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Happy Birthday – 10 Jahre Regulatory Blog!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende November 2009 sind wir mit unserem Regulatory Blog gestartet – damals fĂŒr uns noch ein recht neues Medium und daher auch ein kleines Experiment mit ungewissem Ausgang. Der Trend zur zunehmenden Nutzung elektronischer Informationswege und die damit verbundene VerĂ€nderung der Kommunikationswege hatten uns bewogen, mit dem Regulatory Blog eine flexible und reaktionsschnelle Plattform mit großer Reichweite zu schaffen. Wir wollten mit unserem Regulatory Blog ĂŒber regulatorische Änderungen und Reformen kurz, prĂ€gnant und zeitnah informieren – und tun dies mittlerweile kontinuierlich seit zehn Jahren. Ein kurzer RĂŒckblick auf einige der Meilensteine sei daher erlaubt:

EU Kommission veröffentlicht EntwĂŒrfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste EntwĂŒrfe der ĂŒberarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis fĂŒr die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen fĂŒr die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die EinfĂŒhrung einer verbindlichen Mindestquote fĂŒr die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die ErgĂ€nzung der Regelungen fĂŒr die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) fĂŒr global systemrelevante Banken. DarĂŒber hinaus enthalten die EntwĂŒrfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die EinfĂŒhrung eines Standardverfahrens fĂŒr Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen fĂŒr Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen fĂŒr Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der ProportionalitĂ€t deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine EinfĂŒhrung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die VorschlĂ€ge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfĂ€ngliche Umsetzung bis weit ĂŒber das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berĂŒcksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-AnsĂ€tze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ fĂŒr die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene ĂŒber einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen LiquiditĂ€tsdeckungsquote („LCR“) stellt die EinfĂŒhrung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingefĂŒhrten LiquiditĂ€tsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthĂ€lt die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „LiquiditĂ€tsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthĂ€lt einen neuen Abschnitt in Teil sechs (LiquiditĂ€t), der die EinfĂŒhrung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als VerhĂ€ltnis der verfĂŒgbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsĂ€tzlichen Vorgaben enthĂ€lt die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der ĂŒberarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% ĂŒbernommen. Ein zusĂ€tzlicher Aufschlag fĂŒr global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörden fĂŒr die Beaufsichtigung der GrundsĂ€tze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusĂ€tzliche AufschlĂ€ge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative GeschĂ€fte ĂŒber einen leicht abgewandelten Standardansatz fĂŒr Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf EinschrĂ€nkungen bei der BerĂŒcksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – fĂŒr die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf GeschĂ€ftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der BerĂŒcksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen fĂŒr die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. DarĂŒber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % fĂŒr viele Banken eine Herausforderung dar und fĂŒhrt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

WĂ€hrend die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung fĂŒr Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingefĂŒhrt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen fĂŒr KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingefĂŒhrten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschrĂ€nkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenĂŒber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschrĂ€nkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU ĂŒber eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf fĂŒr die neue CRR sieht nach wie vor fĂŒr Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenĂŒber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. DarĂŒber hinausgehende BetrĂ€ge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierĂŒber hinausgehender Anteil einer Forderung erhĂ€lt einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine BerĂŒcksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten BerĂŒcksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ fĂŒr BetrĂ€ge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthĂ€lt der Entwurf fĂŒr die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. FĂŒr bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl fĂŒr KSA als auch fĂŒr IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfĂŒllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen Ă€hnlich den Vorgaben fĂŒr Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche AuftrĂ€ge, werden erfĂŒllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die KreditqualitĂ€t sicher
  • Anforderungen an die QualitĂ€t und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfĂŒllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien fĂŒr den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

FĂŒr kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR mĂŒssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jĂ€hrlich einreichen. DarĂŒber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten fĂŒr die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU MitgliedslĂ€ndern gegrĂŒndet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lĂ€sst sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte ProportionalitĂ€tsprinzip gut erkennen. In AbhĂ€ngigkeit der GrĂ¶ĂŸe und KomplexitĂ€t der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). FĂŒr diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche OffenlegungsumfĂ€nge und -frequenzen zur Anwendung. DarĂŒber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere PrĂ€zisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien fĂŒr die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der EinfĂŒhrung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste AnsĂ€tze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener RĂŒckstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime ĂŒber eine RĂŒckrechnung zu kompensieren, die sich ĂŒber einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen fĂŒr Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchfĂŒhren.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. WĂ€hrend systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass fĂŒr nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben fĂŒr die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt fĂŒr diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lĂ€sst sich somit in gewissem Umfang ein ProportionalitĂ€tsprinzip erkennen.

