Kategorie: Kapitalausstattung

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der Kapitalausstattung RSS-Feed

Großkredite nach CRR – neues Praktikerhandbuch mit PwC Expertenwissen

Die Limitierung, Steuerung und Überwachung von Konzentrationsrisiken bei der Vergabe von Großkrediten ist eine der Kernaufgaben des Risikomanagements von Banken. Gleichzeitig unterliegen die europĂ€ischen und nationalen Großkreditvorschriften aufgrund ihrer systemrelevanten Bedeutung und vor dem Hintergrund des Einlegerschutzes einer sehr hohen Dynamik. Das neu erschienene Handbuch „Großkredite nach CRR“ stellt umfassend und detailliert alle aktuellen Großkreditvorschriften dar.

Premiere fĂŒr den antizyklischen Kapitalpuffer in Deutschland

Der Ausschuss fĂŒr FinanzstabilitĂ€t (AFS) empfiehlt der BaFin laut Empfehlung der Ausschusssitzung vom 27. Mai 2019, erstmalig den antizyklischen Kapitalpuffer (Countercyclical Buffer, CCyB) fĂŒr Deutschland zum dritten Quartal 2019 von 0% auf 0,25% anzuheben. Der BaFin wird eine Frist bis zum 14. Juni 2019 zur Entscheidung eingerĂ€umt. Die Vorgaben sind ab dem Zeitpunkt ihrer Aktivierung innerhalb von 12 Monaten von den Banken fĂŒr die betroffenen Risikopositionen zu erfĂŒllen. Auch wenn der CCyB keine vollstĂ€ndig neue Komponente in den Kapitalanforderungen von Banken darstellt, zieht die erstmalige Anwendung des CCyB auf Risikopositionen in Deutschland natĂŒrlich insbesondere fĂŒr deutsche Institute einen erheblichen zusĂ€tzlichen Kapitalbedarf mit sich. Im Folgenden Beitrag beleuchten wir zunĂ€chst die HintergrĂŒnde und Wirkungsweise des Kapitalpuffers und zeigen anschließend die prognostizierten quantitativen Effekte fĂŒr eine Auswahl grĂ¶ĂŸerer deutscher Kreditinstitute auf.

International CRR II Conference – now registration open for additional conference on 8 May 2019 !

CRR II – 50% finalisation of Basel III and already 50% of Basel IV

After more than two years of intensive discussions and deliberations, the EU’s “Banking Package” was finalised on 14 February 2019 and is about to pass EU parliament on 15 April 2019.
The implementation of the Banking Package, consisting of significant amendments to the Capital Requirements Regulation (“CRR II”), the Capital Requirements Directive (“CRD V”), the Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD II) and the Single Resolution Mechanism Regulation (“SRMR II”), is expected to be a major and challenging task. While the parliament’s vote will only be on 15 April 2019; it is inevitably clear that the changes will have to be dealt with by the banks as soon as possible. With such enormous changes, banks will find themselves running out of runway quickly.
From our point of view, the Banking Package will impact the banking industry on a larger and more intense scale than CRR/CRD IV (i.e. the predecessor of the Banking Package).

Das neue Banking Package (Teil 5): Neue Mindestquoten braucht das Land – Leverage Ratio und NSFR werden scharfgeschaltet

Am 15. Februar 2019 hat der Rat der EuropĂ€ischen Union die finalen EntwĂŒrfe zur Änderung des Banking Package, darin unter anderem die finalen EntwĂŒrfe der CRR II und der CRD V gebilligt. Im Fokus des aktuellen Beitrags unserer Beitragsserie stehen die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) und die Vorgaben zur stabilen Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio, NSFR). Beide Quoten waren durch den Baseler Ausschuss bereits im Rahmen von Basel III eingefĂŒhrt worden. Unsicher ĂŒber Ihre Auswirkungen hatte die EU sie jedoch im Rahmen der CRR nur als reine Meldeverpflichtung umgesetzt. Die ursprĂŒnglich fĂŒr 2018 vorgesehene ÜberfĂŒhrung in eine verbindlich einzuhaltende Mindestquote erfolgt jetzt mit der CRR II.

SREP 2016 und Aufsichtsrechtliche Ziele in 2017

Mitte Dezember hat die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse der ÜberprĂŒfung und Bewertung im Rahmen des einheitlichen Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) fĂŒr 2016 veröffentlicht (EZB: The Supervisory Review and Evaluation Process in 2016).

Die aufsichtsrechtlichen Kapitalvorgaben der direkt von der EZB beaufsichtigten Banken entsprechen in etwa denen des Vorjahres: durchschnittlich wird eine harte Kernkapitalquote von ca. 10% gefordert (EZB: SSM SREP Methodology Booklet – 2016 Edition), wobei diese GrĂ¶ĂŸe vom individuellen GeschĂ€fts- und Risikoprofil der Bank abhĂ€ngt. FĂŒr 2016 wurden auf Basis des SREP erstmals unterschiedliche Kapitalanforderungen gestellt: die unmittelbar rechtsverbindlichen Anforderungen der SĂ€ule 2 (Pillar 2 Requirement – P2R) sowie die Empfehlungen zur Kapitalausstattung der SĂ€ule 2 (Pillar 2 Guidance – P2G). Auch wenn die NichterfĂŒllung der von der EZB ausgesprochenen Kapitalempfehlung keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen hat, erwartet die EZB doch, dass die Banken dieser Empfehlung folgen. Tun sie es nicht, schauen die Aufseher genauer hin – und können entsprechende aufsichtliche Maßnahmen festlegen.

Um sicherzustellen, dass die Kapitalanforderungen und – empfehlungen auch eingehalten werden können, hat die EZB parallel zwei Empfehlungen veröffentlicht, die sich auf die DividendenausschĂŒttungs- und VergĂŒtungspolitik der beaufsichtigten Banken beziehen (Empfehlung EZB/2016/44 der EuropĂ€ischen Zentralbank vom 13. Dezember 2016 zur Dividenden- AusschĂŒttungspolitik und Empfehlung zur VergĂŒtungspolitik). Sowohl die Festlegung der DividendenausschĂŒttungs- als auch die VergĂŒtungspolitik sollte auf der Basis konservativer und vorsichtiger Annahmen erfolgen. Potentiell nachteilige Auswirkungen auf die Kapitalerhaltung sind vorausschauend zu berĂŒcksichtigen

Weiterhin hat die EZB bereits ihre AufsichtsprioritĂ€ten fĂŒr 2017 angekĂŒndigt (EZB-Bankenaufsicht: PrioritĂ€ten des SSM im Jahr 2017). Dabei stellt sie klar, dass es sich dabei nicht um eine abschließende AufzĂ€hlung handeln kann. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase stehen die thematische ÜberprĂŒfung der GeschĂ€ftsmodelle der Banken und deren Erfolgsfaktoren im Fokus der Aufsicht. Hierbei sollen auch mögliche Auswirkungen des britischen Referendums zur EU-Mitgliedschaft sowie potenzielle Risiken aus dem zunehmenden Wettbewerb durch FinTechs und Nichtbanken bei der Beurteilung berĂŒcksichtigt werden.

