Kategorie: CRD IV

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der CRD IV RSS-Feed

EBA konkretisiert den aufsichtsrechtlichen CET1-Abzug bilanziell aktivierter Software ‚Äď Konsultation bis zum 9. Juli 2020

Gem√§√ü Artikel 36 CRR m√ľssen immaterielle Verm√∂genswerte, einschlie√ülich Software, vom CET1 abgezogen werden. Im Rahmen der CRR II wurden Sonderregeln eingef√ľhrt, um die regulatorische Behandlung von „vorsichtig bewerteter Software-Aktiva“ zu √§ndern, deren Wert sich im Insolvenzfall nicht wesentlich reduziert. In diesem Fall sind diese immateriellen Verm√∂gensgegenst√§nde in Form von Software nicht vom CET1 abzuziehen. Die European Banking Authority (EBA) wurde beauftragt, einen Entwurf f√ľr einen Regulatory Technical Standard (RTS) zu entwickeln, um festzulegen, wie diese Befreiung von Abz√ľgen im Detail anzuwenden ist.

Im Zusammenhang mit der beschleunigten Einf√ľhrung digitaler Dienste als Folge der Coronavirus-Pandemie wird im Rahmen des CRR Quick fix vorgeschlagen, den Zeitpunkt der Anwendung der Ausnahmeregelung vorzuziehen und den Banken zu erlauben, diese bereits ab Inkrafttreten des RTS anzuwenden.

Am 9. Juni 2020 hat die EBA ihren Entwurf zur Behandlung der CET1-Abzugsposition ‚ÄěSoftware‚Äú ver√∂ffentlicht. F√ľr Banken und Finanzdienstleister wird damit, neben dem NPE-Backstop, eine weitere CET1-Position definiert, bei der regulatorisch bedingte Anpassungen an den Werten der Rechnungslegung vorzunehmen sind. Dabei k√∂nnen in Einzelf√§llen auch Auswirkungen auf die Bilanzierungs-Policies resultieren, da die EBA im Rahmen ihrer Analyse durchaus heterogene Ans√§tze festgestellt hat; ein verst√§rkter Fokus von Pr√ľfer und Aufsicht auf die Bilanzierung von Software, soll k√ľnftig eine ‚Äď soweit m√∂glich ‚Äď einheitlichere Herangehensweise unterst√ľtzen. Materielle Auswirkungen auf den CET1-Abzug erwarten wir insbesondere im Fall umfangreicherer Digitalisierungs-Investitionen, wobei die H√∂he der Abz√ľge durchaus einzelfallspezifisch schwanken und damit auch steuerungsrelevant sein k√∂nnen, wie unsere Analysen zeigen.

Finaler ITS-Entwurf f√ľr die Reporting- und Offenlegungsanforderungen nach CRR II

Am 24. Juni 2020 hat die European Banking Authority (EBA) die finalen Entw√ľrfe zum aufsichtsrechtlichen Meldewesen (EBA/ITS/2020/05) und zur Offenlegung (EBA/ITS/2020/04) nach CRR II ver√∂ffentlicht. √úber den Inhalt der Konsultationspapiere haben wir bereits in unserem Regulatory Blog ausf√ľhrlich berichtet (siehe Reporting nach CRR II und Offenlegung nach CRR II). Als Ergebnis des Konsultationsprozesses wurden teilweise detailliertere Informationen zu den Inhalten der Reporting- und Offenlegungstemplates erg√§nzt sowie ein paar √Ąnderungen an den Templates selbst vorgenommen. Die wichtigsten Anpassungen haben wir f√ľr Sie hier zusammengestellt:

EBA consultation on Future of Stress Test: old wine in new bottles?

On 22 January 2020, the European Banking Authority (EBA) published a discussion paper on possible future changes to the EU-wide stress test. The proposed new stress test framework changes the current approach significantly and will challenge both banks and supervisors. In the new framework, two calculation legs are introduced. First, the supervisory leg mirrors the current framework enhanced by additional top-down components. Second, within the so-called bank leg the EBA proposed a revised methodology that finally breaks with the inflexibility of the constrained bottom-up approach. This change in paradigm will lead to changes regarding governance, processes, implementation and execution of the stress test exercise as well as model development resulting in an additional effort for banks.