FĂŒr (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. ZukĂŒnftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit fĂŒr die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu ĂŒbertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU VorschlÀgen finden Sie demnÀchst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

EU Kommission veröffentlicht ersten Entwurf zu Basel IV

Die EU Kommission hat am Mittwoch, den 23. November 2016, den ersten Entwurf fĂŒr eine Überarbeitung bankaufsichtsrechtlicher Regelungen zu den Themen Kapitalanforderungen (Proposal amending Directive 2013/36/EU (COM(2016) 854 final) und Proposal amending Regulation (EU) No 575/2013 ( COM(2016) 850 final ), „CRD V“ und „CRR II“) sowie Sanierung und Abwicklung (Proposal amending Directive 2014/59/EU as regards the ranking of unsecured debt instruments in insolvency hierarchy (COM(2016) 853 final) und Proposal amending Directive 2014/59/EU on loss absorption and recapitalisation capacity of credit institutions and investment firms (COM(2016) 852 final), „BRRD“) veröffentlicht.

Die EntwĂŒrfe, die Grundlage fĂŒr Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat sind, enthalten sowohl die Finalisierung bestehender Vorgaben, die als Basel III bezeichnet werden, als auch bereits Teile der anstehenden „Basel IV“ Reformen. Im Rahmen der Basel III Vorgaben werden eine verbindliche Obergrenze fĂŒr die Verschuldung der Institute („Leverage Ratio“) in Höhe von 3% eingefĂŒhrt sowie eine verbindliche Kennziffer zur Sicherstellung der fristenkongruenten Refinanzierung von Banken (NSFR), die beide in 2019 in Kraft treten sollen.

In Bezug auf Basel IV ĂŒbernimmt die EU eine Vielzahl neuer Regelungen, unter anderem zur Messung und Begrenzung der Risiken aus Derivaten und Marktpreisrisiken aus der HandelstĂ€tigkeit von Banken. DarĂŒber hinaus sind in der CRR Anpassungen durch die Vorgaben zur Begrenzung der Risiken fĂŒr die Steuerzahler im Fall von Bankenkrisen („bail-in“) vorgesehen.

„Die neuen Regelungen fĂŒhren dazu, dass Banken wesentlich mehr Eigenkapital fĂŒr riskante GeschĂ€fte vorhalten mĂŒssen und sich mit großen Herausforderungen bei der Umsetzung der komplexen Regelwerke konfrontiert sehen werden“, so Martin Neisen, Partner und Leiter der globalen Basel IV Initiative bei PwC. Das Inkrafttreten ist fĂŒr die Jahre nach 2019 vorgesehen. ErgĂ€nzt werden die Neuregelungen durch zahlreiche Ausnahmen, die insbesondere fĂŒr kleinere Banken zu einer adĂ€quaten, weil proportionalen, Beaufsichtigung fĂŒhren sollen.

„Offensichtlich haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass komplexe Neuregelungen nur in Zusammenhang mit einer Erhöhung der ProportionalitĂ€t eingefĂŒhrt werden können“, bestĂ€tigt Martin Neisen.

Trotz der Übernahme der ersten Basel IV Regelungen auf EU-Ebene scheinen die Verhandlungen ĂŒber Basel IV auf internationaler Ebene nicht wie geplant voranzuschreiten. GemĂ€ĂŸ dem bislang kommunizierten Zeitplan hĂ€tte der Baseler Ausschuss fĂŒr Bankenaufsicht bis Ende dieses Jahres die Arbeiten an dem Reformpaket abschließen mĂŒssen. Nach neuesten Informationen scheint die EU das Verhandlungsergebnis aber nur anerkennen zu wollen, wenn sichergestellt ist, dass auch die USA unter der neu gewĂ€hlten Regierung unter Donald Trump die Regelungen umsetzen werden. Aufgrund der weithin bestehenden Erwartung, dass die Regelungen Banken in der EU empfindlicher treffen werden, als ihre Wettbewerber jenseits des Atlantiks, möchte die EU anscheinend keinesfalls eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn nicht sichergestellt ist, dass auch andere LĂ€nder wie die USA die gleichen Regelungen einfĂŒhren.

