Finaler ITS-Entwurf für die Reporting- und Offenlegungsanforderungen nach CRR II

Am 24. Juni 2020 hat die European Banking Authority (EBA) die finalen Entwürfe zum aufsichtsrechtlichen Meldewesen (EBA/ITS/2020/05) und zur Offenlegung (EBA/ITS/2020/04) nach CRR II veröffentlicht. Über den Inhalt der Konsultationspapiere haben wir bereits in unserem Regulatory Blog ausführlich berichtet (siehe Reporting nach CRR II und Offenlegung nach CRR II). Als Ergebnis des Konsultationsprozesses wurden teilweise detailliertere Informationen zu den Inhalten der Reporting- und Offenlegungstemplates ergänzt sowie ein paar Änderungen an den Templates selbst vorgenommen. Die wichtigsten Anpassungen haben wir für Sie hier zusammengestellt:

Reporting:

  • Das FINREP-Template in Bezug auf den NPE-Backstop (F 39.00) wurde aus dem ITS herausgenommen, da die Granularität der erforderlichen Informationen erhebliche Änderungen an den aktuellen IT-Systemen der Banken mit sich geführt hätte. Hierbei stand der Mehrwert, den man sich durch die zur Verfügung gestellten Informationen erhoffte, nicht in einem angemessenen Verhältnis zu den sich hieraus ergebenden Kosten.
  • An den Templates für das Kreditrisiko im KSA und im IRBA wurden teilweise Änderungen vorgenommen. So sind zum Beispiel die Spalten, die sich auf den „Margin of conservatism“ nach Art. 179 und 180 CRR beziehen, aus den IRBA Templates (C 08.05 und C 08.05b) entfernt worden. Im KSA Template (C 07.00) wurden u.a. die neu eingefügten Zeilen für abzugsfähige Posten aufgrund deren Komplexität wieder entfernt.
  • Das Leverage Ratio Template (C 40.00) für die Meldung der Verschuldungsquote wurde erweitert, sodass nun die Anforderungen aus dem Art. 429a Abs. 1d) CRR im Hinblick auf Förderdarlehen detaillierter darzustellen sind.
  • In dem initialen Konsultationspapier gab es einige Unsicherheiten über die Frequenz der COREP-Reportingtemplates in Bezug auf das Gegenparteiausfallrisiko und dem IRBA sowie den zugehörigen Offenlegungstemplates nach Säule III. Zur Klarstellung dieser Sachverhalte erfolgte die Integration des Art. 8 CRR in den finalen ITS-Entwurf.

Offenlegung:

  • Die größten Änderungen in den Offenlegungstemplates betrifft unter anderem das Template Änderungen im Bestand notleidender Darlehen und Kredite (EU CR2). Dieses wird jetzt in zwei Templates aufgeteilt. Während das eine Template die geforderten Mindestinformationen enthält und künftig durch jedes Institut offenzulegen ist, enthält das andere Template zusätzliche Informationen zur Kreditqualität und ist nur von Instituten mit einer NPL-Ratio von mindestens 5% offenzulegen.
  • Der Umfang des Offenlegungstemplates für die Angaben zur Vergütung (REM 5) wurde bzgl. der Informationen zur Vergütung von Mitarbeitern, deren berufliche Tätigkeit einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil des Instituts hat, angepasst und gilt nun nur noch für identifizierte Risk Taker.
  • Weitere kleinere Anpassungen wurden an den Templates EU OV1 (zusätzliche Zeile für Positionen mit 250% Risikogewicht), EU KM1 (zusätzliche Zeilen für LCR Zuflüsse und Abflüsse) sowie EU PV1 (überflüssige Zeilen gestrichen) vorgenommen.

Neben den vorgenommenen Änderungen betont die EBA außerdem, dass die Banken die Ergebnisse aus der letzten Assessment of Institutions‘ Pillar III practices beachten sollen. Insbesondere soll die Offenlegung aussagekräftige qualitative Erläuterungen zu den quantitativen Daten enthalten und unterjährige Offenlegungsberichte im Vergleich zu den Jahresendberichten nicht zu stark vereinfacht werden.

Die wichtigste Erkenntnis aus der genannten Analyse der EBA und auch der durch PwC durchgeführten Analyse im Hinblick auf die EBA/GL/2016/11 ist allerdings das Erfordernis der Datenkonsistenz in der Offenlegung. Nach Art. 431 CRR müssen die offengelegten Angaben einer internen Überprüfung unterzogen werden, um deren Richtigkeit und Konsistenz sicherzustellen.  Außerdem besteht die Notwendigkeit, die quantitativen Daten innerhalb der Offenlegungstemplates und übergreifend zwischen den Offenlegungstemplates abzugleichen, um die Konsistenz der Daten zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund stellt die EBA Mapping-Tabellen zur Verfügung, mithilfe derer die Integrität zwischen dem Meldewesen und der Offenlegung sichergestellt wird. Die Institute müssen nun einen Prozess anstreben, der gleichzeitig notwendige Daten für die Reporting- als auch für die Offenlegungsanforderungen zur Verfügung stellt. Hierbei stellt die Finalisierung des ITS zum Reporting und zur Offenlegung einen geeigneten Zeitpunkt für die Institute dar, bestehende Prozesse zu überprüfen und eine optimale Lösung für das Reporting und die Offenlegung sicherzustellen.

Die wichtigsten Anpassungen auf einen Blick (zum Vergrößern bitte anklicken):

Gerne stehen wir Ihnen mit unserer Erfahrung aus diversen Umsetzungsprojekten zu den EBA Leitlinien im Rahmen einer institutsindividuellen Gap- Analyse zur Verfügung. Neben der fachlichen Unterstützung bieten wir zudem Validierungstools als effiziente Lösung für eine Abstimmbarkeit zwischen unterschiedlichen Datenquellen an.

Bei Fragen rund um die Auswirkungen der neuen CRR II Reporting- und Offenlegungsanforderungen sowie zu deren Umsetzung kommen Sie gerne auf uns zu. Wir unterstützen Sie bei der Analyse sowie der Implementierung der erforderlichen Anpassungen und stehen Ihnen bei sämtlichen Fragestellungen zum Thema Aufsichtsrecht zur Seite.

Carolien Lehnen

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carolien.lehnen@pwc.com

 

 

Natasa Grabez

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Stefan Röth

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