Basel III auf der Zielgeraden – Die finalen Quoten und Termine

Nun sind die Bedingungen bekannt, denen sich die  Institute zukünftig stellen müssen: am 12.09.2010 hat der Gouverneursrat des Baseler Bankenausschusses seine Entscheidungen zu den Reformen des Finanzmarktes bekannt gegeben (Higher global minimum capital  standards announced by the Group of Governors. and Heads of Supervision).

Was kommt auf die Institute zu ?

Erhöhung der Mindestquoten für hartes Kernkapital (gezeichnetes Kapital und Rücklagen)   und das sog. Tier 1 Capital

Es wird einen deutliche Erhöhung der Ausstattung mit hartem Kernkapital verlangt. Von derzeit 2% wird das harte Kernkapital schrittweise angehoben. Zum 01.01.2015 soll dann die Zielgröße von 4,5% für das harte Kernkapital erreicht werden.

Die Anforderung an die Tier 1 Capital Quote erhöht sich von derzeit 4 % auf final 6 % Anfang 2015. In dieser Quote dürfen auch andere qualifizierte Finanzinstrumente berücksichtigt werden, wenn diese die strengen Baseler Anforderungen erfüllen.  

Einführung eines Capital Conservation Buffer über die nächsten Jahre

Wie geplant ist der Capital Conservation Buffer zur festen Größe geworden. Er soll in Zukunft dazu dienen, den Instituten einen Sicherheitspuffer zu verschaffen, um Verluste in wirtschaftlichen bzw. finanziellen Krisenzeiten aufzufangen. Der Capital Conservation Buffer wird auf 2,5% kalibriert. Gebildet wird der Capital Conservation Buffer ebenfalls aus hartem Kernkapital (gezeichnetes Kapital und Rücklagen), so dass sich zusammen mit der Erhöhung der Mindestquoten (4,5%) eine Mindestquote für das harte Kernkapital von 7% ergibt. Diese muss bis 2019 erreicht werden.

Regulatory Adjustments

Die Einführung der Regulatory Adjustments (Abzüge und besondere Anrechnungsgrenzen, wie zum Beispiel Limits für bestimmte Beteiligungen, mortgage servicing rights ect.) wird gestaffelt ab dem 01. Januar 2014 (40%) bis zum 01. Januar 2018 (100%) erfolgen.

Übergangsfristen

Für Instrumente, die nicht länger die Anforderungen an Kernkapital/Ergänzungskapital erfüllen, beginnt ab 2013 eine Übergangsfrist. Dabei wird die Anrechnung der Instrumente schrittweise zurückgefahren und  jedes Jahr um 10% des Nominalwerts gekappt (d.h. in 2013 sind diese Instrumente nur noch zu 90% anrechnungsfähig, nach 10 Jahren gar nicht mehr). Von dieser Regelung werden in Deutschland insbesondere die stillen Einlagen betroffen sein. Diese Anforderungen stehen im Gegensatz zu den gerade in Umsetzung befindlichen CRD II Regelungen, bei denen für stille Einlagen zumindest eine Vollanerkennung bis 2020 zulässig ist.

Countercyclical Capital Buffer

Etwas aufatmen können die Institute im Hinblick auf den ursprünglich geplanten antizyklischen bzw. zeitvariablen Kapitalpuffer. Dieser zusätzliche Sicherheitspuffer aus Kernkapital bzw. anderem voll  Verlust absorbierendem Kapital mit einer Quote von bis zu 2,5% wird nur entsprechend nationalen Gegebenheiten im tatsächlichen Krisenfall eingeführt. Nur soweit sich Risiken national herausbilden, wird dieser zusätzliche Puffer eingeführt.

Leverage Ratio 

Keine große Überraschung erwartet die Institute bei der Kalibrierung der Leverage Ratio.. An der bisherigen Richtgröße von 3% wird festgehalten, und wie geplant wird diese Grenze als Beobachtungsgröße im Rahmen eines Parallellaufs überwacht. Weitere Einzelheiten wird man nach der Testphase bzw. Anfang 2017 festlegen und ab 2018 soll diese Leverage Ratio dann endgültig im Regelwerk verankert werden.

 

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