall einer Lieferung ist der gesamte Umsatzsteuer-Betrag zu Beginn des Leasingvertrags fällig. Liegt der Beginn eines solchen Leasingvertrags also vor dem 01.07.2020 oder nach dem 01.01.2021, so werden 19% Umsatzsteuer fällig, wohingegen Leasingverträge, deren Beginn in der zweiten Jahreshälfte 2020 liegt, nur mit 16% zu Buche schlagen.

 

Bei Leasingvertr√§gen, die als sonstige Leistung zu qualifizieren sind, w√§re wie folgt zu verfahren. Die monatlichen Leasingraten und das zur Verf√ľgung stellen des Leasinggegenstandes sind im allgemeinen als Dauerleistungen, die als Teilleistungen erbracht werden zu qualifizieren. Der Zeitraum der Leistungserbringung ist der monatliche Zeitraum. Demnach werden f√ľr die einzelnen Teilleistungen zwischen Juli und Dezember 2020 nur 16% Umsatzsteuer f√§llig, f√ľr die √ľbrigen Teilleistungen (vorbehaltlich einer m√∂glichen Verl√§ngerung der befristeten Absenkung der Umsatzsteuers√§tze) hingegen 19%.

 

Hier ergibt sich noch eine Besonderheit bei sog. Leasing-Sonderzahlungen. Solche Sonderzahlungen sind als Vorauszahlung auf jede einzelne Leasingrate zu verstehen und daher ertragsteuerlich √ľber die Laufzeit abzugrenzen. Umsatzsteuerlich w√§re f√ľr bereits geleistete Sonderzahlungen, die sich auch auf den Zeitraum Juli bis Dezember 2020 erstrecken, eine anteilige Korrektur auf 16% vorzunehmen. Bei Sonderzahlungen, die im Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 geleistet werden, ist zu unterscheiden, welcher Teil der Zahlung sich auf das zweite Halbjahr 2020 bezieht bzw. dar√ľber hinaus.

 

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Umgang mit Sondersachverhalten, wie z.B. bei Stundungen, unvorhergesehene K√ľndigungen, zus√§tzliche Zahlungen/Erstattungen im Kilometer Leasing. Hier kann es sich um Zahlungsmodalit√§ten handeln (wie z.B. bei Stundungen), die ggf. keine Auswirkung auf die umsatzsteuerliche Beurteilung haben oder um Leistungen (wie beim Kilometer Leasing), f√ľr die zu beurteilen w√§re, wann die Leistung vor dem Hintergrund umsatzsteuerlicher Vorschriften als ausgef√ľhrt gilt.

 

PwC, im Juli 2020

Aktuelle Leasing-Themen in Zeiten der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie h√§lt die Weltwirtschaft in Atem. Ein Blick auf die aktuellen Konjunktur-Prognosen zeigt, wie gravierend die Situation ist. So gehen die Volkswirte der EZB (Stand: Juni) davon aus, dass das BIP der Eurozone im Jahr 2020 um ca. 8,7 Prozent abst√ľrzen wird. Auch der ifo-Gesch√§ftsklimaindex deutet darauf hin, dass von einem Gro√üteil der Unternehmen noch immer eine Verschlechterung der Gesch√§ftslage erwartet wird. Der Index hat sich im Vergleich zum Vormonat zwar um 5,3 Z√§hler auf 79,5 Punkte verbessert, allerdings war der Indexwert vom April mit 74,2 Punkten auch der niedrigste jemals gemessene Wert.

Die Folgen der Corona-Krise sollen durch die Politik des billigen Geldes der Notenbanken sowie der umfangreichen Hilfspakete der Bundesregierung abgemildert werden. Die EZB legt mit der Ausweitung des bisher 750 Mrd. EUR schweren Anleihenotkaufprogrammes (PEPP) um weitere 600 Mrd. EUR den Grundstein der weiter anhaltenden Niedrigzinspolitik. Nicht umsonst gilt die Geldflut diverser internationaler Notenbanken als einer der st√§rksten Treiber der j√ľngsten B√∂rsenrally.

Das Krisenbew√§ltigungspaket der Bundesregierung umfasst im Wesentlichen die F√∂rderung von Technologien und Digitalisierung, Liquidit√§ts- und √úberbr√ľckungshilfen f√ľr Unternehmen, verbesserte Abschreibungsm√∂glichkeiten sowie tempor√§re Umsatzsteuersenkungen.

Neben der außergewöhnlich starken Betroffenheit einzelner Branchen (z.B. Reise- und Veranstaltungswirtschaft) geraten insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund massiver Umsatzeinbußen sowie Liquiditätsengpässen in akute Existenznöte.

Den Finanzintermedi√§ren aus dem Nicht-Bankensektor kommt bei der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft eine zentrale Bedeutung zu. Allein in Deutschland befinden sich Leasing-G√ľter im Wert von √ľber 220 Mrd. EUR im Einsatz. √úber die H√§lfte der au√üenfinanzierten Investitionen (BDL: Stand 2/2020: 53,5 Prozent) sind der Leasingbranche zuzuordnen. Diese Entwicklung ist auf eine Reihe von Vorteilen zur√ľckzuf√ľhren, welche Leasing als alternative Finanzierungsform mit sich bringt. W√§hrend in der Vergangenheit f√ľr den Leasingnehmer insbesondere steuerliche und bilanzielle Vorteile im Vordergrund standen, sind es heute eher der Erhalt der eigenen Liquidit√§t, Planungssicherheit, die Vermeidung von Restwertrisiken sowie die stetige Modernisierung der Betriebsausstattung.

Im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Krise d√ľrfte Leasing als Finanzierungsform weiter an Bedeutung gewinnen. Allerdings gehen die Folgen der Pandemie auch an Leasinggesellschaften nicht spurlos vorbei, demnach m√ľssen Anbieter zun√§chst einmal ihre eigene Liquidit√§t und ausreichend freie Refinanzierungslinien sichern, um entsprechende Angebote offerieren zu k√∂nnen.

In den folgenden Wochen wollen wir deshalb die Auswirkungen der Konjunkturpakete auf die Leasingbranche sowie die Folgen der Krise auf das Gesch√§ftsmodell der Branche und deren Prozesse durchleuchten. Nachfolgend finden Sie verschiedene Themenbl√∂cke, √ľber die wir Sie in regelm√§√üigen Beitr√§gen in Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Krise unterrichten werden.

  • Umsatzsteuersenkung
  • Adressenausfall- und Restwertrisiken
  • Digitalisierungsprozesse
  • Nachhaltigkeit