Prognose der Effizienzwerte für die 4. Regulierungsperiode

Die Bundesnetzagentur hat für die 4. Regulierungsperiode gem. § 24 Abs. 2 Satz 2 ARegV den für Verteilernetzbetreiber im vereinfachten Verfahren zu berücksichtigenden Effizienzwert als gewichteten durchschnittlichen Wert aller im bundesweiten Effizienzvergleich nach §§ 12 bis 14 ARegV für die 3. Regulierungsperiode zu ermitteln und den nach § 15 Abs. 1 ARegV bereinigten Effizienzwert zu bilden. Als Gewichtungsfaktor wurden bislang die Aufwandsparameter mit nichtstandardisierten Kapitalkosten
herangezogen (d.h. die Ausgangsbasis nach Abzug der dauerhaft nichtbeeinflussbaren Kostenanteile).


Teilnahmeberechtigte Netzbetreiber haben bis zum 31. März 2021 im Gasbereich und bis zum 31. März 2022 im Strombereich abzuwägen, ob ein entsprechender Antrag auf Teilnahme am vereinfachten Verfahren für die 4. Regulierungsperiode gestellt werden soll. Erfahrungsgemäß ist seitens der Bundesnetzagentur mit einer Bekanntgabe der Effizienzwerte für die 4. Regulierungsperiode für das vereinfachte Verfahren erst einige Wochen vor Fristablauf zu rechnen. Im Anschluss können Landesregulierungsbehörden gem. § 24 Abs. 2 Satz 6 ARegV die von der Behörde ermittelten Werte übernehmen oder abweichend von der Praxis in den Vorperioden eigene Effizienzwerte berechnen. Unsere Analysen liefern dahingegen frühzeitig eine erste Unterstützung für die individuelle Entscheidungsfindung.

PwC-Prognose zum Effizienzvergleich der Bundesnetzagentur

PwC nutzte für die erste Schätzung die umfangreichen Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur im Rahmen der Berechnungen der generellen sektoralen Produktivitätsfaktoren (Malmquist-Verfahren) sowie der Kostentreiberanalysen zu den Effizienzvergleichen im Strom- und Gasbereich. Im Rahmen des Projekts REGULIERUNGSDATENPOOL wurden zunächst individuelle Effizienzwerte ermittelt. Die Genauigkeit der Abbildung der Effizienzwerte der Bundesnetzagentur kann dabei als sehr hoch gelten. Im Anschluss führten wir eine Gewichtung mit den Aufwandsparametern mit nichtstandardisierten Kapitalkosten durch.

Gegenüber den Werten der 3. Regulierungsperiode deuten unsere Ergebnisse ungleiche Entwicklungen in den Sparten an: Im Strombereich würde der Effizienzwert leicht von 96,69 auf 96,92 % steigen, wohingegen er im Gasbereich von 92,46 auf 92,21 % sinken würde. In dieser ersten Schätzung konnten wir mögliche Bereinigungen der Effizienzwerte aus Verfahren gem. § 15 Abs. 1 Satz 1 ARegV sowie Datenkorrekturen der Bundesnetzagentur mangels Veröffentlichung noch nicht berücksichtigen. Durch die Effizienzwertbereinigungen können die endgültigen Effizienzwerte der Bundesnetzagentur für das vereinfachte Verfahren von den Prognosen abweichen.

 

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ök. Jan-Frederik Zöckler
Tel.: +49 69 9585-5530
E-Mail: jan.zoeckler@de.pwc.com

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