Real Estate Blog

Leasing: Alles beim Alten?

In seiner Sitzung am 14. Dezember 2011 hat sich der IASB wieder einmal mit Themen rund um die Leasingbilanzierung beschäftigt, u.a. mit der Ertragsvereinnahmung beim Leasinggeber und mit kündbaren Leasingverträgen. Die bange Frage bei allen Beobachtern aber bleibt, bleibt alles beim Alten?

Eine Frage, die man zumindest hinsichtlich der Bilanzierung von Mietverträgen beim Leasinggeber, sofern es sich beim Leasingobjekt um ein Investment Property im Anwendungsbereich des IAS 40 handelt, vorerst mit „ja“ beantworten kann.

Das IASB hat in seiner Sitzung Mitte Dezember vorläufig entschieden, dass der Leasinggeber die Mieterträge linear oder in einer anderen systematischen Weise über die Dauer der Mietverträge vereinnahmt. Mit dieser Entscheidung einher geht auch die weitere Entscheidung, dass der Leasinggeber – neben den ggf. erforderlichen Abgrenzungen der Mieteinnahmen – lediglich das Investment Property in seiner Bilanz ausweist.

Darüber hinaus wurden die beidseitig kündbaren Leasingverträge, deren unkündbare Mietzeit einschließlich der Kündigungsfrist nicht länger als 12 Monate beträgt, den kurzfristigen Mietverträgen gleichgesetzt. Diese wären damit auch nach den vereinfachten Bilanzierungsregelungen für kurzfristige Kredite abzubilden.  

Inwieweit diese Entscheidungen jedoch Bestand haben werden, bleibt abzuwarten, denn der IASB-Staff hat bereits angekündigt, dass einige Themen wieder auf der Agenda des IASB Anfang Januar 2012 landen werden – hierunter auch die Definition der „Investment Property“.

Auf eines ist beim IASB jedoch immer Verlass, wird über Angabepflichten diskutiert, steht eine Reduktion derselbigen nie zur Debatte. Auch diesmal wurde der Katalog der Angabepflichten für Leasinggeber, die nicht in den Anwendungsbereich des „receivable and residual approaches“ fallen, erweitert. Die neuen Angabepflichten umfassen u.a.:

  • Fälligkeitsanalyse der undiskontierten zukünftigen Mietzahlungen für nicht-kündbare Perioden, wobei die ersten 5 Jahre im Detail darzustellen sind und die übrigen Jahre als Gesamtsumme dargestellt werden können.  
  • Vertraglichen Mindestleasingzahlungen und variablen Leasingzahlungen.
  • Aufstellung der Anschaffungskosten und des Buchwertes sowie der kummulierten Abschreibungen der vermieteten Immobilien nach Klassen von Immobilien.
  • Weitere Informationen zu Leasingverträgen.

Mehr dazu? Leasing update Dec 2011

Veröffentlichung: Berücksichtigung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen nach IFRS 10

Die neuen Regelungen des IFRS 10 sind komplex und erfordern den Umgang mit neuen Konzepten. Ein solches neues Konzept stellen die Regelungen zur Prinzipal-Agenten-Beziehung dar.

In dem in der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung Heft 12, Dezember 2011 (S.519-524) erschienen Beitrag "Berücksichtigung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen im Rahmen der Abgrenzung des Konsolidierungskreises nach IFRS 10" beschäftigen sich die Autoren Anita Dietrich, Joachim Krakuhn, Lukas Sierleja schwerpunktmäßig mit den neuen Regelungen des IFRS 10 zur Prinzipal-Agenten-Beziehung und zum de facto Agent. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen den vollständigen Beitrag leider nicht zur Verfügung stellen.

EFRAG für Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes des IFRS 10

Die EFRAG ist mit Schreiben vom 9. Dezember 2011 an den IASB mit der Bitte herangetreten, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27 und 28 auf den 1. Januar 2014 zu verschieben.

