Kategorie: EBA Standards

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EBA konkretisiert den aufsichtsrechtlichen CET1-Abzug bilanziell aktivierter Software – Konsultation bis zum 9. Juli 2020

Gemäß Artikel 36 CRR mĂĽssen immaterielle Vermögenswerte, einschlieĂźlich Software, vom CET1 abgezogen werden. Im Rahmen der CRR II wurden Sonderregeln eingefĂĽhrt, um die regulatorische Behandlung von „vorsichtig bewerteter Software-Aktiva“ zu ändern, deren Wert sich im Insolvenzfall nicht wesentlich reduziert. In diesem Fall sind diese immateriellen Vermögensgegenstände in Form von Software nicht vom CET1 abzuziehen. Die European Banking Authority (EBA) wurde beauftragt, einen Entwurf fĂĽr einen Regulatory Technical Standard (RTS) zu entwickeln, um festzulegen, wie diese Befreiung von AbzĂĽgen im Detail anzuwenden ist.

Im Zusammenhang mit der beschleunigten EinfĂĽhrung digitaler Dienste als Folge der Coronavirus-Pandemie wird im Rahmen des CRR Quick fix vorgeschlagen, den Zeitpunkt der Anwendung der Ausnahmeregelung vorzuziehen und den Banken zu erlauben, diese bereits ab Inkrafttreten des RTS anzuwenden.

Am 9. Juni 2020 hat die EBA ihren Entwurf zur Behandlung der CET1-Abzugsposition „Software“ veröffentlicht. Für Banken und Finanzdienstleister wird damit, neben dem NPE-Backstop, eine weitere CET1-Position definiert, bei der regulatorisch bedingte Anpassungen an den Werten der Rechnungslegung vorzunehmen sind. Dabei können in Einzelfällen auch Auswirkungen auf die Bilanzierungs-Policies resultieren, da die EBA im Rahmen ihrer Analyse durchaus heterogene Ansätze festgestellt hat; ein verstärkter Fokus von Prüfer und Aufsicht auf die Bilanzierung von Software, soll künftig eine – soweit möglich – einheitlichere Herangehensweise unterstützen. Materielle Auswirkungen auf den CET1-Abzug erwarten wir insbesondere im Fall umfangreicherer Digitalisierungs-Investitionen, wobei die Höhe der Abzüge durchaus einzelfallspezifisch schwanken und damit auch steuerungsrelevant sein können, wie unsere Analysen zeigen.

Finaler ITS-Entwurf fĂĽr die Reporting- und Offenlegungsanforderungen nach CRR II

Am 24. Juni 2020 hat die European Banking Authority (EBA) die finalen Entwürfe zum aufsichtsrechtlichen Meldewesen (EBA/ITS/2020/05) und zur Offenlegung (EBA/ITS/2020/04) nach CRR II veröffentlicht. Über den Inhalt der Konsultationspapiere haben wir bereits in unserem Regulatory Blog ausführlich berichtet (siehe Reporting nach CRR II und Offenlegung nach CRR II). Als Ergebnis des Konsultationsprozesses wurden teilweise detailliertere Informationen zu den Inhalten der Reporting- und Offenlegungstemplates ergänzt sowie ein paar Änderungen an den Templates selbst vorgenommen. Die wichtigsten Anpassungen haben wir für Sie hier zusammengestellt:

EBA consultation on Future of Stress Test: old wine in new bottles?

On 22 January 2020, the European Banking Authority (EBA) published a discussion paper on possible future changes to the EU-wide stress test. The proposed new stress test framework changes the current approach significantly and will challenge both banks and supervisors. In the new framework, two calculation legs are introduced. First, the supervisory leg mirrors the current framework enhanced by additional top-down components. Second, within the so-called bank leg the EBA proposed a revised methodology that finally breaks with the inflexibility of the constrained bottom-up approach. This change in paradigm will lead to changes regarding governance, processes, implementation and execution of the stress test exercise as well as model development resulting in an additional effort for banks.

EBA-Konsultation zu RTS zur Homogenität der einer Verbriefung zugrundeliegenden Exposures nach dem neuen Verbriefungsrahmenwerk

Die EBA hat am 15. Dezember einen Entwurf für einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zur Homogenität der Underlyings einer Verbriefung veröffentlicht (Draft RTS on the homogeneity of the underlying exposures in securitisation under Art. 20(14) and 24(21) of [Regulation (EU) XXX/201X … laying down a general framework for securitisation and creating a specific framework for simple, transparent and standardised securitisation] (EBA/CP/2017/21)). Der RTS spezifiziert, welche Anforderungen der einer Verbriefung zugrundeliegende Asset-Pool an die Homogenität dieser Assets erfüllen muss, um als einfache, transparente, standardisierte Verbriefung (STS-Verbriefung) gemäß der neuen europäischen Verbriefungsverordnung (EU-VVO) eingestuft werden zu können.

Hintergrund

Am 28. Dezember 2017 wurde die neue Verordnung zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für Verbriefungen und zur Schaffung eines spezifischen Rahmens für STS Verbriefung (VO (EU) 2017/2402) im EU Amtsblatt veröffentlicht. Die neue Verordnung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Mitte Dezember 2018 veröffentlichte die EBA das Konsultationspapier zu dem RTS, der Konkretisierungen zu den Anforderungen an die Homogenität von Portfolien nach den Art. 20 und 24 der VO 2017/2042 enthält.

Mit dem Thema Homogenität behandelt die EBA eines der wichtigsten Verbriefungs-Themen als erstes, weil die Zusammensetzung des Asset-Pools ausschlaggebend für die ökonomische Vorteilhaftigkeit einer Verbriefung ist. Analysen zum Erfordernis etwaiger Anpassungen des von Verbriefungen betroffenen Geschäftsmodells können demnach bald beginnen.

Inhalt

Ziel der Regelungen ist es, den Investoren die Durchführung einer belastbaren Due Diligence- Prüfung des Asset-Pools zu ermöglichen und zu vereinfachen, indem dieser möglichst homogen ist. Eine Unterscheidung nach Laufzeiten ist nicht vorgesehen. Daher schlägt die EBA vor, für ABCP- (Art. 24 (15) der EU-VO) und nicht-ABCP-Verbriefungen (Art. 20(8) der EU-VO) dieselben Kriterien zu benutzen. Die EBA hat für die Beurteilung der Homogenität 4 Kriterien entwickelt. Diese sollen den Investoren helfen, die Risiken aus Verbriefungen besser beurteilen zu können:

