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Basel IV-Channel: The EBA’s reforms impact study and key recommendations – Part II: Recommendations

At the beginning of August 2019, the European Banking Authority (EBA) published its report on the EU Commission’s Call for Advice on the finalisation of Basel III. The EBA report includes a quantitative analysis of the estimated impact based on data from 189 banks, and a set of policy recommendations. Part I of our Basel IV-Channel episodes covered the results of the Quantative Impact Study (QIS).

Our current Basel IV channel episode:

„The EBA’s Basel III reforms impact study and key recommendations Part II – Recommendations“

focus on the policy recommendations to the implementation of the Basel III reforms in the EU. 

Finalisierung von Basel III oder Basel IV: Die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil II: CVA, operationelle Risiken und Floor-Regelungen

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) die neuen Regelungen zur Ermittlung von risikogewichteten Aktiva finalisiert (Regulatory Blog Beitrag: „Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur Überprüfung ihrer Unternehmensstrategie“ vom 07. Dezember 2017). Im Folgenden wird ein Überblick über die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den jeweiligen Konsultationspapieren aus Basel bzw. den aktuell geltenden Regelungen der CRR gegeben.

In Teil I unseres Beitrag haben wir die Änderungen vorgestellt, die den Kreditrisikostandardansatz (KSA) und den auf internen Ratings basierenden Ansatz (IRBA) betreffen („Finalisierung von Basel III oder Basel IV: die nächste Generation der risikogewichteten Aktiva – Teil I: KSA und IRBA“ vom 08. Januar 2018). Der zweite Teil unseres Beitrags erläutert die Änderungen im Zusammenhang mit der CVA Risk Capital Charge, den operationellen Risiken und den Floor-Regelungen.

CVA Risk Capital Charge

Das neue Baseler Rahmenwerk zur Bestimmung der aufsichtsrechtlichen CVA Risk Capital Charge (BCBS 325) wurde im Jahre 2015 mit insgesamt drei Ansätzen (IMA-CVA, SA-CVA und BA-CVA) für die Konsultation freigegeben. Nach Durchführung der Konsultation sowie weiterer Auswirkungsstudien entschloss der Baseler Ausschuss sich dazu, den IMA-CVA-Ansatz aus dem CVA-Rahmenwerk zu streichen. Mit Veröffentlichung des finalen CVA-Rahmenwerks steht nun fest, dass der Ausschuss an diesem Plan festgehalten hat und die Ermittlung der CVA Risk Capital Charge entweder auf Basis des SA-CVA oder des BA-CVA-Ansatzes erfolgen muss. Darüber hinaus hat der Baseler Ausschuss die Ergebnisse der im Februar 2016 durchgeführten Auswirkungsstudie zum Anlass genommen, die Kalibrierung des finalen BA-CVA-Ansatzes anzupassen. Einerseits werden die im Rahmen der besagten Studie vorgegebenen Risikogewichte beibehalten, die deutlich unter denen des Konsultationspapiers liegen sowie ein weiteres Bucket zur Abfrage „anderer Sektoren“ eingeführt. Andererseits wurde der sogenannte Beta-Faktor angepasst, was zu einer weiteren Reduktion der Kapitalanforderungen führt.

Weitere nennenswerte Änderungen innerhalb des finalen CVA-Rahmenwerks basieren auf dem Proportionalitätsgedanken. So enthält das finale CVA-Rahmenwerk eine Materialitätsschwelle zur vereinfachten Festlegung der regulatorischen CVA-Kapitalanforderung für Banken mit nicht-signifikanten Derivate-Portefolien. Demnach dürfen Institute, deren nicht-zentral-geclearte Derivate ein Nominalvolumen von (brutto) bis zu 100 Mrd. EUR aufweisen, ihre regulatorische CVA- Kapitalanforderung pauschal mit jenem risikogewichteten Kapitalbetrag gleichsetzen, der für das Gegenparteiausfallrisiko bestimmt wird. Sofern von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht wird, dürfen risikomindernde Effekte aus dem Hedging keine Berücksichtigung finden. Ferner unterliegt bei Ausübung des Wahlrechtes das gesamte Portfolio der hier beschriebenen Behandlung.

