Real Estate Blog

Die EU endorsiert zahlreiche Standards

Noch kurz vor dem Jahresende hat die EU die im Dezember endorsierten IFRSs im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht (Amtsblatt der EU vom 29. Dezember 2012). Hierzu zählen auch die für die Immobiliengesellschaften relevanten Standards IFRS 13 „Fair value Measurement“ und IFRS 10 „Consolidated Financial Statements“. Die Standards treten am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

IFRS 13 ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Für IFRS 10 und die weiteren Standards, die aus dem Konsolidierungsprojekt hervorgingen (IFRS 11, IFRS 12, IAS 27, IAS 28), wurde die verpflichtende Erstanwendung, wie erwartet, auf den 1. Januar 2014 verschoben. Noch nicht endorsiert wurde jedoch die Ausnahmeregelung für Investmentgesellschaften. Diesbezüglich liegt bisher lediglich der EFRAG-Endorsement Advice vom 20. Dezember 2012 vor. Die Übernahme in europäisches Recht ist für das dritte Quartal 2013 vorgesehen.

Zum gleichen Zeitpunkt wurden auch Änderungen von bestehenden Standards in Kraft gesetzt. Hierzu zählen u.a.: IAS 12 – Deferred Tax: Recovery of Underlying Assets und  IFRS 7 / IAS 32 – Offsetting Financial Assets and Financial Liabilities. Auch für diese Änderungen ist eine erstmalige Anwendung zum 1. Januar 2013 verpflichtend.

 

IASB veröffentlicht Erläuterungen zur Fair Value Bewertung nach IFRS 13

Das IASB hat sog. educational material veröffentlicht, welches den Bilanzierern helfen soll, die Bewertungsregelungen des IFRS 13 ‚Fair value measurement‘ auf konkrete Sachverhalte anzuwenden. Der erste Teil der Publikation befasst sich mit der Bewertung von nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten im Anwendungsbereich des IFRS 9 bzw. IAS 39. Betroffen könnten z.B. auch Eigenkapitalinstrumente an geschlossenen Immobilienfonds bzw. Private Equity Fonds sein. Wollen sie mehr hierzu erfahren:  Straight away 107.

Weihnachtsgrüße

Das Jahr nähert sich dem Ende und Weihnachten steht plötzlich vor der Tür.

Wir haben in diesem Jahr viele Diskussionen erlebt, die die Immobilienindustrie beschäftigt haben. Seien es die neuen Regelungen der AIFMD Richtlinie oder die Überlegungen des IASB zur Umsatzrealisierung, zur Konsolidierung, aber auch das stete Hin und Her rund um das Thema Leasing. Wo wir mit diesen Themen am Ende landen werden, vermag man heute noch nicht abschätzen – aber wir werden dem IASB auf den Fersen bleiben und Sie wie auch in diesem Jahr zeitnah über die aktuellen Entwicklungen informieren.

Wir haben unser Team verstärkt und ab dem nächsten Jahr wird Sie unsere Kollegin Alexandra Burg über alle interessanten Entwicklungen aus steuerlicher Sicht auf dem Laufenden halten.

Nun bleibt uns nur noch, Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges und erholsames Weihnachtsfest sowie einen guten Start ins Jahr 2013 zu wünschen. Wir freuen uns auf das kommende Jahr und den regen Austausch mit Ihnen.

 

Anita Dietrich     Alexandra Burg     Bernd Kirsch     Dr. Daniel Ranker     Carolin Stoek

Veröffentlichung: Anwendungsbeispiele zur Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften

Das IASB hat am 31. Oktober 2012 eine Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften veröffentlicht. Wir berichteten hierüber. Bei der Anwendung der neuen Regelung in der Bilanzierungspraxis ergeben sich zahlreiche Fragestellungen, denen diese Veröffentlichung nachzugehen versucht. Die teilweise formalen Standardregelungen werden dabei durch Praxisbeispiele leichter verständlich. Auf Seite 13 der Publikation finden sich auch zwei Beispiele mit Immobilienhintergrund.

Mehr Informationen hierzu finden Sie hier: Practical guide to IFRS 10 – Investment entities: Exception to consolidation

IASB veröffentlicht Vorschläge zu Änderungen an IAS 16 und IAS 38

Der IASB hat gestern einen Standardentwurf veröffentlicht, durch den die zulässigen Abschreibungsmethoden in IAS 16 und IAS 38 klargestellt werden sollen. Insbesondere wird klargestellt, dass die umsatzbasierte Methode nicht zulässig ist, da sie nicht den Verbrauch des künftigen wirtschaftlichen Nutzens, sondern die Generierung des erwarteten künftigen wirtschaftlichen Nutzen abbildet. Ferner wird betont, dass bei der Anwendung von degressiven Abschreibungsmethoden auch künftige erwartete Preisrückgänge der durch den Vermögenswert erzeugten Güter/Dienstleistungen zu berücksichtigen sind.

Stellungnahmen können bis zum 2. April 2013 beim IASB eingereicht werden. Den Entwurf finden Sie auf der IASB-Seite. Weitere Details finden Sie hier.

