Kategorie: EBA Standards

Bleiben Sie auf dem laufenden - der EBA Standards RSS-Feed

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil III

Mit der Veröffentlichung  der CRD IV und der CRR im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Bis dahin müssen auch die Arbeiten der EBA im Zusammenhang mit den von ihr zu entwickelnden RTS & ITS beendet werden.

  • Draft RTS on the retention of net economic interest and other requirements relating to exposures to transferred credit risk & ITS relating to the convergence of supervisory practices with regard to the implementation of additional risk weights (EBA/CP/2013/14)
Konsultationsfrist:

  • 22. August  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 405, 406, 408, 409, 410 CRR (Art. 394, 395, 397, 398 CRR-E)
  • Spezifizierung der Vorschriften über den Selbstbehalt bei Verbriefungen und damit im Zusammenhang stehenden Regelungen
  • Anforderungen an Institute, die das Kreditrisiko einer Verbriefungsposition eingehen
  • Haltepflicht inklusive Kriterien für das Halten eines materiellen Nettoanteils
  • Sorgfaltsbestimmungen für Institute, die eine Verbriefungsposition eingehen
  • Anforderungen an Sponsoren, Originatoren und ursprüngliche Kreditgeber
  • ITS: Art  407 (Art 396 CRR-E)
  • Einheitliche Maßnahmen der Aufsichtsbehörden bei Verstößen gegen die Art. 394, 395 und 398 CRR ergriffen werden (Bewertungskriterien bei Verstößen, Bedingungen für zusätzliche Risikogewichte und die Festlegung der zusätzlichen Risikogewichte durch die Aufsichtsbehörden)

 

Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 341 (3) CRR (Art. 330(3) CRR-E)
  • Definition des Begriffs Markt zum Zwecke der Berechnung des allgemeinen Marktrisikos für Anteilswerte
  • Vorschlag zweier Definitionen von Markt bezogen auf die Kriterien Nationalität und Währung

 

  • Draft RTS on non-delta risk of options in the standardised market risk approach (EBA/CP/2013/16)
Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  329 (3), 352 (6), 358 (4) CRR ( Art. 318(3), 341(6) und 347(4) CRR-E)
  • Definition und Methoden, alle Risiken aus Optionen/ Warrants, die keine delta-Risiken sind, bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen zu berücksichtigen
  • Proportionalität durch verschiedene Ansätze
  • Simplified Approach für Institute, die nur Optionen kaufen
  • Delta-Plus-Methode für Institute, die Optionen verkaufen
  • Komplexerer Scenario-Ansatz  für Institute mit erheblichen Handelsaktivitäten bei Optionen

 

Konsultationsfrist:

  • 18. Juli 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 36 (2), 73 (6), 84 (4) CRR  ( Art. 33(2), 69a(6) and 79(3) CRR-E)
  • Definition, Durchschau und Verrechnung  von direkten, indirekten und synthetischen „Beteiligungen/Positionen“
  • „broad market index“ als zulässige Berechnungsgrundlage für die Ausschüttungen auf AT1 und T2 Instrumenten
  • Harmonisierung der Berechnung von Minderheitsbeteiligungen

 

  • Draft ITS on Additional Liquidity Monitoring Metrics (EBA/CP/2013/18)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 415 (3) CRR (Art. 403(2) CRR-E)
  • Vorschlag für ein einheitliches Reporting zu Laufzeitinkongruenzen der tatsächlichen und erwarteten Zahlungsströme (Templates)
  • Konzentrationsrisiken bei Produkten und Kontrahenten;
  • Volumen und Spreads der Refinanzierung
  • Fällige und neue Refinanzierung

 

  • Draft RTS on additional liquidity outflows corresponding to collateral needs resulting from the impact of an adverse market scenario on the institution’s derivatives transactions, financing transactions and other contracts for liquidity reporting  (EBA/CP/2013/19)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art 423 (3) CRR ( 411(3) CRR-E)
  • Methoden zur Berechnung zusätzlicher Liquiditätsabflüsse als Folge von ungünstigen Marktentwicklungen bezüglich Derivatepositionen, Finanztransaktionen u.a. (Nachschusspflichten)
  • Standard-Methode
  • Vereinfachte Methode
  • Internes Modell (Unexpected Negative Exposure -UNE)

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

Sie haben noch keinen Zugang zu CIS ? Dann lesen Sie hier mehr über das Probeabonnement und testen Sie CIS vier Wochen kostenlos.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil II

Die Zeit drängt für die EBA: Bis zum 01.01.2014 müssen die Technical Standards zu den jeweiligen Artikeln der CRR/CRD IV  finalisiert sein. In unserem neuen Update fassen wir die zuletzt veröffentlichten Standards zusammen.

  • Draft RTS  to define the conditions and methodologies used to determine the overall exposure to a client or group of connected clients resulting from a transaction with underlying assets and the risks inherent in the structure of the transaction itself (EBA/CP/2013/07)
Konsultationsfrist:

  • 16. August  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 379 CRR-E: Berechnung des Forderungswerts gegenüber Einzelkunden und Gruppen verbundener Kunden (connected clients)
  • Anwendung einer Durchschaumethode für underlying assets
  • Berechnungsmethoden zur Bestimmung des Forderungswerts bei Transaktionen mit underlying assets: Anteilig nach dem jeweiligen Gläubiger-Ranking
  • Definition zusätzlicher transaktionsbedingter Risiken (z.B. Struktur der Transaktion)
  • Draft RTS on the assessment of recovery plans under the draft directive establishing a framework for the recovery and resolution of credit institutions and investment firms (EBA/CP/2013/08)
Konsultationsfrist:

  • 20. August 2013
Inhalt:

  • Zu  Recovery and Resolution Directive  (RRD) vom 6. Juni 2012
  • Grundlagen für die Bewertung von Sanierungsplänen durch die nationalen Aufsichtsbehörden
  • Kriterien zur Prüfung von Vollständigkeit, Qualität und Glaubwürdigkeit  der Pläne
  • Besonderheiten für Gruppenpläne
  • Draft RTS specifying the range of scenarios to be used in recovery plans under the draft directive establishing a framework for the recovery and resolution of credit institutions and investment firms (EBA/CP/2013/09)
Konsultationsfrist:

  • 20. August 2013
Inhalt:

  • Zu  Recovery and Resolution Directive  (RRD) vom 6. Juni 2012
  • Bestimmung der Krisenszenarien, auf die Sanierungspläne getestet werden müssen
  • Systemweite und  idiosynkratische Risiken sind einzubeziehen
  • Draft ITS on institution-specific prudential requirements with a view to facilitating the reaching of effective joint decisions between the consolidating supervisor and the competent authorities responsible for the supervision of subsidiaries in a Member State (EBA/CP/2013/10)
Konsultationsfrist:

  • 16. August 2013
Inhalt:

  • Zu  Art 108 CRR-E:  Gemeinsame Entscheidung der zuständigen Aufsichtsbehörden bei der Überwachung von Tochterunternehmen/Gruppen innerhalb der EU
  • Entscheidungen betreffen Eigenkapital (capital joint decision) und Liquidität (joint liquidity decision)
  • Richtlinien für die Planung, Diskussion, Überwachung und Reporting der gemeinsamen Entscheidung
  • Vorgehensweise bei fehlender gemeinsamer Entscheidung
  •  Draft RTS on criteria to identify categories of staff whose professional activities have a material impact on an institution’s risk profile (EBA/CP/2013/11)
Konsultationsfrist:

  • 21. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art  90 (2) CRD IV: Kriterien für die Identifizierung von Mitarbeitern, die einen erheblichen Einfluss auf das Risikoprofil des Instituts haben
  • interne, vom Institut festzulegende, und am internen Risikobewertungsprozess ausgerichtete Kriterien
  • qualitative Kriterien: Mitglied der Geschäftsführung. Möglichkeit zu riskanten Entscheidungen
  • quantitative Kriterien: Vergütungsstufe im Institut
Konsultationsfrist:

  • 21. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art 35, 36, 39 CRD IV:
  • Festlegung der Informationen, die zur home/host Überwachung erforderlich sind
  • Templates für die Informationen an die überwachenden home/host Aufsichtsbehörden

Für alle Institute gilt es, diese Standards im Blick zu halten, denn technischen Regulierungs- und Durchführungsstandards werden unmittelbar geltendes Aufsichtsrecht – eine weitere Umsetzung ist nationales Recht ist nicht erforderlich. Einen Überblick über die Standards der EBA und weitere Konsultationen finden Sie auch in unserem Regulatorischen Kalender.

Übrigens: Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

Sie haben noch keinen Zugang zu CIS ? Dann lesen Sie hier mehr über das Probeabonnement und testen Sie CIS vier Wochen kostenlos.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil I

Die Finalisierung der CRD IV/CRR rückt näher. Am 16. April 2013 hat das EU Parlament über die nahezu finale Version der CRR und CRD IV  abgestimmt (siehe dazu Regulatory Blog-Beitrag: „CRD IV und CRR – Verabschiedung im Europaparlament“ vom 17.04.2013). Damit hat die  Europäischen Aufsichtsbehörde  European Banking Authority (EBA) eine belastbare Rechtsgrundlage für die Entwicklung der nach der CRR und CRD IV geforderten  technischen Regulierungs- und Durchführungsstandards (RTS &  ITS) geschaffen. Im Rahmen einer Konsultationsphase erhalten interessierte Parteien Gelegenheit,  zu den Entwürfen der technischen Regulierungs- oder Durchführungsstandards Stellung zu nehmen. Nach Abschluss der Konsultation und unter Einbindung des EU Parlaments treten die Standards  in Kraft, wenn sie von der EU-Kommission mittels Verordnung oder Beschluss erlassen wurden. Danach sind die Standards unmittelbar gültiges Recht in jedem EU Staat. Anders als heute bedeutet das eine weitgehende Harmonisierung der Regularien über das sogenannte Single Rulebook.

Zur Konsultation stellt die EBA daneben auch Entwürfe zu Leitlinien und Empfehlungen. Diese sind, anders als die RTS und ITS, rechtlich nicht bindend. Es ist aber ein sogenannter Comply-or-explain-Mechanismus zu beachten. Damit erhöht sich der Anwendungsdruck auf die nationalen Aufsichtsbehörden. Eine Nichtanwendung verlangt nicht nur eine Begründung gegenüber der EBA, sondern wird auch veröffentlicht.

Mit dem folgenden Beitrag möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Veröffentlichungen der EBA in 2013 geben.

Seit Januar 2013 hat die EBA folgende Konsultationen zu ITS & RTS eingeleitet:

  • ITS on Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures under article 95 of the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/06)
Konsultationsfrist:

  • 24. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 95 (2) CRR-E: Berichterstattung über Eigenmittelanforderung und Finanzinformationen
  • Definition forbearance und non-performing exposures (gestundete bzw. überfällige Positionen mit 30 bzw. 90 Tage Überschreitung) und Kriterien zur Ermittlung
  • Templates für Reporting (Überleitung in FINREP-Framework)
  • Data Point Modell und Befüllungshinweise
  • ITS on asset encumbrance Reporting under article 95a of the draft Capital Requirements  Regulation (EB/CP/2013/05)
Konsultationsfrist:

  • 24. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 95a CRR-E: Berichterstattung über Eigenmittelanforderung und Finanzinformationen
  • Definition asset encumbrance („belegte“ Vermögenswerte z.B. Pensionsgeschäfte, Wertpapier- oder Warenleihgeschäfte usw.)
  • Templates für Reporting (Format und Frequenz)
  • Data Point Modell und Befüllungshinweise
  • ITS on Data Point Model (DPM) related to EBA draft ITS on Supervisory Reporting Requirements for liquidity coverage ratio and stable funding under the draft Capital Requirement Regulation (EBA/CP/2013/04)
Konsultationsfrist:

  • 13. Mai 2013
Inhalt:

  •  Zu Art. 403 (3) (a) CRR-E: Liquiditätsanforderungen/LCR und NSFR
  • Update der Reporting Templates für LCR und NSFR
  • DPM
  • Validierungs- und Befüllungshinweise
  • ITS on Data Point Model (DPM) related to the EBA draft Implementing Technical Standards on Supervisory Reporting Requirements for Leverage Ratio under the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/03)
Konsultationsfrist:

  • 13. Mai 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 417 ff CRR-E
  • Update der Reporting Templates für Leverage Ratio
  • DPM
  • Validierungs- und Befüllungshinweise

 

  • RTS on the conditions for assessing the materiality of extensions and changes of internal approaches when calculating own funds requirements for credit, market and operational risk under articles 138(5), 301(3)(a) and 352(3)(a) under the draft Capital Requirements Regulation (EBA/CP/2013/02)
Konsultationsfrist:

  • 11. Juni 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 138(5), 301(3)(a) and 352(3)(a)
  • Konkretisierung und Ergänzungsregelungen
  • Definition von qualitativen und quantitativen Kriterien für Modelländerungen und damit verbundene Reportingpflichten an die Aufsicht
  • Verfahren bei IRB-Ansätzen zur Messung des Adressrisikos
  • Verwendung von AMA -Modellen zur Ermittlung des operationellen Risikos
  • Bedingungen und Beurteilungsmethodik für die Zulassung und Erweiterung von Internen Modellen für Marktpreisrisiken
  • RTS on the content of recovery plans under the draft directive establishing a framework for the recovery and resolution of credit institutions and investment firms (EBA/CP/2013/01)
Konsultationsfrist:

  • 11. Juni 2013
Inhalt:

Nach der Finalisierung der CRD IV / CRR werden die damit zusammenhängenden RTS & ITS schnellstmöglich verabschiedet werden.

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

Sie haben noch keinen Zugang zu CIS ? Dann lesen Sie hier mehr über das Probeabonnement und testen Sie CIS vier Wochen kostenlos.

EBA Draft RTS on the content of recovery plans – Details zur Abwicklung und Sanierung von Instituten

Die European Banking Authority  (EBA) hat am 11.03.2013 ein Konsultationspapier zu den „Draft Regulatory Standards (RTS) on the content of recovery plans under the draft directive establishing a framework for the recovery and resolution of credit institutions and investment firms“ veröffentlicht. Die Konsultationsfrist läuft noch bis zum 11. Juni 2013.

