Öffentlicher Sektor – Zukunft gestalten

Energy M&A Outlook

Transaktionen und Kooperationen als strategische Antwort auf die Energiewende

Treiber für den Wandel in der Energiewirtschaft

Das Messstellenbetriebsgesetzt wurde unter dem Mantel des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende vom Bundestag verabschiedet. Schon dieses Jahr wird die Verpflichtung zum Einbau von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen beginnen. Die Einführung von Preisobergrenzen erhöht den Wettbewerb und bedeutet auch zugleich eine Abkehr von der bisherigen Praxis, indem die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden.

Innovative Telekommunikationskonzepte, IT-Sicherheit und Big Data-Management werden den Messstellenbetrieb stark beeinflussen. Kleinere EVUs und viele Stadtwerke werden nicht in der Lage sein, die Auflagen des Gesetzes wirtschaftlich tragfähig umzusetzen. Um die Herausforderung und die Auseinandersetzung mit anderen Akteuren bewältigen zu können, steigt der Bedarf an Kooperationen.

Das Verfahren zur Vergabe von Konzessionen für kommunale Versorgungsnetze soll mit der Novelle des § 46 EnwG vereinfacht werden. In der Vergangenheit kam es vor allem beim Kaufpreis zu Rechtsunsicherheiten. Die Novelle legt nicht den Sachzeitwert als den relevanten Kaufpreis für Netzte bei Übergängen der Konzession fest, sondern den objektivierten Ertragswert. Die neue Methode zur Ermittlung des Kaufpreises, die Auskunftspflicht sowie die Beschneidung von Klagefristen dürfte nun die Neuvergabe von Konzessionen beschleunigen. Die kommunalen Versorgungsunternehmen können sich demnach einfacher an Ausschreibungen beteiligen.

Des Weiteren wurde die Novelle der Anreizregulierung im Juli 2016 beschlossen. Die Netzbetreiber unterliegen seither strengen Effizienzvorgaben, die viele nicht umsetzten können. Sie können nämlich die entsprechenden Kosten nicht abbauen und müssen Einbußen bei den Erträgen in Kauf nehmen. Der Druck auf viele Stadtwerke und Versorger nimmt erheblich zu. Auf Grund des niedrigen Zinsniveaus sinkt dementsprechend die Eigenkapitalverzinsung. Um die Kosten zu senken müssen Energieversorger Ausschau nach neuen Ertragsquellen halten und Kooperationen eingehen.

Ziel der Novelle des EEG ist es bei möglichst niedrigen Kosten den Ausbaukorridor für Erneuerbare Energien einzuhalten. Der Anteil der Stromerzeugung soll bis 2050 auf mindestens 80 Prozent steigen. Um den Wettbewerb zu steigern sollen dieses Jahr Ausschreibungen bei neuen Projekten eingeführt werden. Dadurch werden sinkende Renditen bei Erneuerbaren-Energien-Projekte erreicht. Die Vergütung bei diesen Projekten ist nun variabel und hängt stark von der Konkurrenzsituation ab. Bei dieser Entwicklung profitieren die großen Betreiber von EEG-Anlagen. Kleine Stadtwerke können mittels einer Kooperation an Ausschreibungen teilnehmen.

Stärken stärken, an Schwächen arbeiten

Wie kann der öffentliche Dienst seine Attraktivität verbessern? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Handlungsempfehlung unserer neuen Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst“ (www.pwc.de/Fachkraeftemangelstudie2017).

Eines möchte ich gleich vorwegnehmen: Der öffentliche Dienst leidet nicht grundsätzlich an geringer Attraktivität. Dennoch haftet ihm von außen teilweise ein negatives Bild an, welches nicht immer gerechtfertigt ist. Darauf muss er in Zeiten des Fachkräftemangels jedoch dringend reagieren.

