Kategorie: EBA Standards

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TLAC und MREL – Zusätzliche Kapitalanforderungen

Das Financial Stability Board (FSB) hat am 10. November 2014 ein Konsultationspapier zu den globalen Standards für die Anforderungen an die Gesamt-Verlustabsorptionskapazität (Total Loss Absorbing Capacity – TLAC) bei global systemrelevante Banken (Global Systemically Important Banks – G- SIBs) veröffentlicht (FSB Consultative Document: “ Adequacy of loss-absorbing capacity of global systemically important banks in resolution“). Mithilfe der RWA-abhängigen TLAC soll sichergestellt werden, dass global bedeutende Banken, die „too-big-to fail“ sind, im Abwicklungs-/Krisenfall über ausreichend hohes Verlustabsorptionskapital verfügen, um eine geordnete Abwicklung zu gewährleisten – ohne Rückgriff auf eine Unterstützung durch die Steuerzahler und ohne die Stabilität des Finanzsystems als solches zu gefährden.

Parallel wird mit den Anforderungen Minimum Requirement for Eligible Liabilities (MREL) in Art. 45 der Richtlinie 2014/59/EU vom 15. Mai 2014 zur Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (Banking Recovery and Resolution Directive – BRRD) auf europäischer Ebene eine nicht ganz vergleichbare, RWA-unabhängige Kennziffer eingeführt, die ebenso dazu führen soll, dass eine hinreichend große Masse an Eigenkapital und sogenannten bail-in-fähigen Verbindlichkeiten zur Verfügung steht, um eine Abwicklung geordnet durchzuführen bzw. überhaupt erst zu ermöglichen.

Total Loss Absorbency Capacity (TLAC)

  • Kalibrierung der TLAC

Nach den Vorschlägen des FSB sollen global systemrelevante Banken verpflichtet werden, neben den einzuhaltenden Mindestanforderungen an die Eigenkapitalausstattung nach Basel III zusätzliches Verlustabsorptionskapital in Form von länger laufenden Verbindlichkeiten vorzuhalten, das bei Bedarf z.B. durch Herabschreibung in Eigenkapital umgewandelt werden kann. Angedacht ist, dass die G-SIBs eine Mindest-TLAC- Quote von 16-20% der risikogewichteten Aktiva einhalten sollen – mindestens aber das Zweifache der Leverage Ratio („Pillar 1“). Dabei wird erwartet, dass die zur Erfüllung der TLAC einbezogenen Kapitalinstrumente mindestens zu 33% aus Fremdkapital bestehen, dass nicht bereits zur Erfüllung anderer regulatorischer Kapitalanforderungen dient.

Darüber hinaus kann bei der Kalibrierung der TLAC noch eine subjektive Komponente hinzukommen („Pillar II“), die für jedes Institut individuell ermittelt wird. Diese soll u.a. die jeweilige Abwicklungs- und Sanierungsplanung, die Systemrelevanz und spezifischen Risiken aus dem jeweiligen Geschäftsmodell berücksichtigen. Das FSB-Papier enthält Anregungen dazu, wie die Home/Host-Aufsichtsbehörden eine entsprechende institutsspezifische TLAC ermitteln können.

  • Anwendungszeitpunkt und Auswirkungen

Die endgültige Höhe der TLAC soll nach der Durchführung einer Auswirkungsanalyse und einer Marktumfrage Anfang 2015 festgelegt. Im Konsultationspapier des FSB wird als erstes Datum für das Inkrafttreten der TLAC-Anforderungen der 01. Januar 2019 genannt.

Damit ergeben sich für global systemrelevante Banken erhebliche zusätzliche Anforderungen. Die Unsicherheit für die in der Bank durchzuführenden Kapitalplanungsprozesse steigt weiter, da die TLAC sehr sensible auf die Änderung der risikogewichteten Aktiva (RWA) reagiert. Investoren werden sich das höhere Risiko in den Bankschuldverschreibungen mit „strukturiertem Nachrang“ gut bezahlen lassen. Die Refinanzierungskosten werden demzufolge weiter steigen. Interessant ist auch die Frage, wie solche Investments regulatorisch oder bilanztechnisch bei Investoren zu berücksichtigen sind, die aus regulierten Branchen kommen z.B. andere Institute, Versicherungen, Pensionsfonds. .

BRRD und MREL – die EU-Variante und Besonderheiten für die Bankenunion (SRM-VO)

  • Richtlinie und nationale Umsetzung

Art. 45 BRRD verpflichtet die Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen, dass die Institute, zu jedem Zeitpunkt eine Mindestanforderung an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten vorhalten, unabhängig von den risikogewichteten Aktiva. Die nationalen Aufsichtsbehörden legen diese Anforderungen institutsspezifisch nach einer Reihe von Kriterien fest (Art 45 Abs. 6 BRRD). Basierend auf den Vorgaben des Art. 45 Abs. 2 BRRD hat die EBA am 28. November 2014 ein Konsultationspapier (Draft Regulatory Technical Standards on criteria for determining the minimum requirement for own funds and eligible liaibilities under Directive 2014/59/EU (EBA/CP/2014/41) veröffentlicht, in dem u.a. die Bewertungskriterien für die Mindestanforderungen näher konkretisiert werden.

Das neue Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Instituten und Finanzgruppen (Sanierungs- und Abwicklungsgesetz – SAG) umfasst in weiten Teilen die Umsetzung der BRRD in nationales Recht. Nach der kürzlich erfolgten Zustimmung im Bundesrat zum BRRD-Umsetzungsgesetz dürfte kurzfristig mit der endgültigen Verkündung des BRRD-Umsetzungsgesetzes zu rechnen sein, dessen Regelungen ab dem 01. Januar 2015 gelten sollen.

  • Bankenunion und SRM-Verordnung

Für die Institute der Mitgliedsstaaten der Bankenunion gilt einerseits der einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) mit der EZB als Aufsichtsbehörde. Zum anderen ist für diese Banken auch ein einheitlicher zentralisierter Abwicklungsmechanismus mit einem Abwicklungsausschuss und einem Abwicklungsfonds zur Gewährleistung gleicher Wettbewerbsbedingungen geschaffen worden. Die Rechtsgrundlage dafür findet sich in der SRM-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 806/2014 vom 15. Juli 2014 zur Festlegung einheitlicher Vorschriften und eines einheitlichen Verfahrens für die Abwicklung von Kreditinstituten und bestimmten Wertpapierfirmen im Rahmen eines einheitlichen Abwicklungsmechanismus und eines einheitlichen Abwicklungsfonds). Die SRM-Verordnung kommt unmittelbar zur Anwendung. Eine nationale Umsetzung ist nicht mehr erforderlich. Nach Art. 27 Abs. 7 SRM-VO beträgt die MREL-Quote mindestens 8%.

  • Kalibrierung der MREL

Die MREL-Quote ergibt sich aus den Eigenmitteln und bail-in-fähigen Verbindlichkeiten im Verhältnis zu den Gesamtverbindlichkeiten und Eigenmitteln des Instituts. Verbindlichkeiten aus Derivaten werden bei der Berechnung der Gesamtverbindlichkeiten mit der Maßgabe berücksichtigt, dass Saldierungsvereinbarungen der Vertragspartner in voller Höhe anerkannt werden (BT-Drs. 18/2575, Gesetzentwurf der Bundesregierung zum BRRD-Umsetzungsgesetz). Regierungsentwurf zum SAG).

