Kategorie: Basel III

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Basel III RSS-Feed

Die neue Basel IV/CRR II Academy 2019 mit Fokus auf den deutschen Markt und die Standardansätze !

Herzlich willkommen zur Basel IV/CRR II Academy 2019 !

Nach dem überragenden Erfolg unserer internationalen Basel IV Academy bieten wir nun eine verkürzte Version unserer Basel IV/CRR II Academy in deutscher Sprache mit dem Fokus auf den deutschen Markt und die Standardansätze an.

Denn Basel IV wird in den nächsten fünf Jahren eine der größten Herausforderung für die Finanzmarktbranche darstellen. Die Regelungen werden Auswirkungen auf die Berechnung der risikogewichteten Aktiva und die Kapitalquoten aller Banken haben und damit ihre Strategien und Geschäftsmodelle grundlegend beeinflussen. Teile von Basel IV sind bereits auf dem Weg über die „CRR II“ innerhalb der EU umgesetzt zu werden.

Die Änderungen werden die Banken dazu zwingen, ihre Risiko- und Governance-Strategien zu überdenken, neu zu bewerten und im Rahmen ihrer Geschäftsmodelle und strategischen Planungen besser einzubringen. Dies setzt Detailwissen um die bevorstehenden Reformen voraus.

In unserer zweitägigen Basel IV/CRR II Academy vom 11. bis 12. März 2019 widmen wir uns allen relevanten Risikoarten rund um Basel IV sowie der fortschreitenden Umsetzung auf europäischer Ebene in der CRR II.

 

 

In unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 vermitteln wir Ihnen vertiefte Kenntnisse unter anderem zu:

•   risikosensitiven Berechnungen im Kreditrisikostandardansatz (KSA) mit neuen Forderungsklassen
•   IRB und den neuen Möglichkeiten bei der Verwendung interner Modelle
•   neuen Verbriefungsregeln
•   dem neuen Marktpreisrisiko Standardansatz (FRTB) und der neuen Bankbuch-/Handelsbuchdefinition
•   dem neuen Standardansatz für Kontrahentenausfallrisiken (SA-CCR) und der Revised CVA Risk Capital Charge
•   den neuen Ansätzen zur Unterlegung des operationellen Risikos und den komplexen Anforderungen an die Offenlegung
•   weiteren Änderungen durch die CRR II Einführung im Bereich TLAC/MREL, RWA, Leverage Ratio und NSFR.

Mit unserer einzigartigen Kombination aus Präsenzschulung, Fallstudien und Diskussion ermöglichen wir Ihnen, die Details der anstehenden Regelung genau zu verstehen und die Auswirkungen auf ihr individuelles Geschäftsmodell zu erkennen und optimal zu nutzen.

Treffen Sie unsere Experten aus der Basel IV Initiative, die Sie mit ihrer großen Erfahrung aus der Prüfung und Beratung von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern auf nationaler und internationaler Ebene auf die anstehenden Herausforderungen aus Basel IV vorbereiten.

Alle Informationen zu Anmeldung, Agenda und Teilnahmegebühren finden Sie hier: http://www.pwc-events.com/BaselIV-Academy2019

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserer Basel IV/CRR II Academy 2019 begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Neisen

PwC Global Basel IV Leader

Bereit für Basel III Monitoring und Basel IV QIS?

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) untersucht im Rahmen der Basel III monitoring exercise regelmäßig zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni die quantitativen Auswirkungen der Baseler Eigenkapitalreformen und den damit verbundenen Liquiditätsstandards (Basel III Monitoring Report). Die Anforderungen an die Methodik der Auswirkungsanalyse (QIS) sind umfassend. Insbesondere die hohen Erwartungen an die Datenverfügbarkeit erfordern eine frühzeitige Vorbereitung im gesamten Bankensektor. Die kommende Basel III Monitoring Exercise des BCBS wird sich erstmals auch auf die neuen Basel IV-Anforderungen beziehen.

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil II: CVA, operationelle Risiken und Floor-Regelungen

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben.

In Teil I unseres Beitrag haben wir die Änderungen vorgestellt, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen („Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA“ vom 08. Januar 2018). Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

CVA Risk Capital Charge

Das neue Baseler Rahmenwerk zur Bestimmung der aufsichtsrechtlichen CVA Risk Capital Charge (BCBS 325) wurde im Jahre 2015 mit insgesamt drei Ansätzen (IMA-CVA, SA-CVA und BA-CVA) für die Konsultation freigegeben. Nach Durchführung der Konsultation sowie weiterer Auswirkungsstudien entschloss der Baseler Ausschuss sich dazu, den IMA-CVA-Ansatz aus dem CVA-Rahmenwerk zu streichen. Mit Veröffentlichung des finalen CVA-Rahmenwerks steht nun fest, dass der Ausschuss an diesem Plan festgehalten hat und die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge entweder auf Basis des SA-CVA oder des BA-CVA-Ansatzes erfolgen muss. Darüber hinaus hat der Baseler Ausschuss die Ergebnisse der im Februar 2016 durchgeführten Auswirkungsstudie zum Anlass genommen, die Kalibrierung des finalen BA-CVA-Ansatzes anzupassen. Einerseits werden die im Rahmen der besagten Studie vorgegebenen Risikogewichte beibehalten, die deutlich unter denen des Konsultationspapiers liegen sowie ein weiteres Bucket zur Abfrage „anderer Sektoren“ eingeführt. Andererseits wurde der sogenannte Beta-Faktor angepasst, was zu einer weiteren Reduktion der Kapitalanforderungen führt.

