Ihre Einführung von SAP S/4HANA – Erfolgsfaktoren einer Migration

In den kommenden Jahren wird das SAP ECC System weitestgehend von SAP S/4HANA abgelöst*, wodurch eine Umstellung des Systems sowie der Prozesse zunehmend wichtiger wird. Dies bietet die Chance, die Finanzfunktionen grundlegend zu überdenken.

Damit Finanzinstitute nach der Systemumstellung eine Integration der Altdaten in das neue System erreichen, gewinnt die Datenmigration an Bedeutung. Hierbei werden Daten aus den bestehenden Systemen extrahiert, transformiert und in das Zielsystem geladen. Neben Stamm- und Bewegungsdaten gibt es kundenspezifische Inhalte, wie Prozesse, Tabellen, Felder oder kundenspezifische Programme (Custom Code).

Die Migration von SAP ECC nach SAP S/4HANA kann über verschiedene Ansätze erfolgen. Welcher Ansatz geeignet ist, ergibt sich aus diversen Faktoren. Unter anderem sind Zielsetzung, Scope sowie Projektzeitraum relevante Einflussgrößen. Das Vorgehen ist kundenspezifisch anzupassen. Je nach Zielsystem, On-Premise oder Cloud, kommen unterschiedliche Ansätze in Betracht:

Abbildung 1 : Unterschiedliche Migrationsansätze

Im Wesentlichen wird zwischen Brownfield- und Greenfield-Migration sowie “Mischvarianten” unterschieden, wobei beim Brownfield-Ansatz das bestehende System einschließlich seiner Prozesse und Daten konvertiert wird. Bei Bedarf erfolgen eine Datenbereinigung sowie notwendige Umstellungen, z.B. die Einführung von Business Partner oder NewGL inkl. zentralem Kontenplan und parallele Ledgerführung. 

Beim Greenfield-Ansatz wird ein neues S/4HANA System implementiert und möglichst standardnahe Prozesse definiert. 

Mixed- und Match-Ansatz sowie Shell Konvertierung stellen Mischvarianten dar, bei denen Prozesse teilweise neu definiert werden. Die Shell Konvertierung konzentriert sich auf bestehende Prozesse, der Mix- und Match-Ansatz hingegen auf die Neumodellierung. 

Dieser Fachartikel fokussiert sich auf die Migration mittels Greenfield-Ansatz, u.a. in Vorbereitung auf eine Migration in die Cloud.

Neben dem Migrationsansatz sind Überlegungen zum Cutover von dem Alt- auf das Zielsystem notwendig. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Big-Bang und Parallelbetrieb. Beim Big-Bang wird das Altsystem gänzlich durch das neue abgelöst. Dahingegen werden beim Parallelbetrieb zwei Systeme in einem festgelegten Zeitraum betrieben. S/4HANA löst das Altsystem inkl. Prozessen und Funktionen sukzessive ab. Dadurch wird das operative Risiko grundsätzlich reduziert, gleichzeitig erhöht sich jedoch der Betriebsaufwand. 

Abbildung 2: Big-Bang Szenario vs. Parallelbetrieb

Für die Migration ergibt sich die Komplexität im Wesentlichen aus dem Scope, dem Zeitpunkt des GoLives, der daraus resultierenden Datenmenge sowie den erforderlichen Datentransformationen. 

 

Unser Vorgehen – Phasen einer Migration 

Für die Einführung und Migration nach S/4HANA eignet sich z.B. die SAP Activate Methodik, die wir anhand unserer Best Practices angepasst und Aktivitäten zugeordnet haben. Diese Methodik gliedert das Projekt in vier Phasen auf. Die wesentlichen Aktivitäten der einzelnen Phasen sind nachfolgend dargestellt:

Abbildung 3: Phasen der Migration

Über alle Phasen hinweg unterstützen wir Sie in Ihrem Vorhaben und bringen dabei passende Kundenreferenzen ein. 

 

Technische Unterstützung einer Migration

Die Datenmigration kann mithilfe verschiedener Tools unterstützt werden. Hierbei ergibt sich die Notwendigkeit einer toolgestützten Migration insbesondere aus einem hohen Komplexitätsgrad, großen Datenvolumina und einer etwaigen Replizierbarkeit, beispielsweise im Falle von mehreren Wellen bei langjährigen Einführungsprojekten. 

Für die Auswahl eines passenden Tools sollte zu Beginn der Rahmen der Migration ermittelt werden – handelt es sich um eine reine Datenmigration oder um eine Migration von Programmen und Custom-Code? Ersteres kann mittels einer Datenbankkopie, eines ETL-Tools oder mithilfe des SAP Migrationscockpits durchgeführt werden. Zusätzlich kann auch Custom Code berücksichtigt werden. 

Wir empfehlen zu Beginn eine Toolauswahl. Hierfür sollten zunächst die wesentlichen Anforderungen in einem Anforderungskatalog erhoben und priorisiert werden. Dieser dient als Basis für die Bewertung vorhandener Tools bzw. Anbieter basierend auf einer Evaluierungsmatrix. Nach Finalisierung empfiehlt es sich ausgewählte Anbieter zu Workshops einzuladen, um offene Fragen zu klären sowie Use Cases im Rahmen einer Live-Demo umzusetzen. 

Gerne teilen wir unsere Erfahrungswerte und Best Practices aus gleichgelagerten Migrationsprojekten und Vorstudien mit Ihnen im Rahmen eines virtuellen oder persönlichen Gesprächs und freuen uns Sie auf Ihrer Reise hin zu einer modernen Finanzarchitektur zu unterstützen.

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