20. Handelsblatt Jahrestagung: European Banking Regulation – Neue Entwicklungen in der Bankenaufsicht

Die Jahrestagung von Handelsblatt mit PwC-Beteiligung vom 11. Р13. November 2019 in Frankfurt am Main mit Austauschmöglichkeiten zur europäischen und nationalen Bankenaufsicht

Diskutieren Sie mit renommierten Experten der EZB, EBA, Deutschen Bundesbank, BaFin, SRB sowie Vertretern der Kreditwirtschaft und Verbänden aktuelle Regulierungsfragen. Mit dabei auch der neue Chef der Bankenaufsicht, Andrea Enria und der neue Chef der EBA, José Manuel Campa.

Die Handelsblatt Tagung liefert Antworten auf diese Fragen:

  • Welche Regulierungsprojekte sind in der Pipeline und wie ist der Stand der Umsetzung?
  • Was sind die Aufsichtspriorit√§ten f√ľr 2020?
  • Wie wirkt sich die Regulierung auf die Gesch√§ftsmodelle aus?
  • Wie sind die CRR II/CRD V umzusetzen?
  • Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Regulierung aus?
  • Welche neuen Risiken bedeutet das f√ľr die Gesamtbanksteuerung?
  • Was kommt durch BIRD (Bank‚Äôs Integrated Reporting Dictionary) auf die Banken zu?

Aufsichtsrechtliche Behandlung von Operationellen Risiken im Fokus (Teil 3): Erfolgsfaktoren f√ľr ein ganzheitliches Non-Financial Risk Management und beispielhaftes Projektvorgehen

Eine nachhaltige Risikokultur, verl√§ssliche Governance-Strukturen sowie die Nutzung von neuen Technologien unterst√ľtzen ein ganzheitliches Non-Financial Risk Management (NFR-Management). Auf Basis der in Teil 1 und Teil 2 unserer Beitragsserie zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Operationellen Risiken dargestellten fachlichen Details zu den Themenbl√∂cken NFR und dem √ľberarbeiteten OpRisk Standardansatz gem√§√ü Basel IV, fokussiert sich der dritte und letzte Beitrag auf die Erfolgsfaktoren des NFR-Managements. Dar√ľber hinaus gibt der Beitrag einen Einblick in das PwC-Vorgehensmodell f√ľr eine erfolgreiche Projektdurchf√ľhrung.

How PwC can help banks on their journey to Basel (IV)!

If you don’t want to get lost on the bumpy road to Basel IV, we are more than happy to support you with our team and our expertise.

 

 

More information on Basel IV in our Basel IV-Channel on Youtube and on our Basel IV Website.

Are you interested in finding out how to prepare best for the upcoming challenges ? Then we would like to take the opportunity to draw your attention on the upcoming PwC Basel IV/CRR II Academy 2019 in July. The Basel IV/CRR II Academy 2019 will allow you to develop a thorough understanding of the new regulations. Please click on the link for additional event information and registration.

Das neue Banking Package (Teil 2): Eigenmittel und Konsolidierung ‚Äď wirklich nur marginale √Ąnderungen?

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der Europ√§ischen Union die finalen Entw√ľrfe zur √Ąnderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen Entw√ľrfe der CRR II und der CRD V gebilligt. Im zweiten Teil unserer Beitragsserie zum neuen Banking Package m√∂chten wir Ihnen die √Ąnderungen der CRR II in Bezug auf die Ermittlung der Eigenmittel und die aufsichtsrechtliche Konsolidierung vorstellen ‚Äď zwei Themen also, denen angesichts von FRTB, SA-CCR oder MREL und TLAC keine allzu gro√üe Aufmerksamkeit in den bisherigen Diskussionen zuteil wurde, bei denen aber jede noch so marginal erscheinende √Ąnderung mit erheblichen Auswirkungen verbunden sein kann.