Stärken stärken

Viele Studien zeigen, dass der öffentliche Dienst in besonderem Maße Menschen anzieht, denen Sicherheit, Familienfreundlichkeit und gesellschaftlich relevante Aufgaben wichtig sind. Um seine Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen, muss der öffentliche Dienst diese Stärken noch besser akzentuieren. In den vergangenen Jahren hat die öffentliche Hand den klaren Wettbewerbsvorteil der hohen Beschäftigungssicherheit oftmals dadurch konterkariert, dass sie insbesondere in der Wissenschaft verstärkt vom Instrument der befristeten Verträge Gebrauch gemacht hat. Hier wird eine Kehrtwende erforderlich sein. Hingegen sollten Öffentliche Arbeitgeber Praktika, Referendariate und Probezeiten zur sorgfältigen Auswahl von Mitarbeitern nutzen.

Auch wenn Sicherheit und Familienfreundlichkeit entscheidende Motive für Arbeitnehmer sind, müssen öffentliche Arbeitgeber aber auch Leistungsmotive betonen. Die Gemeinwohlorientierung bzw. „Public Service Motivation“, die für viele Mitarbeiter ein wesentlicher Antrieb darstellt ist hier eine zentrale Stärke des öffentlichen Dienstes. Diese gilt es stärker herauszustellen, insbesondere auch in Verwaltungsbereichen, in denen nicht gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrgenommen werden. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter bessere Chancen haben müssen, ihre eigene Rolle für das Gemeinwohl zu erfahren, beispielsweise durch Stärkung von Eigenverantwortung und abwechslungsreichere Zuschnitte von Aufgabenbereichen.

An Schwächen arbeiten

Im selben Maße wie der öffentliche Dienst seine Stärken stärken muss, muss er auch an seinen Schwächen arbeiten. Wo gibt er kein gutes Bild ab? Ein großes Defizit des öffentlichen Dienstes betrifft persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, welche wiederum Aufstiegsmöglichkeiten und Aufgabenvielfalt beinhalten. Mit Blick auf die klassischen Verwaltungslaufbahnen mit ihren vielfältigen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten erscheint dieser Punkt unberechtigt. Hier würde in unseren Augen ein gezielteres Jobmarketing den Ruf des öffentlichen Dienstes sicherlich verbessern können. Dennoch gibt es im öffentlichen Sektor auch eine Reihe von Laufbahnen, die tatsächlich so gut wie keine Entwicklungsmöglichkeiten bieten (z. B. Lehrerlaufbahn und der ärztliche Dienst). Dort muss der öffentliche Dienst neue Modelle entwickeln: In unserer Studie stellen wir beispielsweise ein völlig neues Personalentwicklungskonzept für Schulen vor. Durch die Einführung von Lehrer-Teams inklusive Teamleiter als neue Stufe im Laufbahnmodell entstünden zum einen neue Entwicklungsmöglichkeiten, zum anderen gäbe es deutlich positive Effekte auf Krankenstände und Bildungsqualität. In anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes steht den individuellen Entfaltung- und Gestaltungsmöglichkeiten immer noch ein stark verankertes Hierarchiedenken entgegen. Dies ist insbesondere auf die schon in einem vergangenen Beitrag benannten Defizite in der Führungskultur zurückzuführen.

Eine weitere Schwäche, die dem Ruf des öffentlichen Dienstes schadet, betrifft Defizite im Arbeitsumfeld: Ausstattungen, die in privatwirtschaftlichen Unternehmen selbstverständlich sind, sind in der öffentlichen Verwaltung bei Weitem nicht immer Standard – Diensthandys, eigene Laptops und Visitenkarten möchte ich hier nur als einige wenige Beispiele nennen. Auch Gebäude sowie IT-Infrastrukturen müssen modernisiert werden, um auf einen zeitgemäßen Stand zu kommen, den besonders junge Menschen immer stärker fordern. Ohne erhebliche finanzielle Anstrengungen sind entsprechende Modernisierungen zwar nicht möglich, jedoch sind diese zum einen besonders im IT-Bereich mit erheblichen Effizienzgewinnen verbunden und zum anderen unabdingbar, um die Attraktivität der Arbeitsplätze zu erhöhen.

