Neues Verbriefungsrahmenwerk erfordert neues Verbriefungsmeldewesen

Zur künftigen Gestaltung der Meldungen für Verbriefungstransaktionen hat die European Banking Authority (EBA) am 28. August 2018 ein Konsultationspapier veröffentlicht (Consultation paper on COREP Securitisation (EBA-CP-2018-04)). Bereits im April 2018 hatte die EBA der EU Kommission eine Änderung der ITS vorgelegt, die am 09.Oktober 2018 angenommen, jedoch noch nicht im Amtsblatt verkündet wurden. Im Ergebnis findet dabei ein mehrfach gestaffelter Übergang von den aktuell geltenden Regelungen zu den künftig anzuwendenden Regelungen statt.

Hintergrund – das neue Verbriefungsrahmenwerk

Das mittlerweile in Kraft getretene neue EU-Verbriefungsrahmenwerk gilt bereits ab dem 01. Januar 2019. Ab diesem Zeitpunkt werden damit erstmals die neue Verbriefungsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 2017/2402) sowie die einhergehenden Änderungen der Eigenmittelanforderungen (Verordnung (EU) Nr. 2017/2401) angewendet.

Über inhaltliche Änderungen und Neuerungen im Zuge des neuen Rahmenwerkes hatten wir bereits in unserem Regulatory Blog Beitrag: „Das finale Verbriefungsregelwerk und seine Auswirkungen für Europäische Banken“ vom 05.Oktober 2017 berichtet.

In letzter Konsequenz sind für die Umsetzung im Meldewesen aber die einschlägigen Meldebögen maßgeblich. Dabei sind in dem eingangs angesprochenen Konsultationspapier der EBA (EBA-CP-2018-14) die Entwürfe der ab 2020 anzuwendenden Meldebögen enthalten. Zuvor ist es bereits im Rahmen einer Anpassung des ITS V2.8 (Annex I (Solvency)) für das Meldewesen zu Änderungen in den bestehenden COREP-Bögen gekommen, die bereits zum 01.01.2019 wirksam werden.

Mithin sind drei Phasen zu unterscheiden: Bis zum 31.12.2018 sind grundsätzlich noch die alten Meldebögen anzuwenden. Spätestens mit dem Inkrafttreten des neuen Verbriefungsrahmenwerkes ab dem 01.01.2019 sind dann die Übergangsbögen in der Fassung der Version 2.8 des ITS für das Meldewesen (Annex I (Solvency)) anzuwenden. Ab dem 01.03.2020 sollen schließlich die von der EBA vorgeschlagenen Meldebögen in der Fassung des Konsultationspapiers Anwendung finden.

Phase 1 bis 31.12.2018

Bis zum 31.12.2018 sind grundsätzlich noch die alten Meldebögen zu verwenden. Gemäß der Version 2.8 des ITS für das Meldewesen können die Institute beginnend mit dem Meldestichtag zum 31. Dezember 2018 ihre Verbriefungspositionen optional aber auch bereits nach Maßgabe der neuen Bewertungsansätze (SEC-IRBA, SEC-SA, SEC-ERBA) melden.

Phase 2 ab 01.01.2019 bis 31.12.2019: Übergangsregelung

Innerhalb der Übergangzeit vom 01.01.2019 bis 31.12.2019 kommt es aufgrund des in der CRR vorgesehenen Grandfatherings für Alttranskationen zu einer Zweiteilung auch im Bereich der Meldung: Für Verbriefungen, deren Wertpapiere vor dem 01.01.2019 begeben wurden, wenden die Institute weiterhin die aktuellen Bestimmungen der CRR (d.h. in der am 31.12.2018 geltenden Fassung) und die bisherigen Templates an. Für Verbriefungen, deren Wertpapiere am oder nach dem 01.01.2019 begeben wurden, ist das neue Verbriefungsrahmenwerk anwendbar und die Institute wenden verpflichtend die durch die Version 2.8 des ITS für das Meldewesen angepassten Meldebögen an. Diese sind unter Berücksichtigung der neuen Bewertungsansätze gestaltet. Außerdem wurde in das die Eckdaten der Verbriefungstransaktionen enthaltende Template C14.00 eine Verpflichtung aufgenommen, die STS-Verbriefungen als solche zu kennzeichnen, soweit sie die entsprechenden Anforderungen erfüllen. Die Einstufung als STS hat auf Seiten der Investoren eine Erleichterung bei den Risikogewichten zur Folge. Eine entsprechende Differenzierung wurde im Template C02.00 aufgenommen.