EBA-Konsultation zu RTS zur Homogenität der einer Verbriefung zugrundeliegenden Exposures nach dem neuen Verbriefungsrahmenwerk

Die EBA hat am 15. Dezember einen Entwurf f√ľr einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zur Homogenit√§t der Underlyings einer Verbriefung ver√∂ffentlicht (Draft RTS on the homogeneity of the underlying exposures in securitisation under Art. 20(14) and 24(21) of [Regulation (EU) XXX/201X ‚Ķ laying down a general framework for securitisation and creating a specific framework for simple, transparent and standardised securitisation] (EBA/CP/2017/21)). Der RTS spezifiziert, welche Anforderungen der einer Verbriefung zugrundeliegende Asset-Pool an die Homogenit√§t dieser Assets erf√ľllen muss, um als einfache, transparente, standardisierte Verbriefung (STS-Verbriefung) gem√§√ü der neuen europ√§ischen Verbriefungsverordnung (EU-VVO) eingestuft werden zu k√∂nnen.

Hintergrund

Am 28. Dezember 2017 wurde die neue Verordnung zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens f√ľr Verbriefungen und zur Schaffung eines spezifischen Rahmens f√ľr STS Verbriefung (VO (EU) 2017/2402) im EU Amtsblatt ver√∂ffentlicht. Die neue Verordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Mitte Dezember 2018 ver√∂ffentlichte die EBA das Konsultationspapier zu dem RTS, der Konkretisierungen zu den Anforderungen an die Homogenit√§t von Portfolien nach den Art. 20 und 24 der VO 2017/2042 enth√§lt.

Mit dem Thema Homogenit√§t behandelt die EBA eines der wichtigsten Verbriefungs-Themen als erstes, weil die Zusammensetzung des Asset-Pools ausschlaggebend f√ľr die √∂konomische Vorteilhaftigkeit einer Verbriefung ist. Analysen zum Erfordernis etwaiger Anpassungen des von Verbriefungen betroffenen Gesch√§ftsmodells k√∂nnen demnach bald beginnen.

Inhalt

Ziel der Regelungen ist es, den Investoren die Durchf√ľhrung einer belastbaren Due Diligence- Pr√ľfung des Asset-Pools zu erm√∂glichen und zu vereinfachen, indem dieser m√∂glichst homogen ist. Eine Unterscheidung nach Laufzeiten ist nicht vorgesehen. Daher schl√§gt die EBA vor, f√ľr ABCP- (Art. 24 (15) der EU-VO) und nicht-ABCP-Verbriefungen (Art. 20(8) der EU-VO) dieselben Kriterien zu benutzen. Die EBA hat f√ľr die Beurteilung der Homogenit√§t 4 Kriterien entwickelt. Diese sollen den Investoren helfen, die Risiken aus Verbriefungen besser beurteilen zu k√∂nnen:

  • √Ąhnliche Kreditvergabestandards f√ľr alle Assets im Pool (zus√§tzlich zur Anforderung einer hohen Qualit√§t dieser Standards in Art. 20(5) EU-VVO).
  • Einheitliche Servicing-Standards f√ľr den Asset-Pool (Prozesse, Systeme und Governance des Servicings), um den Investoren die Benutzung derselben Cashflow-Methodik zu erm√∂glichen.
  • Zugeh√∂rigkeit zur selben Asset-Kategorie entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Kategorien sind am Marktstandard ausgerichtet (u.a. durch Hypotheken besicherte Wohnimmobilienkredite, Kreditfazilit√§ten an nat√ľrliche Personen, Autokredite und Autoleasing, Kreditkartenforderungen) und nicht abschlie√üend, um Marktentwicklungen nicht zu behindern (√úberpr√ľfung geplant). Dasselbe Asset kann verschiedenen Kategorien zugeordnet werden (z.B. Private KfZ-Finanzierung sowohl ‚Äěcredit facilities to natural persons‚Äú als auch ‚ÄěAutokredite und Autoleasing‚Äú‚Äěauto loans and auto leases‚Äú).
  • Einheitliche Risikofaktoren des Asset-Pools entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Risikofaktoren (u.a. Schuldnertyp, gestellte Sicherheit, Rang der Sicherheit, Sektor des Verk√§ufers) sollen zur Anwendung kommen, um die einer Kategorie angeh√∂renden Assets im Pool weiter zu differenzieren. Der RTS legt tabellarisch fest, welche Risikofaktoren f√ľr die einzelnen Asset-Kategorien √ľberhaupt zur untersuchen sind (z.B. seniority on collateral bei residential loans). Aus diesen sind dann f√ľr einen konkreten Asset-Pool die tats√§chlich relevanten Risikofaktoren abzuleiten und zu erf√ľllen.

