Kategorie: Allgemein

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Offenlegung 2.0 – EBA Leitlinie 2016/11: PwC Analyse der Umsetzung im deutschen Bankensektor

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat die Praxis der bankaufsichtsrechtlichen Offenlegung durch die Institute seit ihrer Einführung im Rahmen von Basel II in 2004 verschiedentlich kritisiert. Die mangelnde Konsistenz und Vergleichbarkeit der offengelegten Informationen, sowie die Tatsache, dass die Finanzkrise unmissverständlich gezeigt hat, dass die bestehenden Offenlegungsanforderungen der Säule III nicht ausreichend waren, hat dazu geführt, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) sowie die Europäische Union (EU) und die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) Vorschläge zur Weiterentwicklung der Offenlegungsanforderungen konzipiert haben. Die Weiterentwicklung der Offenlegungsanforderungen auf europäischer und internationaler Ebene ist daher ein zentraler Aspekt der regulatorischen Reformen im Bankensektor.

Schaffung einer EU-einheitlichen Non-preferred-Senior-Instrumenteklasse gem. Art 108 BRRD

Zum 21.07.2018 ist eine Änderung des §46f KWG in Kraft getreten, durch die eine Anpassung der Insolvenzrangfolge bei Verbindlichkeiten von Banken erfolgt. Eine Überarbeitung der bestehenden Vorgaben war erforderlich, um die Änderung der Richtlinie 2014/59/EU (Bank Recovery and Resolution Directive, „BRRD“) im Hinblick auf den Rang unbesicherter Schuldtitel in der Insolvenzrangfolge in deutsches Recht umzusetzen.

EBA veröffentlicht finale Guidelines zur Bildung von Gruppen verbundener Kunden

Am 14. November 2017 hat die EBA die finalen Leitlinien zur Bildung von Gruppen verbundener Kunden (Guidelines on connected clients under Article 4(1)(39) of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/GL/2017/15)) veröffentlicht. Die Leitlinien konkretisieren die Tatbestandsmerkmale zur Zusammenfassung von einzelnen Kreditnehmern zu Gruppen verbundener Kunden (GvK) nach den Vorgaben des Art. 4 Abs. 1 Nr. 39 CRR und lösen die durch ihre Vorgängerorganisation CEBS in 2009 veröffentlichten „Guidelines on the implementation of the revised large exposure regime“ab (vgl. Regulatory Blog Beitrag: „KWG und GroMikV 2011  Neue Regeln und Leitlinien für Großkredite – Teil II“ vom 11. Februar 2011). Die Änderungen und Klarstellungen wirken sich folglich in erster Linie auf die Großkreditvorschriften nach Teil 4 der CRR aus. Allerdings sind hiervon gleichermaßen auch alle sonstigen Vorgaben der CRR betroffen, die auf den einheitlichen GvK-Begriff zurückgreifen. Darunter fallen insbesondere die Berechnung der Größenklassen für die Zuordnung zur Forderungsklasse Mengengeschäft (Art. 123 und 147 CRR) und die Inanspruchnahme des SME-Supporting-Faktors (Art. 501 CRR) sowie das Liquiditätsreporting zu den Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM), das z.B. eine Auflistung der größten Funding-Geber auf GvK-Ebene fordert.

Die neuen EBA-Leitlinien tragen zum einen rein formal der Einführung der CRR zum 1. Januar 2014 Rechnung, da sich die bisherigen CEBS-Guidelines noch auf die alten Regelungen zur GvK-Bildung bezogen. Zum anderen werden damit aber auch Neuerungen aus dem Baseler Rahmenwerk zur Messung und Überwachung von Großkrediten aufgegriffen (BCBS 283, siehe hierzu unseren Regulatory Blog Beitrag: Das neue Baseler Rahmenwerk zur Messung und Überwachung von Großkrediten“ vom 21. Mai 2014).

Die finalen EBA-Guidelines entsprechen in weiten Teilen dem im Juli 2016 veröffentlichten Konsultationspapier, das wir in unserem Regulatory Blog Beitrag: „EBA veröffentlicht Konsultationspapier zur Bildung von Gruppen verbundener Kunden“ vom 3. August 2016 vorgestellt haben. Im Folgenden werden wir anhand der Struktur der Guidelines auf die wesentlichen Änderungen gegenüber dem Konsultationspapier eingehen.

Zusammenfassung aufgrund eines Beherrschungsverhältnisses

Die EBA stellt klar, dass zur Bestimmung eines Beherrschungsverhältnisses in erster Linie die Kriterien für ein Mutter-Tochter-Verhältnis im Sinne der EU-Konzernbilanzrichtlinie oder der IFRS-Konsolidierungsstandards, wie sie in der EU umgesetzt wurden, maßgeblich sind. Sind diese nicht anwendbar, weil der Kunde z.B. keinen Konzernabschluss aufstellt oder diesen nach anderen Rechnungslegungsstandards (z.B. US-GAAP) aufstellt, haben Institute eine Untersuchung anhand vorgegebener Merkmale durchzuführen. Diese werden umfassen nunmehr Kriterien, die stets ein Beherrschungsverhältnis begründen, und weitere Indikatoren, die bei der Untersuchung auf Beherrschungsmöglichkeiten berücksichtigt werden sollen.