Verbindlichkeiten, die zur Erfüllung der MREL angerechnet werden können, unterliegen den folgenden Anforderungen (§ 49 Abs. 2 SAG):

  • Sie müssen in der Höhe, in der sie berücksichtigt werden sollen, entstanden sein.
  • Sie dürfen nicht gegenüber dem Institut bestehen, garantiert oder sonst besichert werden.
  • Verbindlichkeiten müssen eine Restlaufzeit von mindestens einem Jahr haben, um sicherzustellen, dass sie im Zeitpunkt einer Krise nicht bereits ausgelaufen sind.
  • Es darf sich weder um eine Verbindlichkeit aus Derivaten noch um eine Verbindlichkeit aus Einlagen mit Vorrang im Insolvenzverfahren (§ 46f KWG) handeln.

Bei der Festlegung der MREL für die deutschen Institute nach dem SAG werden die im Rahmen der BRR-Richtlinie angesetzten Kriterien angewendet (§ 49 Abs. 4 SAG). Dazu zählen unter anderem das Erfordernis, sicherzustellen, dass das Institut bei Anwendung der verschiedenen Abwicklungsinstrumente Verluste absorbieren und die harte Kernkapitalquote wiederherstellen kann, um mit ausreichendem Marktvertrauen bestimmte Tätigkeiten im fortzuführen.

  • Anwendungsbereich

Die MREL müssen alle Institute im Anwendungsbereich der BRRD erfüllen – TLAC bezieht sich (noch) auf global systemrelevante Institute. Während die TLAC perspektivisch für 2019 angekündigt ist, werden sich die deutschen Institute unmittelbar mit der MREL auseinandersetzen müssen, denn die Regelungen des SAG sollen ab 01. Januar 2015 gelten.

MREL und TALC – Konsistente Regelungen ?

Während die TLAC auf eine konstante bzw. feste Kapitalquote in Relation zu den risikogewichteten Aktiva abzielt, die über schon vorhanden Kapitalpuffer vorgehalten werden sollen, werden im Rahmen der MREL aufgrund der Regulierung in der BRRD-Richtlinie noch keine festen Quoten vorgegeben, sondern der Fokus liegt auf der institutsspezifischen Ausrichtung. Derzeit unterscheiden sich die Berechnungsmethoden für TLAC und MREL erheblich: TLAC berechnet sich als Quote der RWA (alternativ das Doppelte der leverage ratio). Dagegen können bei der Kalibrierung der MREL zwar RWA oder leverage ratio berücksichtigt werden, aber der Anteil der vorzuhaltenden Kapitalausstattung einschließlich der bail-in fähigen Instrumente ergibt sich aus Eigenmitteln und Gesamtverbindlichkeiten.

Schwierigkeiten können sich ergeben, wenn es sich um global systemrelevante Institute handelt, die unter den Anwendungsbereich der FSB TLAC fallen würden. Soweit die nationalen Abwicklungsbehörden die FSB Standards einhalten wollen, müsste entsprechend der höheren TLAC-Quote eine besondere Kalibrierung der MREL vorgenommen werden: Hierzu eröffnet sowohl die BRRD als auch der RTS die Möglichkeit, denn die systemischen Risiken müssen bei der Festlegung der MREL ebenfalls als Kriterium berücksichtigt werden. Nach den Vorschlägen der EBA müssen die Abwicklungsbehörden in diesem Zusammenhang anhand der CRD- IV- Regeln zumindest die als Globally Systemically Important Institutions (G-SIIs) oder Other Systemically Important Institutions (O-SIIs) eingestuften Institute identifizieren. Bei diesen Institute müssen die Abwicklungsbehörden genau hinschauen, ob die von ihnen festgelegte MREL das erhöhte Risiko diese systemrelevanten Institute auch abdeckt (Art 7 EBA RTS (EBA/CP/2014/41). Hierfür schlägt der EBA RTS verschärfte Anforderungen vor – nämlich eine Verlustabsorptionsquote von 8% der Gesamtverbindlichkeiten alternativ 20% der RWA.

Finaler Standard zur Großkreditdurchschau – Delegierte VO (EU) Nr. 1187/2014

Die Europäische Kommission hat am 2. Oktober 2014 die Delegierte Verordnung (EU) Nr. 1187/2014 zur „Bestimmung der Gesamtrisikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden bei Geschäften mit zugrunde liegenden Vermögenswerten“ verabschiedet und am 7. November 2014 im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die Verordnung trifft ergänzende Regelungen zur Zerlegung bzw. Durchschau von Fondsanteilen, Verbriefungen und anderen Konstrukten mit zugrunde liegenden Adressen zur Ermittlung der für die Großkreditmeldung und -überwachung relevanten Beträge auf Basis der Vorgaben der Absätze 7 und 8 des Art. 390 CRR.

Hintergrund

Die EBA hatte den zugrunde liegenden technischen Standard (EBA Final draft Regulatory Technical Standard on the determination of the overall exposure to a client or a group of connected clients in respect of transactions with underlying assets under Article 390(8) of Regulation (EU) No 575/2013 (EBA RTS 2013/07)) im Dezember 2013 im finalen Entwurf veröffentlicht und der Kommission vorgelegt (vgl. dazu auch unseren Regulatory Blog Beitrag: „Großkreditregime – Neuer Aufsichtsstandard zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition bei Fonds, Verbriefungen und anderen Konstrukten“ vom 19. Dezember 2013). Hierbei zeichneten sich bereits diverse einschneidende Abweichungen zu den bisherigen, in Deutschland über das Rundschreiben 8/2011 (BA) vom 15. Juli 2011 (BaFin-Rundschreiben 8/2011 (BA) – Umsetzung der CEBS-Großkreditleitlinie vom 11.12.2009 sowie weitere Auslegungsentscheidungen zu Großkreditvorschriften) umgesetzten Durchschauregelungen ab. Die von der EBA erarbeiteten Standards wurden nun mit Verabschiedung der Delegierten Verordnung nahezu vollständig bestätigt; es ergaben sich augenscheinlich keine inhaltlichen Veränderungen gegenüber dem finalen Entwurf.

Die wesentlichen Änderungen

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung – 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung – sind die folgenden wesentlichen Veränderungen gegenüber dem BaFin-Rundschreiben 8/2011 (BA) sowie weitere Auslegungsentscheidungen zu Großkreditvorschriften unmittelbar für alle CRR-Institute anwendbar:

a)           Materialität statt Granularität

Die früheren Durchschauregelungen sahen vor, dass eine Durchschau immer dann nicht erforderlich war, wenn das Konstrukt als „granular“ galt, d.h. wenn das größte Underlying weniger als 5% des Gesamtvolumens des Konstrukts ausmachte. Sofern ein Konstrukt weder granular war noch in die einzelnen Underlyings zerlegt werden konnte, war eine Anrechnung auf einen Sammelkunden, den sog. „Unbekannten Schuldner“ vorzunehmen. Dieser war wiederum sowohl als Großkredit meldepflichtig als auch auf die Großkreditobergrenze limitiert, sodass Institute und bspw. auch die Fondsanbieter gehalten waren, geeignete Regelungen und Verfahren zur Identifizierung und Erfassung der wesentlichen zugrunde liegenden Adressen zu implementieren.

