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Bilanzierung von Investment Property im Bau einheitlich geregelt

Das IASB hat den Anwendungsausschluss für im Bau befindliche Immobilien neu geregelt. Seit dem 1. Januar 2009 entscheidet die spätere Nutzung alleine über die Bilanzierung der Immobilien im Bau.

Immobilien im Bau wurden bislang, unabhängig von der späteren Nutzung, bis zu ihrer Fertigstellung zu Anschaffungskosten nach den Regelungen des IAS 16 bilanziert. Ausgenommen hiervon waren lediglich Immobilien im Bau, die als Vorräte im Sinne des IAS 2 oder als Fertigungsaufträge im Sinne des IAS 11 bilanziert wurden. Ursächlich hierfür waren Bedenken des IASB hinsichtlich einer verlässlichen Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte (fair value) einer im Bau befindlichen Immobilie, insb. aufgrund der häufig bestehenden Unsicherheiten im Hinblick auf die noch anfallenden Kosten bis zur Fertigstellung sowie der nach Fertigstellung erzielbaren Mieterträge.

Inzwischen geht das IASB positiv davon aus, dass ausreichend Erfahrung in der Anwendung des fair value als Bewertungsmaßstab für Immobilien vorhanden ist und insofern auch eine verlässliche Bewertung von Immobilien im Bau unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein sollte (IAS 40.B15-17). Folglich sollte auch alleine die Entscheidung über die spätere Nutzung der Immobilien ausschlaggebend für die Bilanzierung der im Bau befindlichen Immobilie sein.

Den Anwendungsausschluss für im Bau befindliche Immobilien, welche nach ihrer Fertigstellung als Finanzinvestition, d.h. zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden sollen (sog. investment property), hat das IASB mit der Änderung aus dem Mai 2008 an die Bilanzierung der bisher schon als investment property genutzten Immobilien angepasst. Im Gegensatz zu den investment property im Bau wurden die Immobilien, welche nach bereits erfolgter Nutzung als investment property zu einem späteren Zeitpunkt weiterentwickelt werden, immer schon nach IAS 40 bilanziert. Damit stellt der Ausschluss von im Bau befindlichen investment property eine wirtschaftlich und sachlogisch nicht begründbare Inkonsistenz dar.

Eine Immobilie im Bau, die nach Fertigstellung als investment property genutzt werden soll, ist zwar ab dem 1. Januar 2009 verpflichtend nach IAS 40 zu bilanzieren und zu bewerten, eine Verpflichtung zur Bewertung zum fair value besteht jedoch lediglich bei Wahl des Fair Value-Modells. Für nicht zum fair value bewertete investment property besteht jedoch unverändert die Pflicht zur Angabe des fair value im Anhang (IAS 40.79(e)).
 
 
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