Hintergrund

Bereits im Juni 2012 hatte die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Gesetzesrahmen zur Bankenwiederherstellung und Bankenabwicklung vorgelegt (Vorschlag für eine Richtlinie zur Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen – Recovery and Resolution Directive – RRD).  Kernpunkte des Richtlinienvorschlags waren zum einen die Verpflichtung der Institute, Präventionsmaßnahmen durch Sanierungs- und Abwicklungspläne zu treffen, zum anderen die frühzeitige Interventionsbefugnisse öffentlicher Stellen, um  finanzielle Schwierigkeiten schon im Keim abzuwenden (zu den weiteren Einzelheiten unser Blog-Beitrag vom 10.07.2012: „Neue EU-Vorschläge zur Bankenrettung: Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Banken„).

Bereits im Januar 2013 hatte die EBA eine Empfehlung an die großen europäischen grenzüberschreitend tätigen Banken-Gruppen zur Entwicklung von Abwicklungs-/Sanierungsplänen herausgegeben (Recommendation on the development of recovery plans). Abwicklungs- und Sanierungspläne sollen in Krisenzeiten die finanzielle Stärke und (Über)Lebensfähigkeit der Institute unabhängig von öffentlicher finanzieller Unterstützung gewährleisten.

Die von der EBA dazu zu entwickelnden Standards werden als Teil des Single Rule Books verbindlich für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Die wesentlichen Inhalte

Der aktuelle Konsultationsentwurf legt die wesentlichen Elemente fest, die in Abwicklungs-/Sanierungsplänen der Institute enthalten sein sollen. Dazu gehören:

  • Zusammenfassung  (Art. 4)

Der Abwicklungsplan muss eine Zusammenfassung seiner  wesentlichen Elemente beinhalten.

  • Governance (Art. 5)

Es wird eine detaillierte Darstellung darüber gefordert, wie der Abwicklungsplan in die interne Organisation und das Risikomanagement des Instituts eingebunden  ist.  Im Hinblick auf die einzelnen Themen des Plans und deren regelmäßige Aktualisierung sind Verantwortlichkeiten zu identifizieren und Aufgabenbeschreibungen zu erstellen. Die Prozesse um die Zustimmung bzw. Genehmigung des Plans durch zuständige Stellen innerhalb des Instituts (Interne Revision, Prüfer, Risikoausschuss, Geschäftsleitung etc.) müssen dargelegt werden.

  • Strategische Analyse  (Art. 6)

Die strategische Analyse im Abwicklungsplan muss die Kerngeschäftsfelder und  kritischen Funktionen des Instituts identifizieren und die  wesentlichen Schritte darlegen, wie diese Kerngeschäftsfelder und Funktionen in finanziell kritischen Zeiten aufrecht erhalten werden können.

Die wechselseitigen Abhängigkeiten (interconnectednes) in finanzieller, rechtlicher und operationaler Hinsicht sowohl innerhalb der Gruppe als auch extern durch wesentliche Verpflichtungen und Verbindlichkeiten gegenüber den größten Geschäftspartnern sowie in Bezug auf angebotene und angenommene  Finanzdienstleistungen oder Finanzprodukte sind aufzuführen.

Im Rahmen der strategischen Analyse liegt dabei  besonderes Gewicht auf der Darstellung der Handlungsoptionen im Krisenfalle. Diese verschiedenen Optionen müssen in ihren Einzelheiten  erläutert werden. Dazu erwartet die Aufsicht Auswirkungs- und Durchführungsanalysen, die auch einen operationellen Notfallplan enthalten, der zeigt, wie einzelne Bereiche des Instituts auch in der Abwicklungs-/Restrukturierungsphase aufrechterhalten werden können.

  • Kommunikationsplan  und Offenlegung (Art.  7)

Sowohl für die interne Kommunikation mit Mitarbeitern, Betriebsrat oder Arbeitnehmervertretungen als auch für die externe Kommunikation (Anteilsinhaber, Aktionäre, Aufsichtsbehörden, Investoren, Geschäftspartner, Anleger und Öffentlichkeit überhaupt) muss der Kommunikationsplan festlegen, wie und wann in den einzelnen Phasen einer Abwicklung-/Restrukturierung die Informationspolitik des Instituts ablaufen wird. Insbesondere soll dargelegt werden, wie mit potenziell negativen Reaktionen am Markt umgegangen werden kann.

  • Vorbereitende Maßnahmen (Art. 8)

Alle vorbereitenden Maßnahmen, die den Verkauf von Vermögenswerten oder Unternehmensteilen erleichtern oder die Umsetzung des Abwicklungsplans erleichtern und unterstützen, müssen dargestellt werden.

Und in Deutschland ?

Der jetzt von der EBA zur Konsultation stehenden RTS soll mit Verabschiedung der  Richtlinie zur Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen (Recovery and Resolution Directive – RRD) in Kraft treten. In den Kommissionsvorschlägen wird als Termin für das Inkrafttreten der Richtlinie 2014 ins Auge gefasst. Parallel dazu sind die Entwicklungen auf nationaler Ebene schon weit  vorangeschritten. Mit dem  Entwurf der Mindestanforderungen an Sanierungspläne (MaSan) sind die Kriterien für Sanierungspläne national systemrelevanter Institute bereits festgelegt (zu den weiteren Einzelheiten unser Blog-Beitrag: „Rundschreiben zu den Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen (MaSan): Krisenmanagement für den Fall der Fälle“ vom 20.11.2012). Bis Ende 2013 will die nationale Aufsichtsbehörde BaFin die betreffenden Institute  identifizieren und auffordern, Sanierungspläne zu entwickeln und zu implementieren. Die wesentlichen Kernelemente des jetzt vorgelegten RTS on recovery plans sind damit auf nationaler Ebene schon auf den Weg gebracht. Die betroffenen Institute werden frühzeitig die entsprechenden Analysen und Prozesse anstoßen müssen, um die geforderten Informationen in ausreichender Qualität bereitstellen zu können.

Ungeachtet dessen sind alle deutschen Institute gut beraten, auch die europäischen Reformen im Blick zu behalten, denn die bisher erst Entwurf vorliegenden Standards der EBA können durchaus noch weiteren Änderungsbedarf nach sich ziehen. Das betrifft insbesondere die spannende Frage nach dem Anwendungsbereich der Richtlinie. Bisher sieht der EU-Richtnlinienentwurf – anders als die MaSan – keine Beschränkung auf systemrelevante Institute vor  Der RTS weist in dem Kontext lediglich auf das Proportionalitätsprinzip hin.

Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS

Die European Banking Authority (EBA) hat am 20. Dezember 2012 ein Update zu den Reportinganforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht. In dem Dokument verarbeitet die EBA Feedbacks zu ihrer Konsultationsanfrage zu den Draft Implementing Technical Standards („ITS“) vom Juni 2012, EBA-CP/2012/06. Obwohl die CRR nach wie vor nicht in ihrer finalen Version vorliegt und die finale Fassung des ITS damit nicht veröffentlicht werden kann, soll dieses Update den aktuellen Stand der Überlegungen zur Leverage Ratio widerspiegeln, um so den Instituten hinsichtlich der Umsetzung der Leverage Ratio eine Hilfestellung zu geben und den Umsetzungsprozess zu vereinfachen. Das Update beinhaltet sowohl eine Überarbeitung des Konsultationspapiers („Annex III – Feedback Statement to EBA-CP/2012/06„, nachfolgend „Anweisungen“) als auch der dazugehörigen Meldebögen („Annex IVa – Revised template – Leverage„, nachfolgend „Meldebogen“) und Befüllungshinweise („Annex IVb – Revised instructions – Leverage„, nachfolgend „Annex IVb“).