Weitere Aufsichtsmaßnahmen fĂŒr 2017 betreffen das Kreditrisiko der Banken mit besonderem Fokus auf notleidende Engagements und Konzentrationsrisiken. Dazu hat die EZB bereits den Entwurf eines Leitfadens zu notleidenden Krediten (ECB Draft guidance to banks on non-performing loans)  vorgelegt. Dieser enthĂ€lt neben den Best-Practice-Empfehlungen auch die Erwartungen der EZB, wie Banken ihren Bestand an notleidenden Forderungen managen und letztlich abbauen sollen. Im Wesentlichen geht es hier um die Anforderungen an Entwicklung und Umsetzung von NPL-Strategien, Governancestrukturen, Richtlinien und Prozesse sowie Hinweisen fĂŒr die Berechnung von Wertminderungen, Abschreibungen und Bewertungen. Folgemaßnahmen oder AufsichtsgesprĂ€che im Zusammenhang mit dem Leitfaden und der Bewertung von NPL hat die EZB bereits in Aussicht gestellt. DarĂŒber hinaus analysiert die EZB bei den Instituten mögliche Auswirkungen von IFRS 9. Ebenso will sie den Stand der Vorbereitungen fĂŒr die EinfĂŒhrung von IFRS 9 unter die Lupe nehmen.

Der Untersuchungsgegenstand „Risikomanagement“ wird um neue Aspekte erweitert: ZunĂ€chst erfolgt auch in 2017 eine ÜberprĂŒfung der Einhaltung der GrundsĂ€tze fĂŒr die effektive Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung, um eine hohe DatenqualitĂ€t als Voraussetzung fĂŒr zuverlĂ€ssige Risikoinformationen und eine verlĂ€ssliche Risikokontrolle zu gewĂ€hrleisten. Die internen Modelle der Banken zur Risikomessung und –beurteilung werden mit dem Targeted Review of Internal Models (TRIM) einem mehrjĂ€hrigen ÜberprĂŒfungsverfahren inklusive Vor-Ort-PrĂŒfungen unterzogen. Um die Risiken im Zusammenhang mit Auslagerungen in den Griff zu bekommen, plant die EZB-Bankenaufsicht eine Untersuchung zur Bestandsaufnahme der ausgelagerten AktivitĂ€ten der Banken und zur Steuerung der mit den Auslagerungen verbundenen IT und sonstigen Risiken.

IT- und Cyberrisiken wird die Bankenaufsicht in 2017 insgesamt intensiv hinterfragen. So hat die EZB angekĂŒndigt, den Ansatz zur Beurteilung der in dieser Hinsicht bestehenden bankseitigen Kontrollen auszubauen, und aufsichtliche Erwartungen zu IT-Risikokontrollen und –management fĂŒr Banken zu erarbeiten, die fĂŒr alle der europĂ€ischen Bankenaufsicht unterliegenden Banken gelten werden. Zudem lĂ€uft eine Konsultation der EBA zum Thema ICT Risk (Information and Communication Technology). Die EBA Leitlinien sollen den Aufsehern Umfang und Methoden aufzeigen, wie das ICT Risk im Rahmen des SREP einzuwerten ist.

Basel IV – Die Neuerungen des Basel IV-Pakets in Ihrer Hand

Warum noch ein Buch ?

Basel IV haben wir in unserem Regulatory Blog und unserem regelmĂ€ĂŸigen Basel IV Channel stĂ€ndig im Blick. Der Umfang der ReformvorschlĂ€ge des Baseler Ausschusses fĂŒr Bankenaufsicht, die KomplexitĂ€t der ins Auge gefassten Änderungen und die damit verbundenen Herausforderungen und vielen Fragen haben uns dazu bewogen, die Neuerungen des Basel-IV-Pakets kompakt in unserem aktuellen Buch: „Basel IV“ zusammenzufassen.

Unsere Regulatory-Experten aus allen Bereichen haben sich zum Ziel gesetzt, die umfangreichen Papiere fĂŒr Sie zu strukturieren und Hilfestellung bei der Erfassung der komplexen VorgĂ€nge, Methoden und Anforderungen zu geben. Herausgekommen ist eine ĂŒbersichtliche, verstĂ€ndliche und praxisrelevante Darstellung des aktuellen Standes des Basel-IV-Pakets.

Was ist drin ?

Sie finden ausfĂŒhrliche Kapitel zu allen wichtigen Themen der Basel IV-VorschlĂ€ge:

  • Kreditrisikostandardansatz (KSA)
  • Kontrahentenrisiko (SA-CRR)
  • Verbriefungen
  • Basel IV fĂŒr Fonds
  • Fundamental Review of the Trading Book
  • CVA Risk Capital Charge
  • Operationelles Risiko
  • Floor Regelung
  • Baseler Großkredit-Rahmenwerk
  • Offenlegung
  • ZinsĂ€nderungsrisiken im Bankbuch
  • Corporate Governance
  • TLAC und MREL

FĂŒr wen lohnt sich die LektĂŒre ?

Das Buch richtet sich sowohl an Praktiker, die die ReformvorschlĂ€ge innerhalb der Bank und insbesondere im Risikomanagement und Regulatory Reporting umsetzen, als auch aufgrund der detaillierten Darstellungsweise an wissenschaftlich orientierte Leser. Durch die hohe strategische Relevanz ist das Buch jedoch auch fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte, Strategiebereiche und VorstĂ€nde von besonderem Interesse.

Mit diesem Buch erhalten Sie einen umfassenden und einzigartigen Wegweiser durch den „Reformdschungel“, ergĂ€nzt durch viele Übersichten und Grafiken.

Das Buch ist erschienen im Bank-Verlag und kann im Webshop bestellt werden.

