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EU Kommission veröffentlicht Entwürfe zu CRD V, CRR II und BRRD – Teil 1: Finalisierung von Basel III

Am Mittwoch, den 23. November 2016, hat die EU Kommission erste Entwürfe der überarbeiteten Fassungen der Capital Requirements Directive (CRD V), Capital Requirements Regulation (CRR II) und der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD) veröffentlicht. Die drei Dokumente bilden die Ausgangsbasis für die sich anschließenden Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat und erlauben einen ersten Ausblick auf die regulatorischen Herausforderungen für die Jahre nach 2017.

Inhaltlich lassen sich die vorgesehenen Änderungen der CRR einerseits nach Themen unterscheiden, die als Finalisierung von Basel III klassifiziert werden können. Dies umfasst z.B. die Einführung einer verbindlichen Mindestquote für die Leverage Ratio und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) oder die Ergänzung der Regelungen für die Sanierung und Abwicklung von Instituten um die Vorgaben zur Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) für global systemrelevante Banken. Darüber hinaus enthalten die Entwürfe andererseits Anpassungen, die inhaltlich dem Thema Basel IV zuzurechnen sind, beispielsweise die Einführung eines Standardverfahrens für Kontrahentenrisiken, die Neufassung der Regelungen für Marktpreisrisiken im Rahmen des Fundamental Review of the Trading Book („FRTB“) oder auch Regelungen für Investmentfonds. Im Vergleich zu bisherigen Umsetzung von Regelungen aus Basel ist zu erkennen, dass dem Thema der Proportionalität deutlich mehr Bedeutung beigemessen wird, um insbesondere den zahlreichen kleineren Instituten in der EU entgegen zu kommen.

Eine Einführung der Regelungen ist nicht vor dem Jahr 2019 zu erwarten. Gleichzeitig enthalten die Vorschläge bereits heute teilweise erhebliche Übergangsregelungen, sodass die vollumfängliche Umsetzung bis weit über das Jahr 2020 hinausgehen wird.

Hinsichtlich der Umsetzung ist zu berücksichtigen, dass wesentliche Sachverhalte von Basel IV wie die Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes, Änderungen im Bereich der IRB-Ansätze und insbesondere die Festlegung eines „Floors“ für die Effekte aus der Anwendung des IRB auf Baseler Ebene bisher noch nicht final verabschiedet sind. Diese Themen sollen nach einer Finalisierung auf Baseler Ebene über einen weiteren Änderungsentwurf der CRR umgesetzt werden, der zeitlich voraussichtlich noch etwas weiter in der Zukunft liegen wird.

Dieser Blog-Beitrag befasst sich mit der Finalisierung der Basel III–Regelungen, die in dem Entwurf der CRR enthalten sind. Weitere Teile, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden, richten den Fokus auf die Themen Sanierung und Abwicklung sowie Basel IV.

1. Feste Vorgabe einer Net Stable Funding Ratio (NSFR)

Neben der kurzfristigen Liquiditätsdeckungsquote („LCR“) stellt die Einführung einer langfristigen Verschuldungsquote „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ die zweite wesentliche Komponente der im Rahmen von Basel III auf Baseler Ebene eingeführten Liquiditätsvorschriften dar. Im Gegensatz zu Basel enthält die aktuelle CRR lediglich die Vorgabe, einzelne Positionen zu ermitteln und zu melden, ohne konkrete Quoten vorzugeben (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „Liquiditätsmeldewesen im Wandel – Teil 2: Finales Papier des Baseler Ausschusses zur Net Stable Funding Ratio“ vom 05. November 2015). Der Entwurf der CRR II enthält einen neuen Abschnitt in Teil sechs (Liquidität), der die Einführung einer verbindlichen Mindestquote im Bereich der NSFR vorsieht. Im direkten Vergleich mit den Baseler Vorschriften ergeben sich keine wesentlichen Unterschiede.

Die NSFR errechnet sich als Verhältnis der verfügbaren stabilen Refinanzierung (available stable funding, ASF) zu der benötigten stabilen Refinanzierung (required stable funding, RSF). Neben diesen grundsätzlichen Vorgaben enthält die CRR II Anforderungen an die genaue Ermittlung von ASF und RSF.

2. Leverage Ratio von 3%

Die im Rahmen von Basel bereits festgelegte Mindest-Verschuldungsquote in Höhe von 3 % wird auch in der überarbeiteten CRR in gleicher Höhe von 3% übernommen. Ein zusätzlicher Aufschlag für global systemrelevante Banken ist, auch auf Baseler Ebene, noch in Diskussion. Zudem sind die zuständigen Aufsichtsbehörden für die Beaufsichtigung der Grundsätze und Prozesse der Institute zur Steuerung der Verschuldung verantwortlich und können auf dieser Basis zusätzliche Aufschläge auf die Leverage Ratio festlegen.

Analog zu den Baseler Vorgaben werden derivative Geschäfte über einen leicht abgewandelten Standardansatz für Kontrahentenrisiken (SA-CCR) abgebildet. Die Änderungen beziehen sich auf Einschränkungen bei der Berücksichtigung von Sicherheiten. Es ist somit erforderlich, dass Banken den SA-CCR – zumindest in Komponenten – für die Zwecke der Leverage Ratio noch einmal parallel berechnen.

Im Rahmen der aktuellen CRR wurde bereits darauf hingewiesen, dass den Auswirkungen einer Verschuldungsquote auf Geschäftsmodelle von Banken mit anscheinend geringerem Risiko besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Um bestimmte negative Auswirkungen zu vermeiden, sieht die CRR II vor, öffentliche Förderkredite von Förderbanken, Durchleitungsdarlehen und öffentlich garantierte Exportkredite unter bestimmten Bedingungen von der Berücksichtigung in der Leverage Ratio-Berechnung auszunehmen.

Weitere Änderungen der CRR beinhalten Themen, die auch Gegenstand des Baseler Konsultationspapiers zur LeverageRatio (BCBS 365) sind (dazu unser Regulatory Blog Beitrag: „Baseler Papier zur Überarbeitung der Regelungen für die Leverage Ratio“ vom 13. April 2016).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass auch im Bereich der Leverage Ratio noch weiterer Umsetzungsbedarf besteht. Darüber hinaus stellt Einhaltung einer Leverage Ratio von 3 % für viele Banken eine Herausforderung dar und führt dazu, dass die Leverage Ratio als ein weiterer KPI in die Gesamtbanksteuerung aufzunehmen ist.