Auch die Anpassungen innerhalb des BA-CVA in seiner Rolle als Standardansatz, dessen Anwendung im Gegensatz zum SA-CVA nicht die Zustimmung einer Aufsichtsbehörde erfordert, basieren auf der Proportionalität. So stellt der Baseler Ausschuss den Instituten, die ihre CVA-Risiken gezielt nicht absichern, eine reduzierte und somit vereinfachte BA-CVA-Formel zur Verfügung, in der Hedging-Transaktionen entsprechend keine Berücksichtigung finden.

Operationelle Risiken

Mit dem „Standardansatz für das operationelle Risiko“ wurden beide Vorhaben des Baseler Ausschusses – die Zusammenführung der beiden bisherigen Ansätze (Basisindikator- und Standardansatz) sowie die Abschaffung des fortgeschrittenen Messansatzes (AMA) – final umgesetzt. Die Funktionsweise basiert weiterhin auf dem im ersten Konsultationspapier (BCBS 291) eingeführten Grundprinzip des Business Indicator (BI), der einem größenabhängigen Bucket zugeordnet wird. Im Vergleich zum zweiten Konsultationspapier (BCBS 355) reduziert sich die Anzahl der Buckets von fünf auf drei. Auch bei der Berechnung der einzelnen Bestandteile des BI wurden Anpassungen vorgenommen (u.a. Herabsetzung des Faktors für verzinsliche Aktiva von 3,25 auf 2,25 Prozent). Die Formeln wirken insgesamt übersichtlicher, teilweise allerdings zu Lasten möglicher Erleichterungen, wie beispielsweise für provisionsabhängige Geschäftsmodelle.

Den drei Buckets sind feste Koeffizienten zugeordnet, aus deren Multiplikation mit dem jeweiligen BI die BI Komponente resultiert. Die Eigenmittelanforderungen für Banken in Bucket 1 entsprechen denen der BI Komponente. Bei Banken in den Buckets 2 und 3 ergeben sich die Eigenmittelanforderungen aus der Multiplikation der BI Komponente mit dem Multiplikator interner Verluste (ILM). Den nationalen Aufsichtsbehörden wird in diesem Zusammenhang ein Wahlrecht eingeräumt, auch von den Instituten in Bucket 1 die Berücksichtigung historischer Verlustdaten zu verlangen – oder den Banken selbst ein Wahlrecht zu gewähren.

Für alle Banken, die bisher kein internes Verfahren (AMA) verwendet haben und zukünftig in Bucket 2 oder 3 fallen, werden die neuen Regelungen zu komplexeren Berechnungen der OpRisk-Anforderungen führen. Neben den qualitativen Anforderungen an Verlustdaten, die umfangreiche Datenerhebungen und Analysen voraussetzen, definiert der Baseler Ausschuss in BCBS 424 entsprechende Offenlegungspflichten in Bezug auf die internen Verlustdaten. Für diese Banken wird sich durch den neuen Ansatz erstmalig ein effektives OpRisk-Management auf die Kapitalanforderungen positiv auswirken und somit kompensierend zu den tendenziell steigenden Anforderungen aufgrund der neuen Systematik wirken. Die größten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen werden sich allerdings voraussichtlich für diejenigen Banken ergeben, die aktuell den AMA nutzen. Hier ist insbesondere aufgrund der vorgegebenen einheitlichen Ermittlung des BI eine deutliche Erhöhung der Kapitalanforderungen zu erwarten.

Floor-Regelung und Inkrafttreten

Ursprünglich wurde der Capital Floor im Rahmen von Basel II (2007) mit dem Ziel eingeführt, dass die Banken auch bei Nutzung interner Modelle zumindest 80% der sich nach Basel I ergebenden Eigenmittel vorhalten sollten. Die nun veröffentlichten Basel IV-Reformen sehen vor, dass der Basel I-Floor durch einen aggregierten Capital Floor (ein Floor für die Summe der RWAs aller Risikokategorien) ersetzt wird. Dieser soll sicherstellen, dass die mit internen Modellen ermittelten RWA nicht geringer als ein bestimmter Prozentsatz der mittels der Standardansätze berechneten RWA sind. Damit wird der Spielraum begrenzt, über den die Banken bei der Ermittlung von Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle verfügen. Durch die Einführung des überarbeiteten Capital Floors soll die Vergleichbarkeit der Kapitalanforderungen zwischen den Banken erhöht und die Glaubwürdigkeit in die RWA-Berechnungen der Banken gestärkt werden.