  • Ă„hnliche Kreditvergabestandards fĂĽr alle Assets im Pool (zusätzlich zur Anforderung einer hohen Qualität dieser Standards in Art. 20(5) EU-VVO).
  • Einheitliche Servicing-Standards fĂĽr den Asset-Pool (Prozesse, Systeme und Governance des Servicings), um den Investoren die Benutzung derselben Cashflow-Methodik zu ermöglichen.
  • Zugehörigkeit zur selben Asset-Kategorie entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Kategorien sind am Marktstandard ausgerichtet (u.a. durch Hypotheken besicherte Wohnimmobilienkredite, Kreditfazilitäten an natĂĽrliche Personen, Autokredite und Autoleasing, Kreditkartenforderungen) und nicht abschlieĂźend, um Marktentwicklungen nicht zu behindern (ĂśberprĂĽfung geplant). Dasselbe Asset kann verschiedenen Kategorien zugeordnet werden (z.B. Private KfZ-Finanzierung sowohl „credit facilities to natural persons“ als auch „Autokredite und Autoleasing“„auto loans and auto leases“).
  • Einheitliche Risikofaktoren des Asset-Pools entsprechend den Vorgaben des RTS. Die Risikofaktoren (u.a. Schuldnertyp, gestellte Sicherheit, Rang der Sicherheit, Sektor des Verkäufers) sollen zur Anwendung kommen, um die einer Kategorie angehörenden Assets im Pool weiter zu differenzieren. Der RTS legt tabellarisch fest, welche Risikofaktoren fĂĽr die einzelnen Asset-Kategorien ĂĽberhaupt zur untersuchen sind (z.B. seniority on collateral bei residential loans). Aus diesen sind dann fĂĽr einen konkreten Asset-Pool die tatsächlich relevanten Risikofaktoren abzuleiten und zu erfĂĽllen.

Homogenität und andere Anforderungen

Die EBA stellt klar, dass die Anwendung der Risikofaktoren die geltenden Marktstandards abbilden und keine zusätzlichen Anforderungen schaffen soll. Überdies sollen Homogenitätsanforderungen und die Möglichkeit zur Diversifikation von Risiken im Portfolio in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Der Nachweis der Homogenität des Asset-Pools ist Gegenstand der Offenlegung von Informationen (z.B. im Rahmen der Anzeige der Einhaltung der STS-Kriterien oder anderer Offenlegungspflichten). Anforderungen an die Offenlegung sind nicht Gegenstand des RTS, sondern werden durch die ESMA in separaten technischen Standards festgelegt.

Umsetzung und Inkrafttreten

Die Konsultationsfrist läuft bis zum 15. März 2018. Der finale Entwurf wird dann der Kommission zur Veröffentlichung im EU-Amtsblatt innerhalb von 6 Monaten zugeleitet. Bei voller Ausnutzung der sechs Monate könnten den Instituten nur noch 3 Monate für die Umsetzung der finalen Vorgaben zur Verfügung stehen.

Fazit

Die EBA hat sich für einen qualitativ geprägten Ansatz für die Erfüllung der Homogenitätskriterien entschieden. Die Spielräume, die sich aus den vergleichsweise offen formulierten Asset-Kriterien ergeben, sollen durch die Risikofaktoren wieder beschränkt werden. Vor allem bei letzteren ist offen, wieviel Spielraum die Institute bei der Auswahl der anzuwendenden Faktoren haben werden. Daraus ergibt sich trotz der auf den ersten Blick einfachen Struktur mit vier Kriterien ein weiteres komplexeres Regelwerk.

Die Institute sollten in einem ersten Schritt die Kriterien sowohl auf ihre Bestandsverbriefungen als auch auf die Asset-Pools geplanter Verbriefungen anwenden. Daraus lassen sich Auswirkungen der Homogenitätskriterien auf das Neugeschäft ableiten. Ein Schwerpunkt der Analyse sollte dabei auf der Frage liegen, wie sich unterschiedliche Risikofaktoren auf die Ergebnisse auswirken.

Aufgrund der großen Bedeutung des Themas sollte trotz des noch in der Konsultationsphase befindlichen RTS zügig mit der Umsetzung der Anforderungen gestartet werden. Die Erfahrung aus vergangenen Konsultationen der EBA hat gezeigt, dass die wesentlichen Elemente eines Konsultationspapiers in der Regel nicht mehr geändert werden.

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EBA Konsultation zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat am 09. November 2017 einen Entwurf für einen technischen Regulierungsstandard (RTS) zu den Methoden der aufsichtlichen Konsolidierung nach Art 18 CRR veröffentlicht (Draft RTS on the methods of prudential consolidation under Art. 18 of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA/CP/2017/20)). Damit soll sichergestellt werden, dass für die Berechnung der Eigenkapitalanforderungen auf konsolidierter Basis harmonisierte Methoden angewendet werden. Die Konsultation läuft bis zum 09.Februar 2018.

Im Regelfall wenden Mutter-Institute bzw. Mutterfinanzholdinggesellschaften die Methode der Vollkonsolidierung bei den für den aufsichtlichen Konsolidierungskreis relevanten Tochterunternehmen an. Bei Gemeinschaftsunternehmen oder solchen Unternehmen, die freiwillig konsolidiert werden, wird die quotale Konsolidierung durchgeführt oder die Aggregationsmethode. Unter bestimmten Umständen ist auch die Anwendung der Äquivalenzmethode möglich.

Der Entwurf konkretisiert die Kriterien und Bedingungen, die erfĂĽllt sein mĂĽssen fĂĽr:

  • eine eventuelle anteilsmäßige Konsolidierung bei Tochterunternehmen anstelle der Vollkonsolidierung, basierend auf dem Anteil des Mutterunternehmens an dem Tochterunternehmen (Artikel 18(2) CRR).
  • Die Verwendung des Aggregationsverfahrens in Fällen, bei denen mehrere Unternehmen auf einheitlicher Basis durch eine Beziehung z.B. in Form eines (Gesellschafts-)Vertrags, Memorandums oder durch ein gemeinschaftliches Management (durch dieselbe Person) verbunden sind (Artikel 18(3) CRR).
  • Die Verwendung der anteilsmäßigen Konsolidierung entsprechend dem Kapitalanteil von Beteiligungen an Instituten, Finanzinstituten, Nebendienstleistern die von einem in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen gemeinsam mit einem nicht in die Konsolidierung einbezogenen Unternehmen geleitet werden (Artikel 18(4) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei speziellen Fällen von Kapitalverflechtungen (Artikel 18(5) CRR).
  • Ein Konsolidierungsverfahren bei signifikanter Einflussnahme ohne Beteiligungen oder andere Kapitalbeziehungen und bei einheitlicher Leitung, die weder vertraglich oder satzungsmäßig festgelegt ist (Art. 18 (6) CRR).

Im Zusammenhang mit der Frage nach der angemessenen Konsolidierungsmethode berücksichtigt die EBA auch die Leitlinien des Basel Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS) zur Identifizierung und Management des sog. „step-in risk“ (Guidelines on identification and management of step-in risk, (BCBS 423)). Dieses Unterstützungsrisiko kann sich materialisieren, wenn ein Institut über seine vertraglichen Pflichten hinaus einem nicht konsolidierten Unternehmen Unterstützung gewährt, um sich z.B. vor Reputationsschäden zu schützen. Die Leitlinien beinhalten verschiedene Indikatoren, die die Institute heranziehen sollen, um Unternehmen zu identifizieren, die ein step-in Risiko begründen könnten.