Homogenität und andere Anforderungen

Die EBA stellt klar, dass die Anwendung der Risikofaktoren die geltenden Marktstandards abbilden und keine zusätzlichen Anforderungen schaffen soll. Überdies sollen Homogenitätsanforderungen und die Möglichkeit zur Diversifikation von Risiken im Portfolio in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Der Nachweis der Homogenität des Asset-Pools ist Gegenstand der Offenlegung von Informationen (z.B. im Rahmen der Anzeige der Einhaltung der STS-Kriterien oder anderer Offenlegungspflichten). Anforderungen an die Offenlegung sind nicht Gegenstand des RTS, sondern werden durch die ESMA in separaten technischen Standards festgelegt.

Umsetzung und Inkrafttreten

Die Konsultationsfrist l√§uft bis zum 15. M√§rz 2018. Der finale Entwurf wird dann der Kommission zur Ver√∂ffentlichung im EU-Amtsblatt innerhalb von 6 Monaten zugeleitet. Bei voller Ausnutzung der sechs Monate k√∂nnten den Instituten nur noch 3 Monate f√ľr die Umsetzung der finalen Vorgaben zur Verf√ľgung stehen.

Fazit

Die EBA hat sich f√ľr einen qualitativ gepr√§gten Ansatz f√ľr die Erf√ľllung der Homogenit√§tskriterien entschieden. Die Spielr√§ume, die sich aus den vergleichsweise offen formulierten Asset-Kriterien ergeben, sollen durch die Risikofaktoren wieder beschr√§nkt werden. Vor allem bei letzteren ist offen, wieviel Spielraum die Institute bei der Auswahl der anzuwendenden Faktoren haben werden. Daraus ergibt sich trotz der auf den ersten Blick einfachen Struktur mit vier Kriterien ein weiteres komplexeres Regelwerk.

Die Institute sollten in einem ersten Schritt die Kriterien sowohl auf ihre Bestandsverbriefungen als auch auf die Asset-Pools geplanter Verbriefungen anwenden. Daraus lassen sich Auswirkungen der Homogenitätskriterien auf das Neugeschäft ableiten. Ein Schwerpunkt der Analyse sollte dabei auf der Frage liegen, wie sich unterschiedliche Risikofaktoren auf die Ergebnisse auswirken.

Aufgrund der gro√üen Bedeutung des Themas sollte trotz des noch in der Konsultationsphase befindlichen RTS z√ľgig mit der Umsetzung der Anforderungen gestartet werden. Die Erfahrung aus vergangenen Konsultationen der EBA hat gezeigt, dass die wesentlichen Elemente eines Konsultationspapiers in der Regel nicht mehr ge√§ndert werden.

Sie haben Fragen zum Thema ?

Sprechen Sie unsere Experten an:

Hiltrud Thelen-Pischke

Telefon: +49 69 9585 2141

Mobil:    +49 170 4596135

hiltrud.thelen-pischke@pwc.com

Dr. Philipp Völk

Telefon: +49 9585 3991

Mobil:    +49 1607435320

philipp.voelk@pwc.com

 

„Fast-Track‚Äú-√Ąnderung der Gro√ükreditvorschriften in der CRR

Gemeinsam mit der Einf√ľhrung von √úbergangsvorschriften zur IFRS 9-Erstanwendung (siehe Regulatory Blog-Beitrag:¬†‚ÄěFast Track‚Äú ‚Äď CRR √úbergangsbestimmungen f√ľr die IFRS 9-Auswirkungen auf die regulatorischen Eigenmittel“¬†vom¬† 17. Januar 2018) wurden mit Ver√∂ffentlichung am 27. Dezember 2017 im Amtsblatt der Europ√§ischen Union die √úbergangsvorschriften f√ľr auf die Landesw√§hrung eines EU-Mitgliedsstaats lautende Risikopositionen gegen√ľber √∂ffentlichen Schuldnern in Bezug auf die Gro√ükreditermittlung verl√§ngert (Verordnung (EU) 2017/2395 des Europ√§ischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2017).