Weitere nennenswerte Änderungen innerhalb des finalen CVA-Rahmenwerks basieren auf dem Proportionalitätsgedanken. So enthält das finale CVA-Rahmenwerk eine Materialitätsschwelle zur vereinfachten Festlegung der regulatorischen CVA-Kapitalanforderung für Banken mit nicht-signifikanten Derivate-Portefolien. Demnach dürfen Institute, deren nicht-zentral-geclearte Derivate ein Nominalvolumen von (brutto) bis zu 100 Mrd. EUR aufweisen, ihre regulatorische CVA- Kapitalanforderung pauschal mit jenem risikogewichteten Kapitalbetrag gleichsetzen, der für das Gegenparteiausfallrisiko bestimmt wird. Sofern von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht wird, dürfen risikomindernde Effekte aus dem Hedging keine Berücksichtigung finden. Ferner unterliegt bei Ausübung des Wahlrechtes das gesamte Portfolio der hier beschriebenen Behandlung.

Auch die Anpassungen innerhalb des BA-CVA in seiner Rolle als Standardansatz, dessen Anwendung im Gegensatz zum SA-CVA nicht die Zustimmung einer Aufsichtsbehörde erfordert, basieren auf der Proportionalität. So stellt der Baseler Ausschuss den Instituten, die ihre CVA-Risiken gezielt nicht absichern, eine reduzierte und somit vereinfachte BA-CVA-Formel zur Verfügung, in der Hedging-Transaktionen entsprechend keine Berücksichtigung finden.

Operationelle Risiken

Mit dem „Standardansatz für das operationelle Risiko“ wurden beide Vorhaben des Baseler Ausschusses – die Zusammenführung der beiden bisherigen Ansätze (Basisindikator- und Standardansatz) sowie die Abschaffung des fortgeschrittenen Messansatzes (AMA) – final umgesetzt. Die Funktionsweise basiert weiterhin auf dem im ersten Konsultationspapier (BCBS 291) eingeführten Grundprinzip des Business Indicator (BI), der einem größenabhängigen Bucket zugeordnet wird. Im Vergleich zum zweiten Konsultationspapier (BCBS 355) reduziert sich die Anzahl der Buckets von fünf auf drei. Auch bei der Berechnung der einzelnen Bestandteile des BI wurden Anpassungen vorgenommen (u.a. Herabsetzung des Faktors für verzinsliche Aktiva von 3,25 auf 2,25 Prozent). Die Formeln wirken insgesamt übersichtlicher, teilweise allerdings zu Lasten möglicher Erleichterungen, wie beispielsweise für provisionsabhängige Geschäftsmodelle.

Den drei Buckets sind feste Koeffizienten zugeordnet, aus deren Multiplikation mit dem jeweiligen BI die BI Komponente resultiert. Die Eigenmittelanforderungen für Banken in Bucket 1 entsprechen denen der BI Komponente. Bei Banken in den Buckets 2 und 3 ergeben sich die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der BI Komponente mit dem Multiplikator interner Verluste (ILM). Den nationalen Aufsichtsbehörden wird in diesem Zusammenhang ein Wahlrecht eingeräumt, auch von den Instituten in Bucket 1 die Berücksichtigung historischer Verlustdaten zu verlangen – oder den Banken selbst ein Wahlrecht zu gewähren.

Für alle Banken, die bisher kein internes Verfahren (AMA) verwendet haben und zukünftig in Bucket 2 oder 3 fallen, werden die neuen Regelungen zu komplexeren Berechnungen der OpRisk-Anforderungen führen. Neben den qualitativen Anforderungen an Verlustdaten, die umfangreiche Datenerhebungen und Analysen voraussetzen, definiert der Baseler Ausschuss in BCBS 424 entsprechende Offenlegungspflichten in Bezug auf die internen Verlustdaten. Für diese Banken wird sich durch den neuen Ansatz erstmalig ein effektives OpRisk-Management auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken und somit kompensierend zu den tendenziell steigenden Anforderungen aufgrund der neuen Systematik wirken. Die größten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden sich allerdings voraussichtlich für diejenigen Banken ergeben, die aktuell den AMA nutzen. Hier ist insbesondere aufgrund der vorgegebenen einheitlichen Ermittlung des BI eine deutliche Erhöhung der Kapitalanforderungen zu erwarten.

Floor-Regelung und Inkrafttreten

Ursprünglich wurde der Capital Floor im Rahmen von Basel II (2007) mit dem Ziel eingeführt, dass die Banken auch bei Nutzung interner Modelle zumindest 80% der sich nach Basel I ergebenden Eigenmittel vorhalten sollten. Die nun veröffentlichten Basel IV-Reformen sehen vor, dass der Basel I-Floor durch einen aggregierten Capital Floor (ein Floor für die Summe der RWAs aller Risikokategorien) ersetzt wird. Dieser soll sicherstellen, dass die mit internen Modellen ermittelten RWA nicht geringer als ein bestimmter Prozentsatz der mittels der Standardansätze berechneten RWA sind. Damit wird der Spielraum begrenzt, über den die Banken bei der Ermittlung von Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle verfügen. Durch die Einführung des überarbeiteten Capital Floors soll die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen zwischen den Banken erhöht und die Glaubwürdigkeit in die RWA-Berechnungen der Banken gestärkt werden.

