Der Europäische Emissionshandel schafft neue Herausforderungen für Industrieunternehmen

Durch das Europäische Emissionshandelssystem (EU-ETS) sollen die Treibhausgas-Emissionen der EU bis zum Jahr 2030 möglichst kostengünstig um mindestens 43 % gegenüber 2005 gesenkt werden. Dabei kostet Unternehmen, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, am Emissionshandel teilzunehmen, grundsätzlich jede emittierte Tonne Treibhausgas eine Emissionsberechtigung. Ein Teil der Emissionsberechtigungen wird kostenfrei zur Verfügung gestellt, der Rest wird bei regelmäßig stattfindenden Auktionen gehandelt.

Zwar funktioniert das Konzept des EU-ETS grundsätzlich, jedoch wird die Wirksamkeit, gerade im Hinblick auf den niedrigen Zertifikatepreis der letzten Handelsperioden von vielen Seiten kritisiert. Die Zertifikatspreise seien grundsätzlich zu gering, um einen wirkungsvollen Anreiz für Investitionen in emissionsmindernde Maßnahmen zu bieten.

 

Um unter anderem die Anreizwirkung durch das EU-ETS zu steigern sind für die vierte Handelsperiode umfangreiche Reformen geplant. Die Veränderungen des EU-ETS stützen sich daher auf folgende Ziele:

  1. Stärkung des EU-ETS
  2. Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie
  3. Innovationsförderung und Solidaritätsmaßnahmen

 

Für viele Industrieunternehmen sind die Reformanstrengungen aus Kostensicht keine guten Nachrichten: durch sukzessive und schnellere Verknappung der kostenfreien Zertifikatezuteilung, der Überarbeitung und Kürzung derjenigen Branchenlisten, welche überhaupt in den Genuss kostenfreier Zuteilung kommen und weiteren Verschärfungen des Mechanismus insgesamt, ist mit steigenden Kosten für CO2-Emissionen zu rechnen.

 

Zur Vorbereitung auf den Beginn der vierten Handelsperiode im Jahr 2021 gilt es nun, den neuen Mechanismus zu verstehen, einen klaren Blick auf Mehrbelastungen zu erhalten und zu prüfen, welche Möglichkeiten im Umgang mit zusätzlichen Kosten bestehen. Klar ist, die steigenden Kosten für CO2-Emissionen zwingen Unternehmen auf verschiedensten Ebenen zur Evaluierung ihres aktuellen Umgangs mit dem EU-ETS.

 

Unsere Experten für den Europäischen Emissionshandel unterstützen Sie gerne in der strategischen Ausrichtung sowie im Umgang mit der Reform in der vierten Handelsperiode.

 

Ihr Ansprechpartner

Simon Fahrenholz

Director

Tel.: +49 211 981-2346

s.fahrenholz@de.pwc.com

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