Kategorie: CRR RTS

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EBA Konsultation zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung

Die Europ√§ische Bankenaufsichtsbeh√∂rde (EBA) hat am 09. November 2017 einen Entwurf f√ľr einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung nach Art 18 CRR ver√∂ffentlicht (Draft RTS on the methods of prudential consolidation under Art. 18 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/CP/2017/20)). Damit soll sichergestellt werden, dass f√ľr die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen auf konsolidierter Basis harmonisierte Methoden angewendet werden. Die Konsultation l√§uft bis zum 09.Februar 2018.

Im Regelfall wenden Mutter-Institute bzw. Mutterfinanzholdinggesellschaften die Methode der Vollkonsolidierung bei den f√ľr den aufsichtlichen Konsolidierungskreis relevanten Tochterunternehmen an. Bei Gemeinschaftsunternehmen oder solchen Unternehmen, die freiwillig konsolidiert werden, wird die quotale Konsolidierung durchgef√ľhrt oder die Aggregationsmethode. Unter bestimmten Umst√§nden ist auch die Anwendung der √Ąquivalenzmethode m√∂glich.

Der Entwurf konkretisiert die Kriterien und Bedingungen, die erf√ľllt sein m√ľssen f√ľr:

  • eine eventuelle anteilsm√§√üige Konsolidierung bei Tochterunternehmen anstelle der Vollkonsolidierung, basierend auf dem Anteil des Mutterunternehmens an dem Tochterunternehmen (Artikel 18(2) CRR).
  • Die Verwendung des Aggregationsverfahrens in F√§llen, bei denen mehrere Unternehmen auf einheitlicher Basis durch eine Beziehung z.B. in Form eines (Gesellschafts-)Vertrags, Memorandums oder durch ein gemeinschaftliches Management (durch dieselbe Person) verbunden sind (Artikel 18(3) CRR).
  • Die Verwendung der anteilsm√§√üigen Konsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil von Beteiligungen an Instituten, Finanzinstituten, Nebendienstleistern die von einem in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen gemeinsam mit einem nicht in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen geleitet werden (Artikel 18(4) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei speziellen F√§llen von Kapitalverflechtungen (Artikel 18(5) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei signifikanter Einflussnahme ohne Beteiligungen oder andere Kapitalbeziehungen und bei einheitlicher Leitung, die weder vertraglich oder satzungsm√§√üig festgelegt ist (Art. 18 (6) CRR).

Im Zusammenhang mit der Frage nach der angemessenen Konsolidierungsmethode ber√ľcksichtigt die EBA auch die Leitlinien des Basel Ausschusses f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) zur Identifizierung und Management des sog. ‚Äěstep-in risk‚Äú (Guidelines on¬†identification and management of step-in risk, (BCBS 423)). Dieses Unterst√ľtzungsrisiko kann sich materialisieren, wenn ein Institut √ľber seine vertraglichen Pflichten hinaus einem nicht konsolidierten Unternehmen Unterst√ľtzung gew√§hrt, um sich z.B. vor Reputationssch√§den zu sch√ľtzen. Die Leitlinien beinhalten verschiedene Indikatoren, die die Institute heranziehen sollen, um Unternehmen zu identifizieren, die ein step-in Risiko begr√ľnden k√∂nnten.

Der EBA-Entwurf ber√ľcksichtigt einige dieser Indikatoren, die von den Instituten und zust√§ndigen Beh√∂rden im Zusammenhang mit der Frage, ob und wie Unternehmen angemessen konsolidiert werden, zu pr√ľfen sind. Allerdings ist hier darauf hinzuweisen, dass das finale Baseler Papier zum Step-in Risk keine automatische Pillar 1 Anforderung mehr enth√§lt.

Parallel zum Konsultationsentwurf hat die EBA eine Opinion und einen Report zur aufsichtlichen Behandlung von anderen Finanzintermedi√§ren (other financial intermediaries (OFIs)) und zur Problematik der unterschiedlichen Anwendung der Definition der Begriffe ‚ÄěFinanzinstitut‚Äú und ‚ÄěAnbieter von Nebendienstleitungen‚Äú ver√∂ffentlicht (Opinion on matters relating to other financial intermediaries and regulatory perimeter issues (EBA/Op/2017/13) und Report on other financial intermediaries (OFis) and regulatory perimeter issues). Hier einheitliche Definitionen umzusetzen ist eine wichtige Voraussetzung f√ľr harmonisierte Konsolidierungsregeln.

Mehr Einzelheiten zu den Kriterien und Bedingungen f√ľr die jeweiligen Konsolidierungsmethoden finden Sie demn√§chst hier im Regulatory Blog.

 

Die finalen EBA Leitlinien f√ľr die Offenlegung der Anforderungen unter Teil 8 der CRR

Die Europ√§ische Bankenaufsichtsbeh√∂rde (EBA) hat am 14. Dezember 2016 die finalen Leitlinien f√ľr die Offenlegung der Anforderungen unter Teil 8 der Verordnung 575/2013 (CRR) (Guidelines on disclosure requirements under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/GL/2016/11)) ver√∂ffentlicht.