 

Ansprechpartner:

Thorsten Schramm
Tel.: +49 30 2636-1137
E-Mail: thorsten.schramm@de.pwc.com

Argentinien und Brasilien – die zwei größten Volkswirtschaften Südamerikas im Vergleich

Als Teil der BRIC-Staaten und neuntgrößte Volkswirtschaft der Welt, stand Brasilien im globalen Augenmerk bis Anfang dieses Jahrzehnts für hohes Wachstums- und Investitionspotential. Brasilien ist zudem seit Jahrzehnten wichtigstes Zielland deutscher Exporteure und Investoren in Südamerika. Bis vor wenigen Jahren prosperierte die brasilianische Wirtschaft angesichts der hohen Rohstoffpreise – die Arbeitslosigkeit sank, die Löhne stiegen, der Zugang zu Kapitalmärkten wurde erleichtert und schließlich wurde auch ein hohes Niveau an ausländischen Direktinvestitionen verzeichnet. Doch spätestens als 2014 der Abwärtstrend der Rohstoffpreisentwicklung einsetzte sowie zudem die niedrige Produktivität und steigende Verschuldung des Privatsektors hervortraten, ging der Wirtschaftsboom zu Ende. Seither befindet sich das Land in einer Rezession und das Vertrauen der Investoren, Unternehmen und Konsumenten in die Politik sowie die Wirtschaft steht auf wackeligen Beinen.

Brasilien weist weiterhin die absolut höchsten Direktinvestitionen in Südamerika auf, allerdings kann der Nachbar Argentinien in 2016 mit positiven Wachstumsraten aufwarten und bietet als zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas ein ähnlich breites Spektrum an Handels- und Investitionspotentialen. Ganz gegenläufig zur brasilianischen Wirtschaftsentwicklung erholt Argentinien sich gerade von jahrelangen Konjunkturtalfahrten und wird im Zeitraum von 2017 bis 2019 laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds wieder einen deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung verzeichnen können. Diese Entwicklung lässt sich maßgeblich auf die politische Neuausrichtung des seit 2015 regierenden argentinischen Präsidenten Maurico Marci zurückführen. Marci fokussiert seither den Weg vom Protektionismus hin zur Wirtschaftsliberalisierung sowie Weltmarktintegration.

Sowohl Argentinien als auch Brasilien haben für die deutsche Industrie eine große Bedeutung und sind außerdem wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Selbst bei positiven Wachstumsaussichten in einem Land verbleiben allerdings aufgrund der lokalen Strukturen aber auch externer Faktoren zahlreiche Risiken für Exporteure und Investoren.

Gegen solche Risiken und Ungewissheiten bieten die Investitions- und Exportkreditgarantien des Bundes eine wirkungsvolle Absicherungsmöglichkeit. Mit Exportkreditgarantien (Hermesdeckungen) können Exporteure und finanzierende Banken wirtschaftlich und politisch bedingte Forderungsausfälle aus Ihren Liefer- und Leistungsgeschäften absichern und dadurch die Geschäftsbeziehungen zu Ihren ausländischen Kunden auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten. Dass eine Absicherung auch in Boomphasen von Vorteil sein kann, zeigt sich am Beispiel Brasiliens. Exporteure, die Ihre Risiken abzusichern wussten, haben nun in Zeiten der Rezession mehr Sicherheit und weniger negative Effekte zu fürchten, was es Ihnen leichter macht, sich auf neue Geschäfte und einen möglichen erneuten Aufschwung vorzubereiten. Sowohl für Brasilien, als auch Argentinien bestehen grundsätzlich Deckungsmöglichkeiten für Lieferungen und Leistungen an staatliche wie private Besteller sowohl zu kurzfristigen als auch zu mittel- und langfristigen Zahlungsbedingungen.

Für Investitionen in Brasilien ist eine vollumfängliche Absicherung mittels Investitionsgarantien auf Grundlage der nationalen Rechtsordnung bereits heute grundsätzlich möglich. Für Argentinien können derzeit aufgrund eines Schadensfalles noch nicht wieder Investitionsgarantien übernommen werden. Sobald der Schadensfall bilateral zwischen Deutschland und Argentinien gelöst ist, würde die Bundesregierung die Übernahme von Investitionsgarantien für deutsche Projekte in Argentinien erneut prüfen. Anträge können bereits heute – aktuell noch gebührenfrei – gestellt werden.

