Krankenhäuser in Deutschland stehen weiter unter hohem wirtschaftlichen Druck

Deutsche Krankenhäuser stehen nach wie vor unter hohem Kostendruck – das ist eines der Kernergebnisse des Krankenhaus-Benchmarks 2019. PwC vergleicht in der Studie, die jährlich herausgegeben wird, krankenhausspezifische Finanzkennzahlen von über 100 Krankenhäusern der drei Trägerschaften private, freigemeinnützige und öffentliche Einrichtungen (ohne Universitätskliniken).

Die Situation aller drei Trägerschaften hat sich gegenüber dem Vorjahr weiter verschlechtert. Die Analyse verdeutlicht die nach wie vor sehr geringe Rentabilität der Krankenhäuser. Trotz der geringsten Fördermittel weisen private Kliniken hierbei die rentabelsten Strukturen auf. In diesem Zusammenhang besonders interessant ist die EBITDA-Quote, da sie durch die Bereinigung von Abschreibungen die Effekte von Fördermitteln neutralisiert. Hierbei wird der Vorsprung privater Kliniken gegenüber Kliniken in öffentlicher und freigemeinnütziger Trägerschaft deutlich: Während private Einrichtungen eine EBITDA-Quote von 7,6% aufweisen, sind es bei freigemeinnützigen Kliniken nur 3,3%. Die Quote der öffentlichen Krankenhäuser liegt im Geschäftsjahr 2018 gar bei -0,2%.

Aufschluss darüber, wie ökonomisch Krankenhäuser arbeiten, gibt das Verhältnis zwischen Material- und Personalaufwandsquote und Umsatzerlösen. Dabei besitzen die privaten Kliniken mit 83% die niedrigste Quote und arbeiten im Vergleich zu den anderen Trägerschaften am effizientesten. Mit 92% weisen die öffentlichen Kliniken das schlechteste Ergebnis auf, so dass ihnen von 100 Euro nur acht Euro für notwendige Investitionen bleiben. Die Quote der freigemeinnützigen Einrichtungen liegt bei 87%.

Ebenfalls untersucht wurde das Cash-Management. Privaten und öffentlichen Kliniken gelang es die Days Sales Outstanding (DSO) zu reduzieren und somit die Finanzierungskosten zu senken und liquide Mittel freizusetzen. Das Cash-Management der Krankenhäuser verbessert sich zwar insgesamt, hoher Optimierungsbedarf ist dennoch weiterhin vorhanden.

„Private Kliniken haben die Notwendigkeit der Modernisierung früh erkannt“, so Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland. Eine Modernisierungsquote von über 100% bedeutet, dass die Investitionen die Abschreibungen übersteigen und das Krankenhaus somit moderner wird, wodurch Wachstum entstehen kann. So sind die Modernisierungsquoten der öffentlichen (145%) und freigemeinnützigen (173%) Kliniken deutlich höher als die der privaten (111%) Einrichtungen. Insgesamt besteht dennoch bei fast allen Krankenhäusern weiteres Verbesserungspotenzial der Infrastruktur, um im Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.

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Ansprechpartner

Michael Burkhart

Leiter Gesundheitswirtschaft und Managing Partner Region Mitte, PwC Germany

Tel.: +49 69 9585-1268

michael.burkhart@pwc.com

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