Hintergrund

Am 28. Januar 2015 hat der Baseler Ausschuss f√ľr Bankenaufsicht (BCBS) eine √úberarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der S√§ule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements ‚Äď BCBS 309) ver√∂ffentlicht. Am 11. M√§rz 2016 wurde diese um ein Konsultationspapier erg√§nzt, das die Offenlegungsanforderungen f√ľr Eigenmittel, Verschuldungsquote, Liquidit√§t und einige weitere Bereiche beinhaltet (Consultative Document ‚Äď Pillar 3 disclosure requirements ‚Äď consolidated and enhanced framework ‚Äď BCBS 356). Die √úberarbeitung der Offenlegungsanforderungen zielt besonders auf die Sicherstellung von Konsistenz und Vergleichbarkeit der offengelegten regulatorischen Anforderungen zwischen den Instituten und im Zeitablauf durch die Vorgabe einheitlicher Formate ab.

Die √ľberarbeiteten regulatorischen Anforderungen auf europ√§ische Ebene (EBA/CP/2016/07) waren in 2016 Gegenstand einer Konsultation (ausf√ľhrlich zur Konsultation: Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěEBA Entwurf zu den Leitlinien f√ľr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR‚Äú vom 12. August 2016).

Die nunmehr finalen EBA Leitlinien integrieren die √Ąnderungsvorschl√§ge des Baseler Ausschusses (BCBS 309) in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR. Diese werden aussagegem√§√ü nicht ge√§ndert, sondern vielmehr um weitere Konkretisierungen und insbesondere die von BCBS 309 vorgesehenen standardisierten Vorlagen und Tabellen zur Offenlegung erg√§nzt. Damit wird es Instituten erm√∂glicht, die Offenlegungsanforderungen der CRR und des BCBS 309 gleichzeitig zu erf√ľllen. Durch diese Standardisierung soll dem Nutzer der offengelegten Informationen ein Maximum an Konsistenz und Vergleichbarkeit der Informationen zur Verf√ľgung gestellt werden.

Wesentliche Inhalte

Anwendungsbereich

Die EBA-Leitlinien sind von allen global systemrelevanten Instituten (G-SII) sowie allen anderen systemrelevanten Institute (O-SII) anzuwenden. Daneben sollen weitere Institute zur Einhaltung von Teilen der Leitlinien verpflichtet werden, darunter bspw. signifikante Institute gem√§√ü der Abgrenzung der zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden. Dazu z√§hlen u.a. alle Institute, die der direkten Aufsicht der EZB unterliegen bzw. solche, die als wesentliche Tochterunternehmen im Sinne von Art. 13 CRR gelten. Die zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden d√ľrfen √ľberdies weitere Institute verpflichten, einige oder alle Regelungen der Leitlinien anzuwenden, wenn diese Institute grunds√§tzlich nach Teil 8 der CRR offenlegungspflichtig sind.

Institute, die nicht zur Anwendung der Leitlinien verpflichtet sind, unterliegen weiterhin ausschlie√ülich den Offenlegungspflichten gem√§√ü Teil 8 der CRR und der erg√§nzenden Durchf√ľhrungsverordnungen. Sie k√∂nnen jedoch auf freiwilliger Basis einige oder alle Regelungen der Leitlinien anwenden, falls die Offenlegungsadressaten diese Informationen ben√∂tigen.

Die folgenden Kapitel der EBA-Leitlinie 2016/11 sind f√ľr alle Kreditinstitute relevant, um Verwirrungen bzgl. des Anwendungsbereichs der delegierten Verordnungen (DVO, RTS, ITS) und Leitlinien zu vermeiden:

  • 2. Allgemeine Offenlegungsanforderungen

Kapitel B: Immaterielle, gesch√ľtzte oder vertrauliche Informationen

Kapitel E: Zeitpunkt und Frequenz der Offenlegung

  • 3. Risikomanagementziele und -Politik

Kapitel C: Informationen zu Governance Vereinbarungen

  • 5 Eigenmittel
  • 7. Makroprudenzielle Aufsichtsma√ünahmen
  • 12. Unbelastete Verm√∂genswerte
  • 14. Verg√ľtung
  • 15. Leverage Ratio

Inkrafttreten

Die Leitlinien sollen zum 31. Dezember 2017 in Kraft treten und die Offenlegung zu ebenjenem Stichtag umfassen. Allerdings empfiehlt die EBA den global systemrelevanten Instituten bereits zum 31. Dezember 2016 einen Teil der in den Leitlinien enthaltenen Vorlagen und Tabellen offenzulegen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um elf Tabellen mit quantitativen Informationen aus den Bereichen Eigenmittelanforderungen, Kreditrisiko, Kontrahenten-Ausfallrisiko und Marktrisiko.