Die EFRAG hat nach eigenen Aussagen durch einen "field test" den Eindruck gewonnen, dass eine Erstanwendung des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27, 28 zum 1. Januar 2013 die nach IFRS bilanzierenden Unternehmen vor unverhältnismäßige Herausforderungen stellen würde. Vor diesem Hintergrund hält die EFRAG es für angebracht, den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 sowie der übrigen mit diesem gleichzeitig anzuwendenden Standards auf den 1. Januar 2014, oder, sofern der ED Investment Entities nicht in 2012 veröffentlicht wird, auf einen Zeitpunkt 12 Monate nach Veröffentlichung der Änderungen zum IFRS 10 (einschließlich Umsetzung des ED Investment Entities) zu verschieben.  Mehr zu den Gründen der EFRAG erfahren sie auf der EFRAG-Webseite.

Während die Verbindung zwischen ED Investment Entities und dem Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 nicht unbedingt offensichtlich ist,  so ist insgesamt die Forderung nach einer Verlängerung der Übergangsfrist doch zu begrüßen. Betrachtet man den aktuellen Zeithorizont und die Komplexität der Regelungen, wird schnell klar, dass es für die Erstanwendung des Standards und die damit einhergehende Bestimmung des Konsolidierungskreises bereits 5 vor 12 ist.

Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Standard retrospektiv anzuwenden ist und insofern Vergleichszahlen für das Jahr 2012 zu ermitteln sind (inkl. dritter Bilanzspalte).  Nicht alle Buchhaltungssystem erlauben die nachträgliche Konsolidierung von Gesellschaften, so dass in diesen Fällen schnellstmöglich Klarheit über den Konsolidierungskreis gewonnen werden muss.

Die weit größere Herausforderung ergibt sich jedoch aus der Komplexität der Regelungen des Standards selbst. Es bleibt abzuwarten, wie der rein auf Indizien basierende Konsolidierungsstandard, der aufgrund fehlender Grenzwerte insbesondere bei komplexen Strukturen, wie dies bei Immobilien- und Schiffsfinanzierungen der Fall ist, zahlreiche Ermessensentscheidungen erfordert, in der Bilanzierungspraxis letztlich angewendet wird. Derzeit schon absehbar ist jedoch, dass die Analyse derartiger Strukturen, um ein Vielfaches komplexer und damit auch zeitaufwendiger ist.   

We proudly present: Illustrative financial statements 2011 – Investment Properties

Eine aktualisierte Auflage unserer Illustrative IFRS consolidated financial statements 2011 für Immobiliengesellschaften wurde im Rahmen unserer diesjährigen Real Estate Konferenz erstmalig im Kreise von Real Estate Experten präsentiert.

Die Illustrative financial statements 2011 – Investment Properties enthalten beispielhafte Darstellungen der für Immobiliengesellschaften relevanten Angabepflichten. Wir haben in der Ausgabe 2011 alle Standards berücksichtigt, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden sind. Aber auch einen ersten Blick in die Zukunft wagen wir mit einer kurzen Darstellung der Angabepflichten aus IFRS 9 und IFRS 13.

Darüber hinaus wurden die Darstellungen hinsichtlich des Ausweises von Mietgarantien und Derivaten mit wirtschaftlicher Sicherungsabsicht ergänzt. Verbessert wurden ebenfalls gegenüber der Version 2009 die Angabepflichten zu den Risiken.

Die Illustrative financial statements 2011 stehen Ihnen zum Download zur Verfügung:  Illustrative IFRS consolidated financial statements 2011 – Investment property (pdf, 1068kb)  

Sofern Sie an weiteren Illustratives aus der 2011er-Reihe interessiert sind, hier finden Sie die entsprechenden Links:

 

Practical guide to IFRS – Fair value measurement – unifying the concept of „fair value“

Das IASB hat mit IFRS 13 einen neuen Standard zur Fair Value Bewertung veröffentlicht, der den Fair Value übergreifend definiert und so ein einheitliches Framework zur Fair Value Bewertung schafft. Aufgrund der Bedeutung des Standards für die tägliche Praxis der Bilanzierung haben wir einen Practical Guide zusammengestellt, in dem Sie zu den folgenden Themen anhand vieler Beispiele einen Überblick finden:

  • Überlegungen zur Bewertung bzw. Ermittlung des Fair Value
  • Bewertung von nicht-finanziellen Vermögenswerten
  • Bewertung von Verbindlichkeiten
  • Bewertung von Finanzinstrumenten
  • Bewertungsmethoden
  • Fair Value Hierarchie
  • Inaktive Märkte und nicht reguläre Transaktionen
  • Anhangangaben

Den Practical Guide finden Sie hier.

