Kategorie: Basel III

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Neues „Tuning“ bei Basel III ?

Hintergrund

Der Gouverneursrat des Baseler Ausschusses, hat dem geplanten Reformpaket vom Dezember 2009 "Consultative proposals to strengthen the resilience of the banking sector "  und " International Framework for Liquidity Risk Measurement, Standards and Monitoring“  im wesentlichen zugestimmt, aber auch weitere Modifikationen angekündigt.

Die wesentlichen Aspekte

  • Leverage ratio ("Verschuldungsgrenze")

Die Leverage Ratio zeigt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzaktiva zuzüglich außerbilanziellen Positionen. Als volumenbasierte, risikounabhängige Kennziffer soll sie dazu beitragen, übermäßige Leverageeffekte zu vermeiden. Die Kennziffer soll so kalibriert werden, dass sie als glaubwürdige zusätzliche Maßzahl zu den risikobezogenen Anforderungen der Säule 1 dient.  Der  Baseler Ausschuss schlägt jetzt eine Tier 1 Leverage Ratio von 3% vor. Damit können sich Institute mit dem 33-fachen ihres Kernkapitals verschulden. Allerdings wird diese Grenze zunächst auch nur als Beobachtungsgröße im Rahmen eines Parallellaufs überwacht. Erst 2018 soll hier  Verbindlichkeit erreicht werden. Damit dieses Instrument nicht den Wettbewerb verzerrt, ist die Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften eine essentielle Voraussetzung für die Wirksamkeit.

  • Regulatory buffers (Kapitalpuffer)

Geplant ist die Einführung eines capital conservation buffer, der verhindern soll, dass das Kapital  krisenbedingt zu schnell aufgezehrt wird. Weiter ist ein zeitvariabler Kapitalpuffer (countercyclical buffer) vorgesehen, der in Rezessionsphasen der Verlustabsorption dienen soll. An beiden Kapitalpuffern will man festhalten und bis Jahresende weitere Details festlegen.

Nach 2 kommt 3 – oder doch nicht ?

Als Folge der internationalen Finanzmarktkrise reißt die Flut der Änderungen zur Stärkung und  Stabilisierung der internationalen Finanzmärkt nach wie vor nicht ab. Was passiert wann in Basel, Brüssel oder Berlin? – der jeweilige Umsetzungsstand der vorgeschlagenen Änderungen ist nicht leicht zu durchschauen. Die neuen Entwicklungen möchte ich zum Anlass nehmen, Ihnen einen kurzen Überblick zu geben.

Im Juli 2009 veröffentlichte der Baseler Ausschuss eine Überarbeitung des Basel-II-Rahmenwerks („Revisions to the Basel II market risk framework„, „Guidelines for computing capital for incremental risk in the trading book„). Schwerpunkte der Änderungen sind

  • zusätzliche Eigenkapitalanforderungen für die Verbriefungs- und Wiederverbriefungspositionen,
  • eine Verschärfung der Regeln für die Risikounterlegung von Handelsbuchpositionen,
  • Verbesserungen des Risikomanagements von strukturierten Produkten und Off-Balance-Sheet-Aktivitäten.

Unter dem Begriff „Incremental Risk charge“ sollen die Banken nunmehr Eigenmittel für Ausfall-, Migrations-, Kreditspread- und Aktienkursrisiken im Handelsbuch vorhalten, um so das besondere Marktrisiko abzudecken. Gleichzeitig werden auch die Regelungen für das allgemeine Marktrisiko verschärft: Das bisherige Berechnungsverfahren wird um einen Stress-Value at Risk (Stress-VaR) erweitert. Der Stress-VaR ist auf der Grundlage einer Datenhistorie zu ermitteln und dem bislang schon relevanten bekannten VaR hinzuzurechnen. Für die Umsetzung dieser Änderungen des Basel-II-Rahmenwerks war ursprünglich der 31. Dezember 2010 vorgesehen.

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