Zudem wird den zust√§ndigen Aufsichtsbeh√∂rden freigestellt, weitere Institute zur Offenlegung von Teilen der Leitlinien bereits zum 31. Dezember 2016 zu verpflichten oder ihnen dies zu empfehlen. Bislang ist nicht absehbar, ob bzw. in welchem Umfang die Aufsichtsbeh√∂rden planen, hiervon Gebrauch zu machen. Zumindest SSM-Banken sollten sich u. E. darauf einstellen, die genannten zehn Tabellen bereits auf Basis des Stichtages 31. Dezember 2016 offenlegen zu m√ľssen.

Wesentliche √Ąnderungen

Die finalen EBA Leitlinien reduzieren die Anzahl der Tabellen und Vorlagen im Vergleich zur Konsultation und umfassen daher insgesamt 10 Tabellen, die f√ľr die Offenlegung qualitativer Inhalte vorgesehen ist sowie 38 Vorlagen f√ľr die Bereitstellung quantitativer Inhalte. Hintergrund ist der Wegfall diverser urspr√ľnglich vorgesehener Tabellen und Vorlagen im Bereich des Marktrisikos, der Kapitalanforderungen sowie der risikogewichteten Aktiva nach Exposure-Klassen. F√ľr den Bereich Risikomanagement und Governance sind Vorlagen mit qualitativen Angaben zum allgemeinen Risikomanagement (Tabelle OVA) der Bank sowie dem Risikomanagement von Kreditrisiko (Tabelle CRA), Kontrahenten-Ausfallrisiko (Tabelle CCRA) und Marktrisiko (Tabelle MRA) zu ver√∂ffentlichen. Die Tabellen repr√§sentieren die Anforderungen des Artikels 435 (1) CRR.

Im Vergleich zum Konsultationspapier hat die EBA die Anforderungen des 435 (2) Buchstabe e) CRR bez√ľglich des Informationsflusses an das Leitungsorgan zu den Anforderungen an die Risikomanagementziele und -politik der Tabelle OVA hinzugef√ľgt. Hingegen erfolgt zu den Buchstaben a bis d des Artikels 435 (2) CRR, die die Offenlegung der Unternehmensf√ľhrungsregelungen fordern, lediglich eine Anleitung, die als Hilfestellung f√ľr die bereits existierenden Anforderungen zu verstehen ist. Ferner wird im Bereich Kreditrisiko und Kreditrisikominderung im IRB-Ansatz die zus√§tzliche Handlungsempfehlung aus dem Konsultationspapier zur Umsetzung der geographischen Unterteilung der PD- und LGD Angaben gem√§√ü Artikel 452 Buchstabe j CRR vollst√§ndig in der finalen Version der Leitlinien au√üer Acht gelassen. Hingegen wird die Handlungsempfehlung zur Pr√ľfung der Zuverl√§ssigkeit (Backtesting) der PD-Werte in Anlehnung an die Anforderungen des Artikels 452 Buchstabe i CRR in Verbindung mit der Vorlage EU-CR9 beibehalten und ein Vergleich der PD-Werte zur tats√§chlichen Ausfallquote gefordert

Nicht erfasste Bereiche

Die finalen EBA Leitlinien behandeln weiterhin nicht die Themen Eigenmittel, Makroprudentielle Ma√ünahmen (Kapitalpuffer und Indikatoren der globalen Systemrelevanz), Unbelastete Aktiva, Verg√ľtung und Verschuldungsquote und Verbriefungen . Hierzu verweisen wir auf unseren Blogbeitrag EBA Entwurf zu den Leitlinien f√ľr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR.

Häufigkeit/Frequenz der Offenlegung

Grunds√§tzlich orientiert sich die Frequenz der Offenlegung der EBA Leitlinien an dem √ľberarbeiteten Baseler Offenlegungsrahmenwerk. Es soll daher eine j√§hrliche Offenlegung von Tabellen sowie von Vorlagen, die die Verbindung zwischen Bilanzierung und Aufsichtsrecht darstellen, vorgenommen werden. Die meisten anderen Vorlagen (sowohl in flexiblem wie in fixem Format) sollen grunds√§tzlich halbj√§hrlich offengelegt werden. Ausnahmen sind einige Vorlagen mit einem fixen Format. Hierzu z√§hlen Vorlagen, die die RWA-Ver√§nderungen und die Eigenmittelanforderungen beinhalten und quartalsweise offenzulegen sind. Somit wurde die Liste der(weiterhin g√ľltigen) EBA GL 2014 14 im Hinblick auf die Anforderungen, die h√§ufiger offengelegt werden sollten, f√ľr die unter die neue EBA GL 2016 11 fallenden Institute, erg√§nzt und erweitert (Ausf√ľhrlich zur EBA GL 2014 14: Regulatory Blog Beitrag: ‚ÄěUmsetzung der EBA Leitlinien zur Offenlegung ‚Äú vom 07. Juli 2015).