Der EBA-Entwurf berücksichtigt einige dieser Indikatoren, die von den Instituten und zuständigen Behörden im Zusammenhang mit der Frage, ob und wie Unternehmen angemessen konsolidiert werden, zu prüfen sind. Allerdings ist hier darauf hinzuweisen, dass das finale Baseler Papier zum Step-in Risk keine automatische Pillar 1 Anforderung mehr enthält.

Parallel zum Konsultationsentwurf hat die EBA eine Opinion und einen Report zur aufsichtlichen Behandlung von anderen Finanzintermediären (other financial intermediaries (OFIs)) und zur Problematik der unterschiedlichen Anwendung der Definition der Begriffe „Finanzinstitut“ und „Anbieter von Nebendienstleitungen“ veröffentlicht (Opinion on matters relating to other financial intermediaries and regulatory perimeter issues (EBA/Op/2017/13) und Report on other financial intermediaries (OFis) and regulatory perimeter issues). Hier einheitliche Definitionen umzusetzen ist eine wichtige Voraussetzung für harmonisierte Konsolidierungsregeln.

Mehr Einzelheiten zu den Kriterien und Bedingungen für die jeweiligen Konsolidierungsmethoden finden Sie demnächst hier im Regulatory Blog.

 

Basel IV-Channel – Episode 20: EBA draft RTS on economic downturn

Mit der aktuellen Folge des Basel IV-Channels wenden wir uns wieder einem Thema aus dem Bereich der Kreditrisiken und insbesondere dem IRB-Ansatz zu. Die European Banking Authority (EBA) hat im März 2017 den Entwurf eines technischen Regulierungsstandards vorgelegt, in dem Begriff, Schwere und Länge eines „economic downturns“ definiert werden. Dies ist als Grundlage bei der LGD-Schätzung und der Schätzung des Downturn-Konversionsfaktors bei fortgeschrittenen IRBA-Modellen zu berĂĽcksichtigen. Obwohl es sich damit nicht um ein direkt aus den Basel-IV Regelungen folgendes Thema handelt, mĂĽssen im Zusammenhang mit den anstehenden Ă„nderungen des IRBA auch die Vorschläge der EBA berĂĽcksichtigt werden.

Der aktuelle Basel IV-Channel befasst sich mit dem Thema:

EBA draft RTS on economic downturn

Unsere PwC-Experten geben Ihnen einen Einführung über die im Entwurf vorgestellten Ansätze und erläutern die Auswirkungen. Dieser Beitrag ist in englischer Sprache.

Sie können sich zu unserem Basel IV-Channel über unsere Basel IV Webseite im Vorfeld anmelden und erhalten eine Informationsmail. (Alle Teilnehmer der vorherigen Veranstaltungen erhalten automatisch eine Information per E-Mail).

Den Webcast können Sie sich direkt auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen. Alternativ stellen wir für Sie die aktuelle Folge unseres Basel IV-Channels auch im MP4-Format auf unserer Basel IV Webseite zur Verfügung.

Sie haben eine Folge des Basel IV-Channels verpasst ?

Kein Problem – es besteht die Möglichkeit sich unter folgendem Link eine Aufzeichnung der Webcasts auf unserem Youtube-Channel anzuschauen.

Sie haben Fragen rund um Basel IV ?

Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Wir freuen uns, Sie zu unserem nächsten Termin begrüßen zu dürfen.

Herzlichst Ihr

Martin Neisen,

Global Basel IV Leader

EBA Arbeitsprogramm – was steht an?

Die European Banking Authority (EBA) hat im Juni 2016 ihren Jahresbericht für 2015 veröffentlicht. Neben einem Überblick über die im Vorjahr begonnen Arbeiten, erläutert die EBA die aktuell im Fokus stehenden Themen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die wesentlichen Maßnahmen, die für die kommenden Monate noch auf der Agenda der EBA stehen.

Kalibrierung der Leverage Ratio

Eines der wichtigsten Themen für 2016 ist Frage der Migration der Leverage Ratio in die Säule 1 und welches Mindestlevel unter Berücksichtigung der Business Modelle und Risikoprofile angesetzt werden soll. Dazu hat die EBA einen umfangreichen Bericht vorgelegt (EBA Report on the leverage ratio requirements under Art 511 of the CRR (EBA/OP/2016/13)). In diesem werden darüber hinaus verschiedene Aspekte der Auswirkungen der Leverage Ratio unter anderem auf die Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen sowie die Widerstandsfähigkeit und Risikobereitschaft der Institute, auf die Finanzmärkte, Clearingtätigkeiten oder zentrale Kontrahenten diskutiert. Auf Basis dieses Berichts soll die EU Kommission bis zum Jahresende 2016 einen Vorschlag zur Einführung der Leverage Ratio vorlegen.

Verbesserung des Kreditrisikorahmenwerks

Im Zentrum der Überarbeitung des Kreditrisikorahmenwerks steht der IRB Ansatz. Mit dem im Juli 2016 veröffentlichten RTS on the specification of the assessment methodology for competent authorities regarding compliance of an institution with the requirements to use the IRB Approach (EBA/RTS/2016/03) wurde die erste Phase der Überarbeitung des IRB Approach eingeläutet. Die nächste Phase umfasst den im Entwurf vorliegenden RTS im Zusammenhang mit der Wesentlichkeitsschwelle von überfälligen Krediten (RTS on the threshold of credit obligation past due (EBA/CP/2014/32) und die Leitlinien zur Anwendung der Ausfalldefinitionen (EBA Guidelines on the application of the definition of default (EBA/CP/2015/15), dazu auch unser Regulatory Blog-Beitrag: „EBA Leitlinien zur Definition des Schuldnerausfall – definition of default“ vom 08. Februar 2016).

Proportionalität in der Bankenaufsicht

Unabhängig von der Notwendigkeit einer einheitlichen Bankenaufsicht ist es gewollt, eine wirksame und angemessene Bankenregulierung zu entwickeln, die auch die Größe, das Geschäftsmodell und Risikoprofil der Institute berücksichtigt. Insofern hat die EBA weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit möglichen Vereinfachungen und Erleichterungen angekündigt.

Non-Performing Loans (NPLs)

Die Problematik der notleidenden Kredite ist ebenfalls auf der Agenda der EBA. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Bestandsaufnahme von länderspezifischen Lösungen im Umgang mit NPLs. Es gilt Faktoren zu identifizieren, die einer Auflösung von NPLs entgegenstehen. Je nach Bedarf und Ergebnis der Untersuchung will die EBA dazu policy statements herausgeben.

UnterstĂĽtzung der EinfĂĽhrung von IFRS 9 im Bankensektor

Im Zusammenhang mit der Einführung von IFRS 9 hatte die EBA bereits Anfang 2016 eine Analyse angekündigt, die die Auswirkungen von IFRS 9 auf die Eigenmittel und die Vorbereitungen bzw. Umsetzungsstände innerhalb der Institute erheben sollte. In Laufe des Jahres sollen die Ergebnisse analysiert und die weitere Vorgehensweise beschlossen werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden auch Auswirkungen auf die zur Konsultation stehenden Guidelines on credit institutions’ credit risk management practices and accounting for expected credit losses (EBA/CP/2016/10) haben. Diese basieren auf den Leitlinien des Baseler Ausschusses zu Management und Bilanzierung von Kreditrisiken.