Weite Informationen zu diesem Thema sowie das Interview mit Bernd Papenstein erhalten Sie hier.

Ansprechpartner:

Bernd Papenstein
Tel.: +49 211 981-2639
E-Mail: bernd.papenstein@de.pwc.com

Michael Huber-Saffer
Tel.: +49 40 6378-2083
E-Mail: michael.huber-saffer@de.pwc.com

 

Herstellungskosten für Ökostrom aus deutschen Offshore-Windparks sinken drastisch

Am 1. April 2017 erfolgt die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz. Experten von PwC schätzen, dass bei den Ausschreibungen 2017 und 2018 die Einspeisevergütung deutlich unter 10 Cent je Kilowattstunde sinken wird. Die Installation größerer Windenergieanlagen führte zuletzt zu drastischen Kostendegressionen. Dieser Trend rechtfertigt ambitioniertere Ausbauziele der Regierung. Fortschritte rechtfertigen ambitioniertere Ausbauziele

Einsatz größerer Windenergieanlagen führt zu deutlicher Kostenreduktion

Seit 2013 hat sich in Deutschland die installierte Leistung von Offshore-Windenergieanlagen von 500 MW auf rund 4.100 MW erhöht[1]. Das unterstreicht, dass die Projekte mittlerweile technisch und wirtschaftlich solide umsetzbar sind, was nicht zuletzt auch zu sinkenden Risikomargen bei Bankenfinanzierungen und verbesserten Versicherungskonditionen geführt hat. Auch die erzielten Effizienzsteigerungen sind immens. Der Einsatz größerer Windenergieanlagen führt den PwC-Experten zufolge zu einer deutlichen Kostenreduktion je MW installierter Leistung. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Projekte mit bis zu 8 MW je Anlage sind bereits in Planung und Turbinen mit einer Leistung von mehr als 10 MW in der Entwicklung.

Anderswo in Europa ist man bereits bei 5 Cent je Kilowattstunde

Laut Heiko Stohlmeyer zeigen zahlreiche Beispiele die zukünftige Richtung an, auch wenn sich die Kostenstrukturen natürlich von Projekt zu Projekt unterscheiden. Die Aussicht auf ein signifikant niedrigeres Vergütungsniveau stützt sich auch auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. So erhielt beispielsweise der Weltmarktführer Dong Energy im Sommer 2016 mit einem Angebotspreis von 7,27 Cent je kWh den Zuschlag für die beiden auf 15 Jahre angelegten Projekte „Borssele 1“ und „Borssele 2“ in den Niederlanden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartner:
Heiko Stohlmeyer
Tel.: +49 (0) 40 6378-1532
E-Mail: heiko.stohlmeyer@de.pwc.com

 

[1] Deutsche WindGuard GmbH, Stand: 31. Dezember 2016

Vermeidung von Engpässen und Nutzung des Potentials

Modernes Wissensmanagement und die Nutzung des Potentials Älterer sind aus unserer Sicht wesentliche Hebel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Diese auch in unsere aktuelle Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst“ dargestellten Ansätze möchte ich im Folgenden näher diskutieren.

Engpässe vermeiden durch modernes Wissensmanagement

Der Pensions- und Renteneintritt der sogenannten „Babyboomer“ läutet einen Generationswechsel in den Organisationen ein, der deutlich über die übliche Fluktuation hinausgeht. Mit dem Ausscheiden zahlreicher Kompetenzträger droht auch deren Erfahrungswissen auszuscheiden – ein Szenario, für dessen Verhinderung sinnvolle Gegenmaßnahmen notwendig werden. Um Wissen zu sichern, braucht es Verfahren und Prozesse zur Gestaltung des Wissensmanagements mit dem Ziel, für die Organisation relevante Wissens- und Kompetenzressourcen zu identifizieren, kodifizieren und für die Nutzung durch andere zugänglich zu machen. Besonders wirkungsvoll ist die direkte Übergabe von Wissen der ausscheidenden Beschäftigten an Nachfolger durch altersgemischtes Arbeiten sowie Tandem- und Coachinglösungen. Die Grundlage dafür bildet ein Überblick, welcher Mitarbeiter wann ausscheidet und wo welche Kompetenzen überhaupt angesiedelt sind.

