Leasing – geplante Angaben für den Leasingnehmer

Im Januar ging es in die nächste Runde der Beratungen des IASB und FASB zum neuen Leasing-Standard. In der gemeinsamen Sitzung ging es dieses Mal insbesondere um die Angabepflichten des Leasingnehmers.

FASB und IASB haben beide beschlossen, dass es ein allgemeingültiges Ziel (overall disclosure objective) für die Angabepflichten geben soll. Demnach sollen die Abschlussleser den Betrag, das Timing und die Unsicherheit der Zahlungsströme aus Leasingverträgen erkennen und einschätzen können. Dabei herrschte bei beiden Boards Einigkeit darüber, dass der für die Erfüllung des Ziels erforderliche Detailierungsgrad von den Leasingnehmern zu bestimmen ist.

Quantitative Angaben

FASB und IASB haben entschieden, dass es entgegen dem Entwurf aus 2013 keine Überleitung des Buchwerts der Leasing-Verbindlichkeiten zu Beginn und am Ende der Berichtsperiode geben soll. Das IASB hat ferner entschieden, dass auch entsprechende Überleitungen des right of use (ROU) assets nicht erforderlich sind.

Das IASB hat beschlossen, dass der Leasingnehmer u.a. die folgenden quantitativen Angaben, in einer grds. tabellarischen Darstellung, anzugeben hat:

  • Amortisation sowie Buchwert am Ende der Berichtsperiode der ROU assets, aufgeteilt jeweils nach Klassen der zugrunde liegenden Vermögenswerte,
  • Zinsaufwand auf die Leasingverbindlichkeiten,
  • Einkünfte aus ROU assets, die aus sog. subleases resultieren, und
  • gesamte Zahlungsströme der Leasingverträge.

Sämtliche Angaben des Leasingnehmers sind in einer separaten Note oder einem separaten Teil des Konzernabschlusses darzustellen.

In Bezug auf die Leasingverbindlichkeiten hat das IASB beschlossen, dass eine Fälligkeitsanalyse gemäß IFRS 7.39, B.11 anzugeben ist. Diese Analyse für die Leasingverbindlichkeiten ist getrennt von den Fälligkeitsanalysen der anderen finanziellen Verbindlichkeiten darzustellen.

Qualitative Angaben

Hinsichtlich der qualitativen Angaben hat das IASB, im Gegensatz zum FASB, entschieden, die im Entwurf aus 2013 geforderten Angaben nicht beizubehalten. Der Leasingnehmer wird nun vielmehr verpflichtet, ausreichend zusätzliche Angaben zu machen, um das allgemeine Ziel der Angabepflichten zu erfüllen. Diese allgemein gehaltene Anforderung wird das IASB um eine Liste mit spezifischen Zielen der Angaben sowie Beispielangaben im Standard ergänzen.

Die Beratungen der Boards werden auch in den nächsten Sitzungen weitergehen – für die nächste ist eine Diskussion u.a. über Übergangsregelungen und Leasing von sog. small assets geplant. Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Januar-Sitzung finden Sie hier.

Was heißt dies nun für die Bilanzierenden?

FASB und IASB sind in der letzten Sitzung von einigen zuvor geplanten Angabepflichten wieder abgerückt. Hieraus könnte der Eindruck entstehen, dass der Umfang der Angabepflichten sinkt. Aber weit gefehlt, auch dieser Standard wird sich wieder dadurch auszeichnen, dass der Umfang der Angabepflichten gegenüber dem Vorgängerstandard (IAS 17) deutlich steigt. Auch die vermeintlichen Freiheitsgrade bei den qualitativen Angaben werden durch Beispielangaben und eine Liste von spezifischen Zielen wieder eingeschränkt, sodass letztlich doch wieder recht konkrete „Erwartungen“ im Appendix zum Standard zu finden sein werden.

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