Compliance, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Aufsichtspraktiken innerhalb der EU

Aufsichtliche Konvergenz steht ganz oben auf der Prioritätenliste der EBA. Nach einem ersten Bericht dazu in 2015 (EBA report on convergence of supervisory prac­tices) plant die EBA für 2016 weitere Maßnahmen, um die Einheitlichkeit der Bankenaufsicht voranzutreiben. Vorgesehen sind zum einen weitere Beobachtungen vor allem im Zusammenhang mit der Umsetzung der SREP-Leitlinien. Zum anderen plant die EBA Vor-Ort-Prüfungen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden des SSM, um zu bestimmten Themen die gegenwärtigen Praktiken und Umsetzungsstände tiefergehend zu erheben. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung und Anwendung der SREP-Methodik sowie die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Home/Host-Überwachung durch die Supervisory Colleges.

Weiterentwicklung der EBA SREP-Leitlinien

Im Zusammenhang mit den zu Jahresbeginn 2016 in Kraft getretenen SREP-Leitlinien (dazu ausführlicher unser Blog Beitrag: „Update zu den Finalen Guidelines for the SREP“ vom 06. Februar 2015) entwickelt die EBA eine Reihe von ergänzenden Leitlinien, die sich in unterschiedlichen Stadien der Konsultation/Finalisierung befinden:

  • Stresstesting

Bis Anfang 2016 konsultierte die EBA die Guidelines on stress testing and supervisory stress testing (EBA/CP/2015/28). Diese ersetzen zum einen die CEBS Guidelines on institutions’ stress testing (GL 32) im Hinblick auf die institutsinternen Stresstests; zum anderen umfassen sie auch die Beurteilung dieser Stresstests durch die Aufsicht bzw. die aufsichtlichen Stresstests.

  • ICAAP und ILAAP

Die Konsultation zu den Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes (EBA/CP/2015/26) soll in 2016 abgeschlossen werden. Die Leitlinien konkretisieren, welche Informationen durch die Aufsicht bei der Beurteilung des ICAAP und ILAAP herangezogen werden sollen bzw. welche Informationen die Institute bereitstellen sollen (vgl. PwC Risk Blog: „Konsultationspapier: Guidelines on ICAAP and ILAAP information collected for SREP purposes veröffentlicht“ vom 18. Dezember 2015)

  • Behandlung des CVA Risk im Rahmen des SREP

    Die Konsultation zu den EBA Guidelines on the treatment of CVA risk under the SREP (EBA/CP/2015/21) startete im November 2015. Parallel dazu führte die EBA Anfang 2016 eine Quality Impact Study (QIS) durch, um die angemessene Kalibrierung der vorgesehenen Schwellenwerte sicherzustellen. Die noch zu finalisierenden Leitlinien sollen den Aufsichtsbehörden helfen, das CVA Risk der Institute angemessen zu beurteilen und adäquate Kapitalanforderungen zur Risikoabdeckungen festzulegen. 

  • Information and Communication Technology (ICT) risk

Auf der Prioritätenliste der EBA steht weiterhin, die aus Informations- und Kommunikationstechniken (ICT) resultierenden Risiken besser einzuschätzen und zu beurteilen. Hierzu will die EBA in 2016 Leitlinien vorlegen, die Details zur aufsichtlichen Beurteilung der ICT-Governance, zu institutsweiten Kontrollen der ICT-Infrastruktur und zu den Auswirkungen von ICT-Risiken auf die Kapitalausstattung beinhalten sollen.

Verbesserung der Einheitlichkeit bei der RWA Kalkulation

Um mögliche Unstimmigkeiten in der Berechnungsmethodik innerhalb der EU zu beseitigen, wird die EBA jährlich sog. „Benchmark Exercises“ durchführen. Der finale ITS on benchmarking portfolios muss noch von der EU Kommission angenommen werden. In 2016 liegen die Schwerpunkte der Benchmarking Exercise auf der Ermittlung des Kreditrisikos sowie des Marktrisikos. Der ITS bestimmt die benchmarking portfolios, sowie die Vorlagen, Definitionen und IT-Lösungen, die für die Exercise herangezogen werden. Ein weiterer RTS-Entwurf behandelt den Informationsaustauch zwischen der Nationalen Aufsicht und der EBA sowie die Standards der Bewertung der internen Modelle.

Überarbeitung der Säule 3

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat bereits 2015 eine Überarbeitung der regulatorischen Offenlegungsanforderungen in der Säule 3 (Revised Pillar 3 disclosure requirements – BCBS 309) vorgelegt. Mit Hilfe der Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR (Consultation on Guidelines on disclosure under Part Eight of Regulation (EU) 575/2013 (EBA/CP/2016/07)) integriert die EBA die Änderungsvorschläge des Baseler Ausschusses in die bestehenden Offenlegungsanforderungen der CRR (ausführlicher dazu Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

Sicherstellen der Umsetzung des Rahmenwerks zum Krisenbewältigung

Mit der Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) und der Richtlinie über Einlagensicherungssysteme (DGSD) ist der Rahmen für die Krisenbewältigung der Institute weitgehend gesteckt. Die EBA hat für 2016 mehrere Punkte auf ihrer Agenda, die die Umsetzung dieser Rahmenbedingungen unterstützen und zur Entwicklung einer effektiven Abwicklungsplanung beitragen sollen. Dazu gehört unter anderem die Veröffentlichung eines Bericht zur Umsetzung und Ausgestaltung der MREL (EBA interim Report on Implememtation and Design of the MREL framework (EBA/OP/2016/12)). Weitere Punkte sind die Prüfung und Bewertung von Abwicklungsfällen, die Zusammenarbeit mit nationalen Abwicklungsbehörden und auf internationaler Ebene mit dem Financial Stability Board sowie die Durchführung von vergleichenden Analysen von Abwicklungsplänen und die Entwicklung von praktischen Leitfäden zur Unterstützung der Abwicklungsbehörden in bestimmten regulierten Bereichen.

Verbraucherschutz und Ăśberwachung von Finanzinnovationen

Für 2016 plant die EBA mehrere regulatorische Anforderungen, um Verbraucher besser vor Schäden durch Bankprodukte zu schützen. Dazu hat die EBA einen RTS für standardisierte Terminologie für die gebräuchlichsten Bankdienste angekündigt. Darüber hinaus ist ein ITS vorgesehen, der die Offenlegung solcher Dokumente behandelt, mit denen die Kosten der Kontenführung vergleichbar gemacht werden können. Die Finalisierung der Guidelines on the remuneration of sales staff (EBA/CP/2015/29) soll ebenfalls in 2016 abgeschlossen werden.

Im Hinblick auf Finanzinnovationen steht der Umgang mit Verbraucherdaten und den daraus resultierenden Risiken auf der „To do“-Liste der EBA. Bereits im Mai 2016 hat die EBA dazu ein Diskussionspapier veröffentlicht (Discussion Paper on innovative uses of consumer data by financial institutions (EBA/2016/01)).

Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und Verordnung ĂĽber Interbankenentgelte (IFR)

Im Zusammenhang mit der Zahlungsdiensterichtlinie sind der EBA zahlreiche Mandate zur Entwicklung von Standards und Leitlinien ĂĽbertragen (z.B.: strong customer authentication and secure communication, framework for cooperation and exchange of information between Competent Authorties for passporting, guidelinies on complaints procedures). Seit Ende Juli 206 liegt der finale RTS on payment card schemes and processing entities under the IFR (EBA/RTS/2016/05) vor.

Fazit

Insgesamt wird die Arbeit der EBA wohl kaum weniger. Allerdings lässt sich eine gewisse Verschiebung erkennen: Die Intensität des „regulatorischen outputs“ wird reduziert zugunsten einer Verlagerung des Fokus auf die Auswirkungen des bisher gesetzten regulatorischen Rahmens. Jetzt geht es darum, das Reformpaket auch in der Praxis funktionsfähig zu machen und zu halten. Die große Herausforderung besteht darin, die Komplexität der Regulierungsvorgaben mit dem gewollten proportionalen Regulierungsansatz in Einklang zu bringen.

Spezialfinanzierungen – Risikogewichte nach dem Slotting Approach

Die European Banking Authority (EBA) hat am 13. Juni 2016 den finalen Entwurf der „Regulatory Technical Standards on Assigning Risk Weights to Specialised Lending Exposures under Art. 153(9) CRR” (EBA/RTS/2016/02) veröffentlicht. Damit kommt sie ihrem Auftrag zur Präzisierung der Faktoren nach Art. 153 Abs. 5 CRR, die die Institute bei der Zuweisung von Risikogewichten bei Spezialfinanzierungen im Rahmen des Slotting Ansatzes zu berücksichtigen haben, nach.

Hintergrund

Ausfallrisiken und potentielle Verluste bei Spezialfinanzierungen (Specialised Lending – SL) sind in besonders hohem Maße vom wirtschaftlichen Erfolg des finanzierten Projektes abhängig. Daher sind diese Risikopositionen, die grundsätzlich der Forderungsklasse Unternehmen angehören, im Rahmen der Anwendung des IRBA immer dann zu separieren, wenn die in Art. 147 Abs. 8 CRR aufgelisteten Kriterien zutreffen:

  1. die Forderung besteht gegenĂĽber einer Gesellschaft, die speziell zur Finanzierung und DurchfĂĽhrung des Projektes gegrĂĽndet wurde;
  2. die vertraglichen Vereinbarungen gewähren dem Kreditgeber einen erheblichen Einfluss auf die betreffenden Vermögenswerte und die durch diese generierten Einkünfte;
  3. die Rückzahlung der Verbindlichkeit wird im Wesentlichen durch Einkünfte gewährleistet, die durch die finanzierten Vermögenswerte erwirtschaftet werden.

Grundsätzlich stehen für SL drei Wege zur Zuweisung von Risikogewichten zur Verfügung:

  • der Basis-IRBA (bei dem die Institute keine eigenen Schätzungen fĂĽr die LGD und die Konversionsfaktoren verwenden);
  • der fortgeschrittene IRBA (mit eigenen Schätzungen der LGD und der Konversionsfaktoren) sowie
  • fĂĽr die Fälle, in denen die Bank nicht in der Lage ist, die Verlustwahrscheinlichkeit PD zu schätzen oder die Mindestanforderungen an die Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten zu erfĂĽllen, sieht Art. 153 Abs. 5 CRR die Zuweisung von aufsichtlich vorgegebenen Risikogewichten vor („Supervisory Slotting Approach“).

Supervisory Slotting Approach

Bei Anwendung des Slotting Approach haben die Institute die Zuweisung der Risikogewichte zu den Forderungen unter BerĂĽcksichtigung von fĂĽnf in Art. 153 Abs. 5 Satz 2 CRR aufgelisteten Faktoren vorzunehmen:

  • Finanzkraft,
  • politische und rechtliche Rahmenbedingungen,
  • Transaktions- und/oder Vermögenswertmerkmale,
  • Stärke des Geldgebers und des Trägers unter BerĂĽcksichtigung etwaiger EinkĂĽnfte aus öffentlich-rechtlichen Partnerschaften sowie
  • Absicherungspaket

Diese Faktoren sind als Hauptrisikotreiber zwingend bei der Ermittlung des Risikogewichts fĂĽr die fraglichen Positionen zu berĂĽcksichtigen.

Die Zuweisung der Risikogewichte nach EBA/RTS/2016/02

Mit dem neuen RTS präzisiert die EBA diese Faktoren im Hinblick auf verschiedene Spezialfinanzierungsklassen. In Anlehnung an die entsprechenden Ausführungen des Baseler Ausschusses, unterscheidet die EBA folgende Klassen:

  1. Projektfinanzierungen,
  2. Immobilienfinanzierungen,
  3. Objektfinanzierungen sowie
  4. Rohstofffinanzierungen

FĂĽr jede SL-Klasse gliedert die EBA die Hauptrisikotreiber (Faktoren) mit Blick auf die jeweiligen spezifischen Risiken in einer Bewertungstabelle in Sub-Faktoren und Sub-Faktor-Komponenten auf. Beispielhaft zeigt die folgende Abbildung einen Teil der fĂĽr Projektfinanzierungen vorgesehenen Bewertungstabelle:

SLQuelle: EBA/RTS/2016/02, S. 15.

Da es bei der Bewertung vorkommen kann, dass die Sub-Faktoren (bzw. auch die Komponenten der Sub-Faktoren) unterschiedlichen Kategorien zugeordnet werden, gibt die EBA in Art. 1 des RTS einen mehrere Schritte umfassenden Prozess vor, um eine gewisses Maß an Einheitlichkeit zu gewährleisten: Zunächst hat eine Aggregation ausgehend von den Sub-Faktor-Komponenten über die Sub-Faktoren bis zu den einzelnen Faktoren (Hauptrisikotreibern) unter Berücksichtigung der relativen Bedeutsamkeit der einzelnen Bestandteile zu erfolgen. Die Faktoren/Hauptrisikotreiber sind dann im Zuge der Ermittlung des gewichteten Durchschnitts einer einzigen Kategorie (gegebenenfalls gerundet) zuzuordnen.

Unter BerĂĽcksichtigung der verbleibenden Laufzeit erfolgt im letzten Schritt die Risikogewichtung ĂĽber die Zuordnung der Spezialfinanzierung in die entsprechenden Kategorie (Tabelle 1 Art. 153 Abs. 5 CRR).

 Restlaufzeit  Kategorie

1

 Kategorie

2

 Kategorie

3

 Kategorie

4

 Kategorie

5

 Unter 2,5 Jahren  50%  70%  115%  250%  0%
 2,5 Jahre oder länger  70%  90%  115%  250%  0%

Ausgefallene Risikopositionen sind stets der Kategorie 5 zuzuordnen.