Das finale Verbriefungsrahmenwerk des Baseler Ausschusses wurde durch die Kapitalanforderungen fĂŒr STC Verbriefungen erweitert

Der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht (BCBS) hat sein finales Rahmenwerk fĂŒr Verbriefungen vom Dezember 2014 um die Neuregelungen zu „einfachen, transparenten und vergleichbaren“, so genannten (simple, transparent, comparable) STC-Verbriefungen ergĂ€nzt und am 11. Juli 2016 als ĂŒberarbeiteten Standard zu der regulatorischen Behandlung von Verbriefungspositionen veröffentlicht (Revisions to the securitisation framework (BCBS 374)).

Hintergrund

Den Aktualisierungen im Verbriefungsregelwerk sind zwei Veröffentlichungen aus Basel hinsichtlich der STC Verbriefungen vorausgegangen. Ziel der im Juli 2015 zusammen mit der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) veröffentlichten, finalen Kriterien fĂŒr die Identifizierung der STC Verbriefungen (Criteria for identifying simple, transparent and comparable securitisations (BCBS 332)) ist es, einen Markt fĂŒr qualifizierte Verbriefungen zu etablieren, der sowohl fĂŒr Investoren als auch fĂŒr Originatoren und andere Parteien mit treuhĂ€nderischen Verantwortungen die Vergleichbarkeit solcher Verbriefungen erhöhen soll. Zudem soll eine verstĂ€rkte Transparenz der Verbriefungsstrukturen eine zuverlĂ€ssigere EinschĂ€tzung der mit diesen Strukturen verbundenen Risiken und ErtrĂ€ge hervorbringen.

DarĂŒber hinaus hat der BCBS im November 2015 ein Konsultationspapier ĂŒber die Kapitalunterlegung fĂŒr STS Verbriefungen (Capital treatment for „simple, transparent and comparable“ securitisations – consultative document ( BCBS 343 )) publiziert. Dabei wurden die Kriterien fĂŒr STC Verbriefungen vom Juli 2015 um spezifische Kapitalvorschriften fĂŒr diese Transaktionen erweitert. In diesem Papier schlĂ€gt der BCBS grundsĂ€tzlich eine Reduzierung der Eigenmittelanforderungen fĂŒr STC Verbriefungen vor.

Nach der Konsultationsphase und einer quantitativen Auswirkungsstudie (QIS) hat der Baseler Ausschuss die STC Kriterien und die Kalibrierung der STC-Kapitalvorschriften finalisiert (vgl. BCBS 374).

Die STC Kriterien

Die Merkmale von qualifizierten oder STC-Verbriefungen zielen darauf ab, dass die mit Verbriefungsstrukturen verbundenen Risiken durch Anforderungen an die Ausgestaltung der Struktur, der Auswahl der verbrieften Vermögenswerte (Underlyings) und an das Reporting ĂŒber die Wertentwicklung verringert werden. Diejenigen „nicht-ABCP“- und „True-Sale“-Transaktionen, die diese Eignungskriterien fĂŒr STC-Verbriefungen erfĂŒllen, sollen grundsĂ€tzlich mit einem geringeren strukturellen und Modellrisiko verbunden sein. Die Änderungen sind mit dem Ziel der Neubelebung eines vertrauenswĂŒrdigen Verbriefungsmarkts verbunden. Letztlich soll damit die Unternehmensfinanzierung gefördert werden.

Im Hinblick auf die Eigenkapitalunterlegung sind STC-Verbriefungstransaktionen nur dann begĂŒnstigt, wenn sie neben den bereits genannten auch zusĂ€tzliche Kriterien erfĂŒllen. Diese sind:

    • Die zugrundeliegenden Risikopositionen mĂŒssen zum Portfolio-Abschlussstichtag den Bedingungen des KSA entsprechen und nach Risikominderung sind die standardisierten Risikogewichte wie folgt festgelegt:
      • [40%] auf den gewichteten Durchschnittswert der gesamten Positionen im Portfolio, die durch Wohnbauhypotheken oder Garantien gesichert sind
      • [50%] auf einzelne Positionen, die durch gewerbliche Hypotheken besichert sind
      • [75%] auf einzelne MengengeschĂ€ftspositionen
      • [100%] auf jegliche andere einzelne Positionen
    • Eine explizitere Definition der GranularitĂ€t: der Anteil von Risikopositionen gegenĂŒber einem einzelnen Schuldner an dem gesamten Pool zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Verbriefung darf 1% nicht ĂŒbersteigen.

Im finalen Dokument ist eine Bedingung fĂŒr die Anrechnung als STC Verbriefung, welche die Verwendung eines Third-Party-Servicer außer bei RMBS ausschließen sollte (D 17), entfallen. Die restlichen Bedingungen (A1-D16) bleiben im Wesentlichen unverĂ€ndert.

Neukalibrierung der wesentlichen Parameter fĂŒr die STC Verbriefungen

Die BerechnungsansĂ€tze und die Anwendungshierarchie sind gegenĂŒber dem Konsultationspapier unverĂ€ndert geblieben (Siehe hierzu den Blogbeitrag: „Baseler Ausschuss – Finales neues Rahmenwerk fĂŒr Verbriefungen“ vom 22. Juli 2015). In Anlehnung an die Ergebnisse einer quantitativen Auswirkungsstudie wurden jedoch wesentliche Parameter, die in dem methodischen Rahmenwerk genutzt werden, neu kalibriert. Konkret sinkt die Risikogewichtsuntergrenze (floor) von 15% fĂŒr vorrangige Verbriefungspositionen auf 10% fĂŒr vorrangige STC Verbriefungspositionen. DarĂŒber hinaus beinhaltet die Ermittlung des aufsichtlichen Parameters p fĂŒr STC-Verbriefungen im SEC-IRBA nun den Faktor x, der auf 0,5 gesetzt ist, wĂ€hrend im Konsultationspapier, Werte im Intervall [0,6; 0,8] vorgesehen waren. Im SEC-SA sinkt der aufsichtliche Parameter p von 1 fĂŒr nicht-STC Verbriefungen auf 0,5 fĂŒr STC-Verbriefungen ab.

Fazit

Die Änderungen der Eigenkapitalbehandlung von STC Verbriefungen privilegieren STC-konforme Transaktionen durch tendenziell geringere Risikogewichte, insbesondere fĂŒr die vorrangigen Tranchen, was deren Emission ankurbeln soll. Dennoch ist das ĂŒberarbeitete Regelwerk an einigen Stellen nach wie vor konservativer als das bestehende CRR-Verbriefungsrahmenwerk. Beispielsweise liegt der verringerte Floor fĂŒr die Risikogewichtung von STC-Verbriefungen in Höhe von 10% dennoch ĂŒber dem aktuell geltenden CRR-Mindestrisikogewicht von 7%. Institute sollten daher genauer durchrechnen, wie hoch die Auswirkungen auf die Risikogewichte bzw. Kapitalkosten infolge der Modifikationen tatsĂ€chlich sind.

