Untersuchung energetischer Quartierkonzepte

Eine aktuelle Erhebung von PwC zu energetischen Quartierkonzepten erfasst rd. 80 nach dem Förderprogramm KfW 432 – „Energetische Stadtsanierung“ erstellte und veröffentlichte Konzepte für Quartiere in ganz Deutschland.

Auch mehrere Jahre nach Auflegung dieses Förderpro-gramms Ende 2011 ist die Zahl der veröffentlichten Konzepte unverändert hoch. Durchschnittlich leben in den  untersuchten Quartieren rd. 2.300 Einwohner. Bei einer Spannweite zwischen weniger als 100 und mehr als 10.000 Einwohnern pro Quartier kommen die meisten der Unter-suchungsgebiete (rd. 75 %) auf 300 bis 3.500 Einwohner.  Mehr als die Hälfte der analysierten und veröffentlichten Quartierkonzepte stammt aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfahlen.

Baualtersklassen

In rd. 70 % der untersuchten Quartiere sind die Gebäude vorwiegend den Baualtersklassen der Jahre 1949 bis 1978 zuzuordnen, also der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung; dies überrascht nicht, denn Gebäude dieser Altersklassen weisen meist ein großes Einsparpotential auf. Ebenfalls stark bzw. überrepräsentativ vertreten sind Quartiere mit vornehmlich vor 1918 errichteten Gebäuden.

Analyse der Auftragnehmer

Die Mehrzahl der Konzepte wurde von einem Konsortium mehrerer Auftragnehmer erstellt. Über 80 verschiedene Unternehmen waren demnach an Quartierkonzepten als Haupt- oder Unterauftragnehmer beteiligt. Dazu gehören Stadtentwicklungs-, Ingenieur- und Architekturbüros, Energieagenturen und -versorger, Hochschulen, eingetragene Vereine, kommunale Beratungsunternehmen sowie Unternehmensberatungen. Bei rd. 14 % der Konzepte waren Energieversorger als Haupt- oder Unterauftragnehmer engagiert, bei rd. 8 % gehörten kommunale Energieversorger zu den Auftraggebern.

CO2-Einsparungen

Die größten CO2-Einsparungen lassen sich laut den analysierten Quartierkonzepten durch die Gebäudesanierung bzw. -dämmung, die Installation von Photovoltaikanlagen, durch Nah- bzw. Fernwärmeversorgungen und den Tausch oder die Modernisierung von Heizungsanlagen erzielen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen lag meist nur eine Abschätzung der Investitionssummen, nicht jedoch eine Betrachtung der möglichen Kosten und Erlöse im Rahmen einer Gesamtbewertung vor.

CO2-Einsparziele für Quartiere

Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die in den Quartierkonzepten definierten Ziele in Bezug auf CO2-Ein-sparung im Durchschnitt weniger ambitioniert sind als die Ziele der Bundesregierung. Hier liegt der Einwand nahe,  dass CO2-Einsparungen bei Bestandsgebäuden im Vergleich zu anderen Energiesystemen – auch aus den Sektoren Strom-erzeugung und Verkehr – mit einem höheren Aufwand verbunden sind; es sei jedoch darauf hingewiesen, dass das langfristige Ziel der Bundesregierung für den Gebäude-bereich (80 % weniger Primärenergiebedarf) ähnlich anspruchsvoll ist wie das langfristige Gesamtziel für alle Sektoren (mindestens 80 bis 95 % weniger Treibhausgasemissionen).

Gefördertes Sanierungsmanagement

Ein professionelles Sanierungsmanagement erschließt nicht nur Fördermittel, die auch über die KfW-Angebote hinausgehen, sondern erhöht die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung von Quartierprojekten deutlich. Den über 600 bereits bewilligten Anträgen zur Förderung eines energetischen Quartier-konzepts stehen bislang nur rd. 130 geförderte Sanierungs-managements für die Umsetzung der Konzepte gegenüber. Unsere Untersuchung deutet ebenfalls darauf hin, dass auf die Konzeptphase oft nicht oder nicht unmittelbar eine geförderte Sanierungsphase folgt.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. André Schnelte

Tel.: +49 211 981-4081

E-Mail: andre.schnelte@de.pwc.com

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