Leasing – Die Weiterentwicklung des Receivable-and-Residual-Ansatzes

Der IASB hat in seinem Oktober-Meeting die Vorschriften zur Leasing-Geber-Bilanzierung weiterentwickelt und einige vorläufige Agenda-Entscheidungen getroffen.

Der IASB hält für die Leasing-Geber-Bilanzierung weiterhin an dem Receivable-and-Residual-Ansatz fest. Ausgenommen hiervon sind lediglich Anlageimmobilien, die in den Anwendungsbereich des IAS 40 fallen (wir berichteten hierüber). Für diese Anlageimmobilien bleibt es bei der Bilanzierung des Leasingobjektes und der Abbildung der Leasingzahlungen über die Laufzeit des Mietvertrages.

Nach dem Receivable-and Residual-Ansatz wird das Leasingobjekt ausgebucht und es gehen zwei neue Vermögenswerte zu. Das 'receivable asset' verkörpert dabei den Anspruch auf den Erhalt von Leasingzahlungen während das 'residual asset' den erwarteten Restwert des Leasinggegenstandes nach Ablauf der Vertragslaufzeit darstellt.

Der IASB hat nun auch für die Bilanzierung des Anspruchs auf  Mindestleasingzahlungen ('receivable asset') entschieden, dass eine Fair value Bewertung nicht zugelassen sein soll; selbst für den Fall, dass dieser Anspruch zur Veräußerung gehalten wird (für den residualen Leasinggegenstand wurde dies bereits im September-Meeting beschlossen). Statt dessen soll die Erstbewertung zum Barwert der Mindestleasingzahlungen erfolgen. Die Folgebewertung erfolgt dann mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Der residuale Leasinggegenstand ('residual asset') ermittelt sich bei Zugang aus der Allokation des Buchwertes des ursprünglich bilanzierten Vermögenswertes (verbleibender Restbuchwert nach Abzug des Barwertes der Mindestleasingzahlungen). Der residuale Leasinggegenstand setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die jedoch in der Bilanz gemeinsam auszuweisen sind (Nettodarstellung):

  • den auf den Gegenwartswert abgezinsten geschätzten Restwert (Fair value) des Leasinggegenstandes am Ende der Vertragslaufzeit ('gross residual asset') und
  • den anteiligen Gewinn ('deferred profit').

Der Gegenwartswert – das 'gross residual asset' – ist über die Vertragslaufzeit auf den geschätzten Restwert zum Vertragsende aufzuzinsen und führt insofern zu Zinsergebnis beim Leasinggeber. Der anteilige Gewinn ist erst bei Verkauf oder Wiedervermietung des Leasingobjektes zu vereinnahmen – unabhängig davon, ob dieser hinreichend sicher ist oder nicht.

Der IASB hat darüber hinaus auch vorläufige Entscheidungen zur Berücksichtigung von variablen Leasingzahlungen getroffen. Wurden die variablen Leasingzahlungen bei der Ermittlung des Barwertes der Mindestleasingzahlungen (im Abzinsungssatz) nicht berücksichtigt, führt eine erhaltene variable Leasingzahlung nicht zur Anpassung des residualen Leasinggegenstandes. Enthält hingegen der Abzinsungssatz eine Schätzung hinsichtlich der erwarteten variablen Leasingzahlungen, ist eine Anpassung des residualen Leasinggegenstandes in Höhe des Anteils der erwarteten variablen Leasingzahlungen vorzunehmen, indem dieser Anteil im Zeitpunkt der Erfassung der variablen Leasingzahlungen im Ergebnis als Aufwand erfasst wird. Für die Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlichen Leasingzahlungen erfolgt jedoch keine Anpassung.