Dabei ist zu beachten, dass die privilegierte Kapitalbehandlung ausschließlich fĂŒr Verbriefungen zulĂ€ssig ist, die die umfangreichen STC Kriterien erfĂŒllen. Bereits die Nicht-Einhaltung einer einzigen Anforderung kann zu wesentlich höheren Risikogewichten fĂŒhren und signifikant höhere Kapitalanforderungen nach sich ziehen. Die Anforderungen an die Ausgestaltung von Verbriefungsstrukturen und deren Dokumentation gewinnen insoweit weiterhin an Bedeutung.

Der Zeitplan fĂŒr die Umsetzung des ĂŒberarbeiteten Verbriefungsrahmenwerks wird gemĂ€ĂŸ den ursprĂŒnglichen Bestimmungen beibehalten; das Rahmenwerk soll ab dem 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Unklar ist, welche Auswirkungen die finalen Kriterien des BCBS 374 auf die folgenden EntwĂŒrfe der EuropĂ€ischen Kommission zum Verbriefungsregelwerk haben werden:

Diese beinhalten aktuell bereits eigene Kriterien zur Identifizierung von einfachen, standardisierten und transparenten (simple, transparent, standardised) oder STS-Verbriefungen, die den STC Kriterien des Baseler Ausschusses sowie auch den geringeren Kapitalanforderungen fĂŒr STC-Verbriefungen Ă€hneln. Damit setzt BCBS 374 vergleichbare Anreize, verstĂ€rkt in solche Verbriefungen zu emittieren bzw. in diese zu investieren. Es bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß die Anforderungen aus BCBS 374 Eingang in das finale, fĂŒr das Jahr 2016 angekĂŒndigte EU-Verbriefungsregelwerk finden.

Aktuelle Kapitalpufferanforderungen sowie Berechnung der zusÀtzlichen Kapitalanforderungen im Zusammenhang mit dem SREP

Die regulatorischen Eigenkapitalanforderungen an Banken wurden durch die Vorgaben der Eigenkapitalverordnung (Capital Requirements Regulation 575/2013 (CRR)) deutlich ausgeweitet. Als Reaktion auf die Finanzmarktkrise wurde die Mindestquote fĂŒr das vorzuhaltende harte Kernkapital erhöht. ZusĂ€tzlich wurden die qualitativen Kriterien fĂŒr die Eigenkapitalbestandteile verschĂ€rft, um die VerlustabsorptionsfĂ€higkeit der Banken zu erhöhen. DarĂŒber hinaus wurden im Zuge der Umsetzung der CRD IV (Richtlinie 2013/36/EU) weitere Kapitalpuffer in das Kreditwesengesetz eingefĂŒhrt, um die WiderstandsfĂ€higkeit der Banken zu stĂ€rken (vgl. hierzu auch den Blogbeitrag „ Update: Neue BeschlĂŒsse zum CRD IV-Umsetzungsgesetz vom 23. Mai 2013).

Aktuelle Regelungen zu Kapitalpuffern (SĂ€ule I)

  • Kapitalerhaltungspuffer (§ 10c KWG)

Seit dem 01.01.2016 haben alle Banken schrittweise ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren hinweg den aus hartem Kernkapital bestehenden Kapitalerhaltungspuffer aufzubauen. Er soll die Institute befĂ€higen, bis zu einem gewissen Grad Verluste auffangen zu können, ohne die Mindesteigenkapitalanforderungen zu unterschreiten. Seine ZielgrĂ¶ĂŸe betrĂ€gt 2,5% der RWA (des Gesamtforderungsbetrages nach Art. 92 Abs. 3 CRR).

  • Antizyklischer Kapitalpuffer (§ 10d KWG)

Mit dem institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffer soll zur Begrenzung ĂŒbermĂ€ĂŸigen Kreditwachstums ein zusĂ€tzlicher Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital aufgebaut werden, der in Krisenzeiten dazu beitragen soll, dass Banken ihr Kreditangebot nicht zu stark einschrĂ€nken. Dieser Puffer kann bis zu 2,5% betragen (mit einer dreijĂ€hrigen Aufbauphase). Der Betrag fĂŒr den inlĂ€ndischen antizyklischen Kapitalpuffer wird auf Basis gesamtwirtschaftlicher Datenanalysen vierteljĂ€hrlich durch die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) festgelegt. Derzeit betrĂ€gt er fĂŒr Deutschland 0%. Sofern eine Bank maßgebliche Kredite in andere LĂ€nder vergeben hat, erfolgt die Ermittlung des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers als gewichteter Durchschnitt der in- und auslĂ€ndischen antizyklischen Kapitalpuffer. Übersichten zu den Quoten fĂŒr den antizyklischen Kapitalpuffern finden sich auf den Homepages des European Systemic Risk Board (ESRB) sowie des Baseler Ausschusses fĂŒr Bankenaufsicht (BCBS).

  • Kapitalpuffer fĂŒr systemische Risiken (§ 10e KWG)

Den Aufbau dieses Kapitalpuffers mittels hartem Kernkapital kann die BaFin zur Abfederung systemischer oder makroprudenzieller Risiken, die zu einer SystemgefĂ€hrdung fĂŒhren können, anordnen, wobei in AbhĂ€ngigkeit von der Höhe des Kapitalpuffers, im KWG genannte, europĂ€ische Institutionen und Behörden vorab zu unterrichten bzw. um Zustimmung zu bitten sind. Eine entsprechende Anordnung ist nur zulĂ€ssig, sofern keine anderen Maßnahmen nach dem KWG und der CRR zur Abmilderung dieser Risiken zur VerfĂŒgung stehen. Adressat soll nicht ein einzelnes Institut, sondern alle Institute oder bestimmte Arten oder Gruppen von Instituten sein. Der Puffer kann nur fĂŒr Risikopositionen gelten, die in einem Mitgliedstaat belegen sind, oder er kann fĂŒr Institute auf Gruppen- oder Einzelebene (gewissermaßen grenzĂŒberschreitend) angeordnet werden. Der Puffer betrĂ€gt mindestens 1%, ist aber nach oben unbeschrĂ€nkt. Derzeit besteht keine Anordnung der BaFin zum Vorhalten dieses Puffers.