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung tritt nun eine Materialitätsgrenze an die Stelle des Granularitätskriteriums, während das Konzept des „Unbekannten Schuldners“ grundsätzlich aufrechterhalten wird. Eine Identifizierung der zugrunde liegenden Adressen und eine Anrechnung auf den „Unbekannten Schuldner“ sind dann nicht erforderlich, wenn die Investition in das Konstrukt oder in die einzelnen Underlyings nicht mehr als 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts ausmacht.

Durch das Abstellen der Materialitätsgrenze auf die Eigenmittel und damit die Risikotragfähigkeit des investierenden Instituts soll dem Grundgedanken der Großkreditvorschriften – der Begrenzung von Konzentrationsrisiken – besser Rechnung getragen werden. Ferner schätzt die EBA die Schwelle von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel als hinreichend konservativ ein, da 100 unbekannterweise in dieselbe Adresse getätigte Investitionen erforderlich wären, um die Großkreditobergrenze des Instituts zu erreichen. Dieser Erwägungsgrund verdeutlicht, dass die EBA die operative Erleichterung nur gestattet, weil sie davon ausgeht, dass Investitionen unterhalb der Materialitätsschwelle, deren Underlyings dem Institut positiv bekannt sind, stets auch für die Zwecke der Großkreditvorschriften erfasst und weiterverarbeitet werden.

Im Ergebnis dürften die Umstellung auf die Materialitätsgrenze tendenziell dazu führen, dass vor allem kleinere Institute mit einer entsprechend geringen Eigenkapitalausstattung erhöhte Durchschaupflichten zu beachten haben. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass mit der Materialitätsgrenze auch eine institutsspezifische Durchschau einhergeht: Während in der Vergangenheit regelmäßig Fondsanbieter die Granularität bestätigten oder ggf. den investierenden Instituten ein Reporting zu den zugrunde liegenden Adressen anboten, ist nunmehr die Materialitätsgrenze jedes einzelnen Instituts relevant dafür, ob eine Durchschau erforderlich ist oder nicht. Dies gewinnt auch insoweit an Bedeutung, als die regulatorischen Eigenmittel unter der CRR und damit auch die Materialitätsgrenze einer deutlich höheren Dynamik unterliegen als dies noch unter dem KWG der Fall war.

b)           Keine automatische Anrechnung des „Gesamtkonstrukts“

Nach den Vorgaben des Rundschreibens 8/2011 (BA) war ungeachtet der angewandten Durchschaumethode immer auch eine Anzeige und Anrechnung des Gesamtinvestitionsbetrags gegenüber dem Konstrukt erforderlich. Allein bei OGAW-konform regulierten Fonds, bei denen eine tägliche vollständige Zerlegung möglich war, konnte nach § 6 Abs. 2 GroMiKV a.F. die Anrechnung des Konstrukts entfallen – mit der Folge, dass der Gesamtinvestitionsbetrag die Großkreditobergrenze übersteigen durfte.

Die Delegierte Verordnung sieht vor, dass grundsätzlich nur dann eine Anzeige und Anrechnung des Gesamtkonstrukts als separater Kunden erfolgen muss, wenn dieses nicht zerlegt werden kann, aber unter die Materialitätsschwelle von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel fällt und somit nicht bereits dem „Unbekannten Schuldner“ zugewiesen wurde (siehe Art. 6 D-VO).

Allerdings ist stets zu untersuchen, ob aus der Investition in das Gesamtkonstrukts Adressrisiken resultieren können, die über die der Underlyings hinaus gehen und somit zusätzlich anzeige- und anrechnungspflichtig werden könnten. Ob dies der Fall ist, müssen Institute im Einzelfall zum einen anhand der rechtlichen und operativen Struktur des Konstrukts und zum anderen anhand der Zahlungsströme aus der Investition in das Konstrukt untersuchen (siehe Art. 7 D-VO).

Im Zuge der Diskussionen um die mögliche Umsetzung des EBA RTS 2013/07 hat sich noch kein Marktstandard zur genauen Auslegung der Kriterien zur Untersuchung auf zusätzliche Risikopositionen etabliert. Denkbare zusätzliche Risikopositionen könnten bspw. gegenüber dem Fondsmanager bestehen. Die Rahmenregelung des Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) für die Messung und Begrenzung von Großkrediten vom April 2014 (BCBS 283) erwähnt in diesem Zusammenhang auch die Liquiditäts- oder Sponsorbank im Rahmen einer Verbriefungstransaktion, welche aus Sicht des Investors unter Umständen ein zusätzliches Adressrisiko in sich tragen könnte (vgl. dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Das neue Baseler Rahmenwerk zur Messung und Überwachung von Großkrediten (“Supervisory framework for measuring and controlling large exposures – Final Standard”)“ vom 21.Mai 2014). Allein im Fall von OGAW-konform regulierten Fonds wird über Art. 7 Abs. 2 D-VO klargestellt, dass zumindest aus deren rechtlicher und operativer Struktur keine zusätzlichen Adressrisiken hervorgehen.

c)            Inkrafttreten ohne Übergangs- oder Altbestandsregelungen

Die Delegierte Verordnung tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft und enthält keinerlei Übergangs- oder Altbestandsregelungen. Dies ist vor allem insoweit bemerkenswert, als die bisherigen Vorgaben des Rundschreibens 8/2011 (BA) noch eine Altbestandsregelung für statische Positionen, die bereits am 1. Januar 2010 im Bestand waren, enthielt. Diese hätten demnach bis einschließlich 31. Dezember 2015 unter bestimmten Umständen nicht zwingend der Durchschau unterzogen und auch nicht auf die Großkreditgrenzen des „Unbekannten Schuldners“ angerechnet werden müssen.

Mit Inkrafttreten der Delegierten Verordnung sind nunmehr auch diejenigen Positionen, die bisher von den Altbestandsregelungen profitierten, unmittelbar durchschaupflichtig oder auf den „Unbekannten Schuldner“ anzurechnen. Es ist folglich nicht ausgeschlossen, dass mit Verabschiedung der Delegierten Verordnung auch geschäftspolitische Auswirkungen einhergehen, wenn bspw. Altbestände abgebaut werden müssen, um die Großkreditgrenzen einhalten zu können.

Neue Fristen für die Meldungen nach ITS on Supervisory Reporting

Die EU-Kommission hat die Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting (EBA/ITS/2013/02) angenommen. Diese Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements hatte die European Banking Authority (EBA) bereits im  Juli 2013 der EU-Kommission übermittelt. Die ITS regeln die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen und enthalten neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses) (vgl. dazu Blog-Beiträge: “ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co” vom 30. Juli 2013 und „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite“ vom 01. August 2013)

Bei der Annahme und Umsetzung der EBA-Standards durch die EU-Kommission haben sich Verzögerungen ergeben. Um zu vermeiden, dass  die betroffenen Banken Meldungen vor dem eigentlichen Inkrafttreten der spezifischen Regulierungsvorschriften abgeben müssen, haben sich die EU-Kommission und die EBA (vgl: Opinion of the European Banking Authority on amendments proposed by the Commission to draft implementing technical standards EBA/ITS/2013/02 on supervisory reporting under Regulation (EU) No 575/2013) darauf geeinigt, die Fristen für die Abgabe der (neuen) bankaufsichtlichen Meldungen mit dem Meldestichtag 31. März 2014 und 30. April 2014 bis Ende Juni zu verschieben.