Es ist vorgesehen, dass das neue Rahmenwerk ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden ist. Den Banken werden ab der Erstanwendung Übergangsregelungen für den Capital Floor gewährt: Ausgehend von einem aggregierten RWA-Floor von 50% im Jahr 2022 steigt der Floor jährlich um 5% bis Ende 2026. Der schrittweise Anstieg endet im Jahr 2027; zum 1.Januar 2027 wird der Capital Floor nochmal um weitere 2,5% angehoben und erreicht dann die finale Höhe von 72,5%.

Bei der Anwendung des Capital Floors sind die folgenden Standardansätze einzubeziehen:

  • Kreditrisiko: KSA inkl. Berücksichtigung aufsichtlicher Haircuts für die Kreditrisikominderung,
  • Kontrahentenrisiko: SA-CCR,
  • CVA: SA-CVA, Basis-CVA oder 100% der Kapitalanforderungen für das Kontrahentenrisiko,
  • Verbriefungen: Auf externen Ratings basierender Ansatz (SEC-ERBA), SEC-SA oder ein Risikogewicht von 1.250%,
  • Marktrisiko: FRTB-SA,
  • OpRisk: SA für das operationelle Risiko.

Die finale Höhe der Eigenkapitalanforderungen der Bank ergibt sich schließlich aus dem Maximum der RWA gemäß der genutzten Standard- und interne Modelle-Ansätze des Instituts sowie der RWA nach Anwendung des Capital Floors.

Ausblick

Mit der Veröffentlichung der finalen Basel IV Regelungen geht eine lange und kontrovers geführte Debatte zu Ende. Endlich herrscht für die betroffenen Banken Klarheit, wie die neuen Regelungen aussehen werden und ab wann mit der Einführung zu rechnen ist.

Auch wenn das Jahr 2022 noch in der Ferne zu liegen scheint, ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich im Rahmen von Proberechnungen Gewissheit über die Auswirkungen der neuen Regelungen auf das eigene Portfolio zu verschaffen. Zudem dürften in vielen Häusern in 2018 Vorstudien oder Umsetzungsprojekte für das neue Verbriefungsrahmenwerk (Regulatory Blog: „Basel IV-Channel – Episode 25: Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I“  vom 23. November 2017 oder die CRR II  (dazu auch Regulatory Blog: „EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III“ vom 25. November 2016) anlaufen. Auch hierbei macht es Sinn, die Auswirkungen der Basel IV Regelungen mit zu bedenken, um beispielsweise Schnittstellen oder Datenanforderungen an Tochterunternehmen nicht zweimal anpassen zu müssen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Vorausgegangen waren zum Teile zähe Verhandlungen, insbesondere über die Höhe des sogenannten Capital Floors. Die Veröffentlichung enthält die überarbeiteten Vorgaben zum Kreditrisikostandardansatz (KSA), dem auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA), der CVA Risk Capital Charge sowie für das operationelle Risiko. Zudem wird ein verbindlicher Floor für Banken mit internen Modellen eingeführt.

Durch die Veröffentlichung wird die umfassende Überarbeitung der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen vervollständigt, die bereits neue Vorgaben beispielsweise für Verbriefungen, Derivate (SA-CCR) und Marktrisiken (FRTB) umfasst.

Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben. Teil I unseres Beitrags befasst sich mit den Änderungen, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen. Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

Kreditrisikostandardansatz (KSA)

Durch die finalen Beschlüsse vom 7. Dezember 2017 zu den Basel IV Reformen haben sich für den Kreditrisikostandardansatz gegenüber dem letzten Konsultationspapier (BCBS 347) noch einmal wesentliche Änderungen ergeben. Der Baseler Ausschuss kommt nun den Banken entgegen und hat an vielen Stellen die für die Ermittlung der Eigenmittelanforderungen zu berücksichtigenden Risikogewichte angepasst. Insoweit ist grundsätzlich im Vergleich zum BCBS 347 eine Reduzierung des RWA Anstiegs zu erwarten.

In der Forderungsklasse Banken wurde neben der Kalibrierung der Risikogewichte ein neues Grade (A+) für Forderungen, für die kein Rating verwendet wird, bei denen aber die regulatorischen Mindestkapitalanforderungen sowie die Leverage Ratio deutlich übertroffen werden, eingeführt. Das neue Risikogewicht in Höhe von 30% liegt somit aber weiterhin über dem heute im Regelfall anzuwendenden Risikogewicht auf Basis des Sitzlandprinzips von 20% bei Forderungen an ungeratete deutsche Institute. Unabhängig vom Vorliegen eines Ratings bleibt es zudem bei der präferierten Behandlung von gedeckten Schuldverschreibungen.

Auch für Forderungen gegenüber Unternehmen wurden die Risikogewichte in der finalen Version nach unten korrigiert. Als Unterkategorie zu Unternehmen wird mit den Spezialfinanzierungen eine neue Risikopositionsklasse eingeführt. Im Vergleich zum letzten Konsultationspapier wurden die Risikogewichte für diese um jeweils 20 Prozentpunkte reduziert. Somit liegen die Risikogewichte jetzt zwischen 80% und 130%, wobei ein Risikogewicht von 80% nur für Projektfinanzierungen in der operativen Phase zur Anwendung kommt, wenn diese bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Ein Risikogewicht von 130% kommt hingegen zur Anwendung, wenn das finanzierte Projekt noch nicht operativ genutzt wird, sondern noch in Erstellung ist.