Der IASB hat in seinem September-Meeting bereits einige vorläufige Entscheidungen zur Darstellung der Leasing-Verhältnisse im IFRS-Konzernabschluss des Leasing-Gebers getroffen. Die Beratungen hierzu wurden im Oktober fortgesetzt. Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild:

  • Die Darstellung des residualen Leasinggegenstands und des Anspruchs auf Mindestleasingzahlungen kann in der Bilanz entweder in einem Bilanzposten erfolgen oder in zwei getrennten Bilanzposten. Für den Fall, dass die Darstellung in einem Bilanzposten erfolgt, ist eine Aufgliederung im Anhang erforderlich. Bei getrennter Darstellung in der Bilanz sind die Bilanzposten zusätzlich in einer Summe zusammenzufassen. 
  • Für die Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung respektive der Gesamtergebnisrechnung ist ebenfalls ein Wahlrecht zur einzeiligen bzw. zweizeiligen Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus dem Leasinggeschäft vorgesehen. Grundlage für die Wahlrechtsausübung soll das Geschäftsmodell des Leasing-Gebers sein. Erfolgt keine Darstellung in einer gesonderten Zeile in der Gewinn- und Verlustrechnung (sondern als Teil eines anderen GuV-Postens), ist eine gesonderte Darstellung im Anhang erforderlich. Lediglich für die Zuschreibung des residualen Leasinggegenstandes als auch die Amortisierung der aktivierten Anschaffungskosten (initial direct costs) wurde vorläufig entschieden, dass diese im Zinsergebnis (netto) auszuweisen sind.
  • Die Leasingzahlungen sind in der Kapitalflussrechnung dem Cashflow aus operativer Tätigkeit zuzuordnen.
  • Darüber hinaus wurde entschieden, dass für übertragene Ansprüche auf Mindestleasingzahlungen die Angabepflichten des IFRS 7 gelten sollen.

Die vorgesehenen Übergangsregelungen werden ein Wahlrecht zur vollständigen retrospektiven Anwendung oder zur modifizierten retrospektiven Anwendung vorsehen. Letztere sieht insbesondere Erleichterungen bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes vor.

Mehr hierzu erfahren: IASB/FASB leasing redeliberations – October 2011 ( 110kb)

Auch wenn im Oktober-Meeting einige zentrale Entscheidungen getroffen wurden, ist mit einer kurzfristigen Veröffentlichung des neuen Exposure Drafts nicht zu rechnen. Der IASB hat bisher  offiziell lediglich das erste Quartal 2012 als geplanten Veröffentlichungszeitpunkt preisgegeben.  Inwieweit dies als eine realistische Einschätzung gelten kann, hängt davon ab, ob im Zuge der weiteren Beratungen erneut bereits getroffene vorläufige Entscheidungen wieder rückgängig gemacht werden. Erste Ansätze hierfür deuteten sich an im Rahmen der Diskussion zur Ausnahme für die Anlageimmobilien.

Neue Ausgabe von Real Estate Insights veröffentlicht

Der elektronische Newsletter Real Estate Insights liefert Ihnen in regelmäßigen Abständen wichtige branchenaktuelle Informationen für Ihr operatives Geschäft.

In der aktuellen Ausgabe werden die folgenden Themen behandelt:

  • AIFMD – Durchführungsmaßnahmen in der Konsultation
  • Bedeutung der Nachhaltigkeit im Immobiliensektor nimmt zu
  • Der starke Franken – Fluch oder Segen für die Schweizer Immobilienbranche
  • Investitionen in Hotelimmobilien aus Investoren- und Banksicht
  • Konsolidierung von Immobiliengesellschaften im Wandel
  • Neuerungen bei der Besteuerung  ausländischer Gesellschaften mit deutschem Grundbesitz
  • Neue Spielregeln für die Besteuerung von Erneuerbaren-Energien-Fonds
  • Öffentliche Infrastrukturprojekte transparent und wirtschaftlich gestalten
  • Mehr Anlagemöglichkeiten für institutionelle Investoren

Der vollständige aktuelle Newsletter bzw. ältere Ausgaben stehen Ihnen über folgenden Link zur Verfügung: Real Estate Insights

Practical guide to IFRS – Fair value measurement: implications of IFRS 13 for the real estate industry

Das IASB hat mit IFRS 13 einen neuen Standard zur Fair Value Bewertung veröffentlicht, der den Fair Value übergreifend definiert und so ein einheitliches Framework zur Fair Value Bewertung schafft. Aufgrund der Bedeutung des Standards für die tägliche Praxis der Bilanzierung haben wir uns entschlossen, die wichtigsten Neuerungen für Sie in einerm Practical Guide zusammenzustellen, der die wesentlichen Aspekte des neuen IFRS 13 für Unternehmen der Immobilienwirtschaft diskutiert.