Gegenüber dem Konsultationspapier haben sich im Wesentlichen drei Änderungen ergeben, die im Folgenden dargestellt werden.

Struktur und Abgabefristen

Die Struktur des Meldebogens wurde überarbeitet. Er besteht jetzt aus zwei Teilen: Teil A („Leverage Ratio Calculation“) umfasst alle für die Berechnung der Leverage Ratio relevanten Parameter und ist monatlich zu erheben. Teil B („Nachrichtliche Positionen“) wird quartalsweise erhoben und umfasst zusätzlich zu berichtende Informationen, die unter anderem der EBA zur Kalibrierung während der Beobachtungsperiode bis Ende 2017 dienen sollen. Der Leverage Ratio Meldebogen wird quartalsweise und zeitgleich mit den anderen COREP-Meldebögen (30 Tage nach Quartalsultimo) abzugeben sein. Eine Verlängerung der Abgabefrist ist entgegen den Wünschen der Kreditwirtschaft – nicht eingeräumt worden.

Netting von Wertpapierpensions- und -leihegeschäften

Gegenüber der Juni-Version ist für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte eine weitere parallel zu rechnende „Nettingmethode“ vorgesehen. Nach dem ersten ITS Entwurf waren für diese Geschäfte das aufsichtsrechtliche Netting sowie ein Netting der Geldseiten (ohne Berücksichtigung der Sicherheiten) zulässig, sofern eine Nettingvereinbarung vorliegt. Die neue Methode ist auf Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte mit und ohne Nettingvereinbarung anzuwenden. Der auszuweisende Betrag bei Geschäften mit einer Nettingvereinbarung ergibt sich als Summe aus dem Bruttobilanzwert der Forderungen aus Wertpapierpensions- bzw. leihegeschäften und der Bemessungsgrundlage für das Kontrahentenrisiko. Liegt keine Nettingvereinbarung vor, so soll zu dem Bruttobilanzwert der Betrag addiert werden, der sich aus einem Netting von Forderung und Sicherheit auf Einzelgeschäftsebene ergibt. Bei den bisherigen Methoden bestand die Möglichkeit, dass beide am Wertpapierpensions- bzw. -leihegeschäft beteiligten Parteien im Idealfall einen sehr geringen oder keinen Forderungsbetrag ausweisen mussten. Dies soll nun durch die neue Methode verhindert werden. Hier bleibt abzuwarten, wie der ITS im Hinblick auf die unterschiedlichen Nettingmethoden für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte final ausgestaltet sein wird.

Zusätzliche Angaben

Im Wesentlichen sind drei neue Angaben vorzunehmen. In Teil B ist für das „Alternative treatment of the Exposure Measure“ eine Erfassung des nicht bilanzierten Treuhandvermögens gem. Artikel 416 Abs. 11 CRR erforderlich. Die Forderungswerte sind nach den verwendeten Kreditrisikoansätzen (KSA und IRBA) aufzuteilen. Weiterhin sind Forderungen an Gebietskörperschaften, an Öffentliche Stellen und Forderungen an Multilaterale Entwicklungsbanken je nachdem, ob sie wie eine Forderung an eine Zentralregierung behandelt werden oder nicht, getrennt anzugeben.

Fazit

Durch das Update des Draft ITS Leverage Ratio entstehen neue fachliche Anforderungen, die zu einer Anpassung der erforderlichen Prozesse führen. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die neue Nettingmethode für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte und die zusätzlichen Angaben in Teil B zu nennen. Die Erhebung der Daten innerhalb der verschiedenen Bereiche eines Instituts und die Umsetzung der fachlichen Anforderungen in automatisierte Vorgänge stellt dabei die größte Herausforderung dar, zumal die Struktur und die Inhalte für die Ermittlung der Leverage Ratio noch nicht final sind. Bekanntlich sind die CRD IV /CRR Verhandlungen derzeit noch nicht abgeschlossen.

Regulatorische Agenda 2013: Update für Vorstand und Aufsichtsrat

Die europäischen Regulierungsbestrebungen um CRD IV, EMIR, AIFMD etc. werden nun mehr oder weniger parallel auf nationaler Ebene umgesetzt. Entsprechend müssen sich die Institute mit einer ganzen Reihe von Umsetzungs- bzw. Ausführungsgesetzen und  Rundschreiben beschäftigen. Gravierende Änderungen im KWG verbunden mit neuen Anforderungen an Risikomanagement und -controlling, Compliance-Funktion, Krisenmanagement und Sanierung stehen an. Daraus ergeben sich höhere Anforderungen an Expertise und Erfahrung des Managements sowie die Überwachungsfunktion durch die Aufsichtsorgane. Neue Pflichten resultieren auch aus der Neukonzeption des Financial Reporting. Anpassungen bei den internen Prozessen stehen im Derivatehandel und Investmentgeschäft durch die Umsetzung von EMIR und AIFMD an. Und die Reform des EU-Bankenmarktes dauert noch an: Mit dem Single Supervisory Mechanism und Vorschlägen des Liikanen-Reports kündigen sich neue Themen an.

Der vorliegende Beitrag: „Regulatorische Agenda 2013: Update für Vorstand und Aufsichtsrat“ der PwC Regulatory Experten Hiltrud Thelen-Pischke und Wiebke Sawahn befasst sich mit den Herausforderungen, die sich für die Institute aus dem Spannungsfeld zwischen noch nicht verabschiedeten Reformen und nationalen Umsetzungsaktivitäten ergeben. Die Institute stehen vor der Aufgabe, die Vorschläge der verschiedenen Regulierer zu analysieren und notwendige Anpassungsmaßnahmen frühzeitig anzugehen. Geschäftsleitung und Aufsichtsorgane der Institute sehen sich dabei mit einem deutlich strengeren regulatorischen Umfeld konfrontiert, das Einfluss auf die Größe, das Wachstum und die zukünftigen Geschäfstmodelle der Banken haben wird.

Der Beitrag ist in der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen (ZfgK, 2/2013) erschienen.

Diesen Beitrag und viele weitere aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

Sie haben noch keinen Zugang zu CIS ? Dann lesen Sie hier mehr über das Probeabonnement und testen Sie CIS vier Wochen kostenlos.

 

Follow-up zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part Two)

Die European Banking Authority (EBA) hat am 09. November 2012 den Draft Regulatory Technical Standards (RTS) on own funds under the draft Capital Requirements Regulation – Part Two:  Consultation on technical standards on cooperatives, mutuals, savings institutions and similar institutions veröffentlicht. Der Entwurf steht noch bis zum 21. Dezember 2012 zur Konsultation.

Hintergrund

Mitte dieses Jahres hatte die EBA bereits über den ersten Teil des RTS on Own Funds konsultiert. Schwerpunkte des ersten Teils waren unter anderem die einzelne Positionen des harten Kernkapitals, Abzüge von den Posten des harten Kernkapitals, Instrumente des weichen bzw. zusätzlichen Kernkapitals, allgemeine Anforderungen im Zusammenhang mit dem Halten von Indexpapieren, aufsichtliche Zustimmung zur Reduzierung der Eigenmittel  bzw. der Erlass von  Abzüge vom Eigenkapital in Krisensituation sowie  Übergangsbestimmungen für Kernkapitalposten und –instrumente und Bestandsschutz (dazu Blog-Beitrag: “Neue Details zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)“ vom 28. Juni 2012).

