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IDW veröffentlicht fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Rechnungslegung von Investmentvermögen

Das IDW hat heute den Fachlicher Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Rechnungslegung von Investmentvermögen veröffentlicht. Dieser baut auf den bereits veröffentlichten allgemeinen fachlichen Hinweisen auf und beschÀftigt sich explizit mit den Jahresberichten von Sondervermögen, Investmentaktiengesellschaften und Investmentkommanditgesellschaften.

Den fachlichen Hinweis des IDW IVFA sowie alle anderen Hinweise des IDW zur Corona-Krise finden sie hier.

 

ESMA: FristverlÀngerung zur Veröffentlichung von Jahresberichten und Halbjahresberichten

Die ESMA hat am 9. April 2020 in dem Public Statement „Actions to mitigate the impact of COVID-19 on the deadlines for the publication of periodic reports by fund managers“ (ESMA34-45-896) eine FristverlĂ€ngerung fĂŒr die Veröffentlichung von Halbjahres- und Jahresberichten fĂŒr Investmentvermögen bekannt gegeben.

Die FristverlÀngerung der ESMA betrifft Jahresberichte sowohl der OGAW als auch der AIF mit einem GeschÀftsjahresende am oder nach dem 31. Dezember 2019:

  • Jahresberichte, mit einem GeschĂ€ftsjahresende am oder nach dem 31. Dezember 2019 aber vor dem 1. April 2020, erhalten eine FristverlĂ€ngerung von zwei Monaten auf die in den europĂ€ischen Verordnungen vorgesehenen Fristen;
  • Jahresberichte, mit einem GeschĂ€ftsjahresende am oder nach dem 1. April 2020 und vor dem 1. Mai 2020, erhalten eine FristverlĂ€ngerung von einem Monat;
  • Halbjahresberichte von OGAW, deren Berichtsperiode am oder nach dem 31. Januar 2020 aber vor dem 1. April 2020 endet, erhalten eine FristverlĂ€ngerung von einem Monat.

FĂŒr alle Jahresberichte mit einem GeschĂ€ftsjahresende am oder nach dem 1. Mai 2020 gelten die Fristen nach den europĂ€ischen Verordnungen unverĂ€ndert fort.

Die ESMA reagiert damit auf die BeeintrĂ€chtigungen durch die von den Mitgliedstaaten der EU verhĂ€ngten Maßnahmen zur BekĂ€mpfung der Covid-19-Pandemie durch die BeeintrĂ€chtigungen und Verzögerungen bei der Erstellung der Jahres- und Halbjahresberichte zu erwarten sind.

Die BaFin ĂŒbernimmt zwar grundsĂ€tzlich die Leitlinien und Fragen und Antworten der EBA, der ESMA und der EIOPA in ihre Verwaltungspraxis, ausgenommen sie erklĂ€rt die NichtĂŒbernahme ausdrĂŒcklich (Negativliste). Im Hinblick auf die obigen Erleichterungen hat sich die BaFin bisher jedoch noch nicht geĂ€ußert. Auch findet sich das ESMA Public Statement noch nicht auf der Covid-19-Webseite der BaFin.

WĂŒrden die Regelungen der ESMA unverĂ€ndert ĂŒbernommen, kĂ€me es zu Ungleichbehandlungen, da das deutsche KAGB ĂŒber die europĂ€ischen Verordnungen hinaus Regelungen zur Veröffentlichung trifft (z.B. fĂŒr Halbjahresberichte von AIF-Publikums-Sondervermögen). DarĂŒber hinaus sind fĂŒr Investmentaktiengesellschaften und Investmentkommanditgesellschaften auch die Offenlegungsanforderungen des HGB sowie ggf. auch die Regelungen des Wertpapierhandelsgesetzes zu beachten.

Es bleibt insofern spannend, ob und wie die BaFin die obigen Erleichterungen in die deutsche Verwaltungspraxis ĂŒbernimmt. Viel Zeit bleibt ohnehin nicht mehr, denn fĂŒr OGAW mit Stichtag 31. Dezember 2019 endet die Veröffentlichungsfrist fĂŒr den Jahresbericht am 30. April 2020, d.h. aber auch, um fristwahrend zu veröffentlichen, wĂ€ren die Jahresberichte in den nĂ€chsten Tagen bereits beim Bundesanzeiger zur Veröffentlichung einzureichen.