Phase 3: Vorschlag der EBA für die umfassende Änderung der Meldebögen im Zusammenhang mit Verbriefungstransaktionen ab 01.03.2020

Die in der Übergangsregelung enthaltenen Änderungen werden von der EBA nur als erster Schritt hin zu einer umfassenden Anpassung der Templates an das neue Verbriefungsrahmenwerk durch den zu konsultierenden ITS gesehen.

Die dem Konsultationspapier beigefügten überarbeiteten Templates zielen darauf ab, diese Anpassung zu vollenden. Sie sollen voraussichtlich erstmals für die Meldung zum 31.03.2020 Anwendung finden. Nach dem Verbriefungsrahmenwerk wird es in Zukunft für alle Verbriefungspositionen nur noch eine einheitliche Hierarchie von Ansätzen geben und die Unterscheidung nach SA und IRBA wegfallen. Es wird deshalb künftig nur noch ein Meldetemplate für alle Verbriefungspositionen geben (C13.01). Darüber hinaus möchte die EBA (noch) mehr Granularität in die Einzelaufstellung der Verbriefungstransaktionen im Rahmen der Meldung bringen (C14.00 und C14.01 Templates). Aus diesem Grund wurde beispielsweise die Anzahl der in der Meldung darzustellenden Bonitätsstufen (credit quality steps (CQS)) deutlich erhöht. Darüber hinaus werden, neben zahlreichen weiteren Erweiterungen, künftig auch die einzelnen, für die Berechnung der jeweiligen RWA nach dem jeweiligen Ansatz notwendigen Parameter in der Meldung darzustellen sein (beispielsweise die Tranchendicke (T) und die Eigenmittelanforderung des der Verbriefung zugrunde gelegten Pools (KSA bzw. Kirb)).

Analysieren Sie die Auswirkungen der neuen Regelungen noch während der Konsultations- und Übergangsphase

Institute müssen die neuen Meldeanforderungen und eventuelle Lücken bei der Datenerhebung analysieren und gegebenenfalls die Anbindung neuer Datenfelder in den Systemen sicherstellen. In Abhängigkeit von der bisherigen Handhabung der Datensammlung können die Änderungen der Meldeanforderungen gegebenenfalls einen erheblichen Aufwand mit sich bringen.

Insbesondere die erhöhten Anforderungen an die Granularität dürfen hierbei nicht unterschätzt werden. Die Verfügbarkeit detaillierter Daten für die Analyse und Überwachung von Trends ist angesichts der Bedeutung von Verbriefungen für die Unterstützung des europäischen Bankenfinanzierungsmarktes und der Prioritäten der EU entscheidend. Institute werden es somit künftig schwerer haben, den Anforderungen an ihre Meldepflicht nachzukommen, wenn nicht rechtzeitig die dafür erforderlichen Weichen gestellt werden. Die Bereitstellung von mehr und detaillierteren Informationen bedeutet einen Mehraufwand für die Institute. Dies ist der EBA durchaus bewusst, jedoch hält sie diese Daten für eine effektive Beaufsichtigung der Institute für erforderlich.

Zusätzlich besteht für die Institute die Möglichkeit, sich im Rahmen der öffentlichen Diskussion noch bis zum 27.November 2018 zu dem Entwurf des Konsultationspapiers zu äußern. Dies bedeutet, dass Institute die Auswirkungen des Konsultationspapiers der EBA sehr kurzfristig analysieren müssen, um sich noch mit belegbaren Argumenten in der Konsultationsphase einbringen zu können.

Sie haben Fragen zu den Änderungen im Detail? Gerne unterstützen wir Sie bei der weiteren Aufarbeitung des Entwurfs und der Analyse der Auswirkungen für Ihr Institut. Sprechen Sie uns einfach an.

Dr. Wolfgang Frank

Telefon: +49 711 25034 1506

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wolfgang.frank@pwc.com

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