Der aktuelle Entwurf greift jetzt die im ersten Teil noch offen gelassene Frage nach den   Voraussetzungen und Bedingungen für die Anerkennung von Eigenkapitalbestandteilen von Genossenschaften, Sparkassen und ähnlichen Einrichtungen (Art. 25 CRR) als hartes Kernkapital auf.

Grundsätzlich können auch  Kapitalinstrumente, die von Genossenschaften, Sparkassen und ähnlichen Einrichtungen begeben werden, als Kernkapitalbestandteile anerkannt werden. Allerdings lassen nationale Gesetzesregelungen für diese Unternehmen häufig Rückzahlungen der Kapitalanteile zu. Dies steht im Widerspruch zu dem nach der CRR  für die Anerkennung als Kernkapitalbestandteil erforderlichen Rückzahlungsverbot für die Kapitalinstrumente. Daher müssen die nationalen Gesetze Rückzahlungsbeschränkungen vorsehen, mittels derer die Institute  die Rücknahme aufschieben oder der Höhe nach beschränken können (vgl. dazu auch Blog-Beitrag: “Neue Details zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)“ vom 28. Juni 2012).    Darüber hinaus kann die zuständige nationale Aufsichtsbehörde auch über diese Festlegung hinaus bei Bedarf weitere Beschränkungen der Rückzahlung anordnen.

Entsprechend legt die EBA nun mit dem aktuellen RTS-Entwurf die Rahmenbedingungen für die Anerkennung als Genossenschaftsbank, Sparkasse und ähnliche Institute. unter den jeweils anwendbaren nationalen Regelungen fest.

Anerkennung von Genossenschaften (cooperative society) im Sinne von Art 25 CRR

Voraussetzung für die Anerkennung als Genossenschaftsbank (Art. 3 RTS on own funds  Part Two) ist im wesentlichen:

  • in formaler Hinsicht die Registrierung als ‘eingetragene Genossenschaft (eG)’ gemäß ‘Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (Genossenschaftsgesetz –GenG)’
  • das Institut kann Kapitalinstrumente des Kernkapitals nur unter den in Art 27 CRR festgelegten Bedingungen begeben, d.h. die Rückzahlung der Instrumente verweigern oder wenigstens einschränken, eine Obergrenze oder eine Beschränkung des Höchstbetrags der Ausschüttungen bei den Kapitalinstrumenten nur aufgrund einzelstaatlichem Recht oder Institutssatzung.
  • Soweit Inhaber der Kapitalinstrumente das Recht haben, die Instrumente zu kündigen und an das Institut zurückzugeben, kann dies nur unter den Beschränkungen der nationalen und CRR-Bestimmungen erfolgen.

Sparkassen (savings institutions) im Sinne von Art 25 CRR

Unter folgenden Voraussetzungen können Unternehmen als solche anerkannt werden:

  • In formaler Hinsicht die Eintragung als Sparkasse unter dem jeweiligen (Landes-)SpkG.
  • Kapitalinstrumente müssen die Voraussetzungen des Art 27 CRR erfüllen (vgl. oben)
  • Ausschüttungen des Kapitals, der Rücklagen sowie Zwischen- und Jahresendgewinne an die Inhaber von CET1-Kapitalinstrumenten sind verboten; gleichwohl ist diese Voraussetzung bereits dann erfüllt, wenn CET1-Kapitalinstrumente begeben werden, die den Inhabern auf einer „going-concern“-Basis Rechte an den Gewinnen einräumen, die ihrem Anteil am Kapital und den Rücklagen entsprechen.

Gegenseitigkeitsgesellschaften (Mutuals) im Sinne von Art 25 CRR

Unternehmen können als Gegenseitigkeitsgesellschfaften unter den folgenden Voraussetzungen anerkannt werden:

  • Formal unterfällt die Gesellschaft einer bestimmten Rechtsform (zum Beispiel als Building society in UK oder Irland)
  • Kapitalinstrumente müssen die Voraussetzungen des Art 27 CRR erfüllen (vgl. oben)
  • Das gesamte Kapital/Kapitalanteile und Rücklagen werden von den Mitgliedern gehalten. Die Mitglieder dürfen im normalen Geschäftsverlauf nicht von den Rücklagen profitieren, insbesondere nicht durch entsprechende Dividenden bzw. Ausschüttungen. Es schadet der Anerkennung aber nicht, wenn das Unternehmen Kapitalinstrumente begibt, die ein Recht am Kapital und an den Rücklagen verkörpern.

Vergleichbare Unternehmen (similar institutions), die nicht unmittelbar unter  eine der formalen Kategorien fallen, können anerkannt werden, soweit die jeweils kennzeichnenden Merkmale im Hinblick auf Kapitalinstrumente und die damit zusammenhängenden Beschränkungen erfüllt sind. In formaler Hinsicht werden explizit als vergleichbare Institute die Pfandbriefstelle der österreichischen Landes-Hypothekenbanken, sowie besondere Institutsformen in Finnland genannt.

Beide RTS on Own funds sind als Gesamtpaket zu sehen. Mit dem zweiten Teil wird jetzt versucht, die Harmonisierung innerhalb der sehr differenzierten Bankenlandschaft Europas voranzutreiben, indem man sich auf einheitliche Anerkennungskriterien für Eigenkapitalbestandteile bei Genossenschaften/Sparkassen und ähnlichen Instituten einigt. Gleichwohl bleibt die vor allem in Deutschland geführte Diskussion um mögliche Benachteiligungen regionaler und kleiner Kreditinstitute durch Basel III immer noch aktuell.

Neuer Zeitplan für Supervisory Reporting bei FINREP

Die für Ende Juni angekündigte Finalisierung des Implementing Technical Standard (ITS) on supervisory reporting requirements  for institutions wird von der EBA verschoben. Bisher war als erste Berichtsperiode das erste Quartal 2013 mit dem Meldestichtag 31.03.2013 vorgesehen (vgl. dazu auch Blog-Beitrag: „ FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting“ vom 01.03.2012).

Im Rahmen der Konsultation zu den ITS on supervisory reporting requirements  (CP 50) hat sich gezeigt, dass die erwarteten Umstellungen und Anforderungen an das Reporting im Zusammenhang mit der geplanten Anwendbarkeit  der Capital Requirement Regulation (CRR)  zum 01.01.2013 für viele Institute eine größere Belastung als zunächst angenommen – insbesondere dann, wenn die FINREP – Umsetzung bisher noch nicht begonnen wurde.

Insoweit geht die EBA davon aus, dass die Institute mehr  Zeit brauchen werden, die Reporting Systeme entsprechend anzupassen und aufzurüsten. Als neuer Termin für die Anwendbarkeit der Anforderungen aus dem  ITS für die Finanzinformationen wird daher der 01. Januar 2014 angesetzt.