 

Aktualisierung vom 14.4.2020: 

Die BaFin hat bekannt gegeben, dass Sie die von der ESMA angeregten Erleichterungen auch in ihrer Verwaltungspraxis zu berĂŒcksichtigen gedenkt. Zur Information.

 

COVID-19 Impact on Real Estate – Wöchentliche PwC Expert Session – April 1, 2020

In der heutigen PwC Expert Session (via WebEx) gaben die Referenten nicht nur einen aktuellen MarktĂŒberblick, sondern gingen auch auf die Bewertung von Immobilien im Markt- und Bilanzierungskontext ein. Ferner wurde ein Update gegeben zur Umsetzung der Gesetzesinitiativen in Deutschland sowie zu den Beantragungsprozessen fĂŒr Förderungen/Darlehen/LiquiditĂ€tshilfen.

Zur PrÀsentation: PwC_Real Estate_COVID19_WebEx_01.04.2020

Sind Sie besonders am Thema Bewertung interessiert, dann könnten Sie folgende Informationen auch noch interessieren

Die PrÀsentation zur PwC Expert Session vom 25. MÀrz 2020 erhalten Sie hier.

Allen Teilnehmern an der heutigen Veranstaltung ein herzliches Dankeschön. Auch möchten wir uns fĂŒr die vielen vorab eingereichten Fragen herzlich bedanken. Die nĂ€chste PwC Expert Session ist fĂŒr den 8. April 2020 terminiert. Wir freuen uns schon auf eine wieder rege Teilnahme.

To view the presentation in English: PwC_RE_COVID19_WebEx_English_01.04.2020

Covid-19 – IFRS Accounting Implications – Things to consider in Real Estate and Alternatives

The COVID-19 outbreak has developed rapidly in 2020, with a significant number of infections. Measures taken to contain the virus have affected economic activity, which in turn has implications for financial reporting of real estate funds, alternative investment funds and asset managers.

The implications are broad and may include the accounting for non-financial assets, financial instruments, lease agreements, revenue recognition and last but not least the going concern premises.

The following publications – written with a general background – may help to assess the impact also for real estate and alternative funds and managers:

 

 

Even though the publication „In the Spotlight – A banking industry focus on IFRS 9 expected credit losses“ has been written with the banking industry in view, the issues raised nevertheless may also be applicable to real estate or alternative investment funds:

COVID 19 Top 5 IFRS Accounting Issues for Banks

 

To stay informed: What’s coming up – Breaking issues (including COVID-19)

Veröffentlichungshinweis: Investmentvermögen registrierungspflichtiger Kapitalverwaltungsgesellschaften

In Heft 11 der WPg (Erscheinungsdatum 1.6.2019) ist der erste Teil des Artikels „Investmentvermögen registrierungspflichtiger Kapitalverwaltungsgesellschaften“ erschienen. Teil I des Beitrags beschĂ€ftigt sich mit den „Zweifelsfragen der Rechnungslegung, Bewertung und PrĂŒfung bei Registrierung nach § 2 Abs. 5 KAGB“ (ab S. 622). In einem Folgebeitrag, der voraussichtlich in Heft 12 der WPg erscheinen wird, liegt der Schwerpunkt dann auf den „Zweifelsfragen der Rechnungslegung, Bewertung und PrĂŒfung bei Anwendung der Ausnahmevorschriften des § 2 Abs. 4 KAGB“.

Die Ausnahmeregelungen des KAGB sollen kleine Kapitalverwaltungsgesellschaften von der vollstĂ€ndigen Anwendung investmentrechtlicher Rechnungslegungs-, Bewertungs- und PrĂŒfungsvorschriften – soweit dies unter BerĂŒcksichtigung der europarechtlichen Regelungen möglich ist – befreien. Aufgrund der hierbei jedoch zur Anwendung kommenden komplexen Verweisregelungen ergeben sich jedoch unterschiedliche AnwendungsumfĂ€nge des KAGB. Die grundsĂ€tzliche Ausnahme wird insbesondere im Hinblick auf die investmentrechtliche Rechnungslegung und Bewertung durch verschiedene Einzelregelungen durchbrochen, so dass es auch bei bestehender Registrierungspflicht zur Anwendung investmentrechtlicher Rechnungslegung kommt. Beispielhaft seien an dieser Stelle genannt:

  • Publikums-Investmentvermögen einer nach § 2 Abs. 5 KAGB registrierten KVG;
  • Spezial-Investmentvermögen einer nach § 2 Abs. 4 KAGB registrierten KVG, sofern fĂŒr Rechnung des Investmentvermögens Gelddarlehen begeben werden (thematisch in Teil II des Beitrags behandelt);
  • Spezial-Investmentvermögen einer nach § 2 Abs. 4 KAGB registrierten KVG, sofern diese als Investmentkommanditgesellschaft oder Investmentaktiengesellschaft firmiert (thematisch in Teil II des Beitrags behandelt).