Offenlegungszeitpunkt

Dar√ľber hinaus konkretisieren die Leitlinien einige aktuelle Artikel von Teil Acht der CRR und stellen bspw. klar, dass die Anforderung des Art. 433 CRR (Zeitpunkt der Offenlegung) nicht gleichzeitig bzw. zum selben Datum mit der Ver√∂ffentlichung des Finanzberichts erfolgen muss, wobei eine zeitnahe Offenlegung nach Ver√∂ffentlichung des Finanzberichtes w√ľnschenswert ist.

Fazit und Auswirkungen

Im Vergleich zur Konsultationsphase findet keine wesentliche Erweiterung der Anforderungen statt. Im Gegenteil, es entfallen sogar mehrere Vorschläge, Unterteilungen oder gar Zeilen und Spalten. Auch die qualitativen Anforderungen an das Kreditrisiko und die Kreditrisikominderungen im IRB-Ansatz sind nicht mehr notwendig. Durch mehrheitliche Handlungsempfehlungen spezifizieren die EBA Leitlinien die bereits bekannten Inhalte, bleiben aber im Wesentlichen im Rahmen der bekannten Anforderungen.

Ihr Ansprechpartner f√ľr Fragen zur¬†Offenlegung bei PwC FS Regulatory Management: Carsten Rademacher

EBA Updated Work Programm 2015

Die European Banking Authority (EBA) hat ihr erst im September 2014 vorgestelltes Arbeitsprogramm f√ľr 2015 √ľberarbeitet und aktualisiert.

Hintergrund dieser aktuellen √úberarbeitung sind zum einen Budgetbeschr√§nkungen und zum anderen neue Aufgaben, die die EBA zus√§tzlich √ľbernommen hat. Dazu geh√∂ren vor allem Aufgaben, die sich aus der Zahlungsdienstrichtlinie (Payment Service Directive) und der Einlagensicherungsrichtlinie (DGSD) ergeben haben; zudem sind weitere Arbeiten an den Technischen Standards, insbesondere den Standards zum Reporting im Zusammenhang mit der Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie den Offenlegungsanforderungen im Hinblick auf die Leverage Ratio vorzunehmen.

Insoweit hat die EBA ihre Aufgaben neu priorisiert und einige dieser Aufgaben zeitlich nach hinten verschoben, vorerst eingestellt oder einer Review im Hinblick auf die weitere Verfolgung unterzogen:

  • Verschobene Aufgaben

Guidelines im Zusammenhang mit der CRD IV sind auf Ende 2016 (Guidelines on Internal Governance, Guidelines in the Assessment of the suitability of members of the management body) oder bis 2017 (Guidelines for application of supervisory measures to institutions with similar risk profiles) verschoben worden. Betroffen sind auch Arbeiten zur BRRD (u.a. Guidelines on treatment of shareholders bail-in) und EMIR (RTS on risk-mitigation techniques for OTC derivatives contracts not cleared by a CCP). Was die CRR betrifft, so ist f√ľr eine ganze Reihe von RTS und ITS eine Verschiebung um 6 Monate angek√ľndigt. Einen √úberblick √ľber ausgew√§hlt Verschiebungen gibt die folgende Tabelle:

teil 1

teil 2

teil 3

Quelle: Auszug aus EBA work programme 2015 (Addendum)

  • Vorerst eingestellte Aufgaben

Einige Aufgaben wird die EBA (derzeit) nicht weiterverfolgen: Dazu gehören zum einen die Arbeiten an den konsolidierten Bankstatistiken, zum anderen die Auswirkungsberichte im Zusammenhang mit der LCR sowie die RTS zum partial use.

  • Aufgaben unter Review

Einige der urspr√ľnglichen Aufgaben der EBA stehen auf dem Pr√ľfstand: Auf dem Gebiet der Risikoanalyse und der Supervisory Convergence wird die EBA ihren Fokus auf die Identifizierung, Analyse und Bearbeitung der Key Risk-Faktoren im Bankensektor legen ‚Äď und k√ľnftig weniger auf die √úberwachung der Supervisory Colleges. Gleichwohl sind auch f√ľr 2015 thematische Bewertungen anderer banking groups geplant. Ebenfalls √ľberpr√ľft wird die Intensit√§t des EBA-Engagements bei der Weiterentwicklung des Single Supervisory Handbook. Zu den der EBA √ľbertragenen Aufgaben geh√∂rt, dass sie im Rahmen ihrer Arbeit an der Herbeif√ľhrung aufsichtsrechtlicher Konvergenz ihre Fachkenntnisse in die Entwicklung eines einheitlichen Bankenaufsichtshandbuchs einbringen wird. Inwieweit diese Aufgabe unter den aktuellen Budget-Restriktionen gegebenenfalls langsamer als urspr√ľnglich geplant vorangetrieben werden kann, bleibt abzuwarten.