  • Kapitalpuffer fĂŒr global systemrelevante Institute (§ 10f KWG)

Global-systemrelevante Institute (G-SIBs) haben ab 2016 einen zusĂ€tzlichen Kapitalpuffer von 1% bis 3,5% in Form von hartem Kernkapital auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Mit diesem Puffer soll zum einen die WiderstandsfĂ€higkeit von großen, international tĂ€tigen Banken gestĂ€rkt werden. Zum anderen soll im Falle einer Schieflage das Vorhandensein ausreichender Eigenmittel dazu beitragen, eine geordnete Abwicklung zu gewĂ€hrleisten. Die jeweils aktuelle Liste der global systemrelevanten Banken findet sich auf der Homepage des FinanzstabilitĂ€tsrats (Financial Stability Board (FSB)). In Deutschland erfolgt die Identifizierung der betreffenden Institute durch die nationale Aufsicht nach Maßgabe der Kriterien fĂŒr die globale Systemrelevanz (Delegierte VO (EU) 1222/2014 vom 08. Oktober 2014 zur ErgĂ€nzung der Richtlinie 2013/36/EU des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates durch technische Regulierungsstandards zur Festlegung der Methode zur Bestimmung global systemrelevanter Institute und zur Festlegung der Teilkategorien global systemrelevanter Institute). Derzeit muss nur die Deutsche Bank einen zusĂ€tzlichen Kapitalpuffer fĂŒr G-SIBs von insgesamt 2,0% in hartem Kernkapital bilden. Der stufenweise Aufbau hat von Januar 2016 bis Januar 2019 zu erfolgen.

  • Kapitalpuffer fĂŒr anderweitig systemrelevante Institute (§ 10g KWG)

Um der Systemrelevanz einzelner Institute auf nationaler Ebene Rechnung zu tragen, identifizieren BaFin und Deutsche Bundesbank gemeinsam die sogenannten anderweitig systemrelevanten Institute (GrundzĂŒge der Methode zur Bestimmung anderweitig systemrelevanter Institute (A-SRI)). Die Ermittlung erfolgt entsprechend den Vorgaben des § 10g Abs. 2 KWG unter BerĂŒcksichtigung der einschlĂ€gigen EBA-Leitlinien fĂŒr die Kriterien zur Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (Leitlinien fĂŒr die Kriterien zur Festlegung der Anwendungsvoraussetzungen fĂŒr Art. 131 Absatz 3 der Richtlinie 2013/36/EU (CRD) in Bezug auf die Bewertung von anderweitig systemrelevanten Instituten (A-SRI) (EBA/GL/2014/10)). Im Juni 2016 hat die BaFin eine Liste der 16 Institute mit Sitz in Deutschland, die als anderweitig systemrelevant identifiziert wurden, veröffentlicht („In Deutschland identifizierte anderweitig systemrelevante Institute und deren Kapitalpuffer“) Sie sind verpflichtet, einen institutsindividuellen Kapitalpuffer aus hartem Kernkapital (A-SRI-Puffer) von bis zu 2% der RWA auf konsolidierter Ebene vorzuhalten. Die Höhe dieses institutsindividuellen Kapitalpuffers hĂ€ngt vom Grad der Systemrelevanz des jeweiligen Instituts ab. Der A-SRI-Puffer ist ab dem 01.01.2017 vorzuhalten und erhöht sich schrittweise, bis er zum 01.01.2020 vollstĂ€ndig einzuhalten ist.

Vorgaben zur Berechnung des SREP-Zuschlag (SĂ€ule II)

Die EBA fordert in ihren Leitlinien zum Supervisory Review and Evaluation Process (Guidelines on common procedures and methodologies for the supervisiory review and evaluation process (SREP), (EBA/GL/2014/13), dass die zustĂ€ndigen Behörden neben den Eigenkapitalanforderungen nach der SĂ€ule I zusĂ€tzliche Eigenmittelanforderungen zur Deckung folgender Risiken bestimmen mĂŒssen:

  1. das Risiko unerwarteter Verluste sowie unzureichend abgedeckter erwarteter Verluste;
  2. die Gefahr der UnterschÀtzung von Risiken aufgrund von ModellschwÀchen;
  3. Risiken im Zusammenhang mit SchwÀchen der internen Governance.

Im Zuge des SREP werden somit alle bedeutsamen Risikoarten von der Aufsicht beurteilt. FĂŒr jedes Institut wird anschließend die insgesamt angemessene Eigenmittelausstattung (bestehend aus Eigenmittelanforderungen nach SĂ€ule I zuzĂŒglich SREP-Zuschlag) festgesetzt.

Diese Vorgehensweise wird als „SĂ€ule I-plus“-Verfahren bezeichnet.

GemĂ€ĂŸ der EBA-SREP-Leitlinie stehen folgende Risikoarten im Fokus der Ermittlung des SREP-Zuschlags:

  • Bestandteile des Adressenausfall-, Markt-, und operationellen Risikos, die nicht ĂŒber die Vorgaben der CRR abgedeckt sind,
  • Kreditrisikokonzentrationen,
  • ZinsĂ€nderungsrisiken im Anlagebuch
  • ModellschwĂ€chen, die zu einer Risikounterzeichnung fĂŒhren können.

Nach der Festlegung der zusÀtzlichen Eigenmittelanforderung ist die Aufsichtsbehörde verpflichtet, diese mit den bestehenden Kapitalpufferanforderungen abzustimmen. Sofern sich sowohl Kapitalpufferanforderung als auch der SREP-Zuschlag auf dieselben Risiken oder Komponenten dieser Risiken beziehen, ist das betreffende Risiko durch den Kapitalpuffer abgedeckt und insofern keine zusÀtzliche Eigenmittelanforderung anzusetzen.

Folgende Graphik, die der BroschĂŒre der EZB zur SREP-Methodik des SSM entnommen wurde, verdeutlicht den RĂŒckgang der Nettoanforderungen bei Einbeziehung des stufenweisen Aufbaus des Kapitalerhaltungspuffers unter ansonsten gleichen Bedingungen:

Kapitalpuffer

 

Welche Kapitalpuffer können bei der Berechnung des SREP-Zuschlags BerĂŒcksichtigung finden?

Der Kapitalerhaltungspuffer als zusĂ€tzliches Schutzschild im Falle einer negativen Entwicklung des Instituts oder der MĂ€rkte kommt mit seiner umfassenden Zielsetzung als gegenrechnungsfĂ€hige Komponente in Betracht. Eine entsprechende Anrechnung des antizyklischen Puffers ist aufgrund seiner im Bereich der Kreditvergabe angesiedelten Wirkweise ebenfalls theoretisch denkbar, dĂŒrfte in der Praxis allerdings. schwer einkalkulierbar sein.

