EBA beschließt verpflichtende Teilnahme am Basel III Monitoring

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat bereits am 18. Februar eine verbindliche Teilnahme von Instituten in der Europäischen Union am sogenannten Basel III Monitoring beschlossen. Hierdurch sollen Informationen über die Auswirkungen der Finalisierung von Basel III – in der Branche oft auch als Basel IV bezeichnet – gesammelt werden. Da die Teilnahme bislang freiwillig erfolgt, fehlt es der EBA an einer hinreichend breiten und stabilen Informationsbasis, um zuverlässige Aussagen über die Auswirkungen von Basel IV machen zu können. Für die betroffenen Institute wird dies einen empfindlichen Mehraufwand zur Folge haben.

Die Entscheidung der EBA im Detail

Durch die Entscheidung der EBA werden Institute ab dem Jahresende 2021 zur Teilnahme am Basel III Monitoring verpflichtet, wenn sie in eine der folgenden Kategorien fallen:

  • Global systemrelevante Institute (G-SII)
  • Anderweitig systemrelevante Institute (O-SII)

Sofern hierdurch weniger als 80% der gesamten Risikogewichtete Aktiva je Mitgliedsstaat oder weniger als 30 Institute erfasst sind, werden zusätzlich auch große Institute, d.h. mit einem Kernkapital von mehr als 3 Mrd. EUR oder einer Bilanzsumme von mehr als 30 Mrd. EUR zur Teilnahme verpflichtet

Sofern auch hierdurch die Schwellenwerte nicht erreicht werden, sind zusätzlich auch mittelgroße und kleine Institute durch die zuständige Aufsichtsbehörde zu verpflichten. Um eine stabile Datenbasis sicherzustellen, wird der Kreis der teilnehmenden Institute durch die Aufsichtsbehörde festgelegt und soll dann für jeweils drei Jahre konstant bleiben.

Die zur Teilnahme verpflichteten Institute haben die wesentlichen Bestandteile des Basel III Monitoring Meldebogens jährlich zum Stichtag 31. Dezember zu befüllen und bis zum ersten Freitag im April des Folgejahres an die zuständige Aufsichtsbehörde einzureichen. Was nach einem auskömmlichen zeitlichen Rahmen klingt, hat sich in der Vergangenheit regelmäßig als große Herausforderung für die teilnehmenden Institute entpuppt. Ferner fällt die Befüllung der Meldebögen in den Zeitraum der regulären Jahresabschluss- und Meldeerstellung. Dies wird insbesondere bei den kleineren Instituten zu großen Problemen führen.

Welche Auswirkungen ergeben sich auf die Institute?

Die freiwillige Teilnahme am Basel III Monitoring durch die Institute ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, da dem hiermit verbundenen Aufwand aus Sicht der Banken kein wesentlicher Informationsgewinn gegenüberstand. Das sollte sich jedoch in 2021 – unabhängig von der Entscheidung der EBA – geändert haben, da

  • im Sommer 2021 mit einem ersten detaillierten CRR 3-Entwurf der EU Kommission zu rechnen ist und somit die Berechnung der Basel IV – Auswirkungen erstmals auf Basis von EU-spezifischen Vorgaben erfolgen kann und
  • das erwartete Inkrafttreten von Basel IV in den Zeithorizont der Kapitalplanung der Institute fällt und somit eine aktualisierte Berechnung der Auswirkungen für die Planung des Kapitalbedarfs benötigt wird

Aber unabhängig davon, ob eine Teilnahme aufgrund der Entscheidung der EBA oder aufgrund von Erwägungen des Instituts selbst erfolgt, ist sie mit deutlichen Aufwänden verbunden. Oder, um es pointiert zu sagen:

Durch die Entscheidung der EBA werden die betroffenen Banken gezwungen, eine eingeschränkte Meldefähigkeit nach Basel IV bereits zum Jahresende 2021 herzustellen!

Insbesondere für die „großen Baustellen“ Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) und auf internem Rating basierender Ansatz (IRBA) ist eine stark automatisierte Berechnungslösung unabdingbar, um die jährliche Befüllung des Basel III Monitoring – Meldebogens in time and quality sicherzustellen.

Wie PwC unterstützen kann

Seit der Veröffentlichung der finalen Basler Papiere im Dezember 2017 hat PwC eine Vielzahl von Berechnungstools entwickelt, um risikogewichtete Aktiva nach den Basel IV-Vorgaben zu ermitteln:

In erster Linie basierend auf den Datenfeldern der marktüblichen Meldewesensoftware-Anbieter kann hierdurch eine weitgehend automatisierte Befüllung der Tools, Kalkulation der RWA und Befüllung der Basel III Monitoringbögen erreicht werden. Auf Basis moderner technischer Plattformen kann hierbei eine hohe Performanz, auch bei großen Portfolios mit einer Vielzahl von Positionen erreicht werden. Neben dem Kreditrisiko werden durch unsere Tools auch das Marktrisiko, Kontrahentenrisiko und operationelle Risiko abgedeckt. Selbstverständlich können diese auch als Blueprint für eine bankspezifische Umsetzung genutzt werden.

Nicht zuletzt verfügt PwC über umfassende Erfahrungen in der Begleitung von Banken im Rahmen des Basel III Monitorings seit der QIS 6 in 2010. Hierdurch kennen wir typische Auslegungsfragen sowie die Stolpersteine im Prozess und können interessierte Häuser optimal auf die Teilnahme vorbereiten.

Wenn Sie Fragen haben oder erwarten, dass auch Ihr Haus in den Anwendungsbereich der EBA Entscheidung fällt, sprechen Sie uns gerne an!

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