Finaler Standard zur Großkreditdurchschau РDelegierte VO (EU) Nr. 1187/2014

Die Europ√§ische Kommission hat am 2. Oktober 2014 die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 1187/2014 zur ‚ÄěBestimmung der Gesamtrisikoposition gegen√ľber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden bei Gesch√§ften mit zugrunde liegenden Verm√∂genswerten‚Äú verabschiedet und am 7. November 2014 im EU-Amtsblatt ver√∂ffentlicht. Die Verordnung trifft erg√§nzende Regelungen zur Zerlegung bzw. Durchschau von Fondsanteilen, Verbriefungen und anderen Konstrukten mit zugrunde liegenden Adressen zur Ermittlung der f√ľr die Gro√ükreditmeldung und -√ľberwachung relevanten Betr√§ge auf Basis der Vorgaben der Abs√§tze 7 und 8 des Art. 390 CRR.

Hintergrund

Die EBA hatte den zugrunde liegenden technischen Standard (EBA Final draft Regulatory Technical Standard on the determination of the overall exposure to a client or a group of connected clients in respect of transactions with underlying assets under Article 390(8) of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA RTS 2013/07)) im Dezember 2013 im finalen Entwurf ver√∂ffentlicht und der Kommission vorgelegt (vgl. dazu auch unseren Regulatory Blog Beitrag: „Gro√ükreditregime ‚Äď Neuer Aufsichtsstandard zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition bei Fonds, Verbriefungen und anderen Konstrukten“ vom 19. Dezember 2013). Hierbei zeichneten sich bereits diverse einschneidende Abweichungen zu den bisherigen, in Deutschland √ľber das Rundschreiben 8/2011 (BA) vom 15. Juli 2011 (BaFin-Rundschreiben 8/2011 (BA) – Umsetzung der CEBS-Gro√ükreditleitlinie vom 11.12.2009 sowie weitere Auslegungsentscheidungen zu Gro√ükreditvorschriften) umgesetzten Durchschauregelungen ab. Die von der EBA erarbeiteten Standards wurden nun mit Verabschiedung der Delegierten Verordnung nahezu vollst√§ndig best√§tigt; es ergaben sich augenscheinlich keine inhaltlichen Ver√§nderungen gegen√ľber dem finalen Entwurf.

Die wesentlichen √Ąnderungen

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung ‚Äď 20 Tage nach ihrer Ver√∂ffentlichung ‚Äď sind die folgenden wesentlichen Ver√§nderungen gegen√ľber dem BaFin-Rundschreiben 8/2011 (BA)¬†sowie weitere Auslegungsentscheidungen zu Gro√ükreditvorschriften unmittelbar f√ľr alle CRR-Institute anwendbar:

a)           Materialität statt Granularität

Die fr√ľheren Durchschauregelungen sahen vor, dass eine Durchschau immer dann nicht erforderlich war, wenn das Konstrukt als „granular“ galt, d.h. wenn das gr√∂√üte Underlying weniger als 5% des Gesamtvolumens des Konstrukts ausmachte. Sofern ein Konstrukt weder granular war noch in die einzelnen Underlyings zerlegt werden konnte, war eine Anrechnung auf einen Sammelkunden, den sog. ‚ÄěUnbekannten Schuldner‚Äú vorzunehmen. Dieser war wiederum sowohl als Gro√ükredit meldepflichtig als auch auf die Gro√ükreditobergrenze limitiert, sodass Institute und bspw. auch die Fondsanbieter gehalten waren, geeignete Regelungen und Verfahren zur Identifizierung und Erfassung der wesentlichen zugrunde liegenden Adressen zu implementieren.

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung tritt nun eine Materialit√§tsgrenze an die Stelle des Granularit√§tskriteriums, w√§hrend das Konzept des ‚ÄěUnbekannten Schuldners‚Äú grunds√§tzlich aufrechterhalten wird. Eine Identifizierung der zugrunde liegenden Adressen und eine Anrechnung auf den ‚ÄěUnbekannten Schuldner‚Äú sind dann nicht erforderlich, wenn die Investition in das Konstrukt oder in die einzelnen Underlyings nicht mehr als 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts ausmacht.

Durch das Abstellen der Materialit√§tsgrenze auf die Eigenmittel und damit die Risikotragf√§higkeit des investierenden Instituts soll dem Grundgedanken der Gro√ükreditvorschriften ‚Äď der Begrenzung von Konzentrationsrisiken ‚Äď besser Rechnung getragen werden. Ferner sch√§tzt die EBA die Schwelle von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel als hinreichend konservativ ein, da 100 unbekannterweise in dieselbe Adresse get√§tigte Investitionen erforderlich w√§ren, um die Gro√ükreditobergrenze des Instituts zu erreichen. Dieser Erw√§gungsgrund verdeutlicht, dass die EBA die operative Erleichterung nur gestattet, weil sie davon ausgeht, dass Investitionen unterhalb der Materialit√§tsschwelle, deren Underlyings dem Institut positiv bekannt sind, stets auch f√ľr die Zwecke der Gro√ükreditvorschriften erfasst und weiterverarbeitet werden.