Die Kapitalpuffer zur Absicherung von Systemrelevanz (G-SIB sowie A-SRI) haben eine andere Zielrichtung als der SREP-Zuschlag, da Überlegungen einer globalen oder nationalen Systemrelevanz innerhalb des SREP keine Rolle spielen. Insofern wĂ€re eine entsprechende KĂŒrzung des SREP-Zuschlags nicht sachgerecht.

Sofern eine Pflicht zur Vorhaltung eines Kapitalpuffers fĂŒr systemische Risiken bestĂŒnde, mĂŒsste analysiert werden, fĂŒr welche Risiken dieser Puffer zu bilden ist und ob diese Risiken auch bei der Festlegung einer etwaigen zusĂ€tzlichen Eigenmittelanforderung nach SREP eine Rolle gespielt haben.

Zum Zusammenspiel der Kapitalpuffer, des SREP-Zuschlags sowie des ausschĂŒttungsfĂ€higen Höchstbetrags verweisen wir auf die BroschĂŒre der EZB zur SREP-Methodik des SSM.

Hinsichtlich des geplanten Procedere bei der bevorstehenden Festlegung einer SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Institute in Deutschland vgl. „Verfahren zur Festlegung eines SREP-Kapitalzuschlags bei weniger bedeutenden Instituten“ vom 6. Juni 2016 im PwC Risk Blog.

AusĂŒbung der im Unionsrecht eröffneten Optionen und ErmessensspielrĂ€ume durch die EZB – Verordnung (EU) 2016/445

Am 24. MĂ€rz 2016 wurde die finale Verordnung (EU) 2016/445 ĂŒber die Nutzung der im Unionsrecht eröffneten Optionen und ErmessensspielrĂ€ume im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union (EZB/2016/4) (nachfolgend „Verordnung“) veröffentlicht.

Hintergrund

Sowohl die Richtlinie 2013/36/EU („CRD IV“) als auch die Verordnung 575/2013 („CRR“) enthalten zahlreiche Optionen und ErmessensspielrĂ€ume fĂŒr die zustĂ€ndigen Behörden, die die EZB als zustĂ€ndige Aufsichtsbehörde fĂŒr die SSM-Institute ausĂŒbt. Ziel der vorliegenden EZB Verordnung ist es, die Aufsichtspolitik ĂŒber die bedeutenden Institute zu vereinheitlichen und transparenter zu gestalten.

Wesentliche Inhalte

Die Verordnung ist fĂŒr bedeutende Institute, die unter der direkten Aufsicht der EZB stehen, unmittelbar bindend. Sie tritt grundsĂ€tzlich ab dem 1. Oktober 2016 in Kraft. Die Bestimmung zur Ausfalldefinition (Art. 178 CRR) tritt ab dem 31. Dezember 2016 in Kraft und die Regelung zu den AbflĂŒssen aus stabilen Privatkundeneinlagen (Art. 24 der Del. VO 2015/61) ab dem 1. Januar 2019. FĂŒr weniger bedeutende Institute (LSI) gelten in Deutschland weiterhin die national eingerĂ€umten Wahlrechte.

Die Verordnung beinhaltet Regelungen zu Eigenmitteln, Kapitalanforderungen, Großkrediten, LiquiditĂ€t sowie Übergangsbestimmungen. Bei Abweichungen zu den bisher national geltenden Regelungen lĂ€sst die EZB in der Regel den nationalen Bestimmungen weiterhin den Vorrang.

  • Eigenmittel

Nach der CRR können zustĂ€ndige Behörden in Bezug auf qualifizierte Beteiligungen außerhalb des Finanzsektors, deren Betrag 15% der anrechenbaren Eigenmittel des Instituts ĂŒberschreitet, das Halten dieser Beteiligungen verbieten oder die Anwendung eines Risikogewichts von 1250% fordern. Alternativ können die Institute einen Abzug von den Posten des harten Kernkapitals vornehmen. Die EZB sieht davon ab, ein Verbot fĂŒr solche qualifizierte Beteiligungen auszusprechen und entscheidet sich fĂŒr eine Risikogewichtung von 1250%.

  • Kapitalanforderungen

Kreditrisiko: Den zustĂ€ndigen Behörden wird in Art. 178 Abs. 1 Buchstabe b) CRR eingerĂ€umt, fĂŒr die Annahme des Schuldnerausfalls bei einer ÜberfĂ€lligkeit mit mehr als 90 Tagen fĂŒr durch Wohnimmobilien oder durch Gewerbeimmobilien von KMU besicherte Risikopositionen der Risikopositionsklasse „MengengeschĂ€ft“ und fĂŒr Risikopositionen gegenĂŒber öffentlichen Stellen den Zeitraum von 90 Tagen durch 180 Tage zu ersetzen. Von dieser Ersetzungsbefugnis macht die EZB keinen Gebrauch.

Marktrisiko: GemĂ€ĂŸ Art. 327 Abs. 2 CRR ist eine Aufrechnung der Positionen in Wandelanleihen gegen Positionen in den zugrunde liegenden Instrumenten nicht zulĂ€ssig, es sei denn die zustĂ€ndigen Behörden wĂ€hlen ein Verfahren, das die Umwandlungswahrscheinlichkeit einer bestimmten Wandelanleihe berĂŒcksichtigt, oder legen eine Eigenmittelanforderung zur Deckung möglicher Verluste bei der Umwandlung fest. In der Verordnung gestattet die EZB Kreditinstituten eine Aufrechnung der Positionen in Wandelanleihen gegen Positionen in den diesen zugrunde liegenden Instrumenten vorzunehmen, wenn die national zustĂ€ndige Behörde vor dem 4. November 2014 ein solches Verfahren gewĂ€hlt hat oder eine Eigenmittelanforderung zur Deckung möglicher Verluste bei der Umwandlung festgelegt hat. Die von den national zustĂ€ndigen Behörden gewĂ€hlten Verfahren sollen bis zur Verabschiedung eines eigenen Ansatzes der EZB weiterhin angewandt werden.

  • Großkredite

Großkreditobergrenzen: Die in Art. 395 Abs. 1 CRR genannte Großkreditobergrenze von 150 Mio. EUR fasst die EZB trotz der eröffneten Möglichkeit in der CRR nicht niedriger.