Offenlegung der Eigenmittel nach CRR – ITS on Disclosure for Own Funds

Die EBA hat am 7. Juni 2012 das Konsultationspapier „Draft Implementing Technical Standards (ITS) on disclosure for own funds by institutions (EBA/CP/2012/04)“ veröffentlicht, das Formvorgaben zur Offenlegung von Informationen über die Eigenmittel gemäß dem Verordnungsvorschlag zu CRD IV (Capital Requirement Regulation – CRR) enthält. Mit der Veröffentlichung eines Entwurfs für einen technischen Durchführungsstandard kommt die EBA ihrer Verpflichtung nach, die in Art. 424 Abs. 2 der CRR enthaltenen Offenlegungsvorschriften bezüglich der Eigenmittel zu konkretisieren. Der ITS wird zusammen mit dem am 4. April veröffentlichten Regulatory Technical Standard (RTS) on Own Funds (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Neue Details zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)“ vom 28. 06 2012) und weiteren, von der EBA im Jahr 2012 noch zu veröffentlichenden RTS zu Eigenmitteln einen Teil des Single Rulebook darstellen, d.h. als Verordnung europaweit unmittelbar anzuwenden sein. Die Konsultationsfrist für den ITS endet am 31. Juli 2012.

Die Vorschriften sollen zum 1. Januar 2013 in Kraft treten; sie sollen aber deutlich vor dem 31. Dezember 2012 veröffentlicht werden, um den Instituten genügend Zeit für eine einheitliche Erfüllung der Veröffentlichungsanforderungen zu geben. Die EBA wird den Text ohne weitere Konsultation anpassen, falls Änderungen an der CRR dies erforderlich machen sollten.

Inhaltlich sind die Vorschläge am Konsultationspapier des Baseler Ausschusses vom 19. Dezember 2011 (Basel Committee on Banking Supervision (BCBS): „Definition of capital – disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) ausgerichtet, das die Anforderungen der Art. 91-93 von Basel III konkretisiert.

Institute müssen zukünftig drei Arten von Offenlegungsanforderungen erfüllen: Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln („general own funds disclosure template“), Übergangsweise Eigenmittelveröffentlichung („transitional disclosure template“, entfällt mit Auslaufen der Übergangsperiode) und Grundzüge der Eigenmittelinstrumente des Instituts („capital instruments’ features template“). Der ITS beinhaltet zu allen Offenlegungsanforderungen Anhänge mit Formvorschriften und Vorgaben zur Befüllung. Weiterhin haben die Institute eine Überleitungsrechnung zwischen dem Eigenkapital des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und den regulatorischen Eigenmitteln zu erstellen.

Allgemeine Informationen zu Eigenmitteln / General own funds disclosure template

  • Hier sollen quantitative Informationen zu den Kapitalbestandteilen gemäß CRR offengelegt werden,  Nach Form und Inhalt entspricht die Vorlage dem BCBS-Vorschlag für ein „Post 1 January 2018-Template“. Es ist ab dem 1. Januar 2018 offenzulegen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Komponenten, Abzugspositionen, Prudential Filter, Übergangsregelungen, jeweils pro Kapitalklasse und gegliedert nach den Artikeln der CRR.

Transitional disclosure template

  • Das „transitional disclosure template“ soll Angaben zu den Übergangsvorschriften, die im general own funds disclosure template nicht enthalten sind, enthalten, und entspricht dem BCBS-Vorschlag eines „disclosure template during the transition phase“. Es ist zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Dezember 2017 offenzulegen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Informationen im Rahmen des „general own funds disclosure template“ (s. vorhergehenden Absatz) plus weiteren Spalten, aus denen das Phase-in der CRR-Regelungen hervorgeht.

Capital instruments‘ features template

  • Das „capital instruments’ features template“ soll allgemeine, qualitative und quantitative Informationen zu den Instrumenten enthalten.  Es entspricht nach Form und Inhalt dem BCBS-Vorschlag zu „main features template“ und ist ab dem 1. Januar 2013 auszufüllen.
  • Beispiele für offenzulegende Informationen: Emittent, ISIN, einschlägige CRR-Artikel, Rechtsnatur, Ausgabe- und Rückkaufpreis, Rückkaufdatum, Konvertierbarkeit, Position im Wasserfall

Balance sheet reconciliation

  • Bei der Überleitungsrechnung vom handelsrechtlichen Eigenkpital auf die regulatorischen Eigenmittel sollen die Institute darstellen, welche Änderungen sich an der Bilanz durch die Anwendung der regulatorischen Anforderungen ergeben. Dadurch soll das Auseinanderfallen der Datengrundlagen für die Erstellung der Bilanz und für die Berechnung der regulatorischen Eigenmittel adressiert werden. Die Vorgehensweise bei der Überleitungsrechnung folgt dem Vorschlag des Baseler Ausschusses (BCBS-Konsultationspapier „Definition of capital – disclosure requirements“ vom 19.Dezember 2011) und soll in drei Schritten erfolgen (Annex I).
  • Schritt 1: Ausgangspunkt ist die handelsrechtliche Bilanz. Sofern deren Konsolidierungskreis und/oder Konsolidierungsverfahren von dem aufsichtsrechtlichen gem. CRR abweichen, ist zusätzlich ein „regulatory scope balance sheet“ offenzulegen. Dessen einzelne Posten sind den Bilanzposten der Handelsbilanz gegenüberzustellen; der Detaillierungsgrad hat dem der Handelsbilanz mindestens zu entsprechen. Informationen über unterschiedliche Konsolidierungsverfahren und -kreise sind ebenfalls offenzulegen.
  • Beispiel (aus dem ITS): EK-Positionen der Handelsbilanz und des regulatory scope balance sheet sind Gezeichnetes Kapital (einbezahlt) und Rücklagen.
  • Schritt 2: Die Bilanzposten des regulatory scope balance sheet sind so in Komponenten aufzuspalten, dass aus ihnen die hinsichtlich der Eigenmittel offen zu legenden Informationen (zu den einzelnen templates s.o.) gewonnen werden können.
  • Beispiel: Aufspaltung der EK-Position Gezeichnetes Kapital in die Komponenten „(e) Paid-in share capital of which amount eligible for CET 1“, und  „(f) Paid-in share capital of which amount eligible for AT 1“).
  • Schritt 3: Die Offenlegungsanforderungen im „general own funds disclosure template“ (ab 2018) oder im „capital instruments’ features template“ (bis 2017) sollen auf die disaggregierten Bilanzpositionen des regulatory scope balance sheet (Ergebnisse von Schritt 2) verweisen.
  • Beispiel: Herstellung des Bezuges zwischen dem „general own funds disclosure template“ (Position „CET1: instruments and reserves“) und dem „regulatory scope balance sheet“. Die Offenlegungsposition „CET 1: (1) Capital Instruments and the related share premium accounts “ referenziert auf die Position (e) „Paid-in share capital of which amount eligible for CET 1“. Unklar ist, warum im zudem die Offenlegungsposition „CET 1: Funds for General Banking Risk (3a)“ auf die Position (f) „Paid-in share capital of which amount eligible for AT 1“ und auf Art. 24(1) CRR verweist, da nach Art 24 CRR der Fonds für allgemeine Bankrisiken Teil des CET1 (und nicht des AT 1, wie der Verweis implizieren würde) ist.