3. Weitere Änderungen

Privilegierung von Forderungen

Während die aktuellen Regelungen aus Basel keine gesonderte Behandlung für Forderungen an kleinere und mittlere Unternehmen („KMU“) vorsehen, wurde in der CRR ein so genannter „KMU-Faktor“ in Höhe von 0,7619 eingeführt. Die im Rahmen des KSA oder IRB ermittelten Eigenkapitalanforderungen für KMU werden mit diesem Faktor multipliziert, um die in der CRR damals neu eingeführten Kapitalpuffer – zumindest teilweise – zu kompensieren. Die Verwendung des Faktors ist allerdings auf KMU eingeschränkt und betraglich auf ein Gesamtexposure gegenüber dem KMU in Höhe von EUR 1,5 Mio beschränkt. Auf Baseler Ebene ist aktuell im Rahmen der Neufassung des Kreditrisiko-Standardansatzes erstmalig eine Privilegierung von Forderungen an KMU über eine Anrechnung in Höhe von 85 % vorgesehen, diese soll allerdings ohne betragliche Begrenzung erfolgen.

Der Entwurf für die neue CRR sieht nach wie vor für Kredite mit einem Gesamtvolumen bis zu 1,5 Mio EUR einen SMESupporting Factor in Höhe von 76,12% vor. Die leichte Verringerung des Faktors gegenüber dem heutigen Stand ist vermutlich nicht durch die Kommission beabsichtigt. Darüber hinausgehende Beträge werden wie folgt privilegiert:

  • Positionen von bis zu 1,5 Mio EUR an risikogewichteten Aktiva (RWA) erhalten weiterhin den supporting factor in Höhe von 76,12%
  • Ein hierüber hinausgehender Anteil einer Forderung erhält einen supporting factor von 85%.

In der Anpassung dieses Faktors ist bereits eine Berücksichtigung von „voraussichtlichen“ Anpassungen des Kreditirisko-Standardansatzes in Basel zu sehen. Es wird somit nicht zu einer „doppelten Berücksichtigung“ des KMU-Faktors kommen, sondern zu einer Erweiterung der bisherigen Regelungen um das „Element aus Basel IV“ für Beträge ab EUR 1,5 Mio EUR RWA. Im Vergleich zu den Baseler Vorgaben sind die Regelungen auf der Ebene der CRR somit sowohl materiell (teilweise 76,12 % statt 85 %) als auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches (KSA und IRB statt nur KSA) vorteilhafter als Basel.

Neben der Ausweitung des KMU-Faktors enthält der Entwurf für die CRR eine weitere Form der Privilegierung, zu der es keine direkte Vorgabe aus Basel gibt. Für bestimmte Positionen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und anderen öffentlichen Vorhaben wird es ohne betragliche Begrenzung einen weiteren „supporting factor“ in Höhe von 75% geben, der sowohl für KSA als auch für IRB-Positionen anwendbar ist. Unter die Privilegierung fallen Finanzierungen, die die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Die Positionen sind den Forderungsklassen Unternehmen oder Spezialfinanzierungen zuzuordnen und nicht ausgefallen
  • Bestimmte Anforderungen ähnlich den Vorgaben für Spezialfinanzierungen, aber angepasst auf öffentliche Aufträge, werden erfüllt
  • Die vertraglichen Vereinbarungen stellen Einflussrechte des Kreditgebers sowie die Kreditqualität sicher
  • Anforderungen an die Qualität und das Risikomanagement des Projekts, seine Entwicklung und die operationelle Phase sind erfüllt
  • Zudem sieht die CRR II spezifische Kriterien für den Typ des Objekts und die erzeugten Zahlungsströme vor

Aufsichtsrechtliches Meldewesen

Für kleinere Institute sind im Rahmen des Entwurfs der CRR im aufsichtsrechtlichen Meldewesen nach Art. 99 Erleichterungen hinsichtlich der Meldeintervalle vorgesehen. Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1,5 Mrd. EUR müssen einige COREP- und FINREP-Meldungen nur noch jährlich einreichen. Darüber hinaus wird die EBA beauftragt, bis zum 31.12.2019 im Rahmen eines Reports an die EU-Kommission die Kosten für die Implementierung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben bei den Banken zu ermitteln. Weiterhin werden durch die CRD V bestimmte Institute, die von EU Mitgliedsländern gegründet wurden und die der Finanzierung öffentlicher Aufgaben dienen, unter bestimmten Bedingungen vom Anwendungsbereich ausgenommen. Hierbei wird unter anderem auf die Bilanzsumme abgestellt. Insoweit fallen Institute, die von der EZB beaufsichtigt werden (SSM-Banken) nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Offenlegungsvorschriften

Im Bereich der Offenlegungsvorschriften lässt sich ebenfalls das von der Kommission verfolgte Proportionalitätsprinzip gut erkennen. In Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Institute wird der Umfang und die Frequenz der Offenlegung angepasst werden. Hierzu werden Institute in drei Klassen unterteilt (große, kleine und andere Institute). Für diese Klassen kommen jeweils unterschiedliche Offenlegungsumfänge und -frequenzen zur Anwendung. Darüber hinaus wurden in Bezug auf die vorzunehmenden inhaltlichen Angaben weitere Präzisierungen und Angleichungen an die Baseler Vorschriften vorgenommen. (dazu auch Regulatory Blog Beitrag: „EBA Entwurf zu den Leitlinien für die Offenlegung unter Teil 8 der CRR“ vom 12. August 2016).

IFRS 9

Aufgrund der Einführung von IFRS 9 ist davon auszugehen, dass sich insbesondere in Bezug auf den Umfang der zu bildenden Risikovorsorge gegebenenfalls Änderungen erhebliche Änderungen geben wird, die sich auch auf die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten auswirken werden. (dazu auch unser Regulatory Blog Beitrag: „An der Schnittstelle zwischen IFRS 9 und Aufsichtsrecht“ vom 06. September 2016).

In dem Entwurf der CRR II sind erste Ansätze zu finden, um gegebenenfalls entstehende „Kliff-Effekte“ aufgrund plötzlich gestiegener Rückstellungen zu vermeiden. Es ist vorgesehen, die Unterschiede zwischen dem 12-Monats Expected Loss (regulatorische Berechnung) und der bilanziellen Risikovorsorge auf Basis des Expected Loss over Lifetime über eine Rückrechnung zu kompensieren, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren jeweils verringert und letztendlich (analog zu den phase-in-Regelungen im Bereich der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel) auslaufen zu lassen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fehlen allerdings noch Hinweise, wie diese Berechnungen für Institute vorzunehmen sind, die den Kreditrisiko-Standardansatz nutzen und somit aufsichtsrechtlich keine PD bzw. EL-Werte ermitteln oder einen Wertberichtigungsvergleich durchführen.

