Den Überblick behalten in der Melde- und Offenlegungslandschaft: EBA veröffentlicht finale Anforderungen an das Reporting und die Offenlegung

In den vergangenen Wochen hat die EBA vier wesentliche Änderungen zu den aufsichtsrechtlichen Melde- und Offenlegungsanforderungen veröffentlicht, die die Institute in unterschiedlichen Zeiträumen erfüllen müssen.

Unser Beitrag gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die relevanten Inhalte der EBA-Veröffentlichungen und den daraus resultierenden Änderungen und unterstützt Sie bei der Identifizierung der für Sie relevanten Aspekte.

1. CRR/CRR II Quick Fix: Meldeanforderungen

Wie in unserem Blogbeitrag zu den aufsichtlichen Maßnahmen in Bezug auf COVID-19 bereits beschrieben, hat die EU kurzfristig eine Reihe von Änderungen der CRR und CRR II beschlossen, um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Banken zu mildern. Diese Änderungen – auch als „CRR Quick Fix“ bezeichnet – sind am 26. Juni 2020 im EU-Amtsblatt als Verordnung (EU) 2020/873 veröffentlicht worden und am folgenden Tag in Kraft getreten. Die Regelungen sind daher bereits zum Meldestichtag 30. Juni 2020 anzuwenden. Details hierzu können Sie unserem Blogbeitrag:„CRR „Quick Fix“ mit COVID-19 bezogenen Maßnahmen tritt in Kraft“ vom 03. Juli 2020 entnehmen.

Der CRR Quick Fix hat wesentliche Auswirkungen auf das aufsichtsrechtliche Meldewesen. Die EBA/GL/2020/11 (Guidelines on supervisory reporting and disclosure requirements in compliance with the CRR ‘quick fix’ in response to the COVID‐19
pandemic) konkretisiert, wie die Änderungen im Data Point Model v2.9 und v2.10 zu berücksichtigen sind. Der CRR Quick Fix betrifft eine ganze Reihe von Meldebögen, die teilweise durch die EBA erweitert bzw. an die entsprechenden Regularien angepasst wurden. Gleichzeitig beinhaltet die Guideline Ausfüllhinweise und Klarstellungen zu den bereits bekannten, aber auch zu den angepassten Meldebögen. Die Guideline umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Kreditrisiko: Meldebögen CR SA und CR IRB und CR GB zur Abbildung des angepassten KMU-Faktors sowie des neu eingeführten Infrastrukturfaktors
  • Marktrisiken: Nutzen Institute interne Modelle und können sie nach Erlaubnis durch die Aufsicht Überschreitungen der Value-at-Risk-Werte in Einzelfällen unberücksichtigt lassen, so ist dies in einem eigenen Meldebogen zu dokumentieren.
  • Verschuldungsquote: Die CRR II sieht eine Ausnahme für die Leverage Ratio vor, wonach Zentralbankreserven von der Berücksichtigung in der Gesamtpositionsmessgröße ausgenommen werden dürfen, sodass sich hieraus auch eine entsprechende Anpassung der Meldebögen ergibt. Die EBA/GL/2020/11 enthält außerdem die Offenlegungsanforderungen bezüglich der Anpassungen an die Verschuldungsquote.
  • Eigenmittel: Um die Ausnahmen bzgl. der Behandlung von Software-Assets als Abzugspositionen sowie die Regelung des Artikel 468 (Wiedereinführung eines Prudential Filters für unrealisierte Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten) und Artikel 473a (angepasste Übergangsregelungen in Bezug auf die Berücksichtigung des expected credit loss (ECL) gemäß IFRS 9 in den regulatorischen Eigenmitteln) richtig umzusetzen und an die Aufsicht zu melden, wurden außerdem die Anweisungen für die Meldebögen CA1 und CA5 angepasst.

Die Guideline gilt temporär für den Zeitraum vom 10. August 2020 bis zum 27. Juni 2021 und somit bis einen Tag vor Inkraftsetzung der CRR II und der Inkraftsetzung des Melderahmenwerks v3.0

2.   CRR/CRR II Quick Fix: Offenlegung

Die oben beschriebenen Änderungen sind nicht nur rechtzeitig in den Meldungen an die Aufsicht zu berücksichtigen, sondern auch offen zulegen. Auch in dem Fall, in dem die Institute keinen Gebrauch von Wahlrechten machen, die im Zuge des CRR 2 Quick Fix gem. den Art. 468 (Wiedereinführung eines Prudential Filters für unrealisierte Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten) und 473a (angepasste Übergangsregelungen in Bezug auf die Berücksichtigung des expected credit loss (ECL) gemäß IFRS 9 in den regulatorischen Eigenmitteln) CRR genutzt werden können, müssen sie die Marktteilnehmer über den Verzicht zur Nutzung eines Wahlrechts informieren. Damit die Auswirkungen des CRR II Quick Fix auf die Kapitalquote und die Verschuldungsquote sachgerecht offengelegt werden können, hat die EBA die Guideline EBA/GL/2018/01 angepasst. Institute sind somit dazu verpflichtet, ihre Kapital- und Verschuldungsquote mit und ohne Berücksichtigung der CRR II Quick Fix-Änderungen offenzulegen.

Abhängig von der Institutsgröße sind die Offenlegungsanforderungen vierteljährlich oder halbjährlich zu erfüllen.