Die Überleitungsrechnung soll nicht der gesetzlichen Prüfungspflicht unterliegen. Wie bei anderen Neuerungen vergleichbarer Bedeutung und Auswirkung ist aber insbesondere am Anfang nicht auszuschließen, dass die Aufsicht mittels Festsetzung von Prüfungsschwerpunkten oder Sonderprüfungen Einsicht in den Umsetzungsstand nimmt.

Veröffentlichungsturnus

Im ITS ist kein expliziter Rhythmus festgelegt, sondern auf Art. 420 CRR verwiesen (mindestens jährlich parallel zur Veröffentlichung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses, freiwillige unterjährige Veröffentlichungen auch einzelner Bestandteile in Abhängigkeit von Risiken, Geschäftsmodell, Rahmenbedingungen möglich).

Auswirkungen auf die Institute

Insgesamt nehmen die Offenlegungsanforderungen in allen Themengebieten erheblich zu. Die Informationsbeschaffung im entsprechenden Detail und in der erforderlichen Datenqualität wird für die Institute zur Herausforderung. Insbesondere die zukünftig durchzuführende Verknüpfung von aufsichtsrechtlicher und bilanzieller Kapitalberechnung in der Überleitungsrechnung wird die Institute vor Herausforderungen stellen, Datenquellen zu vereinheitlichen und einheitliche Granularitätsgrade der verwendeten Daten sicherzustellen.

Neue Details zur Eigenkapitalausstattung – Draft Regulatory Technical Standard on own funds (Part One)

Am 04.04.2012 hat die European Banking Authority (EBA) einen Entwurf für einen regulatorischen Standard zu den Eigenmitteln (Draft Regulatory Technical Standard on own funds – Part One 2012 06,  EBA/CP/2012/02) veröffentlicht. Der Entwurf steht noch bis zum 04.07.2012 zur Konsultation. Die wesentlichen Elemente und zur Diskussion stehenden Fragen möchte ich Ihnen in diesem Beitrag kurz erläutern.

Hintergrund

 Am 20. Juli 2011 hat die Europäische Kommission ihre überarbeiteten Entwürfe der Capital Requirement Directive (Proposal for a Regulation of the European Parliament and of the Council on prudential requirements for credit institutions and investment firms‟, CRD) zur Umsetzung der Basel III-Rahmenwerks innnerhalb der EU veröffentlicht. Diese Entwürfe setzen sich aus der überarbeiteten Richtlinie (CRD IV) und der dazu gehörenden Verordnung (Capital Requirement Regulation [CRR]) zusammen. Im Rahmen der CRR sind umfangreiche Änderungen im Zusammenhang mit der Eigenmittelausstattung der Banken geplant. Diese Anforderungen werden Teil des European Single Rule Book, um innerhalb Europas die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems zu stärken. Die EBA hat in einer Reihe von Bestimmungen der CRR den Auftrag erhalten, auf dieser Grundlage Regulatory Technical Standards (RTS) zu entwerfen.  Die finale Inkraftsetzung der RTS erfolgt durch die EU-Kommission. Danach kommen die RTS wie eine Verordnung in allen Mitgliedstaaten unmittelbar zur Anwendung.

Der Inhalt im Überblick

 Der aktuelle RTS umfasst die einzelne Positionen des harten Kernkapitals (Art. 24 bis 27 CRR), Abzüge von den Posten des harten Kernkapitals (Art. 33 und 46 CRR), Instrumente des weichen bzw. zusätzlichen Kernkapitals (Art. 49 CRR), allgemeine Anforderungen im Zusammenhang mit dem Halten von Indexpapieren (Art. 71 CRR), aufsichtliche Zustimmung zur Reduzierung der Eigenmittel  bzw. der Erlass von  Abzüge vom Eigenkapital in Krisensituation (Art. 73 und Art. 74 CRR) und Übergangsbestimmungen für Kernkapitalposten und –instrumente und Bestandsschutz (Art. 461, 465 CRR).

Weitere Regulatory Technical Standards werden im Laufe des Jahres noch folgen, denn die Frist zur Vorlage der Own Funds RTS läuft nur bis zum 01.01.2013.

 Hartes Kernkapital

 Zu den Posten des harten Kernkapitals (Common Equity Tier 1 [CET1]) zählen u.a. die Gewinnrücklagen (Art. 24 CRR). Der Gewinnbetrag darf jedoch nur nach Abzug aller vorhersehbaren Abgaben oder Dividenden zum harten Kernkapital gerechnet werden. „Vorhersehbar“ und damit vom Gewinnbetrag abzuziehen sind im Sinne der RTS unter anderem:

  •  Gewinne und Dividenden, über deren Ausschüttung das Leitungsorgan bereits eine formelle Entscheidung getroffen hat oder einen entsprechenden Vorschlag zur Ausschüttung gemacht hat;
  • Bis zur Entscheidung/Entscheidungsvorschlag über den auszuschüttenden Gewinn, gilt als Abzugsposten der Betrag, der der Höhe des Zwischen- oder Jahresgewinns multipliziert mit der üblichen/historischen Ausschüttungsquote entspricht;
  • Soweit keine übliche Dividendenpolitik vorliegt, wird – abhängig davon, welcher Betrag höher ist – entweder die durchschnittlichen Ausschüttungsquote der letzten drei Jahre oder die Ausschüttungsquote des vorhergehenden Jahres abgezogen;
  • Bei der Ermittlung der Abzugsposten sind ggf. vorhandene Ausschüttungsbeschränkungen im Zusammenhang mit der Erhaltung der Kapitalpuffer (CRD Art. 131) zu beachten;
  • Weiterhin sind Steuern und andere Verpflichtungen oder Umstände, die voraussichtlich den Gewinn schmälern und für nach Ansicht der zuständigen Behörden nicht alle erforderlichen Wertberichtigungen vorgenommen worden sind, bei der Kalkulation des anrechenbaren Gewinnbetrages zu berücksichtigen.

Charakterisierung der Indirekten Finanzierung

Kernkapitalinstrumente dürfen nicht indirekt oder mittelbar finanziert werden (Art. 26 CRR). Der RTS konkretisiert, wann eine solche indirekte/mittelbare Finanzierung von Kapitalinstrumenten vorliegt. U.a. ist das dann der Fall, wenn

  •  die Finanzierung des Kaufs eines Kapitalinstruments durch ein Unternehmen erfolgt, das zum aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis gehört.
  • die Finanzierung des Kaufs eines Kapitalinstruments durch ein externes Unternehmens erfolgt, wobei der Kauf durch eine Garantie oder ein Kreditderivate oder auf andere Weise besichert ist, so dass das Kreditrisiko auf das finanzierende Institut oder ein im Konsolidierungskreis erfasstes Unternehmen übergeht.
  • eine Kreditvergabe an einen Kreditnehmer vorliegt, der die Mittel an einen Investor weitergibt, damit dieser Kapitalinstrumente des Instituts erwirbt.