Es ist vorgesehen, dass das neue Rahmenwerk ab dem 1. Januar 2022 anzuwenden ist. Den Banken werden ab der Erstanwendung Übergangsregelungen für den Capital Floor gewährt: Ausgehend von einem aggregierten RWA-Floor von 50% im Jahr 2022 steigt der Floor jährlich um 5% bis Ende 2026. Der schrittweise Anstieg endet im Jahr 2027; zum 1.Januar 2027 wird der Capital Floor nochmal um weitere 2,5% angehoben und erreicht dann die finale Höhe von 72,5%.

Bei der Anwendung des Capital Floors sind die folgenden Standardansätze einzubeziehen:

  • Kreditrisiko: KSA inkl. BerĂĽcksichtigung aufsichtlicher Haircuts fĂĽr die Kreditrisikominderung,
  • Kontrahentenrisiko: SA-CCR,
  • CVA: SA-CVA, Basis-CVA oder 100% der Kapitalanforderungen fĂĽr das Kontrahentenrisiko,
  • Verbriefungen: Auf externen Ratings basierender Ansatz (SEC-ERBA), SEC-SA oder ein Risikogewicht von 1.250%,
  • Marktrisiko: FRTB-SA,
  • OpRisk: SA fĂĽr das operationelle Risiko.

Die finale Höhe der Eigenkapitalanforderungen der Bank ergibt sich schließlich aus dem Maximum der RWA gemäß der genutzten Standard- und interne Modelle-Ansätze des Instituts sowie der RWA nach Anwendung des Capital Floors.

Ausblick

Mit der Veröffentlichung der finalen Basel IV Regelungen geht eine lange und kontrovers geführte Debatte zu Ende. Endlich herrscht für die betroffenen Banken Klarheit, wie die neuen Regelungen aussehen werden und ab wann mit der Einführung zu rechnen ist.

Auch wenn das Jahr 2022 noch in der Ferne zu liegen scheint, ist daher jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich im Rahmen von Proberechnungen Gewissheit über die Auswirkungen der neuen Regelungen auf das eigene Portfolio zu verschaffen. Zudem dürften in vielen Häusern in 2018 Vorstudien oder Umsetzungsprojekte für das neue Verbriefungsrahmenwerk (Regulatory Blog: „Basel IV-Channel – Episode 25: Update – Neue Anforderungen an die Behandlung von Verbriefungen Teil I“  vom 23. November 2017 oder die CRR II  (dazu auch Regulatory Blog: „EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III“ vom 25. November 2016) anlaufen. Auch hierbei macht es Sinn, die Auswirkungen der Basel IV Regelungen mit zu bedenken, um beispielsweise Schnittstellen oder Datenanforderungen an Tochterunternehmen nicht zweimal anpassen zu müssen.

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Auf unserer Basel IV Webseite finden Sie Informationen und Ansprechpartner.

Basel IV Big Bang or Basel III End Game: New Basel IV rules to make banks rethink their business models

On Thursday, December 7th, the Basel Committee for Banking Supervision (“BCBS”) published several papers laying out the revised requirements for the calculation of risk-weighted assets (“RWAs”) and capital floors. These papers finalize the work that BCBS has undertaken since 2012 to calibrate the Basel III framework. Basel III was introduced to address the most pressing deficiencies from the 2007-08 crisis and to make banks more resilient.

The reforms finalized today together with earlier publications that revise the calculation of RWAs, including the revised market risk framework published in January 2016, are collectively referred to as “Basel IV” by the industry, given the scale of change. Revisions to the RWA calculation for all Pillar 1 risk types have been introduced through Basel IV. The reforms, therefore, affect all banks, regardless of their size, business models and irrespective of the use of standardized or advanced approaches for calculating regulatory capital. Under “Basel IV”, standardized approaches have become more risk-sensitive whilst the use of internal models is constrained. The introduction of a relatively high capital floor (at 72.5%) to internally-modeled RWAs was deemed as one of the most controversial elements of this new package.