Im Ergebnis d√ľrften die Umstellung auf die Materialit√§tsgrenze tendenziell dazu f√ľhren, dass vor allem kleinere Institute mit einer entsprechend geringen Eigenkapitalausstattung erh√∂hte Durchschaupflichten zu beachten haben. Dar√ľber hinaus ist zu ber√ľcksichtigen, dass mit der Materialit√§tsgrenze auch eine institutsspezifische Durchschau einhergeht: W√§hrend in der Vergangenheit regelm√§√üig Fondsanbieter die Granularit√§t best√§tigten oder ggf. den investierenden Instituten ein Reporting zu den zugrunde liegenden Adressen anboten, ist nunmehr die Materialit√§tsgrenze jedes einzelnen Instituts relevant daf√ľr, ob eine Durchschau erforderlich ist oder nicht. Dies gewinnt auch insoweit an Bedeutung, als die regulatorischen Eigenmittel unter der CRR und damit auch die Materialit√§tsgrenze einer deutlich h√∂heren Dynamik unterliegen als dies noch unter dem KWG der Fall war.

b)¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Keine automatische Anrechnung des ‚ÄěGesamtkonstrukts‚Äú

Nach den Vorgaben des Rundschreibens 8/2011 (BA) war ungeachtet der angewandten Durchschaumethode immer auch eine Anzeige und Anrechnung des Gesamtinvestitionsbetrags gegen√ľber dem Konstrukt erforderlich. Allein bei OGAW-konform regulierten Fonds, bei denen eine t√§gliche vollst√§ndige Zerlegung m√∂glich war, konnte nach ¬ß 6 Abs. 2 GroMiKV a.F. die Anrechnung des Konstrukts entfallen – mit der Folge, dass der Gesamtinvestitionsbetrag die Gro√ükreditobergrenze √ľbersteigen durfte.

Die Delegierte Verordnung sieht vor, dass grunds√§tzlich nur dann eine Anzeige und Anrechnung des Gesamtkonstrukts als separater Kunden erfolgen muss, wenn dieses nicht zerlegt werden kann, aber unter die Materialit√§tsschwelle von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel f√§llt und somit nicht bereits dem ‚ÄěUnbekannten Schuldner‚Äú zugewiesen wurde (siehe Art. 6 D-VO).

Allerdings ist stets zu untersuchen, ob aus der Investition in das Gesamtkonstrukts Adressrisiken resultieren k√∂nnen, die √ľber die der Underlyings hinaus gehen und somit zus√§tzlich anzeige- und anrechnungspflichtig werden k√∂nnten. Ob dies der Fall ist, m√ľssen Institute im Einzelfall zum einen anhand der rechtlichen und operativen Struktur des Konstrukts und zum anderen anhand der Zahlungsstr√∂me aus der Investition in das Konstrukt untersuchen (siehe Art. 7 D-VO).

Im Zuge der Diskussionen um die m√∂gliche Umsetzung des EBA RTS 2013/07 hat sich noch kein Marktstandard zur genauen Auslegung der Kriterien zur Untersuchung auf zus√§tzliche Risikopositionen etabliert. Denkbare zus√§tzliche Risikopositionen k√∂nnten bspw. gegen√ľber dem Fondsmanager bestehen. Die¬†Rahmenregelung des Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) f√ľr die Messung und Begrenzung von Gro√ükrediten¬†vom April 2014 (BCBS 283) erw√§hnt in diesem Zusammenhang auch die Liquidit√§ts- oder Sponsorbank im Rahmen einer Verbriefungstransaktion, welche aus Sicht des Investors unter Umst√§nden ein zus√§tzliches Adressrisiko in sich tragen k√∂nnte (vgl. dazu auch¬†unser Regulatory Blog Beitrag: „Das neue Baseler Rahmenwerk zur Messung und √úberwachung von Gro√ükrediten (‚ÄúSupervisory framework for measuring and controlling large exposures ‚Äď Final Standard‚ÄĚ)“ vom 21.Mai 2014). Allein im Fall von OGAW-konform regulierten Fonds wird √ľber Art. 7 Abs. 2 D-VO klargestellt, dass zumindest aus deren rechtlicher und operativer Struktur keine zus√§tzlichen Adressrisiken hervorgehen.

c)            Inkrafttreten ohne Übergangs- oder Altbestandsregelungen

Die Delegierte Verordnung tritt 20 Tage nach ihrer Ver√∂ffentlichung in Kraft und enth√§lt keinerlei √úbergangs- oder Altbestandsregelungen. Dies ist vor allem insoweit bemerkenswert, als die bisherigen Vorgaben des Rundschreibens 8/2011 (BA) noch eine Altbestandsregelung f√ľr statische Positionen, die bereits am 1. Januar 2010 im Bestand waren, enthielt. Diese h√§tten demnach bis einschlie√ülich 31. Dezember 2015 unter bestimmten Umst√§nden nicht zwingend der Durchschau unterzogen und auch nicht auf die Gro√ükreditgrenzen des ‚ÄěUnbekannten Schuldners‚Äú angerechnet werden m√ľssen.