Die Guideline gilt ab dem 11. August 2020 bis zum Ende der Übergangsregelungen, also maximal bis zum Ende des Jahres 2024.

3.   Final und nun doch erneut angepasst: ITS-Entwurf für die Reporting- und Offenlegungsanforderungen nach CRR II

Wie im Blogbeitrag: „Finaler ITS-Entwurf für die Reporting- und Offenlegungsanforderungen nach CRR II“ vom 07. Juli 2020 berichtet, hat die EBA die finalen Entwürfe zum aufsichtsrechtlichen Meldewesen (EBA/ITS/2020/05) und zur Offenlegung (EBA/ITS/2020/04) nach den Regeln der CRR II veröffentlicht. Bedingt durch den CRR II Quick Fix war eine erneute Anpassung des finalen Meldewesen ITS erforderlich. Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass es sich um das Meldewesenrahmenwerk v3.0 handelt, welches zum 28. Juni 2021 in Kraft tritt. In diesem Kontext sollten Banken berücksichtigen, dass sich auch geänderte Meldefrequenzen ergeben werden. Von den Änderungen betroffen sind Annex I, II sowie Annex X und XI des ITS.

4.   Finaler ITS-Entwurf für die MREL und TLAC Reporting- und Offenlegungsanforderungen

Am 3. August 2020 hat die EBA ihren finalen Entwurf zu den Reporting- und Offenlegungsanforderungen für MREL und TLAC veröffentlicht. Erste Informationen hierzu haben wir Ihnen in unserem Blogbeitrag „Neue Konsultationspapiere zu den ITS on Supervisory Reporting – Teil 3: Reporting und Offenlegung von MREL und TLAC vom 19. Dezember 2019 bereitgestellt. Die Zusammenfassung der Melde- und Offenlegungsanforderungen stellt einen bedeutenden Meilenstein dar und soll die Meldungserstellung mit der damit verbundenen Offenlegung erleichtern. Mit der Veröffentlichung des finalen ITS-Entwurfs kommt die EBA ihrem Ziel, der Steigerung der Effizienz der Institute, sowie der Umsetzung des Proportionalitätsgrundsatzes ein Stück näher. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch eine weitere Anpassung des Datenmappings. Zudem werden auch zusätzliche Anlieferungen granularer Daten zur Befüllung der MREL und TLAC Melde- und Offenlegungstemplates nötig, was erneut einen Schritt hin zur erforderlichen Verfügbarkeit der von den Abwicklungsbehörden erwarteten Bail-In-Daten im Zuge der Abwicklungsplanung darstellt.

Hinsichtlich der neuen Melde- und Offenlegungsanforderungen sind die gestaffelten Erstanwendungszeitpunkte zu beachten: Während die erstmalige Einreichung der neuen TLAC Templates mit der Inkraftsetzung der CRR II zum 28. Juni 2021 erfolgen soll, stellt sich der Sachverhalt bei MREL etwas anders dar. Hier sind die regulatorischen Verpflichtungen aus der CRR II bereits zum 30. Dezember 2020, jedoch in Übereinstimmung mit den neuen MREL-Templates aus dem ITS Entwurf mit dem Stichtag 28. Juni 2021 zu erfüllen.

Darüber hinaus sind die TLAC Offenlegungsanforderung bereits mit Inkraftsetzung des ITS zu erfüllen, während die Offenlegung von MREL erst nach Ablauf des Übergangszeitraums gem. Art. 45m der BRRD II und somit frühestens ab dem 1. Januar 2024 vorzunehmen ist.

Was jetzt zu tun ist

Nach Veröffentlichung der angepassten Melde- und Offenlegungsanforderungen durch die EBA sind sowohl die Institute als auch die Anbieter von Meldewesenstandardsoftware zur kurzfristigen Umsetzung der Anforderungen verpflichtet. Folgende Aspekte sind nun aus Sicht der Institute zu analysieren:

  • Analyse der für Ihr Institut relevanten Melde- und Offenlegungsfrequenzen in Abhängigkeit von der Institutsgröße
  • Überprüfung der ggf. erforderlichen manuellen Zulieferungen und der daraus resultierenden Anpassung des Meldeprozesses
  • Sicherstellung der frühzeitigen Anbindung der geforderten Daten an die Meldewesenstandardsoftware

Damit Sie bei der Vielzahl an Einzelregelungen innerhalb der neuen EBA-Vorgaben den Überblick behalten, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Wir unterstützen Sie bei:

  • der inhaltlichen Aufbereitung und der Identifizierung der durch Ihr Institut zu erfüllenden Anforderungen
  • der Durchführung einer institutsindividuellen Gap-Analyse
  • der Sicherstellung der korrekten Meldungserstellung
  • der Automatisierung von manuellen Prozessschritten für eine effiziente Meldungserstellung

Neben der fachlichen Unterstützung bieten wir zudem Validierungstools als effiziente Lösung für eine Abstimmbarkeit zwischen unterschiedlichen Datenquellen an.

Sie haben Fragen zu den Änderungen oder benötigen Unterstützung? Unsere Experten aus dem Regulatory Management Team stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an:

 

 

 

Daniel Knödler

Telefon: +49 69 9585 1030

daniel.knoedler@pwc.com

 

 

Elena Arndt

Telefon: +49 89 5790 5224

elena.arndt@pwc.com

 

 

Natasa Grabez

Telefon: +49 69 9585 1216

natasa.grabez@pwc.com

 

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