„Es ist bemerkenswert, dass die EU hiermit Teile des Basel IV Regelwerks in Europa umsetzen will, obwohl die entsprechenden Verhandlungen auf Ebene des Baseler Ausschusses noch nicht abgeschlossen sind“, so Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PwC.

Weitere Details zu den Inhalten der Überarbeitung folgen in KĂŒrze.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken veröffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bankĂ€hnliche GeschĂ€fte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten AktivitĂ€ten auf Schattenbanken geschaffen werden könnte. FĂŒr Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsmöglichkeiten und ein fehlender Zugang zu ZentralbankliquiditĂ€t im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke VerknĂŒpfung von Schattenbanken könnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enthĂ€lt jedoch keine direkten Vorgaben fĂŒr Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und Überwachungsprozessen und die EinfĂŒhrung von spezifischen Obergrenzen gegenĂŒber Schattenbanken in seinen AktivitĂ€ten mit dem Schattenbanksektor eingeschrĂ€nkt werden. Grundlage hierfĂŒr ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Großkreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen Übernahme der Leitlinie durch die nationalen Behörden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen fĂŒr den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden sĂ€mtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln fĂŒr Großkredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gemĂ€ĂŸ Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR ĂŒbersteigen. Die zusĂ€tzlich eingefĂŒhrte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen ĂŒbermĂ€ĂŸigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgefĂŒhrte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung dĂŒrfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschließenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur VerfĂŒgung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: TĂ€tigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, LiquiditĂ€tstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begrĂŒnden.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden TÀtigkeitsbereiche als SchattenbankaktivitÀten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • EinlagengeschĂ€ft, KreditgeschĂ€ft, Finanzierungsleasing, BĂŒrgschaften und Kreditzusagen, HandelsgeschĂ€fte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und GeldmaklergeschĂ€fte

Stufe 2: Unternehmen die den Status „excluded undertakings“ erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte öffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen fĂŒr betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne GeschĂ€fte betreiben
  • Abwicklungsbehörden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegrĂŒndet werden

Im Ergebnis fallen also sĂ€mtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. SchattenbankaktivitĂ€ten ausĂŒben und nicht explizit unter den „excluded undertakings“ aufgefĂŒhrt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

ErgĂ€nzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erfĂŒllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche Überwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grundsĂ€tzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden – unabhĂ€ngig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in AusnahmefĂ€llen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Engagements gegenĂŒber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • BerĂŒcksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei Überschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von AbhĂ€ngigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Maßnahmen fĂŒr FĂ€lle, in denen AbhĂ€ngigkeiten nicht erkannt werden können

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, AktualitĂ€t und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelmĂ€ĂŸig ĂŒber das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegenĂŒber sĂ€mtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit fĂŒr alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es berĂŒcksichtigen, welchen Anteil GeschĂ€fte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die VerknĂŒpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe ĂŒber die Bestimmung der Höhe des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA fĂŒr die Definition von Einzellimits den ‘Principal Approach‘ eingefĂŒhrt. Der Ansatz sieht vor, dass – zusĂ€tzlich zum Gesamtlimit fĂŒr sĂ€mtliche Forderungen an Schattenbanken – fĂŒr jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Großkreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und LiquiditĂ€tssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  •  EinschĂ€tzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • AnfĂ€lligkeit bzgl. Asset Price- und KreditvolatitĂ€t
  • VerhĂ€ltnis der SchattenbankaktivitĂ€ten zu anderen GeschĂ€ften
  • VerknĂŒpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Maß an verlĂ€sslichen und aktuellen Informationen ĂŒber die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst kĂŒnftig hohe Transparenzanforderungen erfĂŒllen mĂŒssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung fĂŒr die Bestimmung von Einzellimits zu erfĂŒllen.