Thematisiert werden u.a.:

  • Definition des fair value
  • Fair value Hierarchie
  • Bewertungsmethoden
  • Annahmen und Bewertungskontext
  • Highest and best use
  • Anhangangaben

Ich werde innerhalb des Blogs in den nächsten Monaten einzelne Themen, die aus Sicht der täglichen Praxis besondere Fragen aufwerfen (siehe z.B. highest and best use), weiter vertiefen. Den Practical Guide erhalten Sie hier.

Leasing – Anlageimmobilien vom neuen Leasingstandard ausgenommen

Eine erneute Wende in der Diskussion zum neuen Leasing-Standard brachte im Oktober die erlösende Nachricht: Immobilien, die die Definition einer Anlageimmobilie im Sinne des IAS 40 erfüllen, sollen von der Anwendung des Leasing-Standards insgesamt ausgenommen werden.

Mit großer Erleichterung wurde in der Immobilienwirtschaft die vorläufige Entscheidung des IASB aufgenommen, die Anlageimmobilien des IAS 40 – unabhängig von dem angewendeten Bewertungsmodell – von der Leasing-Bilanzierung des neuen Leasing-Standards auszunehmen. Kaum auszudenken, waren die bilanziellen Auswirkungen des receivable-and-residual-Modells bei Anwendung des Anschaffungskostenmodells z.B. für Shopping-Center oder Wohnungskomplexe, wäre es bei der beschränkten Ausnahme für lediglich zum Fair value bewertete Anlageimmobilien geblieben. Die Komplexität der Regelungen kaum abschätzbar.

Doch geht diese Ausnahme weit genug? In seinem September-Meeting hat der IASB beschlossen, dass Vorratsvermögen nicht von der Anwendung des neuen Leasing-Standards ausgenommen werden soll. Insofern sind Anlageimmobilien, die zur Veräußerung weiterentwickelt werden, bzw. solche Immobilien, die zwar zwischenzeitlich vermietet sind, die jedoch zum Verkauf im ordentlichen Geschäftsverkehr gehalten werden, weiterhin im Anwendungsbereich des neuen Leasing-Standards, da diese in den Anwendungsbereich des IAS 2 und nicht des IAS 40 fallen. Auch ist in Teilen die Abgrenzung zwischen IAS 16 'Sachanlagen' und IAS 40 'Investment Properties' nicht immer eindeutig. Wie sind z.B. vermietete Hausboote oder Antennenanlagen zu bilanzieren? Ebenso fällt es schwer den Unterschied zwischen einem vermieteten Hotel und einem vercharterten Kreuzfahrtschiff zu erkennen.

Der IASB hat in seinem Oktober-Meeting das Problem der Abgrenzung eines 'Investment property' erkannt und die Möglichkeit diskutiert, die Definition der Anlageimmobilien in IAS 40 zu erweitern.  Der IASB scheint gut beraten, die Überlegungen hinsichtlich des Anwendungsbereiches des IAS 40 nicht aus den Überlegungen zur Leasingbilanzierung auszuklammern, auch wenn sich hierdurch der Veröffentlichungstermin des neuen Standards wohl erneut verschieben würde.

Mehr hierzu erfahren: IASB/FASB leasing redeliberations – October 2011 ( 110kb)

Leasing – IASB beschäftigt sich wieder mit der Bilanzierung beim Leasing-Geber

Die Beratungen zur Bilanzierung beim Leasing-Geber sind inzwischen in vollem Gange. In seinem September Meeting hat sich der IASB mit einigen Zweifelsfragen der Bilanzierung des Anspruchs auf die Mindestleasingzahlungen (lease receivable) beschäftigt und die Berücksichtigung von Restwertgarantien diskutiert.