Die wohl größten Änderungen gibt es im Bereich Immobilienfinanzierungen. Sowohl für die durch Wohnimmobilien besicherten Forderungen als auch bei den durch Gewerbeimmobilien besicherten Forderungen wurde der Loan-to-Value (LTV) Ansatz umgesetzt. Im Vergleich zum BCBS 347 sind auch hier die Risikogewichte reduziert worden. Gleichzeitig hat man das Realkreditsplitting, unter Sicherstellung des Hard Tests, beibehalten. Bei der Finanzierung des Erwerbs oder der Erstellung von Immobilien (Acquisition, Development and Construction – ADC) gibt es eine Erleichterung für durch Wohnimmobilien besicherte Forderungen, bei denen bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllt werden (z.B. Abschluss von Vorverkaufs- und Vorvermietungsverträge im gewissen Umfang, Vorhandensein von ausreichendem Eigenkapital). Das Risikogewicht wurde reduziert und beträgt noch 100% anstelle von 150%. Je nach Wahl des Ansatzes (LTV oder Realkreditsplitting) sind die Auswirkungen durch die Institute zu analysieren, da abhängig von der Zusammensetzung des Portfolios beide Ansätze Vorteile bieten können. So ist das Realkreditsplitting beispielsweise bei hohen Beleihungswertausläufen vorteilhafter als der LTV-basierte Ansatz, während bei LTVs zwischen 70% und 80% der LTV-basierte Ansatz zu niedrigeren Risikogewichten führt als das Realkreditsplitting.

Bei Beteiligungsrisikopositionen ist eine Unterkategorie für nicht gelistete, hochvolatile bzw. spekulative Beteiligungen eingeführt worden. Diesen ist zukünftig ein Risikogewicht von 400% zuzuweisen. Nachrangige Positionen und auch TLAC Verbindlichkeiten erhalten ein Risikogewicht von 150%. Für alle anderen Beteiligungspositionen bleibt es bei einem Risikogewicht von 250%, wie bereits durch BCBS 347 vorgeschlagen. Somit kommt es zu einem signifikanten Anstieg im Vergleich zu den Vorgaben des aktuellen KSA, die ein Risikogewicht von 100% vorsehen.

Mit „Transactors“ wird es im Mengengeschäft eine neue Unterkategorie geben, welcher beispielsweise Kreditkartenforderungen zuzuordnen sind. Dieser Risikopositionsklasse kann im Gegensatz zum allgemeinen Risikogewicht von 75 %im Mengengeschäft ein Risikogewicht von 45% zugeordnet werden, sofern die dieser Risikopositionsklasse zugeordneten Forderungen innerhalb der letzten 12 Monate immer fristgerecht bedient wurden.

Des Weiteren wurde der Multiplikator von 1,5 für den Fall von Währungsinkongruenzen aus BCBS 347 beibehalten. Der anzuwendende Kreditkonversionsfaktor für unbedingt kündbare Linien wurde auf 10% (bisher 0%) festgelegt, bei nicht unbedingt kündbaren Linien beträgt er laufzeitunabhängig 40% (bisher 20% bzw. 50%). Weiterhin wurden die Risikogewichte für ausgefallene Positionen gegenüber dem Konsultationspapier angepasst und entsprechen jetzt wieder weitgehend den aktuellen Regelungen der CRR.

Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRBA)

Die finalen Basel IV Regelungen sehen Einschränkungen im Anwendungsbereich des IRB Ansatzes vor, die allerdings nicht so weit gehen, wie in der Konsultationsphase angedacht. So wird die Nutzung des IRB Ansatzes für Beteiligungspositionen grundsätzlich untersagt. Für Forderungen an Banken und an große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr 500 Mio Euro wird der fortgeschrittene IRBA wegfallen, der einfache IRB Ansatz (Schätzung der PD, nicht aber von LGD und CCF) aber weiterhin zulässig bleiben. Für Unternehmen unterhalb der genannten Schwelle sowie das Mengengeschäft bleiben einfacher und fortgeschrittener IRBA zulässig. Das Gleiche gilt auch für Spezialfinanzierungen und Forderungen an Zentralstaaten.

Neben den Vorgaben zum IRB-Anwendungsbereich sieht der Baseler Ausschuss auch geänderte Vorgaben für die Parameterschätzung vor. So wird die Mindest-PD von aktuell 0,03% auf 0,05% erhöht. Im einfachen IRBA vermindern sich die vorgegebenen Werte für die LGD sowohl bei besicherten Positionen wie auch im Fall von unbesicherten Unternehmensforderungen (40% anstelle von aktuell 45%). Und auch im fortgeschrittenen IRB Ansatz ergeben sich Änderungen, so beispielsweise der LGD-Floor für unbesicherte Positionen in Höhe von 25%.

Schließlich entfällt der IRBA Skalierungsfaktor von 1,06 ersatzlos.