Der „Fallback Approach“

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein – bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) – sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative RĂŒckfalllösung vor.

Sofern die grundsĂ€tzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erfĂŒllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in Höhe der Großkreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen – vergleichbar mit dem Konzept des „unbekannten Kunden“ im bestehenden Großkreditregime. Transparente Schattenbankexposures können daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enthĂ€lt hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zunĂ€chst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten wĂ€ren. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grundsĂ€tzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erfĂŒllen.

Fazit

FĂŒr Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsmöglichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite fĂŒr einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden könnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Großkreditobergrenze liegenden Limiten – speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen – sind zu analysieren.

Banken mĂŒssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das könnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschrĂ€nken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausgeĂŒbt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschließlich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. DarĂŒber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend berĂŒcksichtigt sind.

Mögliche Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken

Am 15. Juli 2015 hat die EU-Kommission eine Konsultation zu den „möglichen Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken“ gestartet.

Damit will die Kommission ein besseres VerstĂ€ndnis darĂŒber erlangen, wie sich die strengeren Kapitalanforderungen aus der CRR, ohne BerĂŒcksichtigung von Leverage Ratio und LiquiditĂ€t, auf die Kreditvergabe durch die Banken ausgewirkt haben. Im Vordergrund stehen die Auswirkungen auf die Finanzierungen an SME’s sowie die Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Die Untersuchung basiert auf den Vorgaben der Art. 501, 505 und 516 CRR.

Die Konsultation umfasst Fragen zu folgenden Sachverhalten:

  • Inwiefern haben CRR und CRD IV die Höhe des von den Banken gehaltenen Eigenkapitals beeinflusst?

  • Sind sĂ€mtliche neuen Anforderungen unter allen UmstĂ€nden den Risiken angemessen, fĂŒr die sie eigentlich Abhilfe schaffen sollten?

  • Welche Auswirkungen haben die Regeln auf die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen und fĂŒr Infrastrukturprojekte?

  • Könnten einige der Vorschriften vereinfacht oder nach GrĂ¶ĂŸe oder Risiko differenziert werden, ohne ihre Ziele der finanziellen SoliditĂ€t und StabilitĂ€t von Banken zu gefĂ€hrden?

Die Konsultationsfrist endet am 7. Oktober 2015; in den nÀchsten Monaten ist zudem eine öffentliche Anhörung geplant.

AussagegemĂ€ĂŸ hat die EU-Kommission die Leverage Ratio und die LiquiditĂ€tsvorschriften (LCR, NSFR) von der Untersuchung deshalb ausgenommen, weil diese Kennzahlen, mit Ausnahme der LCR, noch nicht eingefĂŒhrt sind. Aber es ist ja gerade das Gesamtpaket, welches die (langfristige) Finanzierung merklich beeinflussen wird. Die Banken können mit ihrer strategischen Neuausrichtung nicht warten, bis bestimmte Anforderungen tatsĂ€chlich in Kraft treten. Vielmehr mĂŒssen sie sich – insbesondere bei langfristigen GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten – frĂŒhzeitig auf kommende regulatorische Vorgaben wie Leverage Ratio und NSFR einstellen.

Den Überblick behalten mit dem PwC-Poster zur CRR !

Die regulatorischen Entwicklungen behalten wir im Blick und haben unser CRR-Poster ĂŒberarbeitet.

Neben redaktionellen Änderungen haben wir auch Angaben zu Themen, die derzeit auf internationaler Ebene im Baseler Ausschuss diskutiert und ĂŒberarbeitet werden, ergĂ€nzt.

Poster2

 

Unser aktuelles Poster in deutscher oder englischer Version können Sie ĂŒber unsere FS-Branchenseiten bestellen.

Weitere Informationen und BeitrÀge zur Umsetzung der CRD IV/CRR und den aktuellen Standards finden Sie laufend in unserem Regulatory Blog und in unserer Rechercheapplikation CIS.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil V

Mit den kĂŒrzlich veröffentlichten Berichtigungen zur CRR und CRD IV wurden die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind, angepasst. Entsprechend wurden auch die Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen“ vom 06.08.2013). Dies gilt fĂŒr mehr als 30 Regulierungs- und DurchfĂŒhrungsstandards. Laufende Informationen ĂŒber die Konsultationen erhalten Sie in unseren EBA updates und im regulatorischen Kalender.

Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  105(14) CRR
  • Anforderungen an die vorsichtige Bewertung von Handelsbuchpositionen
  • EinfĂŒhrung von zwei AnsĂ€tzen, die  bei der Bewertung den dynamischen Charakter der Handelsbuchpositionen berĂŒcksichtigen (simplified approach und core approach)
  • EBA eröffnet am 22.07.2013 eine QIS zu dem vorgeschlagenen RTS

 

  • Draft ITS on the Hypothetical Capital of a Central Counterparty under Articles 50a and 50c of Regulation (EU) No 648/2012 (EMIR) (EBA/CP/2013/29)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art 520 CRR (i.V. mit Art 50a und 50c EMIR)
  • Anforderungen an Reporting (Frequenz, Template) von zentralen Kontrahenten gegenĂŒber Clearing-Mitgliedern und Aufsichtsbehörden
  • Bedingungen, zu denen Aufsichtsbehörden die Reportinganforderungen verschĂ€rfen können.

 

  • Draft RTS on own funds requirements for investment firms based on fixed overheads (EBA/CP/2013/30)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 97(4) CRR
  • Berechnungsmethode fĂŒr die  Anforderung an Wertpapierfirmen, anrechenbare Eigenmittel in Höhe von mindestens einem Viertel der im vorausgegangenen Jahr angefallenen fixen Gemeinkosten vorzuhalten
  • Berechnung der fixen Gemeinkosten

 

  • Draft RTS on close correspondence between the value of an institution’s covered bonds and the value of the institution’s assets relating to the institution’s own credit risk (EBA/CP/2013/31)
Konsultationsfrist:

  • 01. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  33 (4) CRR
  • PrĂ€zisierung, was eine enge Übereinstimmung  zwischen dem Wert der Schuldverschreibungen und dem Wert der Aktiva darstellt
  • Kumulative und Ausschlusskriterien

 

  • Draft RTS on classes of instruments that are appropriate to be used for the purposes of variable remuneration (EBA/CP/2013/32)
Konsultationsfrist:

  • 29. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 94(2) CRD IV
  • Definition der Instrumente, die zusĂ€tzliche variable VergĂŒtungsbestandteile bilden können
  • Festlegung der Anforderungen an Instrumente des Tier 1, Tier 2 etc. zur Anerkennung als VergĂŒtungsbestandteil

 

  • Draft RTS on the definition of materiality thresholds for specific risk in the trading book (EBA/CP/2013/33)
Konsultationsfrist:

  • 15. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  77 CRD IV
  • Definition der Schwellenwerte , ab denen Institute eigen Modelle zur Berechnung des spezifischen Risikos von Schuldinstrumenten im Handelsbuch anwenden können
  • MaterialitĂ€tsschwelle: Netto long & short Positionen > EUR 1 000 000 000
  • Außerdem Portfolio > 100 Positionen, jeweils grĂ¶ĂŸer als EUR 2 500 000

 

  • Draft RTS on on methods for identifying the geographical location of relevant credit exposures (EBA/CP/2013/35)
Konsultationsfrist:

  • 1. November 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  140 (7) CRD IV
  • Zur Berechnung der Quote des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers:  Bestimmung der Methode zur Festlegung des geografischen Ortes der wesentlichen Kreditrisikopositionen

 

  • Consultation on the XBRL Taxonomy related to the EBA final draft ITS on Supervisory Reporting Requirements (EBA/CP/2013/36)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

 

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Das CRD IV-UmsetzungsG ist da!

Nachdem auf europĂ€ischer Ebene das CRD IV Reformpaket, bestehend aus der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) und der Richtlinie 2013/36/EU (CRD IV), bereits am 27. Juni 2013 im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) veröffentlicht wurden, ist am 3. September 2013 auch die deutsche Umsetzung der CRD IV, das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/36/EU ĂŒber den Zugang zur TĂ€tigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und zur Anpassung des Aufsichtsrechts an die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ĂŒber Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (CRD-IV UmsetzungsG) vom 28. August 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Das CRD IV-UmsetzungsG tritt, entsprechend der europĂ€ischen Vorgaben, ĂŒberwiegend am 1. Januar 2014 in Kraft.

