Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 3: Reporting und der Offenlegung von MREL & TLAC

Mit der Veröffentlichung der CRR II und der BRRD II, die noch in die nationale Gesetzgebung überführt werden müssen, wurden Anpassungen an den Mindestanforderungen an die Eigenmittel und die berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten (MREL) vorgenommen. Gleichzeitig wurde damit auch der TLAC-Standard, der durch global systemrelevante Institute (G-SII) zu erfüllen ist, in der EU umgesetzt. Weiteren Details dazu finden Sie auch in unserem Blog Beitrag: „Das neue Banking Package (Teil 3): Wie Yin und Yang – das Zusammenspiel von MREL und TLAC“ vom 28. Februar 2019.

Mit der geänderten Gesetzgebung werden neben den aufsichtsrechtlichen Reporting-Pflichten auch die Offenlegungspflichten der Säule III angepasst. Basierend darauf hat die EBA am 22. November 2019 einen Entwurf zu den technischen Durchführungsstandards (ITS) veröffentlicht und zur Konsultation gestellt (Consultation paper on ITS on disclosure and reporting of MREL and TLAC).  Nachdem wir uns in Teil 1 unserer Reihe rund um die Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting den Meldeanforderungen nach CRR II gewidmet haben und in Teil 2 die geplanten Änderungen des Supervisory Reporting mit der Konkretisierung der Anforderungen im Bereich Marktrisiko untersucht haben, befasst sich nun Teil 3 unserer Beitragsreihe mit den Meldeanforderungen zu MREL und TLAC.

Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen in den Reporting- und Offenlegungs-Templates

Auf Basis der aufsichtsrechtlichen Anforderungen nach CRR II und BRRD II sieht das aktuelle Konsultationspapier vor, die MREL & TLAC-Informationen in einem gemeinsamen ITS zu implementieren. Dies liegt darin begründet, dass sich sowohl MREL als auch TLAC auf die gleichen Informationen von Eigenmitteln und die weitestgehend gleichen berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten beziehen. Dabei hat die EBA außerdem berücksichtigt, dass für MREL und TLAC die Reporting- und Offenlegungstemplates konsistent sind. Auch soll es keine Verpflichtung zur Erstellung von separaten Reporting- und Offenlegungstemplates geben, deren Inhalte weitgehend redundant wären.

Im Gegensatz zu anderen Anforderungen im Reporting- und Offenlegungsrahmen der EBA sind die Anforderungen für MREL und TLAC von den Instituten für ihre jeweilige Abwicklungsgruppe zu erfüllen und nicht auf Basis des aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreises.

Mit dem vorliegenden ITS und der Integration in den Reporting- und Offenlegungsrahmen der EBA wird somit auch das Ziel verfolgt, die Belastung der Institute möglichst gering zu halten.

Die wesentlichen Inhalte der MREL-/TLAC-Reporting- & Offenlegungs-Templates

Das Konsultationspapier beschreibt insgesamt neun Reporting-Templates und sechs Offenlegungs-Templates. Dabei ist hervorzuheben, dass die Reporting-Templates im Wesentlichen mit den Offenlegungs-Templates übereinstimmen. Die Reporting-Templates enthalten zusätzliche Datenfelder, die zur Überwachung der Einhaltung der MREL- und TLAC- Anforderungen durch die Abwicklungsbehörde erforderlich sind.

Um die Analyse der benötigten Datenfelder zu erleichtern, wurde von Seiten der EBA eine Mappingtabelle veröffentlicht, mit der die übereinstimmenden Positionen der Reporting- und Meldetemplates eindeutig nachvollzogen werden können.

  • Das Template „Key Metrics (KM2)“ enthält eine zusammenfassende Übersicht über die im Abwicklungsfall verfügbaren verlustabsorbierenden Kapazitäten der Institute sowie die MREL-/TLAC-Anforderungen.
  • Im Template TLAC1 erfolgt eine granulare Aufgliederung der Zusammensetzung von TLAC und MREL-Positionen aus KM2. Dabei enthält das Reporting-Template im Vergleich zur Offenlegung weitere nachrichtliche Positionen zu förderfähigen Verbindlichkeiten von Instituten.
  • Im Template “Internal loss absorbing capacity (iLAC)” werden ebenfalls sowohl für Reporting- als auch für die Offenlegungszwecke die spezifischen Bedingungen an die Einhaltung der internen MREL- und TLAC-Anforderungen dargelegt.
  • Mit den Templates TLAC2 und TLAC 3 werden die Verbindlichkeiten der entsprechenden Insolvenzrangfolge und der Gläubigerrangfolge zugeordnet. Die Reporting-Templates unterscheiden sich jedoch aus fachlichen und berichtstechnischen Gründen von den Offenlegungstemplates. Letztere werden mit Erstanwendung der MREL-Offenlegungsanforderungen an die Reporting-Templates angepasst.
  • Die Reporting-Templates umfassen außerdem die folgenden vier Vorlagen:
    • Das Template “Funding structure of eligible liabilities (LIAB MREL)“ zeigt die berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, die zur Erfüllung der MREL-Anforderungen erforderlich sind.
    • Mit dem Meldetemplate „Instruments governed by third-country law” (MTCI) erhalten die Aufsichtsbehörden Informationen zu berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten, die dem Recht eines Drittlandes unterliegen.
    • Die Reporting-Templates sollen künftig um zwei weitere Forecast-Templates erweitert werden. Eines der Forecast Templates (Capacity forecast) beschreibt die erwartete Entwicklung der berücksichtigungsfähigen MREL-Instrumente. Unter Berücksichtigung von Zu- und Abflüssen wird ein Zeitraum von drei Jahren betrachtet. Im zweiten Forecast-Template (Funding Forecast) erfolgt eine rollierende Betrachtung der erwarteten MREL-Positionen.