Anrechnungserleichterungen: Weiterhin nimmt die EZB ihren Entscheidungsspielraum im Hinblick auf die Ausnahmen von der Großkreditobergrenze gemĂ€ĂŸ Artikel 400 Abs. 2 CRR wahr und weicht damit teilweise von den Bestimmungen der GroMiKV ab. So sollen gemĂ€ĂŸ der Verordnung gedeckte Schuldverschreibungen fĂŒr 80% ihres Nennwerts von der Anwendung ausgenommen werden (abweichend: § 1 Nr. 1 GroMiKV, dort Ausnahme in voller Höhe). Allerdings gewĂ€hrt die EZB in der Verordnung den nationalen Bestimmungen Vorrang, wenn der jeweilige Mitgliedsstaat die in Art. 493 Abs. 3 CRR vorgesehene Option, die spezifischen Risikopositionen vollstĂ€ndig oder teilweise auszunehmen, genutzt hat. Mit dem Erlass der GroMiKV hat Deutschland von diesem Optionsrecht Gebrauch gemacht, sodass in Deutschland weiterhin die Ausnahmen nach der GroMiKV gelten.

  • LiquiditĂ€t

LiqV: FĂŒr die LCR-Meldepflicht sollen die nationalen Bestimmungen weiterhin gelten. Kreditinstitute haben die nach nationalem Recht vorgeschriebenen Informationen zur Überwachung der Einhaltung nationaler LiquiditĂ€tsstandards der EZB zu melden, sofern diese nicht bereits national zustĂ€ndigen Behörden zur VerfĂŒgung gestellt worden sind. Die LiquiditĂ€tsverordnung ist bis zur vollstĂ€ndigen EinfĂŒhrung der LCR parallel anzuwenden.

LiquiditĂ€tsabflĂŒsse: FĂŒr die Festlegung der Abflussrate fĂŒr außerbilanzielle Posten fĂŒr Handelsfinanzierung schöpft die EZB den in Art. 420 Abs. 2 CRR festgelegten Rahmen vollumfĂ€nglich aus und legt eine Abflussrate von 5% fest.

  • Übergangsbestimmungen

In den Bestimmungen zu den Übergangsregelungen legt die Verordnung im Wesentlichen die anwendbaren ProzentsĂ€tze innerhalb der in der CRR vorgesehenen Spanne fest, die mit den ProzentsĂ€tzen der SolvV ĂŒbereinstimmen.

Nicht realisierte Gewinne/Verluste: GemĂ€ĂŸ der EZB Verordnung sollen Kreditinstitute bei der Berechnung des harten Kernkapitals nicht realisierte Verluste aus Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten in 2016 zu 60% und 2017 zu 80% berĂŒcksichtigen; nicht realisierte Gewinne aus Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten berĂŒcksichtigen sie in 2016 zu 40% und 2017 zu 20% nicht (entspricht jeweils den ProzentsĂ€tzen aus der SolvV). Die EZB Verordnung schließt Verluste bzw. Gewinne aus Risikopositionen gegenĂŒber Zentralstaaten der Kategorie „zur VerĂ€ußerung verfĂŒgbar“ mit ein. Dagegen hat die BaFin ĂŒber die AllgemeinverfĂŒgung vom 20.02.2014 zu Artikel 467 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 den Instituten erlaubt, nicht realisierte Gewinne oder Verluste aus Risikopositionen gegenĂŒber Zentralstaaten der Kategorie „zur VerĂ€ußerung verfĂŒgbar“ in keinem Bestandteil der Eigenmittel zu berĂŒcksichtigen.

Beteiligungen an Versicherungsunternehmen: DarĂŒber hinaus sollen nach der EZB Verordnung nunmehr Beteiligungen an Versicherungsunternehmen von Posten des harten Kernkapitals ab 2019 in Abzug gebracht werden. Aus dem Entwurf zu dem Leitfaden vom 11. November 2015 der EZB geht hervor, dass die EZB Kreditinstituten weiterhin auf der Grundlage der Erlaubnis nach Art. 49 Abs. 1 CRR, die vor dem 4. November 2014 erteilt wurde, den Nichtabzug von Beteiligungen an Versicherungsunternehmen gestatten will, sofern die entsprechenden Offenlegungspflichten erfĂŒllt werden.

Ausnahme von Beteiligungspositionen aus dem IRB-Ansatz: GemĂ€ĂŸ Art. 495 Abs. 1 CRR dĂŒrfen zustĂ€ndige Behörden Ausnahmen fĂŒr bestimmte Kategorien von Beteiligungspositionen von der Behandlung im IRB-Ansatz gestatten (bis zum 31. Dezember 2017). Die EZB nimmt lediglich diejenigen Kategorien von Beteiligungspositionen aus, fĂŒr die bereits zum 31. Dezember 2013 durch die zustĂ€ndige Behörde eine Ausnahme von der Behandlung im IRB-Ansatz eingerĂ€umt wurde. Eine solche zeitliche Vorgabe enthĂ€lt die SolvV nicht.

Latente SteueransprĂŒche: Schließlich verkĂŒrzt die EZB den Zeitraum des Phase-in fĂŒr, von der kĂŒnftigen RentabilitĂ€t abhĂ€ngige latente SteueransprĂŒche, die bereits vor dem 1. Januar 2014 bestanden, auf 2019. Die CRR lĂ€sst Phase-in bis 2023 zu.

Fazit

Die EZB beabsichtigt mit der Verordnung die Rechtsanwendung und die Beaufsichtigung der bedeutenden Institute zu harmonisieren und einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Insoweit betrifft diese Verordnung ausschließlich bedeutende Institute. Auf weniger bedeutende Institute ist sie nicht anwendbar. Dies kann eine uneinheitliche Behandlung zwischen den bedeutenden und weniger bedeutenden Instituten nach sich ziehen. Die EZB hat bereits angekĂŒndigt, in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden auch auf der Ebene der weniger bedeutenden Institute eine einheitliche Handhabung anzustreben, um die möglichen Unterschiede weitgehend auszurĂ€umen.

Dagegen lĂ€sst sie aber selbst auch in Art. 9 Abs. 7 Raum fĂŒr Unterschiede, indem sie den nationalen Vorschriften z.B. in Bezug auf die Ausnahmen von der Großkreditobergrenze Vorrang einrĂ€umt.

Mehr Details zu den Großkreditregelungen erhalten Sie in der aktuellen Ausgabe des Großkommentars zum KWG „Reischauer/Kleinhans“: Hier können Sie von unserem Fachwissen bei der Kommentierung zu den Großkrediten profitieren.