Investment Firms und Finanzholdinggesellschaften

In Bezug auf die Behandlung von Investment Firms unterscheidet die CRR II zwischen systemrelevanten und nicht systemrelevanten Investment Firms. Während systemrelevante Investment Firms die CRR II gelten soll ist vorgesehen, dass für nicht systemrelevante Investment Firms bis Ende 2017 separate verbindliche Vorgaben für die Beaufsichtigung zu erlassen sind. Bis dahin gilt für diese die CRR in ihrer aktuellen Fassung. Auch in diesem Regelungspunkt lässt sich somit in gewissem Umfang ein Proportionalitätsprinzip erkennen.

Für (gemischte) Finanzholdinggesellschaften sind ebenfalls Änderungen hinsichtlich der Beaufsichtigung vorgesehen. Aktuell unterliegen diese Gesellschaften lediglich einer Beaufsichtigung im Rahmen der Konsolidierung, wenn sie Muttergesellschaften von CRR Instituten sind. Zukünftig ist vorgesehen, diese auch direkt zu beaufsichtigen und ihnen auch eine direkte Verantwortlichkeit für die Einhaltung der Anforderungen auf Gruppenebene zu übertragen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den EU Vorschlägen finden Sie demnächst im Regulatory Blog.

Haben Sie Fragen zu einzelnen Themen ? Hier finden Sie unsere Ansprechpartner.

Die Aufzeichnung unseres Webcasts rund um CRR II und CRD IV: „Finalisierung von Basel III und 50 % Basel IV” im Rahmen des Basel IV-Channels können Sie auf Youtube unter pwc.baselIVchannel ansehen.

EU Kommission veröffentlicht ersten Entwurf zu Basel IV

Die EU Kommission hat am Mittwoch, den 23. November 2016, den ersten Entwurf für eine Überarbeitung bankaufsichtsrechtlicher Regelungen zu den Themen Kapitalanforderungen (Proposal amending Directive 2013/36/EU (COM(2016) 854 final) und Proposal amending Regulation (EU) No 575/2013 ( COM(2016) 850 final ), „CRD V“ und „CRR II“) sowie Sanierung und Abwicklung (Proposal amending Directive 2014/59/EU as regards the ranking of unsecured debt instruments in insolvency hierarchy (COM(2016) 853 final) und Proposal amending Directive 2014/59/EU on loss absorption and recapitalisation capacity of credit institutions and investment firms (COM(2016) 852 final), „BRRD“) veröffentlicht.

Die Entwürfe, die Grundlage für Verhandlungen mit dem EU Parlament und dem Rat sind, enthalten sowohl die Finalisierung bestehender Vorgaben, die als Basel III bezeichnet werden, als auch bereits Teile der anstehenden „Basel IV“ Reformen. Im Rahmen der Basel III Vorgaben werden eine verbindliche Obergrenze für die Verschuldung der Institute („Leverage Ratio“) in Höhe von 3% eingeführt sowie eine verbindliche Kennziffer zur Sicherstellung der fristenkongruenten Refinanzierung von Banken (NSFR), die beide in 2019 in Kraft treten sollen.

In Bezug auf Basel IV übernimmt die EU eine Vielzahl neuer Regelungen, unter anderem zur Messung und Begrenzung der Risiken aus Derivaten und Marktpreisrisiken aus der Handelstätigkeit von Banken. Darüber hinaus sind in der CRR Anpassungen durch die Vorgaben zur Begrenzung der Risiken für die Steuerzahler im Fall von Bankenkrisen („bail-in“) vorgesehen.

Die neuen Regelungen führen dazu, dass Banken wesentlich mehr Eigenkapital für riskante Geschäfte vorhalten müssen und sich mit großen Herausforderungen bei der Umsetzung der komplexen Regelwerke konfrontiert sehen werden“, so Martin Neisen, Partner und Leiter der globalen Basel IV Initiative bei PwC. Das Inkrafttreten ist für die Jahre nach 2019 vorgesehen. Ergänzt werden die Neuregelungen durch zahlreiche Ausnahmen, die insbesondere für kleinere Banken zu einer adäquaten, weil proportionalen, Beaufsichtigung führen sollen.

Offensichtlich haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass komplexe Neuregelungen nur in Zusammenhang mit einer Erhöhung der Proportionalität eingeführt werden können“, bestätigt Martin Neisen.

Trotz der Übernahme der ersten Basel IV Regelungen auf EU-Ebene scheinen die Verhandlungen über Basel IV auf internationaler Ebene nicht wie geplant voranzuschreiten. Gemäß dem bislang kommunizierten Zeitplan hätte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht bis Ende dieses Jahres die Arbeiten an dem Reformpaket abschließen müssen. Nach neuesten Informationen scheint die EU das Verhandlungsergebnis aber nur anerkennen zu wollen, wenn sichergestellt ist, dass auch die USA unter der neu gewählten Regierung unter Donald Trump die Regelungen umsetzen werden. Aufgrund der weithin bestehenden Erwartung, dass die Regelungen Banken in der EU empfindlicher treffen werden, als ihre Wettbewerber jenseits des Atlantiks, möchte die EU anscheinend keinesfalls eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn nicht sichergestellt ist, dass auch andere Länder wie die USA die gleichen Regelungen einführen.

Es ist bemerkenswert, dass die EU hiermit Teile des Basel IV Regelwerks in Europa umsetzen will, obwohl die entsprechenden Verhandlungen auf Ebene des Baseler Ausschusses noch nicht abgeschlossen sind“, so Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PwC.

Weitere Details zu den Inhalten der Überarbeitung folgen in Kürze.