Korrespondierend mit den Vorgaben der CRD IV werden mit dem CRD IV-UmsetzungsG insbesondere die neuen Kapitalpuffer sowie die Governance-Anforderungen fĂŒr Vorstand und Aufsichtsrat eingefĂŒhrt. Ferner enthĂ€lt das CRD IV-UmsetzungsG auch die Sanktionsmöglichkeiten der Aufsicht bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die CRR bzw. das Kreditwesengesetz (KWG) in seiner neuen Fassung.

Da die CRR unmittelbar geltendes europĂ€isches Recht ist, werden mit dem CRD IV-UmsetzungsG außerdem die nunmehr durch die CRR geregelten bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften, wie die quantitativen und qualitativen Anforderungen im Hinblick auf die Eigenmittel, die Kapitalanforderungen, die Großkredit- und LiquiditĂ€tsvorschriften, die Anforderungen an den Verschuldungshebel (Leverage) und die Offenlegung durch die Institute aus dem KWG gestrichen..

Das CRD IV-UmsetzungsG kann auf der Seite des Bundesanzeiger abgerufen werden: http://www.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl. sowie in unserer Rechercheapplikation, in der sie alles weitere rund um CRD IV und CRR finden? Zu CIS Infos geht es hier.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil IV

Die Arbeiten an der Umsetzung des CRD IV-Pakets laufen mit Hochdruck weiter: Die ersten finalen RTS & ITS werden in KĂŒrze erwartet.

Konsultationsfrist:

  • 08. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art 354(3) CRR).
  • Identifikation von eng verbundenen WĂ€hrungen, fĂŒr deren Positionen niedrigere Eigenkapitalanforderungen angesetzt werden dĂŒrfen (4%)
  • In Annex 1 Auflistung der eng verbundenen WĂ€hrungen in Bezug auf den EURO und alle WĂ€hrungen innerhalb der EU und zahlreicher anderer WĂ€hrungen
  • JĂ€hrliches update der Liste mit der Möglichkeit in dringenden AusnahmefĂ€llen in kĂŒrzeren Intervallen zu prĂŒfen.

 

Konsultationsfrist:

  • 08. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 344(2) CRR
  • Bei Aktienindex-Terminkontrakten, die an der  Börse gehandelt werden und einen relevanten angemessen breit gestreuten Index haben, wird kein spezifisches (zusĂ€tzliches) Risiko zugeordnet
  • ITS legt die Kriterien fĂŒr eine angemessen breite Streuung der Indices fest (GrĂ¶ĂŸe, geografische Lage, Industriezweige etc.)
  • Auflistung der Aktienindices, die den Anforderungen entsprechen (Annex 1)
  • JĂ€hrliches update der Liste

 

  • Draft RTS on credit valuation adjustment risk for the determination of a proxy spread and the specification of a limited number of smaller portfolios (EBA/CP/2013/24)
Konsultationsfrist:

  • 25. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 383 CRR
  • Bestimmung des proxy spread anhand des institutsinternen Modells
  • Zahl und Umfang der Portfolios, die das Kriterium der begrenzten Anzahl kleinerer Portfolios erfĂŒllen

 

  • Draft RTS on collaboration concerning supervision between home and host Member States specifying the information that competent authorities shall supply to one another (EBA/CP/2013/25)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art  50(6) CRD IV
  • Auflistung der Informationen, die zwischen home/host Aufsichtsbehörden ausgestauscht werden sollen
  • Informationen ĂŒber:  die Leitung, die Verwaltung und die EigentumsverhĂ€ltnisse der Institute, Informationen ĂŒber  LiquiditĂ€t, Solvenz, Einlagensicherheit, Begrenzung von Großkrediten, Verwaltungs- und Rechnungslegungsverfahren, non-compliance, aufsichtliche Maßnahmen und Sanktionen  sowie interne Kontrolle
  • Sofortiger  Informationsaustausch in Stresssituationen bezĂŒglich LiquiditĂ€tssituation und die Analyse der systemischen Auswirkungen von LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen

 

  • Draft ITS on collaboration concerning supervision between home and host Member States in relation to sharing of information (EBA/CP/2013/26)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober 2013

 

Inhalt:

  • Zu Art  50(7) CRD IV
  • Struktur und Einheitlichkeit beim Informationsaustausch zwischen den zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörden
  • Annex 1- sechs Templates fĂŒr den regelmĂ€ĂŸigen Informationsaustausch
  • Annex 2 – Template fĂŒr den Informationsaustausch bei LiquiditĂ€tsengpĂ€ssen (stress situations)

 

  • Draft ITS on the format, structure, contents list and annual publication date of the supervisory information to be disclosed by competent authorities (EBA/CP/2013/27)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

  • Zu Art 143 (3) CRD IV
  • Festlegung von Format, Aufbau, Inhaltverzeichnis und Zeitpunkt der allgemeine Bekanntmachungspflichten der zustĂ€ndigen Behörden
  • Inhaltlich umfassen die Informationen: u.a.  Wortlaut der Rechts- und Verwaltungsvorschriften und allgemeinen Leitlinien, die in ihrem Mitgliedstaat im Bereich der Finanzdienstleistungsaufsicht verabschiedet wurden, die Art und Weise, wie die im Unionsrecht eröffneten Optionen und ErmessensspielrĂ€ume genutzt werden, die allgemeinen Kriterien und Methoden, nach denen sie bei Institute und deren Verfahren ĂŒberprĂŒfen und bewerten
  • aggregierte statistische Daten zu zentralen Aspekten der Umsetzung der aufsichtlichen Rahmenvorschriften
  • Ergriffene Aufsichtsmaßnahmen und verhĂ€ngte Verwaltungssanktionen

Fortsetzung folgt…

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Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen

Kaum sind die lang erwarteten Vorschriften der Capital Requirement Regulation (CRR) und der Capital Requirement Directive (CRD IV) final im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union (Amtsblatt der EU, vom  26. Juni 2013) veröffentlicht worden (dazu auch der Blog- Beitrag: „CRD IV und CRR: Finally final“ vom 27. Juni 2013), folgt schon die erste Korrektur. Sowohl fĂŒr die CRR als auch die CRD IV sind im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union vom 02. August 2013 Berichtigungen veröffentlicht worden (Berichtigung der Richtlinie 2013/36/EU ĂŒber den Zugang zur TĂ€tigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und Berichtigung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 ĂŒber Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, Amtsblatt der EU vom 02.08.2013, L 208/68 und L 208/73).

CRR – KĂŒrzere Fristen

Die Änderungen betreffen vor allem die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind. Entsprechend werden Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen. Dies gilt fĂŒr mehr als 30 Regulierungs- und DurchfĂŒhrungsstandards.

DarĂŒber hinaus gelten fĂŒr nach dem 28. Juni 2013 emittierte Kapitalinstrumente andere Regelungen fĂŒr die Anerkennung als hartes Kernkapital. Weiterhin sind Datenanpassungen bei den Zeitspannen erfolgt. FĂŒr die fĂŒr AbzĂŒge von Posten des harten Kernkapitals, des zusĂ€tzlichen Kernkapitals und des ErgĂ€nzungskapitals anwendbaren ProzentsĂ€tze (Art. 478 CRR) ist nun anstelle  vom 1. Januar 2014 bis 01. Januar 2015 die Zeitspanne vom 01. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 festgeschrieben.

CRD IV – Anwendungsdatum

Die einzigen Berichtigungen der CRD IV gelten dem Anwendungsdatum dieser Vorschriften (Art 162 CRD IV): Das Anwendungsdatum 31. Dezember 2013 wird durch das Datum 01. Januar 2014 ersetzt.

 

Praxiswissen zu den neuen regulatorsichen Anforderungen nach CRR und CRD IV bieten wir Ihnen in unseren Seminaren. AusgewÀhlte Termine finden Sie im regulatorischen Kalender und auf unseren FS-Branchenseiten.

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