Real Estate Blog

Keine Verschnaufpause in Sachen IFRS 10

Die Entscheidung ist gefallen. Der IASB hat dem Ansinnen der EFRAG nach Verschiebung der Erstanwendung des IFRS 10, 11 und 12 sowie IAS 27 und 28 eine Absage erteilt.

In seinem Board Meeting vom 26. Januar 2012 hat sich der IASB mit der Frage beschäftigt, ob es beim Erstanwendungszeitpunkt 1. Januar 2013 für die fünf Standards zum Konsolidierungskreis bleiben soll. Die EFRAG hatte in ihrem im Dezember an das IASB gerichteten Brief dafür plädiert, die verpflichtende Erstanwendung zu verschieben. Wir berichteten hierüber.

Der IASB hat sich einstimmig gegen eine Verschiebung der Erstanwendung ausgesprochen und begründete dies damit, dass viele Unternehmen bereits aktiv mit der Umsetzung begonnen haben. Darüber hinaus hat der IASB auch noch einmal bekräftigt, dass die neuen Standards auch eine Reaktion auf die Finanzmarktkrise darstellen und die Forderungen von G20 und dem Financial Stability Board umsetzen.

Die Nachricht über die Beibehaltung der verpflichtenden Erstanwendung wird wohl sehr unterschiedlich aufgenommen werden. Unterstützung kommt sicherlich von denjenigen, die bereits damit begonnen haben, ihren Bestand an Konzernunternehmen und Unternehmen mit denen diese ansonsten in besonderen Beziehungen stehen, zu analysieren. Weniger begeistert dürften hingegen diejenigen sein, die bislang auf eine Verschiebung der Erstanwendung gehofft haben. Für diese letzte Gruppe wird die Zeit langsam knapp, denn bisher hat die EFRAG nicht erkennen lassen, dass diese an einen Alleingang denkt und das Endorsement in der EU verschiebt.

Kompakt in 15 Minuten auf den Punkt gebracht

Seit längerem berichten wir über die anstehenden Änderungen rund um die Bilanzierung nach IFRS und wie diese die Immobilienbranche beeinflussen wird. Die wesentlichsten Punkte haben wir für Sie nun auch als webcast nach dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" zusammengefasst.

Lauschen Sie den Ausführungen der PwC-Kollegen aus der Global Real Estate Industry Accounting Group zu den folgenden Themen:

  • Einfluss der IFRS-Entwicklungen auf den Real Estate Markt (Kees Hage, PwC Luxembourg)
  • Auswirkungen des IFRS 10 auf die Real Estate Industrie (Kenneth Iek, PwC Luxembourg)
  • IFRS 13 und die Fair value-Bewertung (Dr. Daniel Ranker, PwC Deutschland)
  • Die Zukunft der Leasing-Bilanzierung (Tom Wilkin, PwC USA)
  • Wie geht es mit den IFRS weiter (Tasos Nolas, PwC Zypern)

Webcast-Link

Studie: Unlisted real estate funds – lessons learned from the crisis

PwC hat im Auftrag der Association of Real Estate Funs (AREF) eine Studie erstellt, die sich mit dem Verhalten von Immobilienfonds in der Krise beschäftigt. Die Studie fokussiert auf die Mitglieder des AREF und bezieht die Entwicklungen der letzten fünf Jahre mit ein.

Die Themen mit denen sich der Report beschäftig reichen von der Frage, welche Faktoren auf das Verhalten der Fonds Einfluss nahmen, bis hin zur Frage, wie sich die Kommunikation zwischen Investoren und Investment Managern verändert hat. Ebenfalls diskutiert werden die Bewertung, die Kreditrisiken sowie das Spannungsfeld zwischen Liquidität, Volatitilität, Performance und Risiko.

Haben wir Sie neugierig gemacht?

Link zum AREF-Report: unlisted funds – lessons learned  (Stand: Januar 2012)

Veröffentlichung: Analyse der Konsolidierungspflicht ausgewählter Investmentstrukturen nach IFRS 10

Die Regelungen des IFRS 10 sind komplex und die Beantwortung der Frage, ob eine bestimmte Investmentstruktur zu konsolidieren sein wird oder nicht, erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Einzelfall.