Als „harte“ Beherrschungskriterien gelten:

  • Stimmrechtsmehrheit an einem anderen Unternehmen
  • Recht oder Möglichkeit zur Bestimmung oder zur Absetzung der Mehrheit der Mitglieder der Geschäftsleitung oder des Aufsichts- bzw. Verwaltungsorgans
  • Recht oder Möglichkeit zur Ausübung eines dominierenden Einflusses auf ein anderes Unternehmen auf Basis eines Vertrages, der Satzung oder anderweitige Befugnisse

Als darüber hinaus zu untersuchende Indikatoren sind zu berücksichtigen:

  • Entscheidungsbefugnisse in Bezug auf die Strategie eines Unternehmens
  • Entscheidungsbefugnisse in Bezug auf wesentliche Geschäftsvorfälle wie z.B. die Gewinnabführung oder den Verlustausgleich
  • Recht oder Möglichkeit zur Koordination und gemeinsamen Leitung von zwei oder mehr Unternehmen in Bezug auf eine gemeinsame Zielsetzung
  • Halten von mehr als 50% der Anteile an einem anderen Unternehmen

Gegenüber dem Konsultationspapier hat die EBA das Halten einer Sperrminorität und die Übernahme von Leitungsaufgaben bei einem anderen Unternehmen als Indikatoren für einen beherrschenden Einfluss gestrichen.

Ferner führt die EBA aus, unter welchen Umständen eine Widerlegung des „Single Risk“ denkbar ist. In diesem Zusammenhang skizziert sie das Beispiel einer von einem Dritten beherrschten Zweckgesellschaft (SPV), die insolvenzsicher („bankruptcy remote“) aufgesetzt ist und deren Vermögen vollständig separiert werden kann („ring-fenced“). Im Einzelnen nennt die EBA die folgenden Merkmale, die in diesem Beispielfall zur Widerlegung eines Single Risk mindestens vorliegen müssen:

  • Es dürfen keine materiellen ökonomischen Abhängigkeiten, d.h. keine signifikant positive Korrelation zwischen der Bonität des SPV und der Bonität des beherrschenden Dritten bestehen. Dagegen könnten u.a. Kriterien sprechen, die einen bilanziellen Abgang oder eine Entkonsolidierung des SPVs nach dem anwendbaren Rechnungslegungsstandard verhindern.
  • Das SPV ist insolvenzsicher im Sinne des Art. 300 (1) CRR ausgestaltet, sodass Gläubiger des Dritten im Insolvenzfall nicht auf die Vermögensgegenstände des SPV zugreifen können.
  • Der strukturelle Aufsatz der Verbriefungstransaktion sowie die Entkopplung der Verpflichtungen des SPV von denen des beherrschenden Dritten gewährleisten das kontinuierliche Servicing und das Aufrechterhalten des operativen Betriebs
  • Die Anforderungen gemäß Art. 248 CRR hinsichtlich einer Geschäftsbeziehung zwischen dem SPV und dem Dritten zu marktüblichen Konditionen („at an arm’s length“) werden erfüllt

Sofern die geforderten Eigenschaften positiv bestätigt werden können, kann trotz Erfüllung eines der oben genannten Beherrschungskriterien davon ausgegangen werden, dass keine Ansteckungsgefahr und somit auch kein „Single Risk“ zwischen dem SPV und der beherrschenden Einheit vorliegt.

Alternativer Ansatz für Zentralregierungen

Die Vorgaben zur Anwendung des sog. „Silo-Ansatz“ für Zentral- und Regionalregierungen sind gegenüber dem Konsultationspapier weitgehend unverändert. Die EBA hat lediglich nochmals klargestellt, dass Risikopositionen gegenüber den über den Silo-Ansatz privilegierungsfähigen Zentral- und Regionalregierungen – unabhängig von der Anwendung des Silo-Ansatzes – gemäß Art. 400 Abs. 1 CRR von der Anrechnung auf die Obergrenze vollständig befreit werden können, sofern die dort genannten Anforderungen erfüllt werden.

Zusammenfassung aufgrund ökonomischer Abhängigkeiten

Bei den Vorgaben zur Untersuchung auf ökonomische Abhängigkeiten hat die EBA einige Anmerkungen und Bedenken der Industrie aus der Konsultationsphase aufgegriffen und in den finalen Guidelines umgesetzt.