Herausforderungen fĂĽr die Institute

Die detaillierten Vorgaben der EBA machen in aller Regel eine Anpassung der bestehenden Prozesse erforderlich. Die Institute haben umfangreiche Dokumentationsanforderungen zu erfüllen: So haben sie für sämtliche Positionen, die ein Risikogewicht mittels des Slotting Approach erhalten haben, folgende Infomationen zu dokumentieren:

  • die Spezialfinanzierungs-Klasse,
  • die Kategorie in Tabelle 1 (Art. 153 (5) CRR), der die fragliche Position letztlich zugeordnet wurde,
  • die Bewertung der Spezialfinanzierungs-Risikoposition auf jeder Ebene des mehrstufigen Aggregationsprozesses und zusätzlich
  • fĂĽr jede Risikoposition die jedem einzelnen Faktor im Zuge des beschriebenen Aggregationsprozesses beigelegten Gewichtungen.

Zeitplan

Die Banken haben nach der (noch ausstehenden) Veröffentlichung des RTS im EU-Amtsblatt ein Jahr Zeit für die Anpassung ihrer bestehenden Prozesse.

Ausblick

Änderungen bei der aufsichtlichen Behandlung von Spezialfinanzierungen zeichnen sich auf Basis des Konsultationspapieres des Baseler Ausschusses zur Anwendung des IRBA („Reducing variation in credit risk-weighted assets – constraints on the use of internal model approaches“) vom 24. März 2016 ab. Vorgesehen ist, dass im Rahmen des IRBA künftig ausschließlich der Supervisory Slotting Ansatz anwendbar sein soll. Dies dürfte zu einer deutlich höheren Relevanz dieses Ansatzes in der Praxis führen. Da der Baseler Ausschuss seine Arbeiten im Zusammenhang mit der Überarbeitung der IRB-Ansätze bis zum Jahresende 2016 abschließen möchte, sollten sich alle Institute, die die Zuweisung von Risikogewichten bei ihren SL-Positionen bislang mit Hilfe des IRBA, aber nicht mittels des Slotting-Approach, vorgenommen haben, möglichst zeitnah mit den Vorgaben der EBA auseinandersetzen.

 

Single Resolution Board zur Umsetzung der MREL-Anforderungen

Das Single Resolution Board (SRB) in der Rolle der europäischen Abwicklungsbehörde mit der Verantwortlichkeit für EZB-regulierte und international tätigen Institute, hat zum 01. Januar 2016 seine Arbeit aufgenommen. Am 12. Januar 2016 fand ein Treffen zwischen den Vertretern der EZB, EBA, nationalen Aufsichts- und Abwicklungsbehörden und den Bankenverbänden statt. Dabei wurden seitens des SRB erste Konkretisierungen über Anforderungen und Zeitplan zur Umsetzung der MREL Anforderungen vorgetragen (SRB Second Industry Dialogue: SRB Approach to MREL in 2016 & Technical Aspects of calibrating MREL). MREL (“Minimum requirements for own funds and eligible liabilities“) als ein Teil der Abwicklungsplanung fordert, dass Institute über das regulatorische Kapital hinaus weitere Verbindlichkeiten vorzuhalten haben, die im Falle der Abwicklung abgeschrieben oder in neues regulatorisches Kapitel gewandelt werden können. Damit soll verhindert werden, dass künftig der Staat bzw. die Steuerzahler für eine Bankenrettung aufkommen müssen.

Indikative Anforderungen ab Q1 2016, Festlegung der Quote in Q3 2016

Für große Institutsgruppen soll die Entscheidung über die institutsindividuelle MREL-Quote in Q3/Q4 2016 erfolgen. Das SRB will den Instituten in Q1/Q2 bereits eine erste indikative MREL-Anforderung übermitteln, die im Anschluss über den formalen Genehmigungsprozess mit nationalen Behörden, EZB und Abwicklungskollegien in eine MREL-Quote, inkl. eines detaillierten Umsetzungs- und institutsindividuellen Phase-in-Plans überführt werden soll. Im Anschluss unterliegt die Quote einer jährlichen Prüfung und Aktualisierung im Rahmen der Abwicklungsplanung.

Einzel- und Gruppenebene

Grundsätzlich ist künftig eine MREL-Quote auf Gruppen- und auf Einzelebene zu erfüllen. In 2016 werden gem. aktueller Veröffentlichung zunächst die konsolidierten Anforderungen bzw. die der Mutterunternehmen in den Fokus gestellt; individuelle Töchteranforderungen werden im kommenden Jahr spezifiziert.

Erwartete Mindestanforderung

Auch wenn das SRB betont, dass MREL eine institutsindividuelle Einzelbewertung erfordert, werden die 8% Mindest-MREL-Quote bezogen auf die Gesamtverbindlichkeiten als Richtgröße für alle Banken unter SRB Verantwortung als wahrscheinlich erachtet. Hintergrund dieser Quote ist die Nutzung des Bankenrettungsfonds. Dieser kann nur in Anspruch genommen werden, wenn vorab bereits 8% der Verbindlichkeiten eines Instituts über einen Bail-in in der Abwicklung berücksichtigt wurden.

FĂĽr die Kalibrierung des MREL-Kapitals zur Verlustdeckung und anschlieĂźenden Rekapitalisierung des Restinstitutes will sich das SRB an die bestehenden Vorgaben der EBA orientieren (siehe auch EBA RTS 2015/05 und unseren Regulatory Blog Beitrag: „Update MREL: Präzisierung der Anforderungen durch die EBA“ vom 07. Oktober 2015). Die Finalisierung des RTS steht noch aus. Eine Offenlegung ĂĽber das konkrete Verfahren zur Festlegung der jeweiligen Quoten sieht das SRB unter Berufung auf die Sensibilität der Informationen aktuell nicht vor.

Strategische Auswirkungen

Im Falle der Abwicklung muss grundsätzlich der Haftungskaskade der Insolvenz gefolgt werden, d.h. Investoren dürfen nicht schlechter gestellt werden als in der Insolvenz. Vor diesem Hintergrund will das SRB einen besonderen Fokus auf die Analyse von Verbindlichkeiten legen, die im Falle der Abwicklung aus operativen Gründen vom Bail-in ausgeschlossen werden könnten. Wird dieser Anteil als potentiell zu hoch eingestuft, führt dies zu einer höheren MREL-Anforderung. Für den geplanten Austausch mit dem SRB sollen sich Institute zudem ein eigenes Bild über vom Bail-in ausgeschlossene Verbindlichkeiten machen.

Darüber hinaus verlangt das SRB von den Instituten eine MREL-Emissions-Strategie zu möglichen Instrumenten, potentiellen Investoren und einer Einschätzung zum platzierbaren Volumen.

Operative Herausforderungen: granulares Reporting, Vorab-Datenerhebung ab Februar 2016

Das SRB kündigt erstmals offiziell an, dass MREL in eine laufende Meldeanforderung übergehen wird – ggf. als fester Bestandteil des COREP. Das Reporting kann ab 2017 in Kraft treten. Dabei ist ein granularer Aufriss der gesamten Passivseite zu erwarten. Eine Meldefrequenz wird vorerst nicht spezifiziert.

