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Leasingbilanzierung nach IFRS 16 – ein Zwischenfazit

Abschlussadressaten forderten seit langem eine Verbesserung der Transparenz in der Bilanzierung von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer. Am 13. Januar 2016 hat der IASB den neuen Standard zur Leasingbilanzierung „IFRS 16“ veröffentlicht. Die Grundidee – das bilanzwirksame Right-of-Use-Modell – ist trotz zum Teil erheblicher Kritik umgesetzt worden.

Die Leasingnehmer sehen sich mit umfangreichen Änderungen konfrontiert. Die für sie künftig grds. geltende on-balance Bilanzierung von Leasingverträgen führt nicht nur zu erheblichen Auswirkungen auf Bilanzkennzahlen (wie z.B. den EBIT oder die Eigenkapitalquote) sondern erfordert zudem organisatorische, prozessuale und IT-technische Anpassungen. Komplexität und Kosten der Abschlusserstellung erhöhen sich dadurch erheblich.

Für Leasinggeber bleiben die bilanziellen Regelungen hingegen weitgehend unverändert. Neue Anforderungen betreffen hier insbesondere Detailregelungen, z.B. zu Modifikationen. Herausforderungen ergeben sich aus möglichen Nachfrageänderungen der Leasingnehmer. Daher sollten auch sie ihre IT-Systeme auf eventuelle Schwachstellen in Bezug auf die neue Leasingbilanzierung untersuchen. Dies sowohl für Besonderheiten in der Leasinggeberbilanzierung als auch für neue Angebots- und Produktgestaltungen, welche zur Befriedigung der zu erwartenden Nachfrageänderungen entwickelt werden. Eine veränderte Nachfrage birgt für den Leasinggeber neben dem Risiko Marktanteile zu verlieren, auch die Chance, durch innovative Vertragsgestaltungen und zusätzliche Serviceangebote neue Kunden zu gewinnen und durch eine Differenzierung vom Wettbewerb Marktvolumen und Marktanteil auszubauen.

Erste Erfahrungen zeigen, dass sich insbesondere die Identifizierung von Leasingverhältnissen auf Basis des im IFRS 16 verankerten Kontrollkonzepts als komplex erweisen kann. In dem Zusammenhang bestehende Auslegungsfragen werden die Praxis noch vor einige Herausforderungen stellen. Gleichzeitig eröffnet diese Komplexität wiederum Möglichkeiten zur Vertragsgestaltung, um eine Bilanzierung nach IFRS 16 zu vermeiden.

Fazit: Aufgrund der Komplexität der neuen Leasingbilanzierung sollten sich sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber möglichst frühzeitig umfassend mit den Änderungen befassen. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen und sich daraus ergebenden Reaktionen der Marktteilnehmer die neue Leasingbilanzierung zur Folge haben wird.

 

Weiterführende Links zu diesem Thema:

http://www.pwc.de/de/rechnungslegung/online-fragebogen.html

http://www.pwc.de/de/deals/unsere-pwc-experten-im-gespraech-auswirkungen-der-neuen-leasingbilanzierung-auf-die-kaufpreismittlung-im-rahmen-von-transaktionen.html

 

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