Einen Überblick über die Neuerungen im Zusammenhang mit CVA Risk Capital Charge, operationellen Risiken und den Floor-Regelungen finden Sie demnächst im zweiten Teil unseres Beitrags: „Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva“.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

 

Basel IV-Channel – Episode 26: Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat am 07. Dezember 2017 die finalen Beschlüsse zu seinen Basel IV Reformen veröffentlicht. Damit wurden insbesondere die Regelungen in Bezug auf den Kreditrisiko-Standardansatz, den IRB-Ansatz, die Ermittlung des CVA-Risikos, des operationellen Risikos und natürlich die Höhe und die Berechnung des „Capital Floors“ überarbeitet. Im Vergleich zu den vorhergehenden Konsultationspapieren ergeben sich zahlreiche und teilweise erhebliche Änderungen, die sich in unterschiedlicher Form auf die Kapitalbelastung für Banken auswirken werden.

Grund genug, den Änderungen zu Basel IV eine besondere Folge des Basel IV-Channels zu widmen. In unserer aktuellen Folge des Basel IV-Channels:
 
„Weihnachtsgrüße aus Basel: BCBS finalisiert Basel IV“
 
stellen wir Ihnen die wesentlichen Neuerungen der Veröffentlichung aus Basel vor. Unsere Experten geben Ihnen einen Überblick über die Reformen und die möglichen Auswirkungen.
 

Diese Folge des Basel IV-Channels können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

Regulatory Roadshow 2017 – PwC lädt ein zum Regulatory BBQ im Regulatory Saloon

Auch in 2017 bleibt das Thema „Bankenregulierung“ in Europa in Bewegung. Der Baseler Ausschuss steht kurz vor dem Abschluss der Arbeiten für die Finalisierung von Basel III („Basel IV“). Zudem hat die Europäische Kommission im November 2016 erste Entwürfe für die Umsetzung verschiedener Baseler Vorschriften zu Basel III/Basel IV, wie z. B. die Regelungen zur Überarbeitung der Marktrisiken („FRTB“) oder den Standardansatz für Kontrahentenrisiken veröffentlicht. Somit hält Basel IV Einzug in europäisches Bankenaufsichtsrecht. Des Weiteren steht die Veröffentlichung der neuen MaRisk unmittelbar bevor und auch die EBA hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von wichtigen Guidelines und RTS veröffentlicht. Darüber hinaus geht die „TRIM-Exercise“ der Europäische Zentralbank in die nächste Phase.

Banken stehen damit vor der Herausforderung, die Folgen neuer Regulierungsanforderungen auf ihre Geschäftsmodelle abzuschätzen, sich auf die europäische Umsetzung erster Anforderungen einzustellen und gleichzeitig die neuen Veröffentlichungen der EBA zu berücksichtigen.

Wir laden Sie herzlich zu unserer Regulatory Roadshow 2017 ein. Wir bieten Ihnen eine kompakte Übersicht über die anstehenden Vorhaben auf Baseler und europäischer Ebene, dem aktuellen Stand zu dem Thema MaRisk sowie den neuen Entwicklungen im Bereich SSM, SREP und TRIM.

Unser Regulatory BBQ 2017 steht unter dem Motto:

Welcome to the Regulatory Saloon

  • High noon in Basel City:

Die Finalisierung von Basel IV

  • Zwei glorreiche Halunken – CRR II und CRD V:

Die Umsetzung von Basel in der EU kommt

  • Sein Name ist Nobody

Offenlegung: die neue große Herausforderung

  • Für ein paar Dollar mehr:

ICAAP, ILAAP, SREP, IRRBB, MaRisk

  • Wild, wild IRBA –

Vier Fäuste für Basel: PD, LGD, EaD und CCF

  • EBA Unchained:

    Future of IRB

  • Spiel mir das Lied von TRIM

  • Die glorreichen Neun

Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen IFRS und Aufsichtsrecht

  • Der Schatz im Silbersee

Data Analytics

Lassen Sie sich von unseren Experten umfassend über die künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen informieren – wir freuen uns auf Sie!

Termine und Veranstaltungsorte

04.05.2017, Berlin

11.05.2017, Frankfurt a. M.

29.05.2017, Stuttgart

12.06.2017, Hamburg

14.06.2017, Hannover

20.06.2017, Frankfurt a. M.

04.07.2017, Düsseldorf

11.07.2017, München

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Wir würden uns freuen, Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

International venues

We look forward to meeting you also in:

The Netherlands (Amsterdam)

Greece (Athens)

Romania (Bucharest)

Ireland  (Dublin)

Turkey (Istanbul)

United Kingdom (London)

Luxembourg (Luxembourg)

Spain (Madrid)

Italy (Milano)

France (Paris)

Latvia (Riga)

Sweden (Stockholm)

Poland (Warsaw)

Austria (Vienna).

Detailed information on our international Roadshow 2017 is available on request.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich online über www.pwc-events.com/basel4-Roadshow zur Veranstaltung an. Es öffnet sich eine Webseite mit weiteren Veranstaltungsinformationen.

Wir freuen uns, Sie bei unserem Regulatory BBQ 2017 begrüßen zu dürfen.

Herzlichst,

Ihr Martin Neisen

Global Basel IV Leader

Further enhancements of the Basel framework („Basel IV“) – auf einen Blick und aktualisiert

Offiziell geht es um die Finalisierung von „Basel III“ – nach Meinung vieler Bankenvertreter reichen die Anforderungen des Baseler Ausschusses inzwischen aber so weit, dass in der Branche längst von „Basel IV“ die Rede ist.

Was genau aber fällt unter dieses Stichwort? Welche neuen Vorschriften kommen in den nächsten Monaten und Jahren auf die Banken zu?