Zum einen grenzt sie den Grad an ökonomischer Abhängigkeit weiter ein, der zu einer Zusammenfassung zu einer GvK führt. Demnach wird den Instituten die Möglichkeit eingeräumt, trotz bestehender ökonomischer Abhängigkeiten zwischen zwei Kunden nachzuweisen, dass der Ausfall bzw. die finanziellen Schwierigkeiten des einen Kunden nicht zu Rückzahlungsschwierigkeiten des anderen Kunden führen. Insoweit wird im Ergebnis wieder dem bisher geltenden Konzept der „existenzbedrohenden“ Abhängigkeiten Rechnung getragen. Allerdings macht die EBA hiermit einmal mehr deutlich, dass die Beweislast zur Widerlegung der Abhängigkeit bei den Instituten liegt und somit ein sehr hoher Stellenwert auf die Dokumentation der Untersuchungen gelegt wird.

Zum anderen kehrt die EBA von ihrem Ansatz ab, quantitative Untergrenzen (bspw. 50% der Forderungen des Kreditnehmers entfallen auf einen Kunden) für die Einschätzung von ökonomischen Abhängigkeiten vorzugeben. Damit wird den Instituten wieder mehr Spielraum bei der weiteren Konkretisierung der von der EBA genannten und mindestens zu untersuchenden Abhängigkeitsindikatoren eingeräumt.

Die Zusammenfassung von Kreditnehmern aufgrund einer gemeinsamen Refinanzierungsquelle, insbesondere die Vorgabe der EBA, dass auch das Sponsor-Institut selbst die gemeinsame Refinanzierungsquelle für verschiedene Ankaufsgesellschaften („Conduits“) von Verbriefungstransaktionen darstellen kann, war wohl einer der größten Diskussionspunkte während der Konsultationsphase. An den grundsätzlichen Anforderungen hat die EBA festgehalten. Allein die Verwendung desselben Anlageberaters und der Bezug zu denselben zugrunde liegenden Vermögensgegenständen sollen nun nicht als Indikatoren für die idiosynkratische Ansteckungsgefahr aufgrund einer gemeinsamen Refinanzierungsquelle gelten. Ferner weist die EBA über ihre weiterführenden Erläuterungen darauf hin, dass keine Zusammenfassung erforderlich sein soll, wenn die Investoren in Verbriefungsvehikel keine oder nur limitierte Regressansprüche gegenüber dem Sponsor-Institut haben. Für die betroffenen Institute zieht dies also in erster Linie eine umfassende Bestandsanalyse nach sich. Nur so lässt sich kurzfristig analysieren, ob sich materielle Beschränkungen aufgrund zusätzlicher Zusammenfassungspflichten für (eigene) Verbriefungsvehikel ergeben und demnach ggf. auch geschäftspolitische Maßnahmen einzuleiten sind.

Zusammenspiel zwischen „Control“ und „Ökonomischen Abhängigkeiten“

Die bereits im EBA Konsultationspapier erfolgten Klarstellungen zu den übergreifenden Zusammenfassungspflichten zwischen Beherrschungs- und Risikoeinheiten (siehe hierzu ausführlich unseren Blog-Beitrag vom 3. August 2016) wurden durch die finalen Guidelines nochmals bestätigt. Die Ausführungen und die beigefügten Beispielfällen sind unverändert geblieben. In den, den Guidelines beigefügten Kommentierungen verdeutlicht die EBA lediglich ihr Verständnis zur Abbildung der Ansteckungsgefahren („Upstream“ und „Downstream Contagion“).

Prozessuale Vorkehrungen

Den Baseler Vorgaben (BCBS 283) folgend, hat die EBA eine Materialitätsgrenze zur Analyse der ökonomischen Abhängigkeiten von 5% der anrechenbaren Eigenmittel eingeführt. Sofern sämtliche Risikopositionen gegenüber einem Einzelkunden diese Grenze überschreiten, hat eine intensive Untersuchung auf ökonomische Abhängigkeiten stattzufinden, die auch über den betrachteten Kunden hinausgeht. Unterhalb dieser Grenze wird eine Befassung mit ökonomischen Abhängigkeiten im Rahmen der geltenden Kreditvergabe- und ‑bearbeitungsprozesse auf Basis der bereits vorliegenden Informationen erwartet. Damit gelten für deutsche Institute in diesen Fällen insbesondere die Vorgaben des § 18 KWG.

Umsetzung und Inkrafttreten

Anders als in der Konsultation avisiert, sollen die Leitlinien nun mit einer verlängerten Umsetzungsfrist erst zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Wie bei allen EBA-Guidelines richten sich auch diese Leitlinien an die zuständigen Aufsichtsbehörden. Diese müssen nun erst noch nach dem sog. „comply-or-explain-Verfahren“ ihre Zustimmung erteilen und die Leitlinien auf für ihren Zuständigkeitsbereich bzw. auf nationaler Ebene umsetzen.