Der Beitrag diskutiert in Teil I darĂŒber hinaus auch Zweifelsfragen bei der Berechnung der Schwellenwerte und die Folge der Überschreitung der Schwellenwerte im GeschĂ€ftsjahr.

Aus urheberrechtlichen GrĂŒnden können wir Ihnen den Betrag an dieser Stelle leider nicht zur VerfĂŒgung stellen.

Zu WPg online geht es hier.

 

Ein frĂŒherer Beitrag dieses Blogs zum Thema findet sich hier.

 

BaFin veröffentlicht Auslegungsentscheidung zur Erwerbarkeit von AIF als Immobilien-Gesellschaft

Am 9. April 2018 hat die BaFin ihre Auslegungsentscheidung zur Erwerbbarkeit eines Alternativen Investmentfonds (AIF) fĂŒr Immobilien-Sondervermögen veröffentlicht (WA 42-QB 4100-2016/005).

Hintergrund der Auslegungsentscheidung ist die Frage, ob ein Immobilien-AIF (z.B. eine geschlossene InvKG mit Investments ausschließlich in Immobilien) als Beteiligung an einer Immobilien-Gesellschaft gewertet werden kann und insofern auch fĂŒr ein Immobilien-Sondervermögen erwerbbar ist. Die Frage stellt sich insofern, da die Liste der erwerbbaren VermögensgegenstĂ€nde nach §§ 231 ff. KAGB Investmentanteile nicht direkt benennt. Dies gilt analog auch fĂŒr die offenen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen nach § 284 KAGB.

In ihrem Auslegungsschreiben vertritt die BaFin folgende Rechtsauffassung (high level Zusammenfassung):

  • Der Begriff der Immobilien-Gesellschaft, wie dieser in § 1 Abs. 19 Nr. 22 KAGB definiert wird, schließt nicht aus, dass es sich bei einer Immobilien-Gesellschaft nicht gleichzeitig auch um einen AIF handeln kann.
  • Der Erwerb ist nur dann zulĂ€ssig, wenn es sich bei dem AIF um einen AIF in Gesellschaftsform handelt (z.B. InvKG oder InvAG; nicht aber Sondervermögen) und wenn die (Mehrheits-)Beteiligung an dem AIF mitgliedschaftliche Rechte einrĂ€umt (bestimmte Vermögens- und Verwaltungsrechte, die die BaFin im Auslegungsschreiben weiter detailliert).
  • DarĂŒber hinaus mĂŒssen die ĂŒbrigen Erwerbsvoraussetzungen des KAGB fĂŒr Immobilien-Gesellschaften beachtete werden.
Liegt insbesondere die Voraussetzung einer satzungsĂ€ndernden Stimm- und Kapitalmehrheit im Sinne des Auslegungsschreibens nicht vor, ist ein Erwerb des Immobilien-AIF allenfalls unter der Anlagegrenze fĂŒr Minderheitsbeteiligungen möglich.
Der Erwerb ist jedoch nur dann zulĂ€ssig, wenn dieser mit den ĂŒbrigen einschlĂ€gigen Vorschriften des KAGB im Einklang steht. Hier weist die BaFin ausdrĂŒcklich darauf hin, dass der Erwerb im besten Interesse der Anleger erfolgen muss, die Kapitalverwaltungsgesellschaft sicherstellen muss, dass der Erwerb mit dem LiquiditĂ€tsprofil und den RĂŒcknahmegrundsĂ€tzen des Fonds im Einklang steht.

Die BaFin weist ausdrĂŒcklich darauf hin, dass die in dem Auslegungsschreiben aufgestellten GrundsĂ€tze nicht abschließend oder vollstĂ€ndig sind und dass weitere Konkretisierungen und Anpassungen bzw. Änderungen der GrundsĂ€tze vorbehalten bleiben. Keine BerĂŒcksichtigung fanden Fragen der versicherungsaufsichtsrechtlichen ZulĂ€ssigkeit (Anlageverordnung) eines solchen Erwerbs.