Demnach gilt:

  • Quartalsweise Meldungen zu Own funds, Large Exposures, Leverage Ratio und Net Stable Funding Ratio auf den Stichtag 31. März 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 abgegeben werden (statt wie bisher zum 30. Mai 2014)
  • Monatliche Meldungen zu den Liquiditätskennzahlen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) auf die Stichtage 31. März 2014 und 30. April 2014 müssen bis zum 30. Juni 2014 vorgelegt werden (statt wie bisher 30. Mai 2014)
  • Meldungen zu den gebundenen Aktiva (asset encumbrance) müssen erstmals zum Stichtag 31. Dezember erstellt werden und bis zum 11. Februar 2015 übermittelt werden.

Damit werden die Fristen für die Übermittlung der monatlich zu meldenden Daten zur LCR und den quartalsweisen Meldungen auf Einzelinstitutsebene mit den ohnehin schon vorgesehenen Fristen für Meldungen auf konsolidierter Basis gleichgeschaltet.

Finaler ITS zur Offenlegung der Eigenmittel

Am letzten Tag  des Jahres 2013 ist der Startschuss gefallen: Mit der Veröffentlichung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1423/2013 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die Offenlegungspflichten der Institute in Bezug auf Eigenmittel gemäß der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ist der erste Implementing Technical Standard (ITS) zur Ergänzung der CRR final geworden. Bereits Mitte 2012 hatte die EBA die Konsultationen über die Offenlegungspflichten der Institute im Zusammenhang mit den Eigenmitteln begonnen (EBA/CP/2012/04 “Draft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions – dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „Offenlegung der Eigenmittel nach CRR – ITS on Disclosure for Own Funds“ vom 30. 06.2012). Mit der Durchführungsverordnung erhalten die Institute jetzt den finalen Mustersatz für die Offenlegung der Eigenmittel (Anhang IV) d.h. ein Muster zur Offenlegung der Hauptmerkmale der Kapitalinstrumente mit dessen Hilfe ein detaillierter Überblick über die Kapitalposition der Institute bzw. ein ausreichend detailliertes Bild der Merkmale der Kapitalinstrumente eines Instituts gewonnen werden kann (Anhang II). Darüber hinaus legt die Durchführungsverordnung die Methoden der Bilanzabstimmung fest, mit  denen die Institute eine Überleitung zwischen den handelsrechtlichen Bilanzpositionen und den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln vornehmen müssen (Anhang I).

Methoden der Bilanzabstimmung

Als Ausgangspunkt dienen den Instituten die maßgeblichen zur Berechnung der Eigenmittel in ihren veröffentlichten Abschlüssen verwendeten Bilanzpositionen. Diese umfassen sämtliche Positionen, die Bestandteil der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel sind oder von diesen in Abzug gebracht werden. Im zweiten Schritt  sind die Eigenmittelbestandteile der Bilanz zu erweitern, so dass die jeweiligen Positionen entsprechend den bereitgestellten Mustern zur Offenlegung gesondert erscheinen.  Anschließend sind die Elemente, die sich aus der Erweiterung der handelsrechtlichen Bilanz ergeben, den jeweiligen Positionen der Offenlegungsmuster zuzuordnen.

Offenlegung der Eigenmittel

Die Musterbögen  zur Offenlegung der Eigenmittel umfassen rund 80 Positionen, neben Eigenkapitalkomponenten und Abzugspositionen auch Kapitalpuffer. Die Institute legen zunächst für einen Übergangszeitraum (31. März 2014 bis zum 31. Dezember 2017) die Eigenmittel dergestalt  offen, dass den  zahlreichen Übergangsbestimmungen der CRR Rechnung getragen werden kann (Anhang VI).  Ab dem 01. Januar 2018 gelten dann die endgültigen Muster (Anhang IV).

Offenlegung der Kapitalinstrumente

Das Muster zur Offenlegung der Eigenkapitalinstrumente enthält qualitative und quantitative Informationen.  Die Institute füllen das Muster für die Instrumente des harten Kernkapitals,  des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals aus. Für die  Kapitalinstrumente sind neben der Nennung Emittent und Rechtsnatur des Instruments, Ausgabe- und Rückkaufpreis  auch Angaben zur Wandelbarkeit und Rangfolge zu machen.

Inkrafttreten

Die Durchführungsverordnung tritt  zum 31.März 2014 in Kraft – damit sind die in dieser VO festgelegten Regeln für alle Offenlegungen mit Stichtag nach dem 31.03.2014 anzuwenden. Offenlegungen zu Stichtagen vor dem 31.03.2014 sind damit noch nach den alten Regeln  vorzunehmen.

Großkreditregime – Neuer Aufsichtsstandard zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition bei Fonds, Verbriefungen und anderen Konstrukten

Am 05. Dezember 2013 hat die European Banking Authority (EBA) einen Aufsichtsstandard zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden im Hinblick auf Geschäfte, bei denen Risikopositionen aus zugrunde liegenden Vermögenswerten resultieren (EBA/RTS/2013/07), als finalen Entwurf veröffentlicht und an die EU-Kommission zur Verabschiedung weitergeleitet.

Mit dem Aufsichtsstandard, der sich auf Art. 390 Abs. 8 CRR bezieht, klärt die EBA folgende Fragen:

  • Welche Methoden haben Institute bei der Ermittlung der Gesamtrisikoposition gegenüber einem Kunden oder einer Gruppe verbundener Kunden bei Positionen mit  zugrundeliegenden Vermögenswerten anzuwenden? Betroffen sind Geschäfte wie Verbriefungstransaktionen, Investmentanteile, aber bspw. auch Zertifikate, Derivate, Private Equity Fonds oder Beteiligungen /Kreditengagements an Finanzunternehmen, deren Haupttätigkeit darin besteht, Beteiligungen zu halten oder zu erwerben.
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Transaktion mit zugrundeliegenden Vermögenswerten keine zusätzliche Risikoposition begründet?

Mit dem finalen Entwurf ist die EBA unter anderem auf zahlreiche kritische Anmerkungen zu der in dem vorangegangenen Konsultationspapier EBA/CP/2013/07 vom 17. Mai 2013 vorgesehenen Anwendung des „Full look-through“-Ansatzes ohne Berücksichtigung einer Schwellenwertregelung (bei deren Unterschreiten eine Durchschau unter bestimmten Bedingungen entbehrlich wäre) insofern eingegangen, als nun doch wieder eine Granularitätsschwelle vorgesehen ist.

Die Methoden zur Ermittlung der Gesamtrisikoposition

Um herauszufinden, ob zugrunde liegende Vermögenswerte einer Transaktion mit anderen Kundenforderungen des Instituts zusammenzufassen sind, sieht die EBA folgende Methoden vor:

  1.  Vollständige Durchschau:

    Identifizierung aller zugrundeliegenden Adressenausfallrisiken und Zuordnung zu den betreffenden Kunden bzw. zu den betreffenden Gruppen verbundener Kunden.

