Frohe Weihnachten und alles Gute für 2022 wünscht das Team PwC Regulatory Blog Team!

 

Nachdem auch das Jahr 2021 mehr von der Pandemie bestimmt wurde als erhofft, ist unser “new normal” zwischen Homeoffice, Webinaren und digitalem Arbeiten für uns und unsere Kunden gar nicht mehr so neu. Der regulatorische “Output” der nationalen und internationalen Aufseher hat nach einer nur kurzen Pause wieder deutlich an Fahrt aufgenommen und einige schon länger erwartete regulatorische Projekte sind angestoßen oder finalisiert worden.

Ende Oktober hat die EU Kommission nach pandemiebedingter Verschiebung die letzten Umsetzungsschritte des Basel III-Rahmenwerks (“Basel IV”) in der EU eingeläutet. Das umfangreiche, über 300 Seiten starke EU Banking Package mit CRR III, CRD VI und BRRD kommt final zwar erst 2025, aber die weitreichenden Änderungen müssen schon jetzt ins Visier genommen werden. Das Kreditrisiko im Standardansatz wird mit neuen Forderungsklassen, Risikogewichten und Berechnungsmethoden deutlich sensitiver erfasst werden und gewinnt durch den Output Floor zunehmend an Bedeutung. Da lohnt sich schon jetzt ein Blick auf das eigene Portfolio, um frühzeitig die RWA-Optimierung einzuleiten. Der eingeschränkte Anwendungsbereich des IRB-Ansatzes auf der einen Seite, aber auch der deutlich flexiblere Partial Use-Ansatz rücken die Möglichkeiten, mit internen Modellen für einzelne Forderungsklassen zu arbeiten, wieder stärker in den Fokus. Hinzu kommen neue Methoden und Ansätze zur Ermittlung des operationalen Risikos sowie der CVA Risk Charge und die bisher fehlenden Bausteine zur vollständigen Umsetzung des FRTB. 

Viel Bewegung auch rund um ESG, Sustainable Finance und Klimarisiko – die Frage, wie die Risiken aus Klima- und Umweltrisiken zu messen, zu managen und in die Risikostrategie einzubinden sind, wird uns und unsere Kunden noch eine Weile beschäftigen. Hinzu kommt eine große Vielzahl an noch ungeklärten Fragen zu den zukünftigen Offenlegungs- und Reportinganforderungen. Die aktuellen Umfragen der BaFin und EZB zeigen, dass hier noch Hausaufgaben anstehen. Mehr Klarheit kann der EZB-Klimarisiko Stresstest bringen, der gleich im Januar ansteht.

Auch die 6. MaRisk-Novelle, durch die lange Konsultationsphase mit nicht gänzlich überraschenden Inhalten, macht in der Umsetzung erheblichen Aufwand: Neben vielen Detailänderungen und Klarstellungen sind die aus den EBA-Guidelines kommenden Anforderungen an das Management notleidender und gestundeter Risikopositionen deutlich gestiegen. Forbearance, Sicherheiten, Intensiv- und Problemkreditbearbeitung sind hier die wesentlichen Agendapunkte. Ebenso müssen die gewählten Auslagerungslösungen unter die Lupe genommen werden, denn sie stehen ebenfalls im Fokus.

Dass eine gute und solide organisatorische Aufstellung der Institute diese widerstandsfähiger und weniger krisenanfällig macht, ist in der Pandemie besonders deutlich geworden. Entsprechend sind die Vorgaben und Empfehlungen zum Governance-Rahmen sowie fit & proper-Anforderungen an Leitungsorgane überarbeitet worden und stellt die interne Organisation auf den Prüfstand.

Über all diese und viele weitere wichtige Meilensteine haben wir Sie in den zurückliegenden Monaten wieder sehr gern informiert und Ihre Fragen beantwortet. Für alle kommenden regulatorischen Herausforderungen stehen wir Ihnen zuverlässig und kompetent auch im nächsten Jahr wieder zur Verfügung – im Regulatory Blog, auf pwcplus, im Risk & Regulation Channel und natürlich auch jederzeit im persönlichen oder virtuellen Austausch. So laufen beispielsweise die Vorbereitungen auf die Neuauflage unserer beliebten “Basel IV Academy” – nun natürlich mit besonderem Fokus auf die Umsetzung in der CRR3 – bereits auf Hochtouren. Und es sind viele weitere Events für das Jahr 2022 geplant, zu denen wir Sie auch hoffentlich einmal wieder persönlich begrüßen zu können.

Bis dahin, bleiben Sie uns gewogen, genießen Sie die Weihnachtstage und starten Sie gesund und zuversichtlich in das neue Jahr!

 

Ihr PwC Regulatory Blog Team

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