In der aktuelle Ausgabe der IRZ – Zeitschrift für internationale Rechnungslegung – Heft 1 – Januar 2012, S. 23 – 27, gehen die Autoren Anita Dietrich, Joachim Krakuhn, Lukas Sierleja auf verschiedene Investmentstrukturen ein und analysieren einzelne Indikatoren, die bei der Beurteilung der Konsolidierungspflicht zu berücksichtigen sein könnten. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir ihnen leider den vollständigen Beitrag nicht zur Verfügung stellen.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

In Heft 8 / 2015 der WPg (S. 357 ff.) ist ein Artikel erschienen, der sich mit den „Gläubigerrechten im control-Konzept nach IFRS 10“ auseinander setzt. Die fachlichen Regelungen werden beispielhaft an einer Schiffsobjektgesellschaft erläutert. Leider können wir aus urheberrechtlichen Gründen ihnen den sehr interessanten Artikel an dieser Stelle nicht zur Verfügung stellen.

Ein neues Jahr beginnt – Was erwartet uns?

Das IASB hat für das Jahr 2012 einige Projekte auf seiner Agenda, die auch für den Real Estate-Bereich von Bedeutung sind.

Im ersten Quartal wird uns insbesondere der Exposure Draft zur Umsatzrealisierung beschäftigen, da die Kommentierungsfrist am 13. März 2012 endet. Danach wird für das zweite Quartal der Re-Exposure Draft zum heiß diskutierten Thema Leasing erwartet.

Die Kommentierungsfrist für den Exposure Draft zu Investment Entities endete am 5. Januar 2012. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Definition einer Investment Entity entwickeln wird und inwieweit die Real Estate Branche in den Anwendungsbereich dieser Ausnahmevorschrift zur Konsolidierung fallen wird. Das IASB plant im ersten Quartal dazu Round Table-Veranstaltungen.

Daneben werden im Bereich der Neuregelungen zu Finanzinstrumenten ein Review Draft zum grundsätzlichen Vorgehen beim Hedge Accounting im ersten Quartal und ein Exposure Draft zu Makro-Hedge Accounting im dritten Quartal erwartet. Für das Teilprojekt Impairment wird im zweiten Quartal mit einem Re-Exposure Draft gerechnet, der nach eingehenden Diskussionen ein neues Impairment-Konzept enthalten wird. Das IASB hält auch weiterhin an seinem Plan fest, dass das Projekt zur Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten in 2012 abgeschlossen werden soll. Wir bleiben gespannt!

Hinsichtlich des im letzten Jahr verabschiedeten sog. Pack of Five und insbesondere für den IFRS 10 heißt es in diesem Jahr sich fit zu machen. Auch wenn es im EFRAG, wie bereits im Dezember berichtet, Überlegungen gibt, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 zu verschieben, so bleibt nicht viel Zeit, um die komplexen Regelungen umzusetzen.

Für das zweite Quartal plant das IASB weiterhin einen sog. post implementation review des IFRS 3. Darüber hat das IASB bereits im letzten Jahr seine Agenda Consultation gestartet, mit deren Hilfe Themen identifiziert werden, die das IASB als Nächstes – ab dem zweiten Halbjahr - überarbeiten wird. Die Neuerungen werden daher, auch nach Abschluss der derzeitigen Projekte, kein Ende nehmen. Einen weiteren Überblick über die Neuerungen finden Sie in folgendem Blogeintrag: More and more delays

Wir freuen uns schon jetzt darauf, Sie im neuen Jahr wieder über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Anita Dietrich                Carolin Stoek

IASB Round-table Meetings zum ED Investment Entities

Der IASB hat angekündigt, dass er im Februar und März 2012 sogenannte Round-Table Meetings abhalten möchte, die es interessierten Bilanzierern und Bilanzlesern ermöglichen, sich aktiv in die Diskussion zu den neuen Regelungen zur Bilanzierung von Beteiligungen an kontrollierten Unternehmen durch Investmentgesellschaften einzubringen. Die Meetings finden in Toronto, London, Norwalk und Kuala Lumpur statt.