Die Auslegung der BaFin gilt dabei nicht nur fĂŒr inlĂ€ndische Investmentvermögen, sondern auch fĂŒr auslĂ€ndische Investmentvermögen – unabhĂ€ngig davon, ob diese nach dem Recht des Heimatstaates offen oder geschlossen bzw. reguliert oder nicht reguliert sind. Klargestellt wird durch die BaFin auch, dass die Qualifikation des AIF als Immobilien-Gesellschaft nicht dazu fĂŒhrt, dass der inlĂ€ndische AIF kein AIF mehr ist und insofern keiner Erlaubnis oder Vertriebsanzeige mehr bedĂŒrfen wĂŒrde.

Leider nicht geklĂ€rt wird die Frage, ob Mehrheitsbeteiligungen an inlĂ€ndischen AIF ĂŒberhaupt in der dargestellten Form möglich sind, oder ob nicht die Regelungen des KAGB und die Rechte und Pflichten der KVG diesen Regelungen widersprechen. Ebenfalls nicht geklĂ€rt wird die Frage, wann eine Immobilien-Gesellschaft, die bisher als Immobilien-Gesellschaft angesehen wurde, in Wahrheit nicht doch ein AIF ist. Hier gibt es in der Praxis immer wieder interessante Fallkonstellationen, bei denen der Übergang von der Objektgesellschaft zum AIF fließend ist.

BaFin konsultiert Auslegungsschreiben zu extern verwalteten AIF-Investmentgesellschaften

Die BaFin hat ihren Entwurf eines Auslegungsschreibens zur Konsultation gestellt. In dem Auslegungsschreiben werden die Aufgaben der externen Kapitalverwaltungsgesellschaft diskutiert. Die BaFin geht dabei von der Grundannahme aus, dass sich fĂŒr die externe Kapitalverwaltungsgesellschaft einer Investmentgesellschaft nichts anderes ergeben darf wie fĂŒr die Kapitalverwaltungsgesellschaft eines Sondervermögens. UnberĂŒcksichtigt bleibt dabei, dass es sich bei einer Investmentgesellschaft um eine Rechtsform mit eigener Rechtspersönlichkeit handelt, die ĂŒber gesetzliche Vertreter verfĂŒgt, die gesellschaftsrechtlichen Rechten und Pflichten (einschließlich Haftungsregelungen) unterliegen.

Die Branche der geschlossenen Investmentfondsanbieter tut gut daran, sich mit dem Inhalt des Schreibens grĂŒndlich auseinander zu setzen und die eigene EinschĂ€tzung zu den Regelungen der BaFin mitzuteilen. Noch ist Zeit, denn die BaFin hat die Konsultationsfrist bis zum 3. MĂ€rz 2017 verlĂ€ngert.

 

FinTech auch ein Thema im Asset und Wealth Management

FinTech, die Digitalisierung der Finanzdienstleistungsbranche, ist auch in der Asset und Wealth Management Industrie angekommen. Die von Anbietern offerierten digitalen Angebote reichen aber noch lange nicht aus, um die Anforderungen der Kunden zu befriedigen. Ein Alarmsignal sicher das Ergebnis zur Frage: „WĂŒrden sie ihren derzeitigen Private-Banking-Anbieter weiterempfehlen?“ Nur 39 Prozent der Kunden mit einem Vermögen ĂŒber EUR 1 Mio können diese Frage mit ja beantworten. Noch niedriger der Wert fĂŒr Kunden, die ĂŒber ein Vermögen von ĂŒber EUR 10 Mio verfĂŒgen (23%). Dies nur eines der Ergebnisse der Strategy&-Studie: „Sink or swim: Why wealth Management can’t afford to miss the digital wave„. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auch hier.

Ein bereits einsetzender Trend ist der Triumphzug börsengehandelter Indexfonds (ETFs). Befeuert von dem neuen Investmenttrend „Robo-Advisory“ wird erwartet, dass sich der ETF Markt in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren abermals verdoppelt. dies zeigt eine Studie von PwC: ETF-Markt in Europa könnte sich bis 2021 verdreifachen (zur Publikation: ETFs: A Roadmap to Growth).