EBA-Leitlinie zur Begrenzung von Forderungen an Schattenbanken

Am 14. Dezember 2015 hat die EBA die finale Leitlinie zur Limitierung von Forderungen an Schattenbanken veröffentlicht. Als Schattenbanken werden in diesem Zusammenhang Unternehmen bezeichnet, die bankähnliche Geschäfte betreiben, jedoch keiner vergleichbaren Beaufsichtigung unterliegen. Die EBA sieht aufgrund der fehlenden Regulierung die Gefahr, dass ein Anreiz zur Verlagerung von regulierten Aktivitäten auf Schattenbanken geschaffen werden könnte. Für Schattenbanken werden daneben ein unzureichender Investorenschutz, exzessive Verschuldungsmöglichkeiten und ein fehlender Zugang zu Zentralbankliquidität im Krisenfall als besondere Risiken gesehen. Durch die potentiell starke Verknüpfung von Schattenbanken könnten sich in der Folge Ansteckungseffekte auf den regulierten Finanzsektor ergeben.

Die EBA-Leitlinie enthält jedoch keine direkten Vorgaben für Schattenbanken. Vielmehr soll der bereits regulierte Finanzsektor durch die Schaffung von internen Management und Überwachungsprozessen und die Einführung von spezifischen Obergrenzen gegenüber Schattenbanken in seinen Aktivitäten mit dem Schattenbanksektor eingeschränkt werden. Grundlage hierfür ist das EBA-Mandat gem. Art. 395 Abs. 2 CRR im Zusammenhang mit den bestehenden allgemeinen Großkreditvorschriften.

Vorbehaltlich der formalen Übernahme der Leitlinie durch die nationalen Behörden (comply-or-explain Verfahren), ist ein Inkrafttreten der Regelungen für den 1. Januar 2017 vorgesehen.

Definition der relevanten Forderungen und des Schattenbankunternehmens

Als relevante Forderungen an Schattenbanken werden sämtliche Engagements definiert, die – nach Kreditrisikominderung und der Anwendung von Ausnahmeregeln für Großkredite – 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel des Institutes gemäß Art. 4 Abs. 1 Nr. 71 CRR übersteigen. Die zusätzlich eingeführte Wesentlichkeitsgrenze von 0,25% der anrechenbaren Eigenmittel soll einen übermäßigen Aufwand bei der Identifizierung von Forderungen an Schattenbanken verhindern, zumal eine im Zuge der Konsultationsphase durchgeführte Datenauswertung der EBA zeigte, dass rund 97% aller Forderungen unterhalb dieses Schwellenwerts liegen.

Eine Herausforderung dürfte hingegen in der Operationalisierung der Definition von Schattenbankunternehmen liegen. Die EBA stellt keinen abschließenden Katalog der relevanten Unternehmen oder Rechtsformen zur Verfügung, sondern sieht eine zweistufige Ableitung von Schattenbankunternehmen vor.

Stufe 1: Tätigkeiten des Unternehmens, wenn diese Fristentransformation, Liquiditätstransformation, Verschuldung und Kreditrisikotransfers begründen.

Als konkrete Finanzdienstleistungen definiert die Leitlinie mindestens die folgenden Tätigkeitsbereiche als Schattenbankaktivitäten (vgl. auch Anhang I CRD IV):

  • Einlagengeschäft, Kreditgeschäft, Finanzierungsleasing, Bürgschaften und Kreditzusagen, Handelsgeschäfte auf eigene oder fremde Rechnung, Teilnahme an Wertpapieremissionen und Geldmaklergeschäfte

Stufe 2: Unternehmen die den Status „excluded undertakings“ erhalten und damit nicht als Schattenbanken einzustufen sind:

  • Unternehmen, die einer konsolidierten Aufsicht unterliegen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Kreditinstitute (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Wertpapierfirmen (EU oder gleichwertige Drittstaaten)
  • Nationalbanken, Staaten und bestimmte öffentliche Stellen
  • Beaufsichtigte oder unbedeutende Versicherungsunternehmen
  • Einrichtungen für betriebliche Altersvorsorge
  • Beaufsichtigte Fonds (OGAW)
  • Zentrale Kontrahenten
  • E-Geld Emittenten und Zahlungsinstitute
  • Unternehmen, die i.W. gruppeninterne Geschäfte betreiben
  • Abwicklungsbehörden oder Unternehmen, die im Zuge einer Bankenabwicklung gegründet werden

Im Ergebnis fallen also sämtliche Unternehmen, die in Stufe 1 genannten. Schattenbankaktivitäten ausüben und nicht explizit unter den „excluded undertakings“ aufgeführt sind, in den Anwendungsbereich der Leitlinie.

Ergänzend nennt die EBA einige konkrete Beispiele, in denen sie den Schattenbankentatbestand per se als erfüllt ansieht. Zum einen sind das alle Zweckgesellschaften (SPEs und SPVs), die nicht in die bankaufsichtliche Überwachung auf konsolidierter Ebene einbezogen sind.

Zum anderen sollen auch grundsätzlich alle Geldmarktfonds aufgrund der hohen Volumina als Schattenbank im Sinne der EBA-Leitlinie eingestuft werden – unabhängig davon, ob diese als OGAW-konform regulierte Fonds gelten oder nicht. Auch die weniger strikt regulierten Alternative Investmentfonds (AIF) sind gem. EBA nur in Ausnahmefällen nicht als Schattenbanken einzustufen.

Anforderungen an interne Prozesse und das Management

Die Leitlinie fordert insgesamt eine intensive Befassung der Institute mit der Identifizierung, Steuerung und Überwachung von Engagements gegenüber Schattenbanken. Dazu werden insbesondere folgende qualitative Anforderungen an die internen Prozesse und erforderlichen Kontrollmechanismen gestellt:

  • Identifikation der Forderungen an Schattenbanken sowie der damit verbundenen Risiken
  • Aufsetzen eines internen Risikomanagementrahmenwerkes zur Identifizierung, Steuerung, Kontrolle und Begrenzung von Risiken aus dem Schattenbankensektor
  • Berücksichtigung der identifizierten Risiken im ICAAP und Kapitalplanungsprozess
  • Festlegung von internen Risikolimits und Entwicklung eines Notfallkonzepts bei Überschreitungen der Limits
  • Aufsetzen von Prozessen zur Erkennung von Abhängigkeiten zwischen einzelnen Schattenbankunternehmen und Bestimmung von Maßnahmen für Fälle, in denen Abhängigkeiten nicht erkannt werden können

Neben diesen prozessualen Anforderungen wird die Verantwortung des Managements herausgestellt. Es wird erwartet, dass sich das Management aktiv mit der Einhaltung, Aktualität und Dokumentation der definierten Risikolimite und den bestehenden Risikomanagementprozessen auseinandersetzt und sich regelmäßig über das bestehende Engagement in Schattenbanken und den beobachteten und erwarteten Verluste informiert.