Mit Ausnahme der zuletzt beschriebenen vier Meldetemplates und der oben beschriebenen Unterschiede stimmen die Reporting-Anforderungen mit den MREL-Offenlegungsanforderungen überein. Für die Offenlegung von TLAC gibt es ein weiteres Template EU CCA zu den wesentlichen Merkmalen der vom Institut ausgegeben Instrumente. Aufgeführt werden u.a. die Beträge der einzelnen Emissionen die Fälligkeit, die regulatorische Behandlung und die Insolvenzrangfolge.

Meldefrequenz

Ebenfalls im Konsultationspapier vorgesehen ist eine Angleichung der Meldefrequenzen der Reporting- und Offenlegungs-Templates von MREL und TLAC. Unabhängig von den Spezifika der Institute, sind die meisten Meldungen künftig vierteljährlich einzureichen. Dabei variieren die Meldefrequenzen insbesondere in Abhängigkeit davon, ob das meldende Institut oder die konsolidierte Gruppe eine Abwicklungseinheit ist oder nicht. Die Forecast Templates sind jedoch von allen Instituten, die die MREL- bzw. TLAC-Anforderungen erfüllen müssen, jährlich einzureichen. Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die vorgesehene Meldefrequenzen unter Berücksichtigung der Spezifika der Banken. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Berücksichtigung der Insolvenzrangfolge

Darüber hinaus wird mit der Veröffentlichung des ITS die in Art. 45i Abs. 5 BRRD II geregelte Anforderung an ein harmonisiertes Format für die Bereitstellung von Informationen zur Insolvenzrangfolge erfüllt. Die jeweiligen Abwicklungsbehörden der Mitgliedstaaten werden nunmehr darum gebeten, die relevanten Informationen zu den Insolvenzrängen in dem von der EBA bereitgestellten Format zusammenzutragen und den unterliegenden nationalen Unternehmen unter ihrer Gerichtsbarkeit und Aufsicht zur Verfügung zu stellen. Damit besteht ein hohes Maß an Flexibilität, wodurch sich alle Beteiligten an die jeweils nationalen Änderungen des Insolvenzrechtes anpassen können.

Anwendungsbereich und Inkrafttreten

Der finale ITS wird der EU-Kommission voraussichtlich im Juni 2020 vorgelegt – unter Berücksichtigung der Rückmeldungen, die in der bereits laufenden Konsultationsphase noch bis zum 22. Februar 2020 eingereicht werden können.

Voraussichtlich im dritten Quartal 2020 wird die EBA, basierend auf dem finalen ITS, zudem ein neues Data-Point-Model, eine angepasste XBRL-Taxonomie sowie die entsprechenden Validierungsregeln für die Reporting- und Offenlegungstemplates veröffentlichen.

Der erste Stichtag für die erstmalige Abgabe der Reporting-Templates gem. diesem ITS wird der 30. Juni 2021 sein.

Die Bestimmungen zur MREL-Offenlegung werden frühstens ab dem 1. Januar 2024 zu erfüllen sein. Dahingegen ist vorgesehen, dass die ITS-Anforderungen an die TLAC-Offenlegung unmittelbar nach der Annahme dieses ITS durch die Europäische Kommission zu erfüllen sein werden.

Herausforderungen für die Institute

Nach unseren Erfahrungen sind die meisten Institute bereits heute bestrebt, die bestehenden Meldepflichten zum 31.12.2019 mit einer weitgehend automatisierten Datenanbindung zu erfüllen und so die Grundlage für die erstmalig zum 31.03.2020 im xbrl-Format einzureichende MREL-Meldung zu schaffen. Künftig wird es mit dem vorliegenden ITS jedoch erneuten Anpassungsbedarf hinsichtlich der Ausleitung der Daten in die entsprechenden Meldebögen geben. Dabei ergibt sich aus fachlich regulatorischer Sicht erneut die Notwendigkeit, eine Überprüfung der auszuweisenden Geschäfte vorzunehmen und diese basierend auf den neuen CRR II-Definitionen zu bewerten und den neuen Meldebögen zuzuordnen. Dies sollte, um kosteneffizient zu arbeiten, den Leitprinzipien „Automatisierung“ sowie „schlanke Data-Lineage“ folgen. Im Ergebnis wird damit sowohl eine Entlastung der laufenden Aufwände als auch eine gleichzeitige Verbesserung der Datenqualität erreicht, die mit „BIRD“ (Banks’ Integrated Reporting Dictionary) und anderen Initiativen zunehmend im Fokus der Aufsicht steht.

Institute sollten außerdem im Blick haben, dass mit der Verbesserung der Datenqualität auch eine sinnvolle Vorbereitung auf die Ad-hoc-Anforderungen einhergeht (zum Vergrößern bitte anklicken)

Unsere Projekterfahrungen zeigen, dass die granularen MREL/TLAC-Anforderungen viele Institute vor große Herausforderungen stellen. Dies zeigte sich sowohl bei der erstmaligen manuellen Meldungserstellung als auch bei der Überleitung in das Zielbild einer weitgehend automatisierten Datenausleitung. Gerne stehen wir Ihnen mit unserer dabei gewonnen Expertise auch beim Umgang mit den neuen MREL-/TLAC-Herausforderungen zur Seite. Sprechen Sie uns daher gerne bei Fragen rund um aktuelle regulatorische Ausarbeitungen, dem Aufbau eines MREL-Datenhaushaltes, möglichen Automatisierungsprozessen und der Abbildung in der Meldewesensoftware an.

 

 

Dr. Matthias Maucher

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matthias.maucher@pwc.com

 

 

Andreas Gerlach

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Elena Arndt

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