Das zentrale Problem im öffentlichen Dienst ist jedoch, dass neue Mitarbeiter oftmals erst dann eingestellt werden können, wenn die jeweiligen Stellen schon frei geworden sind. Mit der Schaffung eines zentralen Stellenpools hat der Bund für sich eine Lösung geschaffen, wie Übergänge organisiert werden können – die analoge Etablierung solcher Pools auch auf Landes- und Kommunalebene kann eine effektive Möglichkeit darstellen, die Auswirkung des Generationenwechsels auf allen Ebenen aufzufangen. Eine sinnvolle Alternativlösung kann die Übertragung des Instruments der vorgezogenen Berufung sein, wie im Hochschulbereich in Bayern und NRW bereits üblich, in das allgemeine Beamtenrecht. Nicht zuletzt bietet modernes Wissensmanagement zahlreiche IT-gestützte Möglichkeiten, Wissen nachhaltig zu sichern und personenunabhängig nutzbar zu machen. Das Ausloten dieser Möglichkeiten ist nicht nur vor dem Hintergrund des Generationswechsels sinnvoll und für die Arbeit und Entwicklung von Organisationen förderlich.

Potential Älterer nutzen

Wir müssen weg von einer Defizitbetrachtung des Alters und hin zu einer Würdigung und Nutzbarmachung des Potentials Älterer: Zum einen hat die jüngste Forschung das Vorurteil der grundsätzlich verminderten Lern- und Leistungsfähigkeit älterer Menschen widerlegt – eine sehr anschauliche Darstellung dieser Befunde findet sich unter http://www.eyalter.com/. Zum anderen steigt bekanntermaßen im Rahmen höherer Lebenserwartung bei vielen älteren Menschen das Bedürfnis, sich auch in älteren Jahren aktiv beruflich einzubringen und somit länger zu arbeiten.

Während für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte die sogenannte Flexirente erst zum Januar diesen Jahres eingeführt wurde, gibt es im Beamtenrecht bereits länger vergleichsweise flexible Weiterbeschäftigungs- und Zuverdienstmöglichkeiten nach Pensionseintritt, die jedoch bei einer direkten weisungsgebundenen Weiterbeschäftigung im öffentlichen Dienst eingeschränkt sind. Diese Einschränkung sollte angesichts des demografischen Umbruchs überdacht werden. Schon heute ist jedoch problemlos eine erneute Beschäftigung ausgeschiedener Beamter auf freiberuflicher Basis, beispielsweise im Rahmen von Expertenpools, möglich.

Zur Abfederung besonderer Personalnotlagen gab es auf Bundesebene bis 2013 im Beamtenrecht des Bundes die Möglichkeit, Beamte über die Altersgrenze hinaus zur Weiterbeschäftigt zu verpflichten. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und auf etwaige krisenhafte Situationen wie im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in den Jahren 2015/2016 sollte aus unserer Sicht die Wiedereinführung einer solchen Regelung durchaus erwogen werden. Nachjustiert werden müssen in unseren Augen auch die geltenden Altersgrenzen, ab denen nicht mehr verbeamtet werden darf – besonders im Hinblick auf Quereinsteiger. In Zeiten von gestiegener Lebenserwartung und demografischem Wandel ist die jetzige starre Altersgrenze angesichts nur geringer Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtungen schwer nachvollziehbar.

Grundsätzlich setzt jede Maßnahme ein entsprechendes Verwaltungsklima mit dem grundsätzlichen Fokus Alter sowie entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten älterer Beschäftigter voraus. Nur so kann die Bereitschaft zur längeren Beschäftigung nachhaltig gesichert sowie gesteigert werden. Altersgerecht bedeutet dabei nicht, weniger von den älteren Mitarbeitern zu fordern, sondern unter Einbeziehung der Betroffenen das Arbeitsumfeld den Bedürfnissen des Alters entsprechend zu gestalten.

Zum Schluss verweise ich gern auf unsere komplette Studie, die unter www.pwc.de/Fachkraeftemangelstudie2017 abrufbar ist. Kommende Woche stelle ich Ihnen an dieser Stelle weitere Handlungsempfehlungen vor.

