Kalkulation von Löschwasserkosten

Nach den Brandschutzgesetzen der Bundesländer sind die Städte und Gemeinden für die Sicherstellung der flächendeckenden Löschwasserversorgung verantwortlich, jedenfalls im Hinblick auf das ortsübliche Brandrisiko (Grundschutz). Regelmäßig werden hierzu die öffentlichen Trinkwassernetze in Anspruch genommen, aus denen im Brandfall auch Löschwasser bereitgestellt wird. Es stellt sich insoweit in der Versorgungspraxis immer wieder die Frage, welche Anlagenkapazitäten und Kosten mit der Sonderaufgabe „Löschwasserversorgung“ verbunden sind.

Wegen der gemeindlichen Verpflichtung zur Löschwasservorhaltung liegt bei den Kommunen auch die Kostenlast. Sonderregelungen zur Kostenlast finden sich zuweilen in den Vorschriften für kommunale Unternehmen oder Eigenbetriebe, in Wasserkonzessionsverträgen oder in spezifischen Löschwasserverträgen. Doch auch sofern die Löschwasserversorgung faktisch durch den jeweiligen Wasserversorger mit übernommen wird, dürfen die hiermit verbundenen Kosten in den allermeisten Bundesländern nicht in die Gebühren oder Preise für die Trinkwasserbelieferung einbezogen werden. Stattdessen müssen die löschwasserbedingten Kosten von der auf die Trinkwasserkunden umzulegenden Kostenmasse abgesetzt werden. Ein korrekter Umgang mit den Kosten der Löschwasserversorgung ist daher für die Rechtssicherheit der Trinkwasserentgelte von großer Bedeutung.

Dabei sind die im Brandfall oder zu Übungszwecken tatsächlich entnommenen Wassermengen kostenmäßig eher von geringer Bedeutung. Ins Gewicht fallen primär Vorhaltekosten für die größere Dimensionierung der Netzperipherie sowie für Hydranten. Während sich Löschwasserhydranten vergleichsweise einfach zahlenmäßig erfassen und anhand von Referenzkosten bewerten lassen, ist es schwieriger, die Mehrkosten der Netzperipherie sachgerecht zu ermitteln.

Hierzu hat PwC einen innovativen Lösungsansatz entwickelt. Anders als bei den bisher üblichen komplexen Modellrechnungen fiktiver Netze basiert dieser neue Ansatz allein auf den bei den Wasserversorgern vorhandenen GIS-Daten des bestehenden Netzes. Herzstück der Betrachtung sind von PwC zusammengestellte Kostenfunktionen, die die Abhängigkeit der Leitungsbaukosten von der Rohrnennweite beschreiben. Da ein bestehendes Netz für Trink- und Löschwasser größere Nennweiten aufweist als ein kleiner dimensioniertes reines Trinkwassernetz, lassen sich mithilfe der Kostenfunktionen die Mehrkosten der Löschwasserversorgung sachgerecht beziffern. Diese Berechnungen können z.B. in gerichtlichen Entgeltstreitigkeiten vorgelegt werden.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Leif-Erik Langhans

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