Ausgangspunkt der unmittelbar wirksamen √Ąnderung der CRR sind die Ausnahmeregelungen des Art. 400 Abs. 1 lit. a) bis e) CRR, nach denen Risikopositionen, die gegen√ľber Zentralstaaten, Zentralbanken, √∂ffentlichen Stellen sowie regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften der EU-Mitgliedsstaaten bestehen oder durch diese garantiert sind, vollst√§ndig von der Anrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ausgenommen sind, sofern ein KSA-Risikogewicht von 0% vorl√§ge.

Bei den hier also zugrunde liegenden Anforderungen zur Nullgewichtung von Zentralstaaten im KSA ist grunds√§tzlich zu unterscheiden zwischen der rein bonit√§tsabh√§ngigen Einstufung gem√§√ü Art. 114 Abs. 2 CRR und den pauschalen Ausnahmeregelungen gem√§√ü Art. 114 Abs. 4 und Abs. 5 CRR f√ľr Zentralregierungen von EU-Mitgliedsstaaten, die aufgrund ihrer Bonit√§tseinstufung kein KSA-Risikogewicht von 0% erhielten:

  • F√ľr Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten, die schon allein aufgrund ihrer aktuellen Bonit√§tseinstufung (Bonit√§tsstufe 1) gem√§√ü Art. 114 Abs. 2 CRR ein KSA-Risikogewicht von 0% erhalten, ergeben sich keine √Ąnderungen, da die Anforderungen des Art. 400 Abs. 1 CRR zur vollst√§ndigen Befreiung von der Gro√ükreditobergrenze weiterhin erf√ľllt werden. Dies gilt gleicherma√üen f√ľr Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die gem√§√ü Art. 115 Abs. 2 bzw. Art. 116 Abs. 4 CRR wie Risikopositionen gegen√ľber diesen Zentralstaaten behandelt werden d√ľrfen.
  • Im Unterschied dazu wird gem√§√ü Art. 114 Abs. 4 CRR Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten und Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten, die auf die eigene Landesw√§hrung lauten und in dieser W√§hrung refinanziert sind, ungeachtet der Bonit√§tseinstufungen ein pauschales KSA-Risikogewicht von 0% zugewiesen. Gleiches gilt auch hier f√ľr Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die gem√§√ü Art. 115 Abs. 2 bzw. Art. 116 Abs. 4 CRR wie Risikopositionen gegen√ľber dem Zentralstaat behandelt werden d√ľrfen. Somit kann die Anforderung an die Ausnahme von der Gro√ükreditobergrenze auch f√ľr diese Risikopositionen per se als erf√ľllt angesehen werden.
  • F√ľr Risikopositionen gegen√ľber Zentralstaaten und Zentralbanken der EU-Mitgliedsstaaten, die auf die Landesw√§hrung eines anderen Mitgliedstaats lauten und in dieser W√§hrung refinanziert sind, galt die pauschale KSA-Nullgewichtung nach Art. 495 Abs. 2 CRR jedoch nur bis zum 31. Dezember 2017 (analog: Risikopositionen gegen√ľber regionalen oder lokalen Gebietsk√∂rperschaften sowie gegen√ľber √∂ffentlichen Stellen, die wie Risikopositionen gegen√ľber dem Zentralstaat behandelt werden d√ľrfen). Seit dem 1. Januar 2018 werden die KSA-Risikogewichte f√ľr diese Risikopositionen gem√§√ü Art. 114 Abs. 5 CRR jedes Jahr ein wenig st√§rker von den tats√§chlichen Bonit√§tseinstufungen abh√§ngig gemacht und nicht mehr per se mit 0% angesetzt. Dies bedeutete aber auch, dass die Anforderungen des Art. 400 Abs. 1 CRR an die Nullanrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr in allen F√§llen erf√ľllt gewesen und somit eine vollst√§ndige Anrechnung auf die Obergrenze erforderlich geworden w√§re.