Fazit

Die finalen EBA-Guidelines weichen nur an wenigen Stellen von dem im Juli 2016 veröffentlichten Konsultationspapier ab. Durch die Verlängerung der Umsetzungsfrist auf den 1. Januar 2019 macht die EBA allerdings schon selbst deutlich, dass Institute vor einigen operativen und ggf. auch geschäftspolitischen Herausforderungen stehen. Darunter sind im Wesentlichen die gestiegenen Dokumentationserfordernisse bei der Untersuchung und Widerlegung von Beherrschungsmöglichkeiten und ökonomischen Abhängigkeiten zu sehen. Für Institute, die an Verbriefungstransaktionen beteiligt sind, können zudem zusätzliche Zusammenfassungspflichten aufgrund einer weit gefassten Definition einer gemeinsamen Refinanzierungsquelle einschlägig werden. Dies könnte unter Umständen auch zu materiellen Engpässen in Bezug auf die Großkreditobergrenzen führen, die es kurzfristig zu untersuchen und ggf. mit geeigneten Maßnahmen anzugehen gilt.

Sie haben weitere Fragen zum Thema Großkredit und Gruppen verbundener Kunden?

Gerne unterstützen wir Sie bei der weiteren Aufarbeitung der neuen Guidelines und der Analyse der Auswirkungen für Ihr Institut. Sprechen Sie einfach unsere Experten an:

Hiltrud Thelen-Pischke

Telefon: +49 69 9585 2141

Mobil:    +49 170 4596135

hiltrud.thelen-pischke@pwc.com

Christoph Himmelmann

Telefon: +49 9585 2737

Mobil:    +49 1605363774

christoph.himmelmann@pwc.com

 

 

Basel IV-Channel – Episode 20: EBA draft RTS on economic downturn

Mit der aktuellen Folge des Basel IV-Channels wenden wir uns wieder einem Thema aus dem Bereich der Kreditrisiken und insbesondere dem IRB-Ansatz zu. Die European Banking Authority (EBA) hat im März 2017 den Entwurf eines technischen Regulierungsstandards vorgelegt, in dem Begriff, Schwere und Länge eines „economic downturns“ definiert werden. Dies ist als Grundlage bei der LGD-Schätzung und der Schätzung des Downturn-Konversionsfaktors bei fortgeschrittenen IRBA-Modellen zu berücksichtigen. Obwohl es sich damit nicht um ein direkt aus den Basel-IV Regelungen folgendes Thema handelt, müssen im Zusammenhang mit den anstehenden Änderungen des IRBA auch die Vorschläge der EBA berücksichtigt werden.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

EBA draft RTS on economic downturn

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Einführung über die im Entwurf vorgestellten Ansätze und erläutern die Auswirkungen. Dieser Beitrag ist in englischer Sprache.

Sie können sich zu unserem Basel IV-Channel über unsere Basel IV Webseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Basel IV-Channel – Episode 17 : TRIM – ECB’s answer to loss of confidence in internal models

The latest Basel IV-Channel focus on the internal models used by banks to calculate their risk-weighted assets.

Within the scope of finalizing Basel III discussions on whether internal models are used appropriately are started.

The aim of the ECB ’s targeted review of internal models (TRIM), is to assess whether the internal models currently used by banks comply with regulatory requirements, and whether they are reliable and comparable.

The Basel IV-Channel:

TRIM – ECB’s answer to loss of confidence in internal models

focus on the ECB’s work around reviewing internal models and how the future of the internal models will be influenced yb the TRIM activities of the ECB.

The Basel IV-Channel Episode is ready for you at the following link: PwC Basel IV Channel 

 

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2017 !

EBA und EZB haben der Bankbranche auch in diesem Jahr mit den Bestrebungen zur Harmonisierung der Regulierung und damit einhergehend auch der aufsichtlichen Praxis viele Hausaufgaben aufgegeben. Zudem machen den Banken die Kapitalaufschläge der Säule I (Kapitalpuffer) und der Säule II (SREP Anforderungen und Empfehlungen) zu schaffen. Seit Anfang des Jahres 2016 verlangt eine weitere Behörde – das Single Resolution Board – Datenmaterial auf sehr granularer Ebene, um den Banken eine individuelle MREL Quote aufzugeben.

Die nationale Aufsicht BaFin setzt derweil unter anderem diverse EBA-Leitlinien (z.B. Forderungen gegenüber Schattenbanken oder auch Zinsänderungsrisiken im Bankbuch) um und treibt die Anpassungen der Institutsvergütungsverordnung voran. Für die MiFID 2/MiFIR-Umsetzung hat der nationale Gesetzgeber mit dem Zweiten FimanoG ein detailliertes Gesetzespaket auf den Weg gebracht.

Für 2017 stehen mit den jüngst vorgeschlagenen Änderungen der CRD IV und der CRR II umfangreiche regulatorische Anpassungen auf der europäischen Ebene an. Die Vorschläge der EU Kommission resultieren aus diversen Änderungen in Basel (Basel III Finalisierung für NSFR und Leverage Ratio sowie die Marktpreis-und Kontrahentenrisiken). Weitere Änderungen sind der Verlustabsorptionsanforderung aus TLAC geschuldet.