 Kapitalinstrumente bei Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften und ähnlichen Institutionen

Im Rahmen des RTS wird klar gestellt, dass die Ausprägung bestimmter Kapitalinstrumente dieser Gesellschaften für die Anerkennung als harte Kernkapitalinstrumente unschädlich ist. Das ist z.B. dann der Fall, wenn

  •  es keine Verpflichtung des Instituts gibt, den Investoren Ausschüttungen in Zeiten von Marktstress zu gewähren;
  • nicht der Eindruck erweckt wird, dass das Instrument nicht vollständig am Verlust teilnimmt.
  • Enthalten die Kapitalinstrumente einen cap oder einen Hinweis auf eine maximale Ausschüttung, können diese als Common Equity Tier 1 (CET 1) anerkannt werden, wenn sie keine jederzeitige Rückzahlungsverpflichtung enthalten, im Rahmen des Marketings dieser Instrumente nicht der Eindruck erweckt wird, dass Ausschüttungen erfolgen werden und Ausschüttungen nicht als feste Prozentsätze/Beträge kalkuliert sind.

 Rückzahlungsbeschränkungen von Kapitalinstrumenten

Bei der Anerkennung von Kapitalinstrumenten, die von Genossenschaften, Gegenseitigkeitsgesellschaften, und ähnlichen Einrichtungen begeben wurden, kann es im Hinblick auf das Rückzahlungsverbot für diese Instrumente zu einem Konflikt mit nationalen Bestimmungen für diese Institute kommen: Je nach einzelstaatlicher Regelung kann das Institut die Rückzahlung von anrechnungsfähigen Kapitalinstrumenten nicht verweigern (Art. 27 CRR). Als Folge muss das Institut aber die Rückzahlung beschränken. Der RTS legt jetzt die Mindestanforderungen an die Rücknahmebeschränkungen fest. Die Rücknahmebeschränkungen müssen den Instituten die Möglichkeit geben:

  • die Rücknahme aufzuschieben und
  • die Rücknahme der Höhe nach zu beschränken, wobei die Bestimmung der Rückzahlungshöhe unter anderem nach der Gesamtsituation des Instituts zu beurteilen ist (z.B. im Hinblick auf die Finanz- und Liquiditätsausstattung).

 Die entsprechenden Beschränkungen müssen in die vertraglichen und rechtlichen Regelungen des Kapitalinstruments aufgenommen werden. Darüber hinaus kann die zuständige Behörde auch über diese Festlegung hinaus bei Bedarf weitere Beschränkungen der Rückzahlung anordnen.

 Abzüge vom harten Kernkapital

Art. 33 CRR legt die Abzugsposten vom harten Kernkapital fest. Im Rahmen des RTS werden die einzelnen Abzugsposten jetzt detaillierter bestimmt. Insbesondere handelt es sich dabei u.a. um:

  •  Verluste des laufenden Geschäftsjahres. Soweit die Verluste des laufenden Geschäftsjahres aufgrund eines Zwischenabschlusses bereits in den Posten des harten Kernkapitals enthalten sind, bilden sie keinen Abzugsposten mehr.
  • den Abzug latenter Steueransprüche, die von der zukünftigen Rentabilität abhängen (Art. 33 (1) (c) CRR). Die in Abzug zu bringenden rentabilitätsabhängigen latenten Steueransprüche können durch verbundene latente Steuerschulden des Instituts verringert werden, wenn beide Steueransprüche aus den Steuergesetzen des gleichen Mitgliedstates/Drittlandes resultieren und die betreffende Steuerbehörde die Aufrechnung latenter Steueransprüche und verbundener latenter Steuerschulden gestattet.

  Rückzahlungsanreize bei zusätzlichem Kernkapital

Kapitalinstrumente des zusätzlichen Kernkapitals  können angerechnet werden, wenn sie – neben weiteren Bedingungen – zeitlich unbegrenzt sind und für das Institut keinen Rückzahlungsanreiz enthalten (Art. 49 CRR). Der RTS präzisiert Form und Art der verbotenen Rückzahlungsanreize (Art. 19 RTS). Als Rückzahlungsanreize gelten danach zum Beispiel:

  • Call Options kombiniert mit einem Anstieg des Credit Spreads des unterliegenden Instruments, falls der Call nicht ausgeübt wird;
  • Call Option oder eine Pflicht bzw. Investor Option, das Instrument in ein hartes Kernkapitalinstrument umzuwandeln, falls der Call nicht ausgeübt wird;
  • Call Option kombiniert mit einem Anstieg des zukünftigen Rückzahlungsbetrags;
  • Werbung für das Instruments auf eine Art und eine Weise, die Investoren vermuten lässt, dass das Instrument seitens des Emittenten doch gekündigt werden wird.

Weiterhin enthält der RTS Konkretisierungen zu den Abschreibungsmechanismen (permanent bzw. temporär) bei den Kapitalinstrumenten, zur Umwandlung sowie zu den erforderlichen Meldungen an die Aufsichtsbehörden etc.

Befristete Ausnahme vom Abzug von Eigenmitteln

Zum  Zweck einer finanziellen Stützungsaktion zur Sanierung und Rettung eines Instituts kann die  zuständige Behörde eine befristete Ausnahme von den ansonsten geltenden Abzugsbestimmungen gewähren (Art. 74 CRR). Der aktuelle RTS präzisiert dieses Ausnahmekonzept dahingehend, dass eine solche Ausnahme nur zeitliche begrenzt (vorgeschlagen ist eine Begrenzung auf 5 Jahre) und innerhalb eines klar definierten „financial assistance opration plan“ erfolgen kann (Art 33 RTS).

Fragen über Fragen…

Mit dem ersten RTS on own funds hat die EBA in zwar vielen Bereichen Klarstellungen getroffen, es bleiben aber noch offene  Punkte. Insbesondere werden die folgenden Themen zu einem späteren Zeitpunkt bzw. in einem weiteren thematisch zusammenhängenden „Paket“ behandelt:

  •  Voraussetzungen und Bedingungen für die Anerkennung von Gegenseitigkeitsgesellschaften, Genossenschaften und ähnlichen Einrichtungen (Art. 25 CRR);
  • Klärung des Konzepts der Verkaufsgewinne im Zusammenhang mit verbrieften Aktiva (Art 29 CRR);
  • Zusätzliche Wertberichtigungen auf die zum Fair Value bewerteten Aktiva (Art. 32 CRR);
  • Bedingungen der Berechnungsmethoden für Alternativen zum Abzug bei konsolidierten Abschlüssen (Art. 46 CRR);
  • Präzisierung, wann ein Unternehmen außerhalb des Finanzsektors vorliegt im Zusammenhang mit Risikogewichtung und Verbot qualifizierter Beteiligung (Art. 84 CRR);
  • Berechnung der Anforderungen, Eigenmittel auf der Grundlage der fixen Gemeinkosten zu halten 8Art, 92 CRR);
  • Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit Eigenkapital (Art. 424 CRR).

 Für die Institute heißt es jetzt, umgehend die vorhandenen Kapitalinstrumente auf ihre Anerkennungsmöglichkeit nach CRR hin zu untersuchen. Je nach vertraglicher Ausgestaltung können ggf. Übergangsregelungen genutzt und/oder die Verträge CRR konform angepasst werden.

Alle Standards der EBA gesammelt und struktruriert vom PwC Knowledge Office sowie viele weitere Beiträge zu aktuellen regulatorischen Themen  finden Sie auch in unserem Extranet Client Information System (CIS). Fragen zu CIS ? Im CIS-Blog erfahren Sie alles über unser Angebot. Testen Sie CIS im Probeabonnement vier Wochen kostenlos.

/* */