Bestimmung der Limite im “Principal Approach“

Der sog. Principal Approach sieht vor, dass Institute neben einem Gesamtlimit gegenüber sämtlichen Schattenbanken auch individuelle Einzellimits festlegen sollen.

Definition eines Gesamtlimits

Jedes Institut hat ein institutsindividuelles Gesamtlimit für alle Exposures an Schattenbanken zu definieren. Das Gesamtlimit soll sich zum einen an der Risikostrategie des Institutes orientieren. Zum anderen soll es berücksichtigen, welchen Anteil Geschäfte mit Schattenbanken am Gesamtexposure ausmachen und wie stark die Verknüpfungen zwischen einzelnen Schattenbanken und dem Institut sind. Eine konkrete Angabe über die Bestimmung der Höhe des Gesamtlimits nennt die EBA nicht.

Definition von Einzellimits

Bereits im ersten Entwurf der Leitlinie hatte die EBA für die Definition von Einzellimits den ‘Principal Approach‘ eingeführt. Der Ansatz sieht vor, dass – zusätzlich zum Gesamtlimit für sämtliche Forderungen an Schattenbanken – für jede Schattenbank ein Einzellimit festgelegt werden muss. Dieses Limit muss nicht zwingend unter der bestehenden Großkreditgrenze von 25% liegen. Die EBA betont aber, dass dem Aspekt Konzentrationsrisiken eine hohe Bedeutung im SREP beigemessen wird.

Die folgenden Informationen zur einzelnen Schattenbank sollen die Höhe des jeweiligen Einzellimits bestimmen:

  • Grad der Beaufsichtigung der Schattenbank
  • Finanzinformationen, u.a. Kapitalausstattung, Verschuldungsgrad und Liquiditätssituation
  • Portfolio, insbesondere Non-performing loans
  •  Einschätzung der Angemessenheit der Kreditprozesse
  • Anfälligkeit bzgl. Asset Price- und Kreditvolatität
  • Verhältnis der Schattenbankaktivitäten zu anderen Geschäften
  • Verknüpfung zu anderen Schattenbankeinheiten
  • weitere Kriterien

Das Festlegen der Einzellimits verlangt von den Instituten somit ein hohes Maß an verlässlichen und aktuellen Informationen über die Schattenbankunternehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch die Schattenbankunternehmen selbst künftig hohe Transparenzanforderungen erfüllen müssen, um den regulierten Finanzsektor in die Lage zu versetzen, die Anforderung für die Bestimmung von Einzellimits zu erfüllen.

Der „Fallback Approach“

Sollte der Principal Approach nicht auf alle Forderungen anwendbar sein – bspw. weil die im Principal Approach geforderten Informationen nicht vorliegen (sog. intransparente Exposure) – sieht die Leitlinie mit dem Fallback Approach eine konservative Rückfalllösung vor.

Sofern die grundsätzlichen Anforderungen an die interne Prozesse erfüllt werden, sind alle intransparenten Schattenbankexposures einem fiktiven Sammel-Kreditnehmer mit einem Gesamtlimit in Höhe der Großkreditobergrenze von 25% der anrechenbaren Eigenmittel zuzuordnen – vergleichbar mit dem Konzept des „unbekannten Kunden“ im bestehenden Großkreditregime. Transparente Schattenbankexposures können daneben weiterhin nach den Vorgaben des Principal Approach einzeln limitiert werden.

Die finale Leitlinie enthält hier eine Erleichterung im Vergleich zur Entwurfsfassung. Dort diskutierte die EBA zunächst auch, dass bereits bei einem einzigen intransparenten Kontrahenten alle Schattenbanken als ein Sammel-Kreditnehmer zu betrachten wären. Dieses Vorgehen ist nach den Vorgaben der finalen Leitlinie nur noch dann anzuwenden, wenn das Institut nicht in der Lage ist, die grundsätzlichen Anforderungen an die internen Prozesse und das Risikomanagement zu erfüllen.

Fazit

Für Banken gilt es nun in erster Linie, die Leitlinie der EBA, beginnend bei der Umsetzung der Definition von Schattenbanken, weiter zu operationalisieren. Zudem sind die Anwendungsmöglichkeiten des Principal Approach zu untersuchen. Hierbei ist auch zu diskutieren, anhand welcher Kriterien Einzellimite bestimmt und welche Limite für einzelne Schattenbankunternehmen als angemessen erachtet werden könnten. Die potenziellen Auswirkungen von ggf. unterhalb der Großkreditobergrenze liegenden Limiten – speziell im Bereich von Fondsinvestments und Verbriefungen – sind zu analysieren.

Banken müssen ohne eine ausreichende Informationslage den Fallback Approach anwenden. Das könnte die Investments in Schattenbankunternehmen beschränken. Insoweit wird auch Druck auf die Schattenbanken ausgeübt, selbst transparenter zu werden.

Um den qualitativen Kriterien der EBA bzgl. der internen Prozesse und Kontrollen gerecht zu werden, ist ggf. eine Erweiterung der Risikomanagementrahmenwerke einschließlich der Risikostrategie, der internen Limitsysteme und des internen Reportings erforderlich. Darüber hinaus sind ICAAP und Kapitalplanungsprozesse dahingehend anzupassen, dass die spezifischen Risiken aus dem Schattenbankensektor ausreichend berücksichtigt sind.

Mögliche Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken

Am 15. Juli 2015 hat die EU-Kommission eine Konsultation zu den „möglichen Auswirkungen von CRR und CRD IV auf die Finanzierung der Wirtschaft durch Banken“ gestartet.

Damit will die Kommission ein besseres Verständnis darüber erlangen, wie sich die strengeren Kapitalanforderungen aus der CRR, ohne Berücksichtigung von Leverage Ratio und Liquidität, auf die Kreditvergabe durch die Banken ausgewirkt haben. Im Vordergrund stehen die Auswirkungen auf die Finanzierungen an SME’s sowie die Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Die Untersuchung basiert auf den Vorgaben der Art. 501, 505 und 516 CRR.

Die Konsultation umfasst Fragen zu folgenden Sachverhalten:

  • Inwiefern haben CRR und CRD IV die Höhe des von den Banken gehaltenen Eigenkapitals beeinflusst?

  • Sind sämtliche neuen Anforderungen unter allen Umständen den Risiken angemessen, für die sie eigentlich Abhilfe schaffen sollten?