Last but not Least schauen alle sehr gespannt auf die aktuellen Diskussionen im Baseler Ausschusses. Dort ringt man zur Zeit intensiv um die Änderungen im Standardansatz, die Anwendung der internen Modelle und die Berücksichtigung sogenannter Outputfloors. Das Basel IV Paket umfasst zudem neue Verfahren für die Messung der operationellen Risiken und eventuell könnte ja auch das Thema „Sovereign Risk“ noch für Überraschungen sorgen.

Die aktuellen Entwicklungen und die damit verbundenen Herausforderungen verfolgen wir weiter mit unserem Regulatory Blog, denn:

„Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr“

(Marie Curie)

Ich bedanke mich für Ihr Interesse und werde Sie auch im kommenden Jahr wie gewohnt in unserem Regulatory Blog informieren.

Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 06. April 2016 ein Konsultationspapier zur Überarbeitung der Leverage Ratio (Revisions to the Basel III leverage ratio framework – consultative document (BCBS 365)) veröffentlicht. Die Konsultation endet am 06. Juli 2016. Neben dem bekannten Basel III-Monitoring ist eine weitere QIS-Studie auf Basis der Daten zum 31. Dezember 2015 vorgesehen, um die Auswirkungen aus diesem Konsultationspapier zu analysieren.

Die Änderungsvorschläge umfassen folgende Bereiche der bisherigen Vorgaben (Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – BCBS 270):

  • Behandlung von derivativen Engagements

  • Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

  • Behandlung von Wertberichtigungen

  • Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

  • Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

  • Behandlung von traditionellen Verbriefungen

  • Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

  • Offenlegungsanforderungen

Die wesentlichen Änderungen

Die Überarbeitungen möchten wir Ihnen gerne in dem folgenden Abschnitt vorstellen:

Behandlung von derivativen Engagements

Zur Berechnung der derivativen Engagements soll eine modifizierte Version des „Standardised Approach for measuring counterparty credit risk exposures (SA-CCR)“ verwendet werden. Der Baseler Ausschuss sieht eine Modifizierung des SA-CCR vor, um die Anforderungen der Leverage Ratio Regelungen, insbesondere hinsichtlich der Nicht-Verrechnung von Sicherheiten zu berücksichtigen. Insoweit wird es hier zu Abweichungen von den für Eigenmittelanforderungszwecke ermittelten Exposures kommen.

Weiterhin wird über die Behandlung von Initial Margin bei zentral geclearten Derivatetransaktionen beraten. Dazu will der Baseler Ausschuss weitere Daten sammeln, um die Auswirkungen der Leverage Ratio auf das Client Clearing und das Geschäftsmodell der Clearing Member zu untersuchen.

Die Behandlung von geschriebenen Kreditderivaten umfasst zusätzliche Anforderungen für die Verrechnung mit gekauften Kreditderivaten, Klarstellungen welche Transaktionen unter den Begriff des „geschriebenen Kreditderivats“ fallen und unter welchen Umständen eine Reduzierung des potentiellen zukünftigen Kreditrisikos um bereits realisierte Marktwertänderungen zulässig ist.

Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte

Im Gegensatz zur bestehenden Rahmenregelung zur Leverage Ratio soll eine explizite Vorgabe für die Behandlung von marktüblichen Käufen und Verkäufen finanzieller Vermögenswerte (Bilanzierung zum Handelstag/Erfüllungstag) vorgegeben werden. Dazu werden zwei Optionen diskutiert. Option A verlangt für Banken, die zum Erfüllungstag bilanzieren, nicht abgewickelte Käufe finanzieller Vermögenswerte (unsettled financial asset purchases) als außerbilanzielle Position mit einem Kreditumrechnungsfaktor von 100% anzusetzen. Zudem sollen Institute, die zum Handelstag bilanzieren, die Bruttoforderungen aus noch nicht abgewickelten Verkäufen in der Leverage Ratio ansetzen. Damit sind bilanzielle Verrechnungen zwischen Barforderungen aus nicht abgewickelten Verkäufen und Barverbindlichkeiten aus nicht abgewickelten Käufen rückgängig zu machen. Option B sieht für die Bilanzierung zum Handelstag vor, zusätzlich zu den Vorgaben der Option A, dass die bilanzielle Verrechnung von Barforderungen und -verbindlichkeiten unter bestimmten Bedingungen für die Leverage Ratio vorgenommen werden darf.

In Bezug auf die beiden Optionen erwartet der Baseler Ausschuss von den Instituten weitere Rückmeldungen im Rahmen der Konsultationsphase.

Behandlung von Wertberichtigungen

Bilanzielle nicht-derivative Exposure können nach dem Konsultationspapier neben den spezifischen Kreditrisikoanpassungen zusätzlich um allgemeine Kreditrisikoanpassungen verringert werden. Außerbilanzielle Positionen werden um spezifische und allgemeine Kreditrisikoanpassungen reduziert. Zusätzlich sieht der Baseler Ausschuss auch eine Reduzierung der Gesamtrisikomessgröße um Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung für weniger liquide bilanzielle Positionen vor. Grundsätzlich gilt, dass die Gesamtrisikogröße reduziert werden darf, wenn die spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen sowie die Anpassungen aus der vorsichtigen Bewertung das Kernkapital reduzieren.

Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen

Die Kreditumrechnungsfaktoren für außerbilanzielle Positionen werden künftig denen des überarbeiteten Kreditrisikostandardansatzes entsprechen. Bis zur Finalisierung der Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes werden die bisherigen Kreditumrechnungsfaktoren aus BCBS 270 verwendet. Die gleiche Behandlung sieht der Baseler Ausschuss nach Implementierung des neuen Verbriefungsregelwerks (Revisions to the securitisation framework – BCBS 303) in 2018 für außerbilanzielle Verbriefungstransaktionen vor.

Behandlung von Cash Pooling Transaktionen

Für sogenanntes „Notional Cash Pooling“ sollen die Beträge künftig brutto ausgewiesen werden, da Institute physische oder finanzielle Sicherheiten, Garantien oder sonstige Kreditrisikominderungstechniken nicht zur Minderung der Gesamtrisikomessgröße nutzen dürfen. Für „Physical Cash Pooling“ können die Beträge netto ausgewiesen werden, falls diese auf täglicher Basis abgewickelt werden und bestimmte Anforderungen erfüllt sind.

Behandlung von traditionellen Verbriefungen

Die Behandlung von traditionellen Verbriefungen wird für den Fall, dass der Originator der Verbriefung die verbrieften Vermögenswerte von den risikogewichteten Aktiva ausnehmen darf, derzeit noch diskutiert. Die beiden möglichen Interpretationen gehen im ersten Fall von einem Ausschluss von der Gesamtrisikomessgröße und im zweiten Fall von einer Berücksichtigung in der Gesamtrisikomessgröße aus. Der Baseler Ausschuss wartet vor einer endgültigen Klarstellung die Ergebnisse der laufenden Konsultation zum Step-in risk“ (Identification and measurement of step-in risk – BCBS 349) sowie Analysen der unterschiedlichen Behandlung des signifikanten Risikotransfers in verschiedenen Jurisdiktionen ab.

Behandlung von Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Der Baseler Ausschuss hat in den FAQ zur Leverage Ratio klargestellt, dass eine Verrechnung von „Open Repos” für die Gesamtrisikomessgröße nicht zulässig ist, da sie nicht das dasselbe explizite endgültige Erfüllungsdatum haben. Barverbindlichkeiten und Barforderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften mit derselben Gegenpartei dürfen für die Leverage Ratio netto ausgewiesen werden, wenn u.a dieses Kriterium erfüllt ist. Das Konsultationspapier sieht keine abweichende Regelung vor; gleichwohl untersucht der Baseler Ausschuss den Sachverhalt weiterhin.

Offenlegungsanforderungen

Die Anforderungen an die Offenlegung sind nicht mehr Gegenstand dieses Konsultationspapiers. Der Baseler Ausschuss plant hierzu eine separate Veröffentlichung.

Weitere Diskussionspunkte zur Leverage Ratio

Der Baseler Ausschuss bittet weiterhin um Stellungnahmen zur Einführung einer höheren Leverage Ratio für G-SIBs und hat folgende Überlegungen zur Diskussion gestellt:

  1. Begrenzung des zusätzlichen Kernkapitals, dass für die Erfüllung der Leverage Ratio verwendet werden darf.
  2. Festsetzung der Leverage Ratio und einheitliche Anwendung durch alle G-SIBs oder spezifische Festsetzung für jedes G-SIB.
  3. Zusätzliche Anforderungen an die Höhe der Leverage Ratio in Form einer höheren Mindestanforderung oder als Pufferanforderung.

Der Baseler Ausschuss hält weiter daran fest, die Leverage Ratio als harte Anforderung nach der Säule I ab dem 1. Januar 2018 einzuführen.

Angesichts der Bedeutung der Leverage Ratio für die Geschäftsmodelle der Banken tun die Institute gut daran, sich rechtzeitig mit den neuen Vorschlägen und den potentiellen Auswirkungen auf die individuellen Ratios der einzelnen Institute auseinander zu setzen.

Ihr Ansprechpartner für Fragen zur Leverage Ratio bei PwC FS Regulatory Management: Stefan Röth

 

Basel IV Channel auf Youtube.com

Am 11. März 2016 haben wir unseren neuen Basel IV Channel in Form eines Webinars gestartet. Die hoheTeilnehmerzahl hat uns gezeigt, dass der Informationsbedarf sehr groß ist.

Sie haben den Basel IV Channel verpasst? Kein Problem!

Hier können Sie nachträglich die Aufzeichnung des Webinars auf Youtube.com ansehen: „Basel IV Channel – Eine Einführung„.

Alle kommenden Episoden werden eine Woche nach dem Webinar-Termin auf unserem Basel IV Youtube-Channel eingestellt.