Voraussetzung für die aktive Teilnahme an einer der Round-Table-Diskussionen  ist jedoch, dass ein Comment Letter zum ED Investment Entity bis zum Ablauf der Kommentierungsfrist eingereicht wurde. Wir berichteten hierüber. Für Immobilienfonds kann die Frage, ob man sich innerhalb oder außerhalb des Anwendungsbereiches des ED Investment Entity befindet eine wesentliche Änderung der Bilanzierung bedeuten:

  • Ausweis der Beteiligung an der Immobilienobjektgesellschaft als Finanzinstrument nach IAS 39 bzw. IFRS 9 versus
  • Ausweis der Immobilie als Anlageimmobilie nach IAS 40.

Mehr Informationen zu den Round-Tabel-Meetings erhalten Sie auf der Webseite des IASB: click here

 

 

 

Leasing: Alles beim Alten?

In seiner Sitzung am 14. Dezember 2011 hat sich der IASB wieder einmal mit Themen rund um die Leasingbilanzierung beschäftigt, u.a. mit der Ertragsvereinnahmung beim Leasinggeber und mit kündbaren Leasingverträgen. Die bange Frage bei allen Beobachtern aber bleibt, bleibt alles beim Alten?

Eine Frage, die man zumindest hinsichtlich der Bilanzierung von Mietverträgen beim Leasinggeber, sofern es sich beim Leasingobjekt um ein Investment Property im Anwendungsbereich des IAS 40 handelt, vorerst mit „ja“ beantworten kann.

Das IASB hat in seiner Sitzung Mitte Dezember vorläufig entschieden, dass der Leasinggeber die Mieterträge linear oder in einer anderen systematischen Weise über die Dauer der Mietverträge vereinnahmt. Mit dieser Entscheidung einher geht auch die weitere Entscheidung, dass der Leasinggeber – neben den ggf. erforderlichen Abgrenzungen der Mieteinnahmen – lediglich das Investment Property in seiner Bilanz ausweist.

Darüber hinaus wurden die beidseitig kündbaren Leasingverträge, deren unkündbare Mietzeit einschließlich der Kündigungsfrist nicht länger als 12 Monate beträgt, den kurzfristigen Mietverträgen gleichgesetzt. Diese wären damit auch nach den vereinfachten Bilanzierungsregelungen für kurzfristige Kredite abzubilden.  

Inwieweit diese Entscheidungen jedoch Bestand haben werden, bleibt abzuwarten, denn der IASB-Staff hat bereits angekündigt, dass einige Themen wieder auf der Agenda des IASB Anfang Januar 2012 landen werden – hierunter auch die Definition der „Investment Property“.

Auf eines ist beim IASB jedoch immer Verlass, wird über Angabepflichten diskutiert, steht eine Reduktion derselbigen nie zur Debatte. Auch diesmal wurde der Katalog der Angabepflichten für Leasinggeber, die nicht in den Anwendungsbereich des „receivable and residual approaches“ fallen, erweitert. Die neuen Angabepflichten umfassen u.a.:

  • Fälligkeitsanalyse der undiskontierten zukünftigen Mietzahlungen für nicht-kündbare Perioden, wobei die ersten 5 Jahre im Detail darzustellen sind und die übrigen Jahre als Gesamtsumme dargestellt werden können.  
  • Vertraglichen Mindestleasingzahlungen und variablen Leasingzahlungen.
  • Aufstellung der Anschaffungskosten und des Buchwertes sowie der kummulierten Abschreibungen der vermieteten Immobilien nach Klassen von Immobilien.
  • Weitere Informationen zu Leasingverträgen.

Mehr dazu? Leasing update Dec 2011

Veröffentlichung: Berücksichtigung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen nach IFRS 10

Die neuen Regelungen des IFRS 10 sind komplex und erfordern den Umgang mit neuen Konzepten. Ein solches neues Konzept stellen die Regelungen zur Prinzipal-Agenten-Beziehung dar.

In dem in der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung Heft 12, Dezember 2011 (S.519-524) erschienen Beitrag "Berücksichtigung von Prinzipal-Agenten-Beziehungen im Rahmen der Abgrenzung des Konsolidierungskreises nach IFRS 10" beschäftigen sich die Autoren Anita Dietrich, Joachim Krakuhn, Lukas Sierleja schwerpunktmäßig mit den neuen Regelungen des IFRS 10 zur Prinzipal-Agenten-Beziehung und zum de facto Agent. Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen den vollständigen Beitrag leider nicht zur Verfügung stellen.