Einen Einblick in die Herausforderungen fĂŒr die Private Equity Industrie erhalten Sie hier: Private equity and digitization – A hidden equity story

Auf die sich verÀndernden Umfeldbedingungen muss auch die Asset und Wealth Management Industrie regaieren: Redefining business success in a changing world (zur Publikation)

 

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IDW veröffentlicht erweiterte FAQ-Liste zur Rechnungslegung von Investmentvermögen

Der IDW Investmentfachausschuss (IVFA) hat am 2. Februar 2016 weitere Fragen zur Rechnungslegung von Investmentvermögen verabschiedet. Die FAQ-Liste, die vom IDW AK OIV erarbeitet wird, enthĂ€lt Fragen aus den Bereichen Rechnungslegung, Bewertung und PrĂŒfung von Investmentvermögen. Weitere ErgĂ€nzungen werden folgen.

Die aktualisierte Liste wurde inzwischen auch auf der Webseite des IDW (www.idw.de) im Mitgliederbereich veröffentlicht. Aus urheberrechtlichen GrĂŒnden können wir die Liste an dieser Stelle leider nicht zur VerfĂŒgung stellen.

Neues KAGB bringt Änderungen fĂŒr bisher nach § 2 Abs. 4 KAGB registrierte AIF

Alternative Investment Funds, die als Spezial-AIF lediglichÂ ĂŒber eine Registrierung nach § 2 Abs. 4 KAGB verfĂŒgen und die nicht als Investmentkommanditgesellschaft oder Investmentaktiengesellschaft firmieren, waren bislang von der Rechnungslegungspflicht nach KAGB ausgenommen (siehe hierzu auch Rechnungslegung registrierungspflichtiger Kapitalverwaltungsgesellschaften). DarĂŒber hinaus waren nur wenige aufsichtsrechtliche Anforderungen fĂŒr diese Spezial-AIF einschlĂ€gig.

Nach der nun erfolgten Änderung des KAGB durch das OGAW-Umsetzungsgesetz, welches am 28. Januar 2016 vom Bundestag beschlossen wurde und ohne weitere Änderungen am 18. MĂ€rz 2016 in Kraft treten soll, könnte sich auch die Welt der lediglich registrierten Spezial-AIF Ă€ndern.

Rechnungslegung nach investmentrechtlichen Regelungen

In dem neu eingefĂŒgten § 48a KAGB wird fĂŒr Spezial-AIF, die Darlehen nach § 285 Abs. 2 KAGB vergeben, nicht nur eine PrĂŒfungspflicht eingefĂŒhrt (§ 48a KAGB i.V.m. § 47 KAGB), sondern auch bestimmt, dass diese einen Jahresbericht und Lagebericht unter entsprechender Anwendung der investmentrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften erstellen (§§ 45 Abs. 2, 46 KAGB i.V.m. § 135 KAGB).

Darlehen i.S.d. § 285 Abs. 2 KAGB sind Gelddarlehen, die nicht an Verbraucher i.S.d. § 13 BGB, sondern an Unternehmen vergeben werden, an denen der AIF nicht beteiligt sein muss. § 285 Abs. 2 KAGB schrĂ€nkt die Vergabe von derartigen Gelddarlehen durch Vorgabe von Anlagegrenzen weiter ein (20% Darlehensnehmergrenze, 30% Grenze fĂŒr einen Leverage).

Eine kleine Unsicherheit bleibt bezĂŒglich der Frage, welche Spezial-AIF tatsĂ€chlich von der Rechnungslegungspflicht nach KAGB betroffen sein werden, denn § 48a KAGB enthĂ€lt, wie schon § 45 Abs. 1 KAGB, eine etwas unklare Formulierung. Folgt man dem Wortlaut des Gesetzes, könnte der Eindruck entstehen, dass AIF, die bereits nach dem HGB zur Offenlegung eines Jahresabschlusses verpflichtet sind, von den Regelungen des § 48a KAGB nicht betroffen sind (§ 48a Abs. 1 S. 1 KAGB). Da nahezu alle Spezial-AIF mit Registrierungen nach § 2 Abs. 4 KAGB in der Rechtsform der GmbH, AG oder GmbH & Co KG aufgelegt wurden, und damit den Offenlegungsanforderungen des § 325 HGB unterliegen, wĂŒrde einer derartig enge Auslegung dazu fĂŒhren, dass die Regelung des § 48a KAGB ins Leere lĂ€uft.