Die nächsten Termine für den Basel IV Channel zum Vormerken:

8. April 2016: „Revisions to the Standardised Approach for Credit Risk – second consultative document“

6. Mai 2016: „Revised Market Risk Framework Part 1: SBA – Sensitivities-Based Approach“

Alle Informationen zur Anmeldung erhalten Sie rechtzeitig.

Wir freuen uns, Sie zu dieser neuen Reihe begrüßen zu dürfen !

Herzlichst Ihr Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

 

Die finalen EBA Guidelines on sound remuneration policies and disclosures

Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) hat am 21. Dezember 2015 ihre finalen Leitlinien zur Regulierung und Offenlegung von Vergütungssystemen (Guidelines on Sound Renumeration Policies under Article 74 (3) und 75 (2) of Directive 2013/36/EU and Disclosures under Article 450 of Regulation (EU) No. 575/2013 (EBA/GL/2015/22)) veröffentlicht.

Hintergrund

Die Leitlinien sollen die einschlägigen Bestimmungen in der bereits im Juni 2013 veröffentlichten CRD IV (RL 2013/36/EU) konkretisieren und so dazu beitragen, eine Vereinheitlichung der Vergütungssysteme der Institute und der Instituts- bzw. Finanzholdinggruppen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen. Zugleich sollen sie die vorausgegangenen „Guidelines on Renumeration Policies and Practices“ des Committee of European Supervisors (CEBS), der Vorgängerorganisation der EBA vom 10. Dezember 2010 ablösen. Die Konsultationsphase war geprägt durch eine Vielzahl von Eingaben zu nahezu allen Punkten der Entwurfsfassung und einer daraufhin erfolgten Verschiebung des ursprünglich geplanten Veröffentlichungstermins, so dass die finale Fassung mit Spannung erwartet wurde (zur Konsultation auch unser Blog-Beitrag: „Überarbeitung der EBA GL on sound remuneration policies – Auswirkungen auf die Institutsvergütungsverordnung“ vom 21. Mai 2015).

Proportionalitätsprinzip

Besonders umstritten und auch aus deutscher Sicht von herausragender Bedeutung war und ist die Frage der Reichweite des Proportionalitätsprinzips. Dabei geht es insbesondere um die Frage, inwieweit kleinere Institute von der Anwendung einzelner Anforderungen der CRD IV/CRR befreit werden können. Die EBA hat sich damit „aus der Affäre gezogen“, dass sie das Thema aus der Guideline ausgeklammert und parallel dazu eine Stellungnahme (Opinion on the application of the principle of proportionality to the remuneration provisions (EBA/OP/2015/25)) veröffentlicht hat. In dieser wird die Auffassung vertreten, dass der Wortlaut der CRD IV und der CRR zwar eine erleichterte Anwendung, nicht aber einen Wegfall einzelner Anforderungen rechtfertige. Zugleich fordert die EBA die EU-Kommission, das EU-Parlament und den EU-Rat auf, den Wortlaut der Bestimmungen so zu ändern, dass dieses möglich wird. Es bleibt abzuwarten, wie die angesprochenen Institutionen darauf reagieren werden. Für die bisher nicht als bedeutend eingestuften Institute in Deutschland geht es dabei vor allem um die Frage, ob sie künftig Risk Taker identifizieren und die deferral Regeln einhalten müssen und für alle Institute um die Frage, ob sie auch variable Vergütungen von weniger als 50.000 Euro den deferral Regeln unterwerfen müssen.

Die wesentlichen Punkte der Guidelines

In den Guidelines selbst sind folgende Punkte herauszuheben:

  • Für die Anhebung des Bonus Caps von 1: 1 auf 2:1 in Tochtergesellschaften ist die Zustimmung der Hauptversammlung der Muttergesellschaft erforderlich. Insoweit müsste ggf. § 25a abs. 5 KWG noch angepasst werden. Auch Tochterunternehmen, die unter UCITS oder AIFMD reguliert werden, sollen den Bonus Cap anwenden müssen.
  • Bei langfristigen Vergütungsprogrammen (LTIPs) können die variablen Vergütungen grundsätzlich dem Performance Jahr, für das sie gewährt wurden, zugerechnet werden und nicht (wie noch im Konsultationspapier vorgesehen) dem Auszahlungsjahr.
  • Die Anforderungen an die für den unbaren variablen Vergütungsanteil zu nutzenden Instrumente wurden weiter präzisiert und auch insoweit eine Änderung der CRD IV vorgeschlagen. Eine Verzinsung oder Ausschüttung auf diese Instrumente während des Zurückbehaltungszeitraums wurde ausdrücklich ausgeschlossen.
  • Für Mitglieder des Leitungsorgans wurde die Deferral Periode auf mind. 5 Jahre und die sich daran anschließende Halteperiode auf mind. 1 Jahr festgelegt, was der überwiegend schon jetzt geltenden deutschen Marktpraxis entspricht.
  • Die Guidelines beschäftigen sich ausführlich mit den Abfindungszahlungen. Diese sollen zwar als variable Vergütungen einzustufen sein, auf die Anwendung der dafür einschlägigen Regelungen soll jedoch unter bestimmten Voraussetzungen verzichtet werden können. Damit soll einerseits dem arbeitsrechtlichen Charakter der Abfindungszahlungen als Kompensation für entgangene Vergütungen Rechnung getragen, andererseits aber ein Einsatz von Abfindungen zur Umgehung der einschlägigen Anforderungen verhindert werden.

