Veröffentlichung des Berichts zur wirtschaftlichen Bewertung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020

PwC hat im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die wirtschaftliche Bewertung des „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ (APK) vorgenommen. Neben der Abschätzung der Treibhausgasminderungswirkung der Maßnahmen umfasst der Bericht die Bestimmung der Kosten- und Nutzenwirkungen des APK. Die Ergebnisse werden heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Staatssekretär Jochen Flasbarth in Berlin vorgestellt.

Das Aktionsprogramm Klimaschutz umfasst eine Sammlung von 107 Einzelmaßnahmen und wurde vom BMUB unter Beteiligung von Bundesressorts, Bundesländern, Verbänden und gesellschaftlichen Akteuren erarbeitet und im Dezember 2014 vom Bundeskabinett verabschiedet. Es umfasst eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern. Ziel ist es, die Erreichung der Klimaschutzziele 2020 sicherzustellen. Konkret hat sich Deutschland zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 40% bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990 verpflichtet.

Zentraler Gegenstand der von PwC durchgeführten Analyse ist die Ermittlung der ökonomischen Wirkungen aller Maßnahmen des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020. Dazu erfolgt sowohl eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse als auch eine konsistente Abschätzung der Treibhausgasminderungswirkung der Maßnahmen. Dazu wurden systemanalytische, makroökonomische und verteilungsbezogene Wirkungen des Aktionsprogramms über die Lebensdauer der betrachteten Maßnahmen aufeinander abgestimmt analysiert. Kern der Analysen ist stets ein Vergleich eines Szenarios mit und eines Szenarios ohne Umsetzung des Aktionsprogramms.

Zur Quantifizierung wurde ein Simulationsmodell aufgebaut, welches alle Einzelmaßnahmen sowie die Verzahnung der Sektoren Strom, Verkehr und Wärme abbildet (Erweiterung des PwC-Modells Energiewende Outlook, EwO). Für die Untersuchung der makroökonomischen Wirkungen wurde unter anderem das von PwC für die Energiewende entwickelte Input-Output-Modell GEMIO verwendet.

Makroökonomisch kann die Umsetzung des Aktionsprogramms positive Impulse für die Volkswirtschaft setzen. Allein zwischen 2015 und 2020 können knapp 2,0 Mio. Personenjahre an neuer Beschäftigung (entspricht in 2020 knapp 430.000 zusätzlichen Beschäftigten) geschaffen werden. Damit verbunden kann im Jahr 2020 mit einem zusätzlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Saldo von etwa 1% (ca. +30 Mrd. EUR) in Deutschland gerechnet werden.

Über die gesamte Lebensdauer der Maßnahmen zeigt sich bei der Gegenüberstellung von volkswirtschaftlichen Kosten und Nutzen, dass die eingesparten Energiekosten die zur Umsetzung des Aktionsprogramms notwendigen Investitionen um gut 149 Mrd. EUR übersteigen (Nettobetrachtung). Darüber hinaus profitieren die verschiedenen Marktakteure mehrheitlich direkt von der Umsetzung des Aktionsprogramms. Neben den Haushalten und dem Staat zeigen sich auch direkte Entlastungen durch eingesparte Energiekosten bei der Industrie, dem Sektor Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, dem Verkehr und der Landwirtschaft. Der Energiesektor sieht sich einer direkten Nettobelastung gegenüber, da er weniger stark von einer Verringerung der Energienachfrage profitiert und insbesondere durch die Überführung der Braunkohlekraftwerke in die Klimareserve verstärkt teurere Primärenergieträger, wie Gas, beziehen muss. Allerdings fallen die Kosten der Umsetzung zwar in der Energiewirtschaft an, doch sollen diese größtenteils durch Transfers mittels Netzentgelten (für Sicherheitsbereitschaft) und KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplung) von den Endverbrauchern finanziert werden.

Im Ergebnis wird ein Minderungspotenzial durch die Umsetzung der quantifizierten Maßnahmen des APK von 56,5 bis 61,2 Mio. t CO2-Äq. im Jahr 2020 ermittelt.

Die Studie kann auf der Seite des BMUB heruntergeladen werden: www.bmub.bund.de/

 

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