  2. Teilweise Durchschau:

    Das Institut identifiziert die ihm bekannten Adressenausfallrisiken und weist sie dem betreffenden Kunden bzw. den betreffenden Gruppen verbundener Kunden zu.

    Entscheidend für das weitere Vorgehen bezüglich der verbleibenden Adressenausfallrisiken ist, ob das Institut grundsätzlich in der Lage ist, die zugrunde liegenden Underlyings voneinander zu separieren (a) oder nicht (b):

a) Falls das Institut zwar die Underlyings unterscheiden, aber bei einzelnen Forderungswerten nicht ausschließen kann, dass er mit einem Adressenausfallrisiko behaftet ist und / oder der Schuldner nicht identifizierbar ist, ist folgende Wesentlichkeitsgrenze auf Ebene des Underlying maßgeblich:

i) Sofern der einzelne Forderungswert des Underlying nicht 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts übersteigt, wird dieser Forderungswert jeweils als separater Kreditnehmer („separate client“) erfasst.

ii) Falls der einzelne Forderungswert die Schwelle von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts erreicht oder übersteigt, das Institut aber sicherstellen kann, dass die zugrundeliegenden Kreditforderungen nicht mit anderen Forderungen im Bestand des Instituts zu verknüpfen sind (und zwar einschließlich sämtlicher anderer Forderungswerte aus anderen Geschäften mit zugrunde liegenden Vermögenswerten), dann ist der Forderungswert jeweils als ein separater Kreditnehmer („separate client“) zu erfassen.
(Anmerkung: Die zweite Bedingung kann nach den Überlegungen der EBA etwa bei einem Fonds erfüllt sein, der entsprechend seinen Anlagerichtlinien ausschließlich in bestimmte geographische Gebiete oder Sektoren investiert, in die das betreffende Institut nicht weiter investiert ist.)

 iii) In allen anderen Fällen sind die Forderungswerte dem unbekannten Kunden („unknown client“) zuzuordnen.

b) Sofern es einem Institut nicht möglich ist, die einer Gesamttransaktion zugrunde liegenden Vermögenswerte voneinander zu separieren, bezieht sich der Schwellenwert auf den Gesamtforderungswert der Transaktion.

i) Wenn der Gesamtforderungswert 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts  nicht übersteigt, ist der Gesamtforderungswert aus der Transaktion als ein separater Kreditnehmer („separate client“) zu erfassen.

ii) Ansonsten ist der Gesamtforderungswert dem unbekannten Kunden („unknown client“) zuzuordnen.

Die EBA präferiert die vollständige Durchschau, hat aber zur Vermeidung unverhältnismäßiger Kosten der Einführung eines Schwellenwertes zugestimmt.

Überwachungsturnus

Unabhängig von der letztlich zur Anwendung kommenden Methode sind die Institute zur fortlaufenden Beobachtung der Zusammensetzung einer Transaktion angehalten – mindestens aber einmal im Monat.

Begründung einer zusätzlichen Risikoposition aufgrund der einer Transaktion selbst anhaftenden Risiken

Grundsätzlich begründet eine entsprechende Transaktion immer dann keine zusätzliche Risikoposition, wenn gewährleistet ist, dass die einer Risikoposition der Transaktion zuzuordnenden Verluste ausschließlich auf Ausfallereignissen der zugrunde liegenden Vermögenswerte beruhen. Dies ist generell anzunehmen für Investments, die den Vorgaben für UCITS entsprechen. Auch Pfandbriefe dürften die in der Verordnung genannten Kriterien erfüllen. In allen anderen Fällen hat eine Einzelfallprüfung zu erfolgen und bei Nichterfüllung ist das Konstrukt als solches ebenfalls im Hinblick auf die Großkreditvorschriften zu überwachen, anzuzeigen und anzurechnen.

Abgrenzung zu den CEBS-Guidelines

Die EBA betont, dass die CEBS-Guidelines on the implementation of the revised large exposures regime von Dezember 2009 den Ausgangspunkt ihrer Überlegungen darstellt. Der finale RTS-Entwurf enthält jedoch drei wesentliche Abweichungen:

  1. Die Granularitätsschwelle der EBA in Höhe von 0,25% bezieht sich auf die anrechenbaren Eigenmittel des Instituts, wohingegen die Granularitätsschwelle des CEBS bei 5% des Wertes der Gesamttransaktion lag.
  2. Bei Verbriefungspositionen ist es künftig nicht mehr erlaubt, eine risikomindernde Wirkung nachrangiger Tranchen zu berücksichtigen.
  3. Eine Anrechnung des Gesamtkonstrukts als Kreditnehmer nicht mehr zwingend erforderlich.

Die Abhängigkeit des neuen Schwellenwertes von den anrechenbaren Eigenmitteln soll der Einheitlichkeit dienen: so sind die anrechenbaren Eigenmittel auch die relevante Bezugsgröße bei der Ermittlung der Großkreditgrenze sowie der Großkreditobergrenze; außerdem dienen die Regeln zur Großkreditüberwachung insbesondere der Vermeidung von Klumpenrisiken – hier sieht die EBA es als konsequent an, nicht die Größe der zu betrachtenden Transaktion, sondern die Höhe der institutsspezifischen anrechenbaren Eigenmittel als Bezugsmaß heranzuziehen.

Für die neue, vorsichtigere, Behandlung tranchierter Produkte spricht aus Sicht der EBA, dass die Regelungen zu den Großkrediten ein Backstop-Regime darstellen. Dabei ist vom „Worst Case“ auszugehen und insofern ergibt eine bonitätsabhängige Tranchierung keinen Sinn.
Da nach unseren Beobachtungen in der Praxis ohnehin zumeist keine Berücksichtigung risikomindernder Aspekte durch nachrangige Tranchen vorgenommen wurden, dürften die Auswirkungen dieser Neuregelung im Allgemeinen überschaubar sein.

Beispiel zur Granularitätsschwelle

Ein Institut hat anrechenbare Eigenmittel (Artikel 4 Abs. 71 in Verbindung mit Art. 494 CRR) in Höhe von € 800 Mio.
Großkreditdefinitionsgrenze (Artikel 392 CRR):  € 80 Mio.
Großkreditobergrenze (Artikel 395 Abs. 1 CRR): € 200 Mio
Granularitätsschwelle: € 800 Mio x 0,25% = € 2 Mio.
(Wobei das Volumen der Transaktion insgesamt unterhalb der Großkreditobergrenze liegen muss.)

Folglich hat das betrachtete Institut für den Fall, dass kein zugrunde liegender Vermögenswert innerhalb eines gegebenen Konstrukts größer als € 2 Mio ist, die Möglichkeit, diese Forderungen der Transaktion als separatem Kreditnehmer zuzuordnen und nicht dem einen unbekannten Kunden, ohne eine vollständige Durchschau auf die zugrunde liegenden Kreditnehmer durchführen zu müssen.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil V

Mit den kürzlich veröffentlichten Berichtigungen zur CRR und CRD IV wurden die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind, angepasst. Entsprechend wurden auch die Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen“ vom 06.08.2013). Dies gilt für mehr als 30 Regulierungs- und Durchführungsstandards. Laufende Informationen über die Konsultationen erhalten Sie in unseren EBA updates und im regulatorischen Kalender.

Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  105(14) CRR
  • Anforderungen an die vorsichtige Bewertung von Handelsbuchpositionen
  • Einführung von zwei Ansätzen, die  bei der Bewertung den dynamischen Charakter der Handelsbuchpositionen berücksichtigen (simplified approach und core approach)
  • EBA eröffnet am 22.07.2013 eine QIS zu dem vorgeschlagenen RTS

 

  • Draft ITS on the Hypothetical Capital of a Central Counterparty under Articles 50a and 50c of Regulation (EU) No 648/2012 (EMIR) (EBA/CP/2013/29)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art 520 CRR (i.V. mit Art 50a und 50c EMIR)
  • Anforderungen an Reporting (Frequenz, Template) von zentralen Kontrahenten gegenüber Clearing-Mitgliedern und Aufsichtsbehörden
  • Bedingungen, zu denen Aufsichtsbehörden die Reportinganforderungen verschärfen können.

 

  • Draft RTS on own funds requirements for investment firms based on fixed overheads (EBA/CP/2013/30)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 97(4) CRR
  • Berechnungsmethode für die  Anforderung an Wertpapierfirmen, anrechenbare Eigenmittel in Höhe von mindestens einem Viertel der im vorausgegangenen Jahr angefallenen fixen Gemeinkosten vorzuhalten
  • Berechnung der fixen Gemeinkosten

 

  • Draft RTS on close correspondence between the value of an institution’s covered bonds and the value of the institution’s assets relating to the institution’s own credit risk (EBA/CP/2013/31)
Konsultationsfrist:

  • 01. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  33 (4) CRR
  • Präzisierung, was eine enge Übereinstimmung  zwischen dem Wert der Schuldverschreibungen und dem Wert der Aktiva darstellt
  • Kumulative und Ausschlusskriterien

 

  • Draft RTS on classes of instruments that are appropriate to be used for the purposes of variable remuneration (EBA/CP/2013/32)
Konsultationsfrist:

  • 29. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 94(2) CRD IV
  • Definition der Instrumente, die zusätzliche variable Vergütungsbestandteile bilden können
  • Festlegung der Anforderungen an Instrumente des Tier 1, Tier 2 etc. zur Anerkennung als Vergütungsbestandteil

 

  • Draft RTS on the definition of materiality thresholds for specific risk in the trading book (EBA/CP/2013/33)
Konsultationsfrist:

  • 15. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  77 CRD IV
  • Definition der Schwellenwerte , ab denen Institute eigen Modelle zur Berechnung des spezifischen Risikos von Schuldinstrumenten im Handelsbuch anwenden können
  • Materialitätsschwelle: Netto long & short Positionen > EUR 1 000 000 000
  • Außerdem Portfolio > 100 Positionen, jeweils größer als EUR 2 500 000

 

  • Draft RTS on on methods for identifying the geographical location of relevant credit exposures (EBA/CP/2013/35)
Konsultationsfrist:

  • 1. November 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  140 (7) CRD IV
  • Zur Berechnung der Quote des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers:  Bestimmung der Methode zur Festlegung des geografischen Ortes der wesentlichen Kreditrisikopositionen

 

  • Consultation on the XBRL Taxonomy related to the EBA final draft ITS on Supervisory Reporting Requirements (EBA/CP/2013/36)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

 

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

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EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil IV

Die Arbeiten an der Umsetzung des CRD IV-Pakets laufen mit Hochdruck weiter: Die ersten finalen RTS & ITS werden in Kürze erwartet.

Konsultationsfrist:

  • 08. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art 354(3) CRR).
  • Identifikation von eng verbundenen Währungen, für deren Positionen niedrigere Eigenkapitalanforderungen angesetzt werden dürfen (4%)
  • In Annex 1 Auflistung der eng verbundenen Währungen in Bezug auf den EURO und alle Währungen innerhalb der EU und zahlreicher anderer Währungen
  • Jährliches update der Liste mit der Möglichkeit in dringenden Ausnahmefällen in kürzeren Intervallen zu prüfen.

 

Konsultationsfrist:

  • 08. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 344(2) CRR
  • Bei Aktienindex-Terminkontrakten, die an der  Börse gehandelt werden und einen relevanten angemessen breit gestreuten Index haben, wird kein spezifisches (zusätzliches) Risiko zugeordnet
  • ITS legt die Kriterien für eine angemessen breite Streuung der Indices fest (Größe, geografische Lage, Industriezweige etc.)
  • Auflistung der Aktienindices, die den Anforderungen entsprechen (Annex 1)
  • Jährliches update der Liste

 

  • Draft RTS on credit valuation adjustment risk for the determination of a proxy spread and the specification of a limited number of smaller portfolios (EBA/CP/2013/24)
Konsultationsfrist:

  • 25. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 383 CRR
  • Bestimmung des proxy spread anhand des institutsinternen Modells
  • Zahl und Umfang der Portfolios, die das Kriterium der begrenzten Anzahl kleinerer Portfolios erfüllen

 

  • Draft RTS on collaboration concerning supervision between home and host Member States specifying the information that competent authorities shall supply to one another (EBA/CP/2013/25)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art  50(6) CRD IV
  • Auflistung der Informationen, die zwischen home/host Aufsichtsbehörden ausgestauscht werden sollen
  • Informationen über:  die Leitung, die Verwaltung und die Eigentumsverhältnisse der Institute, Informationen über  Liquidität, Solvenz, Einlagensicherheit, Begrenzung von Großkrediten, Verwaltungs- und Rechnungslegungsverfahren, non-compliance, aufsichtliche Maßnahmen und Sanktionen  sowie interne Kontrolle
  • Sofortiger  Informationsaustausch in Stresssituationen bezüglich Liquiditätssituation und die Analyse der systemischen Auswirkungen von Liquiditätsengpässen

 

  • Draft ITS on collaboration concerning supervision between home and host Member States in relation to sharing of information (EBA/CP/2013/26)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober 2013

 

Inhalt:

  • Zu Art  50(7) CRD IV
  • Struktur und Einheitlichkeit beim Informationsaustausch zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden
  • Annex 1- sechs Templates für den regelmäßigen Informationsaustausch
  • Annex 2 – Template für den Informationsaustausch bei Liquiditätsengpässen (stress situations)

 

  • Draft ITS on the format, structure, contents list and annual publication date of the supervisory information to be disclosed by competent authorities (EBA/CP/2013/27)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

  • Zu Art 143 (3) CRD IV
  • Festlegung von Format, Aufbau, Inhaltverzeichnis und Zeitpunkt der allgemeine Bekanntmachungspflichten der zuständigen Behörden
  • Inhaltlich umfassen die Informationen: u.a.  Wortlaut der Rechts- und Verwaltungsvorschriften und allgemeinen Leitlinien, die in ihrem Mitgliedstaat im Bereich der Finanzdienstleistungsaufsicht verabschiedet wurden, die Art und Weise, wie die im Unionsrecht eröffneten Optionen und Ermessensspielräume genutzt werden, die allgemeinen Kriterien und Methoden, nach denen sie bei Institute und deren Verfahren überprüfen und bewerten
  • aggregierte statistische Daten zu zentralen Aspekten der Umsetzung der aufsichtlichen Rahmenvorschriften
  • Ergriffene Aufsichtsmaßnahmen und verhängte Verwaltungssanktionen

Fortsetzung folgt…

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Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen

Kaum sind die lang erwarteten Vorschriften der Capital Requirement Regulation (CRR) und der Capital Requirement Directive (CRD IV) final im Amtsblatt der Europäischen Union (Amtsblatt der EU, vom  26. Juni 2013) veröffentlicht worden (dazu auch der Blog- Beitrag: „CRD IV und CRR: Finally final“ vom 27. Juni 2013), folgt schon die erste Korrektur. Sowohl für die CRR als auch die CRD IV sind im Amtsblatt der Europäischen Union vom 02. August 2013 Berichtigungen veröffentlicht worden (Berichtigung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und Berichtigung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, Amtsblatt der EU vom 02.08.2013, L 208/68 und L 208/73).