Konsultationspapier der EuropĂ€ischen Kommission – AnsĂ€tze zur Ermittlung der Eigenmittelunterlegung des Marktpreisrisikos und Berechnung des Kontrahentenrisikos

Am 26. Mai 2016 hat die EuropĂ€ische Kommission ein Konsultationspapier zum Thema VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit der zukĂŒnftigen Eigenmittelunterlegung des Markpreisrisikos sowie zur ÜberprĂŒfung der Exposure Berechnung bei Kontrahentenrisiken (Consultation Document: Proportionality in the future market risk capital requirements and the review of the original exposure method) veröffentlicht.

Hintergrund

Die EuropĂ€ische Kommission hat ein Konsultationspapier zur BerĂŒcksichtigung der VorschlĂ€ge des Baseler Ausschusses zur Überarbeitung des Marktrisikorahmenwerks („Fundamental Review of the Trading Book“ – FRTB) und der Methoden zur Messung des Kontrahentenausfallrisikos in einer kĂŒnftigen Novellierung der CRR veröffentlicht. Insbesondere in Bezug auf den FRTB hinterfragt die Kommission, ob der vorgeschlagene neue Standardansatz auch fĂŒr Institute die nur in geringem Umfang HandelsgeschĂ€fte betreiben, angemessen ist. In Bezug auf das Kontrahentenrisiko soll geklĂ€rt werden, ob der neue Standardansatz fĂŒr Kontrahentenrisiken („Standardized Approach for Counterparty Credit Risk“ – SA-CCR) durch alle Institute anzuwenden sein wird, oder ob weiterhin die bestehenden Verfahren (insbesondere Marktbewertungsmethode, Ursprungsrisikomethode) unter bestimmten Bedingungen angewendet werden dĂŒrfen.

Trotz AbwĂ€gung der Vor- und Nachteile der verschiedenen AnsĂ€tze kann die Kommission noch keine klare Empfehlung geben, welcher Ansatz verwendet werden soll bzw. ob grundsĂ€tzlich mehrere AnsĂ€tze zur Auswahl stehen sollten und die Entscheidung den Banken ĂŒberlassen bleibt.

Wesentliche Inhalte

1. VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit bei der Berechnung des Marktpreisrisikos

Zurzeit besteht fĂŒr Banken, die keine wesentlichen HandelsaktivitĂ€ten vorweisen, die Möglichkeit, im Rahmen der Berechnung der Eigenmittelunterlegung im Marktrisiko gemĂ€ĂŸ Artikel 94 CRR die Verfahren zur Messung des Kreditrisikos zu nutzen. Diese Ausnahmeregelung gilt nur fĂŒr Handelsbuchpositionen, jedoch nicht fĂŒr WĂ€hrungsrisiken und Rohstoffrisiken.

Voraussetzung fĂŒr die Nutzung dieser Ausnahmeregelung ist die Einhaltung zweier Schwellenwerte, zum einen die absolute GrĂ¶ĂŸe der HandelsaktivitĂ€ten (im Regelfall < 15 Mio. Euro, immer < 20 Mio. Euro) und zum anderen die relative GrĂ¶ĂŸe der HandelsaktivitĂ€ten (im Regelfall < 5% der Bilanzsumme, immer < 6% der Bilanzsumme). Dazu untersucht die Kommission momentan sowohl die Höhe des Schwellenwertes, die genutzten Begriffsdefinitionen sowie die Anwendung der Kreditrisiko-Regeln fĂŒr HandelsaktivitĂ€ten, um sicherzustellen dass diese auch unter den FRTB-Regelungen noch angemessen sind.

Verglichen mit den zurzeit genutzten StandardansĂ€tzen im Marktrisiko nach CRR bringt der FRTB Standardansatz wesentliche VerĂ€nderungen mit sich. Die erhöhte RisikosensitivitĂ€t des FRTB Standardansatzes bedingt eine Erhöhung der KomplexitĂ€t des Verfahrens – vgl. Blogbeitrag vom 22. Januar 2016: „Finalisierung des Baseler Regelwerks zum Fundamental Review of the Trading Book – Minimum Capital Requirements for Market Risk“. Mögliche Alternativen zu diesem neuen Standardansatz, insbesondere fĂŒr kleinere Institute, wĂ€ren eine vereinfachte Version des neuen Standardansatzes bzw. die weitere Nutzung des aktuellen Standardansatzes innerhalb des Marktpreisrisikos.

2. ÜberprĂŒfung der Ursprungsrisikomethode

Die Ursprungsrisikomethode (vormals: Laufzeitmethode), die als vereinfachtes Verfahren zur Berechnung des KreditĂ€quivalenzbetrags fĂŒr Derivate dient und Ă€hnliche Charakteristika wie die Marktbewertungsmethode aufweist, kann nur von Banken verwendet werden, die die obengenannten Anforderungen an geringe HandelsbuchaktivitĂ€ten erfĂŒllen. Jedoch ist dieses Verfahren lediglich bei Zins- sowie WĂ€hrungsderivaten anwendbar, sodass in der Praxis nur sehr wenige Banken davon Gebrauch machen. Folglich muss bei sĂ€mtlichen anderen Derivaten die Marktbewertungsmethode oder ein fortgeschrittener Ansatz genutzt werden. Da es sich hierbei um einen einfachen Berechnungsansatz handelt, sind die ermittelten KreditĂ€quivalenzbetrĂ€ge wenig risikosensitiv. Vor diesem Hintergrund ĂŒberprĂŒft die EU Kommission, ob an der Ursprungsrisikomethode festgehalten wird, oder ob sie zu Gunsten anderer AnsĂ€tze (Marktbewertungsmethode, SA-CCR) abgeschafft werden soll.

3. Ersetzung der Marktbewertungsmethode und der Standardmethode durch den SA-CCR

Die Kommission erwartet weiterhin Feedback von den Banken, um eine finale Entscheidung treffen zu können, ob der SA-CCR eingefĂŒhrt werden soll bzw. wenn ja, ob die Marktbewertungsmethode bzw. die Standardmethode weiterhin bestehen bleiben können oder abgeschafft werden sollen.

Fazit

Banken sollten die Konsultation nutzen, um sich genauer mit den verschiedenen, oben aufgefĂŒhrten AnsĂ€tzen auseinanderzusetzten. Hierdurch können qualitative sowie quantitative Erkenntnisse ĂŒber die Anwendung der verschiedenen Methoden an die Kommission ĂŒbermittelt werden.

/* */