Unabhängig von einem regelmäßigen Reporting wird dem Hintergrund der Wirksamkeit eines Bail-in-Tools im Falle einer Abwicklung die Fähigkeit zur kurzfristigen Bereitstellung von Daten als eine essentielle Voraussetzung angesehen.

Bereits ab Februar 2016 sollen granulare Vorab-Datenerhebungen stattfinden, die das SRB als Entscheidungsgrundlage für die Festlegung der MREL-Anforderung heranziehen wird. Diese Datenabfragen können sowohl auf Gruppen- als auch auf Einzelinstitutsebene gestellt werden und auf Einzelgeschäftsinformationen heruntergebrochen sein.

Die AnkĂĽndigungen des SRB machen deutlich, dass der Aufbau eines MREL-Datenhaushaltes bereits in 2016 eine wesentliche Herausforderung fĂĽr alle Banken darstellen wird.

Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 3: Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM)

Neben den ab dem 1. Januar 2014 in Kraft getretenen neuen Anforderungen ĂĽber die Liquiditätsdeckung (LCR) und die stabile Refinanzierung (NSFR) wird das Liquiditätsmeldewesen in naher Zukunft um eine zusätzliche Meldeanforderung erweitert – die Additional Liquidity Monitoring Metrics (ALMM). Sie sollen die beiden genannten Kennziffern, die in direkte Reaktion auf die Finanzmarktkrise der Jahre 2007 ff. entwickelt wurden, ergänzen. Hierdurch soll der Bankenaufsicht ein umfassender Ăśberblick ĂĽber die Liquiditätslage der Institute geboten werden.
Folglich handelt es sich bei den ALMM nicht um einzelne Kennziffern oder zwingend einzuhaltende Mindestquoten, sondern ein Set aus Meldebögen die in einem hohen Maß an Granularität Informationen über verschiedene Liquiditäts-relevante Sachverhalte bieten. Hierdurch werden sie auch zu einer wichtigen Datenquelle für den Liquiditäts-SREP der Aufsicht (dazu auch der Risk Blog Beitrag: „SREP Serie (Teil 10): Beurteilung der Liquiditätsausstattung“).
Mit der hohen Granularität gehen entsprechende Herausforderungen bei der Umsetzung der ALMM einher, sowohl hinsichtlich Datenqualität wie auch Datenverfügbarkeit. Darüber hinaus wurde bis zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Beitrags noch keine finale Fassung der ALMM im EU Amtsblatt veröffentlicht, obwohl das Inkrafttreten zuletzt für den 1. Januar 2016 in Aussicht gestellt wurde.

Hintergrund

Als Resonanz auf die Finanzkrise der Jahre 2007 ff. wurden die bankaufsichtlichen Regelungen zur Liquidität der Institute weitgehend ĂĽberarbeitet und international vereinheitlicht. Kernpunkt der Reformen durch den Baseler Ausschuss waren die EinfĂĽhrung von zwei neuen Liquiditätskennziffern, der Liquidity Coverage Ratio (LCR – dazu Regulatory Blog: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 1: die Delegierte Verordnung zur Liquidity Coverage Ratio“) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR – dazu: Regulatory Blog „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“). Nach Ansicht des Baseler Ausschusses bieten beide Kennziffern jedoch noch nicht den notwendigen, umfassenden Ăśberblick ĂĽber die verschiedenen Facetten des Liquiditätsrisikos. Aus diesem Grund werden sie durch die Additional Liquidity Monitoring Metrics (Basel III: The Liquidity Coverage Ratio and liquidity risk monitoring tools) ergänzt.

Die Umsetzung der Baseler Vorschläge zu den ALMM erfolgt in der EU durch Artikel 415 Abs. 3 Buchst. b) der CRR-Verordnung. Hiernach wird die EBA ermächtigt, Entwürfe technischer Durchführungsstandards (ITS) über zusätzliche Parameter für die Liquiditätsüberwachung (ALMM) zu entwickeln, die der Aufsicht einen umfassenden Überblick über das Liquiditätsrisikoprofil der Institute ermöglichen. Die EBA hat am 18. Dezember 2013 den finalen Entwurf des ITS veröffentlicht (EBA/ITS/2013/11). Eine Aktualisierung erfolgte am 24. Juli 2014 (EBA/ITS/2013/11/rev1). Im Folgenden wird auf den Anwendungsbereich und die einzelnen Meldebögen des ITS vom 24. Juli 2014 näher eingegangen.

Anwendungsbereich

Die Meldung über die ALMM ist grundsätzlich auf Ebene des Einzelinstituts und der Institutsgruppe zu erfüllen. Gemäß Artikel 8 CRR ist eine Ausnahme von der Anwendung der Liquiditätsanforderungen auf Einzelbasis unter den dort genannten Bedingungen möglich (sog. Liquiditätswaiver).

Die Berichterstattung über die ALMM hat grundsätzlich auf monatlicher Basis zu erfolgen. Abweichend davon können Institute auf quartalsweiser Basis melden, wenn sie bestimmte Größenindikatoren unterschreiten und nicht Teil einer grenzüberschreitenden Institutsgruppe sind. Während im Rahmen der monatlichen Meldefrequenz eine Einreichung der ALMM-Meldungen bis zum 15. Kalendertag nach dem Stichtag vorgesehen ist, gelten bei quartalsweiser Meldungen die Einreichungsfristen, die der ITS on Reporting auch für Solvenz-FINREP oder Großkreditmeldungen vorsieht.

Meldeformulare

Der EBA ITS enthält insgesamt sechs Meldeformulare, die einen Überblick über das Liquiditätsrisikoprofil, die Konzentrationen in der Refinanzierung und die Refinanzierungskonditionen der Institute ermöglichen sollen.

Meldebogen C 66.00 (Maturity Ladder oder auch Contractual Template) enthält eine Liquiditätsablaufbilanz. Hierin sind alle künftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse nach ihrem vertraglich festgelegten Eintrittszeitpunkt in 22 Laufzeitbänder einzuordnen. Zusätzlich werden die liquiden Mittel und Linien gezeigt, die in den einzelnen Laufzeitbändern zur Deckung einer Liquiditätsunterdeckung verfügbar sind (sog. Counterbalancing Capacity – CBC). Im Gegensatz zur LCR erstreckt sich die Betrachtung somit auf einen wesentlich längeren Zeithorizont. Zudem werden kein aufsichtliches Stresszenario oder aufsichtliche Gewichtungsfaktoren vorgegeben. Im Gegensatz zu den Liquiditätsablaufbilanzen, die regelmäßig im Rahmen der internen Liquiditätssteuerung genutzt werden, ist keine Modellierung künftiger Zahlungsströme notwendig, da alle Zahlungsmittelflüsse nach ihrer vertraglichen Fälligkeit abzutragen sind.

