Steuerliche Verbesserung für Wohnungsgenossenschaften und Vereine beim Mieterstrom

Am 9. August 2019 trat das Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus vom 4. August 2019 (BGBl. I S. 1122) in Kraft, dessen Art. 2 mit einer Änderung der §§ 5 und 34 KStG zu einer steuerlichen Verbesserung für Wohnungsgenossenschaften
und Vereine beim Mieterstrom führt.

Wohnungsgenossenschaften sowie Vereine können jetzt gem. § 5 Abs. 1 Nr. 10 Satz 3 und 4 KStG bis zu 20 % der gesamten Umsätze mit anderen Einnahmen als der Vermietung von Wohnraum erzielen, wenn die zusätzlichen Einnahmen aus dem Betrieb von Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Mieterstrom stammen. Sie können somit ihren Mietern Solarstrom anbieten, ohne ihre Befreiung von der Körperschaftssteuer zu riskieren. Künftig gehören auch Einnahmen aus der zusätzlichen Stromlieferung i.S. des § 42a Abs. 2 Satz 6 EnWG sowie Einnahmen aus der Einspeisung von Strom aus diesen Anlagen zur begünstigten Stromlieferung aus
Mieterstromanlagen. Die Regelungen gelten erstmals für den Veranlagungszeitraum 2019 (§ 34 Abs. 3b KStG).

Ferner wurde durch Art. 1 des Gesetzes von 4. August 2019 (a.a.O.) in § 7b EStG die Möglichkeit einer Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau geschaffen. Nach dessen Abs. 1 Satz 1 können für die Anschaffung oder Herstellung neuer Wohnungen, die in einem EU-Mitgliedstaat belegen sind, nach Maßgabe der neuen Vorschrift im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren Sonderabschreibungen bis zu jährlich 5 % der Bemessungsgrundlage neben der Absetzung für Abnutzung nach § 7 Abs. 4 EStG in Anspruch genommen werden.

Hinweis

Eine Mieterstrom-Novelle kündigte das Bundeswirtschaftsministerium für den Herbst an, bei der die Solarstromversorgung im Quartier, die Vergütungshöhe, das Lieferkettenmodell und die Abschaffung der Anlagenzusammenfassung im Mittelpunkt stehen sollen. Um Mieterstrommodelle für Wohnungsunternehmen attraktiver zu machen, wird aber wohl noch eine Anpassung bei der Gewerbesteuer erforderlich sein.

Ihre Ansprechpartnerin

RAin Mira Langemann-Marquardt
Tel.: +49 89 5790-6786
E-Mail: mira.langemann-marquardt@de.pwc.com

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