EFRAG für Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes des IFRS 10

Die EFRAG ist mit Schreiben vom 9. Dezember 2011 an den IASB mit der Bitte herangetreten, den Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27 und 28 auf den 1. Januar 2014 zu verschieben.

Die EFRAG hat nach eigenen Aussagen durch einen "field test" den Eindruck gewonnen, dass eine Erstanwendung des IFRS 10, 11, 12 und des IAS 27, 28 zum 1. Januar 2013 die nach IFRS bilanzierenden Unternehmen vor unverhältnismäßige Herausforderungen stellen würde. Vor diesem Hintergrund hält die EFRAG es für angebracht, den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 sowie der übrigen mit diesem gleichzeitig anzuwendenden Standards auf den 1. Januar 2014, oder, sofern der ED Investment Entities nicht in 2012 veröffentlicht wird, auf einen Zeitpunkt 12 Monate nach Veröffentlichung der Änderungen zum IFRS 10 (einschließlich Umsetzung des ED Investment Entities) zu verschieben.  Mehr zu den Gründen der EFRAG erfahren sie auf der EFRAG-Webseite.

Während die Verbindung zwischen ED Investment Entities und dem Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 10 nicht unbedingt offensichtlich ist,  so ist insgesamt die Forderung nach einer Verlängerung der Übergangsfrist doch zu begrüßen. Betrachtet man den aktuellen Zeithorizont und die Komplexität der Regelungen, wird schnell klar, dass es für die Erstanwendung des Standards und die damit einhergehende Bestimmung des Konsolidierungskreises bereits 5 vor 12 ist.

Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Standard retrospektiv anzuwenden ist und insofern Vergleichszahlen für das Jahr 2012 zu ermitteln sind (inkl. dritter Bilanzspalte).  Nicht alle Buchhaltungssystem erlauben die nachträgliche Konsolidierung von Gesellschaften, so dass in diesen Fällen schnellstmöglich Klarheit über den Konsolidierungskreis gewonnen werden muss.

Die weit größere Herausforderung ergibt sich jedoch aus der Komplexität der Regelungen des Standards selbst. Es bleibt abzuwarten, wie der rein auf Indizien basierende Konsolidierungsstandard, der aufgrund fehlender Grenzwerte insbesondere bei komplexen Strukturen, wie dies bei Immobilien- und Schiffsfinanzierungen der Fall ist, zahlreiche Ermessensentscheidungen erfordert, in der Bilanzierungspraxis letztlich angewendet wird. Derzeit schon absehbar ist jedoch, dass die Analyse derartiger Strukturen, um ein Vielfaches komplexer und damit auch zeitaufwendiger ist.   

We proudly present: Illustrative financial statements 2011 – Investment Properties

Eine aktualisierte Auflage unserer Illustrative IFRS consolidated financial statements 2011 für Immobiliengesellschaften wurde im Rahmen unserer diesjährigen Real Estate Konferenz erstmalig im Kreise von Real Estate Experten präsentiert.

Die Illustrative financial statements 2011 – Investment Properties enthalten beispielhafte Darstellungen der für Immobiliengesellschaften relevanten Angabepflichten. Wir haben in der Ausgabe 2011 alle Standards berücksichtigt, die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden sind. Aber auch einen ersten Blick in die Zukunft wagen wir mit einer kurzen Darstellung der Angabepflichten aus IFRS 9 und IFRS 13.

Darüber hinaus wurden die Darstellungen hinsichtlich des Ausweises von Mietgarantien und Derivaten mit wirtschaftlicher Sicherungsabsicht ergänzt. Verbessert wurden ebenfalls gegenüber der Version 2009 die Angabepflichten zu den Risiken.

Die Illustrative financial statements 2011 stehen Ihnen zum Download zur Verfügung:  Illustrative IFRS consolidated financial statements 2011 – Investment property (pdf, 1068kb)  

Sofern Sie an weiteren Illustratives aus der 2011er-Reihe interessiert sind, hier finden Sie die entsprechenden Links:

 

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