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung sind nunmehr auch diejenigen Positionen, die bisher von den Altbestandsregelungen profitierten, unmittelbar durchschaupflichtig oder auf den ‚ÄěUnbekannten Schuldner‚Äú anzurechnen. Es ist folglich nicht ausgeschlossen, dass mit Verabschiedung der Delegierten Verordnung auch gesch√§ftspolitische Auswirkungen einhergehen, wenn bspw. Altbest√§nde abgebaut werden m√ľssen, um die Gro√ükreditgrenzen einhalten zu k√∂nnen.

Finaler RTS zur Festlegung der Berechnung der spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen

Am 27.02.2014 wurde im EU Amtsblatt die delegierten  Verordnung  (EU) Nr. 183/2014 zur Festlegung der Berechnung der spezifischen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen veröffentlicht. Damit ist ein weiterer Regulatory Technical Standard (RTS) finalisiert worden. Die Konsultationen rund um die RTS im Zusammenhang mit den Kreditanpassungen (credit valuation adjustments) starteten bereits in 2012 (Consultation on Draft RTS on the specification of the calculation of specific and general credit risk adjustments according to Article 105(4) of the draft Capital Requirements Regulation (CRR) (EBA/CP/2012/10)) und wurden Mitte 2013 in einer zweiten Phase näher spezifiziert (Final Draft RTS on the specification of the calculation of specific and general credit rsik adjustments in accordane with Article 110(4) of the Capital Requirements Regulation (CRR) (EBA/RTS/2013/04)).

Kreditrisikoanpassungen

In die Berechnung der allgemeinen und spezifischen Kreditrisikoanpassungen sind alle Betr√§ge einzubeziehen, die vom harten Kernkapital abgezogen wurden, um ausschlie√ülich Verluste aus Kreditrisiken abzufangen – unabh√§ngig davon, ob sich diese aus Wertminderungen, Bewertungsanpassungen oder R√ľckstellungen f√ľr au√üerbilanzielle Posten ergeben. Dar√ľber hinaus legt die Verordnung die Unterscheidung zwischen allgemeinen und spezifischen Kreditrisikoanpassungen fest.

Nach Erw√§gungsgrund 4 des RTS werden andere Bewertungsergebnisse, die nach der Rechnungslegung keine dauerhafte Wertminderung eines Finanzinstruments darstellen, derzeit nicht reguliert. Das gilt selbst dann, wenn diese Wert√§nderungen m√∂glicherweise eine Kreditrisikokomponente enthalten (dazu auch EBA: Single Rule Book Q&A,¬† Question ID: 2013_101, Topic: Credit risk). Dies betrifft insbesondere IFRS-Bilanzierer, die Finanzinstrumente zum Fair Value bilanzieren und eine Aufteilung von Fair Value-√Ąnderungen in eine Kreditrisiko- und eine Zins- oder Liquidit√§tskomponente vornehmen k√∂nnen. Auch die Kreditrisikokomponente der Fair Value-√Ąnderung gilt nach dieser Definition nicht als Kreditrisikoanpassung. Voraussetzung f√ľr das Vorliegen einer Kreditrisikoanpassung ist vielmehr ein Impairment des Finanzinstruments.

Kreditrisikoanpassungen sind nach dem RTS insbesondere im Zusammenhang mit der Ermittlung der KSA-/IRB-Bemessungsgrundlage,¬† der Bemessungsgrundlage von Verbriefungspositionen, der Durchf√ľhrung des Wertberichtigungsvergleichs und bei Ausfall eines Schuldner zu ber√ľcksichtigen.

  • Allgemeine Kreditrisikoanpassungen

Betr√§ge, die der o.g. Definition entsprechen (Risikovorsorge¬† und Minderung des harten Kernkapitals), werden in die Berechnung der allgemeinen Kreditrisikoanpassung einbezogen, wenn sie zum einen¬† jederzeit in voller H√∂he frei und uneingeschr√§nkt verf√ľgbar sind , um Verluste aus noch nicht eingetretenen Kreditrisiken zu decken. Zum anderen m√ľssen sie der Abdeckung von kreditrisikobedingten Verlusten bei einer Gruppe von Risikopositionen dienen, f√ľr die dem Institut zum aktuellen Zeitpunkt keine Hinweise daf√ľr vorliegen, dass ein Verlustereignis eingetreten ist (Art. 1 Abs. 2). Unter den allgemeinen Kreditrisikoanpassungen werden Risikovorsorgebetr√§ge erfasst, die zur Deckung von h√∂heren durchschnittlichen Portfolioverlusten in den letzten Jahren angesetzt wurden, auch wenn aktuell keine Anhaltspunkte daf√ľr vorliegen, dass diese Verlustereignisse tats√§chlich eingetreten sind. Ebenfalls unter den allgemeinen Kreditrisikoanpassungen wird die Vorsorge f√ľr Verluste erfasst, f√ľr die in Bezug auf eine Gruppe von Risikopositionen aufgrund von Erfahrungswerten eine statistische Eintrittswahrscheinlichkeit besteht, auch wenn keine Anhaltspunkte f√ľr eine Bonit√§tsverschlechterung vorliegen (Art. 1 Abs. 4 RTS).