BCBS wants to achieve several goals with the new rules. On one hand, it aims to reestablish the trust in banks’ RWAs by closing the gap in variability and to make RWAs more comparable. BCBS, therefore, has limited the use of internal models, whilst the standardized approaches used by most banks world-wide will become more risk-sensitive and reflect developments in the financial markets of the last years. For operational risk, internal models can no longer be used and the standardized approaches will be replaced by a new approach. No agreement on the RWA treatment of sovereign exposures was reached but a discussion paper was published. Apart from the calculation of RWAs, some changes to the leverage ratio were also agreed, including an extra buffer for globally systematically important banks.

Impact on business models and strategies of banks

Despite the fact that today’s published rules are relatively less stringent compared to the original proposals some European banks will face a significant increase in their RWAs and therefore their capital ratios. The changes can vary from bank to bank and depend on several factors, like extend of the use of internal models for the measurement of risks or the business models.

“While some banks may suffer an increase of 10%-15% at the end of the transition phase, some other banks can even profit from the new rules and lower RWA” says Martin Neisen, Partner and PwC’s Global Basel IV Leader. “The impact of Basel IV will also vary from country to country depending on the local lending practices”.

The changes collectively will require banks to re-examine capital consumption across their business lines and potentially adjust their pricing and product offering. The revised framework will, therefore, have an impact on firms’ strategy and business models. The BCBS expects that it will result in some re-distribution of capital in the system. The capital floors are likely to be the focus area for the larger banks, whilst smaller institutions will particularly have to consider what infrastructure and technology enhancements are needed to handle the increased volume and granularity of data required under the more complex standardized approaches.

Banks need to react despite the long period to implementation

The revised package will be introduced starting in 2022, though most of the rules are to be phased-in from 2022 to 2027. The implementation of the new framework for market risk that was finalized in 2016 (Fundamental review of the trading book – “FRTB”) was also postponed to 2022. This means, that there will be a “big bang” in 2022 when all new RWA rules must be applied for the first time. This will allow firms to adjust and better manage the capital impact. National lawmakers will also need to take steps to introduce the “Basel IV” package into binding national law and to set timelines accordingly.

The new rules for banks will also affect other participants of the financial market. If the capital costs for banks increase, this will be reflected in the interest rates and fees for their clients. Competitors of banks like insurance companies, asset managers, fintech or hedge funds are ready to step in and do business that is not attractive to banks anymore.

“Even though the proposed implementation timeline may look like the far away future, it is imperative for all banks to take action now”, says Martin Neisen. “We welcome the fact that banks have certainty about the new regulations, but it is clear that banks will require significant time, effort and resources to understand the impact, adjust and implement.”

Read more about PwC’s tools and solutions to assist you with navigating the extensive changes from Basel IV at our Basel IV webpage.

Basel IV Big Bang oder Basel III End Game: Neue Basel IV-Regeln zwingen Banken zur ĂśberprĂĽfung ihrer Unternehmensstrategie

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat das überarbeitete Rahmenwerk zur Berechnung von risikogewichteten Aktiva und Capital Floors vorgestellt. Die standardisierten Ansätze sind risikosensitiver geworden, während die Verwendung interner Modelle mehr Einschränkungen unterliegt. Zusammen mit bereits im letzten Jahr beschlossenen Regeländerungen beziehen sich die Änderungen bei der RWA-Berechnung auf alle Risikoarten der Säule 1 und betreffen somit sämtliche Banken – unabhängig von ihrer Größe, ihrem Geschäftsmodell und der Verwendung standardisierter oder fortgeschrittener Ansätze für die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalberechnung. Eines der kontrovers diskutierten Elemente des Reformpakets ist die Einführung eines hohen Capital Floors von 72,5% bei internen RWA-Modellen.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht verfolgt gleich mehrere Ziele mit den neuen Regeln. Zum einen soll das Vertrauen in sogenannte interne Modelle erhöht werden, zum anderen werden insbesondere die Standardverfahren deutlich risikosensitiver und so angepasst, dass den Veränderungen der Kapital- und Kreditmärkte der letzten Jahre Rechnung getragen wird. Bei den sogenannten Operationellen Risiken dürfen keine interne Modelle mehr verwendet werden und es wird ein einheitlicher Standard für alle Banken eingeführt. Eine Einigung bei der Überarbeitung der Regeln für Kredite an Staaten konnte nicht erzielt werden.

