Wiederholung des Energieaudits im Jahr 2019

Für Unternehmen, die 2015 verpflichtet waren, ein Energieaudit durchzuführen, steht im Jahr 2019 eine Wiederholung der Überprüfung an.

Damals konnten zahlreiche Unternehmen das Audit nicht fristgerecht abschließen und riskierten somit empfindliche Bußgelder; es  fehlte schlichtweg an genügend Energieauditoren. Die Situation ist auch heute noch nicht viel besser: Mit nur knapp 3.800 registrierten Auditoren ist das Missverhältnis zwischen der Zahl der Berater und der schätzungsweise 80.000 notwendigen Audits noch immer enorm groß.

Seit 2015 verpflichtet das Energiedienstleistungsgesetz einen Großteil aller deutschen Unternehmen – in der Regel die Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen oder Teil einer Unternehmensgruppe sind – dazu, alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen. Im Rahmen der nächsten Prüfung muss der letzte Energieauditbericht aktualisiert werden und eine erneute Begehung stattfinden. Der Gesetzgeber hat zudem neue Vereinfachungsmöglichkeiten definiert, die bei vielen Unternehmen einen effizienteren Prüfungsansatz als beim Erstaudit ermöglichen.

Durch die Verflechtungen innerhalb insbesondere international agierender Unternehmensgruppen sind oft auch vermeintlich „kleine“ Tochtergesellschaften verpflichtet, Energieaudits durchzuführen, in der Regel aber auch Unternehmen mit einer hohen kommunalen Beteiligung (z.B. Stadtwerke). Von der Verpflichtung ausgenommen sind lediglich Unternehmen, die ein Energie- oder Umweltmanagementsystem (DIN EN ISO 50001 oder EMAS) betreiben. Wird die Auditpflicht nicht erfüllt, drohen je Unternehmen Bußgelder bis zu 50.000 Euro sowie Ordnungswidrigkeitsverfahren. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) regelmäßig Kontrollen durchführt.

Praxishinweis

Viele Unternehmen bereiten sich derzeit auf das nächste Energieaudit vor. Schon jetzt sollte der Auditprozess mit dem Prüfer  abgestimmt werden, damit das Audit ohne Kapazitätsengpässe abgeschlossen werden kann und die Compliance-Vorgaben fristgerecht erfüllt werden. Wird der Auditbericht pünktlich zum Ablauf der Frist ausgeliefert, braucht der nächste Prüfungsbericht erst nach weiteren vier Jahren vorgelegt zu werden; Verzögerungen verkürzen diesen Zeitraum.

Ihr Ansprechpartner

Nicolas Deutsch
Tel.: +49 69 9585-3962
E-Mail: nicolas.deutsch@de.pwc.com

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