  • Welche Auswirkungen haben die Regeln auf die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen und für Infrastrukturprojekte?

  • Könnten einige der Vorschriften vereinfacht oder nach Größe oder Risiko differenziert werden, ohne ihre Ziele der finanziellen Solidität und Stabilität von Banken zu gefährden?

Die Konsultationsfrist endet am 7. Oktober 2015; in den nächsten Monaten ist zudem eine öffentliche Anhörung geplant.

Aussagegemäß hat die EU-Kommission die Leverage Ratio und die Liquiditätsvorschriften (LCR, NSFR) von der Untersuchung deshalb ausgenommen, weil diese Kennzahlen, mit Ausnahme der LCR, noch nicht eingeführt sind. Aber es ist ja gerade das Gesamtpaket, welches die (langfristige) Finanzierung merklich beeinflussen wird. Die Banken können mit ihrer strategischen Neuausrichtung nicht warten, bis bestimmte Anforderungen tatsächlich in Kraft treten. Vielmehr müssen sie sich – insbesondere bei langfristigen Geschäftsaktivitäten – frühzeitig auf kommende regulatorische Vorgaben wie Leverage Ratio und NSFR einstellen.

Den Überblick behalten mit dem PwC-Poster zur CRR !

Die regulatorischen Entwicklungen behalten wir im Blick und haben unser CRR-Poster überarbeitet.

Neben redaktionellen Änderungen haben wir auch Angaben zu Themen, die derzeit auf internationaler Ebene im Baseler Ausschuss diskutiert und überarbeitet werden, ergänzt.

Poster2

 

Unser aktuelles Poster in deutscher oder englischer Version können Sie über unsere FS-Branchenseiten bestellen.

Weitere Informationen und Beiträge zur Umsetzung der CRD IV/CRR und den aktuellen Standards finden Sie laufend in unserem Regulatory Blog und in unserer Rechercheapplikation CIS.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil V

Mit den kürzlich veröffentlichten Berichtigungen zur CRR und CRD IV wurden die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind, angepasst. Entsprechend wurden auch die Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen (vgl. dazu Blog-Beitrag: „Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen“ vom 06.08.2013). Dies gilt für mehr als 30 Regulierungs- und Durchführungsstandards. Laufende Informationen über die Konsultationen erhalten Sie in unseren EBA updates und im regulatorischen Kalender.

Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  105(14) CRR
  • Anforderungen an die vorsichtige Bewertung von Handelsbuchpositionen
  • Einführung von zwei Ansätzen, die  bei der Bewertung den dynamischen Charakter der Handelsbuchpositionen berücksichtigen (simplified approach und core approach)
  • EBA eröffnet am 22.07.2013 eine QIS zu dem vorgeschlagenen RTS

 

  • Draft ITS on the Hypothetical Capital of a Central Counterparty under Articles 50a and 50c of Regulation (EU) No 648/2012 (EMIR) (EBA/CP/2013/29)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art 520 CRR (i.V. mit Art 50a und 50c EMIR)
  • Anforderungen an Reporting (Frequenz, Template) von zentralen Kontrahenten gegenüber Clearing-Mitgliedern und Aufsichtsbehörden
  • Bedingungen, zu denen Aufsichtsbehörden die Reportinganforderungen verschärfen können.

 

  • Draft RTS on own funds requirements for investment firms based on fixed overheads (EBA/CP/2013/30)
Konsultationsfrist:

  • 30. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 97(4) CRR
  • Berechnungsmethode für die  Anforderung an Wertpapierfirmen, anrechenbare Eigenmittel in Höhe von mindestens einem Viertel der im vorausgegangenen Jahr angefallenen fixen Gemeinkosten vorzuhalten
  • Berechnung der fixen Gemeinkosten

 

  • Draft RTS on close correspondence between the value of an institution’s covered bonds and the value of the institution’s assets relating to the institution’s own credit risk (EBA/CP/2013/31)
Konsultationsfrist:

  • 01. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  33 (4) CRR
  • Präzisierung, was eine enge Übereinstimmung  zwischen dem Wert der Schuldverschreibungen und dem Wert der Aktiva darstellt
  • Kumulative und Ausschlusskriterien

 

  • Draft RTS on classes of instruments that are appropriate to be used for the purposes of variable remuneration (EBA/CP/2013/32)
Konsultationsfrist:

  • 29. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 94(2) CRD IV
  • Definition der Instrumente, die zusätzliche variable Vergütungsbestandteile bilden können
  • Festlegung der Anforderungen an Instrumente des Tier 1, Tier 2 etc. zur Anerkennung als Vergütungsbestandteil

 

  • Draft RTS on the definition of materiality thresholds for specific risk in the trading book (EBA/CP/2013/33)
Konsultationsfrist:

  • 15. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art.  77 CRD IV
  • Definition der Schwellenwerte , ab denen Institute eigen Modelle zur Berechnung des spezifischen Risikos von Schuldinstrumenten im Handelsbuch anwenden können
  • Materialitätsschwelle: Netto long & short Positionen > EUR 1 000 000 000
  • Außerdem Portfolio > 100 Positionen, jeweils größer als EUR 2 500 000

 

  • Draft RTS on on methods for identifying the geographical location of relevant credit exposures (EBA/CP/2013/35)
Konsultationsfrist:

  • 1. November 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  140 (7) CRD IV
  • Zur Berechnung der Quote des institutsspezifischen antizyklischen Kapitalpuffers:  Bestimmung der Methode zur Festlegung des geografischen Ortes der wesentlichen Kreditrisikopositionen

 

  • Consultation on the XBRL Taxonomy related to the EBA final draft ITS on Supervisory Reporting Requirements (EBA/CP/2013/36)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

 

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

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Das CRD IV-UmsetzungsG ist da!

Nachdem auf europäischer Ebene das CRD IV Reformpaket, bestehend aus der EU-Verordnung 575/2013 (CRR) und der Richtlinie 2013/36/EU (CRD IV), bereits am 27. Juni 2013 im Amtsblatt der Europäischen Union (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) veröffentlicht wurden, ist am 3. September 2013 auch die deutsche Umsetzung der CRD IV, das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und zur Anpassung des Aufsichtsrechts an die Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (CRD-IV UmsetzungsG) vom 28. August 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Das CRD IV-UmsetzungsG tritt, entsprechend der europäischen Vorgaben, überwiegend am 1. Januar 2014 in Kraft.

