Update zu den Meldeanforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht – Draft ITS

Die European Banking Authority (EBA) hat am 20. Dezember 2012 ein Update zu den Reportinganforderungen für die Leverage Ratio veröffentlicht. In dem Dokument verarbeitet die EBA Feedbacks zu ihrer Konsultationsanfrage zu den Draft Implementing Technical Standards („ITS“) vom Juni 2012, EBA-CP/2012/06. Obwohl die CRR nach wie vor nicht in ihrer finalen Version vorliegt und die finale Fassung des ITS damit nicht veröffentlicht werden kann, soll dieses Update den aktuellen Stand der Überlegungen zur Leverage Ratio widerspiegeln, um so den Instituten hinsichtlich der Umsetzung der Leverage Ratio eine Hilfestellung zu geben und den Umsetzungsprozess zu vereinfachen. Das Update beinhaltet sowohl eine Überarbeitung des Konsultationspapiers („Annex III – Feedback Statement to EBA-CP/2012/06„, nachfolgend „Anweisungen“) als auch der dazugehörigen Meldebögen („Annex IVa – Revised template – Leverage„, nachfolgend „Meldebogen“) und Befüllungshinweise („Annex IVb – Revised instructions – Leverage„, nachfolgend „Annex IVb“).

Gegenüber dem Konsultationspapier haben sich im Wesentlichen drei Änderungen ergeben, die im Folgenden dargestellt werden.

Struktur und Abgabefristen

Die Struktur des Meldebogens wurde überarbeitet. Er besteht jetzt aus zwei Teilen: Teil A („Leverage Ratio Calculation“) umfasst alle für die Berechnung der Leverage Ratio relevanten Parameter und ist monatlich zu erheben. Teil B („Nachrichtliche Positionen“) wird quartalsweise erhoben und umfasst zusätzlich zu berichtende Informationen, die unter anderem der EBA zur Kalibrierung während der Beobachtungsperiode bis Ende 2017 dienen sollen. Der Leverage Ratio Meldebogen wird quartalsweise und zeitgleich mit den anderen COREP-Meldebögen (30 Tage nach Quartalsultimo) abzugeben sein. Eine Verlängerung der Abgabefrist ist entgegen den Wünschen der Kreditwirtschaft – nicht eingeräumt worden.

Netting von Wertpapierpensions- und -leihegeschäften

Gegenüber der Juni-Version ist für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte eine weitere parallel zu rechnende „Nettingmethode“ vorgesehen. Nach dem ersten ITS Entwurf waren für diese Geschäfte das aufsichtsrechtliche Netting sowie ein Netting der Geldseiten (ohne Berücksichtigung der Sicherheiten) zulässig, sofern eine Nettingvereinbarung vorliegt. Die neue Methode ist auf Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte mit und ohne Nettingvereinbarung anzuwenden. Der auszuweisende Betrag bei Geschäften mit einer Nettingvereinbarung ergibt sich als Summe aus dem Bruttobilanzwert der Forderungen aus Wertpapierpensions- bzw. leihegeschäften und der Bemessungsgrundlage für das Kontrahentenrisiko. Liegt keine Nettingvereinbarung vor, so soll zu dem Bruttobilanzwert der Betrag addiert werden, der sich aus einem Netting von Forderung und Sicherheit auf Einzelgeschäftsebene ergibt. Bei den bisherigen Methoden bestand die Möglichkeit, dass beide am Wertpapierpensions- bzw. -leihegeschäft beteiligten Parteien im Idealfall einen sehr geringen oder keinen Forderungsbetrag ausweisen mussten. Dies soll nun durch die neue Methode verhindert werden. Hier bleibt abzuwarten, wie der ITS im Hinblick auf die unterschiedlichen Nettingmethoden für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte final ausgestaltet sein wird.

Zusätzliche Angaben

Im Wesentlichen sind drei neue Angaben vorzunehmen. In Teil B ist für das „Alternative treatment of the Exposure Measure“ eine Erfassung des nicht bilanzierten Treuhandvermögens gem. Artikel 416 Abs. 11 CRR erforderlich. Die Forderungswerte sind nach den verwendeten Kreditrisikoansätzen (KSA und IRBA) aufzuteilen. Weiterhin sind Forderungen an Gebietskörperschaften, an Öffentliche Stellen und Forderungen an Multilaterale Entwicklungsbanken je nachdem, ob sie wie eine Forderung an eine Zentralregierung behandelt werden oder nicht, getrennt anzugeben.

Fazit

Durch das Update des Draft ITS Leverage Ratio entstehen neue fachliche Anforderungen, die zu einer Anpassung der erforderlichen Prozesse führen. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang die neue Nettingmethode für Wertpapierpensions- und -leihegeschäfte und die zusätzlichen Angaben in Teil B zu nennen. Die Erhebung der Daten innerhalb der verschiedenen Bereiche eines Instituts und die Umsetzung der fachlichen Anforderungen in automatisierte Vorgänge stellt dabei die größte Herausforderung dar, zumal die Struktur und die Inhalte für die Ermittlung der Leverage Ratio noch nicht final sind. Bekanntlich sind die CRD IV /CRR Verhandlungen derzeit noch nicht abgeschlossen.

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