Unser Basel IV-Poster bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über alle anstehenden Regulierungsmaßnahmen des Baseler Ausschusses im Zusammenhang mit Basel IV – vom „Capital Floor“ bis zum „SA-CCR“, von den neuen Verbriefungsregeln bis hin zur CVA Capital Charge. Das Poster zeigt die gesetzlichen Grundlagen, benennt die relevanten Baseler Papiere und verdeutlicht die Verbindungen zwischen den einzelnen Regelungen untereinander. Die jetzt vorliegende 2. aktualisierte Auflage haben wir um Hinweise ergänzt, welche Regulierungsmaßnahmen sich innerhalb der Europäischen Union bereits in der Umsetzung befinden.

Basel_IV_Poster-300x212

Sie erhalten hiermit eine kompakte Übersicht aller im Zusammenhang mit „Basel IV“ stehenden regulatorischen Aktivitäten.

Kostenfrei bestellbar in englischer Sprache unter folgenden Links:

Weitere Informationen aus der Welt von Basel IV finden Sie auch hier: „Basel IV!? – The next generation of RWA“.

Mehr Aufsichtsrecht „auf einen Klick“ gibt es in unserer Recherche-Applikation PwCPlus.

EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entwürfe der überarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Ergänzung der Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken. Darüber hinaus enthalten die Entwürfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einführung eines Standardverfahrens für Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen für Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen für Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalität deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einführung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschläge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfängliche Umsetzung bis weit über das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berücksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-Ansätze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ für die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene über einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquiditätsdeckungsquote („LCR“) stellt die Einführung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingeführten Liquiditätsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthält die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der überarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% übernommen. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Geschäfte über einen leicht abgewandelten Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – für die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Geschäftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Darüber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % für viele Banken eine Herausforderung dar und führt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

Während die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung für Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingeführt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen für KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingeführten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschränkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenüber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschränkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU über eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf für die neue CRR sieht nach wie vor für Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenüber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Darüber hinausgehende Beträge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Berücksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten Berücksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ für Beträge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthält der Entwurf für die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. Für bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl für KSA als auch für IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen ähnlich den Vorgaben für Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche Aufträge, werden erfüllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualität sicher
  • Anforderungen an die Qualität und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfüllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien für den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Für kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR müssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jährlich einreichen. Darüber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten für die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsländern gegründet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lässt sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalitätsprinzip gut erkennen. In Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). Für diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumfänge und -frequenzen zur Anwendung. Darüber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Präzisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einführung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ansätze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener Rückstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime über eine Rückrechnung zu kompensieren, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen für Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchführen.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. Während systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass für nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben für die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt für diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lässt sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalitätsprinzip erkennen.

Für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zukünftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu übertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen für STC Verbriefungen erweitert

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat sein finales Rahmenwerk für Verbriefungen vom Dezember 2014 um die Neuregelungen zu „einfachen, transparenten und vergleichbaren“, so genannten (simple, transparent, comparable) STC-Verbriefungen ergänzt und am 11. Juli 2016 als überarbeiteten Standard zu der regulatorischen Behandlung von Verbriefungspositionen veröffentlicht (Revisions to the securitisation framework (BCBS 374)).

Hintergrund

Den Aktualisierungen im Verbriefungsregelwerk sind zwei Veröffentlichungen aus Basel hinsichtlich der STC Verbriefungen vorausgegangen. Ziel der im Juli 2015 zusammen mit der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) veröffentlichten, finalen Kriterien für die Identifizierung der STC Verbriefungen (Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations (BCBS 332)) ist es, einen Markt für qualifizierte Verbriefungen zu etablieren, der sowohl für Investoren als auch für Originatoren und andere Parteien mit treuhänderischen Verantwortungen die Vergleichbarkeit solcher Verbriefungen erhöhen soll. Zudem soll eine verstärkte Transparenz der Verbriefungsstrukturen eine zuverlässigere Einschätzung der mit diesen Strukturen verbundenen Risiken und Erträge hervorbringen.

Darüber hinaus hat der BCBS im November 2015 ein Konsultationspapier über die Kapitalunterlegung für STS Verbriefungen (Capital treatment for „simple, transparent and comparable“ securitisations – consultative document ( BCBS 343 )) publiziert. Dabei wurden die Kriterien für STC Verbriefungen vom Juli 2015 um spezifische Kapitalvorschriften für diese Transaktionen erweitert. In diesem Papier schlägt der BCBS grundsätzlich eine Reduzierung der Eigenmittelanforderungen für STC Verbriefungen vor.

Nach der Konsultationsphase und einer quantitativen Auswirkungsstudie (QIS) hat der Baseler Ausschuss die STC Kriterien und die Kalibrierung der STC-Kapitalvorschriften finalisiert (vgl. BCBS 374).

Die STC Kriterien

Die Merkmale von qualifizierten oder STC-Verbriefungen zielen darauf ab, dass die mit Verbriefungsstrukturen verbundenen Risiken durch Anforderungen an die Ausgestaltung der Struktur, der Auswahl der verbrieften Vermögenswerte (Underlyings) und an das Reporting über die Wertentwicklung verringert werden. Diejenigen „nicht-ABCP“- und „True-Sale“-Transaktionen, die diese Eignungskriterien für STC-Verbriefungen erfüllen, sollen grundsätzlich mit einem geringeren strukturellen und Modellrisiko verbunden sein. Die Änderungen sind mit dem Ziel der Neubelebung eines vertrauenswürdigen Verbriefungsmarkts verbunden. Letztlich soll damit die Unternehmensfinanzierung gefördert werden.

