Regulatory Blog

Realising the full value of compliance – Die Compliance-Praxis in Europa

Mit der aktuellen Studie "Realising the full value of compliance – Protecting the brand 2009" hat PwC die wachsende Bedeutung von Compliance für den Finanzsektor untersucht. Die jetzt erschienene Studie gibt einen Querschnitt durch die Compliance-Organisation der europäischen Finanzindustrie. An der Befragung nahmen 76 Unternehmen aus den Bereichen Banking, Investement Services und Versicherung teil.

Die fünf Kernthemen der Studie sind: 

Veröffentlichung der CRD – Änderungen

Die Änderungen der Bankenrichtlinie und der Kapitaladäquanzrichtlinie (kurz: CRD II) sind im November 2009 im Amtsblatt der EU veröffentlicht worden (Directive 2009/111/EC vom 16.11.2009). Im wesentlichen betreffen die Änderungen die Großkreditvorschriften, die Anerkennung hybrider Kernkapitalbestandteile, das Verbriefungsregelwerk und die aufsichtliche Kooperation innerhalb der EU.
Einerseits werden die Großkreditvorschriften durch die Änderungen vereinfacht, andererseits erfahren sie Verschärfungen z.B. im Bereich der Interbankenforderungen oder bei der Bildung von Kreditnehmereinheiten. Mit der Begrenzung der Kreditvergabe soll verhindert werden, dass Institute durch den Ausfall eines Kreditnehmers bzw. einer Kreditnehmereinheit selbst in ihrem Bestand gefährdet werden (weitere Informationen dazu finden Sie hier und in den CEBS Guidelines on the large exposure regime).

Mehr (Risiko-) Beurteilung ist gefragt – die neue PrüfBV

Nach langer Konsultationsphase ist sie nun da: die neue PrüfBV (veröffentlicht am 25. November 2009). Das seit 1998 geltende Berichtswesen wird der neuen Zeit angepasst. Zum einen werden endlich die zwischenzeitlich stattgefundenen umfangreichen regulatorischen Neuerungen berücksichtigt (Umsetzung der geänderten CRD Richtlinien in KWG, SolvV, GroMiKV, PfandbriefG, Geldwäschevorschriften etc.). Bedeutsamer sind jedoch die Änderungen, die den Prüfungsansatz betreffen. Der risikoorientierte Prüfungsansatz ist das zentrale Thema, das die Prüfungsberichte noch viel stärker als bisher bestimmen wird. Die wesentlichen Änderungen im Überblick:

Risikoorientierter Prüfungsansatz 

Hervorzuheben  ist die Berichterstattung über die Angemessenheit von Risikomanagement und Geschäftsorganisation (§ 10 PrüfbV). Gefordert ist die Beurteilung der Angemessenheit des Risikomanagements und der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation vor dem Hintergrund der individuellen Risikosituation des betreffenden Instituts. Entsprechend ist auch ein Gesamturteil zur Risikotragfähigkeit und zur Geschäftsorganisation in der Schlussbemerkung zu fällen. Mit der geforderten Einschätzung zum Management der verschiedenen Risikofelder  (Adressenausfall-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelles Risiko sowie Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch) wird wesentlich mehr Transparenz in der Risikobeurteilung erreicht.

Zentrale Änderungen des zukünftigen Großkreditregimes in Folge der CRD-Änderungen

Institute haben sich auf die weitreichenden Änderungen bei den Großkreditregelungen vorzubereiten. Die Berücksichtigung der Refinanzierungsabhängigkeit bei der Bildung von Kreditnehmereinheiten, die volle Anrechnung von Institutsforderungen auf die Großkreditgrenzen, die Behandlung von Investmentanteilen und strukturierten Produkten, insbesondere Verbriefungspositionen, sind nur einige der wesentlichen Neuregelungen, die bereits Ende 2010 in Kraft treten sollen.

Das Bad-Bank-Modell der Bundesregierung

Was sind die Ziele des Bad-Bank-Modells und wer kann dieses nutzen?
Die wesentlichen Ziele der Bundesregierung bestehen darin, den Banken die Möglichkeit zur Bereinigung der Bilanzen von strukturierten Wertpapieren zu geben. Damit soll das Vertrauen des Kapitalmarkts gegenüber den Haltern dieser Instrumente und ihre Finanzierungsmöglichkeiten gestärkt werden. Im Ergebnis erwartet sich die Bundesregierung über eine Entlastung des haftenden Eigenkapitals insbesondere die Förderung der Kreditvergabe. Um eine Belastung der öffentlichen Haushalte und damit der Steuerzahler zu vermeiden, sieht der Gesetzentwurf einen Verlustausgleich durch die Eigentümer der übertragenden Banken aus zukünftigen Gewinnen vor.

 

Die Teilnahme an dem Modell ist freiwillig und steht allen Kreditinstituten offen. Die Nutzung des Modells setzt jedoch ein tragfähiges Geschäftsmodell der übertragenden Bank voraus.

KWG-Änderungen von 2007 bis 2009

Die aufsichtsrechtliche Regulierung erlebte mit der Umsetzung der neu gefassten Bankenrichtlinie und der Kapitaladäquanzrichtlinie zum 1. Januar 2007 einen Höhepunkt. Aber auch in der Zwischenzeit wurde das Aufsichtsrecht kontinuierlich weiterentwickelt. Aufgrund der jüngsten Ereignisse wird immer wieder der Ruf nach verstärkter Beaufsichtigung des Finanzsektors laut. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass im Jahr 2009 zahlreiche Neuerungen beschlossen wurden.

Neuerungen der GroMiKV – Kompaktübersicht

Im Rahmen der Umsetzung der überarbeiteten Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) sowie der Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG in nationales Recht sind zum 1. Januar 2007 die geänderten Vorschriften des Kreditwesengesetzes, die Neufassungen der Großkredit- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV) und die Solvabilitätsverordnung (SolvV) in Kraft getreten.

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