IFRS: Vorausdenken oder nur anwenden – Sie haben die Wahl!

Die IFRS entwickeln sich ständig weiter. Für die Bilanzierenden ist es eine Herausforderung hier den Überblick zu behalten und auch noch aktiv mitzudiskutieren.

Das Konvergenzprojekt des IASB und FASB, das nach Willen der G20-Staatschefs bis Mitte Juni 2011 abgeschlossen sein soll, erfährt zusätzliche Bedeutung durch die Ankündigung der SEC in 2011 auch darüber zu entscheiden, ob zukünftig die Anwendung der IFRS auch US Unternehmen offensteht. Insofern ist das Arbeitsprogramm des IASB umfangreich und voll gepackt.

Die ersten Standards bzw. Standardänderungen aufgrund des Konvergenzprojektes sind bereits veröffentlicht und waren auch schon umzusetzen. Hierzu zählen u.a. die Änderungen des IAS 23 Fremdkapitalkosten (borrowing costs, verpflichtend für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen) oder IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (business combinations, verpflichtend für alle Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen). Weitere Standardänderungen stehen an, deren Abschluss bis Mitte 2011 vorgesehen ist. Hierzu zählen u.a. der vollständige Ersatz des IAS 39 durch IFRS 9 Finanzinstrumente (financial instruments), der vollständige Ersatz der Konsolidierungsvorschriften des IAS 27 und SIC-12 durch IFRS X Konsolidierung (consolidation), die Entwicklung einheitlicher Regelungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes (fair value measurement), der Bilanzierung von Leasingverhältnissen (leases) sowie der Umsatzrealisation (revenue recognition). Es ist aber immer noch ein langer Weg bis zur Konvergenz.

Um der großen Zahl an Standardänderungen, die unbedingt bis Mitte 2011 abgeschlossen werden sollen, gerecht zu werden, hat das IASB Ende 2010 seinen Arbeitsplan noch einmal überarbeitet und den Zeitplan für einige Projekte, darunter auch das Projekt zur Unterscheidung von Eigenkapital und Fremdkapital (financial instruments with characteristics of equity) und das Projekt zur Bilanzierung von Verbindlichkeiten (liabilities) oder Steuern (income taxes), denen hinsichtlich der angestrebten Konvergenz eine geringere Bedeutung beigemessen wird, den verschoben.

Die aktuellen Projekte des IASB sind weitreichend und werden die IFRS-Bilanzierung für die Zukunft wesentlich verändern. Damit die neuen Regelungen tatsächlich auch die Anforderungen der Bilanzierungspraxis in ausreichendem Maße berücksichtigen, ist es meines Erachtens unerlässlich, dass diejendigen, die die Regelungen umzusetzen haben – die Bilanzierer – oder auch diejenigen, die die nach den  neuen Regeln erstellten IFRS-Abschlüsse zu interpretieren haben – die Analysten -, sich aktive in den Prozess der Standardentwicklung einbringen. Die aktive Teilnahme am Entwicklungsprozess hat dabei den Vorteil, dass Sie gestaltend mitwirken könne, aber zusätzlich auch den Vorteil, dass eine aktive Begleitung und intensive Auseinandersetzung mit den Diskussionen im IASB die spätere Umsetzung der Regelungen ebenfalls maßgeblich erleichtern kann.  Mehr zum Thema im IFRS Blog.

Zur Kommentierung von Standardentwürfen: Comment on a proposal.

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