Im Hinblick auf die Eigenkapitalunterlegung sind STC-Verbriefungstransaktionen nur dann begünstigt, wenn sie neben den bereits genannten auch zusätzliche Kriterien erfüllen. Diese sind:

    • Die zugrundeliegenden Risikopositionen müssen zum Portfolio-Abschlussstichtag den Bedingungen des KSA entsprechen und nach Risikominderung sind die standardisierten Risikogewichte wie folgt festgelegt:
      • [40%] auf den gewichteten Durchschnittswert der gesamten Positionen im Portfolio, die durch Wohnbauhypotheken oder Garantien gesichert sind
      • [50%] auf einzelne Positionen, die durch gewerbliche Hypotheken besichert sind
      • [75%] auf einzelne Mengengeschäftspositionen
      • [100%] auf jegliche andere einzelne Positionen
    • Eine explizitere Definition der Granularität: der Anteil von Risikopositionen gegenüber einem einzelnen Schuldner an dem gesamten Pool zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Verbriefung darf 1% nicht übersteigen.

Im finalen Dokument ist eine Bedingung für die Anrechnung als STC Verbriefung, welche die Verwendung eines Third-Party-Servicer außer bei RMBS ausschließen sollte (D 17), entfallen. Die restlichen Bedingungen (A1-D16) bleiben im Wesentlichen unverändert.

Neukalibrierung der wesentlichen Parameter für die STC Verbriefungen

Die Berechnungsansätze und die Anwendungshierarchie sind gegenüber dem Konsultationspapier unverändert geblieben (Siehe hierzu den Blogbeitrag: „Baseler Ausschuss – Finales neues Rahmenwerk für Verbriefungen“ vom 22. Juli 2015). In Anlehnung an die Ergebnisse einer quantitativen Auswirkungsstudie wurden jedoch wesentliche Parameter, die in dem methodischen Rahmenwerk genutzt werden, neu kalibriert. Konkret sinkt die Risikogewichtsuntergrenze (floor) von 15% für vorrangige Verbriefungspositionen auf 10% für vorrangige STC Verbriefungspositionen. Darüber hinaus beinhaltet die Ermittlung des aufsichtlichen Parameters p für STC-Verbriefungen im SEC-IRBA nun den Faktor x, der auf 0,5 gesetzt ist, während im Konsultationspapier, Werte im Intervall [0,6; 0,8] vorgesehen waren. Im SEC-SA sinkt der aufsichtliche Parameter p von 1 für nicht-STC Verbriefungen auf 0,5 für STC-Verbriefungen ab.

Fazit

Die Änderungen der Eigenkapitalbehandlung von STC Verbriefungen privilegieren STC-konforme Transaktionen durch tendenziell geringere Risikogewichte, insbesondere für die vorrangigen Tranchen, was deren Emission ankurbeln soll. Dennoch ist das überarbeitete Regelwerk an einigen Stellen nach wie vor konservativer als das bestehende CRR-Verbriefungsrahmenwerk. Beispielsweise liegt der verringerte Floor für die Risikogewichtung von STC-Verbriefungen in Höhe von 10% dennoch über dem aktuell geltenden CRR-Mindestrisikogewicht von 7%. Institute sollten daher genauer durchrechnen, wie hoch die Auswirkungen auf die Risikogewichte bzw. Kapitalkosten infolge der Modifikationen tatsächlich sind.

Dabei ist zu beachten, dass die privilegierte Kapitalbehandlung ausschließlich für Verbriefungen zulässig ist, die die umfangreichen STC Kriterien erfüllen. Bereits die Nicht-Einhaltung einer einzigen Anforderung kann zu wesentlich höheren Risikogewichten führen und signifikant höhere Kapitalanforderungen nach sich ziehen. Die Anforderungen an die Ausgestaltung von Verbriefungsstrukturen und deren Dokumentation gewinnen insoweit weiterhin an Bedeutung.

Der Zeitplan für die Umsetzung des überarbeiteten Verbriefungsrahmenwerks wird gemäß den ursprünglichen Bestimmungen beibehalten; das Rahmenwerk soll ab dem 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Unklar ist, welche Auswirkungen die finalen Kriterien des BCBS 374 auf die folgenden Entwürfe der Europäischen Kommission zum Verbriefungsregelwerk haben werden:

Diese beinhalten aktuell bereits eigene Kriterien zur Identifizierung von einfachen, standardisierten und transparenten (simple, transparent, standardised) oder STS-Verbriefungen, die den STC Kriterien des Baseler Ausschusses sowie auch den geringeren Kapitalanforderungen für STC-Verbriefungen ähneln. Damit setzt BCBS 374 vergleichbare Anreize, verstärkt in solche Verbriefungen zu emittieren bzw. in diese zu investieren. Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß die Anforderungen aus BCBS 374 Eingang in das finale, für das Jahr 2016 angekündigte EU-Verbriefungsregelwerk finden.

Konsultationspapier der Europäischen Kommission – Umsetzung der NSFR in der EU

Am 26. Mai 2016 hat die Europäische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema Umsetzung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) in der Europäischen Union (Consultation Document: On Further Considerations for the implementation of the NSFR in the EU) veröffentlicht.

Ausführliche Informationen zur NSFR finden sich im Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015. Zudem hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht zuletzt ein lang erwartetes FAQ-Dokument zur NSFR veröffentlicht (Basel III – The Net Stable Funding Ratio: frequently asked questions (BCBS 375)).