Zeitplan

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf den weiteren Zeitplan zu richten. Die BaFin hat 2 Monate ab Vorliegen einer deutschen Version der Guidelines Zeit zu erklären, ob sie diese als für sich verbindlich anerkennt, wovon allerdings auszugehen ist. Der deutsche Gesetzgeber will bis zur Jahresmitte 2016 eine Neufassung der InstitutsVergV verabschieden. Zugleich wird die Europäische Kommission dem Europäischen Parlament bis dahin einen Bericht über die Umsetzung der Vorgaben der CRD IV vorlegen. Noch völlig offen ist, ob und bis wann es zu der von der EBA angeregten Änderung der CRD IV und der CRR kommen wird und insbesondere, ob diese noch rechtzeitig vor dem Inkrafttreten der Neufassung der InstitutsVergV erfolgen wird bzw. wie der deutsche Gesetzgeber reagieren wird, wenn dieses nicht der Fall ist.

 

Ihr Ansprechpartner in Vergütungsfragen bei PwC FS Regulatory Management : Dr. Wolfgang Frank

Never ending story ? – Update zum Millionenkreditmeldewesen

Die Deutsche Bundesbank, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und das Bundesfinanzministerium (BMF) haben in einer gemeinsamen Mitteilung zu den zum 1. Januar 2017 geplanten Änderungen im Millionenkreditmeldewesen Stellung genommen.

Hintergrund

 Parallel zu der CRD IV-Umsetzung in 2014 haben sich auch im Millionenkreditmeldewesen wesentliche Neuerungen ergeben. Neben der bereits zum 1. Januar 2015 in Kraft getretenen reduzierten Millionenkreditgrenze von € 1 Mio sollen der maßgebliche Kreditbegriff erweitert bzw. bestimmte Ausnahmen vom Kreditbegriff abgeschafft und neue, detailliertere Meldeformate eingeführt werden. Diese ursprünglich für Anfang 2015 vorgesehenen Änderungen wurden durch das Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes jedoch auf den 1. Januar 2017 verschoben (siehe dazu Regulatoy Blog Beitrag: „Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes – Finanzmarktanpassungsgesetz“ vom 12. August 2014). Der Grund für die damalige Verschiebung war, dass ein erhöhter Aufwand für die Umstellungsarbeiten durch das zeitlich parallel von der EZB entwickelte Meldewesenkonzept „AnaCredit“ vermieden werden sollte.

AnaCredit und Millionenkreditmeldewesen

Mittlerweile sind die Arbeiten auf europäischer Ebene zum Aufbau der Kreditdatenbank AnaCredit vorangeschritten. Im Dezember 2015 wurden mit dem Verordnungsentwurf der EZB (ECB Regulation on the collection of granular credit and credit-risk data – AnaCredit) die Voraussetzungen für die statistischen Datenanforderungen und Meldepflichten der Stufe 1 geschaffen (siehe ausführlicher dazu Regulatory Blog Beitrag: „AnaCredit – 2. Update zum Analytical Credit Dataset der EZB“ vom 8. Dezember 2015). Darin ist eine Meldepflicht für umfangreiche Kredit- und Kreditrisikodaten auf Einzelvertragsebene ab März 2018 vorgesehen (zum Thema auch: „Analytical Credit Dataset – das granulare Kreditregister der EZB ab 2017/2018“ auf unseren FS-Branchenseiten).

Allerdings liegen die finalen Anforderungen der AnaCredit-VO noch nicht vor, ebenfalls noch offen sind Details zu den weiteren ab 2019 geplanten Implementierungsphasen von AnaCredit.

Zeitplan für weitere Änderungen im Millionenkreditmeldewesen

Vor dem Hintergrund der nunmehr absehbaren Umsetzungsaufwendungen und der genannten Unsicherheiten der weiteren AnaCredit-Implementierungsstufen haben sich Deutsche Bundesbank, BaFin und BMF darauf verständigt, dass die Umsetzung der geplanten weiteren Änderungen im Millionenkreditmeldewesen letztmalig um weitere zwei Jahre auf den 1. Januar 2019 verschoben werden soll. Zusätzlich soll begleitend mit der Fortentwicklung der Meldeanforderungen für die AnaCredit-Verordnung national geprüft werden, ob und inwieweit das Millionenkreditmeldewesen mit der AnaCredit-Verordnung konvergiert und abgelöst werden kann.