Um diesen ‚ÄěKlippeneffekt‚Äú abzufedern, hat der Gesetzgeber noch vor dem 1. Januar 2018 in Art. 493 Abs. 4 bis 7 CRR sowohl eine gro√ükreditspezifische Bestandsschutz- als auch eine √úbergangsregelung eingef√ľhrt. Die Bestandsschutzregelung gem√§√ü Art. 493 Abs. 7 CRR stellt sicher, dass die betroffenen Risikopositionen, die bereits vor Verabschiedung der neuen Verordnung am 12. Dezember 2017 bestanden, weiterhin und zeitlich unbefristet in voller H√∂he von der Anrechnung auf die Gro√ükreditobergrenze ausgenommen werden k√∂nnen. Die √úbergangsregelung besagt zudem, dass die zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden den Instituten gestatten k√∂nnen, f√ľr die betroffenen Risikopositionen, die am oder nach dem 12. Dezember 2017 entstanden sind, die folgenden, privilegierten Gro√ükreditobergrenzen anzuwenden:

  • 100% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2018
  • 75% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2019
  • 50% des Kernkapitals bis zum 31. Dezember 2020

Demnach soll erst ab dem 1. Januar 2021 die allgemein g√ľltige Gro√ükreditobergrenze nach Art. 395 Abs. 1 CRR in H√∂he von 25% zur Anwendung kommen. Hierbei ist jedoch bemerkenswert, dass sich die Sonder-Obergrenzen w√§hrend der √úbergangsphase nicht auf die anrechenbaren Eigenmittel, sondern allein auf das Kernkapital beziehen. Dies k√∂nnte als eine partielle Vorwegnahme der erst f√ľr die CRR II vorgesehenen allgemeinen √Ąnderung der Kapitalbasis zur Gro√ükreditobergrenze interpretiert werden (siehe auch unseren Regulatory Blog Beitrag: „EU Kommission ver√∂ffentlicht Entw√ľrfe zu CRD V, CRR II und BRRD¬† Teil 3: √úbernahme von Basel IV in EU-Recht“ vom 1. Dezember 2016)RRD ‚Äď Teil 3 : √úbernahme von Basel IV in EU-Recht

Ferner f√§llt auf, dass die √úbergangsregelung ‚Äď abweichend von der bis dahin g√ľltigen Ausnahmeregelung (‚ÄěNullanrechnung‚Äú) ‚Äď nicht die H√∂he des auf die Gro√ükreditobergrenze anzurechnenden Betrags betrifft, sondern eine gesonderte Gro√ükreditobergrenze einf√ľhrt. Damit ist eine betroffene Risikoposition zwar ab dem 1. Januar 2018 in voller H√∂he auf die Gro√ükreditobergrenze anzurechnen, es darf aber eine Gro√ükreditobergrenze von 100% des Kernkapitals ‚Äď anstelle von 25% der anrechenbaren Eigenmittel ‚Äď angewandt werden. Dies bedeutet zum einen, dass die vollst√§ndige Ausnahme der Position aufgehoben und f√ľr 2018 ein Limit in H√∂he des Kernkapitals eingef√ľhrt wurde. Zum anderen ist zu bedenken, dass meldetechnisch bisher keine M√∂glichkeit geschaffen wurde, die H√∂he einer einzelnen Risikoposition in Prozent des Kernkapitals auszuweisen. In den quartalsweisen Gro√ükreditmeldungen sind nach Ma√ügabe der D-VO (EU) 680/2014 (‚ÄěITS on Supervisory Reporting‚Äú) also unver√§ndert die aggregierten Risikopositionen gegen√ľber einem Kreditnehmer bzw. einer Gruppe verbundener Kunden in Relation zu den anrechenbaren Eigenmitteln auszuweisen.

Sie haben weitere Fragen zu den √Ąnderungen der Gro√ükreditvorschriften?

Gerne unterst√ľtzen wir Sie bei der weiteren Aufarbeitung der neuen Regelungen und der Analyse der Auswirkungen f√ľr Ihr Institut. Sprechen Sie einfach unsere Experten an:

Hiltrud Thelen-Pischke

Telefon: +49 69 9585 2141

Mobil:    +49 170 4596135

hiltrud.thelen-pischke@pwc.com

Christoph Himmelmann

Telefon: +49 9585 2737

Mobil:    +49 1605363774

christoph.himmelmann@pwc.com

 

EBA Konsultation zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung

Die Europ√§ische Bankenaufsichtsbeh√∂rde (EBA) hat am 09. November 2017 einen Entwurf f√ľr einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung nach Art 18 CRR ver√∂ffentlicht (Draft RTS on the methods of prudential consolidation under Art. 18 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/CP/2017/20)). Damit soll sichergestellt werden, dass f√ľr die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen auf konsolidierter Basis harmonisierte Methoden angewendet werden. Die Konsultation l√§uft bis zum 09.Februar 2018.