Hintergrund

Bereits im Dezember 2015 hat die EBA in ihrer Stellungnahme zur Kalibrierung der NSFR im europäischen Kontext eine Reihe von Vorschlägen für den Umgang mit europäischen Besonderheiten konkretisiert (EBA Report on Net Stable Funding Requirements under Article 510 of the CRR (EBA/OP/2015/22)). Daneben lassen zahlreiche Rückmeldungen der Konsultation „Call for Evidence – EU Regulatory Framework for Financial Services“ („Call for Evidence“) der Europäischen Kommission den Schluss zu, dass mit Einführung der NSFR die Finanzierung der Real-Wirtschaft eingeschränkt werden könnte.

Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens der Europäischen Kommission zur Einführung der NSFR soll die Konsultation zur Umsetzung der NSFR dazu dienen, den EBA-Report zu ergänzen sowie die Rückmeldungen des „Call for Evidence“ zu konkretisieren.

Wesentliche Inhalte

  • Auswirkungen einer NSFR Implementierung

Die EBA kommt in Ihrer Stellungnahme zu dem Schluss, dass sich die BCBS Standards zur NSFR nicht nachteilig auf die Kreditvergabe, Vermögensmärkte oder Handelsbuchpositionen von Finanzinstituten auswirken. Andererseits deuten Rückmeldungen des „Call for Evidence“ der Europäischen Kommission auf Auswirkungen u.a. auf den Bond-Märkten hin. Da möglicherweise betroffene Bankaktivitäten, Transaktionen oder Geschäftsmodelle nicht hinreichend konkretisiert wurden, bittet die Europäische Kommission neben Angaben über die erwarteten Einschränkungen um genauere Rückmeldungen zu den Effekten einer NSFR-Einführung.

  • Derivative Transaktionen

Zur Ermittlung des erforderlichen Betrags an stabiler Refinanzierung für Derivatekontrakte schlägt der BCBS NSFR Standard ein mehrstufiges Vorgehen vor, welches zur Konsultation steht: Im ersten Schritt werden Derivateforderungen bzw. –verbindlichkeiten anhand ihrer positiven bzw. negativen Wiederbeschaffungswerte bestimmt und mit erhaltenen bzw. gestellten Sicherheiten (Variation Margins) verrechnet. Im nächsten Schritt werden die ermittelten Derivateverbindlichkeiten mit den Derivateforderungen aufgerechnet. Während ein Überhang an Derivateverbindlichkeiten nicht als Quelle stabiler Refinanzierungsmittel angesehen wird, muss ein Überhang an Derivateforderungen mit stabilen Refinanzierungsmitteln unterlegt werden (RSF 100%). Zusätzlich verlangt der BCBS NSFR Standard verfügbare stabile Refinanzierung in Höhe von 20% der Derivateverbindlichkeiten vor Aufrechnung von Sicherheiten.

Die EBA unterstützt die Vorgehensweise sowie den 20%-igen RSF-Aufschlag für Derivateverbindlichkeiten, da Sicherheitennachschüsse angemessen abgebildet würden. Die Europäische Kommission sieht hingegen die Dynamik eines Derivateportfolios über ein Jahr nicht angemessen berücksichtigt, weswegen das zukünftige Funding Risiko unter- bzw. überschätzt werden kann. Derzeit prüft die Europäische Kommission die Verwendung andere Methoden zur Bestimmung des zukünftigen Funding Risikos von Derivateverbindlichkeiten und schlägt insbesondere den Standardised Approach für Counterparty Credit Risk (SA-CRR) als einen risikoorientierten Ansatz zur Konsultation vor.

  • Kurzfristige Transaktionen zwischen Finanzinstituten

Der BCBS NSFR Standard sieht eine asymmetrische Behandlung von kurzfristigen Kreditvergaben (inkl. Reverse Repos) an Finanzinstitute bzw. aufgenommene Refinanzierungsmittel (inkl. Repos) von Finanzinstituten vor. Refinanzierungsmittel mit einer Laufzeit bis zu sechs Jahren erhalten einen ASF-Faktor von 0%. Für die kurzfristige Kreditvergabe an andere Finanzinstitute wird je nach Art der Besicherung hingegen ein RSF-Faktor von 10% bzw. 15% gewählt. Die Europäische Kommission stellt diese Vorgehensweise zur Konsultation und bittet um Vorschläge für alternative Vorgehensweisen.

  • Anwendung des Proportionalitätsprinzips

Für den Anwendungsbereich der NSFR auf europäischer Ebene schlägt die Europäische Kommission ein analoges Vorgehen wie für den Anwendungsbereich der LCR vor und bittet um Rückmeldung an welchem Kriterium das Proportionalitätsprinzip ausgerichtet werden kann.

Ausblick / Fazit

Finanzinstitute sollten die Konsultation nutzen, um sich genauer mit den Auswirkungen der NSFR auf ihr Institut zu beschäftigen. Einen Überblick gibt das Poster zur Übersicht der Liquiditätsanforderungen von PwC. Es zeigt die gesetzlichen Grundlagen sowie das Zusammenspiel der einzelnen Regelungen untereinander (die Auswirkungen in den einzelnen Säulen der Bankenaufsicht), die einzuhaltenden Quoten, relevante Meldetermine und viele weitere wichtige Informationen rund um das Themengebiet Liquidität.