Dies bedeutet, dass sowohl Pauschalwertberichtigungen (HGB) als auch Portfoliowertberichtigungen und pauschalierte Einzelwertberichtigungen (IFRS) sowie Länderwertberichtigungen im Regelfall nicht als allgemeine Kreditrisikoanpassungen im Sinne des EBA RTS gelten, sondern vielmehr als spezifische Kreditrisikoanpassungen gelten.

  • Spezifische Kreditrisikoanpassungen

Alle anderen Kreditrisikoanpassungen, die nicht die Bedingungen f√ľr allgemeine Kreditrisikoanpassungen erf√ľllen (jederzeit in voller H√∂he uneingeschr√§nkt zur Verf√ľgung stehen und zur Abdeckung von Verlusten einer Gruppe von Risikopositionen ohne Verlusthinweise) werden als spezifische Kreditrisikoanpassungen erfasst. Darunter fallen in der GuV erfasste Verluste aus der Bewertung von Krediten und Finanzinstrumenten, die¬† nach den geltenden Rechnungslegungsvorschriften eine kreditrisikobedingte Wertminderung aufweisen. Es handelt sich folglich um Verluste als Folge aktueller oder vergangener Ereignisse, die sich auf eine einzelne signifikante Risikoposition auswirken oder auf einzeln oder kollektiv bewertete Risikopositionen beziehen. Weiterhin z√§hlen dazu auch Verluste, die bereits eingetreten sind , aber f√ľr das Institute noch nicht erkennbar ist, welche Risikoposition betroffen ist.

Spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen, werden den Einzelrisikopositionen proportional zu den risikogewichteten Aktiva zugewiesen (Art 2 Abs. 1). Bei erwarteten Verlustbetr√§gen (Expected Loss/EL) f√ľr eine Gruppe nicht ausgefallener Risikopositionen ist eine Zuweisung zu einzelnen Positionen/Forderungen nicht erforderlich (Art. 2 Abs. 2). Soweit ein Institut seine Eigenkapitalanforderungen f√ľr das Kreditrisiko einer Forderungsgruppe teilweise nach dem Standardansatz und teilweise nach dem IRB-Ansatz ermittelt, werden die spezifischen Kreditrisikoanpassungen zun√§chst den nach dem jeweiligen Ansatz berechneten Risikopositionen proportional¬† und erst dann den einzelnen Forderungen zugewiesen (Art. 2 Abs. 3).

Dabei ist zu ber√ľcksichtigen, dass die proportionale Zuordnung auf Basis der RWA erfolgen soll, die ohne Ber√ľcksichtigung von spezifischen Kreditrisikoanpassungen ermittelt wurden. Dies bedeutet, dass in einem ersten Rechenlauf RWA ohne Ber√ľcksichtigung von spezifischen Kreditrisikoanpassungen zu rechnen sind, auf dieser Basis dann eine Zuordnung der spezifischen Kreditrisikoanpassungen auf die einzelnen Forderungen erfolgen muss und dann in einem zweiten Rechenlauf die RWA unter Ber√ľcksichtigung der spezifischen Kreditrisikoanpassungen gerechnet werden m√ľssen. Dies f√ľhrt im Regelfall zu einem erheblichen Umsetzungsaufwand bei der Abbildung in dem Rechenkern.

Die Vorgehensweise gilt f√ľr spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen jedoch nur, sofern keine Zuordnung zu einzelnen Forderungen m√∂glich ist. Wird die H√∂he einer Portfoliowertberichtigung beispielsweise auf Basis des EL je Einzelforderung des Portfolios bestimmt, dann ist eine direkte Zuordnung m√∂glich und keine RWA-gewichtete Verteilung notwendig.

Schlie√ülich ist noch darauf hinzuweisen, dass spezifische Kreditrisikoanpassungen, die sich auf eine Gruppe von Forderungen beziehen, nicht als Indikator f√ľr die Feststellung eines Ausfalls im Sinne von Art. 178 CRR heranzuziehen sind (Art. 5).

Unterschiede in der Rechnungslegung

Die Regelungen f√ľr die Berechnung und Ermittlung der Kreditrisikoanpassungen sind unabh√§ngig vom jeweils geltenden Rechnungslegungsrahmen anzuwenden. Gegebenenfalls sind daher auch unterschiedliche Ermittlungen der Kreditrisikoanpassungen erforderlich, bspw. wenn auf Einzelinstitutsebene und auf Konzernebene¬†¬† unterschiedliche Rechnungslegungsstandards¬† zur Anwendung kommen.

Dokumentation

Die Institute sollen nachweisen können, wie sie zwischen den speziellen und allgemeinen Kreditrisikoanpassungen unterscheiden.  Entsprechend schreibt Art. 6 RTS vor, dass die Institute die Ermittlung und Berechnung der Kreditrisikoanpassungen dokumentieren

Inkrafttreten

Die VO bzw. der RTS tritt am zwanzig Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft (Art. 7) und ist somit ab dem 19.03.2014 anzuwenden.

 

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