Veröffentlichung: Neue Regulierungsvorhaben bei der bilanziellen Bewertung von Immobilien

Um Immobilien in der Bilanz nachvollziehbar und vergleichbar zu bewerten, gelten ab 2013 sowohl für IFRS wie HGB neue Standards. Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich ein in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Immobilien & Finanzierung veröffentlichter Artikel. Dr. Daniel Ranker geht in seinem Artikel u.a. auf IFRS 13 „Fair value Measurement“ aber auch auf den IDW ES 10 „Grundsätze zur Bewertung von Immobilien“ ein.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen den Artikel an dieser Stelle nicht zur Verfügung stellen. Der Artikel ist im Heft 22/63. Jg. (erschienen am 15. November 2012, S. 10 – 12) veröffentlicht.

 

AIFMD – Immobiliengesellschaften vor dem Umbruch?

Die Alternative Investment Fund Managers Directive, oder auch AIFMD, kommt. Unternehmen, die von der Richtlinie betroffen sind, werden sich zum Teil signifikanten Änderungen in ihren Strukturen, Strategien und Prozessen gegenüber sehen. Dies betrifft auch die Immobilienbranche: AIFMD impact for Real Estate

Weitere nützliche Informationen zur Richtlinie erhalten Sie hier:

Veröffentlichung: Verbindung von Entscheidungsmacht und relevanten Aktivitäten

Die Anwendung des IFRS 10 in der Bilanzierungspraxis ist zum Teil hoch komplex und lässt häufig keine generellen Lösungsansätze zu. In der aktuellen Ausgabe der IRZ – Zeitschrift für internationale Rechnungslegung – Heft 11 – November 2012, S. 427 – 432, stellen die Autoren Anita Dietrich, Joachim Krakuhn und Lukas Sierleja einen solchen Themenkomplex vor.

Der Artikel „Verbindung von Entscheidungsmacht und relevanten Aktivitäten bei der Beurteilung bedingter Rechte im Rahmen der Finanzierung von Objektgesellschaften nach IFRS 10“ widmet sich den sich stellenden Fragen im Zusammenhang mit bedingten Kontrollrechten und sogenannten Schutzrechten in Kreditverträgen bei der Beurteilung der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10 und geht auf die besondere Rolle der relevanten Aktivitäten in diesem Zusammenhang ein. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen leider den vollständigen Beitrag nicht zur Verfügung stellen.

IFRS 10: Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften veröffentlicht

Das IASB hat am 31. Oktober 2012 die lange erwartete Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften veröffentlicht, die den im Mai 2011 veröffentlichten IFRS 10 bereits wieder ändert. Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Investmentgesellschaften im Anwendungsbereich der Änderungen beziehen die von ihnen gehaltenen Portfoliounternehmen nicht im Wege der Vollkonsolidierung in ihren IFRS-Abschluss ein, sondern bilanzieren ihren Anteil an dem Unternehmen als Finanzinstrument. Ein solches Finanzinstrument ist dann als at fair value through profit or loss (IAS 39) oder at fair value (IFRS 9) zu klassifizieren und insofern ergebniswirksam zum Fair value zu bewerten.

Um in den Genuss der Ausnahmevorschrift zu gelangen, muss die Investmentgesellschaft bestimmte Kriterien erfüllen (rev. IFRS 10.27). Weitere Informationen finden sie hier: Practical guide to IFRS 10 – Investment entities: Exception to consolidation. Darüber hinaus ist auch noch zu würdigen, ob die Gesellschaft die Merkmale einer typischen Investmentgesellschaft trägt (rev. IFRS 10.B85N). Weitere Informationen zu den Kriterien: IASB amends IFRS 10 to provide an exception from consolidation for ‘investment   entities’.

Gegenüber der Entwurfsfassung sind die in der nun finalen Änderung enthaltenen Kriterien weniger limitierend, so dass erwartet wird, dass Private Equity Fonds deutlich leichter unter die Ausnahmevorschrift zu subsumieren sein werden, als dies noch im ED Investment Entities der Fall war. Allerdings droht im Gegenzug die Gefahr, dass auch weit mehr Immobilienfonds in den Anwendungsbereich des Standards fallen werden, als dies bislang angenommen wurde. Während die Private Equity Branche diese Entwicklung sicherlich begrüßt, ist das Meinungsbild in der Immobilienbranche zweigeteilt. Für Immobilienfonds ist die Entwicklung der Immobilie häufig das entscheidende Marketingargument und die Immobilienobjektgesellschaft lediglich ein Mittel zum Zweck. Eine Bilanzierung der Objektgesellschaft als Finanzinstrument ist in diesem Fall möglicherweise keine die Aussagekraft des Abschluss verbessernde Darstellung. Neu in den Fokus gerückt auch die REITs für die sich als Folge der Bilanzierungsänderung auch Auswirkungen auf die Vermögensstrukturkennzahlen ergeben könnten. Für die Immobilienfonds auch immer wieder interessant die Frage nach der Auswirkung einer solchen Änderung auf die Zinsschranke.

Auch diese Standardänderung – so vermeintlich klein diese auch wirken mag – hat einige interessante Folgefragen im Gepäck. Es bleibt also spannend, was die Bilanzierungspraxis hieraus macht.

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