Ansprechpartner:

Alfred Höhn
Tel.: +49 40 5252121
E-Mail: alfred.hoehn@de.pwc.com

Thorsten Schramm
Tel.: +49 30 2636-1137
E-Mail: thorsten.schramm@de.pwc.com

 

 

3. Bayerischer Energiedialog

Wir laden Sie am 31.03.2017 gemeinsam mit unserem Programmpartner, der VKU-Landesgruppe Bayern, herzlich zum 3. Bayerischen Energiedialog ein, bei dem die Rolle kommunaler und regionaler Energieversorger sowie von Kommunen beim Thema Elektromobilität im Mittelpunkt steht.

Neben einer allgemeinen Diskussion zu Mobilitätskonzepten und zur Bedeutung von Elektromobilität im Energiesystem der Zukunft stehen dabei konkrete Fragestellungen im Vordergrund:

Was können Stadtwerke und Kommunen tun, um von Elektromobilität zu profitieren?
Wie können Sie eine wirtschaftlich tragfähige Ladesäuleninfrastruktur aufbauen, die sich sinnvoll in das Stromnetz integriert?
Welche Abrechnungsmodelle stehen zur Wahl und welche internen Prozesse benötigen Stadtwerke hierfür?

Schauen Sie vorbei und diskutieren Sie mit!
3. Bayerischer Energiedialog – Einladungskarte

Regionale Wertschöpfung des öffentlichen Sektors durch Umsetzung der Energiewende und Klimaschutz vor Ort

Unternehmen, Verbände, Kommunen als auch Ministerien stehen heute immer mehr vor der Herausforderung wesentliche Stakeholder bei Entscheidungen mit einzubinden und diese von den Vorteilen zu überzeugen. Dabei wird immer wichtiger auch den Mehrwert dieser Entscheidungen für die Allgemeinheit aufzuzeigen, welche sich aus der gesamten Geschäftstätigkeit, geplanten Infrastrukturprojekten oder auch politischen Maßnahmen ergeben.

Das bei Advisory F&R entwickelte Simulationsmodell „GEMIO“ (German Economic Model of Inputs and Outputs) ermöglicht dem Mandaten einen ganzheitlichen Blick auf den ökonomischen, ökologischen und sozialen Mehrwert seiner Entscheidung. Dieses gesamtwirtschaftliche Input-Output-Modell bildet die wirtschaftlichen Verflechtungen global entlang der gesamten Wertschöpfungskette ab und kann Einzelwirkungen global, deutschlandweit oder auch disaggregiert für Bundesländer, Regionen oder auch Kommunen abbilden bzw. prognostizieren.

Detaillierte Abbildung der Energiewirtschaft ermöglicht fundierte Bewertung der Auswirkung der Energiewende und des Klimaschutzes

Dieser Lösungsansatz enthält eine sehr detaillierte Betrachtung der deutschen Energiesektoren und ist daher besonders für die Abbildung der Auswirkungen der Energiewende und des Klimaschutzes geeignet. Dies versetze PwC bereits in die Lage das Bundesumweltministerium bei der Ausgestaltung der Klimapolitik durch die Bewertung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 zu unterstützen.

Die flexible Struktur dieses Modells ermöglicht auch eine Betrachtung der Auswirkungen von Entscheidungen auf kommunaler Ebene, wie beispielsweise kommunalen Klimaschutzkonzepten, Quartierssanierungen oder Maßnahmen zur Sektorkopplung. Hier ergänzt die gesamtwirtschaftliche Betrachtung die reine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und zeichnet ein Gesamtbild des Mehrwertes.

Ermittlung des regionalen Beitrags für Kommune und Bürger zur Stärkung der Wettbewerbsposition öffentlicher Unternehmen

Einen Zusatznutzen können kommunale Energieversorger durch die Darlegung ihrer regionalen Wertschöpfung für Kommune und Bürger erzielen. So haben bereits mehrere Studien für den Energiebereich nachgewiesen, dass die Zahlungsbereitschaft der Kunden bei regionalen Lieferanten steigt. Diesen Wettbewerbsvorteil können kommunale Energieversorger zur stärkeren Gewinnung bzw. Bindung von Kunden nutzen und dadurch Marktanteile erhöhen.