In dem Meldebogen C 67.00 (Concentration of funding by counterparty) sind die zehn größten Geschäftspartner bezogen auf die Passivseite des Instituts zu melden. Dabei sind nur Kontrahenten separat auszuweisen, sofern ihr Refinanzierungsbeitrag mehr als ein Prozent der Gesamtverbindlichkeiten des Instituts gemäß FINREP beträgt.
Durch diese Anforderung wird die frühzeitige Identifikation von etwaigen Konzentrationen auf der Passivseite bezweckt. Somit sollen Liquiditätsrisiken vermieden werden, die sich durch eine zu starke wirtschaftliche Abhängigkeit von einzelnen Geschäftspartnern ergeben können. Der Nutzen dieser Meldung liegt neben der Risikoidentifikation in der frühzeitigen Gewinnung von steuerungsrelevanten Informationen. So können sich hieraus erforderliche Maßnahmen zu einer ggf. notwendigen höheren Diversifikation der Refinanzierungsbasis ableiten lassen.
Neben der Höhe der Verbindlichkeiten gegenüber den einzelnen Kontrahenten sind auch die Art der Produkte sowie Angaben bspw. zu Sitzstaat und Wirtschaftszweig des Passivkunden zu machen. Als besondere Herausforderung bei der Umsetzung hat sich erwiesen, dass hier Gruppen verbundener Kunden zu zeigen sind. Diese sind bislang – zumindest bei reinen Passivkunden – noch nicht in den Systemen der Banken hinterlegt. Zudem ergeben sich Herausforderungen, wenn bei Gruppen verbundener Kunden der sogenannte Siloansatz für Zentralregierungen genutzt wird, da hier Mehrfachausweise einzelner Kontrahenten möglich sind.

Der Meldebogen C 68.00 (Concentration of Funding by Product Type) gibt einen Überblick über mögliche Konzentrationen in einzelnen Produktarten der Passivseite. In den Zeilen werden dabei die Produkte grob in die beiden Gruppen „Privatkunden“ und „restliche Kunden“ differenziert. In den Spalten erfolgt der Ausweis des Betrags, eine Unterteilung danach, ob die Positionen der Einlagensicherung unterliegen oder nicht, sowie die volumengewichtete Angabe der Ursprungs- und Restlaufzeit.

Der Meldebogen C 69.00 (Prices for various lenghts of funding) zeigt die Refinanzierungskosten der innerhalb des vergangenen Meldezeitraums neu abgeschlossenen Passivgeschäfte. In den Zeilen werden hier verschiedene Kategorien von Einlagen aufgeführt (bspw. Privatkundeneinlagen, besicherte Finanzierung, gedeckte Schuldverschreibungen etc.). In den Spalten werden in Laufzeitintervallen von einem Tag bis hin zu zehn Jahren, das Volumen und der gezahlte Spread über EONIA, EURIBOR oder vergleichbare Indizes ausgewiesen. Die Herausforderung im Rahmen der Meldungserstellung ist hierbei mit Sicherheit den jeweiligen Spread nach den vorgegebenen Produktarten abzugrenzen.

Der Meldebogen C 70.00 (Roll-Over of Funding) differenziert die im Meldemonat auf Tagesbasis aufgenommenen, prolongierten und abgelaufenen Refinanzierungsmittel und ermittelt so den sich ergebenden Refinanzierungssaldo pro Tag des Meldemonats.
In den Zeilen werden wiederum verschiedene Kategorien von Einlagen aufgeführt, beispielsweise Privatkundeneinlagen und besicherte sowie unbesicherte Nicht-Privatkundeneinlagen. Die Spalten sind in Laufzeitintervalle untergliedert und unterscheiden darunter nach Neugeschäft, rollierenden und auslaufenden Positionen. Bislang ist unklar, wie quartalsweise zu meldende Banken diesen Meldebogen zu befüllen haben. Ebenso fehlen klare Vorgaben, wie beispielsweise Tagesgelder, die innerhalb des Meldezeitraums mehrfach „fällig“ werden, auszuweisen sind.

Über den Meldebogen C 71.00 (Concentration of Counterbalancing Capacity by Issuer/Counterparty) erfasst die Aufsicht die zehn größten Bereitsteller von Counterbalancing Capacity. Eine zu starke Abhängigkeit der Counterbalancing Capacity von einzelnen Gegenparteien kann zu Liquiditätsproblemen führen (verminderte Liquidität in einem Stresstestszenario bzw. Fähigkeit der Gegenpartei der gewährten Liquiditätslinie nachkommen zu können). Die Diversifikation der Counterbalancing Capacity sollte vom Institut gesteuert werden.
Die Struktur der Meldung zu den zehn größten Gegenparteien nach Vermögenswerten, die für die Counterbalancing Capacity anerkannt sind, ist ähnlich wie die Meldung zu den zehn größten Gegenparteien bezogen auf ihren Refinanzierungsanteil (C 67.00) aufgebaut.

Ausblick und weitere Schritte bis zur Finalisierung

Die ALMM-Meldepflicht sollte ursprünglich am 1. Juli 2015 in Kraft treten. Voraussetzung ist die Verabschiedung durch die Europäische Kommission und die Veröffentlichung im EU Amtsblatt. Anschließend sollten die Meldebögen zu ALMM in die D-VO 680/2014 integriert werden.
Am 17. Juli hat die EBA auf ihre Internetseite mitgeteilt, dass der Zeitpunkt der EinfĂĽhrung der ALMM-Meldeanforderung voraussichtlich um mindestens 3 Monate verschoben wird, da der finale ITS-Entwurf noch nicht verabschiedet ist.
Die EU Kommission hat am 13. August 2015 darüber informiert, dass sie zunächst nur die Meldebögen C 67.00 bis C 71.00 am 1. Januar 2016 in Kraft treten lassen will. Der Maturity Ladder Meldebogen (C 66.00) soll hingegen durch die EBA überarbeitet und an die Vorgaben der delegierten Verordnung zur LCR (D-VO 2015/61) angepasst werden. Um doppelte Umsetzungsaufwände Seitens der Institute zu vermeiden, soll dieser Meldebogen erst nach seiner Überarbeitung verabschiedet und meldepflichtig werden.
In ihrer Stellungnahme zum Vorschlag der EU Kommission vom 25. September 2015 teilte die EBA mit, dass sie die Verschiebung des Einführungszeitpunkts auf den 1. Januar 2016 unterstützt, jedoch die Anwendung des vorliegenden Meldebogens Maturity Ladder als einheitliches Mittel zur Messung von Liquiditätsrisiken für unentbehrlich hält. Sollten die ALMM ohne Maturity Ladder in Kraft treten, würde es nach Einschätzung der EBA bis zu zwei Jahre dauern, bis das überarbeitete Template in Kraft treten könnte; innerhalb dieser Frist wäre die Aufsicht auf ad-hoc Anfragen oder ähnliche Behelfe angewiesen.
Somit ist weiterhin nicht abschließend geklärt, wann und in welcher Form der Maturity Ladder Meldebogen durch die Institute zu melden ist, sofern diese nicht bereits im Rahmen der sogenannten Short Term Exercise (STE) der EZB zur Einreichung dieses Templates verpflichtet sind. Ebenso steht die Veröffentlichung der verbleibenden fünf Meldebögen im EU Amtsblatt weiterhin aus.

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