Im Regelfall wenden Mutter-Institute bzw. Mutterfinanzholdinggesellschaften die Methode der Vollkonsolidierung bei den f√ľr den aufsichtlichen Konsolidierungskreis relevanten Tochterunternehmen an. Bei Gemeinschaftsunternehmen oder solchen Unternehmen, die freiwillig konsolidiert werden, wird die quotale Konsolidierung durchgef√ľhrt oder die Aggregationsmethode. Unter bestimmten Umst√§nden ist auch die Anwendung der √Ąquivalenzmethode m√∂glich.

Der Entwurf konkretisiert die Kriterien und Bedingungen, die erf√ľllt sein m√ľssen f√ľr:

  • eine eventuelle anteilsm√§√üige Konsolidierung bei Tochterunternehmen anstelle der Vollkonsolidierung, basierend auf dem Anteil des Mutterunternehmens an dem Tochterunternehmen (Artikel 18(2) CRR).
  • Die Verwendung des Aggregationsverfahrens in F√§llen, bei denen mehrere Unternehmen auf einheitlicher Basis durch eine Beziehung z.B. in Form eines (Gesellschafts-)Vertrags, Memorandums oder durch ein gemeinschaftliches Management (durch dieselbe Person) verbunden sind (Artikel 18(3) CRR).
  • Die Verwendung der anteilsm√§√üigen Konsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil von Beteiligungen an Instituten, Finanzinstituten, Nebendienstleistern die von einem in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen gemeinsam mit einem nicht in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen geleitet werden (Artikel 18(4) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei speziellen F√§llen von Kapitalverflechtungen (Artikel 18(5) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei signifikanter Einflussnahme ohne Beteiligungen oder andere Kapitalbeziehungen und bei einheitlicher Leitung, die weder vertraglich oder satzungsm√§√üig festgelegt ist (Art. 18 (6) CRR).

Im Zusammenhang mit der Frage nach der angemessenen Konsolidierungsmethode ber√ľcksichtigt die EBA auch die Leitlinien des Basel Ausschusses f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) zur Identifizierung und Management des sog. ‚Äěstep-in risk‚Äú (Guidelines on¬†identification and management of step-in risk, (BCBS 423)). Dieses Unterst√ľtzungsrisiko kann sich materialisieren, wenn ein Institut √ľber seine vertraglichen Pflichten hinaus einem nicht konsolidierten Unternehmen Unterst√ľtzung gew√§hrt, um sich z.B. vor Reputationssch√§den zu sch√ľtzen. Die Leitlinien beinhalten verschiedene Indikatoren, die die Institute heranziehen sollen, um Unternehmen zu identifizieren, die ein step-in Risiko begr√ľnden k√∂nnten.

Der EBA-Entwurf ber√ľcksichtigt einige dieser Indikatoren, die von den Instituten und zust√§ndigen Beh√∂rden im Zusammenhang mit der Frage, ob und wie Unternehmen angemessen konsolidiert werden, zu pr√ľfen sind. Allerdings ist hier darauf hinzuweisen, dass das finale Baseler Papier zum Step-in Risk keine automatische Pillar 1 Anforderung mehr enth√§lt.

Parallel zum Konsultationsentwurf hat die EBA eine Opinion und einen Report zur aufsichtlichen Behandlung von anderen Finanzintermedi√§ren (other financial intermediaries (OFIs)) und zur Problematik der unterschiedlichen Anwendung der Definition der Begriffe ‚ÄěFinanzinstitut‚Äú und ‚ÄěAnbieter von Nebendienstleitungen‚Äú ver√∂ffentlicht (Opinion on matters relating to other financial intermediaries and regulatory perimeter issues (EBA/Op/2017/13) und Report on other financial intermediaries (OFis) and regulatory perimeter issues). Hier einheitliche Definitionen umzusetzen ist eine wichtige Voraussetzung f√ľr harmonisierte Konsolidierungsregeln.

Mehr Einzelheiten zu den Kriterien und Bedingungen f√ľr die jeweiligen Konsolidierungsmethoden finden Sie demn√§chst hier im Regulatory Blog.

 

/* */