Ebenso lassen sich die Effekte einzelner Investitionen des öffentlichen Sektors ermitteln, wie der Ausbau der Breitbandversorgung oder der Verkehrsinfrastruktur aber auch Maßnahmen zur Gebäudesanierung. Die Ergebnisse erhöhen die Transparenz und schaffen Vertrauen. Dies schätzen Kunden, Bürger und potentielle Investoren.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Ansprechpartner:

Dr. Borge Hess
Tel.: +49 211 / 981-4418
E-Mail: borge.hess@de.pwc.com

Janina Karthaus
Tel.: +49 211 981-4171
E-Mail: janina.karthaus@de.pwc.com

Offshore Wind

In a context of strong commitment to greenhouse gas emissions reduction, a desire to diversify the energy mix, and uncertainty surrounding the price of fossil fuels, the large-scale deployment of renewable energy capacity is indispensable to Europe moving forward.

Offshore wind energy represents a significant future opportunity for European countries to meet these targets: there is sufficient space available offshore and as cost go down rapidly it is becoming a competitive alternative to fossil fuel based power plants. While in other regions of the world offshore wind energy has just started to develop, the European offshore wind industry can rely on over 20 years of experience.

As you will see in this publication, offshore wind is becoming increasingly competitive. Costs have come down rapidly and governments are increasing the planned pipeline of offshore wind projects. While subsidies have played a large role in the roll-out of offshore wind to date, many governments are now contemplating phasing out subsidies for the sector in the long to medium term. Until that time, the subsidy and fiscal structures still play a vital role in the sector.

In this publication we highlight the general offshore wind developments in 6 countries (Belgium, Denmark, France, Germany, the Netheralnds, the United Kingdom), as well as the subsidy and tax regimes in these countries.

For more Information read the full article: Offshore_Wind

Contact persons:

Oliver Moss
Tel: +49 40637 81734
E-Mail: oliver.moss@de.pwc.com

Oliver Kunert
Tel: +49 40637 81294
E-Mail: oliver.kunert@de.pwc.com

Sicherung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit als eine zentrale Herausforderung für den öffentlichen Dienst?

Wie kann dem Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst entgegengewirkt werden? Mit insgesamt sieben Ansätzen geben wir in unserer neuen Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst“ ganz konkrete Handlungsempfehlungen. Im heutigen Teil zum ersten Ansatz möchte ich allen Interessierten einen Einblick geben, wie die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit bestehender Beschäftigter nachhaltig gesichert und verbessert werden kann.

Vermehrte Fehlzeiten, erhöhte Dienstunfähigkeitsquoten

Wie kann das Potential bestehender Beschäftigter des öffentlichen Dienstes besser entfaltet und genutzt werden? In Hinblick auf hohe Krankenstände sowie extrem hohe Dienstunfähigkeitsquoten zeigt sich der akute Handlungsbedarf, wobei insbesondere die psychischen Belastungen im Vordergrund stehen. Wir haben im Rahmen unserer Studie drei Bereiche identifiziert, in denen nachhaltige Veränderungen geschehen müssen.

