FINREP/COREP – Technische Standards zum Reporting

Die Europäische Bankenaufsicht EBA hat am 20.12.2011 ein Konsultationspapier zu „Technical Standards on supervisory reporting requirements for institutions (CP50)“ veröffentlicht. Die Konsultationsphase läuft bis zum 20. März 2012, im Februar ist eine öffentliche Anhörung geplant.

Hintergrund

Im Zusammenhang mit den Entwürfen zur CRD IV, genauer gesagt, der Capital Requirement Regulation („CRR“) hat die EBA zu zahlreichen Regelungskomplexen das Mandat erhalten, technische Umsetzungsstandards (Implementing Technical Standards – „ITS“) zu entwickeln. Die jetzt vorgelegten Entwürfe stehen im Zusammenhang mit Art 95 (Berichterstattung über die Eigenmittel) und Art 96 (Meldepflichten bezüglich Verlusten aus mit Immobilien gesicherten Krediten) der CRR.

COREP/FINREP als Grundlage

Die Technical Standards beruhen in erster Linie auf den schon bekannten Anforderungen der COREP (Framework on Common Reporting, COREP rev3 vom 28.04.2011) und FINREP (Guidelines on financial reporting, FINREPrev2 vom 15.12.2009). Erfasst werden alle Kreditinstitute auf konsolidierter Basis. Die Entwicklung von Anforderungen für Finanzdaten auf Institutsebene wird sich voraussichtlich noch länger hinziehen. Diese Verzögerung ist den unterschiedlichen Rechnungslegungstandards und der erforderlichen Abstimmung mit statistischen und steuerlichen Meldepflichten geschuldet.

Die Anforderungen betreffen zunächst die Berichterstattung über die Eigenmittel (Art 95 CRR) und die spezifischen Meldepflichten bezüglich Verlusten aus mit Immobilien gesicherten Krediten (Art 96 CRR).

Später wird noch die Berichterstattung zu den Großkrediten ergänzt werden(Art. 383) – hierfür wird es im ersten Quartal 2012 eine eigene Konsultation geben.

Einheitliche Anforderungen bedingen auch die Einführung einheitlicher technische Lösungen im Rahmen der IT. Nur dann kann eine Vergleichbarkeit der Daten geschaffen werden und von aufsichtlicher Seite ein vollständiger Überblick über die zu meldenden Daten erreicht werden. Im Rahmen der Konsultation wird die XBRL Taxonomie präferiert. Darüber hinaus plant die EBA die Entwicklung eines einheitlichen Datenmodells. Inwieweit einheitliche IT-Standards und Datenmodellvorgaben als verbindlich vorgeschrieben werden, soll die aktuelle Konsultation klären.

Supervisory Reporting in Deutschland

Das Konzept des nationalen Meldewesens wird derzeit überarbeitet (vgl. Blog-Beitrag vom 24.03.2011: „Neues Meldewesen für Millionenkredite, Finanzdaten und Risiko“). Die Anforderungen nach COREP und FINREP spielen auch hier eine bedeutende Rolle. Ein Schwerpunkt der Neukonzeption ist die Meldung unterjähriger Finanzdaten.

Zeitplan der Umsetzung

Die Regelung der CRR sollen bis zum 01.01.2013 umgesetzt werden. Entsprechend wird die erste Berichtsperiode das erste Quartal 2013 mit dem Meldestichtag 31.03.2013 sein. Die EBA plant, den technischen Standard bis zum 30.06.2012 zu finalisieren. Die ersten Daten an die nationalen Aufsichtsbehörden sind dann bis zum 13. Mai 2013. zu melden.

Offene Fragen

Im Rahmen der Konsultation soll zunächst geklärt werden, inwieweit der geplante Umsetzungstermin (31.03.2013) für die betroffenen Institute möglich ist. Eine Verschiebung um 6 Monate auf den 30.09.2013 würde nationale Interims-Lösungen bedingen.

Die jetzt vorgelegten Standards der EBA sind nur der Auftakt zu einer demnächst folgenden Welle von weiteren Umsetzungsstandards zu den einzelnen Anforderungen der CRR. Handlungsspielräume sind hier nicht vorgesehen – die europäische Harmonisierung und Einheitlichkeit ist das Ziel. Mit den Implementing Technical Standards gibt die EBA klare Vorgaben aus. Den Instituten bleibt bis zum Umsetzungsdatum die Überprüfung der Prozesse, damit gewährleistet ist, dass die verlangten Daten richtig und vollständig erfasst werden können.

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