Hinsichtlich der Bilanzierung des Anspruchs auf die Mindestleasingzahlungen war bisher unklar, ob dieser als Finanzinstrument im Sinne des IAS 39 zu bilanzieren und zu bewerten sein soll, oder ob eine Bilanzierung außerhalb des IAS 39 sachgerechter ist. Eine Einbeziehung in den Anwendungsbereich des IAS 39 hätte nicht nur zur Folge, dass eine Bewertung zum fair value oder die Abbildung von Hedge Accounting möglich wäre, sondern würde auch umfangreiche Anhangangaben nach IFRS 7 erfordern.

Der IASB hat nun vorläufig entscheiden, dass der Anspruch auf Mindestleasingzahlungen hinsichtlich der Ansatz- und Folgebewertung nicht in den Anwendungsbereich des IAS 39 fällt. Gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass eine Bewertung des Anspruchs zum fair value nicht zulässig sein soll (auch keine fair value option). Damit gilt verpflichtend die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Noch keine abschließende Einschätzung der Bewertungsanforderungen liegt für den Fall vor, dass der Anspruch auf Leasingzahlungen zur Veräußerung gehalten wird. Noch offen geblieben ist jedoch die Entscheidung zu den Angabepflichten.

Die Ausklammerung des Anspruchs auf Mindestleasingzahlungen aus dem Anwendungsbereich des IAS 39 gilt jedoch – gemäß vorläufiger Entscheidung des IASB – nicht für die Ermittlung einer möglichen Wertminderung und für die Frage, wann die Forderung als abgegangen gilt. Hierfür ist vorgesehen, die Impairment Regelungen des IAS 39 ebenso wie die Abgangsregelungen des IAS 39/IFRS 9 für anwendbar zu erklären. Unklar bleibt in diesem Zusammenhang, ob der IASB plant, die bisherigen Regelungen des IAS 39 zum Impairment in den neuen Leasingstandard zu übernehmen oder lediglich mit einer Verweisregelung auf IAS 39/IFRS 9 zu arbeiten. Letzteres würde insbesondere bei Übergang auf IFRS 9 weitere spannende Themen auf den Tisch bringen. Es bleibt also abzuwarten, ob die Regelungen vermeintlich einfacher oder doch eher komplexerer Natur sein werden.

Darüber hinaus hat der IASB auch vorläufig entschieden, dass für den residualen Leasinggegenstand auch weiterhin die Regelungen des IAS 36 für die Ermittlung einer Wertminderung gelten sollen. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass eine Neubewertung des residualen Leasinggegenstandes ebenfalls ausgeschlossen sein soll. Eine große Bedeutung in der Bilanzierungspraxis dürfte diese Entscheidung allerdings nicht haben, da die Bewertung zum fair value für Leasinggegenstände – andere als Anlageimmobilien – weniger üblich ist. In der Bilanzierungspraxis ist die Bewertung nach dem Neubewertungsmodell im Sachanlagenvermögen von untergeordneter Bedeutung. Nicht von der vorläufigen Entscheidung betroffen sind zum fair value bewertete Immobilien nach IAS 40, da diese generell von der Anwendung des receivable-and-residual asset-Modells ausgenommen werden sollen.

Im Rahmen seiner Beratungen zur Bewertung des residualen Leasinggegenstandes hat der IASB auch klargestellt, dass Restwertgarantien bei der Ermittlung einer möglichen Wertminderung des residualen Leasinggegenstandes zu berücksichtigen sind. Eine gesonderte Bilanzierung der Restwertgarantie wurde als nicht sachgerecht angesehen. Darüber hinaus wurde vorläufig entschieden, dass Anpassungen aufgrund einer Neubeurteilung variabler Leasingzahlungen, die sich auf einen Index beziehen, unmittelbar ergebniswirksam zu erfassen sind.  

Die Darstellung des Anspruchs auf Mindestleasingzahlungen und der residuale Leasinggegenstand in der Bilanz des Leasing-Gebers folgt den allgemeinen Regelungen des IAS 1 'Presentation of financial Statements'. Hiernach hat der Bilanzierende zu prüfen, ob eine zusammengefasste Darstellung beider Vermögenswerte in der Bilanz bei entsprechender Aufteilung in den Notes sachgerecht ist.

Weitere Informationen zum Thema: IASB/FASB leasing redeliberations – September 2011 (pdf, 102kb)

 

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