Korrespondierend mit den Vorgaben der CRD IV werden mit dem CRD IV-UmsetzungsG insbesondere die neuen Kapitalpuffer sowie die Governance-Anforderungen für Vorstand und Aufsichtsrat eingeführt. Ferner enthält das CRD IV-UmsetzungsG auch die Sanktionsmöglichkeiten der Aufsicht bei Verstößen gegen die CRR bzw. das Kreditwesengesetz (KWG) in seiner neuen Fassung.

Da die CRR unmittelbar geltendes europäisches Recht ist, werden mit dem CRD IV-UmsetzungsG außerdem die nunmehr durch die CRR geregelten bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften, wie die quantitativen und qualitativen Anforderungen im Hinblick auf die Eigenmittel, die Kapitalanforderungen, die Großkredit- und Liquiditätsvorschriften, die Anforderungen an den Verschuldungshebel (Leverage) und die Offenlegung durch die Institute aus dem KWG gestrichen..

Das CRD IV-UmsetzungsG kann auf der Seite des Bundesanzeiger abgerufen werden: http://www.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl. sowie in unserer Rechercheapplikation, in der sie alles weitere rund um CRD IV und CRR finden? Zu CIS Infos geht es hier.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil IV

Die Arbeiten an der Umsetzung des CRD IV-Pakets laufen mit Hochdruck weiter: Die ersten finalen RTS & ITS werden in Kürze erwartet.

Konsultationsfrist:

  • 08. September  2013
Inhalt:

  • Zu Art 354(3) CRR).
  • Identifikation von eng verbundenen Währungen, für deren Positionen niedrigere Eigenkapitalanforderungen angesetzt werden dürfen (4%)
  • In Annex 1 Auflistung der eng verbundenen Währungen in Bezug auf den EURO und alle Währungen innerhalb der EU und zahlreicher anderer Währungen
  • Jährliches update der Liste mit der Möglichkeit in dringenden Ausnahmefällen in kürzeren Intervallen zu prüfen.

 

Konsultationsfrist:

  • 08. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 344(2) CRR
  • Bei Aktienindex-Terminkontrakten, die an der  Börse gehandelt werden und einen relevanten angemessen breit gestreuten Index haben, wird kein spezifisches (zusätzliches) Risiko zugeordnet
  • ITS legt die Kriterien für eine angemessen breite Streuung der Indices fest (Größe, geografische Lage, Industriezweige etc.)
  • Auflistung der Aktienindices, die den Anforderungen entsprechen (Annex 1)
  • Jährliches update der Liste

 

  • Draft RTS on credit valuation adjustment risk for the determination of a proxy spread and the specification of a limited number of smaller portfolios (EBA/CP/2013/24)
Konsultationsfrist:

  • 25. September 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 383 CRR
  • Bestimmung des proxy spread anhand des institutsinternen Modells
  • Zahl und Umfang der Portfolios, die das Kriterium der begrenzten Anzahl kleinerer Portfolios erfüllen

 

  • Draft RTS on collaboration concerning supervision between home and host Member States specifying the information that competent authorities shall supply to one another (EBA/CP/2013/25)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober  2013
Inhalt:

  • Zu Art  50(6) CRD IV
  • Auflistung der Informationen, die zwischen home/host Aufsichtsbehörden ausgestauscht werden sollen
  • Informationen über:  die Leitung, die Verwaltung und die Eigentumsverhältnisse der Institute, Informationen über  Liquidität, Solvenz, Einlagensicherheit, Begrenzung von Großkrediten, Verwaltungs- und Rechnungslegungsverfahren, non-compliance, aufsichtliche Maßnahmen und Sanktionen  sowie interne Kontrolle
  • Sofortiger  Informationsaustausch in Stresssituationen bezüglich Liquiditätssituation und die Analyse der systemischen Auswirkungen von Liquiditätsengpässen

 

  • Draft ITS on collaboration concerning supervision between home and host Member States in relation to sharing of information (EBA/CP/2013/26)
Konsultationsfrist:

  • 08. Oktober 2013

 

Inhalt:

  • Zu Art  50(7) CRD IV
  • Struktur und Einheitlichkeit beim Informationsaustausch zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden
  • Annex 1- sechs Templates für den regelmäßigen Informationsaustausch
  • Annex 2 – Template für den Informationsaustausch bei Liquiditätsengpässen (stress situations)

 

  • Draft ITS on the format, structure, contents list and annual publication date of the supervisory information to be disclosed by competent authorities (EBA/CP/2013/27)
Konsultationsfrist:

  • 09. Oktober 2013
Inhalt:

  • Zu Art 143 (3) CRD IV
  • Festlegung von Format, Aufbau, Inhaltverzeichnis und Zeitpunkt der allgemeine Bekanntmachungspflichten der zuständigen Behörden
  • Inhaltlich umfassen die Informationen: u.a.  Wortlaut der Rechts- und Verwaltungsvorschriften und allgemeinen Leitlinien, die in ihrem Mitgliedstaat im Bereich der Finanzdienstleistungsaufsicht verabschiedet wurden, die Art und Weise, wie die im Unionsrecht eröffneten Optionen und Ermessensspielräume genutzt werden, die allgemeinen Kriterien und Methoden, nach denen sie bei Institute und deren Verfahren überprüfen und bewerten
  • aggregierte statistische Daten zu zentralen Aspekten der Umsetzung der aufsichtlichen Rahmenvorschriften
  • Ergriffene Aufsichtsmaßnahmen und verhängte Verwaltungssanktionen

Fortsetzung folgt…

Alle Veröffentlichungen der EBA und aktuelle Informationen rund um regulatorische Themen finden Sie strukturiert und aufbereitet auch in unserem Extranet Client Information System (CIS).

 

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Berichtigung CRR und CRD IV – Daten & Fristen

Kaum sind die lang erwarteten Vorschriften der Capital Requirement Regulation (CRR) und der Capital Requirement Directive (CRD IV) final im Amtsblatt der Europäischen Union (Amtsblatt der EU, vom  26. Juni 2013) veröffentlicht worden (dazu auch der Blog- Beitrag: „CRD IV und CRR: Finally final“ vom 27. Juni 2013), folgt schon die erste Korrektur. Sowohl für die CRR als auch die CRD IV sind im Amtsblatt der Europäischen Union vom 02. August 2013 Berichtigungen veröffentlicht worden (Berichtigung der Richtlinie 2013/36/EU über den Zugang zur Tätigkeit von Kreditinstituten und die Beaufsichtigung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen und Berichtigung der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen, Amtsblatt der EU vom 02.08.2013, L 208/68 und L 208/73).