Angesichts des Ausmaßes der Änderungen werden die heute veröffentlichten Reformen zusammen mit den vorangegangenen Veröffentlichungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die neben einer Änderung der Berechnung der risikogewichteten Aktiva (RWAs) auch den im Januar 2016 veröffentlichten überarbeiteten Marktrisikorahmen umfassen, gemeinhin als „Basel IV“ bezeichnet.

Auswirkungen auf Unternehmensstrategie und Geschäftsmodelle der Banken

Obwohl die finalen Regelungen im Vergleich zu den ursprünglichen Entwürfen stark entschärft wurden, müssen insbesondere einige europäische und auch deutsche Institute mit deutlichen Erhöhungen ihrer RWA und somit mit niedrigeren Kapitalquoten rechnen. Die Änderungen wirken sich jedoch sehr individuell aus. Während einige Institute mit einer Erhöhung von bis zu 10%-15% rechnen müssen, profitieren andere Banken sogar von den Neuerungen. Das tatsächliche Ausmaß hängt stark von den bestehenden Geschäftsmodellen ab und inwieweit interne Modelle zur Messung der Risiken in der Vergangenheit herangezogen wurden.

„Die geplanten Änderungen werden dazu führen, dass die Banken die Eigenkapitalanforderungen in ihren Geschäftsbereichen überprüfen und gegebenenfalls ihre Produkt- und Preisgestaltung anpassen müssen. Das überarbeitete Rahmenwerk wird sich daher auf die Unternehmensstrategie und die Geschäftsmodelle der Banken auswirken. Der Baseler Ausschuss rechnet mit einer gewissen Kapitalumverteilung im Finanzsystem“, sagt Martin Neisen, Global Basel IV Leader und Partner bei PwC Deutschland. „Im Fokus der größeren Banken dürften die festgelegten Capital Floors stehen. Einige Banken werden vor allem darüber nachdenken müssen, wie sie ihre Infrastruktur und die verwendeten Technologien verbessern können, um die Menge der Daten und deren Granularität bewältigen zu können. Diese sind angesichts der nun komplexeren standardisierten Ansätze gestiegen.“

Banken sollten trotz langer Fristen jetzt handeln

Das Reformpaket wird ab 2022 stufenweise bis 2027 eingeführt. Auch der bereits 2016 verabschiedete neue Standard für Marktpreisrisiken wird auf 2022 verschoben, so dass alle Neuerungen in einem „Big Bang“ eingeführt werden. Dies ermöglicht es den Banken, die Kapitalauswirkungen, die aus den neuen Anforderungen entstehen, besser steuern und bewältigen zu können. Zudem sind die nationalen und europäischen Gesetzgeber gefragt, um das Basel-IV-Paket in nationales bzw. europäisches Recht zu überführen und entsprechende Umsetzungsfristen festzulegen.

Die neuen Regeln werden auch auf andere Unternehmen der Finanzbranche Auswirkungen haben; erhöhen sich die Kapitalkosten für einzelne Geschäfte bei den Banken, wird sich dies in den Zinsen und Provisionen wiederspiegeln. Konkurrenten der Banken wie zum Beispiel Versicherungen, Hedgefonds oder Fintechs stehen bereits in den Startlöchern um Geschäfte zu übernehmen, die aufgrund der neuen Regeln für Banken unattraktiv werden.

„Auch wenn der Zeitpunkt für die Umsetzung des Reformpakets scheinbar noch in weiter Ferne liegt, müssen alle Banken jetzt handeln“, sagt Martin Neisen. „Mit der Entscheidung des Baseler Komitees hat die Bankenbranche nun endlich Klarheit bekommen. Aber es ist offensichtlich, dass die Banken viel Zeit, Aufwand und beträchtliche Ressourcen benötigen werden, um die Auswirkungen der Reformen zu verstehen, umzusetzen und zu bewältigen.“

Lösungsansätze sowie Projektvorgehensmodelle zur Umsetzung der Basel IV-Anforderungen finden Sie auf unserer Basel IV Webseite.

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