Neue Möglichkeit zur Stärkung der CET1-Quote – EBA RTS zum aufsichtsrechtlichen CET1-Abzug bilanziell aktivierter Software tritt in Kraft

Die Aufsicht schafft im Rahmen des CRR “Quick Fix” eine weitere Möglichkeit, die CET1-Quote zu stärken, indem der bisherige CET1-Abzugsbetrag für Software verringert werden kann. Viele Institute nutzen die Möglichkeit bereits zum 31.12.2020 und konnten so ihre Kapitalquote verbessern. Wie auch Sie von dieser Möglichkeit profitieren können und die Berechnung am besten automatisiert umsetzen, erfahren Sie hier.

Veröffentlichung des finalen EBA RTS im EU Amtsblatt

Mit der Veröffentlichung des EBA RTS zum aufsichtsrechtlichen CET1-Abzug bilanziell aktivierter Software im Amtsblatt der EU Kommission ergeben sich für Banken neue Möglichkeiten, den CET1-Abzug immaterieller Vermögenswerte zu reduzieren und somit das CET1-Kapital und die CET1-Quote zu stärken. Die genaue Ausgestaltung der Anforderungen wurde unter Abwägung verschiedener Herausforderungen in den vergangenen Monaten durch die EBA erarbeitet.

Konkret führt die neuen Berechnungslogik des “Prudential-Amortisation-Ansatzes” dazu, dass der bisherige CET1-Abzugsbetrag für Software um die Differenz aus der aufsichtsrechtlichen und der bilanziellen kumulierten Amortisation für Software verringert wird. Diese Verringerung des CET1-Abzugsbetrags wirkt sich wiederum positiv auf das CET1-Kapital aus. Der nicht in Abzug gebrachte Betrag geht mit einem Risikogewicht von 100% in die RWA-Berechnung ein.

Zur detaillierten Funktionsweise des RTS zur Ausnahme bilanziell aktivierter Software vom Kapitalabzug für immaterielle Vermögensgegenstände verweisen wir auf unsere Blogartikel:

Mit welchen positiven Auswirkungen auf die CET1-Quote ist zu rechnen?

Die neue Berechnungslogik konnte erstmalig zum 31.12.2020 genutzt werden. Hiervon hatten bereits viele Banken Gebrauch gemacht und insbesondere mit Hilfe von Eigenlösungen die Berechnungslogik umgesetzt. Die Ergebnisse sind sehr individuell, jedoch durchweg positiv.  Nennenswerte Verbesserungen der CET1-Quote von über 1%-Punkt wurden erreicht und in der COREP Meldung zum 31.12.2020 berücksichtigt.

Bei der Quantifizierung der Auswirkung des aufsichtsrechtlichen CET1-Abzugs bilanziell aktivierter Software sind jedoch folgende Abhängigkeiten zu beachten, die auch den Effekt zum 31.12.2020 getrieben haben:

  1. Wie groß ist die Grundgesamtheit der Software, die unter die privilegierte Behandlung fällt?
  2. Wie hoch ist der CET1-Abzugsbetrag für diese Software?
  3. Wie verhält sich die latente Steuerschuld (DTL) in Abhängigkeit zu den immateriellen Vermögensgegenständen?
  4. Welcher Aktivierungszeitpunkt wurde für die Software gewählt und wird dabei dem statischen oder dynamischen Prinzip gefolgt?
  5. Wie verhält sich das Kapital bzw. die RWA zu den Abzugsbeträgen?

Wie lässt sich die aufsichtsrechtliche Erleichterung am besten nutzen?

Zur Nutzung der neuen Abzugslogik für Software-Assets ist eine Berechnung auf Basis des aufsichtsrechtlichen und handelsrechtlichen Datenhaushalts erforderlich. Herausforderungen entstehen dabei im Bereich der Datenqualität (z.B. Abgleich der COREP-Daten mit Accounting-Daten) sowie der sehr granularen Berechnung auf Einzelgeschäftsebene.

Um die Herausforderungen bei der Berechnung zu meistern und eine wiederholte Meldungserstellung effizient zu ermöglichen, bietet sich der Einsatz von Automatisierungstools (RPA- oder BI-Lösungen) an. Hierdurch wird eine weitestgehend automatisierte Berechnung ermöglicht, die die interne Ressourcenbindung so gering wie möglich hält.

Wie PwC Sie jetzt unterstützen kann

Gerne unterstützen wir Sie bei der Anwendung des EBA RTS zum CET1-Abzug zu Software. Neben einem Berechnungstool haben wir bereits erfolgreich RPA-Tools für eine effiziente und wiederholte Meldungserstellung implementiert. Von der COREP Meldungserstellung zum 31.03.2021 bis zur Automatisierung der Berechnung – wir haben die entsprechende Lösung! Sprechen Sie uns an!

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