CRR – Kürzere Fristen

Die Änderungen betreffen vor allem die Fristen, die an das Datum der Anwendung  der CRR  bzw. an das Veröffentlichungsdatum gekoppelt sind. Entsprechend werden Termine, zu denen die European Banking Authority (EBA) der EU Kommission bestimmte Technische Standards vorlegen muss, vorgezogen. Dies gilt für mehr als 30 Regulierungs- und Durchführungsstandards.

Darüber hinaus gelten für nach dem 28. Juni 2013 emittierte Kapitalinstrumente andere Regelungen für die Anerkennung als hartes Kernkapital. Weiterhin sind Datenanpassungen bei den Zeitspannen erfolgt. Für die für Abzüge von Posten des harten Kernkapitals, des zusätzlichen Kernkapitals und des Ergänzungskapitals anwendbaren Prozentsätze (Art. 478 CRR) ist nun anstelle  vom 1. Januar 2014 bis 01. Januar 2015 die Zeitspanne vom 01. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014 festgeschrieben.

CRD IV – Anwendungsdatum

Die einzigen Berichtigungen der CRD IV gelten dem Anwendungsdatum dieser Vorschriften (Art 162 CRD IV): Das Anwendungsdatum 31. Dezember 2013 wird durch das Datum 01. Januar 2014 ersetzt.

 

Praxiswissen zu den neuen regulatorsichen Anforderungen nach CRR und CRD IV bieten wir Ihnen in unseren Seminaren. Ausgewählte Termine finden Sie im regulatorischen Kalender und auf unseren FS-Branchenseiten.

EBA update 2013: Draft RTS & ITS – Teil III

Mit der Veröffentlichung  der CRD IV und der CRR im Amtsblatt der Europäischen Union am 27. Juni 2013 (Amtsblatt der EU vom 27.06.2013, L 176) ist der Weg frei für die Anwendung der CRD IV/CRR zum 01. Januar 2014. Bis dahin müssen auch die Arbeiten der EBA im Zusammenhang mit den von ihr zu entwickelnden RTS & ITS beendet werden.

  • Draft RTS on the retention of net economic interest and other requirements relating to exposures to transferred credit risk & ITS relating to the convergence of supervisory practices with regard to the implementation of additional risk weights (EBA/CP/2013/14)
Konsultationsfrist:

  • 22. August  2013
Inhalt:

  • Zu Art. 405, 406, 408, 409, 410 CRR (Art. 394, 395, 397, 398 CRR-E)
  • Spezifizierung der Vorschriften über den Selbstbehalt bei Verbriefungen und damit im Zusammenhang stehenden Regelungen
  • Anforderungen an Institute, die das Kreditrisiko einer Verbriefungsposition eingehen
  • Haltepflicht inklusive Kriterien für das Halten eines materiellen Nettoanteils
  • Sorgfaltsbestimmungen für Institute, die eine Verbriefungsposition eingehen
  • Anforderungen an Sponsoren, Originatoren und ursprüngliche Kreditgeber
  • ITS: Art  407 (Art 396 CRR-E)
  • Einheitliche Maßnahmen der Aufsichtsbehörden bei Verstößen gegen die Art. 394, 395 und 398 CRR ergriffen werden (Bewertungskriterien bei Verstößen, Bedingungen für zusätzliche Risikogewichte und die Festlegung der zusätzlichen Risikogewichte durch die Aufsichtsbehörden)

 

Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 341 (3) CRR (Art. 330(3) CRR-E)
  • Definition des Begriffs Markt zum Zwecke der Berechnung des allgemeinen Marktrisikos für Anteilswerte
  • Vorschlag zweier Definitionen von Markt bezogen auf die Kriterien Nationalität und Währung

 

  • Draft RTS on non-delta risk of options in the standardised market risk approach (EBA/CP/2013/16)
Konsultationsfrist:

  • 31. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art.  329 (3), 352 (6), 358 (4) CRR ( Art. 318(3), 341(6) und 347(4) CRR-E)
  • Definition und Methoden, alle Risiken aus Optionen/ Warrants, die keine delta-Risiken sind, bei der Berechnung der Eigenkapitalanforderungen zu berücksichtigen
  • Proportionalität durch verschiedene Ansätze
  • Simplified Approach für Institute, die nur Optionen kaufen
  • Delta-Plus-Methode für Institute, die Optionen verkaufen
  • Komplexerer Scenario-Ansatz  für Institute mit erheblichen Handelsaktivitäten bei Optionen

 

Konsultationsfrist:

  • 18. Juli 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 36 (2), 73 (6), 84 (4) CRR  ( Art. 33(2), 69a(6) and 79(3) CRR-E)
  • Definition, Durchschau und Verrechnung  von direkten, indirekten und synthetischen „Beteiligungen/Positionen“
  • „broad market index“ als zulässige Berechnungsgrundlage für die Ausschüttungen auf AT1 und T2 Instrumenten
  • Harmonisierung der Berechnung von Minderheitsbeteiligungen

 

  • Draft ITS on Additional Liquidity Monitoring Metrics (EBA/CP/2013/18)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art. 415 (3) CRR (Art. 403(2) CRR-E)
  • Vorschlag für ein einheitliches Reporting zu Laufzeitinkongruenzen der tatsächlichen und erwarteten Zahlungsströme (Templates)
  • Konzentrationsrisiken bei Produkten und Kontrahenten;
  • Volumen und Spreads der Refinanzierung
  • Fällige und neue Refinanzierung

 

  • Draft RTS on additional liquidity outflows corresponding to collateral needs resulting from the impact of an adverse market scenario on the institution’s derivatives transactions, financing transactions and other contracts for liquidity reporting  (EBA/CP/2013/19)
Konsultationsfrist:

  • 14. August 2013
Inhalt:

  • Zu Art 423 (3) CRR ( 411(3) CRR-E)
  • Methoden zur Berechnung zusätzlicher Liquiditätsabflüsse als Folge von ungünstigen Marktentwicklungen bezüglich Derivatepositionen, Finanztransaktionen u.a. (Nachschusspflichten)
  • Standard-Methode
  • Vereinfachte Methode
  • Internes Modell (Unexpected Negative Exposure -UNE)

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