Systematisches Gesundheitsmanagement

Wenig überraschend: Wer hohen Krankheitsständen entgegenwirken will, muss ein umfangreiches Gesundheitsmanagement betreiben. Viele öffentliche Arbeitgeber haben sich bereits auf den Weg zu einem systematischen Gesundheitsmanagement gemacht. Gerade bei arbeitsergonomischen Maßnahmen ist es besonders wichtig, die Interessen älterer Mitarbeiter zu fokussieren. Jenseits bekannter Maßnahmen (Steharbeitsplätze, größere Bildschirme, etc.) müssen hier auch die Mitarbeiter selber und ihre oftmals pragmatischen Vorschläge bei der Wahl der Maßnahmen miteinbezogen werden.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Mit einem systematischen Gesundheitsmanagement, das vor allem physische Gesundheitsaspekte in den Mittelpunkt stellt, wird das Ziel jedoch nicht erreicht. Der jüngste AOK-Fehlzeitenreport hat den engen Zusammenhang zwischen wahrgenommener Unternehmenskultur und psychischer wie physischer Mitarbeitergesundheit aufgezeigt. Die Verbesserung des Verwaltungsklimas halte ich für das zentrale Element auf dem Weg zur Verringerung von Krankenständen und zur Vermeidung von „inneren Kündigungen“. Wesentlich für gutes Verwaltungsklima, Mitarbeitermotivation und letztlich Mitarbeitergesundheit wiederum ist das Entgegenbringen von Vertrauen und Wertschätzung. Als zielfördernde Instrumente empfehlen wir hier unter anderem die systematische Stärkung von Eigenverantwortung durch Delegieren von Aufgaben, aber auch eine regelmäßige und konstruktive Feedbackkultur. Zielvereinbarungen können eine zentrale Rolle spielen, wenn sie Gestaltungsspielräume und Vereinbarungsprozesse miteinander verknüpfen.

Intrinsische Motivation stärken

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes charakterisiert eine vergleichsweise hohe intrinsische Motivation (Public-Service-Motivation), deren Stärkung wir daher als dritten notwendigen Bereich zur Verbesserung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit betrachten. Hier geht es aus unserer Sicht um langfristige Entwicklungsmöglichkeiten, auch und insbesondere für bisher eher schwach betonte „Spezialistenkarrieren“. Für zentral halten wir zudem die Stärkung der Entwicklungsmöglichkeiten für ältere Menschen, beispielsweise durch spezielle Fortbildungen. Förderlich für die intrinsische Motivation ist nicht zuletzt aber auch ein positiver Umgang der Mitarbeiter untereinander: Die Studie zeigt daher die Prinzipien von „agilem Teamwork“ auf, welches durch stetigen Informations- und Erfahrungsaustausch sowie einer offenen Fehlerkultur charakterisiert wird – Prinzipien, die im öffentlichen Sektor noch recht spärlich verbreitet sind.

Für weitere Informationen zum Thema empfehle ich einen Blick in unsere komplette Studie, die unter www.pwc.de/Fachkraeftemangelstudie2017 abgerufen werden kann. Nächste Woche gebe ich an dieser Stelle allen Interessierten einen Einblick in unseren zweiten Ansatz zur Sicherung von Fachkräften und zur Vermeidung von Engpässen.

Jahresergebnisse der Hermesdeckungen und der Investitionsgarantien veröffentlicht

Die Bundesregierung unterstützt auf vielfältige Weise deutsche Unternehmen und Banken bei ihren Auslandsaktivitäten. Damit trägt sie zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung in den Zielländern bei. Gleichzeitig wird die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gestärkt.

PwC betreut gemeinsam mit der Euler Hermes Aktiengesellschaft für den Bund zentrale Förderinstrumente, darunter Exportkredit- und Investitionsgarantien. Exportkreditgarantien schützen deutsche Exporteure und Banken vor wirtschaftlich und politisch bedingten Zahlungsausfällen oder Vermögensverlusten. Investitionsgarantien schützen Investoren vor politischen Risiken.

Das federführende Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat nun die Jahresergebnisse 2016 der Förderinstrumente veröffentlicht. Angesichts der vielfältigen wirtschaftlichen und politischen Krisen weltweit zeigt sich dabei erneut die große Bedeutung der staatlichen Außenwirtschaftsförderung.

Die Jahresberichte zu den Exportkredit- und Investitionsgarantien 2016 mit detaillierten Angaben werden derzeit erstellt und turnusgemäß im Frühjahr 2017 auf der Internetseite des BMWi veröffentlicht.

Weitere Informationen zu den Förderinstrumenten des Bundes finden Sie hier.

Ansprechpartner:

Bernd Papenstein
Tel.: +49 211 / 981-2639
E-Mail: bernd.papenstein@de.pwc.com

Philipp Rossberg
Tel.: +49 40 / 6378-2469
E-Mail: philipp.rossberg@de.pwc.com

Miachel Huber-Saffer
Tel.: +49 40 / 6378-2083
E-Mail: michael.huber-saffer@de.pwc.com

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