Frohe Weihnachten und alles Gute für 2018 !

Die europäischen Finanzaufsichtsbehörden (EBA, ESMA und EIOPA) haben in 2017 in großem Umfang Standards und Leitlinien zur weiteren Harmonisierung der Regulierung für die Finanzbranche auf den Weg gebracht. Ein wesentlicher Teil der Veröffentlichungen entfällt zwar auf die Schließung von Regelungs- und Auslegungslücken nach der MiFID/MiFIR. Aber auch bei den Kapitalanforderungen, den Governance Themen, der Sanierung und Abwicklung sowie bei den Regelungen zu den Zahlungsdienstleistungen haben die Institute mit weiteren regulatorischen Anforderungen umzugehen. Auf absehbare Zeit ist nicht damit zu rechnen, dass diese Aktivitäten merklich nachlassen werden. Die vorliegenden Reformvorschläge für die Befugnisse und den Regelungsrahmen der drei europäischen Finanzaufsichtsbehörden lassen sogar eher darauf schließen, dass deren Wirkungsbereiche erweitert werden sollen.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei der EZB Aufsicht zu beobachten. Um eine einheitliche Aufsichtspraxis in der Bankenunion für direkt und indirekt beaufsichtigte Institute sicherzustellen, veröffentlicht die EZB u.a. Leitfäden, die eine „Best Practice“ Erwartungshaltung beinhalten. Die Aufseher gehen davon aus, dass die Institute den dort niedergelegten Vorgaben nachkommen.

Wenn man nun erwartet, dass dann zumindest an der nationalen Regelungsfront Ruhe einkehrt, sieht man sich getäuscht. Institutsvergütungsverordnung, MaRisk, bankaufsichtliche Anforderungen an die IT sowie diverse Regelungen rund um den Verbraucherschutz sind im Jahr 2017 auf den Weg gebracht worden. Das wird auch in 2018 nicht anders sein, wenn es darum geht, die europäischen Neuerungen (CRD V, CRR, EBA Leitlinien etc.) national umzusetzen.

Schließlich hat sich noch der Baseler Ausschuß geeinigt und sein lange erwartetes Reformpaket zu Basel III/IV abgeschlossen. Die Eckpunkte beinhalten unter anderem die endgültige Festlegung des Capital Floors, die Überarbeitung der Risikogewichte im Kreditrisiko-Standardansatz, Änderungen im IRB-Ansatz und Anpassungen im Standardansatz für operationelle Risiken. Hier wird eine gründliche Analyse erforderlich sein, um die Auswirkungen auf das eigene Portfolio und das individuelle Geschäftsmodell abschätzen zu können.

Die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen verfolgen wir weiter mit unserem Regulatory Blog, denn

Wer Einblick hat, kann verstehen. Wer Durchblick hat, kann entscheiden. Wer Weitblick hat, weiß die Dinge zu lenken

(Peter Amendt)

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und werde Sie auch im kommenden Jahr wie gewohnt in unserem Regulatory Blog informieren.

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