CRR – Kürzere Fristen

Die Änderungen betreffen vor allem die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind. Entsprechend werden Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen. Dies gilt für mehr als 30 Regulierungs- und Durchführungsstandards.

Darüber hinaus gelten für nach dem 28. Juni 2013 emittierte Kapitalinstrumente andere Regelungen für die Anerkennung als hartes Kernkapital. Weiterhin sind Datenanpassungen bei den Zeitspannen erfolgt. Für die für Abzüge von Posten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals anwendbaren Prozentsätze (Art. 478 CRR) ist nun anstelle  vom 1. Januar 2014 bis 01. Januar 2015 die Zeitspanne vom 01. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 festgeschrieben.

CRD IV – Anwendungsdatum

Die einzigen Berichtigungen der CRD IV gelten dem Anwendungsdatum dieser Vorschriften (Art 162 CRD IV): Das Anwendungsdatum 31. Dezember 2013 wird durch das Datum 01. Januar 2014 ersetzt.

 

Praxiswissen zu den neuen regulatorsichen Anforderungen nach CRR und CRD IV bieten wir Ihnen in unseren Seminaren. Ausgewählte Termine finden Sie im regulatorischen Kalender und auf unseren FS-Branchenseiten.

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil II: COREP, Leverage Ratio, Liquidität und Großkredite

Mit den Final draft Implementing Technical Standards on supervisory reporting requirements vom 26. Juli 2013 hat die European Banking Authority (EBA) die neuen Grundlagen für das aufsichtsrechtliche Meldewesen veröffentlicht. Neben den Vorgaben zum Financial Reporting FINREP (vgl. dazu Blog-Beitrag: „ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP &  Co“ vom 30. Juli 2013) enthält der ITS auch Vorgaben zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen (Liquidity Coverage Ratio/Net Stable Funding Ratio) sowie der Großkreditmeldungen (Large Exposure) und Höchstverlustraten aus grundpfandrechtlich besicherten Forderungen (IP Losses).

Der aktuelle ITS enthält Vorgaben zu den Meldefrequenzen, Abgabefristen, Definitionen und Meldebögen, inklusive des von der EBA entwickelten Data Point Models. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen zeigt dieser Beitrag ( zu den Vorversionen vgl z.B. Blog-Beitrag: „Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS“ vom 06.Februar 2013).

COREP

  • Anwendungszeitpunkt

Der ITS stellt klar, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die COREP-Anforderungen der 1. Januar 2014 ist und folglich die erste COREP-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen hat. Zukünftig müssen die Meldungen quartalsweise an die Aufsicht geliefert werden. Die Einzel- und Gruppenmeldungen müssen immer bis zum 30. Arbeitstag nach Meldestichtag an die Aufsicht geliefert werden.

  • Inhalt

Die EBA fordert nun eine granulare Darstellung des Wertberichtigungsvergleichs, zur separaten Abbildung von ausgefallenen und nicht-ausgefallenen Forderungen (CA 4).

Bei dem Ausweis von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten wird zwischen Staatspapieren der Kategorie AfS und allen anderen unrealisierten Gewinnen bzw. Verlusten differenziert. Darüber hinaus erfolgt ein separater Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus der Fair Value-Bilanzierung derivativer Verbindlichkeiten, die aus dem eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren (Art. 33 (1c) CRR).

Risikopositionen gegenüber KMUs, für die ein privilegiertes Risikogewicht zur Anwendung kommt, sind separat auszuweisen. Darüber hinaus entfällt der in den bisherigen Entwürfen separate Ausweis von Forderungen an den Default Fund eines CCP durch Clearing Member (CA 2).

Halten Institute freiwillig strengere Anforderungen als die Mindestquoten der CRR ein (Art. 3 CRR), so sind diese durch entsprechende Datenfelder abbildbar.

Leverage Ratio

  • Anwendungszeitpunkt

Die EBA hat den 1. Januar 2014 als Erstanwendungszeitpunkt für die Meldung der Leverage Ratio festgelegt. Die erste LR-Meldung hat entsprechend zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Leverage Ratio hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Inhalt

Die Meldebogen wurde an die Änderungen in der finalen CRR angepasst, indem:

    • Neue Meldepositionen zu den außerbilanziellen Positionen, die der Handelsfinanzierung dienen oder durch einen anerkannten Exportversicherer gedeckt sind, und mit einem CCF von 20% bzw. 50% im Gesamtexposure der Leverage Ratio berücksichtigt werden, eingefügt wurden
    • Der Ausweis des Betrages für Securities Financing Transcations (SFT/Wertpapierfinanzierungsgeschäfte) nach umfassender und einfacher Methode angepasst wurde.

In den finalen ITS wurden weiterhin Vorschläge aus dem Baseler Konsultationspapier zur Leverage Ratio (Revised Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements – consultative document vom 26. Juni 2013) übernommen, die auch schon im Basel III Monitoring enthalten sind:

    • Nachrichtliche Meldung einer Nettingmethode für Securities Financing Transcations (SFT), die eine Verrechnung von Positionen mit Sicherheiten (ohne Berücksichtigung von aufsichtlichen Abschlägen) auf Nettingset- und Einzelgeschäftsebene erlaubt und gemäß des Baseler Vorschlags die maßgebliche Methode für die Add-on Berechnung ist.
    • Es erfolgt ein zusätzlicher Ausweis des Nominalbetrags von Kreditderivaten (Sicherungsnehmer) mit gleichem Referenztitel und mindestens gleicher Laufzeit wie bei korrespondierenden Sicherungsgeberpositionen, die unter Basel III dem Gesamtexposure hinzugefügt werden.
  • Reportingstruktur

Die EBA hat eine zusätzliche Tabelle für wesentliche Anteile an Unternehmen, die handelsrechtlich, aber nicht aufsichtsrechtlich konsolidiert werden, eingefügt. Die Aufgliederung erfolgt in drei Sektoren (Financial Entities, Securitisation Entities, Commercial Entities) und nach den im Rahmen der Leverage Ratio abgefragten Geschäftsarten (nur Reporting, keine Berücksichtigung in der Berechnung der Kennziffer wie unter Basel III).

