EFRAG für Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes des IFRS 10

Die EFRAG ist mit Schreiben vom 9. Dezember 2011 an den IASB mit der Bitte herangetreten, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27 und 28 auf den 1. Januar 2014 zu verschieben.

Die EFRAG hat nach eigenen Aussagen durch einen "field test" den Eindruck gewonnen, dass eine Erstanwendung des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27, 28 zum 1. Januar 2013 die nach IFRS bilanzierenden Unternehmen vor unverhältnismäßige Herausforderungen stellen würde. Vor diesem Hintergrund hält die EFRAG es für angebracht, den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 sowie der übrigen mit diesem gleichzeitig anzuwendenden Standards auf den 1. Januar 2014, oder, sofern der ED Investment Entities nicht in 2012 veröffentlicht wird, auf einen Zeitpunkt 12 Monate nach Veröffentlichung der Änderungen zum IFRS 10 (einschließlich Umsetzung des ED Investment Entities) zu verschieben.  Mehr zu den Gründen der EFRAG erfahren sie auf der EFRAG-Webseite.

Während die Verbindung zwischen ED Investment Entities und dem Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 nicht unbedingt offensichtlich ist,  so ist insgesamt die Forderung nach einer Verlängerung der Übergangsfrist doch zu begrüßen. Betrachtet man den aktuellen Zeithorizont und die Komplexität der Regelungen, wird schnell klar, dass es für die Erstanwendung des Standards und die damit einhergehende Bestimmung des Konsolidierungskreises bereits 5 vor 12 ist.

Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Standard retrospektiv anzuwenden ist und insofern Vergleichszahlen für das Jahr 2012 zu ermitteln sind (inkl. dritter Bilanzspalte).  Nicht alle Buchhaltungssystem erlauben die nachträgliche Konsolidierung von Gesellschaften, so dass in diesen Fällen schnellstmöglich Klarheit über den Konsolidierungskreis gewonnen werden muss.

Die weit größere Herausforderung ergibt sich jedoch aus der Komplexität der Regelungen des Standards selbst. Es bleibt abzuwarten, wie der rein auf Indizien basierende Konsolidierungsstandard, der aufgrund fehlender Grenzwerte insbesondere bei komplexen Strukturen, wie dies bei Immobilien- und Schiffsfinanzierungen der Fall ist, zahlreiche Ermessensentscheidungen erfordert, in der Bilanzierungspraxis letztlich angewendet wird. Derzeit schon absehbar ist jedoch, dass die Analyse derartiger Strukturen, um ein Vielfaches komplexer und damit auch zeitaufwendiger ist.   

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