EBA veröffentlicht Ergebnisse des 2018er Bankenstresstests

Am 2. November hat die European Banking Authority (EBA) die Ergebnisse des 2018er Bankenstresstests veröffentlicht (2018 EU-wide stress test results). Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Kapitalquoten der betrachteten Banken als Folge eines schweren makroökonomischen Stressszenarios. Der 2018er Stresstest der EBA umfasst 48 Banken aus 15 EU-Ländern und deckt damit ca. 70% der gesamten Vermögenswerte des EU Bankensektors ab. Die Ergebnisse des Stresstest sind auch ein wichtiger Input für den aufsichtlichen Überwachungsprozess des EZB.

Zentrale Ergebnisse auf einen Blick

Das adverse Szenario des Stresstests führt zu einer Reduktion der harten Kernkapitalquoten (ohne Berücksichtigung von Übergangsregelungen) um fast 4 Prozentpunkte. Hiervon werden 20bp durch die erstmalige Berücksichtigung von IFRS 9 im Startzeitpunkt des Stresstest verursacht. Dies entspricht einem Rückgang des harten Kernkapitals um 226 Mrd. EUR und einem Anstieg der risikogewichteten Aktiva um 1.049 Mrd. EUR. Das weniger schwer ausgeprägte baseline-Szenario führt hingegen zu einem Anstieg der harten Kernkapitalquote um 1,1 Prozentpunkte.

Die Ergebnisse unterscheiden sich stark von Bank zu Bank und liegen im adversen Szenario zwischen -770 Basispunkten und – 30 Basispunkten. Mehr als ein Viertel der betrachteten Banken zeigen einen Rückgang der harten Kernkapitalquote von mehr als 5 Prozentpunkten.

Die Auswirkungen auf die Leverage Ratio sind weniger auffällig. Diese sinkt im adversen Szenario von 5,4% auf 4,4%. Drei Banken zeigen in 2020 eine Leverage Ratio unter der künftigen Mindestanforderung von 3%.

Merkmale des 2018er Stresstest

Der 2018er Stresstest hat die teilnehmenden 48 Banken einem schweren makroökonomischen Stressszenario unterworfen. Während das Szenario und die anzuwendenden Methoden durch die Aufsichtsbehörden vorgegeben wurden, erfolgte die Berechnung der Ergebnisse durch die Banken. Hierbei waren sie einer umfassenden Qualitätssicherung durch die EBA, EZB und nationalen Aufsichtsbehörden unterworfen.

Im Rahmen des Stresstest mussten die Banken ihre Eigenmittel, risikogewichteten Aktiva und Kapitalquoten unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Stressszenarios auf die Kredit-, Marktpreis- und operationellen Risiken neu berechnen. Zudem wurden Auswirkungen auf die Profitabilität der Banken ermittelt.

Erstmals wurden in 2018 im Stresstest auch die Auswirkungen der neuen Bilanzierungsvorschrift IFRS 9 berücksichtigt.

PwC hat in 2018 zahlreiche Banken in Europa in allen Phasen des EBA Stresstest begleitet und unterstützt. Für weitere Informationen rund um unsere Beratungsleistungen zum Thema Stresstest, sprechen Sie uns gerne an.

Stefan Röth

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