Liquidität

  •  Anwendungszeitpunkt

Der ITS enthält unterschiedliche Anwendungszeitpunkte für die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die Meldung der NSFR hat ab dem 1. Januar 2014 zu erfolgen. Folglich hat die erste NSFR-Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen verlängerten Frist zur Abgabe zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die NSFR hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen. Der Erstanwendungszeitpunkt für die LCR wird auf den 31. März 2014 festgesetzt. Die erste Meldung ist wie bei den anderen Meldungen mit einer einmaligen verlängerten Frist zum 30. April 2014 abzugeben. Zukünftig müssen die Institute die LCR-Meldung monatlich am 15. Kalendertag nach dem Meldestich an die Aufsicht liefern.

  • Inhalt

Bei den Meldebögen zur LCR wurde die Darstellung der liquiden Aktiva angepasst und noch granularer gestaltet. Insbesondere wurden die Vorgaben zu liquiden Aktiva (Art. 416 CRR) und dem zusätzlichen Reporting nach Anhang III zur CRR klar voneinander getrennt. Hieraus ergeben sich auch Auswirkungen auf die Meldebögen zu Zahlungsmittelzu- und -abflüssen, beispielsweise in Bezug auf die Darstellung von Repogeschäften.

In einem neuen Meldebogen zur LCR erfolgt die Abbildung der Auswirkungen von Collateral Swaps. Die Granularität der Darstellung bleibt jedoch gegenüber dem Meldebogen des Basel III-Monitorings zurück. Die Darstellung der liquiden Aktiva in den Meldebögen zur NSFR wurde an die geänderte Darstellung bei der LCR angepasst. Zudem wurde der Meldebogen zur benötigten stabilen Refinanzierung um die Darstellung der Asset Encumbrance erweitert

Großkredite

  •  Anwendungszeitpunkt

Der Erstanwendungszeitpunkt für die Großkreditmeldungen ist der 1. Januar 2014, folglich hat die erste Meldung zum Stichtag 31. März 2014 mit einer einmaligen Fristverlängerung zur Abgabe bis zum 30. Mai 2014 (Einzelmeldung) bzw. bis zum 30. Juni 2014 (Gruppenmeldung) zu erfolgen. Das zukünftige Reporting für die Großkredite hat im Gleichlauf mit den COREP-Meldungen (Einzel- als auch Gruppenebene) zu erfolgen.

  • Reportingstruktur

Die Großkreditmeldung wurde von bisher zwei auf fünf Meldebögen erweitert, wobei der bisherige Meldebogen LE 1 auf zwei Tabellen aufgegliedert und zusätzlich zwei neue Meldebögen eingeführt werden. Während an den bestehenden Formaten nur geringfügige Änderungen vorgenommen wurden, enthalten die beiden vollständig neuen Meldebögen eine sehr granulare Aufgliederung der Exposure je KNE bzw. KN nach Laufzeitbändern.

ITS zum aufsichtsrechtlichen Reporting – Teil I: FINREP & Co

Die European Banking Authority (EBA) hat am 26. Juli 2013 die finalen Entwürfe der Implementing Technical Standards (ITS) zum aufsichtsrechtlichen Reporting veröffentlicht (Final draft technical standards on supervisory reporting requirements).

Hintergrund

Mit den finalen Entwürfen zum aufsichtsrechlichen Meldewesen hat die EBA den Grundstein zur Umsetzung der aus der CRR (Verordnung (EU) Nr. 575/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 646/2012) resultierenden Reportinganforderungen gelegt. Der ITS on Reporting ist damit Teil des Single Rule Book zur Sicherstellung einer EU-weit harmonisierten Bankenaufsicht. Die Reportinganforderungen beinhalten Vorgaben zum Financial Reporting (FINREP sowie zum Reporting der Eigenmittelanforderungen (COREP), der Leverage Ratio und der Liquiditätskennzahlen. In diesem Beitrag werden schwerpunktmäßig die Regelungen zu FINREP dargestellt. Über die weiteren aufsichtsrechtlichen Reportinganforderungen informiert der Regulatory Blog in der Folge.

FINREP

Im Rahmen des veröffentlichten ITS wurden für FINREP das Reportingformat, die Meldefrequenzen, die Definitionen sowie die technische Umsetzung der Meldeanforderungen klargestellt. Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zu den von der EBA veröffentlichten Vorversionen (vgl. dazu unsere Blog-Beiträge: „FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ und „Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP„) betreffen:

  • Anwendung

Die EBA hat im Executive Summary des ITS klargestellt, dass der Erstanwendungszeitpunkt für die FINREP-Anforderungen der 1. Juli 2014 ist und folglich die erste FINREP-Meldung zum 30. September 2014 zu erfolgen hat, um den Instituten ausreichend Zeit für die Implementierung der Reporting-Anforderungen zu geben.

  • Inhalt

In das FINREP-Regelwerk wurden die Anforderungen zum Reporting von „Performing and non-performing exposures“ sowie „Forborne exposures“ integriert, die konkreten zu meldenden Informationen sowie die entsprechenden Erläuterungen stehen bislang noch aus. Die EBA hat klargestellt, dass eine Anpassung des ITS zu FINREP im zweiten Halbjahr erfolgen wird, sobald der Konsultationsprozess zu diesen Reportinganforderungen (Consultation on draft Implementing Technical Standards (ITS) on supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures, EBA/CP/2013/06) abgeschlossen ist und die endgültigen Tabellen vorliegen.

  • Reporting-Struktur

Die EBA hat den bekannten FINREP-Tabellen in eine neue Struktur gegeben, die sich nicht mehr an den gemeldeten Informationen sondern an der Meldefrequenz orientiert. Daher haben sich die bestehenden Referenzen der FINREP-Tabellen geändert um die neue Reporting-Struktur abzubilden:

  • Part I: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu den wesentlichen Bilanz- und GuV-Posten
  • Part II: Quartalsweise Meldungen – z.B. Angaben zu geographischen Untergliederungen bei Überschreiten eines definierten Schwellenwertes. Der Schwellenwert sowie die Vorgehensweise bei Überschreiten sowie Unterschreiten des Schwellenwertes sind im ITS Artikel 4 und 9 festgelegt.
  • Part III: Halbjährliche Meldungen – z.B. Angaben zu nahe stehenden Personen oder zu unkonsolidierten strukturierten Unternehmen
  • Part IV: Jährliche Meldungen – z.B. Angaben zu Notes Fair-Value Angaben oder zu Rückstellungen

Der bisher auf nationaler Ebene einem Wahlrecht unterliegende Teil V, wurde in die neue FINREP Struktur integriert und ist somit für alle Banken einheitlich anwendbar.

  •  Instructions on FINREP

In den Anweisungen zum FINREP-Reporting (Annex V –  Instructions on FINREP) wurden weitere Klarstellungen vorgenommen. Die wesentliche Klarstellung bezieht sich dabei auf die Definition des Brutto-Buchwertes für Finanzinstrumente der Kategorien „available for sale“ sowie „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“. In diesen Kategorien entspricht der Buchwert dem Fair Value. Sofern in den Tabellen 6 sowie 20 die Angabe des Brutto-Buchwerts zu erfolgen hat, entspricht dies dem Buchwert (Fair Value) ohne Berücksichtigung von akkumulierten Impairments für Finanzinstrumente der Kategorie „available for sale“ bzw. der akkumulierten bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen für Finanzinstrumente der Kategorien „held for trading“ und „designated at fair value through profit and loss“.

Mehr Informationen rund um das Thema FinRep finden Sie auf unseren Seiten unter: http://www.pwc.de/finrep

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