Andererseits könnte die Regelung auch so interpretiert werden, dass in Satz 1 lediglich die Aufstellungspflicht fĂŒr einen Jahresabschluss fĂŒr diese AIF (bisher nicht zur Offenlegung verpflichtete AIF) geregelt wird und die Bestimmung des Inhaltes des Jahresberichtes in § 48a Abs. 1 Satz 2 KAGB fĂŒr alle aufzustellenden JahresabschlĂŒsse – unabhĂ€ngig von einer handelsrechtlichen oder investmentrechtlichen Aufstellungspflicht – gilt. Folgt man dieser letztgenannten Auslegung, wĂ€ren alle Gelddarlehen i.S.d. § 285 Abs. 2 KAGB vergebenden AIF – unabhĂ€ngig von ihrer Rechtsform – von der Regelung des § 48a KAGB betroffen.

Keine PrĂŒfungs- und Rechnungslegungspflicht besteht jedoch weiterhin fĂŒr solche Spezial-AIF mit Registrierung nach § 2 Abs. 4 KAGB, die Gelddarlehen lediglich an Unternehmen vergeben, mit denen ein BeteiligungsverhĂ€ltnis besteht und die die Anforderungen des § 285 Abs. 3 KAGB bezĂŒglich der Vergabe von Gesellschafterdarlehen beachten (Gesellschafterdarlehensprivileg). Werden die Gesellschafterdarlehen – z.B. wegen Nichteinhaltung der BeschrĂ€nkungen des § 285 Abs. 3 KAGB unter den Regelungen des § 285 Abs. 2 KAGB vergeben, gilt auch fĂŒr Unternehmen, die lediglich Gesellschafterdarlehen vergeben, die zuvor dargestellte PrĂŒfungspflicht.

Aufsichtsrechtliche Anforderungen steigen

Vergibt ein AIF Gelddarlehen nach § 285 Abs. 2 KAGB, ist die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft verpflichtet bestimmte Verhaltensregeln und Organisationsanforderungen zu erfĂŒllen. Hierzu zĂ€hlen u.a. die Allgemeinen Verhaltensregeln (§ 26 Abs. 1, 2 und 7 KAGB), die Regelungen zu Interessenskonflikten (§ 27 Abs. 1, 2 und 5 KAGB), die Regelungen zum Risikomanagement (§ 29 Abs. 1, 2 und 5 KAGB) sowie die Regelungen zu LiquiditĂ€tsmanagement (§ 30 Abs. 1 – 4 KAGB). DarĂŒber hinaus wird eine angemessene Aufbau- und Ablauforganisation gefordert, die insbesondere Prozesse fĂŒr die Kreditbearbeitung, die Kreditbearbeitungskontrolle und die Behandlung von Problemkrediten vorsieht (§ 29 Abs. 5a KAGB).

Übergangsregelungen

Eine Übergangsregelung zur erstmaligen Anwendung der Rechnungslegungs- und Organisationsanforderungen sowie der PrĂŒfungspflicht findet sich im KAGB nicht. In einer Fußnote zu § 353 Abs. 4 KAGB wird darauf hingewiesen, dass es keiner Übergangsvorschrift fĂŒr die Regelungen in Bezug auf Gelddarlehen i.S.d. § 285 Abs. 2 KAGB bedarf, da die BaFin bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes – zeitgleich mit der Änderung ihrer Verwaltungspraxis zu Kreditfonds – Empfehlungen herausgegeben hat, die sich u.a. auch auf die Darlehensvergabe fĂŒr Rechnung der geschlossenen Spezial-AIF bezogen.

Diese Empfehlungen verbieten zwar auch die Gelddarlehensvergabe an Verbraucher i.S.d. § 13 BGB und enthalten Hinweise auf die Notwendigkeit der Begrenzung des Leverage. DarĂŒber hinaus wird auf das Erfordernis einer angemessene Organisation und eines angemessenen Risiko- und LiquiditĂ€tsmanagements sowie Interessenskonflikmanagements hingewiesen. Keine Regelung findet sich jedoch zu den Rechnungslegungs- und PrĂŒfungsvorschriften.

Hieraus folgt, dass nicht nur die aufsichtsrechtlichen Regelungen, die in dem nun gĂŒltigen gesetzlichen Rahmen ĂŒber den Umfang der Empfehlungen hinausgehen dĂŒrften, sondern auch die Rechnungslegungs- und PrĂŒfungsvorschriften nach Inkrafttreten des KAGB am 18. MĂ€rz 2016 unmittelbar gelten.

 

Was sie ĂŒber den Unterschied zwischen Erlaubnispflicht und Registrierungspflicht wissen sollten:

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